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Schnelles Internet für Schleidener Krankenhaus

Schleiden – Landrat Markus Ramers und Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings führten jetzt den symbolischen Spatenstich durch, mit dem die Bauarbeiten zur Errichtung eines Glasfaser-Anschlusses für das Schleidener Krankenhaus gestartet wurden. „Ich freue mich sehr, dass nach der Hochwasserkatastrophe der Breitbandausbau mit neuen Projekten weitergeführt wird“, so Landrat Markus Ramers. „Gemeinsam mit unseren Partnern machen wir so den Kreis Euskirchen moderner und zukunftsfest.“

Dies sieht auch Bürgermeister Ingo Pfennings so: „Das Krankenhaus Schleiden ist ein unverzichtbarer Teil des Gesundheitsstandortes Schleiden, sowohl im Regelbetrieb als auch bei Katastrophen wie dem diesjährigen Hochwasser. Ich bin daher sehr froh, dass das Krankenhaus nun den dringend notwendigen Breitbandanschluss erhält, um auch in den IT-gestützten Bereichen auf dem aktuellem Stand der Technik arbeiten zu können. Ein deutlicher Mehrwehrt für alle Beteiligten.“

Sehr erfreut über den Glasfaser-Anschluss zeigte sich der Geschäftsführer des Krankenhauses in Schleiden, Thorsten Schütze: „Als Krankenhaus mit großem Einzugsgebiet im ländlichen Raum stehen wir in der Verantwortung, unseren Patienten die bestmögliche Gesundheitsversorgung zu bieten. Viele digitale Arbeitsprozesse sind mittlerweile an das Internet gebunden. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass eine schnelle Leitung für uns endlich Realität wird.“

Durchgeführt werden die Arbeiten von der Deutschen Telekom. Vertreten wurde das Unternehmen durch den Konzernbevollmächtigten, Dr. Frank Schmidt. „Wir blicken bereits auf eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit im Förderprojekt des Bundes zur Beseitigung der weißen Flecken im Kreisgebiet zurück“, so Schmidt. „Hier erschließt die Telekom Deutschland knapp 6.000 Adressen mit Glasfaser, darunter auch alle 76 Schulen im Kreis Euskirchen. Dieses Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Auch für das Sonderprojekt zur Verbesserung der Breitbandanbindung von Gewerbegebieten und Krankenhäuser haben wir den Zuschlag erhalten und werden alles dafür tun, das in uns gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.“

Im Rahmen des kreisweiten Breitband-Förderprojektes werden seit 2018 alle stark unterversorgten Gebiete mit Glasfaser erschlossen. Dank eines Sonder-Förderprogrammes wird jetzt auch allen bislang unterversorgten Krankenhäusern ein gigabitfähiger und symmetrischer Breitbandanschluss zur Verfügung gestellt. Neben dem St. Antonius-Krankenhaus in Schleiden profitieren noch das Geriatrische Zentrum in der Zülpicher Kernstadt, die Klinik St. Martin in Euskirchen-Stotzheim und das Hospiz der Stiftung Marien-Hospital in Euskirchen von dem geförderten Ausbau. Insgesamt 260.000 Euro an Bundes- und Landesmitteln fließen in den Ausbau. Die Kommunen leisten einen 10%-igen Eigentanteil. Die Deutsche Telekom konnte sich im Auswahlverfahren durchsetzen und wird innerhalb der nächsten drei Jahren die vier Krankenhäuser mit gigabitfähigen, symmetrischen Anschlüsse ausbauen.

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Projekt „WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe“ unterstützt auch 2022 ländliche Gemeinden

Region/Mainz – Viele ältere Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz wünschen sich – auch bei Unterstützungsbedarf – in ihrem vertrauten Umfeld wohnen bleiben zu können. Das unterstützt das Land Rheinland-Pfalz seit 2014 mit dem Projekt „WohnPunkt RLP“. Für das kommende Jahr können sich Kommunen ab sofort mit ihrer Idee bei „WohnPunkt RLP“ bei der Landesberatungsstelle Neues Wohnen beim Landesamt für Jugend, Soziales und Versorgung Rheinland-Pfalz bewerben. Anfang 2022 werden dann unter den Bewerbern bis zu fünf Kommunen ausgewählt, die in ihrem Vorhaben unterstützt und begleitet werden.

„Unser Ziel ist es, für ältere Menschen weiterhin die soziale Einbindung und Teilhabe zu ermöglichen. Mit WohnPunkt RLP schaffen wir passgenaue innovative Wohnangebote, die barrierefreies Wohnen, nachbarschaftliche Hilfe und professionelle Unterstützungsstrukturen verbinden. Dadurch können ältere Menschen in ihrem Umfeld leben“, erläuterte Sozialminister Alexander Schweitzer.

