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Wittlich-Land: Führungswechsel in den Feuerwehren Bettenfeld und Minderlittgen

Wittlich – Im Rahmen einer kleinen Feierstunde vollzog Bürgermeister Manuel Follmann Anfang der Woche die angestandenen Führungswechsel in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehren Bettenfeld und Minderlittgen.

v.l.n.r. Hannes Weber, Wehrleiter Stephan Christ, Wehrführer Johannes Schieren und Bürgermeister Manuel Follmann. Foto: Carina Alt-Linden)

Zunächst beförderte er Hannes Weber aus Bettenfeld nach erfolgreich abgelegtem Gruppenführerlehrgang zum Brandmeister. In diesem Zusammenhang ernannte und vereidigte Bürgermeister Follmann ihn zum stellvertretenden Wehrführer der Feuerwehr Bettenfeld.
Anschließend entpflichtete Follmann den stellvertretenden Wehrführer Matthias Konrad aus Minderlittgen auf eigenen Wunsch. An seine Stelle rückt Andreas Nicolay in kommissarischer Funktion. Eine endgültige Ernennung erfolgt nach besuchtem Lehrgang an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzakademie Koblenz.

Ebenfalls nach erfolgreich abgelegtem Gruppenführerlehrgang zum Brandmeister befördert wurde Thomas Thieltges aus Minderlittgen. Auch ihn ernannte und vereidigte Manuel Follmann zum Wehrführer. Bürgermeister Follmann sowie Wehrleiter Christ dankten den beförderten Feuerwehrangehörigen für ihre geleistete Arbeit, insbesondere für die unzähligen Ausbildungsstunden im Feuerwehrdienst zum Wohle der Allgemeinheit und hießen die neu verpflichteten Kameraden herzlich in den Reihen der Feuerwehr willkommen.

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Spielerisch lernen mit Kinder-Apps “tigerbooks” und “eKidz”

Region/Koblenz – Bunte Abenteuer mit dem “Sams” und “Yakari & Co”- Der Spielplatz ist verödet, das Wetter trüb und grau – doch das „Abenteuerland“ bleibt auch im Winter geöffnet: Mit den digitalen eMedien-Angeboten der Apps „tigerbooks“ und „eKidz.eu“ haben Kinder und ihre Familien mit einem gültigen Bibliotheksausweis über die 87 Bibliotheken im Verbund der „Onleihe Rheinland-Pfalz“ kostenfreien Zugang zu beliebten Kindergeschichten.Mit dabei sind auch die Bibliotheken des Landesbibliothekszentrums Rheinland-Pfalz (LBZ) in Koblenz, Speyer und Zweibrücken.

Die Kinder-Apps gibt es für Mobilgeräte bei Google Play oder im Apple AppStore. Für die Anmeldung klicken die Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer „Bibliotheks-Log-in“ beziehungsweise „Anmelden mit Konto einer Bibliothek“ an, wählen das Bundesland Rheinland-Pfalz und den Ort der Heimatbibliothek aus und loggen sich dann mit Nummer und Passwort des Büchereiausweises ein. Die Apps sind kindersicher, werbefrei und bieten keine Kaufmöglichkeiten und –anreize. Die Angebote werden vom LBZ koordiniert und vom Land Rheinland-Pfalz gefördert (www.lbz.rlp.de).

In der tigerbooks-App stehen über 8000 eMedien für Kinder zur Verfügung, darunter eBooks zum Selbstlesen, Hörbücher, Hörspiele, Kinderlieder und Bilderbücher. Bei „tigerbooks“ finden sich auch Bilderbücher mit Vorlesefunktion, Animationen, Lern- und Lesespiele sowie Audiorecorder zum Aufnehmen. So erwachen viele beliebte Figuren aus den gedruckten Büchern wie „Die Olchis“ oder „Pettersson & Findus“ zum Leben. Da die digitalen Kinderbücher online oder offline genutzt werden können, ist tigerbooks auch ideal für unterwegs. Weitere Infos unter : https://tiger.media/tigerbooks/ und www.onleihe-rlp.de .

Die interaktiv gestaltete Lese-(Lern)-App eKidz enthält kindgerechte Geschichten und Sachtexte in mehreren Lesestufen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades. Die Texte werden ergänzt durch animierte Illustrationen, einer Vorlesefunktion im Karaoke-Format und einer Aufnahmefunktion. Dazu kommen Quizfragen zur Überprüfung des Leseverstehens. So werden Kinder auf spielerische Weise in die Lesewelten eingeführt. Alle Texte wurden von professionellen Sprecherinnen und Sprechern eingelesen, basieren auf lehrplanrelevanten Inhalten und bilden den empfohlenen Grundwortschatz ab. Ebenfalls verfügbar sind Texte in den Sprachen Englisch und Spanisch. Infos gibt es unter www.ekidz.eu und unter www.onleihe-rlp.de.

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„Chefärzte wie Orchesterleiter“

Mechernich – Mechernicher Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Martin Milde und Thorsten Schütze auf Antrittsbesuch bei Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, dem Ersten Beigeordneten Thomas Hambach und Dezernent Ralf Claßen.

Ihren Antrittsbesuch im Mechernicher Rathaus machten diese Woche die beiden neuen Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Martin Milde und Thorsten Schütze. Wobei „neu“ relativ sei, so der aus Bleibuir stammende Martin Milde, denn er und Schütze waren bereits geraume Zeit an der Seite des Ende 2021 ausgeschiedenen Geschäftsführers Manfred Hermann in ihre neuen Verantwortungs- und Arbeitsfelder hineingewachsen.

