Vor dem Euskirchener Kreishaus überreichte Landrat Markus Ramers (m.) im vergangenen Jahr 1.00 Euro Jugendpreis-Geld der „Lions Clubs“ an (v. r.) Pfarrer Erik Pühringer und Larissa Räuchle (in blau) von der Jugendgruppe der GdG St. Barbara Mechernich und 500 Euro an die Schülerschaft der Clara-Fey-Schule Schleiden. Archivbild: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich/Kreis Euskirchen – „Lions Clubs“ Bergheim, Brühl, Euskirchen-Veybach, Euskirchen-Nordeifel, Kerpen und Voreifel bieten 1.500 Euro – Engagement von einzelnen Kindern und Jugendlichen, Jugendgruppen oder Schulklassen gesucht. „Wollen Sie, dass sich Ihre Schülerinnen und Schüler karitativ und sozial engagieren?“, fragen die „Lions Clubs“ von Bergheim bis Euskirchen, von Brühl bis in die Nordeifel, beispielsweise Lehrer aus Mechernich und dem gesamten Kreis Euskirchen. Denn die wohltätigen Clubs vergeben in diesem Jahr erneut einen gemeinsamen Jugendpreis.
„Mit ihm soll karitatives oder soziales Engagement von einzelnen Kindern und Jugendlichen, Jugendgruppen oder Schulklassen aus dem Einzugsbereich der oben genannten Lions Clubs honoriert werden“, erklärt „Lions-Chairman“ Dr. Heinz Dahlmann. Das Preisgeld in Höhe von 1500 Euro soll schließlich dem Projekt zugutekommen, dem das Engagement gilt.
„Rädermarkt“ räumte ab
Im vergangenen Jahr ging der erste Platz mit 1.000 Euro an ein Projekt der Jugendgruppe der GdG St. Barbara Mechernich: den „Rädermarkt“. Den Erlös verwenden die christlichen Weltenbummler zusammen mit anderen Erlösen aus Arbeiten und Tätigkeiten, die sie im Vorfeld gegen kleines Geld und Spenden verrichten, für ihre Reisen zu den Weltjugendtagen. Die Schülerschaft der Clara-Fey-Schule Schleiden erhielt indes 500 Euro für ihr Engagement.
Kandidatinnen und Kandidaten können sich für diesen Preis selbst bewerben, aber auch von anderen Personen vorgeschlagen werden. Zur Bewerbung gehört eine Beschreibung des Projektes und des Engagements unter Berücksichtigung der Ziele, Geschichte, des gegenwärtigen Standes sowie der weiteren Planung.
Die Bewerbungsunterlagen kann man bis Montag, 15. April, in einer PDF-Datei per Mail an dahlmannljpz14@t-online.de senden. Nach sorgfältiger Prüfung aller Einsendungen wird der Preis für das beste Engagement oder Projekt schließlich von einer Jury vergeben.
Nach der Hochwasserkatastrophe 2021 war auch die Eifelstrecke, die durch Mechernich führt, stark beschädigt worden. Hier sollen die Wiederherstellungsarbeiten bald beendet sein. Bis Ende 2026 will man die Strecke darüber hinaus gänzlich elektrifizieren. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – Elektrifizierung der Eifelstrecke ab Juni – Die Deutsche Bahn (DB) repariert derzeit drei durch die Hochwasserkatastrophe 2021 zerstörte Eisenbahnstrecken: die „Erfttalbahn“, „Voreifelbahn“ und „Eifelstrecke“. Letztere verläuft auch durch Mechernich, weiter über Nettersheim bis Trier-Ehrang in Rheinland-Pfalz. Sobald die Arbeiten beendet seien, werde darüber hinaus jede Strecke voll elektrifiziert. Dies geschehe laut DB wohl bis Ende 2026 – für „umweltschonende Elektromobilität auf der Schiene“.
Doch erst einmal gilt es, sämtliche Streckenteile wieder voll befahrbar zu machen. Den Eifelstrecken-Abschnitt zwischen Euskirchen und Nettersheim werde man wohl im zweiten Quartal 2024 fertigstellen können. Zum bisherigen Fortschritt schriebt die Bahn: „In den letzten Wochen und Monaten hat die DB gemeinsam mit den Baufirmen ein enormes Baupensum für den Wiederaufbau der Strecke geschafft.“
So haben die Bautrupps beispielsweise Bodenverbesserungen im Gleisuntergrund auf dem gesamten Abschnitt zwischen Kall und Nettersheim abgeschlossen. Sämtliche „Schlammstellen“, die tief im Untergrund für eine schlechte Gleislage gesorgt hätten, sind damit beseitigt. Weitere Fortschritte könne man in Nettersheim selbst, bei einer neuen Stützwand in Sötenich, einer neuen Brücke in Urft, und einem neuen Bahnsteig in Steinfeld verzeichnen. Auch der Bau neuer Entwässerungsanlagen und einer Kabeltiefbauanlagen für ein neues Stellwerk in Euskirchen liefen bereits.
45 Millionen Euro für Wiederaufbau
Die Wiederherstellung des Bauabschnittes zwischen Mechernich und Kall war bereits im Juni 2022 fertiggestellt worden. Auf der gesamten Eifelstrecke investierte man rund 45 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln, darin enthalten sind Wiederaufbau und Instandsetzung von 17 Bahnübergängen, der Austausch von 40.000 Tonnen Gleisschotter, eine „qualifizierte Bodenverbesserung zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit des Bahndamms“ sowie die Instandsetzung der Entwässerungsanlagen.
