Da haben wohl einige den Zug verpasst: Zugvögel am zweiten Weihnchtstag 2021 über Golbach. Foto: Reiner Züll
Region/Eifel – An den Weihnachtstagen überflogen mehrere tausend Kraniche den Eifelraum – NABU: „Der Kälteeinbruch im Norden hat den Aufbruch in die Winterquartiere ausgelöst“ – Schon bald wieder zurück? Verwundert rieb sich am Vormittag des zweiten Weihnachtstages so mancher Eifeler die Augen, als größere Massen von Kranichen über ihre Köpfe hinweg flogen. „Die haben im Herbst den Anschluss verpasst“, mutmaßte so mancher erstaunte Beobachter des verspäteten Vogelfluges. Doch weit gefehlt: In den letzten Jahren ist immer wieder zu beobachten, dass vor allem Kraniche es im Herbst nicht allzu eilig haben, sich in ihre Winterquartiere im warmen Süden abzusetzen. Stattdessen harren sie im Norden oder Osten des Landes aus, solange die Kälte nicht zu stark ist.
Doch die zunehmende Kälte im Norden war nun Ursache, dass pünktlich zu Weihnachten noch einmal mehrere tausend Kraniche aus Nord- und Ostdeutschland Richtung Winterquartiere aufgebrochen sind. „Am ersten Weihnachtsfeiertag herrschte auf beiden Hauptrouten über Hessen und NRW dichter Verkehr“, vermeldete der Naturschutzbund (NABU) am zweiten Weihnachtstag.
Vor allem über NRW habe reger Betrieb geherrscht. „Wahrscheinlich hat der Wetterumschwung hin zu deutlich kälteren Temperaturen den gemeinsamen Abflug ausgelöst“, so der NABU. Aus dem südwestlichen Niedersachsen seien die Kraniche über Münsterland und Ruhrgebiet bis runter nach Bon und dann weiter Richtung Eifel und Mosel geflogen. Nächster Halt sei vermutlich die französische Champagne. Ob es von dort aus weiter gen Süden gehe, hänge auch von der Wetterentwicklung ab. „Folgen wieder milden Episoden, kann es sein, dass die Kraniche noch im Winter wieder zurückkehren“, so der NABU gestern. (Reiner Züll)
Viele Arten von Krippen wurden bei der "Herbergssuche anders" gespendet. Foto: J. Fröder/Bistum Trier
Region/Trier – Das Leben bewusst und konsequent von Gott her denken: Dazu hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann an Heiligabend (24. Dezember) aufgerufen. „Gott ist in diese Welt gekommen auf eine ganz neue Weise und konkret wie nie zuvor. Gott bricht mit seiner Gegenwart ein in unsere Zeit, und er nimmt diese Gegenwart nie wieder zurück. Gott ist gekommen, um zu bleiben.“
Ackermann erinnerte in seiner Predigt an eine Aktion von Christinnen an der Ahr, die eine „Herbergssuche anders“ gestartet hatten: Menschen konnten ihre Krippen spenden für die, die in der Flutkatastrophe im Juli ihre Familienkrippe verloren hatten – eine Aktion, die ihn beeindruckt habe. Denn es sei nicht nur darum gegangen, irgendwelche „Ersatzkrippen“ zu beschaffen, sondern Krippen weiterzuschenken, die selbst schon eine Geschichte hatten. Und mehr noch: „Krippen können das Zeugnis einer Familientradition sein oder Ausdruck der eigenen Glaubensgeschichte. Dann bekommen sie eine sehr persönliche Bedeutung“, betonte der Bischof. Von ihrem eigentlichen Sinn her wollten Krippen die Weihnachtsbotschaft möglichst anschaulich werden lassen. Wer eine Krippe anschaue, schaue nicht nur „auf ein Damals, als Quirinus Statthalter von Syrien war, sondern der schaut ebenso auf unser Heute und das Morgen“ – auf „die Zukunft, die Gott uns eröffnet“.