Ihr Gespräch mit Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, dem Ersten Beigeordneten Thomas Hambach und Dezernent Ralf Claßen drehte sich um die Zukunft der Mechernicher Kliniken und des Gesamtkonzerns sowie um die Krankenhauslandschaft in der linksrheinischen Provinz und ihre Entwicklung.

Wobei Milde und Schütze Absprachen mit dem benachbarten Marienhospital in Euskirchen für sinnvoll erachten. Schütze, der bislang im Großraum Bonn für Kliniken zuständig war: „Acht Bonner Kliniken verfügen jeweils über fast das gleiche Angebot und haben alle eine Innere Abteilung und Unfallchirurgie – das ist Quatsch“. Absprachen, wer welche medizinische Disziplin anbietet, mache zwischen benachbarten Krankenhäusern Sinn: „Wirtschaftlich profitieren dann alle davon!“

„Vollversorger, keine Rosinenpicker“

Wobei die beiden Geschäftsführer auf entsprechende Nachfragen von Bürgermeister Dr- Hans-Peter Schick hin das Krankenhaus Simmerath zum Sonderfall erklärten. „Das kann man nicht mehr mit einem Akutkrankenhaus vergleichen. Die haben sich soweit auf ihr Spektrum und ihren Service konzentrieren können, weil sie keine Notfälle aufnehmen“, so Martin Milde. Außerdem sei Mechernich doppelt bis dreimal so groß wie die Simmerather Klinik: „Wir können uns nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken, wir müssen die Menschen einer ganzen Region versorgen.“

Simmerath habe keinen Hubschrauberlandeplatz und nicht alle unvorhergesehenen Augenblicke Unfallopfer, die den ganzen OP-Plan wieder über den Haufen würfen, so der Sohn von Gertrud und Peter Milde aus Bleibuir. Sein Kollege Thorsten Schütze räumte gegenüber Bürgermeister, Beigeordnetem und Dezernent ein, dass im Mechernicher Krankenhaus ein Generationenwechsel bevorstehe, der auch ein Umdenken mit sich bringen müsse.

„Chefärzte sind heute keine Dienstvorgesetzten ihrer Schwestern und Pfleger mehr, nicht einmal des Reinigungspersonals“, so Thorsten Schütze. Spezialisierung und Teamwork der Spezialisten verschiedener Bereiche und Disziplinen seien in Zukunft unbedingt angesagt: „Der Chefarzt ist wie der Leiter eines Orchesters.“ Er füge alles zum Gesamtkunstwerk, was die einzelnen Spezialisten an ihren Instrumenten zu leisten vermögen.

Imagepflege und Öffentlichkeit

Über die Hälfte der derzeitigen Chefärzte werden altersbedingt in den nächsten fünf Jahren ausscheiden, so Thorsten Schütze: „Die neue Generation von Chefärzten werden die Konkurrenz um belegte Betten stärker spüren. Es genügt nicht mehr, davon überzeugt zu sein, dass die Patienten schon in mein Krankenhaus kommen werden, sondern man muss was dafür tun.“ Die neuen Geschäftsführer wissen, dass dazu Image und öffentliche Wahrnehmung gehören.

Auch seien die Liegezeiten der Patienten in Mechernich im Bundesdurchschnitt vier bis fünf Tage höher gewesen. „Vieles wird man in Zukunft versuchen, ambulant zu machen. Wenn aber stationär, dann sind kurze Aufenthalte wichtig“, so Martin Milde: „Schon allein deshalb, weil die Infektionsgefahr im Krankenhaus höher ist als draußen auf der Straße.“

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick sprach Milde und Schütze auch auf die Arbeitsplatzsituation an, einen wunden Punkt, wie sich zeigte. „Denn das Personal ist der limitierende Faktor im Krankenhaus“, so Martin Milde. Um die Pflegekräfte herrsche eine offene Konkurrenz, so Schütze: „Dabei hätten wir genügend Pflegekräfte in Deutschland – falls alle voll arbeiten würden…“ Viele Schwestern arbeiteten aber „nur“ mit 70 oder 80 Prozent in Teilzeit, erklärte Thorsten Schütze.

Pflegeschule mit 160 Teilnehmern

Erster Beigeordneter Thomas Hambach sprach in dem Zusammenhang die Arbeitsplatzzufriedenheit an und Anreize, das eigene Pflegepersonal zu halten, woran auch die Stadt ein Interesse habe. Auch schlug er für die Stadt eine Kooperation mit städtischen Schulen vor. In dem Zusammenhang spiele die Ausbildung an einer eigenen Pflegeschule mit gleichzeitig 160 Teilnehmern eine große Rolle, so Martin Milde.

Auch Assistenzärzte zu bekommen, sei durchaus ein Problem geworden, so Dezernent Ralf Claßen. Wobei Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick grundsätzlich bedauerte, dass Ärzte wie auch die Lehrer weiterführender Schulen häufig nicht in die Stadt am Bleiberg zögen, sondern lieber aus der Großstadt einpendeln, wo sie das größere Kulturangebot und die Infrastruktur in ihrer Freizeit genießen wollen.

Dem Mechernicher Verwaltungschef ist sehr viel daran gelegen, dass sich die Menschen, die hier arbeiten, auch mit der Kommune und der Eifelregion identifizieren.

