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Blutkonserven werden knapp!

Region/Berlin – Spahn und BZgA rufen zur Blut- und Plasmaspende auf. Der Bestand an Blutkonserven hat sich aufgrund der Corona-Pandemie und aktuell auch wegen der Urlaubszeit stark verringert. Zusätzlich werden durch die Flutkatastrophe in einigen Regionen Deutschlands dringend Blutpräparate benötigt, um die vielen Verletzten versorgen zu können. Nach Auskunft von Blutspendediensten ist die Lage so gravierend, dass bereits die Reserven für Notfälle knapp werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ruft daher bundesweit zur Blut- und Plasmaspende auf.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Infrastruktur in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten teilweise so beschädigt ist, dass einige Blutspendedienste zurzeit keine Termine anbieten können. Spendenwillige sollten sich daher bei den Spendediensten nach möglichen Terminen erkundigen. Alternativ können sie auf Spendedienste in Regionen ausweichen, die nicht vom Hochwasser betroffen sind.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Blutspenden retten Leben. In den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten werden aktuell viele Verletzte versorgt, die dringend auf Spenderblut angewiesen sind. Gleichzeitig sind Blutkonserven auch wegen der Pandemie in Deutschland knapp geworden. Jede Spende hilft, das Leid der Menschen zu lindern und die Versorgung sicherzustellen. Darum nutzen Sie die Angebote der Blutspendedienste und gehen sie zur Blut- oder Plasmaspende!“

Prof. Dr. Martin Dietrich, Kommissarischer Direktor der BZgA, appelliert: „Angesichts des dramatischen Rückgangs bei den Blut- und Plasmaspenden bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger, die spenden können, dies auch zu tun. Damit leisten Sie einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der Patientenversorgung im gesamten Bundesgebiet und helfen ganz konkret auch denjenigen, die durch die Überflutungen verletzt wurden und dringend auf weitere Blutspenden angewiesen sind. Nur wenn sich genügend Menschen zur Spende bereiterklären, können notwendige Bluttransfusionen sichergestellt werden. Spenden Sie deshalb Blut und Plasma und vor allem: Spenden Sie jetzt!“

Blutkonserven und Blutprodukte sind nach schweren Unfällen, bei größeren Operationen oder zur Behandlung bestimmter Erkrankungen unverzichtbar. In Deutschland können Menschen im Alter von 18 bis 68 Jahren Blut spenden. Eine Blutspende älterer Spenderinnen und Spender ist nach individueller ärztlicher Entscheidung ebenfalls möglich.

In der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Sorge vor Infektionen haben Blutspenden noch mehr an Bedeutung gewonnen. Die Kriterien für eine Blut- oder Plasmaspende sind weiterhin unverändert. Spendenwillige ohne Krankheitssymptome können wie bisher Blut und Plasma spenden. Die umfassenden Hygienekonzepte in den Blutspendeeinrichtungen stellen sicher, dass für Spenderinnen und Spender kein erhöhtes Risiko für eine SARS-Cov-2-Ansteckung besteht.

Daher können alle, die sich gesund und fit fühlen, zur Blut- oder Plasmaspende gehen. Das medizinische Fachpersonal vor Ort überprüft routinemäßig den Gesundheitszustand der Spenderinnen und Spender. Auch nach einer Impfung gegen das Coronavirus ist eine Spende möglich. Viele Blutspendedienste erlauben eine Blut- oder Plasmaspende schon 24 Stunden nach der Impfung. Der Impferfolg wird durch die Blut- oder Plasmaspende nicht eingeschränkt.