Gottes Gegenwart stehe den Menschen jederzeit offen: „Sie veraltet nicht. Sie ist immer heute.“ Dies sei eine wichtige und frohe Botschaft gerade auch für die aktuelle Situation, in der es vielen Menschen schwer falle, an die Gegenwart Gottes im Hier und Heute zu glauben. Der Bischof wies darauf hin, dass in Krippen das Kind in aller Regel der kleinste Punkt sei: „Obwohl es der eigentliche Hoffnungspunkt des Ganzen ist, ist es klein wie ein Samenkorn.“ So hätten vor 2.000 Jahren die meisten Menschen kaum glauben können, dass in ihm tatsächlich „der Retter“ und „der Herr“ geboren war. „Zu irritierend war die Tatsache, dass Gott so anders kommt als wir Menschen uns das gemeinhin vorstellen. Und doch: Gerade das winzige Samenkorn-Kind wird eine unbändige Kraft entfalten und die Welt für immer verändern.“
Für Ackermann ist die Krippe auch Ausdruck der versöhnten Schöpfung. So üppig oder romantisch verspielt manche Krippenlandschaft seien, könne darin auch eine Verheißung und ein Auftrag gesehen werden: „Denn da, wo wir Gott Raum geben unter uns, ordnen sich die Dinge neu: unsere Beziehungen zu uns selbst, zu den Mitmenschen, zu unserer Mitwelt, Schöpfung insgesamt.“ So oft sprächen Menschen davon, dass sich die Dinge in der Welt endlich neu ordnen müssten: in der Politik, in der Gesellschaft, in der Kirche: „Welche Orientierung und Kraft stünde uns zur Verfügung, wenn wir unser Leben nur bewusster und konsequenter von Gott her denken würden – dem Gott, den wir an Weihnachten feiern.
Hirten und Schafe bevölkern das karge Weideland rund um Betlehem. Foto: Bertram Jannes/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – „Ahl Kirch 2021“ – Wunderbare Weihnachtsdarstellung in der Alten Johanneskirche geschaffen. Auch im Jahr 2 von Corona wird das Christkind Weihnachten in der Krippe liegen. In Mechernich ganz konkret in Krippendarstellungen in der alten und neuen Pfarrkirche, in vielen Wohnungen, bei der Communio in Christo, im Kreuserstift und im Bergbaumuseum.
Zu sehen sein wird der frischgeborene Sohn Gottes auch in einem spektakulären Krippenspiel, das in einem Familiengottesdienst zu sehen ist, der ab Heiligabend, 16 Uhr, auf dem You-Tube-Kanal der GdG Mechernich ausgestrahlt wird. Der Livestream ist auch auf der Webseite der Gemeinschaft der Gemeinden Sankt Barbara anklickbar (https://gdg-barbara-mechernich.bistumac.de).
Dank unermüdlicher Ehrenamtlicher gibt es trotz Covid 19 auch Weihnachtskrippen in der alten und neuen Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Letztere baut Pfarrer Erik Pühringer, für die Krippe in der „ahl Kirch“ zeichnen Georg Lünenbach, Dieter Schwinning und Bertram Jannes verantwortlich.
Auch die Mechernicher Weihnachtskrippen – hier Maria und Josef mit Jesuskind in der neuen Pfarrkirche St. Johannes Baptist 2017 – sind über die Feiertage zu besichtigen. Das Weihnachtsevangelium wird hingegen im Freien vor den Gotteshäusern verkündigt. Foto: pp/Archiv ProfiPress
Mechernich – Weihnachten in Mechernich mit Open-Air-Gottesdiensten vor allen Gotteshäusern zwischen 16 und 23 Uhr. Frohe Botschaft vor den Kirchen.
Open-Air- und Pandemieerfahrung zur Weihnachtszeit sammelten die Hosteler bereits im vergangenen Jahr, als sie im ehemaligen Feuerwehrhäuschen eine wachsende Krippenlandschaft betrieben. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Nicht in den Kirchen, sondern davor unter freiem Himmel wird dieses Jahr an Heiligabend die frohe Botschaft von der Geburt des Erlösers verkündet. Dazu treffen sich die Christen in der Gemeinschaft der Gemeinden St. Barbara Mechernich um 16 Uhr in Kallmuth, Kalenberg, Roggendorf, Holzheim und Vussem, um 16.30 Uhr in Eiserfey und um 17 Uhr in Strempt, Harzheim und Nöthen sowie um 18 Uhr in Weyer, um 19 Uhr vor der neuen Pfarrkirche Mechernich und um 23 Uhr vor der Alten Kirche auf dem Johannesberg.
