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Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe setzt neue Impulse im Rehasport

Region/Düsseldorf, 09.02.2021 – Landesregierung und Sportverbände unterstützen Initiative „SPORTnachSCHLAG“ – neues Programm fördert Rehasport. Die Staatskanzlei teilt mit: Rund 60.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen erleiden jährlich einen Schlaganfall. Die Volkskrankheit ist der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Oft sind es halbseitige Lähmungen von Arm oder Bein, die den Betroffenen die Rückkehr in ihr altes Leben erschweren. Bewegung und Sport sind für ihre Rehabilitation elementar wichtig, um wieder mehr Autonomie zu gewinnen. Doch bis heute gibt es zu wenige Angebote für diese spezielle Zielgruppe, und der Bedarf scheint groß.

Mehr als 200 Schlaganfall-Betroffene nahmen an einer Umfrage der Deutschen Schlaganfall-Hilfe teil. 96 Prozent würden gerne Rehasport in der Gruppe betreiben, doch nur 59 Prozent taten das bisher. „Keine Angebote“, „zu weit weg“ oder „alles belegt“ – das waren die häufigsten Nennungen, weshalb die Teilnehmer bisher kein Sportangebot wahrnehmen konnten. „Das möchten wir mit unserem Programm ändern, durch das wir die Gründung von bis zu 70 neuen Rehabilitationssportgruppen nach Schlaganfall in NRW anstoßen wollen“, so Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.

Unterstützt wird das Projekt durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen. „Eine tolle Botschaft für die betroffenen Menschen in Nordrhein-Westfalen: Gerade der Rehasport fördert die Rückkehr in ein gesundes Leben nach einem Schlaganfall nachhaltig, eröffnet Bewegungsangebote in der Gruppe und ist zudem keine Frage des Geldbeutels! Das Angebot aus Gütersloh nehmen wir sehr gerne an!“, erklärte die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt des Landes Nordrhein-Westfalen, Andrea Milz.

Kooperationspartner in dem Projekt sind der Landesportbund NRW und der Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW. Pro Kreis und kreisfreier Stadt fördert die Schlaganfall-Hilfe die Einrichtung mindestens einer Sportgruppe mit bis zu 500 Euro. Der Betrag kann auch für die Ausbildung von Übungsleitern eingesetzt werden, denn für die Leitung einer solchen Gruppe ist eine spezielle Qualifizierung zum Übungsleiter Sport in der Rehabilitation, Profil Neurologie, erforderlich.

Das Gesamtvolumen des Fördertopfes beträgt bis zu 35.000 Euro. Die Verteilung der Mittel an die interessierten Vereine erfolgt durch die Sportbünde der Kreise und kreisfreien Städte in NRW in Rücksprache mit den Landesverbänden. Ziel ist es, die Mittel möglichst gleichmäßig über das Land zu verteilen und in den kommenden zwei Jahren nach Möglichkeit in allen 54 Sportverbünden eine neue Gruppe zu gründen. Interessierte Vereine können sich ab sofort bewerben, die Bewerbungsfrist endet am 30. April. Nähere Informationen zu dem Projekt und ein Bewerbungsformular gibt es jetzt im Internet unter www.sportnachschlag.de.

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Nachhaltige Perspektiven für Unternehmen und Innenstädte

Region/Mainz, 08.02.2021 – Wirtschaftsrat fordert Lockerung des Lockdowns. Der Landesvorstand des Wirtschaftsrates fordert die rasche Öffnung der Schulen, Kindergärten und Kinderkrippen und eine nachhaltige Perspektive für die Kulturschaffenden und die Unternehmen, insbesondere den Einzelhandel, die Dienstleister und das Gastgewerbe, so der Landesvorsitzende Frank Gotthardt. Hier sieht er auch die Kommunen gefordert.

Es gehe nicht nur um einzelne notleidende Firmen, sondern um die Gefahr, dass zentrale Grundfesten unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens dauerhaft beschädigt werden. Die ökonomischen und gesellschaftlichen Schäden gerade hinsichtlich der Kleinunternehmen, des Handels und des Gastgewerbes steigen im Augenblick irreversibel stark an.

Der andauernde Lockdown habe zu massiven Umsatzrückgängen geführt, die die Unternehmen, aber auch die Beschäftigten in ihrer Existenz bedrohten. Dabei handelt es sich keineswegs um Einzelfälle. Vielmehr drohe aktuell eine regelrechte Insolvenzwelle. Die Politik sei daher dringend gefordert, durch eine Lockerung des Lockdowns eine Öffnung unter den bekannten Hygienemaßnahmen schnellstens zu ermöglichen. Gerade die vom Handel, den Dienstleistern, wie Friseuren und dem Gastgewerbe bereits vor der Schließung erfolgten und durchgeführten Hygienemaßnahmen böten Kunden und Beschäftigten einen wirksamen Schutz vor Ansteckung. Das Virus und die damit verbundenen staatlichen Regeln dürften die Wirtschaft in unserem Land nicht strangulieren. Es sei höchste Zeit, so Gotthardt, den Unternehmen wie auch den Kulturschaffenden eine wirkliche Perspektive für die Fortführung ihrer Arbeit zu bieten, ansonsten drohten Insolvenzen und eine Verödung unserer Innenstädte. Dazu gehört auch, die lange angekündigten finanziellen Hilfen endlich schneller und unbürokratischer fließen zu lassen.