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Auswirkungen des Fachkräftemangels in Kitas und der Kinder-Tagespflege Aachen

Aachen – Der Fachkräftemangel in den Kitas hat vielfältige Gründe und hat sich über Jahre aufgebaut. Die Coronapandemie hat die Situation verschärft, ist aber nicht die Ursache. Die Stadt und die freien Träger präsentieren mögliche Lösungsansätze.

Der seit Jahren voranschreitende Fachkräftemangel in den Kitas und der Kindertagespflege in Aachen führt in immer mehr Einrichtungen der freien Träger und der Stadt Aachen zu gravierenden Problemen, die sich zunehmend auf die Qualität und Quantität der Betreuung und Förderung auswirken. Heinrich Brötz, Leiter des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule sieht dem mit Sorge entgegen: „Das Thema bewegt uns. Es betrifft die die gesamte Stadtgesellschaft.“ Es habe sich über die Jahre schleichend aufgebaut und sei durch die Pandemie „sichtbar gewachsen“. „Auf Seite der Stadt haben wir aber schon sehr früh versucht gegen zu steuern“, so Brötz.

Gemeinsam mit der AG78, einer Arbeitsgruppe aus Vertretungen der freien Träger und der Stadt Aachen, möchte die Stadt Aachen noch einmal verdeutlichen, was dies für Kinder, Familien und Beschäftigte konkret bedeutet, aber auch Lösungsansätze aufzeigen.

Die derzeitige Situation

Zurzeit stehen alle Kita-Träger und die Familien in Aachen wegen des Fachkräftemangels vor schwierigen Situationen. Die kontinuierliche Bildung, Erziehung und Betreuung können für die Kinder oft nicht entsprechend erfüllt werden. Eltern werden vermehrt gebeten, ihre Kinder selbst zu betreuen. Die Betreuungszeiten müssen verkürzt werden. Es gibt immer wieder Gruppenschließungen. Kinder mit Behinderung haben teilweise keine Assistenzkraft und können nur sehr eingeschränkt am Kita-Betrieb teilnehmen. Und: „Das Personalmanagement gestaltet sich zunehmend schwierig: Die Wechselbereitschaft bei Mitarbeiter*innen ist deutlich erhöht, wenn Wünsche nach zum Beispiel einem Parkplatz, besonderen Arbeitszeiten oder Arbeitsorten und weitere persönliche Sonderwünsche nicht erfüllt werden können“, beschreibt Heinz Zohren, Sprecher der AG78 und Geschäftsführer Pro Futura gGmbH, einem Aachener Kita-Träger, die Situation aus eigener Erfahrung. Der Druck auf die verbleibenden Mitarbeiter*innen stiege dadurch. Aber auch Eltern geraten bei Einschränkungen zunehmend unter Druck, etwa bei ihren Arbeitgeber*innen oder würden gebeten, Aufgaben in der Kita zu übernehmen. Zohren weiter: „Eine Flexibilisierung und Verlängerung der Öffnungszeiten sind zurzeit kaum zu realisieren.“

Die Unterschreitung eines Mindestwertes an Personal und die notwendigen Maßnahmen, die eingeleitet wurden, müssen von den Trägern gemäß § 47 SGB VIII an das Landesjugendamt gemeldet werden. Eine Meldung muss erfolgen, wenn die Personalbesetzung an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den Wert von 80 Prozent unterschreitet. Der Landschaftsverband Rheinland geht davon aus, dass dann eine adäquate Betreuung und Förderung der Kinder nicht mehr gewährleistet oder sogar das Kindeswohl gefährdet ist. Der Träger ist verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um dem entgegenzuwirken, und muss diese benennen, etwa die Schließung einzelner Gruppen, der Kita oder eine Reduzierung der Öffnungszeiten. „Dies betrifft nicht nur einzelne Träger“, weiß Zohren. Über diesen Umstand wurde der Kinder- und Jugendausschuss der Stadt in seiner Sitzung  am Dienstag, 18. Januar noch einmal detailliert informiert.

Bisherige Bemühungen

Dabei seien die Träger keinesfalls untätig gewesen und haben in eigener Verantwortung unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, zum Beispiel Anzeigen in regionalen und überregionalen Zeitungen, die Nutzung von Social Media, Radiospots, Karten, die an öffentlichen Orten platziert wurden. Die Abteilungsleiterin „Kindertagesstätten und Kindertagespflege“ der Stadt Aachen, Beate Traeger, erinnerte an eine groß angelegte Marketingkampagne der Stadt zu diesem Thema. Aber auch die Anwerbung von Fachkräften aus dem benachbarten Ausland wurde versucht. „Gerade in den Niederlanden gibt es einen Überhang an ausgebildeten Fachkräften“, so Traeger. Recht erfolgreich war die Mitwirkung an der Ausbildung im Rahmen der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA) für Erzieher*innen, Heilerziehungspfleger*innen und Kinderpfleger*innen, heißt, die angehenden Fachkräfte sind vom ersten Tag an in die Kitas eingebunden und nicht erst zum Ende der Ausbildung. Und die Träger stellen zu bestehenden Öffnungsklauseln mögliche Anträge auf Anerkennung von „anderen“ Fachkräften nach der Personalverordnung, etwa Theaterpädagog*innen oder Grundschullehrer*innen. Doch gerade beim Grundschulpersonal gebe es auch Engpässe, so dass aus dieser Richtung auch kein Personal zu erwarten sei.