An den genannten Stationen wird zusammen gesungen und gebetet, teilweise mit musikalischer Begleitung. Das Weihnachtsevangelium verkünden vor Ort die Pfarrer Erik Pühringer und George Stephen Rayappan Packiam, Diakon Manni Lang und die Gemeindereferentinnen Doris Keutgen und Cordula Waberzeck sowie die Gottesdienstleiter und Lektoren Gerhard Mayr-Reineke, Stephanie Baues, Georg Schürmann, Horst Müller, Ernst Gerstlauer, Gerd Schramm, Isolde Frings und Carmen Schmitz.
In der GdG St. Barbara Mechernich finden bei einem Corona-Inzidenzwert im Kreis Euskirchen über 200 zurzeit keine Gottesdienste in den Kirchen statt. Es liegen jedoch Vorschläge aus, wie die Gläubigen selbst Hausgottesdienste gestalten können. Im „Wilden Westen“ mit den Gemeinden Bleibuir, Glehn, Eicks, Berg und Floisdorf finden die Messen wie gewohnt statt, ebenso bei der Communio in Christo.
Keine Krippendarstellung ist wie die vorherige, immer wieder neu lässt Pfarrer Erik Pühringer die handelnden Figuren der Frohen Botschaft anders zueinanderstehen. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – In Mechernich gestaltet Pfarrer Erik Pühringer die Weihnachtskrippe alle Jahre neu. Schon in Hellenthal-Rescheid und später in St. Fronleichnam im Aachener Osten hat der junge Kaplan Erik Pühringer die Krippe gestaltet. Als er vor 21 Jahren an den Mechernicher Bleiberg versetzt wurde, war der Krippenbau noch die Domäne des Küsters und Organisten Werner Weimbs.
Doch mit dessen Fortgang nahm sich der neue Pfarrer Erik Pühringer auch in St. Johannes Baptist dem kunstvollen Arrangement der Hirten, Schafe, Engel sowie der Heiligen Familie an. Keine Krippendarstellung ist wie die vorherige, immer wieder neu lässt der Theologe die handelnden Figuren der Frohen Botschaft anders zueinanderstehen.
Krippen gibts in Mechernich nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern auch schon im Advent, wenn sich die Brautleute in Betlehem auf Herbergssuche machen und nirgends Platz für sie ist. Der Pfarrer zeigt auch schon mal die kreißende Maria, das hochheilige Paar in inniger Umarmung mit und ohne Christkind, und dieses Jahr – kaum zum Abschied von der Raute zeigenden Kanzlerin – in Herzform umschlungen mit dem Jesusknaben im Zentrum.
In Memoriam Willi Assion
Krippenbau ist in Mechernich auf lange Zeit angelegt. So wie Willi Assion einst die Kirche in der Alten Kirche jahrzehntelang arrangierte, so gestaltet Erik Pühringer die Weihnachtsdarstellung in der neuen Kirche nun seinerseits auch schon seit 20 Jahren. Anfang gestaltete Kirchenrendant Berti Jannes noch die Landschaften für Pühringers figürliche Arrangements, seit einigen Jahren schafft Sakristan Marco Sistig das Ambiente.
Berti Jannes wechselte unterdessen von der Krippengestaltung in St. Johannes Baptist neu in die Alte Kirche auf dem Johannesberg, wo er nun schon seit einigen Jahren im Team mit Dieter Schwinning und Georg Lünenbach das karge Heideland um die Höhlen von Betlehem entstehen lässt.
Die Mechernicher Krippen sind ab Heiligabend täglich von morgens bis abends offen und für Besucher zugänglich, erstmals am Nachmittag des Heiligen Abends.
