Westnetz ertüchtigt die Stromnetze in der Verbandsgemeinde Adenau nach der Flutkatastrophe weiter, wie hier bei der Arbeit an einem Verteilerschrank. Foto: Westnetz
Saffig – Weitere Stabilisierung der Versorgungssicherheit ist das Ziel. Ortsnetze in Müsch, Antweiler, Schuld, Insul und Dümpelfeld weiter ertüchtigt. Rund zwei Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal kann der Verteilnetzbetreiber Westnetz weitere Fortschritte beim Wiederaufbau der Stromnetze in den betroffenen Ortschaften der Verbandsgemeinde Adenau melden. So konnte Westnetz in den letzten Wochen die stark beschädigten Stromnetze in Müsch, Antweiler, Schuld, Insul und Dümpelfeld weiter ertüchtigen.
„Unsere Mitarbeiter und Dienstleister waren in den vom Hochwasser betroffenen Orten bei der Instandsetzung des Stromnetzes in den letzten Wochen engagiert im Einsatz und haben mit Blick auf die kommende kältere Jahreszeit zum Teil bis zur Belastungsgrenze gearbeitet. Die Versorgungssicherheit wird nach dem Abschluss der Reparaturarbeiten in den nächsten Wochen dadurch deutlich gesteigert, so dass hierbei ein Niveau wie nahezu vor der Flutkatastrophe zum Herbst und Winter gewährleistet wird“, erklärt Michael Fries, Mitarbeiter in der Netzplanung bei Westnetz am Standort Saffig.
So hatte Westnetz zunächst die Stromversorgung für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in den Ortschaften provisorisch wiederhergestellt und anschließend die systematische Instandsetzung der Stromnetze vorangetrieben. Im Bereich Insul, Dümpelfeld und Hönningen-Liers wurden mehrere Spühlbohrungen unter der Ahr fertiggestellt, sukzessive mit Kabeln belegt und in Betrieb genommen.
In Insul konnte Westnetz mit Inbetriebnahme der neuen Stromtrassenabschnitte bereits das im Ort eingesetzte Notstromaggregat abbauen.
Im stark von der Unwetterkatastrophe betroffenen Ort Schuld nahm Westnetz zudem in den letzten Wochen an insgesamt zwei Stellen Bohrungen für ein neues Mittelspannungskabel erfolgreich vor. Eine dritte Bohrung steht vor dem Abschluss, so dass die neuen Leitungen bereits Mitte September in Betrieb gehen soll und die Versorgungssicherheit in Schuld deutlich stabilisiert. Damit wird dann das Letzte in der Verbandsgemeinde Adenau noch notwendige Stromaggregat überflüssig. Ebenfalls verlegt Westnetz zur Stabilisierung der Versorgungssicherheit derzeit neue Mittelspannungskabel in Antweiler.
Viele Jahre, teilweise Jahrzehnte lang, waren die Kommunalpolitiker im Gemeinderat bzw. in Ausschüssen der Gemeinde Kreuzau oder als Ortsvorsteher zum Wohl der Gemeinde und insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger tätig. Foto: Gemeinde Kreuzau
Kreuzau – In einer Sonderratssitzung zeichnete Bürgermeister Ingo Eßer langjährige ehrenamtliche Kommunalpolitiker aus. Üblicherweise finden Ehrungen ehrenamtlicher Kommunalpolitiker unmittelbar nach Beginn einer neuen Wahlperiode in einer Sonderratssitzung statt. Aufgrund der Corona Pandemie konnten die Auszeichnungen aber nicht nach der Kommunalwahl in 2020 überreicht werden.
Für Bürgermeister Ingo Eßer war es daher ein besonderes Anliegen, nunmehr 28 verdiente Persönlichkeiten aus der Gemeinde Kreuzau für ihr Wirken auszuzeichnen. Im Rahmen einer Feierstunde in der Kleinen Festhalle Kreuzau konnten diverse Ehrengaben und Ehrenbezeichnungen im Beisein von Gästen und Angehörigen an die Geehrten überreicht werden.
Viele Jahre, teilweise Jahrzehnte lang, waren die Kommunalpolitiker im Gemeinderat bzw. in Ausschüssen der Gemeinde Kreuzau oder als Ortsvorsteher zum Wohl der Gemeinde und insbesondere für die Bürgerinnen und Bürger tätig.