Darüber hinaus hat auch der Fachbereich Kinder Jugend und Schule als öffentlicher Träger folgende Maßnahmen ergriffen: Einen Schriftwechsel mit dem Schulministerium mit der Bitte, zusätzliche Klassen für Erzieher*innen einzurichten. Dem Berufskolleg der StädteRegion „Käthe Kollwitz“ wurden in den letzten Jahren zusätzliche Räume von der Stadt zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit den anderen regionsangehörigen Kommunen der StädteRegion Aachen wurden an das Jugendministerium ein dringliches Schreiben zum Fachkräftemangel gesandt. Der Fachbereich nimmt teil an einer Arbeitsgruppe von Jugend- und Schulministerium zum Thema „Fachkräftemangel“.

Gründe für die Entwicklung

Bettina Konrath, Sprecherin der AG78 und Geschäftsführerin Familiäre Tagesbetreuung e.V., nennt vielfältige Gründe: „Eine Erweiterung der Betreuungsplätze und der Betreuungszeiten, eine zunehmende Zahl von Fachkräften, die in den Ruhestand gehen, zusätzlicher Personalbedarf zur Sicherstellung der Inklusion, der Ausbau der Offenen Ganztagsschulen, in den auch pädagogisches Fachpersonal benötigt wird, ein recht hoher Krankenstand, Beschäftigungsverbote während der Schwangerschaft.“ Auch die Rahmenbedingungen für die Mitarbeiter*innen in den Kitas, unter anderem die Fachkraft/Kind-Relation oder indirekte Zeiten zur Vorbereitung, Nachbereitung und für Elterngespräche würden sich verschlechtern. Konrath stellt klar: „Die Betreuungszeiten und die Belastung haben auch in der Kindertagespflege zugenommen.“ In der Coronapandemie wird dieser Mangel jetzt überdeutlich, ist aber nicht die Ursache.

Mögliche Lösungsansätze

Stadt Aachen, die freien Träger und die Kommunalpolitik ziehen hier an einem Strang und wollen die Situation verbessern. So wäre eine befristete Ergänzung der Personalverordnung denkbar, um eine vorübergehende Anerkennung von Ergänzungskräften als Fachkräfte und eine begrenzte Einsatzmöglichkeit von Nichtfachkräften möglich zu machen. „Auch eine Veränderung der Personalverordnung ist eine Idee, um neben den Fachkraftstunden auch einige Ergänzungskraftstunden in den U3-Gruppen vor zu sehen, damit auch Kinderpfleger*innen dort eingesetzt werden könnten“, stellt Rita Baumbach, Sprecherin der AG78 und Fachbereichsleiterin Lebenshilfe Aachen e.V., Lösungsansätze vor. Eine schnellere Genehmigung von Anerkennungen von anderen Berufsgruppen nach Personalverordnung oder ausländischen Bildungsabschlüssen wäre wünschenswert. „Das kann schon mal bis zu sechs Monaten dauern“, weiß Baumbach. Die Schaffung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen in Fachschulen und Studienplätzen für frühkindliche Bildung in Hochschulen sowie von zusätzlichen Studienplätzen in Studiengängen für Fachlehrer*innen für Sozialpädagogik seien extrem wichtig. Eine Erweiterung hin zu multiprofessionellen Teams, zum Beispiel zur Verwaltungsunterstützung oder Handwerker*innen mit pädagogischer Zusatzausbildung in großen Kitas, könnte das vorhandene Personal entlasten. Und: Die derzeit vom Land geförderten Alltagshelfer*innen sollten dauerhaft gefördert werden.

Politik, Verwaltung und freie Träger gemeinsam

Hilde Scheidt, Vorsitzende des Kinder- und Jugendausschusses der Stadt Aachen, sichert die Unterstützung der Politik zu: „Wir haben als Stadt und Politik immer wieder fraktionsübergreifend und einstimmig für entlastende Maßnahmen gesorgt.“ Der Beruf sein belastend und in den vergangenen Jahren zunehmend belastender geworden, ist sie überzeugt. Scheidt weiter: „Es ist wichtig, dass man diesen Beruf aufwertet, bei der Anerkennung, der Bezahlung und der Ausbildung.“ Dies sei in anderen Ländern – etwa im benachbarten Belgien – gang und gäbe. Dort sei die Ausbildung ein Studiengang und würde eine höhere gesellschaftliche Stellung haben und eine bessere Bezahlung.

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Fluthilfe: „Handwerk hilft“ sammelt 650.000 Euro für betroffene Handwerks-Betriebe

Ahrtal/Koblenz – Bundesweite Spendenaktion wird ausgezahlt – Antragstellung durch betroffene Handwerker bis 15. Februar. 650.000 Euro wurden seit der Flutkatastrophe im Juli 2021 für betroffene Handwerker über die Aktion „Handwerk hilft“ gespendet. Das extra dafür beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) eingerichtete Spendenkonto wird nun ausgezahlt. Eine unabhängige Kommission entscheidet über die Zuteilung der Spendengelder: Bis zum 15. Februar 2022 können sich betroffene Handwerker für eine persönliche finanzielle Hilfe in Höhe von jeweils 5.000 Euro bewerben.