Wittlich – An Heiligabend im Auto sitzen? Auf diese Idee kämen wohl Wenige. Doch in Wittlich lohnt es, sich an Weihnachten noch einmal hinter das Steuer zu setzen. Denn die Pandemiebeschränkungen und das Abstandsgebot haben die Menschen in der Pfarreiengemeinschaft Wittlich kreativ werden lassen: Schon zum zweiten Mal bieten sie einen Autokino-Gottesdienst inklusive Krippenspiel. 45 Kinder und ihre Familien haben sich beteiligt, um das gemeinsame Projekt auf die Beine zu stellen – mit besonderer Unterstützung des Küsters Holger Günter, der nicht nur eine aufblasbare Leinwand beisteuert, sondern auch erneut seine technischen Kenntnisse als Video-Cutter unter Beweis stellt.
„Normalerweise gibt es bei uns bis zu fünf klassische Kinderkrippenfeiern an verschiedenen Orten“, berichtet Jana Diefenbach, Gemeindereferentin in Wittlich. Letztes Jahr im Herbst sei schon absehbar gewesen, dass diese wohl in gewohnter Form nicht stattfinden konnten. „Also überlegten wir bei einem digitalen Treffen, wie man ein Krippenspiel auch als Video mit vielen verschiedenen Einspielern realisieren könnte, die die Familien zuhause aufnehmen. So wollten wir auch nochmal das Gemeinschaftsgefühl in einer eher Kontakt-armen Zeit stärken“, erklärt Diefenbach die Motivation der Initiatoren. Diefenbach und ihre Mitstreiter aus den Familienkreisen suchten nach einem geeigneten Ort für die Vorführung und fanden ihn auf dem Parkplatz des Vitellius-Bades in Wittlich. Mit der Stadt wurde man sich schnell einig und so fand die Premiere im letzten Jahr statt.
Die neunjährige Carla ist eines der mitwirkenden Kinder beim diesjährigen Krippenspiel. „Ich finde es super, dass wir das Krippenspiel machen konnten weil wegen Corona eh schon so wenig möglich ist. Und fast alle meine Freunde sind mit dabei“, freut sich die Grundschülerin. Johannes, 8, bedauert zwar, dass es keine „richtige Vorführung“ gibt, aber der Videodreh sei eine gute Alternative und habe viel Spaß gemacht. Dabei sind alle Altersgruppen vertreten: vom erst zwei Monate alten „Jesuskind“ in der Krippe über die Kommunionkinder bis zu den zwölfjährigen Erzählerinnen des Weihnachts-Evangeliums.
Wer den vom Eingangsgebet über die Fürbitten bis zum Schlussgebet fast komplett von und mit Kindern gestalteten Gottesdienst in diesem Jahr erleben möchte, kann das in zwei Vorstellungen um 16.30 Uhr und um 18 Uhr auf dem Parkplatz des Vitelliusbads, Himmeroder Straße 88, Wittlich. (sb)
In der Krippenausstellung von Ferdi Saßmann in Straßbüsch sind über 50 ausgefallene Exemplare zu sehen. Foto: Reiner Züll
Kall – Krippenbaumeister Ferdi Saßmann präsentiert bis zum 9. Januar in Rom bei der globalen Ausstellung „100 presepi in vaticano“ unter den Kolonnaden vor dem Petersdom eines seiner Kunstwerke – „Dem Papst wird’s gefallen“.
Der Präsident des Bayerischen Krippenverbandes, Monsignore Martin J. Martlreiter (rechts), und dessen Stellvertreter Klaus Porten (links) bauten die Krippe (links) von Ferdi Saßmann im Vatikan auf. Recjts im Bild die zweite deutsche Krippe aus Bayern. Foto: Vatikan
Er hat in ganz Europa einen großen Namen als Krippenbauer und er erlebt jetzt vor Weihnachten den absoluten Höhepunkt seiner 20-jährigen Tätigkeit in diesem Metier. „Mehr geht nicht“, konstatiert Krippenbaumeister Ferdi Saßmann aus Kall-Straßbüsch, dessen Qualitäten als Krippenbauer sich nun auch bis in den Vatikan nach Rom rundgesprochen haben. Noch bis zum 9. Januar ist eine von Saßmann gebaute Diorama-Krippe unter den Kolonnaden vor der päpstlichen Residenz am Petersplatz in Rom ausgestellt.
