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Kreis Düren startet mit neuem, innovativem Ausbildungsgang – Kreis erhält Förderbescheid von 5,4 Mio. Euro

Düren, 17.11.2020 – Es ist oft keine leichte Frage: Die Schule ist abgeschlossen, doch wie geht es nun weiter? Ausbildung? Studium? Im Kreis Düren startet jetzt ein neuer Bildungsgang, in dem beides möglich ist: Praktische und akademische Inhalte werden in der sogenannten „Studienintegrierenden Ausbildung in NRW (SiA NRW)“ gemeinsam vermittelt. „Dieses Angebot wird es für viele junge Menschen leichter machen, den richtigen Weg zu finden“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn.

Im Rahmen einer Corona-konformen Video-Konferenz nahm der Landrat am Freitagmittag von Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, einen Förderbescheid in Höhe von 5,4 Millionen Euro entgegen. Das Geld wird verteilt auf die drei beteiligten Verbundpartner, zu denen neben dem Kreis Düren die Bezirksregierung Düsseldorf und die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) gehören.

Der neue berufliche Bildungsgang, der maximal vier Jahre dauert und wissenschaftlich begleitet wird, verbindet Berufskollegs, Betriebe und Hochschulen in einer neuartigen Art und Weise. Den Auszubildenden werden in einer rund 18-monatigen Grundstufe wesentliche Teile einer dualen Ausbildung und zusätzlich an einer Hochschule fachbezogene Studieninhalte vermittelt. Dabei sind Ausbildungs- und Studieninhalte aufeinander abgestimmt. Nach der Grundstufe haben Auszubildende die Möglichkeit, einen Abschluss der dualen Berufsausbildung zu erlangen, einen Berufs- und einen akademischen Bachelor-Abschluss oder das Studium fortzusetzen und mit einem Bachelor-Titel zu beenden.

„Mit dem Projekt der ‚Studienintegrierenden Ausbildung in NRW‘ wird ein innovativer Ansatz erprobt, der die berufliche Bildung zukunftsfest macht. Hier wird Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung sichtbar gelebt“, sagte Staatssekretär Thomas Rachel. Die Ausbildung überzeuge durch eine zeitliche und kluge Verzahnung von Berufsbildung und Hochschule, auch im Lehrplan, so Rachel weiter.

SiA NRW wird zunächst an drei Pilotstandorten, die bereits an der Konzeptionsphase beteiligt waren, umgesetzt, später werden es insgesamt sechs Pilotstandorte sein. Im Kreis Düren ist das in Trägerschaft des Kreises stehende Berufskolleg Jülich dabei, das mit der Fachhochschule Aachen zusammenarbeitet und den Ausbildungsberuf des Industriemechanikers und den Studiengang Maschinenbau verbindet. Weitere Standorte sind in Düsseldorf und Frechen, die kaufmännische Ausbildungen und Studiengänge wie Administration Business und General Management integrieren. „Wir schaffen damit eine breit gefächerte und sehr fundierte Ausbildung“, betonte Landrat Wolfgang Spelthahn. Vor allem die Verbindung zwischen Praxis-Inhalten und theoretischen akademischen Bestandteilen mache den Reiz aus. „Das Projekt fördert eine höhere Durchlässigkeit der beruflichen Bildungsgänge“, sagte der Landrat weiter.

Der Kreis Düren übernimmt in der Erprobungs- und Umsetzungsphase die Koordination der beteiligten Hochschulen und informiert die Schulträger, die kommunalen Koordinierungsstellen und Partner auf kommunaler Ebene wie Arbeitsagenturen, Kammern oder Regionalagenturen.

An der Videokonferenz nahmen neben den Verbundpartnern Vertreter des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales und des Ministeriums für Schule und Bildung sowie die beteiligten Berufskollegs und das Bundesinstitut für Berufsbildung teil.

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Per Videokonferenz mit den Freunden aus Uherské Hradiště getroffen

Mayen, 17.11.2020 – Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr nicht nur die Bürgerfahrt in die tschechische Partnerstadt ausgefallen, sondern alle gegenseitigen Besuche, die sonst in vielfältiger Weise und sehr gerne mit den Freunden stattfinden. Im Vorstand des Deutsch-Tschechischen Freundschaftskreises Mayen – Uherské Hradiště wurde daher vor einiger Zeit die Idee geboren, sich doch mal in einer Videokonferenz auszutauschen. Dies allein schon, um das Lächeln sowie die Stimmen der Freunde wieder einmal live zu erleben und wie sich zeigte, ist es mit den modernen Medien selbst für wenig Versierte gar kein Problem. Es entwickelte sich eine lockere Gesprächsrunde, bei der zahlreiche Informationen ausgetauscht und auch viel gelacht wurde.