Flut und Hochwasser haben im Sommer 2021 in mehreren Bundesländern dramatische Spuren hinterlassen. Das Ahrtal zählte dabei zu den besonders betroffenen Gebieten. „Fast 600 dort ansässige Handwerksbetriebe wurden massiv geschädigt oder ganz zerstört“, weiß Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der zuständigen Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Seit der Katastrophe vom 14. auf den 15. Juli ist die HwK im Dauereinsatz bei Hilfestellung und Wiederaufbau-Koordination. „Die bundesweite Unterstützung in Form von Arbeitseinsätzen oder auch Spenden war beeindruckend und wir freuen uns natürlich, wenn sie nicht nachlässt. Dem Handwerk kommt hierbei eine zentrale Rolle zu und man sollte durchaus herausstellen, dass viele Helferbetriebe und anpackende Handwerker selbst vom Hochwasser betroffen sind. Das ist eine enorme Doppelbelastung bei der privaten und betrieblichen Schadensbewältigung und dem Wiederaufbau, in den sich unsere Betriebe zeitgleich einbringen.“ Die Auszahlung von Spendengeldern ist dabei nicht nur eine finanzielle Hilfe, sondern auch ein Signal. „Hier wird niemand vergessen und die Unterstützung reißt nicht ab“, macht Hellrich mit Blick auf die Aktion „Handwerk hilft“ deutlich. Die wurde unmittelbar nach der Katastrophe über ein Spendenkonto bei der Handwerkskammer zu Köln stellvertretend für den ZDH gestartet.

Eine sechsköpfige, unabhängige Kommission entscheidet nach dem 15. Februar, wer Spendengelder in Höhe von jeweils 5.000 Euro erhält. Die Kommission wird aus Franz Meurer, Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Theodor und St. Elisabeth (Köln Höhenberg-Vingst), Stephan Pauly, Geschäftsführer des VRM – Verkehrsverbund Rhein-Mosel GmbH, Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen a.D., sowie Vertretern der Handwerkskammern Köln, Aachen und Koblenz bestehen.

Bis zum 15. Februar können sich betroffene Handwerkerinnen und Handwerker für diese persönliche, finanzielle Hilfe bewerben: Das Antragsformular ist bewusst kurzgefasst und kann auf den Internetseiten der betroffenen Handwerkskammern sowie vieler Kreishandwerkerschaften heruntergeladen oder per E-Mail (hochwasser@hwk-koeln.de) angefordert und ausgefüllt dorthin zurückgemailt werden.

Angesprochen sind alle Unternehmerinnen und Unternehmer, deren durch Hochwasser und Flut im Juli 2021 entstandener Schaden teilweise oder gar nicht durch eine Versicherung oder staatliche Unterstützung in Form von Sofort- und Aufbauhilfe aufgefangen wurde.

Das Antragsformular ist bei der HwK Koblenz online hier eingestellt: www.hwk-koblenz.de, Menüpunkt „Aktuelle Informationen zur Hochwasserhilfe“

Weitere Informationen gibt die Betriebsberatung der Handwerkskammer Koblenz, Tel. 0261/ 398-257, daniela.becker-keip@hwk-koblenz.de

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Neues CT bietet Untersuchungen mit geringerer Strahlenbelastung

Region/Mayen-Koblenz – Ev. Stift verbessert seine Behandlungsmöglichkeiten. Das Ev. Stift St. Martin investiert weiter in modernste Technik. Nachdem seit Ende des vergangenen Jahres ein neuer Linksherzkathetermessplatz im Einsatz ist, wurde in der Radiologie jetzt ein neuer Computertomograph (CT) in Betrieb genommen. „Es handelt sich um einen der modernsten 128-Zeiler, der unter anderem mit einem Reddot Design Award ausgezeichnet wurde“, so Prof. Dr. Stephan Felber, Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie und Neuroradiologie.

Das CT kann in 0,35 Sekunden 128 Schichten gleichzeitig aufzeichnen. Die Untersuchungszeiten und auch die Bildrechenzeiten sind extrem schnell, innerhalb weniger Sekunden entstehen Bilder in bester Qualität. „Damit wird vor allem die Notfalldiagnostik bei einem Polytrauma und schwerverletzten Patienten, bei einem Schlaganfall und Hirnblutungen verbessert“, erklärt der Chefarzt. „Im Vergleich zu älteren Gerätegenerationen können am neuen CT alle Untersuchungen mit einer geringeren Strahlenbelastung durchgeführt werden.“

Zusammen mit dem vorhandenen 64-Zeiler verfügt das Ev. Stift jetzt über zwei leistungsfähige CT-Geräte und ist damit, unabhängig von technischen Wartungen oder Reparaturen, jederzeit einsatzbereit (24/7 an 365 Tagen). Dies optimiert die Verfügbarkeit im Notfall und unterstreicht die Qualität des Hauses als Maximalversorger und SAV (Schwerstverletzungsartenverfahren)-Traumazentrum. Auch die hohe neurochirurgische sowie neuroradiologische Versorgungsqualität wird weiter nachhaltig ausgebaut. Die zertifizierte Chest Pain Unit (Brustschmerzeinheit), die nichtinvasive Herzdiagnostik und die Onkologie werden ebenfalls von der Neuanschaffung profitieren. Die Inbetriebnahme des neuen CT-Gerätes am Ev. Stift ist eine wichtige Investition in die Zukunft, mit der das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein die Versorgung seiner Patienten weiter optimiert.

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Wolfs-Verdachtsfall im Aachener Wald

Aachen – Im Aachener Stadtwald wurde am Wochenende ein wolfsähnliches Tier gesichtet und ein Schafsriss dokumentiert. Die Stadt Aachen hat bereits Kontakt mit dem örtlichen Wolfsberater und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) aufgenommen. Überdies wurde für die genetische Analyse eine Gewebeprobe genommen, um nachweisen zu können, ob es tatsächlich ein Wolf gewesen ist.

