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RLP Sportminister Lewentz würdigt herausragende Verdienste mit dem Sport-Obelisken

Region/Mainz – RLP Sportminister Roger Lewentz hat Otmar Passiwan (Konz), Jürgen Blaschke (Mainz), Rudi Einholz (Haßloch), Jürgen Schäfer (Frankelbach) und Otmar Balles (Illerich) für ihr langjähriges Engagement mit dem Sport-Obelisken 2021 ausgezeichnet.

„So unterschiedlich die heute ausgezeichneten Persönlichkeiten und ihre jeweiligen Disziplinen sind, sie alle eint ihr jahrzehntelanges Engagement und ihr unermüdlicher Einsatz für den Sport und ihre Mitmenschen. Alle Preisträger haben in ihren Vereinen und darüber hinaus viel für unsere Gesellschaft bewegt. Die Auszeichnung mit dem Sport-Obelisken ist Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die großartigen und langjährigen Leistungen“, sagte Minister Lewentz bei der Verleihung in Mainz.

Otmar Passiwan ist einer der Gründerväter des Rollstuhl-Sportclub Trier. Mit anderen Enthusiasten und Rollstuhlsportlerinnen und -sportlern gründete er 1985 die RSC-Rollis 1985 Trier mit dem Ziel, den Rollstuhlsport auf breiter Basis zu fördern. Von Beginn an ist Otmar Passiwan erster Vorsitzender des Vereins. Ab 1986 war er als einer der ersten Rollstuhl-Basketball-Schiedsrichter der Rollis Trier tätig. Als Trainer ist er für seinen Verein seit 1991 in verschiedenen Funktionen im Einsatz. Im Jahr 1992 gelang es ihm, bei den Gremien des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes (DRS) die Einführung und Spielgenehmigung für nichtbehinderte Rollstuhl-Basketballspielerinnen und -spieler im nationalen Spielbetrieb zu erwirken. Von 1983 bis 2005 hatte er verschiedene Funktionen im DRS inne. So war er von 1983 bis 1995 Basketball-Spielleiter der 2. Bundesliga Süd und von 2002 bis 2005 Spielleiter der Regionalliga Mitte. Otmar Passiwan erhielt 2019 die goldene Ehrennadel des Sportbundes Rheinland.

Jürgen Blaschke ist seit über 50 Jahren im Handball aktiv. Ob als Spieler, Schiedsrich­ter, Schiedsrichterbeobachter, Zeitnehmer oder Funktionär – jede dieser Aufgaben hat er stets mit großem Engagement gemeistert. Von Mitte der 1960er Jahre bis Ende der 1970er Jahre war er bei verschiedenen Mainzer Vereinen als Spieler aktiv. Für den TSV 1860 Mainz war er von 1965 bis 1974 als Funktionär in verschiedenen Bereichen tätig. Mitglied beim Handball-Club Mainz-Gonsenheim ist er seit 1987. Bereits seit 1976 engagiert sich Jürgen Blaschke im Handball-Verband Rheinhessen. Hier war er unter anderem Männerspielwart von 1976 bis 1985, Vorsitzender der Technischen Kommission von 1985 bis 1993, zweiter Vorsitzender von 1993 bis 2001 und stellvertretender Vorsitzender des Ehrenausschusses von 2000 bis 2004. Zudem war er von 1984 bis 2010 Vizepräsident des Südwestdeutschen Handball-Verbandes und von 1986 bis 1988 Präsident des Deutschen Handball-Bundes. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Ehrenausschusses im Handball-Verband Rheinhessen. Jürgen Blaschke wurde bereits mehrfach vom Sportbund Rheinhessen und vom Landessportbund Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Rudi Einholz‘ Leidenschaft ist das Gewichtheben. Seit fast 50 Jahren engagiert er sich als Abteilungsleiter Gewichtheben der Turn- und Sportgemeinde 1880 Haßloch für die Belange der Athletinnen und Athleten. Von 1980 bis 1991 war er zweiter Vorsitzender und von 1991 bis 2001 erster Vorsitzender der TuS. Als „Teamchef Bundesliga“ war er von 1996 bis 2006 für seinen Heimatverein aktiv. Auch auf Verbandsebene ist Rudi Einholz seit über 30 Jahren im Einsatz. Für den Gewichtheberverband Rheinland-Pfalz (GVRLP) war er von 1989 bis 2006 Sportwart. Seit 2006 ist er Vizepräsident und Kampfrichterobmann des GVRLP. Als Gewichtheber-Kampfrichter war Einholz mehrere Jahrzehnte national und international bei unzähligen Sportveranstaltungen unterwegs. Eine besondere Aufgabe erhielt er im Jahr 2016 vom Bundesverband Deutscher Gewichtheber, als er bei der Olympia-Qualifikation der deutschen Gewichtheberinnen und Gewichtheber im Bundesleistungszentrum Heidelberg mitwirkte. Rudi Einholz wurde vom Sportbund Pfalz, vom Landessportbund Rheinland-Pfalz und vom GVRLP für sein Engagement geehrt.

Jürgen Schäfer engagiert sich seit 50 Jahren in besonderem Maße für den Jugendfußball. Auf Vereins-, Kreis- und Verbandsebene übte er verschiedene Führungsfunktionen aus und gilt bei den Vereinen als anerkannter Fachmann, wenn es um Fußball geht. Von 1962 bis 1976 war er aktiver Spieler und Jugendleiter bei seinem Heimatverein, dem SV Mehlbach. Beisitzer im Kreisjugendausschuss war er von 1972 bis 1978, Schiedsrichter in der Oberliga und Linienrichter in den höchsten deutschen Spielklassen von 1974 bis 1985, Kreisjugendwart im Kreis Kaiserslautern von 1979 bis 1990, Bezirksjugendwart Westpfalz von 1988 bis 2004 und von 2004 bis 2012 Vorstandsmitglied im Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV). Seit 2004 ist Jürgen Schäfer Vorsitzender des Verbandsjugendausschuss im SWFV und seit 2012 Präsidiumsmitglied im SWFV. Neben Ehrungen des Sportbundes Pfalz, des Fußball-Regionalverbandes Südwest und des SWFV wurde Herr Schäfer auch vom Deutschen Fußball Bund für sein Engagement ausgezeichnet.