Die Maßnahmen der Pandemiebekämpfung müssen dem Schutz der Bevölkerung und unserer Gesellschaft dienen. Es müssen aber auch alle Möglichkeiten gegeneinander abgewogen werden. Die grobflächige Pandemiebekämpfung könne nicht die alleinige Wahl sein.

Alternativ zu den bisherigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie seien die staatlichen Stellen in Rheinland-Pfalz gefordert, alles dafür zu tun, Infektionsherde zu isolieren, und besonders gefährdete Mitbürger und Mitbürgerinnen durch mehr Tests besser zu schützen.

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer besucht LEPPER Stiftung in Daun

Daun, 06.02.2021 – Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchte am Montag, dem 1. Februar 2021 die LEPPER Stiftung in Daun. Begleitet wurde sie von Kathrin Künstler (Soziales, Arbeit, Gesundheit, Bildung). Bei der Besprechung in Daun waren dabei der IHK Trier Präsident Peter Adrian und der IHK Trier Geschäftsführer Dr. Jan Glockauer.

Die Ministerpräsidentin Malu Dreyer war sehr erfreut, dass vor einigen Monaten die LEPPER Stiftung ihren Sitz von Düsseldorf nach Daun verlegt hat. Sie zeigte sich auch positiv beeindruckt davon, dass am 13.11.2020 notariell beglaubigt alle Anteile der Techniropa Holding GmbH und damit die Firmen, die zur Techniropa Holding GmbH gehören, an die LEPPER Stiftung übertragen wurden.

Damit sind sämtliche Firmenanteile von Doris G. Lepper und Peter Lepper in die LEPPER Stiftung eingebracht. RLP-Ministerpräsidentin Malu Dreyer interessierte sich ganz stark für die Pläne der Errichtung einer Junior Universität in Daun nach dem Vorbild der Junior Universität Wuppertal. Peter und Doris G. Lepper führten aus, dass neben der Junior Universität im selben Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Brotfabrik mindestens zwei Etagen für Duale Studiengänge vorgesehen sind.

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Implantat oder Brücke: Was rät der Experte, wenn ein Zahn fehlt?

Region/Koblenz, 05.02.2021 – Chefarzt des Ev. Stift St. Martin informiert in einer Telefonsprechstunde am Dienstag den 9. Februar. Wenn ein Zahn fehlt, stellt sich die Frage: Wie soll die Lücke geschlossen werden? Brücke oder Implantat oder keines von beiden? Anlässlich des Tags des Zahnschmerzes informiert Dr. med. dent. David Troll in einer Telefonsprechstunde über die verschiedenen „Lückenfüller“. Dafür ist der Chefarzt der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Ev. Stift St. Martin am Dienstag, 9. Februar, zwischen 17 und 18 Uhr persönlich unter 0261 137-7301 zu erreichen.

Die Telefonberatung ist ein Angebot des GK-Mittelrhein, um auch in Zeiten der Corona bedingten Kontaktbeschränkungen in gewohnt kompetenter Weise mit Patienten und Interessierten in den Austausch zu gehen. Abgedeckt werden ausgewählte Themen der Informationsreihe „Patienten fragen – GK-Mittelrhein antwortet“. Wie kann man mitmachen? Einfach im genannten Zeitraum die angegebene Telefonnummer wählen, mit etwas Glück durchkommen und die gewünschte Frage zum Thema stellen. Eine Übersicht aller Themen mit Telefonberatung gibt es unter www.gk.de/infos-zum-corona-virus/.

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Dreyer/Bätzing-Lichtenthäler: Impfplan Rheinland-Pfalz für Februar – 200.000 Erstimpfungen bis Ende Februar – alle Zweitimpfungen gesichert

Region/Mainz, 04.02.2021 – „Auch nach dem Impfstoff-Gipfel vom Montag gibt es bisher keine neuen Impfstoffzusagen über den 22. Februar hinaus. Trotzdem haben wir gerade aufgrund der sehr positiven und zuversichtlichen Ankündigen von BioNTech mehr Klarheit darüber, welche Mengen wir in diesem Monat erwarten können. Damit können wir beim Impfen auch wieder Fahrt aufnehmen“, sagten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Rheinland-Pfalz hatte sich für den Impfstoff-Gipfel stark gemacht, weil nur mit Liefersicherheit ein verlässliches Terminmanagement möglich sei. Als direkte Folge hat die Landesregierung nun ihre Impfplanung für die kommenden Wochen angepasst und für die zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen optimiert. „Es bleibt dabei, dass in Rheinland-Pfalz alle Zweitimpfungen gesichert sind. Auch die wegen der Lieferengpässe verschobenen rund 30.000 Erstimpfungen in den Impfzentren können wie geplant vom 17. Februar an nachgeholt werden“, bekräftigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Es sei das Ziel, bis Ende Februar 200.000 Erstimpfungen zu spritzen.