Für ihr 15-jähriges Engagement als sachkundige Bürgerin bzw. sachkundiger Bürger erhielten Renate Braks, Björn Döring, Karl Panitz, Ruth Schiefer und Hubert Schiefer die bronzene Ehrenmedaille. Die immer noch aktiven Ratsmitglieder Dagmar Berens von Rautenfeld, Dirk Gunkel, Dirk Heinrichs, Astrid Hohn, Wolfgang Lüttgen und Peter Macherey erhielten für ihren langjährigen Einsatz ebenfalls die bronzene Ehrenmedaille. Die silberne Ehrenmedaille für mehr als 20-jährige Tätigkeit ging an die Ratsmitglieder Egbert Braks, Axel Iven, Johannes Kaptain und Manfred Kilian. Für über 25-jährige Ratstätigkeit bekam Paul Böcking die goldene Ehrenmedaille, überreicht.
Manfred Kempen wurde für mehr als 10 Jahre Ortsvorstehertätigkeit in Kreuzau mit der bronzenen Ehrenmedaille ausgezeichnet. Eine besondere und seltene Ehrengabe, die goldene Ehrenmedaille, bekamen Mariano Graf von Spee und Horst Hechemer, die beide mehr als drei Jahrzehnte Tätigkeit als sachkundiger Bürger und daneben noch 18 bzw. 21 Jahre Ortsvorstehertätigkeit in Untermaubach bzw. Drove aufzuweisen haben. Auch den in der abgelaufenen Wahlperiode tätigen Ortsvorsteherinnen Elfriede Macherey und Bernadette Weiler wurde für ihre Aktivität und ihren hervorragenden Einsatz für die Ortsteile Winden bzw. Thum eine Anerkennung ausgesprochen.
Zum Schluss widmete sich Bürgermeister Ingo Eßer den Ratsmitgliedern, die aus dem Gemeinderat ausgeschieden sind. Bettina Döring und Rolf Schröteler erhielten die bronzene Ehrenmedaille für mehr als 10-jährige Ratstätigkeit, sie sind als sachkundige Bürger weiterhin in gemeindlichen Ausschüssen aktiv. Der Dank für ihre Tätigkeit als Gemeinderatsmitglied in der letzten Wahlperiode wurde den endgültig ausgeschiedenen Karl-Heinz Kern und Stefan Schmidt gegenüber ausgesprochen. Heinrich Winter, der 19 Jahre Ratsmitglied und 11 Jahre Ortsvorsteher von Obermaubach war, erhielt die bronzene Ehrenmedaille und trägt nunmehr die Bezeichnung „Ehrenratsmitglied“. Hermann-Josef Schmitz, der 21 Jahre Mitglied des Gemeinderates sowie seit 2001 Ortsvorsteher von Boich und in der letzten Wahlperiode stellvertretender Bürgermeister war, wurde die silberne Ehrenmedaille überreicht und die Ehrenbezeichnung „Verdienter Bürger“ zugesprochen. Der Kreuzauer Jürgen Kammer, der 26 Jahre Gemeinderatsmitglied und zuvor 8 Jahre sachkundiger Bürger war, bekam die Ehrenbezeichnung „Verdienter Bürger“ und dazu als Ehrengabe die goldene Ehrenmedaille überreicht.
Die abschließenden Dankesworte richtete Bürgermeister Ingo Eßer an alle Preisträger: „Sich zu engagieren, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn es erfordert nicht nur die Bereitschaft, über das eigene Selbst hinauszusehen, sondern auch Zeit, Kraft und Energie. Und das in einer Zeit, in der Beruf und Familie große Anforderungen an die Einzelnen stellen. Sie alle sind ein gutes Beispiel für die Gesellschaft.“
Das neue alte Auto von der Soonwaldstiftung dient dem Schülertransport von Marcel Bächle (4.v.r.), hier mit (v.l.) den Schauspielern Dirk Moritz und Stefan Bockelmann, Vater Thomas Bächle mit der kleinen Schwester Ronja auf dem Arm und Mutter Manuela sowie (v.r.) Wilfried Oberauner, Maria Jentgen und Ralf Claßen von der Mechernich-Stiftung. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Antweiler – Soonwaldstiftung „Kinder in Not“ unterstützt 15 Familien mit Nachwuchs in der Hochwasserregion – Schauspieler Dirk Moritz (Weiermann) und Stefan Bockelmann sowie Wilfried Oberauner und Ralf Claßen (Mechernich-Stiftung) als Vermittler – Gebrauchtes Auto ging nach Antweiler.