Otmar Balles hat sich dem Angelsport – und hierbei dem Castingsport – verschrieben. Angefangen hat er vor über 50 Jahren als Kassierer beim Angelsportverein Ellenz. Später war er von 1976 bis 1986 Jugendleiter, von 1978 bis 1986 Sportwart und von 1980 bis 1986 Schriftführer beim Angelsportverein Pommern. Von 1983 bis 2008 war er erster Vorsitzender der Vereinigten Angelsportvereine des Kreises Cochem-Zell. Für den Anglerclub Kadern engagierte er sich von 1986 bis 2005 als Sportwart und leitet seit 2000 als erster Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Herr Balles ist auch auf Verbandsebene tätig. Seit 1991 ist er Casting-Referent im Landesfischereiverband Rheinland-Pfalz, im Landesfischereiverband Rheinland-Rheinhessen und im Sport-Fischerverband Rheinland. Zudem ist er seit 2011 erster Vorsitzender im Landesfischereiverband Rheinland-Rheinhessen und seit 2019 erster Vorsitzender des Sport-Fischerverbandes Rheinland. Otmar Balles gewann seit 1989 insgesamt 157 Deutsche Meistertitel, einen Europameistertitel und 43 Weltmeistertitel im Castingsport. Das Engagement von Otmar Balles wurde im Jahr 2012 mit dem silbernen Lorbeerblatt gewürdigt.

Seit 1996 werden mit dem Sport-Obelisken sowohl herausragende Leistungen von Sportlerinnen und Sportlern mit Vorbildfunktion gewürdigt als auch das Engagement von Menschen, die sich über viele Jahre ehrenamtlich in besonderem Maße für den Sport in Rheinland-Pfalz eingesetzt haben. Der Sport-Obelisk wird pro Jahr an fünf Preisträgerinnen und Preisträger vergeben.

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Bistum Aachen – Kirchenbücher ab sofort online verfügbar

Aachen – Zum Start 80.000 digitalisierte Seiten aus ca. 400 Büchern aus 100 Pfarreien. Wichtige Zeugnisse nun von überall auf der Welt kostenlos einsehbar. Digitaler Bestand wird stetig weiter ausgebaut.

Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Trauungen und Todesfälle – in Kirchenbüchern (Matrikeln) finden nicht nur Ahnenforscher und Wissenschaftler spannende Zeugnisse. 819 Originale aus dem Bistum Aachen beherbergt das Bischöfliche Diözesanarchiv Aachen in der ehemaligen Kirche St. Paul. Bisher mussten Interessierte, um in den Kirchenbüchern zu recherchieren, persönlich im Archiv vorbeischauen. Das ist ab sofort für die meisten Bände nicht mehr notwendig. Mit ungefähr 80.000 digitalisierten Seiten aus ca. 400 Büchern aus 100 Pfarreien geht das Bistum Aachen auf der Online-Plattform Matricula an den Start. „Weitere Kirchenbücher sind bereits digitalisiert, so dass das Angebot ständig erweitert wird. Zudem kommen aus den Pfarreien weitere Ablieferungen, die nach und nach bearbeitet werden“, betont Dr. Beate Sophie Fleck, Leiterin des Diözesanarchivs. Den Knopf für den Online-Start der Kirchenbücher drückte Generalvikar Dr. Andreas Frick: „Ich freue mich, dass wir diesen wichtigen Schritt gehen, um es Menschen – egal, wo sie sich gerade aufhalten – zu ermöglichen, ganz bequem online sich in alten Kirchenbüchern zu informieren. Mein ganz besonderer Dank gilt dem Team des Diözesanarchivs, ohne das dieses überhaupt nicht möglich gewesen wäre.“

Kirchenbücher gibt es für die katholische Kirche seit dem Konzil von Trient (1563). Das älteste Kirchenbuch im Bestand des Diözesanarchivs stammt aus der Pfarrei Burtscheid St. Michael. Aufgezeichnet sind hierin Taufen (1597-1640), Trauungen (1597-1641), Sterbefälle (1596-1641) und weitere Aufzeichnungen, etwa zu Einnahmen und Ausgaben, da das Kirchenbuch in der Anfangsphase als wichtigstes Handbuch des Pfarrers fungierte. Auch aus Weyer St. Cyriakus (Mechernich, Eifel) und Kaldenkirchen (Nettetal) liegen Kirchenbücher vor, die 1600 bzw. 1608 beginnen. Die meisten Kirchenbücher im Bistum Aachen stammen jedoch aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Ein bei Führungen immer wieder gern bestauntes Kirchenbuch ist das 1811 beginnende Taufbuch von St. Paul in Aachen, in dem sich die Taufeinträge der beiden Seligen Clara Fey und Franziska Schervier befinden. „Kirchenbücher sind wichtige Quellen, die nicht nur den Grundstock für die Erforschung der eigenen Familie bilden, sondern viele weitere Fragestellungen zu historischen Themen beantworten können“, betont die Archivdirektorin. Aus ihnen lassen sich demografische Entwicklungen ablesen, etwa das Bevölkerungswachstum, Kindersterblichkeit oder das Heiratsalter.
Die Online-Plattform Matricula hat das Diözesanarchiv St. Pölten 2008 initiiert. Inzwischen sind an ihr acht Staaten beteiligt, aus Deutschland sind es zehn Bistümer. „Wir haben uns für diese Plattform entschieden, weil sie den Nutzenden einen sehr transparenten Aufbau bietet und zudem von Archivkollegen entwickelt worden ist.“, sagt Dr. Beate Sophie Fleck. Voraussetzung für die Einstellung ins Internet ist, dass die jeweiligen Schutzfristen abgelaufen sein müssen. Bei Taufen sind das zum Beispiel 120 Jahre.

Die Vorarbeiten bis zum Online-Start der Kirchenbücher aus dem Bistum Aachen waren sehr aufwändig: Die einzelnen Bände mussten nicht nur über Jahre hinweg digitalisiert werden, sondern für eine Online-Nutzung auch die Metadaten aufbereitet werden. Damit man Einträge schneller findet, wurden die digitalen Kirchenbücher, die in den ersten Jahrhunderten oft Mischbücher waren, d. h. verschiedene Amtshandlungen, aber auch weitere Namenslisten z. B. von Bruderschaften oder wirtschaftliche Einträge umfassten, in die einzelnen Bereiche getrennt und dann Datei für Datei ins Portal eingefügt werden. „Ohne die zuverlässige Arbeit des Teams, insbesondere von Julia Haberstock, Marita Hermanns-Kuck und Charlotte Treutler, wäre das Projekt nicht umsetzbar gewesen“, erinnert die Archivleiterin an die komplexen Vorbereitungen, die auch die Einfügung von Hintergrundinformationen zu den einzelnen Pfarreien umfassten.