„Auch, wenn nun klargeworden ist, dass wir leider bis zum 1. März keine wesentlichen neuen Impfstoffmengen erhalten werden, blicken wir hoffnungsfroh in die Zukunft. Die Impfstoff-Produzenten haben plausibel dargelegt, wie sie die Impfstoffproduktion noch steigern können. BioNTech hat zum Beispiel vorgestellt, dass sie ein Produktionsnetzwerk mit mehr als einem Dutzend Kooperationen in Europa aufbauen. Weitere Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung, so dass wir ab dem zweiten Quartal deutlich mehr Impfstoff bekommen werden“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie werde deshalb Landräte, Oberbürgermeister, DRK, niedergelassene Ärzte und die Impfdokumentation zu einer „Impfkonferenz RLP“ einladen, um die extrem herausfordernde Logistik miteinander zu besprechen. Rheinland-Pfalz habe bereits bewiesen, dass es einerseits flexibel auf kurzfristige Veränderungen reagiert, andererseits den Menschen schnell und verlässlich den schützenden „Piks“ ermöglichen könne. „Mit den größeren Impfstoffmengen werden wir ab April deutlich mehr Impfberechtigten eine Corona-Schutzimpfung anbieten können“, sagte die Ministerpräsidentin.

Konkret will Rheinland-Pfalz dafür wie folgt vorgehen: Von den schätzungsweise rund 420.000 Personen im Land, die unter die höchste Priorisierungsstufe der Bundesimpfverordnung fallen, haben bereits mehr als 142.000 ihre Erstimpfung erhalten. Weitere rund 30.000 Personen haben schon einen Termin dafür nach dem 17. Februar. Hinzu kommen etwa 130.000 Personen aus dem Terminpool, die zum jetzigen Zeitpunkt für einen Erstimpfungstermin bereits registriert sind.

Impfberechtigte bis 65 Jahre bekommen Angebot noch im Februar

Für Impfberechtigte, die nicht älter als 65 Jahre sind, steht jetzt als Impfstoff das neu zugelassene Vakzin von AstraZeneca bereit. Das betrifft 22.000 der 130.000 Registrierten aus dem Terminpool, die eine berufliche Indikation haben. Ebenfalls noch im Februar sollen darüber hinaus die Krankenhäuser mitteilen können, wieviel Impfstoff sie für die rund 10.000 Mitarbeitenden, die zur höchstpriorisierten Gruppe gehören, benötigen „Diese Personen können jetzt alle ein Impfangebot mit einem Termin noch im Februar erhalten. Wir impfen sieben Tage die Woche, also auch am Wochenende“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Ab dem 1. März sollen alle übrigen bereits registrierten Personen ihren Impftermin erhalten. Ebenfalls vom 1. März an soll es außerdem Impfangebote für alle in Rheinland-Pfalz niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte inklusive der Coronapraxen sowie für alle Zahnärztinnen und Zahnärzte geben.

Beim Impfen in Heimen ist Rheinland-Pfalz in der Spitzengruppe

Die Anzahl der Alten- und Pflegeeinrichtungen, in denen bereits geimpft wurde, unterscheidet sich stark von Bundesland zu Bundesland. Laut Ärzteblatt liegt der Anteil in Baden-Württemberg bei 42 Prozent, in Hessen bei 64 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 90 Prozent. „Rheinland-Pfalz ist bei den Impfungen weiterhin auf einem sehr guten Weg“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Das zeigt sich auch an der hohen Quote von Erstimpfungen in der besonders vulnerablen Gruppe der Menschen in den Pflegeeinrichtungen. Von insgesamt 474 Einrichtungen im Land haben nahezu alle ihre Erstimpfungen erhalten, geimpft wurden dort mehr als 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sowie knapp 70 Prozent der Mitarbeitenden. Das ist ein toller Erfolg.“

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Ergänzende Regeln zum Schutz vor mutiertem Coronavirus ab Donnerstag, 04. Februar im Kreis Düren

Düren, 03.02.2021 – „Die Verbreitung des mutierten Coronavirus bereitet uns erhebliche Sorge“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn mit Blick auf mittlerweile 66 nachgewiesene Fälle der sogenannten englischen Mutante. „Um eine weitere Verbreitung einzudämmen, müssen wir sehr vorsichtig sein“, betont der Landrat. Deshalb führt der Kreis Düren ab Donnerstag, 4. Februar, ergänzende Schutzmaßnahmen ein, die für das gesamte Kreisgebiet gelten.