Die Kaller Krippe ist Bestandteil der globalen Ausstellung „100 presepi in vaticano“ (100 Krippen im Vatikan) und eine der zwei einzigen Exemplare aus Deutschland. Die zweite deutsche Krippe stammt von einem Krippenbauer aus Bayern. Papst Franziskus gilt als großer Freund der Krippe und hat vor zwei Jahren zum ersten Advent ein eigenes Papstschreiben „Admirabile signum“ über die Bedeutung und den Wert der Weihnachtskrippe verfasst, in dem er die Krippe als „lebendiges Evangelium“ darstellt. .
Der Vatikan organisiert diese internationale Krippenausstellung bereits zum vierten Mal. Unter den Kolonnaden des Petersplatzes sind in diesem Jahr statt 100 sogar 126 Krippen aus aller Welt zu sehen. Die Kunstwerke kommen laut den Organisatoren im Vatikan aus Deutschland, Ungarn, der Slowakei und Slowenien; Kroatien und Kasachstan, Peru, Indonesien, Kolumbien und aus den USA.
Ferdi Saßmann, der in der Vergangenheit bei Weltkrippen-Kongressen in Italien, Spanien oder erst vor zwei Jahren in Monschau präsent war, leitet in Klüsserath an der Mosel die dortige Krippenbauschule. Im Jahr 2012 bekam er den Auftrag, im Kreuzgang des hohen Doms zu Aachen eine neue Krippe zu bauen, die kurz vor Weihnachten eingeweiht wurde. Große Beachtung fanden auch die 30 Krippen, die Ferdi Saßmann vom 15. bis 19. Januar 2020 anlässlich des Weltkrippen-Kongresses Euregio Maas-Rhein in Monschau ausgestellt hatte.
Auch dort hatte Saßmann die jetzt im Vatikan zu sehende heimatliche Diorama-Krippe mit einem selbst geschaffenen Hintergrund ausgestellt.
Die Verbindung zum Vatikan stellte der Präsident des Bayerischen Krippenverbandes, Martin J. Martlreiter, her, dem der Papst im Januar letzten Jahres den Titel „Monsignore“ verliehen und ihn die Riege der päpstlichen Ehrenkapläne aufgenommen hatte.
Mit Martlreiter, der Stadtpfarrer im bayerischen Dingolfing ist, arbeitet Ferdi Saßmann seit Jahren zusammen. Vor Monaten hat der Geistliche aus Bayern ihn gebeten, ihm eine neue Krippe zu bauen. Der Monsignore war es nun auch, der den ahnungslosen Kaller Krippenbauer Anfang Oktober anrief und ihn mit der Frage überraschte, ob er bereit sei, dem Vatikan eine seiner 50 kunstvollen Krippen für die Ausstellung „100 presepi in vaticano“ zur Verfügung zu stellen. „Die Zusage war für mich keine Frage, sondern eine große Ehre“, so Ferdi Saßmann.
Nach seiner Zusage ging es Schlag auf Schlag. Innerhalb von zwei Tagen musste Saßmann Fotos der von ihm für die Präsentation ausgewählten Krippe in hoher Auflösung für den Ausstellungskatalog nach Rom schicken. Vorgabe aus Rom war zudem, dass die Krippe nicht breiter als 1,50 Meter sein darf, weil das Holzhaus, in dem die beiden deutschen Krippen nebeneinander präsentiert werden, eine Breite von drei Metern hat.
Die globale Ausstellung, die am 5. Dezember im Vatikan begann, dauert bis zum 9. Januar. Da sie täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet und somit auch in der Dunkelheit zugänglich ist, wird Saßmanns Diorama-Krippe besonders hervorstechen, denn die installierte LED-Beleuchtung ist mit einer Tag- und Nachtschaltung ausgestattet. Saßmann: „Das wird auch Papst Franziskus gefallen“.