Die Kirchenbücher des Bistums Aachen online: https://data.matricula-online.eu/de/

Das Diözesanarchiv – Gedächtnis des Bistums Aachen

Untergebracht ist das Diözesanarchiv mit drei Kilometern Archivalien in der ehemaligen Kirche St. Paul an der Jakobstraße. Zu den wichtigsten Beständen zählen unter anderem Dokumente der Bischöflichen Sekretariate, des Generalvikariates und des Domkapitels. https://www.bistum-aachen.de/Bischoefliches-Dioezesanarchiv/

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DIAMOS AG spendet 4000 Euro an die Gemeinde Kall

Kall – Der Dienstleister für Standard-Software aus dem Taunus unterstützt die Flutopfer-Hilfe der Gemeinde Kall – Firmen-Manager Hennemann bringt den symbolischen Spendenscheck persönlich ins Rathaus – Michael Heller: „Spenden kommen zu 100 Prozent bei den Betroffenen an“

Noch immer haben die Betroffenen in der Gemeinde Kall mit den Folgen der Flutkatastrophe in der Nacht zum 15. Juli zu kämpfen. Vieles wurde schon geschafft, aber es gibt auch nach wie vor noch viel zu tun. In Erwartung der kalten Jahreszeit rücken Themen wie die Verfügbarkeit von Wohnraum und wieder funktionierende Heizungen verstärkt in den Fokus der von der Flut betroffenen Menschen.  Und da ist jede Hilfe willkommen.

Auch die mehr als 200 Kilometer von Kall entfernt in Sulzbach im Taunus  ansässige Firma DIAMOS AG, ein Dienstleister, der auf  Softwarelösungen, Services und Hosting von Rechenzentren  für die Investmentbranche spezialisiert ist, hat von den Problemen der Menschen in Kall erfahren. „Bisher war mir Kall kein Begriff“, berichtete Uwe-Michael Hennemann, Managing Director des Unternehmens, jetzt bei seinem Besuch in Kall. Er hatte die rund zweieinhalbstündige Fahrt  von Sulzbach nach Kall in Kauf genommen, um im Rathaus persönlich eine Spende von 4000 Euro zu übergeben.

„Da war ich erst mal sprachlos“, sagt Gemeindemitarbeiterin Michaela Kratz, die den Anruf der DIAMOS AG nur wenige Tage zuvor in Empfang nahm. „Die Spende an sich ist schon Grund zur Freude, aber dass zudem noch eine solch weite Anreise auf sich genommen wird, um den symbolischen Scheck persönlich zu übergeben, hat mich tief beeindruckt.“

Wie Hennemann berichtet, haben ihn mediale Bilder und Berichterstattungen aus den Flutgebieten schockiert. „In unserer Region war vom Hochwasser nichts zu spüren, dennoch bedrückten mich die Bilder aus Funk und Fernsehen und auch die Fahrzeug-Konvois der Helfer, die ich in Richtung der betroffenen Gebiete fahren sah“, so Hennemann.

Und das sei Anlass genug gewesen: Das Unternehmen habe gezielt helfen wollen und überlegte, wie man dies bewerkstelligen könne. Die Mitarbeiter zogen mit und verzichteten auf einen Bonus, den sie üblicherweise gezahlt bekommen. „Das Unternehmen stockte diesen Betrag dann weiter auf“, berichtete Uwe-Michael Hennemann.

Und nicht ganz zufällig kommt der Scheck zu jetzigen Zeitpunkt. Denn mehr als drei Monate seien inzwischen seit der verheerenden Flut vergangen. Mit der Spende wolle die Firma ein Zeichen setzen und verhindern, dass die Katastrophe in Vergessenheit gerate.

„Wir möchten zudem ganz gezielt spenden und einen Bezug zu der Region haben“, sagt Hennemann. So tätigte das Unternehmen eine weitere großzügige Spende im fränkischen Hof, wo eine Niederlassung betrieben wird. Von einer aus Kall stammenden Praktikantin erfuhr das Unternehmen, dass auch ihre Heimatgemeinde stark vom Hochwasser getroffen wurde. Und so war schnell klar, dass das Unternehmen auch hier unterstützen möchte.

Michael Heller, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, nahm den Scheck dankend und sichtlich gerührt entgegen. Denn Hennemann und Heller sind sich einig: Hinter jedem Schicksal stehen Menschen. „Die Spendengelder kommen zu einhundert Prozent bei den Betroffenen an“, versichert Heller.

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„Mehmet trifft Max“: Ferienfreizeit für ein respektvolles Miteinander

Region/Mayen-Koblenz – Eine seit der ersten Auflage vor mehr als zehn Jahren beliebte Veranstaltung mit wichtigem Hintergrund: Am vergangenen Freitag ist die Ferienfreizeit „Mehmet trifft Max“ des Fußballverbandes Rheinland zu Ende gegangen. Insgesamt 14 Jungen und Mädchen im Alter von neun bis zwölf Jahren waren von Montag bis Freitag zu Gast in der Koblenzer Sportschule Oberwerth. Die Kinder aus mehreren Nationen erlebten dabei ein vielfältiges und spannendes Programm – unterstützt durch die Provinzial Rheinland Versicherung. So standen unter anderem Abenteuergolf, Geocaching in Koblenz und ein Besuch der Spaßfabrik auf dem Programm. Dazu gab es Vertrauensspiele, die die Kinder nicht allein, sondern nur als Team gewinnen konnten. Fußball wurde natürlich auch gespielt – und so wurden im Rahmen dieses Angebots über Spiel und Sport einmal mehr Regeln für ein friedliches und respektvolles Miteinander vermittelt. Darüber hinaus freuten sich die Kinder über die Urkunde des DFB-Fußballabzeichens, das sie im Laufe der Woche absolviert hatten.