„Alt, aber mein“ ist jetzt ein gebrauchter Kastenwagen für Familie Bächle in der Antweiler Stiftsstraße, mit dem Sohn Marcel zur Gesamtschule Nettersheim gefahren werden soll. Der junge Mann leidet unter der nach dem Kinderarzt Hans Asperger benannten Syndrom (AS), einer Variante des Autismus, und bereitet sich aufs Abitur vor.
Der Vorgänger-Pkw, ein Kleinwagen, war in der Regennacht vom 14. auf den 15. Juli von dem strömenden Wasser in Mitleidenschaft gezogen worden, das über die Stiftsstraße abfloss. Manuela und Thomas Bächle, Marcels Eltern, wendeten sich an Ralf Claßen, den Vorsitzenden der Mechernich-Stiftung.
Der wiederum fragte die befreundeten Schauspieler Dirk Moritz (Weiermann) und Stefan Bockelmann. Letzterer ist Botschafter der Soonwaldstiftung „Hilfe für Kinder in Not“, die nach der Hochwasserkatastrophe bereits in zwölf Fällen in Mechernich mit je 1000 Euro geholfen und drei Familien mit Kindern in Gemünd unterstützt hatte. Bockelmann, der über Wilfried Oberauner Kontakt aufnahm, lobte die hervorragende Vernetzung zwischen den Stiftungen.
1000 Familien verloren mehr als 5000 Euro
Vergangenen Samstag wurde der Pkw der achtköpfigen Familie Bächle bei einem Fototermin in Antweiler übergeben. Dabei waren neben dem Mechernicher Stiftungsvorsitzenden Ralf Claßen auch Maria Jentgen und Wilfried Oberauner zugegen, ebenso Stefan Bockelmann von der Soonwaldstiftung „Hilfe für Kinder in Not“ und Dirk Moritz sowie Manuela, Marcel und Thomas Bächle.
Noch während des Ortstermins wurde eine weitere Bezuschussung der Familie mit sechs Kindern in Höhe von tausend Euro durch die Mechernich-Stiftung beschlossen. Manuela Bächle schrieb nachher tränengerührt einen Dankesbrief an die Mechernich-Stiftung.
Beim Übergabetermin war die Rede von „verschämter Armut“ im Stadtgebiet. Manche Hochwasseropfer hätten auf die Frage geantwortet, ob sie Hilfe brauchten: „Nee, ich hab noch 50 Euro im Portemonnaie…“, berichtete Wilfried Oberauner.
Insgesamt rechnet Ralf Claßen von der gemeinnützigen Mechernicher Bürgerstiftung damit, dass in Mechernich insgesamt eine Dreiviertelmillion Euro an Spenden verteilt werden soll. Von den 2000 Hochwassergeschädigten, die sich gemeldet hätten, seien etwa die Hälfte mit einem Schaden von jeweils mehr als 5000 Euro betroffen, so der Kämmerer und Dezernent bei der Stadtverwaltung Mechernich.
Der aus Mechernich stammende und in Kommern lebende Schauspieler Dirk Moritz (eigentlich Weiermann) und der aus Traben-Trarbach stammende Stefan Bockelmann kennen sich von einer gemeinsamen Agentur in Köln her, wo Bockelmann „Unter uns…“ spielte und Moritz „Verbotene Liebe“.
Herzlich willkommen! Sie starten in die einjährige Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer in der Pflegeschule am Ev. Stift St. Martin. Foto: GK-Mittelrhein
Region/Mayen-Koblenz – Ausbildungsstart in der Pflegeschule am Ev. Stift. Es ist ein vielfältiger Beruf – so vielfältig wie die Menschen, mit deren Pflege man betraut ist. Gesundheits- und Krankenpflegehelfer assistieren examinierten Pflegefachkräften im Umgang mit den Patienten und unterstützen beispielsweise bei der Pflegedokumentation und -organisation.