Weitere Hintergrundinformationen zum Thema Blut- und Plasmaspende sowie eine Übersicht der Blut- und Plasmaspendedienste stehen zur Verfügung unter:

www.blutspenden.de

sowie im Medienservice der BZgA unter:

www.bzga.de/presse/medienservice

Häufige Fragen zur Blut- und Plasmaspende während der Corona-Pandemie sind verfügbar unter:

www.blutspenden.de/faq

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RLP Ministerin Daniela Schmitt will kurze Wege zum Friseurhandwerk

Prüm/Alzey -Verbandstagung Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland. Das Friseurhandwerk blickt pandemiebedingt auf ein schwieriges Jahr zurück. Zum Zeitpunkt der Verbandstagung am 11. Juli war eine Flutkatastrophe, welche auch über fünfzig Friseurbetriebe im Verbandsgebiet Rheinland getroffen hat, unvorstellbar.

Zur Tagung begrüßte der Vorsitzende Landesinnungsmeister Guido Wirtz auch Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau im Weinhotel Kaisergarten in Alzey. Die Vertreter der rheinländischen Friseurinnungen diskutierten mit Schmitt über die wirtschaftliche Situation der Friseurbetriebe während und nach der Lockdowns. Schmitt, die auch an der Demo der Friseure im Frühjahr in Mainz als Gast teilgenommen hatte, betonte ihre Bereitschaft für „kurze Wege“ zum Friseurhandwerk. Ein erneuter Lockdown sei unvorstellbar, sie warb daher dafür, die jeweiligen Schmutzmaßnahmen weiterhin einzuhalten.

Gabi Berkler, Friseurmeisterin aus Koblenz und Vorsitzende im Berufsbildungsausschuss des Landesverbandes, informierte derweil über die Änderungen der Ausbildungsordnung für Friseure zum Ausbildungsstart im August. Zum dualen Ausbildungssystem gab auch Ministerin Schmitt ein eindeutiges Bekenntnis ab. Auch, wenn aktuell die Zahl der Ausbildungsstarter stark rückläufig ist, ist die duale Ausbildung ein Fundament, welches seines gleichen sucht. „Der starke Rückgang ist insbesondere auf die Pandemiesituation zurück zu führen. Gleichzeitig hat die Pandemie gezeigt, wie wertvoll dieser Beruf ist“, so Dirk Kleis, Geschäftsführer des Verbandes. Die Nachwuchswerbung wird bei der nächsten Tagung im Herbst neben der Tarifpolitik Schwerpunktthema sein. Die Herbsttagung ist für den 24. und 25. Oktober in Belgien geplant.

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Schnelle und unbürokratische Hilfe: Ausnahme vom generellen Lkw-Fahrverbot am Wochenende

Region/Düsseldorf – Das Ministerium für Verkehr NRW teilt mit: Schnelle und unbürokratische Hilfe: Damit die Versorgung mit Hilfsgütern und notwendigen Waren in den vom Unwetter betroffenen Gebieten weiter gewährleistet ist, gilt bis zum 31. August 2021 eine Ausnahme vom generellen Sonntag- und Feiertagsfahrverbot sowie Ferienfahrverbot für Lkw.

Hendrik Wüst, Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen: „Schnelle und unbürokratische Hilfe ist jetzt besonders wichtig für die Menschen, die bei der Unwetterkatastrophe alles verloren haben. Deswegen hat das Land die Ausnahme des Fahrverbots für Lkw an Sonn- und Feiertagen bis Ende August verlängert. Danke an alle, die die Menschen in den betroffenen Gebieten jetzt mit allem Notwendigen versorgen.“

Die Ausnahmegenehmigung gilt nur für Beförderungen sowie Leerfahrten, die unmittelbar oder mittelbar im Zusammenhang mit der Hilfeleistung und Folgenbeseitigung der Unwetterschäden sowie der damit verbundenen Versorgung der Bevölkerung stehen. Somit wird die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern und Hilfsmitteln, insbesondere in den betroffenen Regionen, sichergestellt und die anstehenden Aufgaben der Schadensbewältigung unterstützt.