„Leider haben aber die anhaltend starken und dauerhaften Regenfälle seit vergangenem Herbst, die in weiten Landesteilen auch wieder für Überschwemmungen gesorgt haben, die Bauarbeiten erschwert. Auch Frost, Eis und Schnee haben dafür gesorgt, dass einige Arbeiten später als geplant gestartet sind – beispielsweise Betonierarbeiten“, so die deutsche Bahn. Zusätzliche Herausforderungen für die Bautrupps waren Blindgänger-Funde.
220 Millionen Euro für Elektrifizierung
Gleichzeitig laufen aber auch die Planungen für die Elektrifizierung der Eifelstrecke bereits auf Hochtouren. Damit Ende 2026 die Voraussetzungen dafür geschaffen sind, dass auf der Strecke umweltfreundliche Elektrozüge unterwegs sein können, will die DB mit den Bauarbeiten „schnellstmöglich starten“. Dazu liefen derzeit wichtige Detailabstimmungen mit den Baufirmen, Planern, Aufgabenträgern und allen anderen Beteiligten. Bauvorbereitende Arbeiten sollen dann im Juni dieses Jahres beginnen.
Entlang der Eifelstrecke betragen die Gesamtinvestitionen von Bund und Land stolze 220 Millionen Euro (in NRW). Darin enthalten sind auf den 164 Kilometern Streckenlänge eine neue Oberleitungsanlage auf 65 Kilometern mit zwei 25-kV-Verbindungsleitungen, 1.500 neue Maste inklusive Gründung, 130 Kilometer Kettenwerk und Fahrdraht, der Neubau der Brücke „Zum Sommerberg“ sowie eine Anpassung des Kaller Tunnels und der Betriebsstelle Euskirchen. Auch vier Bahnstromanlagen der „DB Energie“ (Investitionen in Höhe von rund 50 Millionen Euro) wolle man entlang der Strecke errichten.
Nach erfolgreichem Abschluss der Bauarbeiten werden auf der Eifelstrecke wie gewohnt die Nahverkehrslinien RB24, RE22 und RE12 fahren. „Sobald die DB an den notwendigen Genehmigungen und Entscheidungen einen »grünen Haken« hat, informiert sie zeitnah über den neuen Sachstand des Wiederaufbaus und der Elektrifizierung auf der gesamten Eifelstrecke“, resümierte der Konzern nun.
Sie genossen ihre Triumphfahrt durch Kommern in vollen Zügen: Prinz Jan I. (Jaeck), Bauer Marc (Schoeller) und Jungfrau Bärbel (Thomas Bank). Foto: Frank Schmitz/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Kommern – Kommerner Rosenmontagszug wurde zu einer fantastischen Triumphfahrt für Prinz Jan I., Bauer Marc und Jungfrau Bärbel – Straßen voller Menschen, überall freudestrahlende Kinder und ein Zoch, der mal wieder einiges zu bieten hatte. Die Kommerner machten den Höhepunkt der Session zu einer wahren Triumphfahrt für das Dreigestirn Prinz Jan I., Bauer Marc (Schoeller) und Jungfrau Bärbel (Thomas Bank). Die konnten sich über 750 angemeldete Teilnehmer sowie sage und schreibe 36 Gruppen freuen.
Eine gut gefüllte Ehrentribüne – unter anderem mit Kämmerer Ralf Claßen (hinten, v.l.), Erstem Beigeordnetem Thomas Hambach (etwas verdeckt) und Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Foto: Thomas Metzen/pp/Agentur ProfiPress
„Das ist soooo toll, was die Zugteilnehmer sich alles haben einfallen lassen, um uns diesen Tag zum schönsten unserer Session zu machen“, wird Prinz Jan I. in Kölnischer Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger zitiert. Er habe sich nachhaltig gerührt gezeigt, Bauer und Jungfrau sei es ebenso ergangen. „Heute wird gefeiert“, gab der Prinz dann die Marschrichtung für diesen Tag – ihren Tag – vor.
Das ließen sich die Kommerner Jecken natürlich nicht zweimal sagen und machten die Feier auf den schmalen Straßen des Ortes zu einem großen Fest. Ortsbürgermeister Rolf Jaeck gab pünktlich 14:11 Uhr den Startschuss und dann hieß es: Der Zooch kütt – und was für einer.
Strahlende Veedels-Clowns
„Ob mit Absicht oder per Zufall: Es war eine gute Wahl, die Veedels- Clowns um ihren Oberclown Dirk Hochgürtel als erste Gruppe marschieren zu lassen: Ihr Lachen und ihre herrlich bunten Kostüme setzten schon mal eine Marke“, schreibt Redakteur Michael Schwarz in seinem Bericht. Für die Widerholungstäter ist dann auch klar, dass sie auch 2025 wieder mit am Start sind.
