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Die Idee vom „Kur-Kiez“ überzeugt die Jury

Aachen – Die Stadt Aachen stellt gemeinsam mit einer hochkarätig besetzten Jury das Ergebnis der kooperativen Planungswerkstadt vor. Das Gewinnerteam „Octagon Architekturkollektiv (Leipzig) und QUERFELD EINS Landschaft | Städtebau | Architektur (Dresden)“ überzeugt die Fachleute mit einer ausgewogenen planerischen Idee, wie der Kur- und Rehastandort in eine gute Zukunft geführt werden kann. Das Werkstattverfahren bildet den Auftakt für einen umfangreichen Prozess. Zahlreiche Bürger*innen haben sich in dieser ersten Phase bereits beteiligt, weitere Planungs- und Beteiligungsschritte folgen.

Das Votum fiel einhellig aus: Nach einer inspirierenden und hochklassigen kooperativen Planungswerkstatt zum Kur- und Rehastandort Burtscheid hat die Jury am 3. Februar den Gewinner des Wettbewerbs gekürt. Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Jörn Michael Walter verkündete, dass das Team „Octagon Architekturkollektiv (Leipzig) und QUERFELD EINS Landschaft | Städtebau | Architektur (Dresden)“ das hochkarätig besetzte Gremium mit seiner Vision „Kur-Kiez Burtscheid – Auftakt in eine gesunde Zukunft“ überzeugt hat.

Jury-Vorsitzender Walter: „Das Wasser in Burtscheid sichtbarer machen!“

Walter, der von 1999 bis 2017 als Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg wirkte, erläuterte den Beschluss der Jury: „Burtscheid braucht einen Rahmenplan, der schon in den nächsten Jahren erste Schritte erlaubt und zugleich am Ende zu einem Gesamtkonzept führt, das den ganzen Stadtteil nach vorne bringt. Diese planerische Idee muss alle Facetten, die Burtscheid ausmachen, berücksichtigen: die herausragende Lage mit einem eigenen Zentrum, die Themen Klimaresilienz, Mobilität und viele weitere. In dieser Abwägung hat sich die Jury am Ende klar für die Arbeit von Octagon und Querfeld Eins entschieden, die all diese Aspekte mit der Perspektive als ein modernes ‚Kur-Kiez‘ Burtscheid beinhaltet.“ Der Gewinnerentwurf überzeuge vor allem darin, einerseits behutsam mit dem Bestand in Burtscheid umzugehen und andererseits diesen besonderen Charakter mit völlig neuen Perspektiven für den Standort zu verbinden, der Burtscheid in die Zukunft führen könne. Er bilde einen Kompromiss aus wichtigen Wirtschaftsfaktoren wie der anvisierten Entwicklung des Kur- und Rehastandorts und dem Wunsch der Menschen nach einem attraktiven Grünzug und nach einer hohen Aufenthaltsqualität in ihrem Stadtteil. Eines betonte Walter besonders: „Eine zentrale Aufgabe lautet: Das Wasser in Burtscheid muss sichtbarer werden! Darin liegt eine große Chance für den gesamten Stadtteil. Das Wasser und die heißen Quellen machen Burtscheid besonders.“ Auch für dieses Thema zeichne der Gewinnerentwurf eine gelungene Perspektive.

Stadtbaurätin Burgdorff und Fachbereichsleiterin Strehle loben tolle Basis

Die Stadt hat die kooperative Planungswerkstatt im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Aachener Politik auf die Schiene gesetzt. Startschuss war im November 2021 mit einem mehrtägigen Programm, an dem sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger beteiligt haben. Neben dem nun gekürten Gewinnerteam überzeugten auch die beiden anderen Arbeiten „Burtscheid in Resonanz“ von Förder Landschaftsarchitekten (Essen) und New Architekten (Köln) sowie „Kur- und Gesundheitsstandort Burtscheid – Neue Zugänge. Neue Perspektiven. Alte Prägungen.“ von Scheuvens + Wachten Planungsgesellschaft (Dortmund) und scape Landschaftsarchitekten (Düsseldorf) die Jury in vielen Punkten.