Bereits am 16. Juli 2021 wurde das generelle Lkw-Fahrverbot am Wochenende in Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe erstmalig aufgehoben, um die Versorgung der Menschen zu garantieren.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.vm.nrw.de/verkehr/strasse/Strassenverkehr/Ausnahmen-von-Sonn-und-Feiertagsfahrverbot/08_2021-Ausnahme-vom-Sonn-und-Feiertagsfahrverbot-und-Samstagsfahrverbot.pdf

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Spendengelder werden verteilt – Betroffene in Jülich können bis 4. August Bedarf anmelden

Jülich – Groß war die Bereitschaft der Jülicher Bürgerschaft, für Opfer des Hochwassers in ihrer Nachbarschaft zu spenden – nun sollen diese Gelder verteilt werden an all die Menschen, bei denen die Not am größten ist. Die Stadt Jülich nimmt Anträge ab sofort entgegen.

„Wir sind beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Jülicher Bevölkerung, die nicht nur mit Händen angepackt oder mit Werkzeug angerückt ist, sondern auch das Portemonaie gezückt und Geld gespendet hat für alle die, die tatsächlichen Opfer der Katastrophe sind, weil sie keine Möglichkeit haben, den ihnen entstandene Schaden auszugleichen“, so Martin Schulz als stellvertretender Bürgermeister.

Auch wenn die Stadt Jülich durch eine Verkettung gleich mehrerer glücklicher Umstände nicht komplett geflutet wurde, sind die Schäden vor allem an den Anliegerstraßen der Rur und in den Stadtteilen Barmen und Kirchberg beträchtlich. Viele Familien sehen sich einer persönlichen Katastrophe gegenüber, die nicht immer finanziell auszugleichen ist. Fehlt dann zudem auch noch der Versicherungsschutz oder jede weitere Schadensausgleichmöglichkeit, stehen manche Familien vor nur schwer lösbaren Problem.

Um diesen Familien ein klein wenig finanziell zu entlasten, wurde das Spendenkonto der Stadt Jülich eingerichtet. Binnen einer Woche sind bisher über 75.000 Euro zusammengekommen – eingezahlt von insgesamt fast 200 Spendern mit kleineren und größeren Einzelbeträgen. In vielen Geschäften in der Innenstadt, in der Stadtbücherei, im Kulturbahnhof und im REWE-Markt im besonders vom Hochwasser betroffenen Heckfeld werden zahlreiche Sammeldosen fleißig gefüllt und sind „ein beeindruckender Beweis dafür, wie die derzeit überall erlebte Solidarität auch in Jülich greift“, ergänzt Dezernentin Doris Vogel.

Um die solidarisch eingesammelten Spendengelder bestmöglich im Sinne der Spendenden zeitnah verteilen zu können, bittet die Stadt Jülich Betroffene darum, ähnlich wie für die Soforthilfe des Landes NRW in einem kurzen Antrag bis zum 4. August den Bedarf und die Umstände zu erklären, die eine gerechte Verteilung ermöglichen. Diese soll dann ab Mitte August zügig realisiert werden. Das dafür notwendige Formular ist ab Mittwochmorgen auf der Seite der Stadt Jülich unter www.juelich.de zu finden. Es kann per Post an Stadt Jülich, Große Rurstr. 17 in 52428 Jülich geschickt, an der Rathaustheke abgegeben oder per Email an hotline@juelich.de  gesendet werden.

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„Die Hilfsbereitschaft ist enorm“