Nach den Clowns kamen Wikingern, Dschungeltiere und Indianer, zahlreiche befreundete Karnevalsgesellschaften hatten sich ebenso angeschlossen. Mit dabei war ein Mechernicher Wagen mit Mitgliedern des Festausschusses Mechernicher Karneval, des KC Bleifööss und der Prinzengarde. Auch der KV Harzheim, die KG Seilbahnjecken aus Bergheim, die KG Strempt 1939 e.V., der KV Vussem samt Dreigestirn und die KG „Schwerfe bliev Schwerfe“ mit dem Prinzenpaar und drei weiteren Wagen waren mit am Start.
Die Bonbonfabrik „Cui Cui“ verschenkte selbst hergestellte Bonbons. Die Stammgäste waren die Heinzelmännchen (Sonnenhof) und die Clowns in Rot & Weiß (Feuerwehr Kommern). Für die musikalische Begleitung sorgten der Musikverein Eicks sowie der Tambourcorps Einigkeit Kommern.
Feiern, bis der Arzt kommt
Kein Wunder, dass die Kinder begeistert waren – auch von den Massen an Kamelle. Dazu beschrieb Redakteur Michael Schwarz eine besondere Geschichte: Denn das Team der Praxis Tils & Kastenholz sei als Gruppe Haribo mitgegangen – und machte alle Jecke froh. Cola-Fläschchen, Bärchen und Lakritze ließen sie ins Volk fallen – und das ohne schlechtes Gewissen: „Wir sind ja keine Zahnärzte“, wird Doc Maurits Tils im Zeitungsbericht der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft zitiert. „Es wird halt gefeiert, bis der Arzt kommt!!!“, hieß es dort weiter.
Auch auf der Ehrentribüne war die Begeisterung groß. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick war ebenso zugegen wie der Erste Beigeordnete Thomas Hambach, Kämmerer Ralf Claßen und Manuela Holtmeier, Teamleiterin Politik und Bürgermeisterbüro. Eine Zuschauerin auf der Tribüne meinte: „Die Kinder haben riesig Spaß an dem Umzug. Er ist mit Wagen und vielen Fußgruppen sehr abwechslungsreich und jede Gruppe ist so schön verkleidet.“
Laut mehrfacher Zuschauermeinung war besonders der Wagen „up-to-space“ einer der größten Hingucker des Kommerner Zochs. Dazu war in Kölnischer Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger zu lesen: „In ganz andere, jecke Sphären entschwebte die 30-köpfige Kommerner Gruppe um Michael Embgenbroich: Gewandet in silbernen Astronauten-Overalls, gefahren auf einem mit silber-magenta-farbenen Luftballons geschmückten Riesenwagen waren sie unterwegs. Einfach nur galaktisch! Ob wir sie jemals wiedersehen? Frühestens Aschermittwoch!“
Spontane Zugteilnahme
Eine weitere Gruppe hatte sich ganz spontan noch zur Zugteilnahme angemeldet. Noch am Sonntagabend ging bei Thomas Metzen das Telefon. Der Kommerner Zochleiter traute seinen Ohren nicht, schreibt Redakteur Michael Schwarz: „Da hatte sich noch eine Gruppe aus Zülpich angemeldet.“ Geht nicht, gibt’s nicht bei den Greesbergern. TÜV-Plakette am Wagen okay? Ja! Versicherung okay? Ja! „Also waren die Last-Minute-Zochteilnehmer aus Zülpich auch dabei“, ist im Bericht nachzulesen, der in den im Stadtgebiet Mechernich erscheinenden Tageszeitungen veröffentlicht wurde.
Und wer war noch dabei? Laut Zeitungsbericht ließen Nick Taubert und seine Freunde die Bässe hämmern: Die Hits der 80er und 90er hallten von ihrem Wagen aus durch den Ort – und lieferten sich einen Dezibel-Wettstreit mit den Rufen der Indianer um Diana Wilms, die mit 15 Teilnehmern durch die Straße zogen.
„Ob die Bauarbeiter um Laura Berndt oder die Kallmuther Schlümpfe um Bernd Fauser/Beate Schäfer; ob die Dschungel-Bewohner um Claudia Beyard oder die Apres-Ski-Fans der Maijugend – Kommere, ding Pänz und ihre Gäste sind so herrlich raderdoll“, lautete das Fazit in der Tagespresse.
Auch für Thomas Metzen war der Zoch am Ende ein voller Erfolg – auch weil alles so gesittet ablief. „Unser riesiges Dankeschön gilt den Gästen, die friedlich und vernünftig gefeiert haben, sowie den zahlreichen Unterstützern im Hintergrund mit dem Deutschen Roten Kreuz, dem Bauhof der Stadt Mechernich, der Polizei und allen Wagenengeln“, betonte der Zugleiter, der die Besucherzahlen auf etwa 20.000 schätzte. In Rundschau und Stadt-Anzeiger wird er schließlich wie folgt zitiert: „Was aber noch wichtiger ist: Alle waren glücklich, die Pänz hatten die Taschen voller Kamelle und es gab keine Zwischenfälle.“
In diesem Jahr wurden die Jecken vom Bonner Prinzenpaar Prinz Cornelius I. und Bonna Carina I. unterstützt. Foto: Gemeinde Wachtberg/ds
Wachtberg-Berkum – (Ober-)Bürgermeister Schmidt verteidigt Rathaus – Über zweihundert Uniformierte, Tanzgruppen, Bürgerinnen und Bürger erstürmten am Freitag vor der jecke Woche das Wachtberger Rathaus in Berkum. In diesem Jahr wurden die Jecken vom Bonner Prinzenpaar Prinz Cornelius I. und Bonna Carina I. unterstützt.