„Die zurückliegende Woche ist sehr gut verlaufen“, sagt Ingo Karst, Vorsitzender der FVR-Kommission für sozialpolitische Aufgaben. „Die Kinder haben sich von Tag zu Tag mehr aneinander, an uns Betreuer und an den Tagesrhythmus gewöhnt. Wir haben ihnen ein abwechslungsreiches Programm angeboten, damit sie auch mal andere Dinge und die neue Umgebung kennenlernen. Die Ferienfreizeit hat sowohl den Kindern als auch uns viel Spaß gemacht und Freude bereitet.“ Von großer Bedeutung ist darüber hinaus seit jeher ein Aspekt, der schon dem Namen der Veranstaltung abzulesen ist: „Es haben Kinder mit Migrationshintergrund und deutsche Kinder teilgenommen. Unser Ziel war es, soziale Kompetenz dahingehend zu vermitteln, respektvoll miteinander umzugehen, dass man gemeinsam etwas erreichen kann und wie man als Team auftritt. Der am Abschiedstag geäußerte Wille der Kinder, gerne noch länger bleiben zu wollen, bestätigt die stetige positive Resonanz der jährlichen Ferienfreizeit des FVR sowie die gute integrative Arbeit unserer Kommission“, sagt Karst.

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Gemeinsam nähen für weniger Abfall – Kreis Euskirchen nimmt teil

Euskirchen – Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) bündelt EU-weit zahlreiche Aktionen für eine ressourcenschonendere Zukunft und zeigt Alternativen zur Wegwerfgesellschaft auf. In diesem Jahr findet die EWAV vom 20. bis 28. November unter dem Motto „Wir gemeinsam für weniger Abfall – unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit!“ statt. Der Fokus liegt 2021 auf nachhaltigen Gemeinschaften.

Der Kreis Euskirchen nimmt mit der Aktion „Wir nähen gemeinsam für weniger Abfall – Dein Beutel wandert um die Welt“ daran teil. In diesem Jahr steht das nachhaltige Schenken im Vordergrund. Anderen eine Freude machen tut gut. Wird das Geschenk dann noch abfallarm übergeben, umso besser. Somit werden alle Menschen, die gerne nähen, dazu aufgerufen in den nächsten Wochen Mehrweggeschenkbeutel zu nähen.

„Wo sind die NäherInnen der tollen, bunten Masken?“, fragt Karen Beuke, die Abfallberaterin der Kreisverwaltung.  „Ob große oder kleine Beutel, Bunte oder Neutrale – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Waschbar sollten sie sein, um sie lange gebrauchen zu können und damit der Beutel vielleicht einmal um die Welt wandert. Als Material eignen sich besonders Stoffreste oder z.B. alte Tischdecken, Vorhänge oder Stücke von teils verschlissenen Alttextilien (Hosenbeine, Hemdsärmel etc.).“

Was tun mit den genähten Beuteln? Die Beutel können von den NäherInnen selbst als Geschenkverpackung genutzt werden. Oder als solche verteilt werden, wie z. B. für die Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenke im Verein. Werden zu viele Beutel genäht, dann können sie auch an die Abfallberatung des Kreises (Adresse siehe unten) gesendet werden. Von dort aus werden sie gerne weitergegeben. Wer seine Beutel und vielleicht auch sich selbst präsentieren möchte, kann dies gerne über Facebook oder Instagram tun oder das Foto per Mail an die Abfallberatung senden.

In der Abfallvermeidungswoche selbst verteilen die Kreis-Nachhaltigkeitskoordinatorin Lisa Rodermann und die Abfallberaterin Karen Beuke Geschenkbeutel an die BürgerInnen in verschiedenen Kommunen. Orte und Zeiten werden noch bekannt gegeben. Die Beutel werden in gemeinnützigen Einrichtungen im Kreis genäht. Menschen mit Handicap nähen bunte Beutel in den Nordeifelwerkstätten. Nicht aus irgendeinem Stoff, sondern aus den schönen, bunten ausgedienten Stoffbeuteln der dm-Drogeriemärkte. Und in der Wirkstatt in Kall wird aus überschüssigen Alttextilien von der integrativ arbeitenden Frauengruppe kreativ mitgenäht. Der Kreis Euskirchen freut sich über diese tollen Kooperationen: Unsere Gemeinschaft für mehr Nachhaltigkeit.

Weitere Infos zur Aktion, Infozettel zum Einlegen in die genähten Beutel und Nähanleitungen gibt’s hier: www.kreis-euskirchen.de/ewav

Bei Rückfragen melden Sie sich bitte bei der Nachhaltigkeitskoordinatorin Lisa Rodermann (lisa.rodermann@kreis-euskirchen.de, Tel.: 02251-15-1312) oder der Abfallberaterin Karen Beuke (karen.beuke@kreis-euskirchen.de ; Tel.: 02251-15-371, Jülicher Ring 32, 53879 Euskirchen)

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Dienstfahrten mit zwei Elektroautos in der Verbandsgemeinde Wittlich

Wittlich – Westenergie unterstützt Verbandsgemeinde Wittlich-Land bei Leasing von zwei Dienstfahrzeugen. Förderprogramm für Kommunen. Die Verbandsgemeinde Wittlich-Land treibt die Elektromobilität in der Region weiter voran.

Der Infrastrukturdienstleister Westenergie unterstützt die Verwaltung beim Leasing von zwei umweltfreundlichen Elektrofahrzeugen durch einen Zuschuss über rund 8.000 Euro. Die Wagen stehen künftig für Dienstfahrten von Mitarbeitern der Verwaltung für die kommenden beiden Jahre zur Verfügung.