Birtlingen/Minden/Prümzurlay – Bischof Ackermann besucht vom Hochwasser betroffene Pfarreiengemeinschaft Irrel. „Es hilft ja nichts“, sagt Tim Schmitt. „Wir verlieren nicht den Mut.“ Er steht mit seinem Bruder im Erdgeschoss seines Hauses in Prümzurlay. 7,20 Meter hoch stand die Prüm hier in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli. Der gesamte untere Teil des Hauses muss renoviert werden. 42 Häuser sind schwer beschädigt in dem 580-Seelen-Dorf, erzählt Moritz Petry, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Südeifel. Gegenüber von Schmitts Haus steht ein Rohbau, der in Teilen wieder abgerissen werden muss. Der Straßenbelag ist weggerissen, die Brücke hat gottseidank gehalten. Aber am gesamten Ufer der Prüm bietet sich ein Bild der Verwüstung: umgestürzte Bäume, Müll, abgerutschte Uferwege. Am 26. Juli hat Bischof Stephan Ackermann gemeinsam mit den Pfarrern Frank-Oliver Hahn und Monsignore Michael Becker sowie Pater Bijeesh Matthew Pallath MSJ die Pfarreiengemeinschaft Irrel, zu der Prümzurlay gehört, besucht und mit Betroffenen, Helferinnen und Helfern gesprochen und sich ein Bild von der Situation gemacht.

Der Höchststand der Prüm sei bisher bei 4,90 Meter gewesen, angekündigt waren 5 Meter. Nachts um 2 Uhr, beim Höchststand, hätten dann auch die Sandsäcke nichts mehr geholfen, die die Feuerwehr tags zuvor noch gefüllt hatte, erzählt Schmitt, während das Trockengerät im Wohnzimmer brummt. Vor einigen Jahren erst ist er mit seiner Familie hier eingezogen, jetzt wohnen sie zu siebt bei seinen Eltern. Sein Vater und sein Bruder helfen beim Aufräumen und Renovieren. Auch Hubert Schackmann ist vom Hochwasser betroffen – aber zuerst einmal war er auch Helfer. „Als Bootsführer der Feuerwehr war ich nachts im Einsatz, bis ich irgendwann gesagt habe: Jetzt muss mich einer ablösen, ich muss mich um mein Haus kümmern.“ Er bezeichnet sich selbst als „hochwasser-erfahren“, aber so etwas habe er sich nicht vorstellen können. Er bleibt in seinem Haus, auch wenn es in einigen Teilen derzeit nicht bewohnbar ist. Schackmann betreibt neben seiner Arbeit als Betriebshelfer für landwirtschaftliche Höfe einen Kartoffelanbau, den will er nicht allein lassen. Und vielleicht, weil er nicht nur die eigene Not sieht, sondern auch die von vielen Landwirten kennt, ist die Frage nach struktureller und finanzieller Unterstützung Thema des Gesprächs mit Bischof und VG-Bürgermeister Petry. Auch die bekannten Irreler Wasserfälle habe das Hochwasser getroffen, erzählt Petry: „Man erkennt sie nicht wieder.“ Er denke in diesen Tagen auch viel an die Menschen in den anderen Hochwasser-Gebieten, etwa an der Ahr. Man dürfe nicht vergessen, dass die Regionen unterschiedlich stark betroffen seien. In der Südeifel gingen die Aufbauarbeiten bereits voran, „samstags war das THW bei uns schon durch“. Ihm ist wichtig: „Die persönlichen Schicksale müssen wir im Blick halten.“

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Hochwasser-Nothilfe kommt bei Menschen in Aachen an

Aachen – Innerhalb einer Woche sind rund 80 Anträge eingegangen. Beratung in Kornelimünster fand großen Anklang. Erste Hilfezahlungen bereits angewiesen. Der städtische Hilfsfonds von 250.000 Euro wird aktiv in Anspruch genommen. Exakt eine Woche nach Aufstellung des Hilfspakets machten die zuständigen Kolleg*innen des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration sowie des Fachbereichs Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalisierung und Europa einen Besuch in Kornelimünster, um die bereits zahlreich eingetroffenen Anträge mit den Betroffenen persönlich besprechen und auf weitere Hilfsangebote hinweisen zu können. Neben bereits vereinbarten Terminen blieb auch Gelegenheit für spontane Termine. Anträge wurden noch vor Ort ausgefüllt und eingereicht. An die 80 waren es insgesamt am Nachmittag, schätzte Bezirksamtsleiterin Rita Claßen, die gerne davon berichtete, wie gut sich die Information bereits in ihrem Bezirk Kornelimünster/Walheim herumgesprochen hatte und wie dankbar das Angebot angenommen wurde.