Gefördert werden Ortsgemeinden und Kleinstädte mit bis zu 10.000 Einwohnern dabei, barrierefreie und bezahlbare Wohnangebote für Menschen mit Unterstützungsbedarf zu schaffen. Bislang haben sich über 40 Dörfer beim Aufbau von wohnortnahen Wohn- und Versorgungsangeboten beteiligt. Formen für Wohnen mit Teilhabe können unter anderem sein: barrierefreie Wohnanlagen, in denen man sich gemeinschaftlich einbringen kann und Unterstützung findet, Wohn-Pflege-Gemeinschaften mit Beteiligung von Zu- und Angehörigen am Alltag oder auch Quartierskonzepte mit Selbsthilfe und Tages- und Betreuungsangeboten.

Weitere Informationen zum Projekt „WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe“ auf www.wohnpunkt-rlp.de.

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Neues Programm „students@school“ entlastet Schulen in Nordrhein-Westfalen

Region/Düsseldorf – NRW Ministerin Gebauer: Schülerinnen und Schüler holen Lernrückstände auf und Studierende sammeln wichtige Praxiserfahrungen. Das Ministerium für Schule und Bildung stellt mehr als zehn Millionen Euro bereit, um Studierende zur zielgerichteten Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in die Schulen zu bringen. Mit dem Programm „students@school“ sollen in den nächsten Monaten Studierende Schülerinnen und Schüler an Schulen in Nordrhein-Westfalen beim Aufholen von Lernrückständen begleiten. Das Programm startet mit den drei Universitäten der Universitätsallianz Ruhr (Bochum, Dortmund, Duisburg-Essen) an Schulen im Ruhrgebiet, ab Januar 2022 werden weitere Kooperationen mit Zentren für Lehrerbildung (ZfL) in ganz Nordrhein-Westfalen angestrebt.

Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer erklärt: „Gemeinsam mit unserem Partner RuhrFutur setzen wir mit dem Projekt ,students@school‘ einen weiteren Hebel an, um Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, ihre Lernziele auch in der Pandemie zu erreichen. Von ,students@school‘ profitieren alle Beteiligten: Die Schülerinnen und Schüler erhalten zielgerichtete Unterstützung im Unterricht und die Studierenden sammeln wichtige Praxiserfahrungen. Es bleibt weiter unerlässlich, den Folgen der Corona-Krise in gesamtgesellschaftlicher Verantwortung zu begegnen und dabei auch neue Wege zu gehen, um die Schulen zu entlasten.“

Dr. Oliver Döhrmann, Geschäftsführer der RuhrFutur gGmbH ergänzt: „Die Auswirkungen der Pandemie im gesamten Bildungssystem sind weitreichend und bedürfen eines entschlossenen Vorgehens, um diesen wirksam zu begegnen. Bildungsgerechtigkeit für alle jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft ist dabei aus unserer Sicht der zentrale Maßstab für alle Aktivitäten. In diesem Sinne werden wir mit ,students@school‘ an unsere langjährigen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Schulen, Kommunen, Hochschulen sowie der Landesregierung anknüpfen.“

Mit durchschnittlich sieben Wochenstunden verstärken die Studierenden den Unterricht der Lehrkräfte vor Ort personell. Sie ergänzen den Unterricht, indem sie Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen unterstützen und als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Der Einsatz der Studierenden ist für die Schulen kostenfrei.

Das Honorar für den Einsatz der Studierenden orientiert sich mit 15 Euro Stundenlohn an dem Honorar einer studentischen Hilfskraft im Masterstudium. Studierende finden in diesem Programm eine attraktive Nebentätigkeit und erwerben durch die Erfahrungen in der Schule zusätzliche Kompetenzen, die auch für ihre Ausbildung wertvoll sind. Den Hochschulen steht es zudem frei, die Unterrichtszeiten im Rahmen des Programms ‚students@school‘ als Berufsfeldpraktikum anzuerkennen. Das Angebot richtet sich an Lehramtsstudierende, aber auch Studierende aus anderen Studiengängen mit sozialer bzw. psychologischer Ausrichtung können am Projekt teilnehmen.

In enger Kooperation mit den Zentren für Lehrerbildung der beteiligten Hochschulen übernimmt RuhrFutur die Koordination des gesamten Programms ebenso wie die Netzwerkbildung und den Erfahrungsaustausch zwischen den Hochschulen, Kommunen und Schulen. Außerdem betreut RuhrFutur den Bewerbungsprozess der Studierenden mit einer Online-Plattform.

Voraussetzung ist, dass die teilnehmenden Universitäten über ein Zentrum für Lehrerbildung verfügen.

Um die Studierenden auf ihre Aufgabe und Rolle vorzubereiten, werden sie vorab qualifiziert: Die digitale kostenfreie Qualifizierung umfasst 20 Stunden pro Teilnehmerin und Teilnehmer und wird zeitlich gestaffelt durchgeführt, da der Einstieg der Studierenden zu verschiedenen Zeitpunkten im Projekt erfolgt.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: https://www.ruhrfutur.de/students-at-school

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Ausstellung im Couven Museum Aachen seit dem 13. November 2021 bis 06. Februar 2022

Aachen – Stille Nächte – Süße Printen – Bilder und Bräuche seit dem Biedermeier. Die erfolgreiche stadtgeschichtliche Sommerausstellung „Nicht nur zur Weihnachtszeit – Aachen und die Printe“ im Centre Charlemagne hat im wahrsten Sinne des Wortes ein Nachspiel. Der stimmungsvolle zweite Teil, der ab November im Aachener Couven Museum gezeigt wird, schwenkt den Fokus auf das weihnachtliche Brauchtum, mit dem die Biedermeierzeit im frühen 19. Jahrhundert unser schönstes Jahresfest bis heute geprägt hat.