Tschechien als einstiges europäisches Musterland sei durch die zweite Coronawelle schwer herausgefordert berichteten die Freunde und die Corona-Fallzahlen etwa zehnmal so hoch in ihrer Stadt wie in dem etwas kleineren Mayen. Glücklicherweise sei aktuell niemand infiziert vom dortigen Freundschaftskreis oder den auch hier gut bekannten Winzern. Heftig spekuliert wurde im Gespräch darüber, wann das nächste persönliche Treffen sattfinden kann.

Noch während des Austausch waren sich alle einig darüber, eine solche Konferenz auf jeden Fall zu wiederholen. Vereinbart wurde der 4. Dezember um 18.30 Uhr. Interessierte können sich an den Vorstand des Freundschaftskreises wenden und erhalten dann rechtzeitig vom Adminstrator den Einwahllink in die Konferenz. Alles was man zur Teilnahme braucht, ist außer guter Laune ein Computer mit Mikrofon und Kamera.

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Altes Passionskreuz in neuer Schönheit

Wachtberg-Ließem, 17.11.2020 – Das Passionskreuz an der Oberbachemer Straße in Ließem steht nach einer Auszeit wieder an seinem Platz. Es musste dringend restauriert werden. Schädlingsfraß und Feuchteeinwirkung hatten die Balken im Kreuzungsbereich stark geschädigt, so dass auch der geschnitzte Jesuskopf abgefallen war. Trotz enger Haushaltslage hat die Gemeinde Wachtberg schnell reagiert und das Kreuz von Restaurator Roland Gassert in Klein Villip renovieren lassen.

Bisher ist nicht bekannt, welcher Künstler dieses besonders schöne Kreuz gestaltet hat. Es lohnt sich, an dem Kreuz zu verweilen und sich die einzelnen Bilder zu den Leiden Christi auf dem Eichenkreuz anzuschauen. In der Kreuzmitte ist das sehr ausdrucksvolle Antlitz Christi und über der Holzüberdachung ist als Abschluss das Auge Gottes im Strahlenkranz dargestellt. Familie Knauf aus Ließem hat das Kreuz im ersten Weltkrieg gestiftet und 1915 außerhalb des Ortes am Feldrand aufgestellt. Auf der Rückseite steht die Bittschrift: „Jesus gib uns Frieden“. Die Familie Knauff hat in den Kriegsjahren ihren Besitz verkauft, ist nach Australien ausgewandert und hat das Kreuz zur Erinnerung der katholischen Kirchengemeinde überlassen. 1984 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Bei dem Bau der Umgehungsstraße 1987 bekam es in der Nähe der ursprünglichen Stelle den heutigen, angemessen gestalteten Platz.

Für die Renovierung hat der Restaurator die Schadstellen am Kreuz ausgebessert, die alten Farb-und Firnisschichten entfernt und in Abstimmung mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege in mehreren Schichten helleres Tungöl-Firnis aufgetragen. Durch den mehrfachen Auftrag dringt dieses Naturöl tief ins Holz ein, erhöht die Witterungsbeständigkeit des über hundert Jahre alten Eichenkreuzes und bringt die natürliche Schönheit des Holzes besonders zur Geltung.  (Bertram Reuter)

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Kritische und politische Predigt Erik Pühringers zum Volkstrauertag

Mechernich, 17.11.2020 – „Kritisch, politisch, pointiert“, versprach der Mechernicher Pfarrer Erik Pühringer, werde auch seine Volkstrauertagansprache 2020 ausfallen. Nachdem er im vergangenen Jahr seiner Trauer darüber zum Ausdruck gebracht hatte, dass es nicht gelungen sei, die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) klein- und aus den Parlamenten rauszuhalten, setzte er in diesem Jahr noch einen drauf.