„Wir haben ganz viel geschafft“, zog Birgit Nehling Bilanz. Sie kümmert sich um Hilfen für Mieter*innen und Eigentümer*innen. Herbert Kuck, der mit Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen einen Rundgang durch den Ort machte und dabei ebenso wie sie viele Gespräche führte, erklärte: „Die ersten Anweisungen sind schon raus. 13 Anträge für Gewerbetreibende liegen vor, zehn sind bereits bewilligt.“ Anträge verteilte er noch vor Ort. Die Anwohner*innen reichen sie solidarisch weiter. Die Hilfe wird in Anspruch genommen, die Abwicklung funktioniert effizient. Anträge kommen nicht nur aus dem Bezirk Kornelimünster/Walheim, auch aus dem übrigen Aachener Stadtgebiet liegen sie vereinzelt vor.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Es ist gut, zu hören und zu sehen, dass unser Hilfsfonds angenommen wird. Die Menschen brauchen das offene Ohr und die helfenden Hände der Stadt, um in ersten Schritten aus ihrer schweren Situation herauszufinden.“

Wer noch Hilfe benötigt, findet alle Infos unter www.aachen.de/aachen_hilft. Wer spenden möchte, kann dies mit dem Stichwort „Aachen hilft“ unter folgender Kontonummer der Sparkasse Aachen tun: DE27 3905 0000 1073 7977 61.

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Abgeschleppte Fahrzeuge im Kreis Ahrweiler über neues Portal wiederfinden

Ahrweiler – Nach dem verheerenden Hochwasser suchen nach wie vor viele Menschen ihr Fahrzeug. Ab sofort können Fahrzeughalter über ein neues Portal der Kreisverwaltung abfragen, welcher Abschleppdienst ihr Fahrzeug geborgen und abtransportiert hat. Die Daten werden täglich aktualisiert.

Zur Suche wird lediglich das Kennzeichen benötigt. WICHTIG: Für eine erfolgreiche Abfrage ist eine korrekte Schreibweise des Kennzeichens notwendig. Diese wird auf der Eingabeseite genauer erläutert:

https://kreis-ahrweiler.de/landkreis/wo-steht-mein-fahrzeug-kennzeichenabfrage/

Wer sein Auto in der Datenbank findet, nimmt bitte Kontakt zum entsprechenden Abschleppunternehmen auf und klärt dort alle weiteren Fragen.

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Mit dem Bollerwagen durchs Krisengebiet Ahrweiler

Ahrweiler/Andernach – In den von Hochwasser betroffenen Regionen helfen kann jeder und jede – selbst Kinder. Im Pfadfinderstamm der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) in Andernach packen alle mit an, um Anwohnern und Helfern in Ahrweiler täglich eine warme Mahlzeit zu beschaffen. Die älteren Pfadfinder gehörten zu den ersten, die durch die verstopften Straßen zogen. „Obwohl wir nur zu Fuß unterwegs waren, fiel es uns am ersten Tag sehr schwer, durch die Straßen voller Schlamm und Sperrmüll zu kommen“, berichtet Stammesvorsitzende Luzi Striethold. „Wir mussten mit unserem Bollerwagen voller Essen durch den Schlamm und das Wasser waten und immer wieder Einsatzfahrzeugen ausweichen.“ Zum Glück habe sich die Lage in den vergangenen Tagen gebessert, die Räumungsarbeiten seien voran gekommen, erzählt sie.