Nachdem der Wolf in Europa fast 180 Jahre als ausgestorben galt, kehrt er nun in alte Lebensräume zurück. Seit 2016 gibt es auch in Nordrhein-Westfalen (NRW) vermehrt Meldungen über gesichtete Wölfe. Zudem wurden mehrere Wolfsgebiete mit sesshaften Tieren ausgewiesen. Der Wolf gehört zu den international „streng geschützten“ Tierarten und wird auch in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Art geführt. So ist es verboten, Wölfe zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Eine Jagd auf Wölfe ist daher ausnahmslos untersagt.

Die Stadt Aachen liegt mit den Städten Eschweiler und Stolberg in der „Pufferzone“ des im Jahr 2017 ausgewiesenen Wolfsgebietes „Eifel-Hohes Venn“. Eine Ausweisung als Wolfsgebiet erfolgt bei einer festen Ansiedlung von Wölfen, das heißt bei mehrfach bestätigten Nachweisen von einem Individuum über einen längeren Zeitraum. Eine dauerhafte Ansiedlung von Wölfen in Städten wie Aachen ist sehr unwahrscheinlich und nicht zu erwarten, da Wölfe im Gegensatz zu Wildtieren wie Füchsen oder Wildscheinen keine „Kulturfolger“ sind, den Menschen also nicht in die Siedlungen folgen.

Ob es sich bei dem aktuell gesichteten Tier um eines aus dem angrenzenden Wolfsgebiet „Eifel-Hohes Venn“ handelt oder um einen sogenannten Durchzieher, ist zurzeit noch nicht bekannt. Wölfe verlassen in der Regel bis zum Ende des zweiten Lebensjahrs die Elternrudel und gehen auf Suche nach einem eigenen Revier. Sie sind ausgesprochen ausdauernde Läufer und können in einer Nacht bis zu 70 Kilometer Strecke zurücklegen.

Auch in einem etablierten Wolfsgebiet ist es äußert unwahrscheinlich, dass es zu direkten Begegnungen zwischen Wolf und Mensch kommt. Angriffe von Wölfen auf Menschen sind in Deutschland nicht dokumentiert und es ist kein Fall von einem aggressiven Verhalten gegenüber dem Menschen bekannt.

Nehmen Wölfe einen Menschen wahr, ergreifen sie nicht immer direkt die Flucht, sondern ziehen sich meist langsam zurück. Wer einen Wolf sieht, muss also nicht gleich beunruhigt sein. Kommt es dennoch zu einer Begegnung mit einem Wolf, sollten die folgenden Verhaltensregeln beachtet werden:

  • Sich dem Wolf nicht nähern, ihn füttern oder anfassen. Vor allem bei jungen Tieren besteht die große Gefahr, dass sie sich an Menschen gewöhnen und dadurch ihre natürliche Scheu vor Menschen verlieren.
  • Nicht weglaufen, sondern stehen bleiben. Dem Tier die Zeit geben, sich zurückzuziehen. Wer den Abstand selbst vergrößern möchte, sollte langsam rückwärts gehen.
  • Durch laute Ansprache, ein Klatschen oder ein Winken mit dem Armen den Wolf auf sich aufmerksam machen und ihn so vertreiben.
  • Hunde sollten grundsätzlich an der Leine geführt werden.

Nutztiere können jedoch auch in Ortsnähe und im Siedlungsbereich durch Wölfe getötet oder verletzt werden. Daher wird zunächst eine erhöhte Wachsamkeit empfohlen.

Da die Stadt Aachen in der Pufferzone eines offiziellen Wolfsgebietes liegt, können Zuwendungen für Präventions- und Herdenschutzmaßnahmen im Rahmen der Förderrichtlinie Wolf gewährt werden. Dafür ist seit 1. Januar 2022 der Direktor der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen als Landesbeauftragter zuständig. Spezielle Fragen zum praktischen Herdenschutz: beantworten die Fachleute der Landwirtschaftskammer:  www.landwirtschaftskammer.de.

Wer andere Rückfragen hat, nutze die folgende Mailadresse der Stadt Aachen:  umwelt@mail.aachen.de.

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Zeltlager-Gemeinschaft Ahrbrück schaut trotz Flut hoffnungsvoll in die Zukunft

Ahrbrück – „Wir haben einen Totalverlust“. Eigentlich wäre der LKW mit den großen Zelten, der mobilen Küche, den Sitzbänken und Tischen am 14. Juli raus aus Ahrbrück in Richtung Eifel gewesen. Doch das traditionsreiche katholische Zeltlager wurde vom Leitungsteam abgesagt – Corona. So befand sich das ganze Hab und Gut in der Flutnacht vom 14. auf den 15. Juli an seinem angestammten Platz, dem Keller des Pfarrhauses in Ahrbrück. Keine 50 Meter von der Ahr entfernt. Die Wassermassen haben ganze Teile des Aufbewahrungsraums weggespült, alle darin befindlichen Materialien wurden unbrauchbar. Jetzt fangen die Ehrenamtlichen wieder bei null an. Doch aufgrund vieler Sach- und Geldspenden schauen sie optimistisch in die Zukunft und haben ein klares Ziel: Das Zeltlager, das seit 1972 besteht, soll in diesem Jahr am 22. Juli starten.