Cornelius Diehl ist gebürtiger Wachtberger und Geschäftsführer des gleichnamigen Wachtberger Dachdeckerunternehmens in Villip. Ohne eigene Tollitäten in der diesjährigen Session zeigten sich die organisierten Karnevalsvereine mit Bedacht angriffslustig. „Wir sind vorsichtig, schließlich ist der Bau ziemlich in die Jahre gekommen“, hieß es aus karnevalistischen Kreisen. Auf dem Dach des Rathauses in der ersten Etage nahmen Bürgermeister Jörg Schmidt, Beigeordneter Sven Christian und Kämmerin Beate Pflaumann das Wortduell mit den Gesellschaften auf. Nach fünfzehn Minuten wurde deutlich, dass nur mit Worten und Kamelle die Verteidigung aussichtslos sein würde. Das Streben der gut aufgestellten Karnevalsvereine, die „Macht“ über das Rathaus zu erlangen, war zu stark. Während eines Ablenkungsgefechts durchbrachen zahlreiche Karnevalisten die Absperrungen und nahmen Bürgermeister Jörg Schmidt im Rathaus in Gewahrsam. „Die bilateralen Gespräche über einen „Kamellewurf-Waffenstillstand“ und die Option auf „Friedensbützje“ durch die charmanten Karnevalistinnen konnten wir akzeptieren. Dies schmälert den Schmerz unserer jecken Niederlage“, resümierte dieser über die Verteidigungsstrategie seines Rathauses. „Uns ging es darum, dass wir mit Freude und Alaaf das Brauchtum und die damit verbundene Tradition weiter fortführen“, zeigte sich Schmidt trotz allem frohgelaunt.
Die Kulturbeauftragte der Gemeinde Wachtberg, Marlies Frech, zeichnete für das vierstündige Programm verantwortlich. Dabei waren die Kinder- und Jugendtanzgruppen der KG „Rot-Gold“ 1953 Niederbachem e.V., der KG „Grün-Gelb“ Fritzdorf 1968 e.V., des KV „Grün-Gold“ Gimmersdorf 1975 e.V., der KG „Gemütlichkeit Rot-Weiß“ Villip e.V., der KG „Rot-Gold“ 1953 Niederbachem e.V. und der KG „Hetzbröde“ Adendorf 1978 e.V. Traditionsgemäß sorgten die Berkumer Dorfmusikanten mit kölschen Liedern wieder für gute Stimmung. Für die Technik und die musikalische Begleitung der auftretenden Gruppen zeichnete Georg Merzbach verantwortlich. Die überaus leckere und gute Marschverpflegung kam von Michael Risch. Den Getränkeausschank übernahm der Mitarbeiter-Festausschusses des Rathauses.
Für den großen Lacher anlässlich des Rathaussturms sorgte der Prinzenführer des Bonner Prinzenpaares. Michael Kronenberg ernannte in seiner Moderation Wachtbergs Bürgermeister Jörg Schmidt „us de la meng erus“ zum Oberbürgermeister. Drei Mal Wachtberg Alaaf!!! (DS)
Dr Zoch kütt durch die menschengesäumte Bergstraße. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – Die Wolken war dräuend, aber die Sonne lachte Tausenden Zuschauern entlang des neuen Tulpensonntagszugwegs durch Mechernich – Schöne Atmosphäre und gute Laune bei Riesenfußgruppen von Communio und Pfarrgemeinde, auf Prunkwagen und auch bei Einzelkämpfern, darunter ein alemannisches Schnappviech.
An der Einmündung der Bergstraße in die Weierstraße knubbelten sich die Jecken zu Hunderten, mitten drin Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, sein Stellvertreter Günter Kornell und Dezernent Ralf Claßen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
An der Einmündung der Bergstraße in die Weierstraße, dort, wo das „neue“ Rathaus steht, knubbelten sich die Jecken zu Hunderten. Mitten drin im Gewühl Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, sein Stellvertreter Günter Kornell und Dezernent Ralf Claßen. Aber auch in der Friedrich-Wilhelm-Straße und in der Bergstraße säumten so viele Zuschauer wie schon lange nicht mehr den Mechernicher Tulpensonntagszug.
Kinder und Jugendliche verteilten Tulpen und „Strüßjer“ an die Bewohner des Kreuser-Stiftes, die man trotz dräuendem Wolkenhimmel im jecke Sunnesching an die Straße geschoben hatte. Auch die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft gegenüber klatschten begeistert in die Hände und filmten mit ihren Handys das in ihren Augen vermutlich exotisch anmutende Treiben auf der Straße.
Die Stimmung im Zug und am Zugweg war ausgezeichnet, die Atmosphäre locker bis ausgelassen. Vom Schwächeln oder gar Niedergang des Mechernicher Zugs wie in den letzten Jahren war keine Rede mehr. Allein Fußgruppe und Wagen des Sozialwerks der Communio in Christo zählte 120 Teilnehmer, die jungen „Rocker“ des Familienmesskreises der katholischen Pfarrgemeinde und des Caritas-Kindergartens waren 70 an der Zahl.