„Was haben wir gegen das Böse in der Welt getan, und was haben wir getan, um unserem Nächsten unsere Liebe zu zeigen?“ Pfarrer Erik Pühringer stellte am Volkstrauertag kritische Frage an sich an eine Menge anderer… Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Zum einen freue er sich, dass die AfD bei der Kommunalwahl im September von allen Stadt- und Gemeinderäten einschließlich Kreistag in der Stadt Mechernich am schlechtesten abgeschnitten hätte. Zum anderen sei er aber entsetzt darüber, wie eine andere ebenfalls politisch äußerst schwache Gruppierung im Mechernicher Stadtrat mit der Parole „Für uns Heimat“ und wahrheitswidrigen Behauptungen und Kampagnen auf Wählerfang gegangen sei.

„Deren Bürgermeisterkandidat hat in dieser unsäglichen Bleikampagne Behauptungen ohne einen Funken Wahrheitsgehalt aufgestellt – obwohl er bei der Informationsveranstaltung gewesen ist und hätte wissen müssen, dass sie so nicht stimmen.“

„Du hast es doch gewusst“, so Pühringer in seiner Volkstrauertagpredigt, in der er auch seiner Trauer über den Missbrauchsskandal und den Umgang seiner kirchlichen Vorgesetzten damit zum Ausdruck brachte. „Ihr habt es doch gewusst?!“, fragte der frühere Eifeldekan: „Oder habt Ihr gemeint, Ihr könnt einfach so tun, als sei nichts geschehen?!“

„Was habt Ihr mit Euren Talenten gemacht?“

Pühringer beließ es aber in seiner aufwühlenden Predigt nicht bei Vorwürfen gegen andere: „Auch ich muss mich fragen, was hast Du getan? Du weißt doch, Du hast den Auftrag »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst« Da kannst Du nicht einfach so tun, als ginge Dich das nichts an,,, So geht das nicht!“

Zum Schluss kam der Pfarrer von Mechernich auf seinen seit einem Jahr währenden Einsatz für Mittelmeerflüchtlinge zu sprechen: „Wir können uns nicht damit herausreden, wir hätten es nicht gewusst, dass da schon über 20.000 Menschen, Frauen und viele Kinder darunter, ertrunken sind…“ Das werde Gott uns nicht mehr abnehmen, wenn er Rechenschaft fordere eines Tages, was wir mit unseren von ihm verliehenen Talenten gemacht hätten.

„Das geht uns alle an! Wir haben es gewusst. Im Fernsehsessel zu sitzen und dem Elend in der Welt zuzuschauen, wird nicht reichen…“, so Pfarrer Erik Pühringer. Er forderte Engagement gegen Unrecht, Not und Weg-Gucken.

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Stille Kranz-niederlegungen: Stilles Gedenken zum Volkstrauertag und zur Zerstörung Jülichs am 16. November 1944

Jülich, 16.11.2020 – Im Jahr 2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie und der zur Eindämmung des Infektionsgeschehens verordneten Maßnahmen vieles anders als sonst. Auch das gemeinsame November-Gedenken und Erinnern an die Geschehnisse unserer Vergangenheit kann nicht im gewohnten Umfang bei Zusammenkünften an unterschiedlichen Orten in unserer Stadt stattfinden.

Dies betrifft leider auch die in jedem Jahr stattfindenden Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag und das gemeinsame Gedenken an die Zerstörung unserer Stadt am 16. November 1944. In diesem Jahr finden daher auf dem Ehrenfriedhof in Jülich, auf den Friedhöfen in den Ortsteilen und am Gedenkstein auf dem Schlossplatz stille Kranzniederlegungen statt.

Heute, am Vorabend des Volkstrauertages, habe ich mich mit einigen wenigen Vertretern auf dem Ehrenfriedhof in Jülich getroffen, um dort in stillem Gedenken die Kränze niederzulegen.

Ich begrüße Sie nun virtuell anlässlich des Volkstrauertags.

Dieser Tag der „nationalen Trauer“ ist den Opfern von Krieg und Gewalt gewidmet und zugleich der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.

Wolfgang Schneiderhahn, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. lenkt in seinem diesjährigen Geleitwort den Blick auf den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges:

„Ab dem 8. Mai 1945 schwiegen in Europa die Waffen, vier Monate später dann auch in Asien – endlich. Der Zweite Weltkrieg kostete zwischen 60 bis 70 Millionen Menschenleben, viele von ihnen erst in den letzten Kriegsmonaten.