Für 30 junge Menschen hat nun die einjährige Ausbildung in der Pflegeschule am Ev. Stift St. Martin begonnen. Während der erste Tag noch vom Kennenlernen geprägt war geht es schon am nächsten Tag gleich mit einen von vier Theorieblöcken weiter. Am 28. Oktober startet die Praxisphase, ebenfalls in vier Blöcken. Dafür werden die angehenden Gesundheits- und Krankenpflegehelfer an den fünf Krankenhäusern des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein eingesetzt. Zusätzlich wird auch noch ein praktischer Einsatz in einem ambulanten Pflegedienst absolviert. „Sie sind unverzichtbare Kollegen im Pflegeteam und wichtige Bezugsperson für die Patienten“, erklärt die Kursverantwortliche Judith Bauer. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Elizabeth Christ wird sie die Azubis in ihrer Berufsausbildung ein Jahr begleiten. Und was gibt sie ihnen zum Start mit auf den Weg? „Sie sollen alle motiviert und interessiert an ihrer Ausbildung bleiben.“
Haben sich den Wiederaufbau nach der Hochwasserkatastrophe als gemeinsames Ziel gesetzt: Dr. Fritz Jaeckel (Beauftragter für den Wiederaufbau in den von Hochwasserschäden betroffenen Gebieten in NRW), Christoph Meyer (Drees & Sommer), Nadine Leonhard (Bürgermeisterin Stadt Eschweiler), Frank Schnitzler (Drees & Sommer), Gisela Kohl-Vogel (Präsidentin der IHK Aachen), Ingo Pfennings (Bürgermeister Stadt Schleiden), Sabine Preiser-Marian (Bürgermeisterin Stadt Bad Münstereifel), Hermann-Josef Esser (Bürgermeister Gemeinde Kall), Hagen Schmidt-Bleeker (formitas AG), Sacha Reichelt (Bürgermeister Stadt Euskirchen), Jens Kreiterling (Landmarken AG), Raphael Jonas (IHK Aachen), Patrick Haas (Bürgermeister Stadt Stolberg), Markus Ramers (Landrat Kreis Euskirchen), Dr. Till von den Driesch (IHK Aachen), Dr. Tim Grüttemeier (Städteregionsrat der Städteregion Aachen) und Michael F. Bayer (Hauptgeschäftsführer IHK Aachen). Foto: IHK Aachen
Aachen – Nach der Hochwasser-Katastrophe richtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen den Blick nach vorn: Erstmals hat die IHK die kommunalen Vertreter der betroffenen Gebiete in der Städteregion Aachen und im Kreis Euskirchen mit Unternehmensvertretern aus dem Bereich Standortplanung und -entwicklung sowie Dr. Fritz Jaeckel, den Beauftragten für den Wiederaufbau in den von Hochwasserschäden betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen, zusammengebracht, um sich zum zukunftsorientierten Wiederaufbau auszutauschen. „Es gibt zwei Seiten mit jeweils berechtigten Anliegen: Zum einen benötigen die betroffenen Betriebe schnelle Maßnahmen, um wieder auf die Beine zu kommen. Zum anderen sind für Standorte und Quartiere in den Kommunen Lösungen mit einer langfristigen Perspektive gefragt. Beides gilt es nun gemeinsam zu finden“, sagt Gisela Kohl-Vogel, Präsidentin der IHK Aachen.
Die Beteiligten des Hintergrundgesprächs sind sich einig: Zentrale Aufgaben sind nun der Hochwasserschutz, die konsequente Umsetzung von Digitalisierungsprozessen, die Verbesserung urbaner Lebensqualität sowie die Schaffung eines attraktiven Branchenmixes. Für die Unternehmen spielen zudem die Wiederherstellung und Erneuerung von Infrastruktur und Stadtteilen eine entscheidende Rolle. „Nach der Entscheidung über die Wiederaufbaurichtlinie des Landes NRW muss der Prozess der Antragstellung für alle Geschädigten-Gruppen in Gang kommen. Dabei gibt es am Anfang viele Detailfragen und Abstimmungsbedarf. Wir geben ihnen Hinweise, wie die komplexen Aufgaben personell und in der Praxis gestemmt werden können“, erklärt Dr. Fritz Jaeckel.