Bis ins 18. Jahrhundert war Weihnachten eher ein fröhliches, lautes und öffentliches Fest, denn es markierte das Ende der adventlichen Fastenzeit, welches man mit Speis und Trank ausgiebig genoss. Erst in der Epoche des Biedermeiers entwickelte sich Weihnachten zu einem Fest, das man in Beschaulichkeit und Stille im engsten Familienkreis beging. Kuratorin Dilara Uygun zur Ausstellung und zur Frage, was für sie persönlich das Lieblings-Exponat sei: „Das besondere Detail in der Ausstellung, womit ich Weinachten und Familie verbinde, ist nicht greifbar. Damit meine ich eher Erinnerungen – es sind Erinnerungen an besondere Momente vergangener Weihnachten zu Hause im Kreise der Familie wie das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Den Aspekt der Erinnerung möchte ich mit der Ausstellung verbinden. Wenn man der stressigen Vorweihnachtszeit entfliehen möchte und die Ausstellung mit den Liebsten besucht und sich dann in ein paar Jahren an den Besuch zurückerinnert. Vielleicht schafft es die Ausstellung auch, Erinnerungen vergangener Weihnachten zu erwecken wie bei der Familienkrippe, die Generation für Generation weitergegeben wurde.“

Die handgeschnitzten Printenmodel und das in ihnen ausgeformte Gebäck spielten dabei eine wichtige Rolle. Mit Nikolaus, Stern und Christkind, umgeben von Ochs und Esel oder den Heiligen Drei Königen, zeigen sie uns die unverzichtbaren Festmotive, in denen das süße Gebäck für das Weihnachtsfest traditionell von den Bäckern gestaltet wurde. Zahlreich überlieferte Backrezepte und kleine Gebäckmodel zeugen aber auch von der häuslichen Backtradition, in die auch die älteren Kinder mit einbezogen waren. Zur Vorbereitung auf das Fest wurde schon im Advent in der heimischen Küche das Kleingebäck mit viel Liebe und Sorgfalt hergestellt und in größeren Mengen und vielfältigen Formen gebacken. Im Mittelpunkt des Festgeschehens stand die Jahr für Jahr wieder aufgestellte Familienkrippe, deren Figuren über viele Generationen weitergegeben wurden, und daneben der duftende Tannenbaum mit seinen zauberhaften Anhängseln aus

Glas, Papier, Zucker und Tragant

Unter seiner Lichterpracht waren von der Pferdekutsche über den Puppenherd bis zur Blechkanone all die Spielzeuggeschenke ausgebreitet, denen die Kinder bereits erwartungsvoll entgegenfieberten. Hier war auch der Platz für die mythischen Gabenbringer Nikolaus, Christkind oder Weihnachtsmann, die als Kleinfiguren aus Baumzapfen, Wachs oder Pappmaché das Zimmer schmückten, wenn sie nicht sogar unter den großen Augen der Kinder leibhaftig zur Bescherung in Erscheinung traten.

Die weihnachtliche Bilderwelt der populären Druckgrafik ergänzt diese Ausstellung mit ihren schönsten Beispielen. Dazu gehören die Illustrationen zu E.T.A. Hoffmanns Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“ ebenso wie der bekannte Münchner Bilderbogen „Herr Winter“, illustriert von Moritz von Schwind.

Die Ausstellung wird begleitet von Führungen, Sonderveranstaltungen und einem reizvollen Katalogbüchlein zum Angucken, Lesen und Nachschlagen. Carmen Roebers, Leiterin des Couven Museums: „Die große Herausforderung im Couven Museum ist tatsächlich, die Ausstellungsstücke in die vorhandenen Räumlichkeiten zu integrieren, ohne den Räumen in ihrer eigenen Aussage etwas zu nehmen.“ Und Professor Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, meint: „Zu den Besonderheiten in der Ausstellung gehört für mich unsere Weihnachtskrippe. Dazu gehören bis zu 350 Jahre alte Figuren, bei denen unsere Restauratoren entsprechende Arbeit hatten und haben. Sie werden die Landschaft im Laufe der Ausstellung mehr und mehr bevölkern.“

Ein Begleitbuch zur Ausstellung ist für 8,90 € im Couven Museum erhältlich. Es ergänzt den Band „Nicht nur zur Weihnachtszeit – Aachen und die Printe“ zur Ausstellung im Centre Charlemagne im Sommer 2021, von dem ebenfalls noch einige Exemplare erworben werden können.