Diese Toten der letzten Kriegstage wurden bei hastigen Rückzügen oder nach katastrophalen Bombardierungen oft nur notdürftig bestattet oder sie blieben in den Ruinen verschüttet. Noch heute werden sie gefunden, geborgen und auf Kriegsgräberstätten umgebettet. Noch heute bekommen ihre nunmehr selbst schon betagten Kinder und Enkelkinder Gewissheit über den Todesort ihrer Verwandten.

Von Berlin aus wurde dieser Vernichtungskrieg mit seinen beispiellosen Verbrechen gegen die Menschheit bereits lange vor 1939 geplant und ohne jede Rücksicht losgetreten. Und bis hierhin, gewissermaßen bis zum letzten Meter dieser schon weitgehend verwüsteten Hauptstadt, mussten die Alliierten in einem immensen Kraftakt die nationalsozialistische Aggression zurückschlagen.

Bis zuallerletzt wurden Juden, Sinti und Roma oder Zwangsarbeiter auf Todesmärschen umgebracht, inhaftierte NS-Gegner, aber auch viele einfache Soldaten und Zivilisten wegen angeblicher „Wehrkraftzersetzung“ noch hingerichtet. Daher war das Kriegsende für die überlebenden NS-Verfolgten in einem existenziellen Sinne eine Befreiung. Nicht wenige waren in Deutschland trotz ihrer ungewissen Zukunft erleichtert über das Ende der furchtbaren Bombennächte und aussichtslosen Kämpfe.

So gewaltvoll dieser Krieg in Deutschland endete, war er doch die Folge eines erbarmungslosen Machtanspruchs, der von weiten Teilen zuvor bejubelt worden war. Und der noch viel größere Verheerung über den Kontinent gebracht hatte: in Rotterdam und Coventry, in Distomo, Fivizzano oder der Finnmark sowie am schlimmsten in Mittel- und Osteuropa.

Gerade in diesem Teil Europas bedeutete das Kriegsende kein sofortiges Ende der Gewalt. Flucht und Verfolgung trafen nun Deutsche ebenso wie viele andere Menschen in der Region. Ganze Landstriche blieben lange versehrt. Unter der europäischen Teilung im Kalten Krieg litten die Menschen in Mittel- und Osteuropa abermals besonders schwer.

Der 8. Mai 1945 war zugleich der Beginn eines Aufbruchs, wenn auch zaghaft und entbehrungsreich. So entwickelte sich in Westeuropa ein einmaliges Friedens-, Freiheits- und Wohlstandsmodell. Der Weg im Osten war steiniger, erst die weitgehend friedlichen Revolutionen von 1989 und die europäische Integration überwanden diese Trennung. Allerdings rissen nun lang unterdrückte historische Wunden wieder auf, es kam zu einem neuen alten Krieg auf dem Balkan. Seit 2014 findet ein Krieg – oftmals vergessen – mitten in Europa, in der Ukraine, statt.

Die Generation, die die ersten schweren Schritte zum europäischen Wiederaufbau gegangen ist, hat den Krieg noch in jungen Jahren erlebt. Angst vor Tod und Verfolgung, Zerstörung und Hunger, der Verlust von oft weit entfernt und einsam verstorbenen Angehörigen – das waren die Erfahrungen einer ganzen Generation.

Diese Menschen wissen, was Krieg, aber auch was Frieden und Freiheit bedeuten und wie Zusammenhalt durch Zeiten voller Not führt. Gerade in diesem Gedenkjahr zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, im Zeichen der Corona-Pandemie, sollten wir ihnen beistehen und zuhören, so gut es bei den notwendigen Beschränkungen geht. Ihre Erinnerungen an jüngere Generationen weiterzugeben, könnte nicht friedensstiftender sein und ist uns Auftrag an diesem Volkstrauertag und darüber hinaus.“

Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, diese Themen immer wieder öffentlich zu machen und diesen Dialog fortzuführen.

In diesem Corona-Jahr 2020 ist das gemeinsame Erinnern und Gedenken schwierig. Mit Ihrem Interesse und Ihrer Aufmerksamkeit, sind Sie dennoch Teil dieses Dialogs geworden. Sie gehören damit zu den Menschen, denen bewusst ist, dass die Erinnerung eine wichtige Voraussetzung für eine friedliche Gegenwart und Zukunft ist.

Dafür danke ich Ihnen herzlich!