Bei der konkreten Umsetzung sehen die Beteiligten zwei Perspektiven: Zum einen sind die Akteure vor Ort gefragt, mit ihrer spezifischen Kenntnis der Region zukunftsfähige Ideen und Lösungen zu entwickeln. Zum anderen sind für den Wiederaufbau und die Stadtentwicklung von morgen Impulse von außen, aber auch überregionale und internationale Investitionen und Projekte notwendig. Dafür möchten die Vertreter der Region unter anderem den Gemeinschaftsstand bei der internationalen Immobilienmesse EXPO REAL, die vom 11. bis 13. Oktober in München stattfindet, als Plattform nutzen. „Die EXPO REAL kann uns in diesem Jahr als Kontaktbörse und Ideengeberin dienen – nämlich für innovative Investitions- und Bauprojekte, die in den vom Hochwasser betroffenen Kommunen umgesetzt werden könnten“, weiß Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier als einer der Vertreter des Messeauftritts „aachen1a – drei Länder ein Standort“.
Neben der Koordination des Messeauftritts in München unterstützt die IHK Aachen auch den Prozess des Wiederaufbaus – etwa bei der Abwicklung der Aufbauhilfen für die betroffenen Betriebe. Zudem ist ein regelmäßiger Austausch der Betroffenen geplant, damit Impulse und Ideen für einen zukunftsorientierten Wiederaufbau koordiniert und sichtbar gemacht werden können.
Ahrweiler – Horst Gies fordert Lösung zur Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall. In einem Schreiben an Innenminister Roger Lewentz fordert der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies, MdL, die kurzfristige Umsetzung einer Lösung zur Warnung der Bevölkerung im Ahrtal mittels Sirenen.
„Neben der Warnung beispielsweise durch app-basierte Lösungen oder Durchsagen per Lautsprecher gilt die Warnung mittels Sirenen noch immer als eine der einfachsten und zugleich in der Fläche effektivsten Varianten. Daher benötigen wir eine schnelle Lösung, um für mögliche künftige Szenarien gewappnet zu sein“, erläutert Gies.
Mit der im Kreis Ahrweiler vorhandenen analogen Sirenentechnik ist derzeit nur eine Auslösung der Feuerwehralarmierung möglich. Eine Rheinland-Pfalz-weite Umstellung auf eine digitale Alarmierungstechnik, mit der auch Warnsignale mittels Sirenen ausgesandt werden können, ist bereits in der Umsetzung. Laut einer durch das Land festgelegten Reihenfolge ist eine entsprechende Netzerrichtung für den Kreis Ahrweiler zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht vorgesehen. Hinzu kommt, dass einige der im Ahrtal vorhandenen Sirenen durch die Flut selbst zerstört wurden.
Der Erste Kreisbeigeordnete bittet Innenminister Lewentz daher unter anderem darum, folgende Aspekte zu prüfen:
– eine Sonderförderung seitens des Landes für die kurzfristige Errichtung eines modernen, leistungsfähigen Sirenennetzes zur Warnung der Bevölkerung;
– eine Änderung der Reihenfolge für die weitere Planung des Landes zum Aufbau einer digitalen Alarmierungstechnik, um den Kreis Ahrweiler vorzuziehen;
– eine Möglichkeit Sirenenwarnungen durch anderweitige Techniken auszulösen.
Friedhelm Augustin (r.) freut sich über die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die ihm von Landrat Wolfgang Spelthahn im Rathaus in Jülich übergeben wurde. Foto: Kreis Düren
Düren – Es ist die einzige Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Landrat Wolfgang Spelthahn im Namen des Bundespräsidenten in diesem Jahr vergeben darf. Der stolze Preisträger ist Friedhelm Augustin, der im Jülicher Rathaus nun für sein jahrzehntelanges Engagement im Sport mit dieser hohen Auszeichnung geehrt wurde.