Bitte informieren Sie sich auf  http://couven-museum.de/ zum jeweils aktuellen Stand der Corona-Regeln und der sich daraus ergebenden Konsequenzen. Wir weisen auf das Risiko einer auch kurzfristigen Absage aufgrund eines veränderten Infektionsgeschehens hin.

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Kreissparkasse Bitburg-Prüm ehrt die 3 besten Grund- und weiterführenden Schulen

Bitburg – Sportliche Schülerinnen und Schüler beim Sportabzeichen-Wettbewerb im Eifelkreis Bitburg-Prüm belohnt. Dabeisein ist einfach. Unter dem olympischen Motto fördert die Kreissparkasse Bitburg-Prüm in Kooperation mit dem Sportbund Rheinland das Deutsche Sportabzeichen in den Schulen unseres Eifelkreises. Die 3 sportlichsten Grundschulen und weiterführenden Schulen hat die Sparkasse nun mit Geldpreisen für neue Sportausstattung, Sportfeste oder andere sportliche Zwecke belohnt.

Das Vinzenz-von-Paul-Gymnasium in Niederprüm hat 2020 erneut den 1. Platz bei den weiterführenden Schulen im Eifelkreis Bitburg-Prüm erreicht. Satte 89,64 % aller Schüler haben das Sportabzeichen abgelegt und somit ihrer Schule einen Gewinn von 700,- € beschert. Schulleiter Andreas Ostermann und Sportlehrer Axel Gerigk freuten sich riesig über diesen tollen Gewinn. „Wir freuen uns sehr. Das großzügige Preisgeld werden wir sofort wieder in neue Sportgeräte investieren. Vielen Dank dafür!“ berichtete Ostermann den Vertretern der Kreissparkasse Bitburg Prüm, Klaus-Peter Nahrings (Filialleiter in Prüm) und Kathrin Franzen, (Jugendmarkt-Betreuerin), die den Preis gemeinsam überreichten.

Über den 2. Platz bei den weiterführenden Schulen und einen Gutschein im Wert von 500,- € darf sich das Regino-Gymnasium in Prüm freuen.

Beim Wettbewerb der Grundschulen hat sich die Graf-Hartard-Schule in Schönecken erneut den 1. Platz erkämpft. Schulleiter Marc Hofmann nahm gemeinsam mit der betreuenden Sportlehrerin und einigen Schülern den Scheck über 500,- € freudestrahlend entgegen. „Wir freuen uns sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder so gut abgeschnitten haben. Das Preisgeld werden wir in neue Sportausstattung und Spielgeräte für den Pausenhof investieren.“

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„Hier steppt der Bär. Auch politisch.“

Mechernich – Willi Göbbel geht nach über 46 bewegten Jahren in den Ruhestand und schließt damit ein spannendes Kapitel der Schullandschaft Mechernichs. „Ja, Wahnsinn“, sagt Willi Göbbel bestätigend. Als einer der Chefs der Schulen beim Schulträger, der Stadt Mechernich, ist er seit gefühlt ewigen Zeiten für die Landschaft der Bildung mitverantwortlich und hat die Entwicklung fast zweieinhalb Jahrzehnte lang eng begleitet. Wer glaubt, auf dem Sektor habe sich nicht viel verändert, irrt gewaltig. Gefühlt ist in dieser Zeit in der Schullandschaft kein Stein auf dem anderen geblieben. In kaum einem anderen Verwaltungsbereich ist so viel an Entwicklung passiert.

Willi Göbbel (r.) in der Wahlzentrale mit Georg Leyendecker (am PC) und Beigeordneter Christian Baans (3.v.l.). Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress

Der große Trend der Nachmittagsbetreuung und Offenen Ganztagsschulen kam. „Das fing ganz zaghaft an“, so Göbbel. Die Anträge wurden jedoch mehr, der Druck aus der Politik wurde immer größer. Die ersten Grundschulen, Mechernich und Kommern starteten, später kam Lückerath und noch viel später Satzvey mit dem Zusatzangebot für die Schüler hinzu. „Das ist ein Renner geworden“, stellt der Teamleiter „Schulen und Bildung“ fest. Ungefähr zehn Prozent der Kinder waren schon damals angemeldet für die Betreuung, heute mit über 50 Prozent noch mehr. Tendenz weiter steigend.