Der Erste Beigeordnete Fritz Kohl nahm die nagelneuen Fahrzeuge gemeinsam mit Kollegen und Vertretern von Westenergie sowie dem Autohaus in Empfang. „Es ist eine wichtige Aufgabe, bei dem wachsenden Bedarf nach Mobilität nach Lösungen zu suchen, die gleichzeitig unsere Natur schonen. Als Verwaltung nehmen wir unsere Vorbildfunktion ernst und treiben die Elektromobilität voran.“ Er ergänzte: „Es freut mich, dass die umweltfreundlichen Fahrzeuge künftig die Mitarbeiter bei Dienstfahrten in der Region begleiten.“

Die Gruppe ließ es sich nicht nehmen, die erste Probefahrt mit einem der neuen Elektrofahrzeuge persönlich zu unternehmen. Die Anschaffung der E-Autos hat Westenergie mit einem unternehmenseigenen Förderprogramm gefördert. Marco Felten, Kommunalmanager bei Westenergie in der Region Trier, ergänzte: „Elektro-Mobilität ist ein Zukunftsthema sowohl für uns als auch für die Kreise und Verbandsgemeinden. Gerade in Zeiten steigenden Umweltbewusstseins und mit Blick auf die Energiewende ist sie eine der Antworten darauf, wie wir uns im Sinne des Klimaschutzes in Zukunft fortbewegen wollen.“

Westenergie bietet den Kommunen, die einen Konzessionsvertrag mit dem Energiedienstleister besitzen, das Förderprogramm „KEK – Kommunales Energie Konzept“ an. Es beinhaltet Lösungen und Produkte, mit denen sich Kommunen fit für die Energiezukunft machen. Gefördert werden Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Energieeffizienz und Infrastruktur. Das umfasst etwa die Steigerung der Energieeffizienz kommunaler Gebäude und Einrichtungen oder auch Konzepte zur Elektromobilität.

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BUND weist Wildkatze im Aachener Stadtwald nach

Aachen/Düsseldorf – Nun ist es amtlich: In Aachen leben Wildkatzen. Lange war es still um die Wildkatzen im Aachener Stadtwald. Im Jahr 2016 wurde ein erster Nachweis einer größeren Besiedelung durch Wildkatzen in diesem Gebiet veröffentlicht. Seither wurde der Zustand dieser kleinen Population aber nicht mehr beobachtet. Das wollte der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) in Nordrhein-Westfalen nun ändern. Diesen Sommer platzierte der BUND mehrere Wildtierkameras im Wald. Drei Wildkatzenbotschafter des BUND NRW und die Revierförster des Gemeindeforstamtes Aachen kontrollieren die Kameras in guter Zusammenarbeit alle zwei Wochen. Der Wildkatzenbotschafter Stefan Eschweiler ist froh: „Das richtige Anbringen und die Kontrolle der Kameras kostet viel Zeit und Mühe. Da ist man froh, wenn man neben den Wildschweinen, Rehen und Füchsen auch die Wildkatze endlich nachweisen kann.“

Das Vorhaben wird noch mehrere Monate fortgeführt, um den Status der kleinen Population besser einschätzen zu können. „Wir wollen wissen, wie viele Wildkatzen in etwa in diesen Wäldern leben und ob diese auch Nachwuchs haben. Denn nur wenn es Jungtiere gibt, fühlen sich die Wildkatzen richtig wohl und bleiben auch im Aachener Wald“, so Christine Thiel-Bender, Referentin Artenschutz des BUND in NRW.

Wildkatzen sind scheue und sensible Waldbewohner. Daher ist es wichtig, ihren Lebensraum so wenig wie möglich zu stören. Alle Aachener, die den Wald vor der eigenen Haustür genießen wollen, sollten immer daran denken, dass sie sich im Wohn- und Schlafzimmer der Wildtiere aufhalten. Daher bittet der BUND NRW darum, nicht die Wege zu verlassen und auch den Tieren Nachtruhe zu gewähren. Ebenso wichtig ist es, in der Zeit der Jungenaufzucht (April bis September) keine jungen Katzen aus dem Wald mitzunehmen. Denn Wildkatzenjunge sterben in menschlicher Obhut schnell aufgrund von Stress. Bei einem vermeintlich verlassenen Wildkatzenjunges rufen Sie den BUND NRW an: 0211-30200523.

Die Wildkatze fühlt sich in „unaufgeräumten“, naturnahen Laubmischwäldern mit vielen Versteckmöglichkeiten am wohlsten. Im Stadtwald Aachen finden die Wildkatzen genau diese Strukturen. „NRW hat das Glück, etwa 10% der deutschlandweit vorkommenden 5.000 bis 8.000 Wildkatzen zu beherbergen“, weiß Thiel-Bender. Die größten Vorkommen sind in der Eifel, im Sauerland, im Egge- und Rothaargebirge.

Wildkatzen sind auf ein durchgängiges Netzwerk dieser Wälder angewiesen. „Ein deutschlandweites Netz an Naturlebensräumen ist ein Ziel, für das es einen langen Atem braucht – ein Generationenprojekt“, betont Christine Thiel-Bender. Flächen müssen langfristig für die Natur zu Verfügung gestellt und erhalten werden. Querungshilfen über Straßen müssen geplant und umgesetzt werden. „Doch die Arbeit lohnt sich. Die Wildkatze ist ein wertvolles Symbol für den Zustand unserer Natur“, so Thiel-Bender.

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Silberkette mit Geschichte – Lit.Eifel-Lesung mit Alena Schröder in der Kunstakademie Heimbach

Heimbach – Private Einblicke in autobiografischen Hintergrund ihres Romans. Am Anfang stand eine silberne Kette – denn eigentlich wollte Alena Schröder mit ihrer Literaturagentin etwas ganz anderes besprechen, als dieser die außergewöhnliche Silberkette um ihren Hals auffiel. Ein Erbstück. Alena Schröder erzählte vom spannenden Leben ihrer Urgroßmutter – und die Idee für ihren Debütroman war geboren. Dass es sich bei der Kette letztendlich gar nicht um ein Erbstück von „Ömchen“ handelte, erfuhr Alena Schröder von ihrer Mutter – zum Glück für ihre Leser – erst, als der Roman „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ bereits geschrieben war. Einen Einblick in ihr Buch und dessen Entstehung gab die Autorin am Montagabend bei der ausverkauften Lit.Eifel-Lesung im stimmungsvollen Ambiente der Kunstakademie Heimbach.

Alena Schröder hat sich bisher vor allem als Journalistin und Autorin von Sachbüchern einen Namen gemacht. Nach dem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Lateinamerikanistik in Berlin und San Diego besuchte sie die Henri-Nannen-Schule, eine Journalistenschule in Hamburg. Nach Jahren als Redakteurin bei der „Brigitte“ arbeitet sie heute frei unter anderem für die „Brigitte“, das „SZ-Magazin“ und „Die Zeit“.