In seiner heutigen Video-Botschaft erläutert der Landrat zusammen mit Dr. Norbert Schnitzler, Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, die weiteren Vorsichtsmaßnahmen, die trotz der zaghaft sinkenden, aber nach wie vor zu hohen Inzidenzzahl von derzeit um die 90 Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen notwendig werden.

Und hier die wichtigsten neuen Regeln:

Der Mindestabstand soll dringend bei allen erlaubten Zusammenkünften und Versammlungen in Innenräumen künftig mindestens 2 Meter betragen (bisher: 1,5 Meter).

Haushaltsangehörige, die mit einem Menschen zusammenleben, der nachweislich mit dem mutierten Coronavirus infiziert ist (oder wo der Verdacht auf eine solche Infektion besteht), müssen für 14 Tage in Quarantäne ohne dass eine Freitestung nach 10 Tagen möglich ist .

Wer länger als 5 Minuten Kontakt zu einem Menschen hatte, der mit dem mutierten Virus infiziert ist und dabei weniger als 1,5 Meter Abstand hielt, ist nun Kontaktperson 1. Grades und muss in Quarantäne.

Für die Karnevalstage (Donnerstag 11. Februar,  bis Dienstag, 16. Februar), herrscht ein Alkoholverbot in Innenstädten, Ortskernen und an Orten, bei denen es erwartungsgemäß regelmäßig zu Ansammlungen von Menschen kommt. Das ist insbesondere dort der Fall, wo nach der Corona-Schutzverordnung im öffentlichen Raum eine Maskenpflicht herrscht.

„Wir müssen das mutierte Virus sehr ernst nehmen“, betonte Gesundheitsamtsleiter Dr. Norbert Schnitzler angesichts der ergänzenden Regeln. Nach allem, was bislang bekannt ist, sei es deutlich ansteckender. Landrat Wolfgang Spelthahn appellierte, sich unbedingt an die Vorsichtsmaßnahmen zu halten, um die derzeit günstige Entwicklung sinkender Fallzahlen nicht zu gefährden. „Wir wollen so schnell wie möglich unter einen Inzidenzwert von mindestens 50.“

Das NRW-Gesundheitsministerium hat diese präventiven Maßnahmen, die der Kreis Düren in einer sogenannten Allgemeinverfügung (bit.ly/AVKreisDüren) zusammengefasst hat, zugestimmt. Sie gilt bis zum 16. Februar.

Zur Stunde sind im Kreis Düren 372 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Seit gestern (2.2.) gibt es 37 Neuinfektionen. Leider sind zwei weitere Menschen gestorben (63 und 80 Jahre). „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, denen wir unser aufrichtiges Beileid aussprechen“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Somit steigt die Zahl der Todesfälle auf 213. Insgesamt sind seit Ausbruch der Pandemie 8390 Menschen positiv getestet worden. Die Zahl der Genesenen steigt um 12 auf 7805. (Stand: 14 Uhr).

Die 372 Infizierten verteilen sich wie folgt auf das Kreisgebiet:

Aldenhoven: 19 (Gesamtzahl aller jemals positiv Getesteten je Ort: 572)
Düren: 162 (3302)
Heimbach: 10 (120)
Hürtgenwald: 4 (298)
Inden: 6 (149)
Jülich: 45 (908)
Kreuzau: 17 (445)
Langerwehe: 13 (304)
Linnich: 23 (345)
Merzenich: 8 (352)
Nideggen: 21 (370)
Niederzier: 21 (497)
Nörvenich: 6 (281)
Titz: 5 (191)
Vettweiß: 12 (256).

Die Anzahl der Todesopfer beträgt 213.

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Friseure reichen Klagen ein

Prüm, 03.02.2021 – Politische Entscheidungen sollen unabhängig gerichtlich überprüft werden. „Wir wollen der unkontrollierten und undokumentierten Schwarzarbeit am heimischen Spülbecken Einhalt gebieten und Frisuren wieder in geregelte und sichere Bahnen zurückzuführen: In den Salon mit bewährten Hygiene-Konzepten und fundierter Gefährdungsbeurteilung, die durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) Ende Dezember 2020 nochmals präzisiert und aktualisiert wurde.

Friseure haben es verdient, fair und verlässlich behandelt zu werden. Dafür haben wir in unserem Rechtsstaat die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen und so politische Entscheidungen unabhängig gerichtlich überprüfen zu lassen“, so Noah Wild von der Wild Beauty GmbH, welche für die Salonpartner John Paul Mitchell Systems® und Kemon aktiv sind und deren Kunden die Friseursalons sind.

Landesinnungsmeister Guido Wirtz. Foto: © Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland

Dieser Forderung schließt sich auch Friseurmeister Guido Wirtz aus Körperich an. Er wird wie acht weitere Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet Klage einreichen. Damit will er für alle Friseure die Salonöffnung ab dem 15. Februar wieder erreichen.