Aufgrund der Corona-Pandemie erfolgte die stille Kranzniederlegung im kleinen Kreis am Samstag, 14.11.2020 um 16.00 Uhr auf dem Ehrenfriedhof Jülich.Teilnehmende u.a.:

Bürgermeister Axel Fuchs
Beigeordneter Martin Schulz
Pfarrer Konny Keutmann
Oberstleutnant Michael Kommoss, Bundeswehr
Harald Bleser, Sozialverband VdK

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Volkstrauertag Mechernich in reduzierter Form – Bundeswehr und Vereinskartell legten Kränze ohne Publikum und Musik nieder

Mechernich, 16.11.2020 – Eigentlich hätte in diesem, Jahr Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo, die Ansprache zum Volkstrauertag in Mechernich halten sollen. Doch wegen des allgemeinen Corona-Lockdowns fielen die sonst gut besuchten Feierlichkeiten am Ehrenmal an der Alten Kirche dieses Jahr aus.

Was nicht bedeutete, dass 2020 nicht der Kriegs- und Gewaltopfer am Bleiberg gedacht worden wäre. Dirk Hagenbach, Oberstleutnant und neuer Standortältester der Bundeswehr in Mechernich, teilte dem Mechernicher Vereinskartellvorsitzenden Marcel Hembach wenige Tage vorher mit, dass er und Standortfeldwebel Rainer Paulsen in aller Stille Kränze für die Kriegs- und Naziterroropfer auf dem Soldatenfriedhof Oberreifferscheid und am Ehrenmal in Mechernich niederlegen wollten.

Dirk Hagenbach und Rainer Paulsen grüßten an der Stelle, an der sonst die Bergkapelle das Lied vom Guten Kameraden und die Nationalhymne intoniert, militärisch. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Das haben wir zum Anlass genommen, ebenfalls mit ganz kleinem Personal mitzumachen und ebenfalls einen Kranz für unsere in Krieg und Diktatur umgekommenen Mitbürger niederzulegen“, erklärten Marcel Hembach und sein Stellvertreter Wolfgang Weilerswist dem Mechernicher „Bürgerbrief“.

Kurze berührende Zeremonie

Am Sonntagvormittag um 10.20 Uhr kam es dann am Ehrenmal an der Alten Kirche zu einer kurzen berührenden Zeremonie, in deren Verlauf zunächst Marcel Hembach in Feuerwehruniform und Ex-Offizier Wolfgang Weilerswist im Dress des Mechernicher Vereinskartells einen Kranz aufstellten und dann die Bundeswehrangehörigen Dirk Hagenbach und Rainer Paulsen. Der Oberstleutnant und der Stabsfeldwebel grüßten an der Stelle, an der sonst die Bergkapelle das Lied vom Guten Kameraden und die Nationalhymne intoniert, militärisch.

Im anschließenden Sonntagsgottesdienst der katholischen Zentrumspfarrei St. Johannes Baptist predigte Pfarrer Erik Pühringer, man könne und werde den Volkstrauertag nicht im Wortsinn wegen Corona „ausfallen“ lassen. Er forderte die Gottesdienstbesucher auf, irgendwann am Volkstrauertag oder in der kommenden Woche von sich aus und allein die Gedenkstätten zu besuchen und der Toten von Krieg, Gewalt und Terror zu gedenken.

Er selbst beschäftigte sich in einer kritischen und politischen Predigt mit den aktuellen Verhältnissen in Stadt und Land – und zog einmal mehr gegen die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zu Felde, in deren doppelbödigen Auftreten er Parallelen zu den frühen Nazis in der Weimarer Republik zu erkennen glaubt.

„Erst schüren sie mit einfachen und simplen Parolen Unruhe, um sich dann selbst als Ordnungsmacht aufzuspielen,“ sagte Pastor. Er freue sich, dass die AfD bei der Kommunalwahl am 13. September nirgendwo im Kreisgebiet so schlecht abgeschnitten habe wie in Mechernich.

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Schweigeminute in Mayen zur Reichspogromnacht am 09. November

Mayen, 16.11.2020 – Ein Datum und ein Ereignis, die heute noch untrennbar miteinander verbunden sind: Die Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 hat als „Reichspogromnacht“ in der ganzen Welt traurige Berühmtheit erlangt. Gewalt gegen jüdische Mitbürger und deren Hab und Gut waren nur der Anfang für eine Verfolgung von Menschen, die auch im Rückblick nach weit über 50 Jahren noch unerklärlich erscheint. Gemeinsam mit Frau Kashdan, Vorstandsmitglied der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, hielt Oberbürgermeister Dirk Meid eine Scheigeminute am Denkmal für jüdische Mitbürger in der Bürresheimer Straße ab.