Menschenfischer vom „Angel-Verein“
Nicht weniger als 28 Hühner der Traditionsgruppe „Klüngelsbröder“ um Präsident Carlo Flaschentreher huschten durch Straßen und Gassen, „Blaumänn“ und Rotes Kreuz sowie die seit Existenz des Mechernicher Karnevalszuges mit ziehenden Clowns brachten es auf jeweils ein Dutzend fröhliche Zugmitmacher, die TuS auf zwei Dutzend Karneval feiernde Kicker.
Doch die Gruppenstärke ist es nicht allein, was einen auch sehr originellen Karnevalszug ausmachte. Dazu trugen als närrische Einzelkämpfer Pfarrer Erik Pühringer in Soutane vom „Angelverein 12 Jünger“ und Helmut Bucher mit einem selbstgebauten „Schnappviech“ bei, das seinen Ursprung weiter südlich in der alemannischen Fassenacht hat.
Dazu kamen eine ganze Reihe stattlicher Festkomitee- und Prunkwagen der Gesellschaften, denen das allen voranfahrende Kommerner Dreigestirn allerdings die Schau nahm. Schmerzlich wurde einem vor Augen geführt: Die Bleiberg-Metropole ist seit Jahren arm an Tollitäten. Jungfrau Thomas Bank, Bauer Marc Schoeller und Prinz Jan I. (Jaeck) von der anderen Seite des Altusknipp spiegelten aber auch das gute Verhältnis zwischen ihrer Karnevalsgesellschaft „Gressberger“ und den drei Mechernicher Karnevalsclubs Prinzengarde, „Bleifööss“ und Festausschuss Mechernicher Karneval wider.
Zugleiter Thomas Tampier strahlte angesichts der üppigen Fülle an Zugteilnehmern, 26 Gruppen und Wagen, und Tausenden Zuschauern von einem Ohrläppchen bis zum andern, sein Zugaufsteller Kevin Hembach hatte keine Probleme die Gliedmaßen des närrischen Lindwurms in die richtige Reihenfolge zu bringen und (fast) pünktlich gegen 14.11 Uhr in Bewegung zu setzen.
Tampier hatte, nachdem es zuletzt immer mal wieder deutliche Besucherlücken am Wegesrand gab, den Zugweg optimiert. „Das hat sich auf jeden Fall voll ausgezahlt“, sagte Silke Kratz vom Komiteewagen der Prinzengarde herab zu dem Reporter Thorsten Wirtz: „Das macht richtig Spaß, so viele begeisterte Jecke zu sehen!“
„Ohne Bauern kein Dreigestirn“
Rebekka Narres und die Jugendgruppe der Pfarre Mechernich eskortierten den Wagen des Festausschusses mit einer für den Karneval bemerkenswerten Bauernweisheit: „Ohne Bauer kein Dreigestirn“. Für klangvolle Begleitung im Zug sorgten die Bigband der Prinzengarde, der Musikverein St. Martin Eicks und die Musikfreunde Schwarz-Weiß 2012 aus Roggendorf.
Die „Blaumänn“ hatten mit dem Pendlerparkplatz Breitenbenden wieder ein lokales Thema persifliert – auch die Mechernicher Redaktion der Agentur ProfiPress bekam ihr Fett weg: Ausgerechnet Altkarnevalist Manni Lang hatte anlässlich der Sessionseröffnung am 11.11. geschrieben, in Mechernich würden die „Blaumänn“ wieder beim „Veilchendienstagszug“ an den Start gehen. Dass es in Wirklichkeit „Tulpensonntagszug“ heißt, war jetzt als Korrektur dieser „Zeitungsente“ auf der Zugmaschine der „Blaumänn“ zu lesen.
Noch länger mit von der Partie im Mechernicher Zug, nämlich seit den Anfängen in den 60er Jahren, sind die „Clowns“. Ansgar Richartz war schon an der Seite seines Vaters Bernd, dem „Clown met dämm Blöömche“, als Kind mit von der Partie. Auch die KG aus dem benachbarten Strempt zieht seit Menschengedenken mit durch Mechernich, ebenso die Communio in Christo, die diesmal mit 120 Teilnehmern eine sich bewegende „Beachparty“ darstellte.
Auch Schwester Lidwina und Generalsuperior Pfarrer Jaison Thazhathil waren mit Baströckchen und Sonnenbrillen zu sehen, ebenso Sonja Plönnes, die Heimleitung, und Zarlasht Azimi vom Blankenheimer „Haus Effatta“ der Communio sowie Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerkes. Auch zahlreiche Rollstuhlfahrer machten fröhlich mit. Inklusion ist im Mechernicher Karneval kein Fremdwort.
Mit schwerem Geschütz zwangen die Kanoniere der Blauen Funken Bürgermeister Ulf Hürtgen zur Heraushabe des Rathausschlüssels. Foto: Stadt Zülpich / Torsten Beulen
Zülpich – Bürgermeister Ulf Hürtgen übergab den Rathausschlüssel an Prinz Ralf I. – Auch in diesem Jahr hatten sich am Karnevalssonntag wieder viele Karnevalsbegeisterte auf dem Zülpicher Marktplatz versammelt, um der traditionellen Schlüsselübergabe beizuwohnen. Mit großem Gefolge marschierten die Corps der vier kernstädtischen Karnevalsgesellschaften in Richtung Innenstadt, um dort das Rathaus zu erobern. Bürgermeister Ulf Hürtgen, der vom Rathausbalkon gemeinsam mit dem Beigeordneten und Kämmerer Ottmar Voigt sowie den Vizebürgermeistern Silvia Wallraff und André Heinrichs dem Aufmarsch der Garden entgegensah, hatte wohl schon geahnt, dass er gegen eine derart geballte närrische Macht keine Chance haben würde.