Die Lage bei den Friseuren ist prekär. Das ist hinreichend bekannt. Manche Salons mussten bereits komplett aufgeben und werden nicht wieder öffnen. Deren Inhaber mussten teils bereits Hartz IV beantragen. Andere, die sich noch so gerade über Wasser halten mit Ersparten, erhalten für die zweite Dezemberhälfte keinerlei staatliche Hilfe. Sie werden nun dafür bestraft, dass sie in der ersten Dezemberhälfte bis zu 16 Stunden pro Tag im Salon gearbeitet haben, um ihre Kunden noch vor dem drohenden Lockdown zu bedienen. Sie fallen damit durch das Raster, da sie einen Rückgang von mehr als 30 Prozent des Umsatzes zum Vorjahr nicht nachweisen können.

In Deutschland gibt es etwa 80.000 Friseursalons mit rund 240.000 Beschäftigten. Große Zahlen, hinter denen unzählige reale Existenzen stehen. Und auch der Nachwuchs im Handwerk leidet. Denn bekanntlich macht ja „Übung den Meister“. Doch wo kein Salonalltag stattfindet, kann auch keine praxisnahe Lehrumgebung geschaffen werden. Zwar können Ausbilder mit den zur Prüfung anstehenden Auszubildenden üben, aber dies hilft denen, die im ersten oder zweiten Lehrjahr befindlichen Nachwuchskräften nicht weiter.

Giuseppe Petrelli aus dem benachbarten Hessen und sein Inhaberkollege Konstantin Schick können da wie viele ihrer Kollegen aus dem Rheinland nur den Kopf schütteln: „Im Verborgenen wird gefärbt, geschnitten und gestylt. Abstands- und Hygieneregeln? Fehlanzeige. Mit jedem weiteren Tag der Schließung fördert die Politik die Schwarzarbeit und das unkontrollierte Infektionsgeschehen in privaten Haushalten. Die einzig richtige Lösung muss heißen: kontrollierte Öffnung der Betriebe unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Dass wir die einhalten können, haben wir letztes Jahr glaubhaft bewiesen. Wir Friseure sind Hygienebotschafter.“

Auch Friseurmeister Guido Wirtz, der auch Vorsitzender Landesinnungsmeister des Landesverbands Friseure & Kosmetik Rheinland ist, kann das bestätigen: „Es wird auf die heimische Küche ausgewichen und dort gibt es in der Schattenwirtschaft weder Mindestabstände noch Masken oder Kontaktdaten-Dokumentation. Eine gut gemeinte Idee, die verheerende Folgen hat – und zwar nicht nur in Form von Wettbewerbsverzerrung und Steuerverlust, sondern vor allem im Hinblick auf den Schutz unserer Gesundheit und das Abflachen der Pandemie-Welle.“ Blickt man in sein Nachbarland Luxemburg, trifft es Guido ganz besonders hart: „Unsere Kunden wissen sich nicht zu helfen und pilgern reihenweise über die Grenze. Hier dürfen Salons arbeiten, das verführt natürlich. Ich kann nur hoffen, dass meine Kunden auf lange Sicht zu mir zurückkehren, sonst droht auch meinem Familienbetrieb der Existenzverlust.“

Aus den Coronavirus-Fallzahlen lässt sich eine Schließungsnotwendigkeit für Friseursalons in Deutschland auf jeden Fall nicht ableiten. Christa Meier aus Bayern hat sich gemeinsam mit ihrer Tochter Kathrin, die bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ehrenamtlich tätig ist, die Zahlen mit Stand 08. Januar 2021 genauer angesehen: „Für das Friseurhandwerk sprechen wir von 14 Meldungen einer vermuteten oder tatsächlichen SARS-CoV-2 Infektion, wovon 7 ein positives Testergebnis hatten. Setzt man diese Zahlen zu den Friseurbetrieben und Mitarbeitern in ganz Deutschland ins Verhältnis, ist das Fazit klar: unauffälliges Meldegeschehen für die Friseurbranche!“

Nun legen die Friseure Rechtsmittel ein und kämpfen um ihre Existenz. Zusammen mit Landesinnungsmeister Guido Wirtz sind es insgesamt derzeit zehn Friseure aus acht Bundesländern. Sie alle wollen damit einen Erfolg und Gerechtigkeit für ihre gesamte Branche ermöglichen.

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Eine kleine Pumpe, die Leben rettet

Bad Neuenahr-Ahrweiler, 02.02.2021 – Die Kardiologen des Krankenhauses Maria Hilf nutzen Impella-Pumpen, um schwer herzkranke Patienten und Patientinnen zu behandeln. Der 85-jährige Patient, der Anfang Dezember von seinem Hausarzt in die Kardiologie des Krankenhauses Maria Hilf überwiesen wurde, litt schon bei kleinsten Belastungen unter einem ausgeprägten Engegefühl und Schmerzen in der Brust. „Wir führten bei ihm eine Untersuchung mit dem Herzkatheter durch und diagnostizierten mehrere Engstellen in den Herzkranzgefäßen“, erläutert Dr. Theodoros Ballidis.