„Trotz der Corona-Pandemie gibt es Geschehnisse, die einfach nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Hierzu gehört für mich die Reichspogromnacht, die als äußerst negativer Meilenstein in die deutsche Geschichte eingegangen ist“, so Oberbürgermeister Dirk Meid.

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Stille Kranzniederlegung am Volkstrauertag in Sinzig-Bad Bodendorf

Sinzig-Bad Bodendorf, 16.11.2020 – Die alljährliche Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof Sinzig-Bad Bodendorf fand in diesem Jahr als stille Kranzniederlegung statt. Der Erste Beigeordnete Horst Gies, MdL, in Vertretung für Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Bürgermeister Andreas Geron, Brigadegeneral Dag Baehr, Kommandeur Kommando Strategische Aufklärung Grafschaft-Gelsdorf, Heinz-Wilhelm Schaumann, Kreisvorsitzender Sozialverband VdK, und Bettina Hörter, Bezirksgeschäftsführerin Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Koblenz-Trier, gedachten gemeinsam der Opfer von Kriegen und Gewalt. Dechant Frank Klupsch und Pfarrerin Kerstin Laubmann sprachen im Wechsel das Totengedenken.

Wegen der Corona-Pandemie fand die zentrale Gedenkstunde des Kreises Ahrweiler ohne Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Auf öffentliche Reden und einen musikalischen Rahmen wurde aus Gründen des Infektionsschutzes ausdrücklich verzichtet.

Der Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf gehört – auch wegen seiner Nähe zur geschichtsträchtigen Brücke von Remagen – zu den bekanntesten Gedenkstätten des Landes. Hier liegen über 1000 Soldaten begraben, die im Frühjahr 1945 die letzten Kriegswochen in den sogenannten Rheinwiesenlagern in der „Goldenen Meile“ zwischen Remagen und Sinzig nicht überlebt hatten.

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Stadt Schleiden bleibt in finanzieller Hinsicht weiterhin auf Kurs –Einnahmeverluste und Mehraufwendungen durch Corona-Pandemie

Schleiden, 16.11.2020 – Ein Haushalt mit vielen Unbekannten. Der Erste Beigeordnete und Stadtkämmerer der Stadt Schleiden, Marcel Wolter, legte dem Schleidener Stadtrat am 12. November den siebten ausgeglichenen Haushaltsentwurf für das Jahr 2021 mit einem Überschuss von 11.300 Euro im Ergebnishaushalt vor und bestätigt damit die insgesamt positive aber auch notwendige Entwicklung der Haushaltslage der Stadt Schleiden.

Die Steuerhebesätze bei den Grund- und Gewerbesteuern werden beibehalten. Zudem bleibt das Leistungsangebot der Stadt Schleiden sowohl in der Verwaltung als auch beim Bauhof uneingeschränkt bestehen. In den Bereichen Wirtschaftsförderung und Ordnungswesen wird aufgrund der Corona-Pandemie mit erhöhtem Verwaltungs- und Betreuungsaufwand gerechnet. Ebenso ist vorgesehen, den IT-Service der Stadtverwaltung im Hinblick auf die weitere Digitalisierung in den städtischen Schulen zu stärken.

Finanzielle Folgen der Corona-Pandemie

Die wohl größte Unbekannte im Haushaltsentwurf sind die vielen, nicht kalkulierbaren finanziellen Auswirkungen und Folgen der Corona-Pandemie. „Wie hoch die Einnahmeverluste und die Mehraufwendungen aufgrund der Pandemie im Jahr 2021 sein werden, ist völlig offen“, so Wolter in seiner Haushaltsrede.  Im Bereich der Gewerbesteuer sowie der Anteile der Einkommenssteuer und der Umsatzsteuer sieht die Planung 2021 einen Rückgang von über 0,5 Millionen Euro zu den Planzahlen 2020 vor. Hinzukommen Mindererträge bei den Fremdenverkehrs- und Kurbeiträgen sowie „coronabedingte“ Mehraufwendungen.