Der Eintopf oder das Chili müssen nicht nur verteilt, sondern auch gekocht werden. Dafür haben die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Suppenwärmer und große Töpfe organisiert. In ihrem Pfadfinderheim in Andernach bereiten sie das Essen mit den Kindern zusammen vor. „Nach Ahrweiler gehen die Jüngeren natürlich nicht mit“, sagt Striethold. Denn es sei immer noch erschütternd, das Ausmaß der Überschwemmung zu sehen. „Doch selbst vor Ort kann ich kaum nachempfinden, wie es sein muss, dort zu wohnen und alles verloren zu haben“, erzählt sie. Deshalb sei es auch so wichtig, mit anzupacken und die Menschen dort nicht allein zu lassen.

Striethold unterstreicht, wie wichtig eine gute Koordination der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist. Eine konkrete Anlaufstelle zu haben, sei hilfreich. „Dann weiß man, welche Aufgaben anstehen und welche Ausrüstung man dafür braucht.“ Wer auf eigene Faust in das Katastrophengebiet hinein fahre, könne sich nicht so gut vorbereiten und stehe im schlimmsten Fall sogar im Weg, wie einige Schaulustige. „Es ist schwer zu unterscheiden, wer Helfer ist, wer Anwohner und wer nur zum Gaffen kommt“, berichtet Striethold.

Besonders Kleinigkeiten gehen den Pfadfinderinnen und Pfadfindern bei ihrem Einsatz nahe: „Als wir von unseren Bollerwagen den Schlamm von den Reifen entfernt haben, haben wir Legoteile gefunden. Da wurde mir klar – die gehörten mal einem kleinen Kind, das jetzt seine ganzen Spielsachen verloren hat. Das hat mich sehr bewegt“, sagt Striethold

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Erste Lösung für klaffende Lücke

Mechernich-Satzvey – Ohrenbetäubend ist das Geräusch der Diamantfräsmaschine während sie sich in den Asphalt der Hauptdurchgangsstraße in Satzvey frisst. Anwohner und Nachbarn wohnen dem Ereignis zahlreich bei. Gerade wird eine Ersatzbrücke für die Gartzemer Straße installiert, damit wenigstens Fußgänger den Veybach queren und die einst für 40-Tonner zugelassene Hauptstraße wieder nutzen können.

Ortsbürgermeisterin Heike Waßenhoven vor Ort im Gespräch mit Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt, der die Maßnahme des Landesbetriebs „strassen.nrw“ seitens der Stadtverwaltung begleitete. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Die zwei Hälften sind wieder verbunden“, freut sich auch Satzveyer Heiko Kronenberg aufatmend, der mit Frederico Gabath die Justier-Arbeiten vom Rande aus beobachtet, während das stählerne Bauwerk zentimetergenau eingesetzt wird. Es ist zwar kein adäquater aber dennoch wichtiger Ersatz in Notzeiten, da die Brücke an der L11, hinter den Bahngleisen der Eifelstrecke in Satzvey, in der Flutnacht zum 15. Juli vollständig zerstört wurde. Sie war unter dem Druck der Wassermassen zusammengebrochen und wesentliche Teile weggeschwemmt worden.

Die klaffende Lücke traf das Dorf bis ins Mark, denn sie trennte den Ort in zwei Teile. Für Ortsbürgermeisterin Heike Waßenhoven und viele Menschen im Ort gilt nun die schnelle Ersatz-Maßnahme als kleiner Hoffnungsschimmer nach schlimmer Flutlage im beschaulichen rund 1.120-Seelen-Ort. „Tot“, sagt Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt Mechernich, sei der Hauptverbindungsweg bis Tag 9 der Flutkatastrophe gewesen. Nur einen kleinen privaten Überweg auf dem Gelände von Burg Satzvey habe man bislang nutzen können, um über den Veybach zu gelangen. Zugänglich war dieser Notweg allerdings nur mit großen Umwegen. Wer Schweres zu schleppen hatte, machte sich erst gar nicht auf, was gegenseitige Hilfsaktionen natürlich deutlich erschwerte.