Das war ein besorgniserregender Befund, erinnert sich der Chefarzt der Inneren Medizin/Kardiologie und Leiter der Schlaganfalleinheit. „Der Patient brauchte eigentlich eine Bypass-Operation.“ Die kam für ihn aber nicht in Frage, weil sie wegen seines hohen Alters viel zu riskant für ihn war. So erhielt er zunächst Medikamente, die seine Beschwerden jedoch nicht linderten. Daraufhin entschieden Dr. Ballidis und sein Team, die verengten Gefäße im Herzkatheterlabor zu behandeln. Dieser ebenfalls riskante Eingriff konnte bei ihm deshalb durchgeführt werden, „weil wir gleichzeitig sein Herz mit Hilfe einer kleinen, aber sehr wirksamen Pumpe unterstützt haben“, sagt er. Seit wenigen Wochen steht diese Impella-Herzpumpe den Kardiologen im Krankenhaus Maria Hilf für schwer herzkranke Patientinnen und Patienten zur Verfügung, für die eine Bypass-OP eine zu große Belastung wäre.

Die Behandlung wird dadurch für diese Patienten deutlich sicherer. Die Impella-Pumpe wird vor dem Eingriff im Herzkatheterlabor durch einen kleinen Schnitt in der Leistenarterie bis in die linke Herzkammer geschoben. Hier befördert die kleinere bis zu zweieinhalb Liter Blut pro Minute aus der linken Herzkammer in den Körper. Damit stabilisiert sie den Kreislauf und versorgt die Organe mit sauerstoffreichem Blut. Die große Pumpe kann sogar fast die gesamte Herzfunktion übernehmen. Sie ist in der Lage bis zu 4,3 Liter Blut in der Minute in das Kreislaufsystem zu pumpen. Währenddessen können die Kardiologen die verengten Herzkranzgefäße mit einer Ballondilatation aufdehnen oder besonders stark verkalkte und verhärtete Stellen mit Hilfe kleiner Diamantbohrer wieder durchlässig machen und dann mit Stents, also Gefäßstützen stabilisieren. Nach diesem Eingriff geht es den Patienten deutlich besser, denn ihr Herzmuskel wird wieder mit Blut versorgt und ist leistungsfähiger.

Mit der Impella-Pumpe konnten Dr. Ballidis auch einer 81-jährige Patientin helfen, die an Silvester mit einem akuten Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Bei ihr diagnostizierten die Kardiologen eine sogenannte Hauptstammstenose, eine Verengung in der Koronar-Arterie, durch die das sauerstoffreiche Blut fließt, das den Herzmuskel versorgt. „Das ist ebenfalls eine klare Indikation für eine Bypass-Operation, die wir der zierlichen Frau aber auf keinen Fall zumuten wollten“, so Dr. Ballidis. Sie hätte nicht die Reserven gehabt, um sich von diesem schweren Eingriff wieder zu erholen, sagt er. Deshalb führte er zusammen mit seinem Team den Eingriff im Herzkatheterlabor durch, die Impella-Pumpe sorgte währenddessen für einen stabilen Kreislauf. Auch sie konnte – genau wie der 85-jährige Patient – wenige Tage später das Krankenhaus verlassen. „Es geht beiden wieder gut“, freut sich Dr. Ballidis.

Lebensrettend kann die Impella-Pumpe bei Patienten sein, die einen kardiogenen Schock erleiden, zum Beispiel bei einem schweren Herzinfarkt, einer Herzmuskelentzündung oder einem akut auftretenden Herzklappenfehler. Denn das Herz ist in diesem Fall zu schwach, um genügend Blut in den Körper zu pumpen und das kann zu einem Versagen der Organe führen. Die Patienten müssen schnellstmöglich behandelt werden. „Mit der Impella-Pumpe können wir auch bei diesen Patienten dafür sorgen, dass weiterhin sauerstoffreiches Blut in den Körper gepumpt wird und die Organe versorgt werden“, so Dr. Ballidis. Das schenkt den Kardiologen ausreichend Zeit, um die Ursache der massiven Herzschwäche zu diagnostizieren und zu behandeln. Bei diesen Patientinnen und Patienten bleibt die Pumpe bis über eine Woche im Herzen. So wird es bei seiner Arbeit unterstützt und kann sich wieder erholen.

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Impfstoff-Gipfel war wichtig für weitere verlässliche Planung

Region/Mainz, 02.02.2021 – „Der Impfstoff-Gipfel war wichtig für eine weitere verlässliche Planung“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Anschluss an die intensiven Beratungen zwischen Bund und Ländern, der EU–Kommission, den Impfstoffproduzenten und Zulieferern. Die Ministerpräsidentin hatte sich für den Gipfel stark gemacht, weil die Länder ohne verlässliche Lieferangaben Bürgerinnen und Bürgern keine verlässlichen Impftermine anbieten können. Zum ersten Mal seien alle Akteure an einen Tisch gekommen, um für mehr Planbarkeit und eine Erhöhung des Impfstoffes für die Bevölkerung in Europa zu sorgen. Viel sei in der Vorbereitung zum Gipfel in Bewegung geraten: So habe der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech zugesagt, mehr Impfstoff als bislang vereinbart an die EU liefern zu wollen.