Sein womöglich letztes Foto vom Rathausbalkon, bevor er seines Amtes enthoben wurde: Bürgermeister Ulf Hürtgen (v.r.) mit Prinz Ralf I. und seiner Prinzessin Anne-Marie. Foto: Stadt Zülpich / Torsten Beulen
Aber kampflos wollte der oberste Bürger der Stadt auch dieses Mal den Karnevalisten nicht das Rathaus überlassen. Das Wortgefecht mit Robert Frings, dem Präsidenten der Zölleche Öllege, hatte kaum begonnen, als bereits die erste Salve an Kanonenschüssen aus der Kanone der Blauen Funken über den Marktplatz gen Rathausbalkon flog. Kurzerhand – so schien es jedenfalls – trat die Rathausmannschaft den Rückzug an. Doch erobert war der Schlüssel noch lange nicht. Im Gegenteil: Nur Augenblicke später erschienen Hürtgen, Voigt und Co. als Panzerknacker aus dem Beamtenbunker verkleidet wieder auf dem Balkon und versuchten das aufgebrachte Volk mit Goldtalern milde zu stimmen. „Wir haben extra vorher noch die Gebührenbescheide verschickt, um die Stadtkasse aufzufüllen“, verriet Kämmerer Voigt und ließ es zusammen mit seinen Bandenkollegen Goldtaler regnen. Doch es half alles nichts, denn es folgte eine weitere Salve an Kanonenschüssen. Das war zuviel für die zwar tapfer kämpfende, aber letztlich in allen Belangen unterlegene Rathaus-Bande. Unter großem Jubel der Zuschauer musste sie kapitulieren und Hürtgen zähneknirschend den Rathausschlüssel an Ober-Öllege Frings übergeben.
Damit war der Weg frei für Prinz Ralf I. und sein Gefolge, das nun den Balkon enterte und den Rathausschlüssel entgegennahm. Sogleich verkündete die Zöllecher Tollität ihr närrisches Manifest: Unter anderem wurde Bürgermeister Hürtgen mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben und durch die prinzliche Mutter „Queen Mum“ ersetzt. Sie werde, so Prinz Ralf I., den Job zwischen neun und zwölf Uhr locker erledigen, „weil es um Viertelnachzwölf Mittagessen gibt“. Kämmerer Ottmar Voigt wurde angehalten, die Stadtkasse an des Prinzen Adjutanten und Finanzminister Michael Blumenthal zu übergeben, „der die verschwenderischen Ausgaben der Stadt Zülpich bis Aschermittwoch gnadenlos auf ein bisher nie dagewesenes Niveau anheben wird.“ Dass das Kölntor zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt und der Stadtrat durch Vertreter der Zülpicher Karnevalsvereine ersetzt wird, versteht sich angesichts dieser drastischen Maßnahmen fast von selbst.
Bevor es für die Karnevalisten im Rathaus noch „jet zo süffele on zo müffele“ gab, wurde auf Marktplatz und Rathausbalkon nach guter Tradition zu den Klängen der Zülpicher Stadthymne „In Zöllechs ahle Muure“ geschunkelt und getanzt.
Orden vom Dreigestirn und der Jugendprinzessin bekamen der neue Pfarrer Klemens Gößmann (3.v.l.) und Organist Stefan Kupp (2.v.r.) nach der Messe überreicht. Links Löstige-Bröder-Chefin Simone Saßmann. Foto: Reiner Züll
Kall – Erstmals die Mundartmesse der „Löstige Bröder“ zelebriert – „Et Trömmelche“ und „Echte Fründe ston zesamme“ – „Als Westfale bin ich kein typischer Karnevalist, ich mag ihn aber irgendwie und ich halte Humor für eine sehr wertvolle Gabe. Wie schön ist das Leben, wenn man herzhaft lachen kann“, hatte der neue Kaller Pfarrer Klemens Gößmann seinen Mit-Christen im ersten Pfarrbrief des neuen Jahres bezüglich des bevorstehenden Karnevals ins Gebetbuch geschrieben. Denn, auch nur schmunzeln zu können, mache das Leben schön. Leider aber sei Freude nicht so einfach planbar und zu „machen“, denn sie falle unter die spontanen Lebensäußerungen. „Doch uns innerlich so auszurichten, dass wir dafür offen und empfänglich sind, das können wir schon, und dann dankbar zu sein, wenn wir Freude erleben dürfen“, so Klemens Gößmann.
Eben diese Freude an den Karnevalstagen wünschte der Pfarrer den Kaller Jecken. Und Klemens Gößmann traut sich dabei auch als Westfale in den Eifeler Karneval: Am Karnevalssamstag zelebrierte erstmals er in der Pfarrkirche St. Nikolaus den traditionellen Karnevalsgottesdienst des KV „Löstige Bröder“.