Plötzlich Realschule

Aber auch Holter-die-Polter-Veränderungen gab es zuhauf. Mechernich braucht eine Realschule, weil „Mengen an Plätzen“ im Kreis Euskirchen fehlten, hieß es plötzlich. „Da mussten wir der Bezirksregierung anhand von Zahlenberechnungen nachweisen, dass Mechernich eine Realschule braucht und die anderen nicht beeinflusst“, so Göbbel. Schon ein Jahr später sollte sie an den Start gehen. Aus Platzgründen, es musste erst angebaut werden, wurden die Realschulfünftklässler in Satzvey in der Grundschule untergebracht. „Das waren schon lustige Zeiten. Da musste man flexibel bleiben.“ Parallel musste in Rekordzeit gebaut werden. Göbbel: „Immer wieder was Neues“

Ein paar Jahre später hieß die Marschroute: „Wir legen die Hauptschulen zusammen“, weil die Zahlen extrem zurückgingen. Die große Frage lautete aber, wie lösen? „Da hatten wir eine verrückte Idee: Wir tauschen die Standorte“, so Göbbel. Damals gab es eine Hauptschule in Satzvey sowie eine Hauptschule in Mechernich, die aber nicht genügend Platz bot, um die Satzveyer Hauptschüler aufzunehmen. Kurzerhand wurde die Förderschule, die bis dahin in der Barbaraschule im Kernort beheimatet war, nach Satzvey verlegt und die Barbaraschule wurde im Gegenzug zur Dependance der Mechernicher Hauptschule. „Da war in einem Sommer eine Riesenumzugsaktion“, erinnert sich Göbbel.

Vom ruhigen Schulamtsleben also keine Spur. „Hier steppt der Bär. Auch politisch. Da bekommst Du eine neue Regierung in NRW und die profilieren sich immer über das Bildungssystem“, kann der Teamleiter ein Lied von singen, was sich alles getan und verändert hat.

In Mechernich hielt 2012 die Idee einer Sekundarschule bzw. Gesamtschule Einzug. „Das bedeutete aber, das dreigliedrige Schulsystem mit Hauptschule und Realschule musste aufgelöst werden. Da waren einige dicke Bretter zu bohren“, so Göbbel. Mit der Gemeinde Kall zusammen wurde der Plan umgesetzt. Ein spezieller Schulentwicklungsplan war zu schreiben. Mechernich wurde zunächst Hauptsitz und Kall Zweigestelle und Dependance, bis dann letztere zwei Jahre später gänzlich aufgelöst wurde. Da musste Willi Göbbel sogar Pfeifkonzerte der Schüler und Eltern bei der Verkündung vor Ort aushalten.

„Das war ein Zirkus“

Die Gesamtschule kann sich mittlerweile schon auf den ersten Abiturjahrgang freuen, der 2022 die Schule verlassen wird. Göbbel: „Dann sind die auch komplett.“ Inzwischen wurde auch die Förderschule aufgegeben bzw. nach Zülpich abgegeben. An die Stelle in Satzvey trat die „Freie Veytalschule“. Parallel wurde dann auch noch ab dem Schuljahr 2010/2011 der Wechsel von G9 auf G8 und umgekehrt an Gymnasien umgesetzt. „Das war ein Zirkus“, sagt Göbbel.  Zu Beginn seiner Amtszeit musste er auch erstmal den vierten Grundschulbezirk Satzvey einführen.

Besonders ist in Mechernich auch, dass ein eigener Schulentwicklungsplan geschrieben wird. „Das ist so seit der Ära Baans und Schaper“, so Göbbel: „Der Vorteil ist, dass man als Schulträger gleich weiß: Wo geht denn der Trend oder auch die Schülerzahlen hin.“ So könne man auch frühzeitig überlegen, wo muss man anbauen oder gegenlenken. Deshalb wurden auch wieder Grundschuleinzugsbezirke 2020 gebildet.

In all seinen Amtsjahren konnte sich der Teamleiter auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit seinem Vorgesetzten Holger Schmitz verlassen. Denn mit dem ist er sozusagen aufgewachsen und kennt ihn schon seit der fünften Klasse an der Realschule Gemünd. „Jetzt ist er schon seit Jahren mein Vorgesetzter. Wir sind wie Pat und Patachon“, so Göbbel.

In Kürze verlässt Willi Göbbel seinen Kompagnon und geht in den Ruhestand. Wie Holger Schmitz hat der heutige Teamleiter am 1. August 1975 bei der damaligen Gemeinde Mechernich angefangen. „Wir starteten mit sieben Auszubildenden, davon sind sechs heute immer noch in der Verwaltung tätig. Wir haben Standfestigkeit bewiesen“, erzählt Göbbel schmunzelnd. Im Oktober des gleichen Jahres erhielt die Gemeinde dann Stadtrechte.

Willi Göbbel ist aus dem Sextett mit 64 Jahren der Älteste und geht daher als Erster des Sechserteams in den Ruhestand. Holger Schmitz, Bernd Stemmler, Peter Dierichsweiler, Franz-Josef Caster, Hans-Peter Siebum werden folgen. Mit dem Weggang endet dann auch eine Ära. Kein Verwaltungsmitarbeiter ist länger als die Fünf im Rathaus tätig. Begonnen hatte Willi Göbbel seine Karriere und Laufbahn in der Stadtverwaltung mit einer Ausbildung zum Verwaltungsangestellten, die er im Juni 1977 und damit schon nach anderthalb Jahren erfolgreich abschloss. „Dann bin ich in der Finanzabteilung eingesetzt worden,“ denn Zahlen liebt er.