Von Nord nach Süd

Thomas Hambach betont: „Das ist jetzt die erste und einzige Möglichkeit wieder halbwegs vernünftig von Nord nach Süd zu kommen. Sie lässt die Bürger wieder näher zusammenrücken. Wir sind froh, dass der Landesbetrieb straßen.nrw auf unsere dringende Bitten hin die Maßnahme so schnell und engagiert angepackt hat.“

Schwere Betonklötze geben dem Provisorium von unten Halt und festigen die Position, in der die Brücke eingepasst ist. Glück im Unglück ist, dass ein Ersatz überhaupt greifbar war. „Die Fußgängerbrücke stand ursprünglich weiter bachabwärts und wurde ebenfalls im Unwetter weggerissen. Sie lag unbeschadet im Bachbett und konnte so wiederverwendet werden. Der Landesbetrieb strassen.nrw hat die Firma Scheiff beauftragt, sie an der Stelle raus zu holen. Wir haben sie städtischerseits natürlich gerne zur Verfügung gestellt.“ An der L11-Lücke waren zuvor Reste der früheren Straßenbrücke aus dem Bachbett entfernt und die Abmessungen angepasst worden.

Thomas Hambach berichtet, dass ebenso an einer weiteren Lösung gearbeitet wird: „Parallel war auch das THW vor Ort. Auch die haben vermessen und Daten aufgenommen. Denn es gibt überregional eine gewisse Anzahl von Notbrücken, ob eine davon eventuell hier in Satzvey genutzt werden könnte, wird aktuell geprüft.“

Angesichts der neuen Fußgängerbrücke freut sich Heike Waßenhoven aber schon riesig über das Erreichte: „Die Verbindung für das Gewerbegebiet Am Billig und die Anwohner der Veybachstraße ist immens wichtig, damit alle wieder Kontakt zum restlichen Ort haben. Wir sind glücklich, dass wir wieder auf die andere Seite und alle miteinander versorgen können.“ Sie verteilt großes Lob an alle Beteiligten, wie strassen.nrw, Stadtverwaltung rund um Thomas Hambach, Bagger- und Bauarbeiter, die dafür gesorgt haben, dass die Hauruckaktion erfolgreich verlaufen ist.

So wird weiter Schritt für Schritt der Wiederaufbau zur Normalität angegangen. In den kommenden Tagen sollen außerdem sogenannte Spülbohrungen erfolgen, um auch das von der Gasversorgung abgeschnittene Gewerbegebiet sowie die davon ebenfalls betroffenen Haushalte südlich der Bahngleise wieder an das Netz anschließen zu können.

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Übersicht Wasch-, Dusch- und Sanitäranlagen in Stolberg

Stolberg – Wasch-, Dusch- und Sanitärmöglichkeiten im Überschwemmungsgebiet. An zahlreichen Standorten im Überschwemmungsgebiet stehen inzwischen Waschmaschinen, Duschen und Toiletten zur Verfügung. Alle, die derzeit keine Möglichkeit haben, ihre Wäsche zu reinigen, zu duschen oder ein WC zu benutzen, können dies an folgenden Standorten kostenfrei tun:

Standorte von Waschmaschinen:
Jordansplatz (19 Stück)
Mühlener Bahnhof (18)
Willy-Brandt-Platz (18)
Ortsteil Vicht: Mehrzweckhalle und Sportplatz Dörenberg

Standorte von Sanitäranlagen:
Jordansplatz: 2 WC-Anlagen / 2 Dusch-Container / 6 Dixi-Toiletten
Mühlener Bahnhof: 1 WC- / Dusch-Container (Kombination) / 2 WC-Container
Kaiserplatz: 2 Dusch-Container / 1 WC-Container / 9 Dixi-Toiletten
Willy-Brandt-Platz: 2 Dusch-Container / 2 WC-Container / 6 Dixi-Toiletten