„Bereits 2016 waren wir schon mal von einem Hochwasser betroffen. Da lag der Schaden bei etwa 5.000 Euro“, blickt Lagerleiter Stefan Reuter zurück. „Doch als ich die Ausmaße bei mir Zuhause in Hönningen gesehen habe, war mir klar, dass wir dieses Mal vermutlich nichts mehr retten können“, berichtet er von seinen Eindrücken. „Wir haben einen Totalverlust“, stellt er unumwunden klar. Der Schaden beläuft sich nach Schätzungen auf 75.000 bis 100.000 Euro. „Wir konnten immer noch nicht in den Keller, der auch teilweise weggespült wurde.“ Doch die Feuerwehr teilte ihnen mit, dass die Sachen, die nicht weggeschwommen sind, nicht mehr zu nutzen sind. „Das Material ist über Jahrzehnte gewachsen und gekauft worden.“ Darunter auch viele Spezialanfertigungen wie bei den Küchenelementen. „Die kann man nicht einfach so nachkaufen. Die gibt es nicht von der Stange.“ Jeder der selbst mal an einem Zeltlager teilgenommen hat, kennt selbstgebaute Utensilien, die den Camp-Alltag vereinfachen wie zum Beispiel übergroße Pfannen.

Finanzielle Unterstützung erfahren sie von ihrem eigenen Förderverein. Zusätzlich können sie auf die Hilfe einer befreundeten Zeltlagergemeinschaft zählen wie auf viele institutionelle und private Spenderinnen und Spender. Auch die Jugendabteilung des Bistums Trier hat sich mit ihrer Fachkenntnis eingebracht. „Wir haben das Team beraten und unterstützt, etwa in den Fragen nach Förderanträgen und Spendenaufrufen“, berichtet Nadine Göttel, Arbeitsbereich Diözesane Maßnahmen und Ministrantenpastoral. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen stehen auch weiterhin in engem Austausch mit den Verantwortlichen vor Ort. Eine Übergangslösung zum Unterstellen des neuen Equipments haben die Verantwortlichen von einer örtlichen Firma angeboten bekommen, einen Seecontainer von den Maltesern. „Es ist nicht klar, ob wir unseren Keller noch einmal benutzen können.“ Es ist immer noch viel zu tun.

Eigentlich wären sie jetzt schon mitten in der inhaltlichen Planung des Camps. „Doch momentan steht das einfach noch nicht an“, sagt der 36-Jährige. Viele Ehrenamtliche seien selbst von der Flut betroffen. Allerdings können sich alle Kinder und deren Eltern darauf verlassen, dass das bewährte Team wieder ein gutes Programm auf die Beine stellen wird.

Hintergrund:

In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben sicherlich 1500 Einzelpersonen an den Freizeiten teilgenommen, ist sich Reuter sicher. Im Schnitt können 125 Kinder am zehntägigen Zeltlager in den Sommerferien teilnehmen, das sich meist in einem Umkreis von 50 Kilometern rund um Ahrbrück einen geeigneten Platz sucht. Die acht- bis 15-Jährigen werden von etwa 40 Ehrenamtlichen betreut, vom Küchen-, Versorgungs- über Leitungsteam bis zu den Betreuerinnen und Betreuern, die immer eine Gruppe von etwa zehn Kindern beaufsichtigen. Die Zeltlagergemeinschaft wurde Anfang der 70er Jahre von Pfarrer Horst Comes als Messdienerfreizeit ins Leben gerufen und ist heute noch an die Pfarreiengemeinschaft Altenahr angeschlossen. Geblieben sind eine Andacht und ein Abschlussgottesdienst als feste Elemente, die jeweils unterschiedlich gestaltet werden. Das letzte Zeltlager fand aufgrund der Corona-Pandemie 2019 statt.

Weitere Informationen, auch zu Unterstützungsmöglichkeiten, gibt es auf www.zeltlager-ahrbrueck.de oder per E-Mail an info(at)zeltlager-ahrbrueck.de. Spendenkonto: Förderverein Zeltlager Ahrbrück, Kreissparkasse Ahrweiler, IBAN DE73 5775 1310 0002 5054 10. (jf)

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„Jede Impfung zählt!“ – Erfolgreiche Booster-Impfaktion in der Laacher See Halle Mendig

Mendig – Am Samstag, 15. Januar 2022, konnten sich erneut alle Bürgerinnen und Bürger unkompliziert und bürgernah ohne Terminvereinbarung in der städtischen Laacher See Halle impfen lassen. Stellvertretend für die gesamte Ärzteschaft in der Verbandsgemeinde dankte Bürgermeister Jörg Lempertz bei seinem Besuch den beiden durchführenden Praxen, Arztpraxis Dr. Jost und Gemeinschaftspraxis R. Krone & Dr. Mies. Er betonte die wichtige Rolle der niedergelassenen Ärzte, die neben ihren alltäglichen Sprechstunden bereits Tausende Impfungen durchgeführt haben und auch weiterhin anbieten.

„Die Impfaktion am vergangenen Wochenende war erneut ein voller Erfolg. Die bisher sehr erfolgreiche Impfkampagne in der Verbandsgemeinde Mendig ruht auf vielen starken Schultern der lokalen Akteure und dem großartigen Engagement der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer. Ich bin stolz auf die Initiative des Teams und die vielen positiven Rückmeldungen aus den Reihen der Geimpften, die sich einfach über unkomplizierte und wohnortnahe Impfmöglichkeiten freuen“, so Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, zum Hintergrund des Booster-Impftages. Er betont in dem Zusammenhang: „Jede Impfung zählt. Dass aufgrund einer Vielzahl an zwischenzeitlich durchgeführten Impfaktionen jeder der hier Lebenden ein erstes, zweites oder drittes Impfangebot erhalten hat, stimmt mich zuversichtlich, dass wir Corona auch im neuen Jahr gemeinsam die Stirn bieten und die Pandemie überwinden.“

In der Verbandsgemeinde Mendig wurden seit Beginn der landesweiten Impfkampagne insgesamt sieben Sonderimpfaktionen durchgeführt. Zusätzlich bieten die niedergelassenen Arztpraxen auch weiterhin die Corona-Schutzimpfungen an. Alle Impfangebote sowie weitere Informationen zur Entwicklung des Coronavirus sind stets aktuell unter: https://mendig.de/aktuelles/coronavirus/ abrufbar.