Bereits im Januar hatte Klemens Gößmann bei der „Mess op Platt“ der Schevener KG „Die Jecke vom Hahnebömsche“ in der Schevener Kirche seine karnevalistische Feuertaufe bestanden, wobei er dabei in seinem Co-Zelebranten und Diakon Manni Lang, keinen besseren Lehrmeister hätte finden können.
Heute, am Karnevalssamstag, zelebrierte Pfarrer Klemens Gößmann nun auch erstmals in der Pfarrkirche St. Nikolaus die traditionelle Karnevalsmesse des KV „Löstige Bröder“ Kall, wobei er auf die bewährte Unterstützung der Möhnen Renate Schüttler und Elisabeth Keutgen, sowie des Organisten Stefan Kupp, selbst Mitglied der Löstige Bröder, setzen konnte. Unter dem Leitgedanken „Leben mit einer Maske“ hatten Pfarrer Gößmann und Stefan Kupp den Gottesdienst vorbereitet, während Renate Schüttler Fürbitten sprach und Elisabeth Keutgen eine Meditation zum Thema Maske vortrug.
In diesem Jahr kamen wieder viele Gottesdienst-Besucher kostümiert zur Messe, und auch der Altarraum war wieder karnevalistisch mit Luftballons und dem „Löstige-Bröder-Schal“ am Amber dekoriert. Die ersten Reihen waren den Prinzenpaaren, den Aktiven der „Löstige Bröder“, den Tanzgarden und den Möhnen reserviert, die in ihren Ornaten, Rotröcken und Möhnen-Outfits ein buntes Bild abgaben.
Beim Einzug der Karnevalisten un d der Tollitäten in die Pfarrkirche sangen die Gläubigen, wie schon seit vielen Jahren, den Karnevalshit „Un wenn et Trömmelche jeht…“ mit dem umgedichteten Refrain „un wenn de Kirchejlock schläät, dann stohn mer all parat, un mir trecke durch die Kirch und jeder hät jesaht: Kall Alaaf, Alaaf, Kall Alaaf“.
Als Lektorinnen agierten Renate Schüttler und Elisabeth Keutgen von den Möhnen des Vereins. Am Altar bot sich ein buntes Bild, als Jugendprinzessin Larissa I. (Mertens) und das Dreigestirn mit Prinz Michael I. (Schulz), Bauer Uwe II. (Walber) und Jungfrau Markus I. (Walker) die Fürbitten sprachen.
„Irgendwie im Leben sind wir alle Narren“ sprach Pfarrer Gößmann in seiner Predigt, die er mit einem „hätzlich Alaaf“ beendete. Er gab zu, als Westfale kein großer Karnevalist zu sein, aber „kneifen, das geht jetzt nicht“, so der Seelsorger.
Nach dem Abschlusssegen bedankte sich Löstige-Bröder-Chefin Simone Saßmann und Jugendprinzessin Larissa bei Pfarrer Klemens Gößmann und Organist Stefan Kupp mit Gesellschaftsorden und einem kräftigen „Kall Alaaf“. Und auch Prinz Michael I. übergab für das Dreigestirn den obligatorischen Orden. Als Abschlusslied stimmte Organist Stefan Kupp, einer alten Tradition folgend, den Höhner-Hit „Echte Gründe ston zesamme…“ an, bei dem alle Gottesdienst-Besucher kräftig mitklatschten. (Reiner Züll)
Und schon ist die Fahne wieder erobert: Ina Teuber (links) und Lara Blatt präsentiere die „Beute“, die der Bürgermeister jetzt erneut auslösen muss. Foto: Reiner Züll
Kall – Karnevalisten bliesen trotz Dauerregen zum Sturm auf das Rathaus – Schüsse aus der „Möckeflitsch“ zeigten erst spät Wirkung – Und die weiße Kapitulationsflagge wurde schon wieder stibitzt – Ergeben wollte sich Bürgermeister Hermann-Josef Esser beim Rathaussturm am Weiberdonnerstag auf keinen Fall, und deshalb riet er der, mit der Kanone „Möckeflitsch“ bewaffneten Prinzengarde des KV „Löstige Bröder“ wieder nach Hause zu gehen.
Die Prinzengarde zeigt kein Pardon: Mit der „Möckeflitsch“ wird der Beamtenbunker unter Beschuss genommen. Foto: Reiner Züll
Denn kurz hatte Esser den ersten Schuss aus der „Möckeflitsch“ als „Pupser“ bezeichnet. „Da hat wohl einen zu viel Erbsensuppe gegessen“, spottete der Bürgermeister vom Fenster des Ersatz-Rathauses an der alten Post herab. Doch aller Widerstand war zwecklos, am Ende wurde der Rathaus-Chef von der Prinzengarde in Handschellen gelegt und aus dem Verwaltungsgebäude geführt.
Vom Gasthaus Gier aus war der Karnevalsverein „Löstige Bröder“ unter Begleitung der Musikkapelle Kall zum Rathaus-Nebengebäude an der ehemaligen Post gezogen. Mit dabei das Dreigestirn, die Jugendprinzessin, die Rotröcke, die Prinzengarde, die Nachwuchs-Garde „Musketiere“, die Kallbachmücken und die Möhnen, die bei keinem Kaller Rathaussturm fehlen dürfen.