Deswegen habe man von der haushaltsrechtlichen „einzigartigen“ Möglichkeit Gebrauch gemacht und einen außerordentlichen Ertrag in Höhe von 500.000 Euro im Haushaltsplan 2021 eingeplant. Diese „Luftnummer“, so wie Wolter sie in seiner Haushaltsrede nennt, neutralisiert die prognostizierten Belastungen aus der Corona-Pandemie, zumindest rein rechnerisch. Damit wird die Genehmigungs-fähigkeit der Haushaltssatzung 2021 und damit die Handlungsfähigkeit der Stadt Schleiden abgesichert.

 Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden ist eine der größten Investitionsmaßnahmen der nächsten Jahre

In der Finanzplanung 2021 bis 2024 ist vor allen Dingen der Neubau bzw. die Wiederherstellung des Städtischen Johannes-Sturmius-Gymnasiums vorgesehen. Dennoch werden weitere größere Investitionsmaßnahmen, wie beispielsweise der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Herhahn, die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Digitalpakt Schulen, der Bau des Sportparks Schleiden und der Neubau der Brücke in Oberhausen eingeplant. Die Vorgaben des „alten Stadtrates“, wie das Investitionsprogramm für die freiwillige Feuerwehr (Brandschutzbedarfsplan) und das Fahrzeugkonzept für den Bauhof, wurden ebenfalls in den Haushaltsentwurf 2021 übernommen.

Über 40 Prozent der gesamten Erträge fließen in sogenannte „Umlageverbände“

Mit der Kreisumlage, die mit ca. 11,4 Millionen Euro kalkuliert wurde, leitet die Stadt Schleiden knapp 34 Prozent ihrer gesamten Erträge von rund 34,3 Millionen Euro an den Kreis Euskirchen weiter. Hinzu kommen weitere Umlagen an den Sonderschulzweckverband, den Musikschulzweckverband und den Wasserverband Eifel-Rur, so dass über 40 Prozent der gesamten Erträge an Kreis und Verbände fließen.

Der neu gewählte Stadtrat hat nun die Aufgabe, sich mit dem Haushaltsentwurf zu beschäftigen. Dazu stehen in der kommenden Woche u.a. Beratungen in einer Arbeitsgruppe an. Im weiteren Verlauf wird der Haushaltsentwurf 2021 in der kommenden Sitzungsfolge wieder auf der Tagesordnung stehen.

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Vereinte Nationen zeichnen Mechernicher Schule für ihr außergewöhnliches Engagement zur „Biologischen Vielfalt“ aus

Mechernich, 16.11.2020 – Es gibt sie, diese kleinen Oasen, wo die Natur noch Natur sein darf und sogar gemeinhin als Unkräuter diffamierte Pflanzen ungehindert sprießen dürfen. Die Rede ist vom Naturgarten des Mechernicher Gymnasiums Am Turmhof (GAT). Das mit großem Engagement geführte Projekt von den beiden GAT-Lehrerinnen Heidrun Schwarthoff und Maria Abschlag wurde jüngst von der UN-Dekade für Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

„Unser Ziel ist, möglichst viele und vor allem junge Menschen für den Schutz der Biodiversität, also den Artenreichtum von Tieren und Pflanzen zu begeistern“, erklärt Andreas Maikranz, der MINT-Koordinator der Schule, in dessen Bereich auch der Naturgarten und damit auch die nachhaltige und naturnahe Bildung am GAT fällt.

Fünf Bienenvölker hat das GAT im Garten. Die Schüler, die sich um die Insekten kümmern, erklärten, was sie schon über die fleißigen Bienen gelernt haben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

In dem Garten, in den die Schüler sogar von manchen Klassenzimmern aus, einen direkten Blick hineinwerfen könne, sieht es tatsächlich ein bisschen wild aus. Das besagte (Un)-Kraut ist umgeben von blühenden Wiesenblumen und Wildstauden. Alte Apfelbaumsorten wachsen und gedeihen in direkter Nachbarschaft. Bienen summen zu später Herbststunde noch herum. Von dem Design eines englischen Rasens, von streng angelegten Beeten oder Ziersträuchern ist dieses Areal weit entfernt.