„Ich freue mich, Ihnen dieses sichtbare Zeichen des Dankes und der Anerkennung zu überreichen“, sagte der Landrat bei seiner Rede, nachdem Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs die rund 30 Anwesenden im Rathaus begrüßte. „Sie sind ein Lösungssucher und haben sich nie auf die Probleme konzentriert“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. „Das Miteinander steht bei Ihnen im Fokus. Sie haben sich der Arbeit angenommen und umgesetzt und so ein Netzwerk geschaffen, das das Engagement im Sport trägt.“
Der Sport spielte bei Friedrich Augustin, heute 82 Jahre alt, schon seit seiner Jugend eine wichtige Rolle. Mit 15 Jahren begann seine ehrenamtliche Tätigkeit als Jugend-Übungsleiter im Kanuverein in Schwerte, seinem Geburtsort. Später zog es ihn nach Jülich, wo er bis zu seinem Renteneintritt im Jahr 2000 als Betriebsleiter Dekontamination in der damaligen Kernforschungsanlage Jülich (heute Forschungszentrum) arbeitete. Neben seiner Arbeit hat er aber den Sport nie vernachlässigt. So war er 1963 Gründungsmitglied der „Betriebssportgemeinschaft der Kernforschungsanlage Jülich“, die heute „Betriebssportgemeinschaft Forschungszentrum Jülich 1963 e.V.“ (BSG) heißt. Rund zehn Jahre später erwarb er seine Übungsleiter-Lizenz und war bis 2019 in verschiedenen Sportgruppen der BSG als Übungsleiter tätig. Ob Volleyball, Männergymnastik oder Sport für Senioren – Friedhelm Augustin war stets mit großem Einsatz und Engagement dabei. Zuletzt war er 17 Jahre lang ehrenamtlich im Vorstand der BSG tätig und half bei der Organisation von Turnieren und weiteren Sportveranstaltungen. „Sie haben viele, viele Stunden Ihrer Zeit für den Sport gegeben und nie aufgehört, sich weiterzubilden. Dafür haben Sie auch alle Auszeichnungen bekommen, die der Verein vergibt“, sagt der Landrat, bevor er eine nächste Auszeichnung, die Verdienstmedaille, überreicht.
„Ich widme diese Medaille meiner verstorbenen Frau“, sagt der Preisträger sichtlich gerührt. Seine Frau habe sich auch sehr im Sport, besonders für Kranke, eingesetzt. Gut gelaunt freute er sich, dass er die Auszeichnung in Anwesenheit seiner Wegbegleiter und des Landrats und des Bürgermeisters entgegen nehmen durfte.
Landrat Wolfgang Spelthahn (5. v. l.) vollzog mit Bürgermeister Georg Gelhausen (l.) den Ersten Spatenstich für die Mobilstation in Merzenich. Foto: Kreis Düren
Düren – Wer Bus und Bahn nutzt und mit dem Fahrrad zur Haltestelle kommt, kann sein Zweirad bald sicher an einer Mobilstation parken und dann bequem auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Für den Bau einer solchen Station fand am gestrigen Mittwoch, 08. September in Merzenich der Erste Spatenstich statt. „Wir wollen damit den individuellen Radverkehr mit Bus- und Bahn-Angeboten verknüpfen“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn.
Im gesamten Kreisgebiet werden insgesamt 49 Mobilstationen errichtet. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland fördert die Stationen zu 90 Prozent, 10 Prozent zahlen die Kommunen selbst. 2,4 Millionen Euro werden investiert.
Die Mobilstationen sind barrierefrei und bieten zusammen 388 Plätze für Fahrräder an Bügeln und 225 Stellplätze in Boxen. Weiterer Bestandteil sind kleine Wartehallen, deren Dächer bepflanzt werden und mit Photovoltaik-Modulen für die Beleuchtung der Stationen ausgestattet werden.
Den Bau der Mobilstationen bezeichnete Landrat Wolfgang Spelthahn als Gewinn bringend für den Kreis Düren. „Wir legen sehr viel Wert auf den Komfort für Radfahrer“, betonte er mit Blick auf den Ausbau des Radwegenetzes im Kreisgebiet.
Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen betonte beim Spatenstich an der Haltestelle Poolplatz die „gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Düren“ und hob hervor, dass die Bereiche Mobilität und Verkehr wichtige Themen in der Gemeinde Merzenich sind. „Wir wollen mit der Mobilstation ein Zeichen setzen und viele zum Radfahren motivieren“, so Gelhausen.
Die 49 Stationen im Kreisgebiet werden nächstes Jahr im Frühjahr fertiggestellt sein.