Vier Frauen, vier Generationen

„Ich wollte über die Geschichte meiner Urgroßmutter eigentlich einen journalistischen Beitrag schreiben, aber dafür fehlten mir einfach die Belege – ich kannte nur die Familienanekdoten von meiner Mutter“ erzählte Alena Schröder. Und die Schriftstellerin gesteht: „Journalismus ist anstrengend, alles was man schreibt, muss man belegen. Als ich meinen Roman geschrieben habe, fand ich es toll, mir Sachen ausdenken zu können – das hat wirklich Spaß gemacht.“

Entstanden ist eine deutsch-jüdische Familiengeschichte, die vier Frauen über vier Generationen von den 1920er-Jahren bis heute miteinander verbindet. Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung und Mutterschaft sind Themen, die sie alle miteinander verbinden.

Der Roman spielt in Berlin, wo das Leben tobt, während die 27-jährige Hannah spürt, dass ihres noch nicht angefangen hat. Ihre Großmutter Evelyn hingegen kann nach beinahe hundert Jahren das Ende kaum erwarten. Ein Brief aus Israel verändert alles. Darin wird Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens ausgewiesen. Die alte Frau aber hüllt sich in Schweigen.

Warum weiß Hannah nichts von der jüdischen Familie? Und weshalb weigert sich ihre einzige lebende Verwandte, über die Vergangenheit und besonders über ihre Mutter Senta zu sprechen? Die Spur der Bilder führt zurück in die 1920er-Jahre, zu einem eigensinnigen Mädchen. Gefangen in einer Ehe mit einem hochdekorierten Fliegerhelden, lässt Senta alles zurück, um frei zu sein. Doch es brechen dunkle Zeiten an.

Autobiografische Bezüge

Bei der Lit.Eifel-Lesung waren die Zuhörer ganz nah dran an den Romanfiguren, denn Alena Schröder gab einen privaten Einblick in den autobiografischen Hintergrund der Familiengeschichte – inklusive verblichener Fotos der Urgroßeltern. Denn tatsächlich habe ihre Urgroßmutter Senta in den 1920er Jahren Ehemann Ulrich und die gemeinsame Tochter verlassen, um nach Berlin zu gehen.

Und auch einen Brief mit dem Hinweis auf verschollene Kunstwerke der von den Nazis deportierten jüdischen Vorfahren habe es wirklich gegeben. „Diese Restitutionsverfahren sind in der Realität allerdings sehr kompliziert und langwierig – und es ist extrem selten, dass tatsächlich ein Bild gefunden wird“, so Alena Schröder.

Von diesen jüdischen Vorfahren, einem Kunsthändlerehepaar, fand Alena Schröder in alten Unterlagen eine sogenannte „Vermögenserklärung“, die sie vor ihrer Deportation auszufüllen hatten. „Auf 35 Seiten mussten sie dort ihren gesamten Hausstand vom Bettlaken bis zur Konservendose auflisten“, beschreibt die Autorin. Sie empfinde es als schmalen Grad, als Schriftstellerin von der Zeit des Nationalsozialismus zu erzählen, ohne dabei voyeuristisch zu sein. Aus diesem Grund habe sie sich für diesen Teil der Geschichte auf das genannte Formular fokussiert: „Dieses Dokument hat so eine Kälte und transportiert mit seiner Auflistung der letzten Habseligkeiten den Schrecken dieser Zeit.“

Thema noch auserzählt

Für die historischen Episoden ihres Romans habe sie viel recherchiert, erzählt Alena Schröder im Gespräch mit Lit.Eifel- und Radio-Moderatorin Katia Franke. So habe sie beispielsweise viel zeitgenössische Literatur gelesen, um dem Alltag der Menschen und der damaligen Sprache nachzuspüren. Sie arbeite in der Zeit, wenn ihre Kinder in der Schule seien. Ganz oft habe dabei nur an die Wand geguckt, während sich die Geschichte in ihrem Kopf entwickelte. „Schreiben ist eben auch ganz viel nicht schreiben…“

Dass ihr Debütroman solch einen Erfolg haben und es in die Spiegel-Bestsellerliste schaffen würde, habe sie sich nicht vorstellen können, gesteht Alena Schröder. Das liege vielleicht auch daran, dass das Thema Mutterschaft und die ambivalenten Gefühle, die damit einhergehen könnten, in der Literatur noch nicht auserzählt sei. „Eine liebevolle Mutter und gleichzeitig mit Leidenschaft berufstätig zu sein war vor 100 Jahren fast unmöglich – aber auch heute ist das Problem aus meiner Sicht noch nicht gelöst.“

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18. Aachener Krönungsmahl: Rund 150 Gäste folgen der Einladung des Rathausvereins und von creatEvent

Aachen – Besonderes Festmahl im außergewöhnlichen Ambiente des Krönungssaals mit erstklassigem Unterhaltungsprogramm. Organisiert vom Rathausverein Aachen, unterstützt von creatEvent und der finanziellen Hilfe zuverlässiger Sponsoren.

Gastredner waren Armin Laschet, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, sowie Professor Dr. Harald Müller vom Lehrstuhl für Mittlere Geschichte an der RWTH Aachen. Drei junge Stipendiat*innen der Deutschen Stiftung Musikleben zauberten das musikalische Klangmenü des Abends.

Georg Helg, Initiator und Moderator des Aachener Krönungsmahl, kündigte seinen Abschied an und wurde von OBin Sibylle Keupen zum „Ehrengast auf Lebenszeit“ ernannt. Foto: Copyright © Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Rund 150 Gäste waren am 23. Oktober der Einladung des Rathausvereins Aachens und erstmals von creatEvent zum 18. Aachener Krönungsmahl in den festlich dekorierten Krönungssaal des Aachener Rathauses gefolgt. In diesem Jahr wurde damit die 500 +1. Wiederkehr der Königskrönung Karls V. in Aachen gefeiert, auf die sich das jährliche Krönungsmahl bezieht.