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Rheinland-Pfalz: Covid-19-bedingte Fehlzeiten erreichten im November 2021 vorläufigen Höchststand

Region/Eisenberg – Eine aktuelle Auswertung der AOK Reinland-Pfalz/Saarland zeigt, dass im Pandemie-Zeitraum von März 2020 bis November 2021 von den rund 530.000 bei der AOK versicherten Erwerbstätigen 18.844 Beschäftigte mindestens eine Krankschreibung aufgrund einer Covid-19-Diagnose erhielten. Damit sind in den ersten 21 Monaten seit Beginn der Pandemie 3,5 Prozent der AOK-Mitglieder im Zusammenhang mit Covid-19 krankheitsbedingt an ihrem Arbeitsplatz ausgefallen. Die besondere Dynamik des Covid-19-Geschehens in der vierten Welle wird im November 2021 deutlich: Mehr als 13 Prozent aller bisher von Covid-19 betroffenen AOK-Mitglieder (2.464 Beschäftigte) haben eine Arbeitsunfähigkeit allein in diesem Monat erhalten.

„Es ist abzusehen, dass die Fehlzeiten im November 2021 nur einen vorläufigen Höchststand erreicht haben. Mit der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante in Deutschland wird es eine Herausforderung sein zu gewährleisten, dass die Beschäftigten gerade in der kritischen Infrastruktur weiterhin gesund und arbeitsfähig bleiben“, so Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse.

Vor allem Beschäftigte in den Branchen Erziehung und Altenpflege waren von Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 betroffen: So gab es im bisherigen Verlauf der Pandemie 6.258 Krankschreibungen je 100.000 AOK-Mitglieder in den Berufen der Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege und 5.014 Krankschreibungen je 100.000 AOK-Mitglieder in der Altenpflege. Aber auch Berufe in der „nicht-ärztlichen Therapie und Heilkunde“, zu denen beispielsweise Physio- oder Ergotherapeuten gehören (5.182 je 100.000 AOK-Mitglieder), in Arzt- und Praxishilfe (5.162 je 100.000 AOK-Mitglieder) sowie in Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe (4.862 je 100.000 AOK-Mitglieder) hatten auffallend hohe Fehlzeiten im Zusammenhang mit Covid-19. Die niedrigsten Covid-19-bedingten Fehlzeiten wiesen dagegen die Berufe in der Landwirtschaft (583 je 100.000 AOK-Mitglieder), der Gastronomie (1.319 je 100.000 AOK-Mitglieder) und des Gartenbaus (1.061 je 100.000 AOK-Mitglieder) auf.

Bei 54 Prozent der betroffenen Beschäftigten wurde der gesicherte Nachweis der Infektion auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert (ICD-10 GM: U07.1!). Bei den übrigen Fällen ist SARS-CoV-2 nicht durch einen Labortest nachgewiesen worden, sondern aufgrund eines klinischen Kriteriums (zum Beispiel typische Symptome für Covid-19) und eines epidemiologischen Kriteriums (zum Beispiel enger Kontakt zu einer Person mit bestätigter Infektion) als Verdachtsfall dokumentiert (ICD-10 GM: U07.2!). Im Durchschnitt waren 6.258 je 100.000 AOK-Mitglieder im Zusammenhang mit Covid-19 mindestens einmal im gesamten Pandemiezeitraum krankgeschrieben.

Die isolierte Betrachtung des Monats November 2021 macht eine Verschiebung bei den betroffenen Berufsgruppen deutlich und weist auf eine breitere Durchmischung hin. „Die November-Daten 2021 zeigen, dass infolge der aktuellen

Omikron-Welle eine flächendeckende Betroffenheit in einer Vielzahl von verschiedenen Berufsgruppen zu erwarten ist. Auch in den technischen Berufen sind die Fehlzeiten stark angestiegen. Es sind gemeinsame Anstrengungen notwendig, damit die Beschäftigten gerade auch in diesen Teilen der kritischen Infrastruktur weiterhin gesund und arbeitsfähig bleiben“, erklärt Niemeyer weiter und ruft alle Bürgerinnen und Bürger eidringlich zur Schutz-, bzw. Booster-Impfung auf.

November 2021: Vorläufiger Höhepunkt der Covid-19-Krankmeldungen

Der wellenartige Verlauf der Prävalenz von Covid-19-Infektionen in der Bevölkerung spiegelt sich auch in den krankheitsbedingten Fehlzeiten der AOK-versicherten Beschäftigten wider. Im April 2020 gab es mit 229 Erkrankten je 100.000 AOK-Mitglieder einen ersten Höhepunkt der Krankschreibungen aufgrund einer im Labor bestätigten Covid-19-Diagnose (ICD U07.1). Im Dezember 2020 erreichte die Anzahl der Erkrankten – nach einem deutlichen Rückgang im Sommer 2020 – den Spitzenwert in der zweiten Welle mit 335 je 100.000 AOK-Mitglieder. In der dritten Pandemiewelle lag der Spitzenwert im April 2021 mit 272 Erkrankten je 100.000 Beschäftigten. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Covid-19-Pandemie im November 2021 (350 Erkrankte je 100.000 Beschäftigte).