Auch die Anlieferung der Eifeler Krippe erfolgte nach einem vom Vatikan vorgegeben Zeitplan. „Sie musste am 1. Dezember in der Zeit zwischen 10 und 12 Uhr pünktlich am Petersplatz angeliefert werden“, so Saßmann. Er habe die Krippe nach Klüsserath gebracht. Von dort aus sei sie dann – zusammen mit der bayerischen Krippe – von Monsignore Martin J. Martlreiter und Klaus Porten, dem stellvertretenden Präsidenten des Deutschen Dachverbandes der Krippenbauer, nach Rom gebracht worden.
Im Vatikan abholen will Ferdi Saßmann die Krippe am 10.Januar selbst, denn er hat in Italien viele Krippenbau-Freunde. Auch mit einem Figurenbauer, einem Polizisten aus Sizilien, der schon Figuren für die päpstlichen Krippen hergestellt hat, ist Saßmann befreundet. Im April nächsten Jahres geht es wieder nach Italien, wo er an einem Kursus für Krippenschul-Leiter teilnimmt. Dort stellt der bekannte Krippenbauer Antonio Pagozzi aus Gazzano (Saßmann: „Die Nummer eins in Europa“) neue Materialien und Techniken des Krippenbaus vor.
Die Delegation aus Aschaffenburg-Schweinheim überbrachte tausend Weihnachtspäckchen und 16 Raummeter Brennholz für die Flutopfer aus Schweinheim im Kreis Euskirchen.. Foto: Privat
Schweinheim/Euskirchen – „Das war der Wahnsinn!“ So kommentiert Eric Leiderer, Bürgermeister von Aschaffenburg, die neuste Aktion des Vereinsrings Schweinheim. Eine Abordnung aus Bayern reiste am vergangenen Samstag in den Kreis Euskirchen: die vier Feuerwehrleute Dominik Schmitt, Bernd Leonardy, Sina Reinhardt und Fabian Ott vom Löschzug 6 und zwei Vertreter des Vereinsrings, Peter Stoll und Werner Oberle, die das Dorf inzwischen schon gut von früheren Besuchen kennen.
Foto: Privat
Der Vereinsring hatte Anfang Dezember zur Sammelaktion „Weihnachtspäckchen für das Flutgebiet“ aufgerufen. Ein Sprinter sollte vollgeladen werden. Doch es kam anders.
Schweinheim, ein Stadtteil von Aschaffenburg mit ca. 10.000 Einwohnern, nahm regen Anteil am Schicksal der Namensvetter aus der Eifel. Immer mehr Päckchen und Pakete, liebevoll verpackt und beschriftet, wurden beim Vereinsring abgegeben.
Foto: Privat
Am Ende waren es rund 1.000 Weihnachtspakete und 16 Ster Brennholz. Viel zu viel für einen kleinen Sprinter. Die Feuerwehr organisierte spontan zwei weitere LKWs, dies sich kurz vor dem vierten Advent hoch beladen auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen machten.
Sie wurden bereits erwartet. Bald türmte sich ein riesiger Gabentisch vor der alten Schule am Dorfplatz in Schweinheim und zauberte so manch einem ein Lächeln ins Gesicht.
Für noch mehr weihnachtliche Stimmung sorgten Daniel Jakob und Michael Müller vom Sportverein Herschweiler-Pettersheim im Kreis Kusel mit Plätzchen, Kinderpunsch und Glühwein.
Doch was tun mit 16 Raummeter Holz in großen Stücken? Hier zeigte sich wieder der unglaubliche Zusammenhalt der Schweinheimer Dorfgemeinschaft. Im Nu waren drei mobile Sägestationen organisiert und alle packten mit an. Das handliche Brennholz wurde in Schubkarren und Anhängern an die Haushalte verteilt.
Für die nötige Vorsicht an Kreis- und Kettensäge sorgte Zimmermann Kilian Grimm, der ebenfalls aus Aschaffenburg gekommen war. Er hatte es sich nicht nehmen lassen und einige Baustellen angeschaut, wo er seine handwerkliche Hilfe anbieten konnte.
Ein großes Lob an die Freiwilligen der Schweinheimer Feuerwehr, der Stadt Aschaffenburg und vor allem ein ganz herzlicher Dank an die Schweinheimer Bürgerinnen und Bürger, die sich so zahlreich an dieser Aktion beteiligten. Ihr seid der Wahnsinn!