Kulinarisch genießen und den Rathausverein unterstützen

Auch schon zu Zeiten der Königskrönungen in Aachen wurde mit Festmählern im „Reichssaal“ nicht gegeizt. Das prunkvollste und größte dieser Mähler fand tatsächlich bei der Krönung von Karl V. im Jahre 1520 statt. In Erinnerung an dieses besondere Festmahl entwickelte der Rathausverein Aachen im Jahr 2002 gemeinsam mit dem Hotel Pullman Aachen Quellenhof und mit der finanziellen Hilfe zuverlässiger Sponsoren ein moderneres und zeitgemäßes Krönungsmahl. Die Idee: auf hohem Niveau kulinarisch genießen und damit gleichzeitig den Rathausverein Aachen unterstützen. Eine Initiative, die bis heute ihre Früchte abwirft – denn seit einer Gründung im Jahr 2002 hat der Rathausverein Spenden in Höhe von ungefähr zwei Millionen Euro einnehmen können

Köstliches Menü zum Krönungsmahl

Das 4-Gänge-Menü zum Krönungsmahl kam in diesem Jahr erstmals aus der Küche von Heijo Prümper und Tilo Busch von dpd-eventmanagement. Die Gäste konnten als Auftakt des Krönungsmenüs Dreierlei vom Lachs genießen. Als Zwischengang wurde ihnen Rote Beete Carpaccio mit Ziegenkäse und Erbsensprossen serviert. Als Hauptgang präsentierten Heijo Prümper und Tilo Busch ein Bürgermeisterstück mit Kartoffelstrudel und Meerrettich- Schnippelbohnen. Zum krönenden Abschluss des Menüs begeisterten schließlich Moelleux au Chocolat, Printenzabaione und Mandarine die Gäste. Der Krönungswein, diesmal ein Commendator Enrico IGT aus dem Jahre 2015, stammte wie immer aus dem Weinkeller von Pro-Idee.

In diesem Jahr 2021 war, wie Georg Helg, der stellvertretende Vorsitzende des Rathausvereins und Moderator des Abends, im Vorfeld formulierte, „vieles neu, vieles anders und vieles vor allem überraschend“. Vor allen Dingen geschuldet der Pandemie, die auch die „gewohnte“ Anzahl der Teilnehmenden halbiert hatte und deshalb nur noch rund 150 Gäste in den Krönungssaal geladen werden konnten.

Festliches Konzert im Dom

Anders als in den Vorjahren orientierte man sich diesmal am traditionellen mittelalterlichen Ablauf der Krönungszeremonie in Aachen, der mit der Krönungsmesse im Münster begann. Von dort aus zogen damals alle Gäste gemeinsam zu Fuß zum Festmahl in das Rathaus. Das Aachener Krönungsmahl startete anno 2021 entsprechend ebenfalls im Aachener Dom. Dort bildet ein festliches Konzert mit dem Titel „Lobgesänge auf Carolus Magnus und Carolus Maximus“ den beeindruckenden Auftakt zu den Feierlichkeiten anlässlich der 500.+1. Wiederkehr der Königskrönung Karls V. und nahm die Zuhörer*innen mit auf eine musikalische Zeitreise ins 15. und 16. Jahrhundert. Die Gäste des Krönungsmahls gingen danach begleitet von den Stadtreitern zum Rathaus und wurden dort von der Rathausgarde „Öcher Duemjroefe“ begrüßt.

Die Deutsche Stiftung Musikleben zaubert ein musikalisches Klangmenü

Das Krönungsmahl ist jedoch nicht nur für seine kulinarischen Genüsse in außergewöhnlichem Ambiente bekannt, sondern auch wegen seines erstklassigen Unterhaltungsprogramms. Preisträger und Stipendiaten der Deutschen Stiftung Musikleben zauberten dabei ein musikalisches Klangmenü. Auch dieses Jahr hatte Stiftungsleiterin Irene Schulte-Hillen nämlich exzellente junge Künstler*innen für das Krönungsmahl vermittelt. Neben Gabriel Yeo (Klavier) brachten die Schwestern Helene (Violine) und Wilhelmine (Klavier) Freytag unter anderem Maurice Ravels „Miroirs“ zu Gehör.

„Vielfalt ist Stärke“

Armin Laschet betonte beim Krönungsmahl in seiner l letzten Rede als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident, wie sehr der Dom in Aachen mit verschiedenen Baustilen im Laufe der Epochen gewachsen sei und dabei geradezu Symbol für den Satz „Vielfalt ist Stärke“ sei. Das gelte gleichsam auch für die Europäische Union, deren Motto „in Vielfalt geeint“ laute. “Vielfalt ist Stärke“ forderte er auch mit Blick auf Europa und trotz aller Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit ein „bedingungsloses Zusammenhalten“.

„Mäzene dieser wunderbaren Beletage“

Professor Dr. Harald Müller vom Lehrstuhl für Mittlere Geschichte an der RWTH Aachen lud als „Häppchen zwischen den Gängen“ zu „Impressionen vom Aachener Krönungsmahl des Jahres 1520“ ein. Er veranschaulichte für die Gäste im Krönungssaal: „So wie Karl V. das Rathaus zu seiner Krönung mit Gobelins, Gold, Silber und Seide ausstatten ließ, so haben Sie mit ihren Spenden rund um das Krönungsmahl im Laufe der Jahre für bessere Akustik und moderne Beleuchtung, für fachkundig restaurierte Kunstwerke, für eine angemessene Ausstellung der Aachener Reichsinsignien sowie mit gewaltigem Aufwand für die Restaurierung des Figurenschmucks der Fassade gesorgt.“ Und weiter: „In Erinnerung an Karl V. und den 23. Oktober 1520 dürfen Sie sich heute aber mit Fug und Recht als Mäzene dieser wunderbaren Beletage der Stadt Aachen fühlen – und damit zurecht auch als bisschen wie Könige.“

Abschied

Zum Ende des Abends gab Georg Helg, der stellvertretende Vorsitzende des Rathausvereins und Initiator des Krönungsmahl, sehr emotionell seinen Abschied bekannt. „Man soll immer gehen, wenn es am schönsten ist“, sagt er. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass am Aachener Rathaus noch viel zu tun sei: „Vor allem die Fassade ist noch lange nicht fertig. Dort gibt es zum Beispiel noch fünf Figurengruppen, die aufgehellt werden müssten. Wer also in Zukunft zum Krönungsmahl kommen möchte, sollte nicht nur ein offenes Herz für die Ideen des Rathausvereins mitbringen, sondern immer auch ein offenes Portemonnaie.“ –

Als Dank für seinen Einsatz rundum das Aachener Rathaus erklärte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen Georg Helg für die Aachener Krönungsmähler zum „Ehrengast auf Lebenszeit“.