Zwischendrin wurde er für 15 Monate Dienstzeit zum Bund berufen, danach wechselte er zum Ratsbüro und arbeitete gemeinsam mit Dieter Ferber. Zu Göbbels Aufgaben gehörten seinerzeit die Bearbeitung der Niederschriften, Hauptausschuss und Rat, und vor allem die Vorbereitung und Abwicklung Wahlen. „Mir kommt es so vor, als ob bei mir ‚Wahlen‘ auf der Stirn geschrieben steht“, sagt er und lacht. Seit gut 46 Jahren mischt er da kräftig mit.

Nachdem er den ersten Angestellten-Lehrgang in der Tasche hatte, bewarb er sich auf die Ausschreibung einer Inspektorenstelle der Stadt. Praktisch musste er kündigen und wurde belohnt mit dem Titel Diplomverwaltungswirt. Danach ging es für ihn zum Rechnungsprüfungsamt und kurzfristig nach Weilerswist. „Bei uns ist der Kämmerer ausgefallen, habt ihr keinen, der uns einen Haushalt aufstellen könnte?“, fragten die. Theoretisch frisch neu gelerntes konnte also gleich angewandt werden.

Göbbels Nachfolgerin

Zurück im Ratsbüro kamen „Schaper und Baans“, die neue Führungsspitze der Stadt, und mit ihnen wurde die alte Struktur der Ämter in Fachbereiche umgewandelt. So wurde ein neuer Fachbereich aus dem früheren Sozialamt und Schulamt zusammengelegt. Holger Schmitz wurde 1998 Stellvertreter und kurze Zeit später Fachbereichsleiter. „So wurde ich Teamleiter Bildung- und Soziales und bin es bis heute“, berichtet Göbbel. In seine Fußstapfen wird Nachfolgerin Kerstin Lehner treten, die bereits im Team „Bildung, Kultur und Tourismus“ tätig ist.

Mit gewonnener Freizeit im Ruhestand, will sich der Mechernicher mehr um Familie, Haus und Garten kümmern. Seine beiden Enkel werden ihn bestimmt schön auf Trab halten. Und außerdem gehen sie bald auch zur Schule. Da kann ihr Großvater sie dann ja bestens beraten…

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Der Energiemix der Zukunft – Tag der offenen Tür in Mechernich am Samstag 04. Dezember

Mechernich – Projektkurs der Gesamtschule legt Fokus auf Wasserstofftechnologien – Schülerinnen und Schüler können das Fach Technik in der gymnasialen Oberstufe belegen – Kooperationen mit außerschulischen Partnern und Teil des Netzwerks ANTalive – Tag der offenen Tür in Mechernich am Samstag, 4. Dezember, von 9.30 bis 13 Uhr.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Projektgruppe. Foto: Bastian Smets/Gesamtschule/pp/Agentur ProfiPress

Die klimabedingte Energiewende und der damit einhergehende Ausstieg aus dem Braunkohleabbau und der Braunkohleverstromung stellen das Rheinische Revier, zu dem auch der Kreis Euskirchen zählt, vor zahlreiche Herausforderungen. So gilt es nicht nur neue, nachhaltigere Energieversorgungskonzepte zu entwickeln, sondern auch die Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu sichern. „Natürlich haben auch wir als Schule uns in den letzten Jahren vermehrt die Frage gestellt, was wir tun können, um den Strukturwandel aktiv mitzugestalten. Schließlich ist dieser Wandel auch eine große Chance für die Region und bietet unseren Schülerinnen und Schülern eine Perspektive in zahlreichen neuen Berufsfeldern“, so Dagmar Wertenbruch, Schulleiterin der Gesamtschule der Stadt Mechernich.

Technische Bildung

Um ihre Schülerinnen und Schüler „fit für den Arbeitsmarkt“ der Zukunft zu machen, setzt die Gesamtschule bereits seit ihrer Gründung im Jahr 2015 auf technische Bildung. Wertenbruch: „Als eine der wenigen Schulen der Region bietet die Gesamtschule ihren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, das Fach Technik in der gymnasialen Oberstufe bis hin zum Abitur zu belegen.“ Dazu kooperiere die Schule mit zahlreichen außerschulischen Partnern, wie beispielsweise der Firma Deutsche Mechatronics GmbH sowie den Universitäten Bonn und der RWTH Aachen. Außerdem ist die Gesamtschule Mitglied im Netzwerk ANTalive (Angewandte Naturwissenschaften und Technik erleben), eines von 50 Zentren der Initiative „Zukunft durch Innovation.NRW“ (kurz: zdi), die Schüler für Naturwissenschaften begeistern möchte.

Nun rief ANTalive zum Start des Schuljahres 2021/22 das Projekt „Rheinisches Revier- Jugend gestaltet den Strukturwandel“ ins Leben, an dem sich auch ein Projektkurs der Qualifikationsphase I (Jahrgang 12) der Gesamtschule beteiligen wird. Den Fokus ihres Projektes möchten die insgesamt 17 Eleven der Gesamtschule dabei auf das Oberthema „Wirtschaft und Energiewende“, vor allem aber auf Wasserstofftechnologien, legen.