Inmitten der Päckchen der Sterne-Pflück-Aktion auf dem Krewelshof: vordere Reihe, v.l. Sara Könen-Krolos, Max Bieger, Sabina Kronhof, Danielle Bieger, hintere Reihe, v.l.: Bernd Kolvenbach, Udo Becker, Theo Bieger. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Obergartzem – Geschenke aus der Sterne-Pflück-Aktion wurden auf dem Krewelshof Eifel in Obergartzem gesammelt und inzwischen vom Kinderschutzbund abgeholt, damit sie an Heiligabend in Kinder- und Jugendheimen Freude schenken.
Max Bieger hat alle Hände voll zu tun all die kleinen und großen Weihnachtspäckchen auf den Transportwagen auf dem Krewelshof Eifel zu stapeln. Aber er kann dabei auf fleißige Helfer zählen.
Allen voran Udo Becker, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Euskirchen als Schirmherr der gutherzigen Aktion. Er packt ebenso voller Tatendrang mit an wie Bernd Kolvenbach, Sara Könen-Krolos und Sabina Kronhof vom Kinderschutzbund Euskirchen wie auch Danielle und Theo Bieger vom Krewelshof Eifel. Sie alle ziehen an einem Strang, um Kindern und Jugendlichen, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen, zu Weihnachten eine Freude zu bereiten.
„Viele gute Menschen“
„Es gibt doch viele gute Menschen“, sagt Danielle Bieger dankbar angesichts des großen Geschenkebergs für den Bürgerinnen und Bürger aus der Region mit viel Herz gesorgt hatten. Sie waren es, die zuvor die Sterne vom Weihnachtsbaum gepflückt haben, der von den Biegers im Krewelshof-Café eigens dafür aufgestellt worden war. Auf den Sternen hatten Kinder und Jugendliche aus diversen Heimen ihren besonderen Herzenswunsch notiert.
Ein Päckchen ist hübscher als das andere und vor allem mit viel Liebe zum Detail von allen Schenkern eingepackt worden. Eins ziert obenauf sogar ein Rentiergeweih aus Stoff, das andere Süßigkeiten, ein großes Kuscheltier wurde in einem riesig-roten Weihnachtssack „versteckt“.
Das so viele mitgemacht haben, sei in diesen Zeiten doppelt toll, lobt Udo Becker: „Mal schnell eben wohin und Geschenke besorgen ist nicht mehr nach dem Hochwasser hier in der Region und teilweise muss man auch wegen Corona längere Lieferzeiten in Kauf nehmen, weil viele vor Weihnachten im Internet bestellen.“
Der Kinderschutzbund sorgt nun dafür, dass alle Geschenke für den Gabentisch rechtzeitig bei den Kindern eintreffen, damit sie an Heiligabend für ein Leuchten in den Augen sorgen können.
„Herzenswünsche erfüllen“
Bernd Kolvenbach dankte zum Abschluss nochmal allen, die zum Gelingen der gemeinschaftlichen Aktion beigetragen haben. „Es ist einfach wunderbar, dass wir den Kindern diese Herzenswünsche erfüllen können. Ich weiß sie warten schon sehnsüchtig. Daher ein großes Dankeschön an alle Schenker. Ohne sie wäre diese Bescherung nicht möglich.“
Er dankte ebenso Udo Becker für „die schützende Hand“, die er seit diesem Jahr über den Wünschebaum halte. Der Kreissparkassen-Vorstands-Vorsitzende habe ohne zu zögern die Sterne-Schirmherrschaft von seinem Vorgänger, dem ehemaligen Euskirchener Bürgermeister, Dr. Uwe Friedl übernommen. Dankbar ist der Kinderschutzbund-Vorsitzende auch Danielle und Theo Bieger, die das Aufhängen der Sterne möglich machen – und dies schon zum fünften Mal in Folge. Bernd Kolvenbach: „Dann ist es in der Eifel schon längst gute Tradition.“
Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. Foto: P. Dreger / Citymanagement
Bad Münstereifel – Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, meine liebe Stadt, die Flut vom 14. Juli ist ohne Zweifel der größte Einschnitt in unserer Stadtgeschichte. Die Bilder der Nacht und des Morgens danach werden wir alle noch lange verarbeiten müssen.