Am Ort der Erstürmung angekommen konnten die Löstige Bröder sich der Unterstützung ihrer Kollegen aus den Nachbarorten sicher sein. Die Vorstände und Tollitäten der KG „Kinderkarneval Sistig“, der „Süetenicher Schlipse“ aus Sötenich, der „Jecke vom Hahnebömsche“ aus Scheven und die „Jecke Krohe“ aus Wahlen, die in diesem Jahr ohne Tollitäten feiern. Mit dabei war auch das Dreigestirn der St. Nikolaus-Förderschule, um den Jecken aus dem Kaller Gemeindegebiet beim Vertreiben des Bürgermeisters aus seinem Beamtenbunker Hilfestellung zu leisten.
Das dies klappen würde, drohte Erik Hensch von den Sötenicher Karnevalisten dem Bürgermeister an. Die Schlipse hätten ein paar Sötenicher in die Verwaltung eingeschleust, die Esser notfalls runterwerfen würden. Doch Esser und dessen Mitarbeiter, die das Geschehen an den Fenstern der oberen Etage verfolgten, zeigten sich wehrhaft und einer Belagerung der Verwaltung gewachsen: „Ihr könnt uns so lange belagern wie ihr wollt, wir haben Lebensmittel in fester und flüssiger Form für eine ganze Woche“, so der Bürgermeister.
Während des Sturmes auf den Beamtenbunker herrschte Dauerregen. Für das schlechte Wetter machte Jungfrau Markus vom Kaller Dreigestirns den Bürgermeister verantwortlich, und er spottete: „Nicht mal das kriegst Du hin“.
Bevor die Prinzengarde dann ihre „Möckeflitsch“ zum Sturm auf den Beamtenbunker in Stellung brachte, legten die Kallbachmücken einen flotten Tanz auf den Asphalt des alten Posthofes.
Nachdem alle Appelle an Esser, sich zu ergeben, erfolglos geblieben waren, gab Löstige-Bröder-Chefin Simone Saßmann der Prinzengarde das Kommando „Feuer frei“. Doch der erste Schuss aus der Kanone Möckeflitsch“ war dann tatsächlich nur ein Pupser. Doch dann fütterte Kanonier Ron Chytry die Kanone mit stärkerer Munition. Über den zweiten Schuss lachte Esser, weil das Gebäude nur einen Kratzer abbekommen habe. Nach dem dritten Schuss sah er seinen Amtssitz allerdings in Gefahr, und er schwenkte die weiße Flagge, die er erst wenige Tage zuvor gegen eine Spende für den Karnevalsverein ausgelöst hatte, nachdem sie im vergangenen Jahr von Ina Teuber stibitzt worden war. „Das passiert in diesem Jahr nicht mehr“, verkündete der Bürgermeister lauthals: „Die wird gut überwacht“.
Von Gardisten wurde der Bürgermeister, im Bauern-Outfit mit gelben Gummistiefeln, in Handschellen gelegt und aus dem Gebäude geführt. Von den Handschellen befreit zeigte sich Hermann-Josef Esser als fairer Verlierer. Er verteilte Orden und griff selbst zum Tablett, um die Kaller Möhnen, die zuvor trotz Dauerregen ihren obligatorischen Möhnentanz gezeigt hatten, mit leckerem Wein zu versorgen.
Die letzten Schüsse der Kanonen waren noch nicht ganz verhallt, da gab es für das Rathaus-Team ein erneuter Schock. Essers Mannschaft, die die weiße Fahne vor einer erneuten Entführung schützen sollte, hatte kläglich versagt. Denn plötzlich waren es Ina Teuber und Lara Blatt, die auf dem Vorplatz der alten Post die vermeintlich gut bewachte Flagge als Siegestrophäe schwenkten. Esser wird sie nun vor dem Rathaussturm im nächsten Jahr erneut auslösen müssen. (Reiner Züll)
Auch Wittlich-Land feiert Altweiberfastnacht. Foto: Carina Alt-Linden
Wittlich – „Tagsüber Zirkus, abends Theater“ – unter diesem Motto entzogen die Möhnen von Wittlich-Land dem „Direktor“ Manuel Follmann pünktlich um 11.11 Uhr den Schlüssel des Chapiteaus.
Anschließend hieß‘ es Vorhang auf und Manege frei für das traditionelle Weiberdonnerstags-Programm des #teamwittlichland im Rathaus. Bei Musik, Tanz und Akrobatik wurde gemeinsam gefeiert.
Auch das Jülicher Rathaus wurde erstürmt. Foto: Stadt Jülich/Gisa Stein
Jülich – Pünktlich um 11.11 Uhr an Weiberfastnacht war es wieder so weit: zahlreiche Närrinnen und Narren stürmten das Jülicher Rathaus. Bereitwillig übergab Bürgermeister Axel Fuchs den Stadtschlüssel an Kinderpräsidentin Elisa Zimmermann von der KG Schnapskännchen Güsten. Sie übernahm mit Freude die Herrschaft über das Rathaus und feierte mit den Jülicher Jecken. Zahlreiche Jülicher Karnevalsgesellschaften boten mit ihren Gastauftritten im Rathaus beste Unterhaltung.
Unter dem Ordensmotto „Im Rathaus ist die Heizung kalt, denn dort ist alles morsch und alt“ sorgte auch in diesem Jahr der Personalrat mit Unterstützung zahlreicher Kolleginnen und Kollegen für das närrische Programm und das leibliche Wohl der Gäste.
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