Im Rahmen der Impfstrategie werden Bund und Länder gemeinsam einen nationalen Impf-Plan modellieren auf der Basis der heute vorgestellten Quartals-Lieferzahlen. Ein erstes Ergebnis soll zur MPK am 10. Februar vorliegen. Damit soll die Impfplanung besser abgestimmt werden können. Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder sind sich einig, dass von hohem Wert war, dass heute alle, die in dem komplexen Prozess von der Produktion des Impfstoffs bis zum Impftermin für die Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Rolle spielen, miteinander im Gespräch waren. Der gemeinsame Dank gilt den produzierenden Unternehmen, den betroffenen Verbänden und Organisationen sowie den beiden EU-Kommissaren Kyriakides und Breton. „Es ist eine großartige Leistung der Wissenschaft und der forschenden Impfstoffhersteller, gerade auch aus Deutschland, dass rund ein Jahr nach Beginn der Pandemie Impfstoffe unterschiedlicher Art verfügbar werden. Dafür gebührt diesen großer Dank und Respekt.

„Ich bin besonders stolz darauf, dass zwei Unternehmen aus Rheinland-Pfalz BioNTECH und Schott maßgeblich Impfstoff bereit stellen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Ein weiteres Ergebnis des Impfstoffgipfels sei, dass der Bund Lieferketten für Verpackungsmaterial über eine Notfall-Plattform innerhalb Europas sicherstellen wolle.

Die Hersteller der mRNA-Impfstoffe berichteten, dass besonders der Mangel an Lipiden dafür verantwortlich sei, dass keine weiteren Produktionssteigerungen möglich seien. Für diesen Rohstoffengpass sollen in der EU Lösungen gefunden werden Impfstoff-Hersteller versprechen Liefersicherheit BioNTech stellt 75 Millionen Impfeinheiten für das zweite Quartal in Aussicht. Und auch der britisch-schwedische Hersteller AstraZeneca habe nun angekündigt, doch mehr Impfstoff zu liefern als geplant. „Ich danke den Unternehmen, die sich jenseits der unternehmerischen Konkurrenz zusammenschließen, um die Produktion des Impfstoffes in Deutschland anzukurbeln“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

BioNTech habe dargelegt, dass sie das Produktionsnetzwerk in ganz Europa ausbauen werden. So stammten daraus ganz wesentlich die zusätzlich zugesagten 75 Millionen Dosen für die gesamte EU. Das neue Werk in Marburg werde zum Großteil zuliefern, so der Finanzvorstand von BioNTech, Dr. Sierk Poetting, beim Impfstoff-Gipfel. Bund und Länder wollen die Unternehmen wo immer möglich unterstützen, um die notwendigen Fachkräfte für die neuen Produktionsanlagen zu gewinnen, damit die Anlagen auch personell voll ausgelastet werden können.

Strategische Partnerschaften zur Produktionserhöhung

„Deutschland ist ein Hochtechnologie-Standort und Rheinland-Pfalz ist sehr stark aufgestellt im Bereich Biotechnologie, Pharma- und Chemiebranche. Das wird uns jetzt helfen, die Produktion anzukurbeln“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Strategische Partnerschaften sollen helfen, die Impfstofferträge zu steigern. So werde Sanofi für BioNTech 20 Millionen Fläschchen abfüllen. Jeder Hersteller habe erklärt, dass es ein großes eigenes Interesse gäbe, dass alles mit größter Geschwindigkeit laufe. Ministerpräsidentin Malu Dreyer dankte ganz besonders dem Mainzer Impfstoffentwickler BioNTech. „Sie haben Tag und Nacht an der Entwicklung des Impfstoffs gearbeitet, und Sie arbeiten aktuell ebenfalls Tag und Nacht an der Produktion. Ihr Einsatz kann Leben retten. Dafür danke ich Ihnen!“ Der rheinland-pfälzische Spezialglashersteller Schott ist zudem der größte Produzent der Impfstoff-Fläschchen. Die kurzfristige Versorgung sei gewährleistet. Schott produziere zwei Milliarden Fläschchen für den Impfstoff.