„Ein Garten muss nicht ordentlich sein“

Ganz bewusst, so Schwarthoff: „Wir wollten mit dem Projekt den Kindern zeigen, dass ein Garten nicht so ordentlich sein muss.“ Denn im GAT-Garten setzt man andere, wichtigere Prioritäten. „Mut zur Wildnis“, lautet das Credo, dass man sich als Nationalparkschule vom nahegelegenen Nationalpark Eifel zu Herzen genommen hat und umsetzt, damit sich möglichst viel Fauna und Flora angezogen und wohl fühlt.

Das GAT wurde jüngst von den Vereinten Nationen für seinen Naturgarten ausgezeichnet. Darüber freuen sich besonders: Micha Kreitz (Schulleiter), Andreas Maikranz (MINT-Koordinator) und Heidrun Schwarthoff (Leiterin des Naturgartens). Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Wir lassen zum Beispiel in bestimmten Ecken Brennesseln und Disteln stehen, weil sie für verschiedene Insekten sehr wichtig sind“, erklärt Heidrun Schwarthoff und Maria Abschlag ergänzt: „Wir mähen die Wiese höchstens zweimal im Jahr, weil eine Mahd immer eine Katastrophe für den Insektenbestand ist.“ Außerdem bleibe immer ein Teil der Wiese stehen, damit die Insekten einen Rückzugsort haben. Verblühte Blumen bleiben im Winter stehen.

Lehrerinnen haben Imkerausbildung absolviert

Die AG, in der sich die Schüler um den Naturgarten kümmern, erfreut sich großer Beliebtheit. Aktuell zählen die Verantwortlichen rund 20 Kinder, die sich engagieren. Seit zwei Jahren kümmert sich die AG auch um Bienenvölker. Beide Lehrerinnen haben dazu eigens eine Imkerinnen-Ausbildung absolviert und hoffen, die Schüler für diese für das Ökosystem wichtigen Tiere zu begeistern.

Sie unterstützen das Projekt finanziell: Der GAT-Förderverein mit der Vorsitzenden Marion Berend (l.), sowie die Kreissparkasse Euskirchen hier mit Alexandra Neamtu. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress.

„Zusammen mit den Schülern ernten wir den Honig und pflegen die Bienen“, so Schwarthoff. In einem extra hergestellten Schaukasten können die Schüler die fleißigen Völker genau beobachten und auch, was die Königin so macht. Fünf Honig-Bienenvölker hat die Schule bereits. Doch auch die Wildbienen werden nicht vergessen, denn für sie haben die Schüler eine ganze Reihe Insektenhotels aufgestellt. Eine weitere Sandkiste bietet Heimat für Sandbienen.

Die vorhandene bunte Pflanzenvielfalt will man mit der Zeit noch weiter ausbauen. „Man muss auch Geduld haben, wenn man einen Naturgarten aufbauen will“, so Abschlag.

Jennifer Thelen von der biologischen Station lobt den Naturgarten am Rande der Verleihung der Auszeichnung als „sehr unterstützenswertes Projekt“. Es sei „unglaublich wichtig“, dass Lehrerinnen und Lehrer das Wissen an die Kinder weitergeben. Die Biologische Station hatte die Schule auch beraten bei der Auswahl alter Apfelbaumsorten und der Anlage einer Streuobstwiese.

Keine Eintagsfliege

Andreas Maikranz hob in seiner Ansprache aber auch hervor, wie wichtig ein solches Naturschutz-Engagement der Schule sei. Als Biologie-Lehrer habe er leider feststellen müssen, dass das Wissen über Tier und Pflanzenarten in den vergangenen Jahren enorm zurückgegangen sei, weil die Themen immer mehr von den Lehrplänen verschwinden. „Viele wissen gar nicht mehr wie der Baum heißt, der vor der Türe steht“, warnt er und fügt hinzu: „So soll unser Projekt vor allem dazu beitragen, dass dieses Wissen über die Biodiversität zunimmt – in allen Generationen.“ Die Auszeichnung freue ihn daher ganz besonders

Schulleiter Micha Kreitz verwies, dass der Naturgarten keine Eintagsfliege sei. „Nachhaltigkeit sollte eigentlich unser Jahresthema sein.“ Mit dem Franken-Gymnasium sei dazu bereits eine Kooperation vereinbart gewesen, die man dann Corona-bedingt habe absagen müssen. Außerdem bestehe schon lange eine enge Zusammenarbeit mit dem Kölner Zoo und dem Nationalpark Eifel, damit die Schüler in weiteren Projekten mehr über Artenvielfalt erfahren können.