Zielsetzung des Projektes wird sein, gemeinsam zu erarbeiten, wie ein zukunftsfähiger Energiemix aussehen könnte. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Energie sowie den Kreis Euskirchen finanziell gefördert und auf fachlicher Seite von Experten aus Unternehmen und Hochschulen unterstützt und begleitet. An der Schule wird das Projekt durch die Techniklehrer Bastian Smets und Patrick Wloka betreut, die beide einen Masterabschluss im Fach Maschinenbau der renommierten RWTH Aachen haben.

„GoEnergie“

Als Einstimmung auf den Projektkurs nahmen die Schüler in der Woche vor den Herbstferien an dem Projekt GoEnergie teil, das durch die Stiftung Energieinformatik in Kooperation mit ANTalive organisiert wurde. „Dabei erhielten sie eine Schulwoche lang Einblicke in die Forschung und Arbeitswelt der Themen Energiewende und Energieerzeugung. So besuchten sie unter anderem an zwei Tagen den Energie-Campus der Fachhochschule Aachen in Jülich, wo ihnen in Vorträgen und Workshops die Rolle von Elektrotechnik, Maschinenbau, Informatik und Wirtschaft im Energiesystem nähergebracht wurde. Besonders spannend dürfte für die Jugendlichen der anschließende Besuch bei der Regionetz GmbH und den Stadtwerken Jülich gewesen sein, wo sie Einblick in die komplexen Abläufe der regionalen Strom- und Gasnetze erhalten konnten“, so Wertenbruch.

Da der Betrieb solcher Energiesysteme nur mittels modernster Software möglich ist, erhielt die Schülergruppe durch zwei Softwareentwickler der Soptim AG und der Kisters AG noch eine Einführung in die Aufgabenbereiche der Energieinformatik. So konnten die Jugendlichen beispielsweise Eindrücke von der Gewinnung und Analyse von Stromerzeugungsdaten einer Photovoltaikanlage sammeln.

Die Woche kam gut an: „Das Beste an dem Projekt war für mich, dass hier perfekt gezeigt wurde, wie Wissenschaft und Praxis in der Wirtschaft miteinander verknüpft werden. Auch habe ich zahlreiche neue berufliche Perspektiven für mich entdecken können, besonders das Feld der Energieinformatik kannte ich vorher nicht“ – so eine Schülerin des Projektkurses.

Tag der offenen Tür

Für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler bietet die Gesamtschule der Stadt Mechernich am Samstag, 4. Dezember, von 9.30 bis 13 Uhr einen Tag der offenen Tür an. Weitere Informationen auf https://www.gesamtschule-mechernich.de

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Zwei neue Mitarbeiter treten ihren Dienst bei der Stadtverwaltung Mayen an

Mayen – Gleich zwei neue Mitarbeiter konnten Oberbürgermeister Dirk Meid und Büroleiter Christoph Buttner, dieser Tage bei der Stadtverwaltung Mayen begrüßen.

Markus Münch hat seinen Dienst im Bereich 3.1 – Räumliche Planung in der Bauaufsicht im Rathaus angetreten. Zudem unterstützt Benjamin Bernhardt ab sofort im Bereich 3.3 den städtischen Betriebshof.

„Ich freue mich, dass Sie sich für die Stadt Mayen einbringen möchten und wünschen Ihnen beiden einen guten Start“, so der Oberbürgermeister.

Den guten Wünschen schlossen sich Büroleiter Christoph Buttner, Betriebshofleiter Wolfgang Saur und Personalratsvorsitzender Wolfgang Goeken an.

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OGS-Bereich der Hermann-Josef-Grundschule ist für 1,5 Millionen Euro kräftig erweitert

Alsdorf – Um die bestmögliche Betreuung in der Offenen Ganztagsgrundschule anbieten zu können, investiert die Stadt Alsdorf kräftig in die räumliche Erweiterung der Grundschulen. Jüngst fertiggestellt wurde der Anbau an der Hermann-Josef-Grundschule Hoengen, der eine Menge Platz bietet.

Nach einem Entwurf der Stadtentwicklung Alsdorf GmbH ist an der Schule eine zweigeschossige, massive Erweiterung entstanden, die insgesamt 510 Quadratmeter Fläche aufweist. Der Bau wurde im Mai 2020 begonnen, fertiggestellt wurde er im August 2021. Die Kosten beliefen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Durch die Erweiterung erhält die OGS im Erdgeschoss ein weiteres Forum, eine Mensa, eine Küche, eine Umkleide für Personal sowie Personaltoiletten. Im Untergeschoss sind zudem zwei weitere Gruppenräume mit je ca. 29 Quadratmetern untergebracht sowie ein Mädchen- und Jungen-WC. Auch ein Materialraum und ein Multifunktionsraum von ca. 60 Quadratmetern sind entstanden. Viel Platz für die 107 Kinder, die aktuell die OGS in Hoengen besuchen.