Vor dem Hintergrund, dass weltweit ein großer Bedarf an Impfstoffen besteht und dass angesichts von Virusmutanten auch weitere Impfkampagnen notwendig werden können, soll auch weiterhin der Produktionsaufbau spezifischer Vorprodukte in Deutschland und in der EU vorangetrieben werden. So herrsche zum Beispiel bei Lipiden, die in der Produktion von mRNA-Stoffen benötigt werden, eine Rohstoffknappheit. Eine Verteil-Plattform soll möglichen Engpässen entgegenwirken, um die Vergabe von Impfzubehör zu koordinieren und zu regeln. Der Verband der Chemischen Industrie hatte eine ähnliche Plattform für die Produktion von Desinfektionsmitteln eingerichtet. Der Bund werde daher eine Matching Plattform aufbauen für Impfzubehörstoffe, am Beispiel der Notfallplattform, auf der die Marktteilnehmer der Impfstoffherstellung und Impfungen Über- und Unterkapazitäten ausgleichen und eine optimale Versorgung mit Impfstoffvorprodukten sowie medizinischen Verbrauchsmaterialien sicherstellen können. Die Länder wollen sicherstellen, dass die Impfzentren daran teilnehmen.

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Innenminister Lewentz: Zulauf im „Reichsbürger“- Spektrum hält an

Region/Mainz, 02.02.2021 – Der Zulauf im „Reichsbürger“-Spektrum hat sich nach Beobachtung des Verfassungsschutzes in Rheinland-Pfalz auch 2020 fortgesetzt. Wurden diesem Spektrum zum Jahresende 2019 noch rund 650 Personen zugerechnet, stieg die Zahl bis Ende 2020 auf nunmehr etwa 700 Personen an – Tendenz weiter steigend. Damit verläuft die Entwicklung parallel zu der im übrigen Bundesgebiet.

Rheinland-Pfalz bildet im bundesweiten Vergleich nach wie vor keinen Schwerpunkt ab. Ein Grund zur Entwarnung sieht Innenminister Roger Lewentz darin jedoch nicht und mahnt: „Wir wissen, dass es innerhalb dieser Szene von Staatsverweigerern und Rechtsleugnern ein großes Aggressionspotenzial und eine ausgeprägte Waffenaffinität gibt“. Nicht wenige „Reichsbürger“ zeigten auch sonst auffällige Verhaltensmuster.

Es gelte daher, das „Reichsbürger“-Spektrum weiter aufmerksam im Blick zu behalten und alle rechtlich möglichen Mittel auszuschöpfen, um etwaigen Gefahren entschieden und rechtzeitig zu begegnen. Mit besonderem Nachdruck werden daher der Entzug waffenrechtlicher Erlaubnisse und der Einzug von Waffen fortgesetzt. „Rheinland-Pfalz beschreitet hierbei einen erfolgreichen Weg“, so Lewentz. Ganz wesentlich zu dem Erfolg beigetragen haben die enge Zusammenarbeit von Verfassungsschutz, Polizei, Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ADD und den örtlichen Waffenbehörden.

Die Zahlen sprechen für sich: Im Rahmen von Einzelfallprüfungen seien seit November 2016 mit Stichtag 31.12.2020 bereits in 50 von insgesamt 73 Fällen waffenrechtliche Erlaubnisse bestandskräftig entzogen oder freiwillig abgegeben worden. Dabei wurden 132 erlaubnispflichtige Waffen, die in privatem Besitz waren, eingezogen. Weitere rund 800 erlaubnispflichtige Waffen wurden in zwei Fällen des Entzugs von Handelserlaubnissen eingezogen. Die 23 noch laufenden Verfahren werden konsequent zu Ende gebracht. „Erklärtes Ziel ist es: Keine Waffe in Reichsbürgerhand!“, betonte Lewentz.

Auch in anderer Hinsicht bleibe im Hinblick auf das „Reichsbürger“-Spektrum Wachsamkeit geboten: Im Zuge der Corona-Krise beobachtet der Verfassungsschutz ein entgegen bisheriger Praxis verstärktes, öffentlichkeitswirksames Auftreten von Personen aus dem „Reichsbürger“-Milieu bei Protesten, die sich gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie richten. Dabei instrumentalisierten sie die Proteste, um die freiheitliche Demokratie anzugreifen. „Die schändlichen Bilder wehender Reichsflaggen vor dem Deutschen Bundestag in Berlin sind Symbol für eine zunehmende Demokratiefeindlichkeit. Das muss uns alle wachrütteln“, so Lewentz.

Besonders bedenklich sei die Melange aus Hetze, Verschwörungsdenken und Lügen, die sich auch, aber eben nicht nur, in der „Reichsbürger“-Szene zunehmend verbreite und nach außen getragen werde. Gleiches treffe aktuell für eine sich abzeichnende neue Form des Extremismus innerhalb der Corona-Protestszene zu, die sich keinem der der bekannten ideologischen Muster zurechnen lässt. Es bleibe abzuwarten, inwieweit sich hieraus gefährliche Synergieeffekte zwischen Teilen des „Reichsbürger“-Spektrums und besagtem Umfeld ergeben könnten, unterstrich der Minister. „Der Verfassungsschutz wird das demokratiefeindliche Geschehen weiter im Auge behalten und analysieren“, hält der Innenminister fest und appelliert: „Alle Demokratinnen und Demokraten sind aufgefordert, dem Treiben der Hetzer und Lügner eine klare Absage zu erteilen“.