Da war der Vorstand des Löschzuges Kall platt: Jana Kurtensiefen übergab den Scheck über 18.700 Euro an Löachzugführer Daniel Rütz (links). Nach der Hochwasser-Katastrophe hatte die junge Frau zu einer Spendenaktion für die Kaller Feuerlöscher aufgerufen. Erfolgreich wie sich bei der Spendenübergabe zeigte. Foto: Reiner Züll
Kall – Unterstützung für den Löschzug Kall aus dem ganzen Land – Eine private Spenden-Aktion von Jana Kurtensiefen erbrachte stolze Summe von 18.7000 Euro – Auch Mitarbeiter der Techniker-Krankenkasse Freiburg spendeten – Im sächsischen Ostrau veranstaltete die Feuerwehr einen großen Benefiz-Abend für die Kollegen aus Kall.
Freundschaft besiegelten der Kaller Löschzugführer Daniel Rütz (rechts) und der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Ostrau, Mario Thomas. Foto: Tom Bork
5000 Euro war ihr Ziel, als Jana Kurtensiefen nach der Flutkatastrophe in der Nacht zum 15 Juli auf dem Internetportal Facebook zu einer Spendenaktion für die Kaller Feuerwehr aufrief, die tagelang im Fluteinsatz gewesen war. Denn Hilfe fr die Feuerwehr war vonnöten. Etwa 25 Wehrmitglieder verloren in der Nacht ihre vor dem Gerätehaus abgestellten Fahrzeuge und auch das Gerätehaus selbst war von dem schlimmen Hochwasser zwei Meter hoch überflutet worden, wobei die komplette Einrichtung zerstört worden war.
Jana Kurtensiefen gehörte in den Tagen nach dem Hochwasser zu den vielen Freiwilligen, die das Gerätehaus vom Schlamm befreiten und das zerstörte Inventar herausschafften. Von Tag zu Tag wuchs auch die Spendensumme auf dem Sonderkonto, aus ganz Deutschland wurden Überweisungen mit Dankesbotschaften an die Rettungskräfte gesandt.
Das Ziel von 5000 Euro war schon nach wenigen Tagen erreicht worden. Nach gut fünf Wochen waren es 18.700 Euro, die die junge Frau am 30. August symbolisch an den Löschzugführer Daniel Rütz und dessen Vorstandskollegen übergeben konnte.
Das Geld war schon Tage vor der Übergabe an die Feuerwehr überwiesen worden, die von dem umgehend erste Investitionen im Sinne der Sicherheit tätigte. Als erste Anschaffung wurden für alle Einsatzkräfte der Kaller Wehr leistungsstarke und ex-geschützte Knickkopflampen gekauft. Eine nützliche Anschaffung, wie auch die anwesenden Vorstandsmitglieder Christian Wirtz, Michael Knie, Jan Lünebach und Moritz Wirtz bestätigten.
„Gerade jetzt durch die Hochwasserkatastrophe und den damit verbundenen Stromausfällen ist noch einmal deutlich geworden wie wichtig solche Lampen sind“, erklärte Löschzugführer Rütz bei der Übergabe des Spendenschecks. Dank dieser Lampen habe jeder Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau im Einsatz seine eigene, unabhängige Lichtquelle mit dabei. „So kann mehr Licht, mehr Sicht und somit auch mehr Sicherheit hergestellt werden“, so Rütz.
Eine Spende in Höhe von 1500 Euro übergab Simon Ott (links) aus Freiburg an den Kaller Löschzugführer Daniel Rütz. Foto: Reiner Züll
1500 Euro aus Freiburg
Am Abend der Scheckübergabe überraschte ein alter Kaller, der seit zehn Jahren in Freiburg wohnt, die Kaller Wehr mit einem weiteren Spendenscheck über 1500 Euro. Es war Simon Ott, der als Kundenberater bei der Techniker-Krankenkasse in Freiburg tätig ist. Als er bei Facebook die schlimmen Folgen der Flut in Kall und die tagelangen Einsätze der Feuerwehr verfolgt habe, sei für ihn klar gewesen, den Flutopfern in seinem Heimatort zu helfen. „Vor denen kann man nur den Hut ziehen“, so Ott.