Die vergangenen Monate, so schlimm Sie auch waren, haben mir aber vor allem eines gezeigt: Wir in Bad Münstereifel halten zusammen und stehen füreinander ein!
Dieses starke Gefühl der Solidarität habe ich bei vielen Menschen gespürt. Für Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihre Unterstützung möchte ich mich von ganzem Herzen bei Ihnen bedanken. Das gibt auch uns in der Stadtverwaltung Kraft für die Herausforderungen, die wir noch bewältigen müssen.
Wir befinden uns mitten im Wiederaufbauprozess: Die Planungen für die Einkaufsstraßen in der Kernstadt schreiten voran, die wichtigsten Leitungen sind verlegt, die Pflastersteine bestellt. Unser klares Ziel ist weiterhin, dass die Geschäfte im Juni 2022 wieder öffnen können. Wir wollen das Herz der Stadt so schnell wie möglich wieder schlagen lassen.
Natürlich haben wir auch die Dörfer im Blick. Über einen eigens gebildeten Fachbeirat mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Dörfern und in den regelmäßigen Sprechstunden halten wir als Stadtverwaltung den Kontakt zu den Menschen vor Ort. Denn auch hier sind die Planungen für den Wiederaufbau in vollem Gange.
Wir möchten Sie alle – egal ob Sie in der Kernstadt oder in den Dörfern leben – einladen, unsere gemeinsame Zukunft aktiv mitzugestalten. Deshalb starten wir eine digitale Befragung. Nehmen Sie teil und sagen Sie uns, was aus Ihrer Sicht am dringendsten benötigt wird. Den Link zur Beteiligung finden Sie auf unserer Website.
In unserem, in den letzten Monaten zusammengetragenen Wiederaufbauplan haben wir zu Beginn des nächsten Jahres alle Schäden detailliert gesammelt. Für die öffentlichen Straßen, Plätze und Gebäude werden wir zur Wiederherstellung Gelder aus der Wiederaufbauhilfe des Landes beantragen.
Um jedoch darüber hinaus eine Vorstellung zu bekommen, wie Bad Münstereifel 2030 aussehen soll, haben wir mit der Erarbeitung des Masterplan 2030 begonnen – mit einer Vision für unsere Stadt für das laufende Jahrzehnt. Daran sollen Sie ebenfalls mitwirken. Hierfür werden wir selbstverständlich auch mehrere Bürgerbeteiligungen organisieren.
Für Sie als Bewohnerinnen und Bewohner unserer Stadt, und auch für alle Besucherinnen und Besucher bauen wir unsere Stadt wieder auf. Sie wird danach nicht nur genauso lebenswert sein wie vorher, – sondern digitaler, nachhaltiger und geschützter vor zukünftigem Hochwasser – eine Stadt aus Tradition und Moderne, für Alt und Jung.
Mein Dank gilt natürlich den vielen Ehrenamtlichen, die sich so voller Energie für unsere Stadt einsetzen. Danke auch den vielen Handwerksbetrieben, die uns unterstützen und besonders auch den Gewerbetreibenden, die trotz Corona-Pandemie und Flutkatastrophe ihren Mut nicht verlieren.
Ein ganz herzliches Dankschön geht an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung: Es ist mir bewusst, dass jede und jeder von Ihnen bis an alle Grenzen ihr Bestes leistet in diesen schwierigen Zeiten.
Dafür bedanke ich mich im Namen der ganzen Stadt von ganzem Herzen.
Mir ist auch bewusst, dass dieses Weihnachten für viele von Ihnen nicht so sein wird wie zuvor. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen, dass Sie sich in den vor uns liegenden Weihnachtstagen im Kreise ihrer Familien und Freunde erholen können. Ich wünsche Ihnen und unserer Stadt nur das Beste für das kommende Jahr, ebenso wie Mut, Kraft und Zuversicht. Und natürlich – bleiben Sie gesund!
Ihre Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian
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