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Seit 60 Jahren auf Erfolgskurs in der Eifel – Restaurant „Büffel“ feiert runden Geburtstag

Heimbach-Hergarten – 1961 eröffneten die Eltern von Hans-Josef Rick in Hergarten die Gaststätte „Ritterstube“ – 2014 wurde der Betrieb in Restaurant „Büffel“ umbenannt – Den runden Geburtstag mit der Familie, dem Personal und Freunden gefeiert – Steaks, Burger und schwarzes „Büffel-Bier“.

13 Beschäftigte hat das Büffel-Team um Hans-Josef und Martina Rick, die am Sonntag auf den Tag genau das 60-jährige Bestehen des Restaurants feierten. Foto: Reiner Züll

Geburtstag gefeiert wurde am Sonntag im Restaurant „Büffel“ in Hergarten, wo das Ehepaar Hans-Josef und Martina Rick auf das nunmehr 60-jährige Bestehen ihres, in der Eifel bekannten Familienbetriebes zurückblicken konnte. Auf den Tag genau hatten Ricks Eltern Josef und Luise Rick am 24. Oktober 1961 die Gaststätte „Ritterstube“ eröffnet und ein Lebensmittelgeschäft übernommen, vor dem damals auch noch eine Aral-Tankstelle an der Hauptstraße stand.

Seit nunmehr 32 Jahren führen Hans-Josef und Martina Rick den Betrieb, der 2016 umbenannt wurde. Seitdem firmiert die Restauration „Ritterstube“ als Restaurant „Büffel“, was dem Familienunternehmen einen hohen Bekanntheitsgrad verschafft hat, wie Hans-Josef Rick jetzt anlässlich des Geburtstages berichtet. „Stillsand bedeutet Rückschritt“ ist das Credo des spät berufenen Restaurantfachmannes, der damals vor 32 Jahren den Betrieb von seinen Eltern übernahm, obwohl er eigentlich gar kein Interesse daran hatte. Danach ging es stetig aufwärts. Auch jetzt zum Geburtstag zeugt ein Gerüst rund um den Restaurantbetrieb davon, dass im „Büffel“ wieder umgebaut wird. Ein neues Dach, eine neue Fassade und eine Aufstockung des Gebäudes zur Einrichtung von Ferienwohnungen sind in Arbeit.

Die Ritterstuben in Hergarten nach der Eröffnung 1961: Damals gab es noch eine Tankstelle vor dem Haus, in dem Josef und Luise Rick neben der Gaststätte auch noch einen Lebensmittelladen betrieben. Repro: Reiner Züll

Im Gastraum zeugte ein altes Foto aus dem Jahr 1961 auf die Anfänge einer gastronomischen Erfolgsgeschichte hin. Es zeigt das Stammhaus der Familie, in dem Josef und Luise Rick damals eine Gaststätte und ein Lebensmittelgeschäft eröffneten. „Mein Vater hat damals als Fahrer bei meinem Opa Jean gearbeitet, der einen Bierverlag, eine Kohlenhandlung, ein Lebensmittelgeschäft und ein Mietwagengeschäft betrieb“, so Hans-Josef Rick. Als sein Vater wegen eines Rückenleidens keinen Lkw mehr fahren konnte habe er das Lebensmittelgeschäft übernommen, daneben in einem Neubau eine Gaststätte eröffnet und auch die Aral-Tankstelle betrieben. 1971 sei das Gebäude zum Hotel aufgestockt worden. Zwei Jahre später sei der Betrieb der Tankstelle eingestellt worden. Ebenfalls das Lebensmittelgeschäft, in dem seine Eltern dann ein Cafe eingerichtet hätten.

Hans-Josef Rick, der Autoschlosser gelernt hatte, stieg 1984 als Kellner in den elterlichen Betrieb ein. An eine Übernahme habe er nie gedacht. Doch dann habe sein Vater Josef ihn 1989 gefragt, ob er den Betrieb nicht übernehmen wolle. Seinem Vater „Nein sagen“ sei für ihn damals jedoch keine Option gewesen, so dass er zum 1. Januar 1990 das Restaurant und das Hotel mit seiner Ehefrau Martina, die gelernte Köchin ist, vom Vater übernommen habe.

Im selben Jahr habe er das Restaurant umstrukturiert und vergrößert. So nebenbei habe er mit Hilfe des damaligen Vorsitzenden des Eifeler Sektions-Vorsitzenden des Verbandes der Serviermeister und Restaurantfachkräfte (VSR), Gerhard Ridders, den Beruf des Restaurantfachmannes erlernt und auch ohne Absolvierung einer Lehre bei der IHK in Aachen die Prüfung zum Restaurantfachmannes erfolgreich abgelegt. In den Folgejahren sei der Familienbetrieb stetig gewachsen.

Bis zum November 2014, als die Ortsdurchfahrt von Hergarten wegen Straßenbauarbeiten voll gesperrt wurde und dem Betrieb das Aus drohte, weil die Vollsperrung schließlich bis Ostern 2016 andauerte. Aufgeben sei damals für ihn nicht in Frage gekommen. Um den Betrieb aufrecht halten zu können habe er Land verkauft, Lebensversicherungen  aufgelöst und sogar einen Trecker verlauft, blickt Hans-Josef Rick heute auf diese für den Betrieb verhängnisvolle Zeit zurück.

2016 habe er sich neu orientiert und die „Ritterstuben“ auf Vorschlag einer Agentur in „Büffel“ umbenannt. Der Familienrat habe der Umbenennung zugestimmt, die sich in der Folgezeit als Volltreffer erwiesen und den Bekanntheitsgrad erheblich gesteigert habe. Neben der normalen Speisenkarte mit traditionellen Gerichten und den Spezialitäten Steaks und Burgern, sei das „Büffel-Bier“, ein in Mendig gebrautes Schwarzbier, ein viel gefragtes Aushängeschild.

Die drei Töchter Sarah, Jessica und Corina sind alle in ihrer Ausbildung im Gastgewerbe und bei Wettbewerben recht erfolgreich gewesen, wobei Jessica es bis zur Qualifikation zur Deutschen  Meisterschaft geschafft habe.

Das 60-jährige Geschäftsbestehen feierten Hans-Josef und Martina Rick mit der Familie, mit Geschäftsfreunden und den zwölf Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die im „Büffel“ beschäftigt sind und die, so Rick, „den Laden am Laufen gehalten haben“. (Reiner Züll)