Von seinem Chef habe er die Genehmigung bekommen, das Personal der Krankenkasse zu einer Spendenaktion für drei Kaller Projekte aufgerufen. Dabei habe er jedem Spender freigestellt, ob er für das Schullandheim in Urft, für die Gemeinde Kall oder für den Löschzug Kall spenden wolle. „Mir war wichtig, dass das Geld auch direkt dort ankommt, wo es gebraucht wird“, so Simon Ott. Und es sei viel Geld zusammengekommen. Für das Schullandheim 1000 Euro, für die Gemeinde Kall 1300 Euro und für den Löschzug Kall 1500 Euro.
Hilfe aus Sachsen
Eine Hilfe aus dem fernen Ostrau in Sachsen führte letzte Woche zum Entstehen einer neuen Freundschaft. Nachdem die Mitglieder Feuerwehr in Ostrau von dem schlimmen Hochwasser bin Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und der Zerstörung des Kaller Gerätehauses erfahren hatten, starteten die Feuerwehr-Kollegen in Sachsen unter dem Motto „Wir wollen helfen“ eine Spendenaktion. Vor dem Gerätehaus in Ostrau organisierte die Wehr für den 28. August unter anderem eine Fahrzeugausstellung und einen großen Benefiz-Abend mit Diskothek und Tanzdarbietungen.
Die Kaller Feuerwehr übergab eine Schiefertafel an die Freunde aus Ostrau, die sich mit einem silbernen Feuerwehrhelm revanchierten. Foto: Tom Bork
„Da fahren wir hin“, stand für Kalls Löschzugführer Daniel Rütz schnell fest, und so reiste eine knapp 20-köpfige Mannschaft in der Nacht zum 28. August von Kall zum Benefiz-Abend ins rund 700 Kilometer entfernte Ostrau. Als Gastgeschenk hatte Rütz eine Schieferplatte im Gepäck, die die Aufschrift „Hochwasser 2021“ trägt und die die Umrisse Deutschlands und die beiden durch ein Seil mit einem Feuerwehr-Knoten verbundenen Standorte Kall und Ostrau zeigt. Das Gastgeschenk aus der Eifel übergab Daniel Rütz an den Vorsitzenden des Ostrauer Feuerwehr-Fördervereins, Mario Thomas, der in dem Besuch der Kaller Kollegen den Grundstein für eine zukünftige Verbundenheit und Freundschaft sah.
Thomas: „ Als wir den Hilferuf der Kaller Kameraden nach dem Hochwasser in NRW auf Facebook entdeckten und die Fotos vom zerstörten Gerätehaus und den überfluteten Privatwagen der Einsatzkräfte sahen, war für uns klar, dass wir helfen wollten“. Weil man aber nicht einfach zum Helfen nach Kall hätte fahren können, habe man den Weg der Spendenaktion gewählt.
Die Kaller erlebten in Sachsen einen kameradschaftlichen Abend, in dessen Verlauf auch der dortige Bürgermeister Dirk Schilling die Gäste aus der Eifel willkommen hieß. Es seien auch bei der Gemeinde bereits Spenden eingegangen und weitere würden erwartet. Auch Firmen hätten sich für die gute Sache als Sponsoren beteiligt.
Die beiden Wehren sicherten sich gegenseitige zu, die Verbindung von Kall nach Ostrau aufrecht zu erhalten. Sobald die Spendenaktion abgeschlossen sei, werde es ein Wiedersehen geben. Und zwar im Oktober in Kall, wenn die Kollegen aus Sachsen den Erlös der Aktion beim Kameradschaftsabend des Löschzuges Kall übergeben werden.
Für die Impfung ist zwingend ein Personalausweis oder ein vergleichbares Ausweisdokument vorzulegen. Foto: Staatskanzlei RLP / Sämmer
Mendig – Impfen schnell und einfach – Aufgrund der hohen Nachfrage kommt der Impfbus erneut nach Mendig. Am heutigen Donnerstag, 09. September von 8-18 Uhr können sich Bürgerinnen und Bürger ohne Terminabsprache einfach nur mit dem Personalausweis auf dem Marktplatz in Mendig impfen lassen.
Vor Ort hat jeder die individuelle Wahl zwischen den Impfstoffen von BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson.
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