„Das hier ist nicht nur ein schön gebautes neues Haus, sondern ein echtes Plus für jedes Kind“, sagte die kommissarische Schulleiterin Barbara Glaser bei der offiziellen Vorstellung des Anbaus. So sah es auch Bürgermeister Alfred Sonders. Zwar seien die räumlichen Voraussetzungen für Erweiterungen an Schulgebäuden oftmals eingeschränkt, „aber jede Möglichkeit, die wir haben, nutzen wir auch! Was wir in den vergangenen zehn Jahren in unsere Schulen investiert haben, war sicherlich ein Kraftakt – aber da hat sich jeder Cent gelohnt.“ So soll es weitergehen. „Wir sind in Alsdorf auf dem allerbesten Weg, uns auf den Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz ab 2025 vorzubereiten.“

Zwar fehlen aufgrund von Lieferengpässen hier und da noch ein paar Möbel im neuen Anbau, doch konnten zahlreiche Gäste sich bereits ein eindrucksvolles Bild von dem Geschaffenen machen, darunter der stellvertretende Bürgermeister Friedhelm Krämer, die Schulausschussvorsitzende Ulrike Wagner, der Leiter des Referates Jugend, Schulen und Sport, Manfred Schmidt, der Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft Alsdorf, Dieter Sandlöbes, die Leiterin des Schul- und Sportamtes, Anke Libber, die Vorsitzende des Alsdorfer Förderkreises für Kinder und Familien (Akifa), Constanze Müller, Akifa-Geschäftsführerin Sabine Schäfer, die Schulpflegschaftsvorsitzende Petra Schillings sowie der Fördervereinsvorsitzende Thomas Hütte. (apa)

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SGD Nord: Naturschutz im Eifelkreis Bitburg-Prüm wurde 2020 mit rund 326.000 Euro unterstützt

Prüm/Bitburg/Koblenz – Durch den Menschen und seine Aktivitäten gehen viele natürliche und auch menschengemachte Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren, in denen diese die Bedingungen finden, die sie zum Überleben benötigen – sei es nun durch die Bebauung von Flächen, die veränderte landwirtschaftliche Nutzung, die Umweltverschmutzung oder den Klimawandel. Umso wichtiger ist es, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord fällt in dieser Hinsicht als Oberer Naturschutzbehörde eine wichtige Rolle zu – auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

„Wir müssen unsere Natur unbedingt schützen, nicht nur, um heimische Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben zu bewahren, sondern auch, um künftigen Generationen ein Leben in einer lebenswerten Umwelt zu ermöglichen“, sagt SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis. „Die SGD Nord hat einen großen Anteil daran, dass wichtige Naturschutzprojekte umgesetzt werden können, indem sie diese fachlich begleitet und dafür sorgt, dass die Maßnahmen vom Land auch finanziell unterstützt werden.“

Im Jahr 2020 sind für Naturschutzmaßnahmen im Eifelkreis Bitburg-Prüm durch die SGD Nord und im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten Fördermittel in Höhe von rund 326.000 Euro ausgezahlt worden. „Das Geld hilft dabei, Ökosysteme und Lebensräume zu erhalten oder wiederherzustellen“, so Wolfgang Treis.

Im Eifelkreis wurden durch die SGD Nord zum Beispiel mehr als zehn weitere Kalkmagerrasen mit einer Gesamtfläche von circa 30 Hektar in Pflege genommen – vor allem im Bereich Irrel, Minden und Holsthum. Diese Flächen wurden von Bäumen und Sträuchern befreit und anschließend beweidet. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass die niedrigwüchsigen typischen Arten wieder Licht bekommen und nicht aussterben. Die jahrelange Arbeit hat zum Beispiel dazu geführt, dass von der Orchideen-Art  Bocks-Riemenzunge 2020 kreisweit wieder 3000 Stück gezählt werden konnten – so viele wie nie zuvor. Zu den Tierarten, die von der Pflege der Kalkmagerrasen profitieren, zählt etwa der sehr seltene Scheckenfalter Boloria dia, der im vergangenen Jahr in mehr als zehn Gebieten nachgewiesen werden konnte

Auch bei Irrelermühle konnten sehr orchideenreiche Kalkmagerrasen auf alten Weinbergterrassen offen gehalten werden. Diese kulturhistorisch und naturschutzfachlich höchstwertigen Bereiche rechtfertigen aus Sicht der Experten die aufwändige Pflege und Mahd per Hand. Denn ohne diese würden die Mauern überwuchert und zerstört werden. Auch hier zeigen sich Erfolge: So konnte der in Rheinland-Pfalz seltene Tagfalter Glaucopsyche alexis an seiner Raupenpflanze Esparsette (Onobrychis vicifolia) nachgewiesen werden.

Die Naturparks Nord- und Südeifel, die zum Teil auf dem Gebiet des Eifelkreises liegen, wurden 2020 ebenfalls unterstützt. In den Naturpark Südeifel flossen zusätzlich zu der eingangs erwähnten Summe rund 132.000 Euro, in den Naturpark Nordeifel rund 97.000 Euro.