Aachens Stadtbaurätin Frauke Burgdorff und Isabel Strehle, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur, freuten sich über die hohe Qualität aller Arbeiten, die im Rahmen der Planungswerkstatt entstanden sind. Sie verwiesen zugleich auf die vielen Herausforderungen, die im weiteren Prozess zu meistern seien. Frauke Burgdorff: „Wir haben nun eine tolle Basis, auf die die privaten Investierenden und wir als Stadt aufbauen können. Die Beiträge der Teams haben uns wirklich den Blick für die Zukunft geöffnet.“ Beide Planerinnen sind überzeugt: „Auf dieser Grundlage können kluge Projekte in neuen Partnerschaften entstehen.“

„Wir werden uns selbstverständlich“, so Isabel Strehle, „den kritischen Fragen stellen, die im Rahmen der Planungswerkstatt aufgeworfen worden sind:

 Wie lösen wir die Mobilitätsthemen? Wie nah darf eine künftige Klinik an bestehende Bebauung herantreten? Wie organisieren wir den Dialog zwischen erhaltendem Denkmalschutz und fortschreitender Entwicklung? Was macht es mit dem Stadtklima, wenn in der besonderen topographischen Lage Burtscheids neue Gebäude entstehen?“ Burgdorff versprach, dass all diese und viele weitere Themen bei den vertiefenden Betrachtungen eine wichtige Rolle spielen werden. Auch erneute Beteiligungsrunden für Bürgerinnen und Bürger sieht die Stadt im Planungsprozess Burtscheid vor.

Beigeordneter Sicking: „Kurstandort ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“

Der städtische Beigeordnete für Wohnen, Soziales und Wirtschaft, Prof. Dr. Manfred Sicking, betonte: „Wir haben in Burtscheid eine komplexe Aufgabe zu bewältigen. Das gehen wir in der Verwaltung im Team und gemeinsam über Dezernatsgrenzen hinweg an.“ Aachens oberster Wirtschaftsförderer wies auf die Bedeutung des Kur- und Rehastandorts für ganz Bad Aachen hin. „Wir zählen in Aachen pro Jahr bis zu 120.000 Übernachtungen allein im Kur- und Rehasektor. Das macht gut zehn Prozent aller Übernachtungen in unserer Stadt aus und stellt somit einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für Aachen dar. Damit verbunden sind viele Arbeitsplätze. Ein Ziel muss daher lauten, für die vielen Menschen, die in diesen Branchen tätig sind, die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Dafür braucht es die nun angestoßenen Entwicklungen.“

Die digitale Abschlusspräsentation der kooperativen Planungswerkstatt ist weiterhin auf dem Youtube-Kanal der Stadt Aachen abrufbar: www.youtube.com/watch?v=6poeHGrQkbc.

Weitere Infos zum Kur- und Rehastandort Burtscheid sowie die Ergebnisse und Visualisierungen der Planungswerkstatt finden Sie in Kürze auch ausführlich im Internet auf www.aachen.de/kurstandort.

Infobox: Kurtstandort Burtscheid

Die Sicherung des historisch verankerten Kurwesens ist für Burtscheid von besonderer Bedeutung und prägt bis heute das soziale und wirtschaftliche Leben im Stadtteil. Der Wandel im Kur- und Rehawesen und die Expansionsbestrebungen einer der Kurkliniken bieten die Chance, unter Einbindung der verschiedensten Akteur*innen ein modernes Gesicht für den Kurstandort Burtscheid und die Burtscheider Mitte zu entwickeln. In einem kooperativen Planungsprozess sind mit den externen Planungsteams Leitbilder und Leitplanken für die städtebaulich-räumliche Entwicklung des Kurstandorts erarbeitet werden.

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Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur unterstützt Kultur im Ahrtal beim Wiederaufbau

Ahrtal/Mainz – Mit 200.000 Euro zusätzlichen Fördermitteln wird die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur den Erhalt der Kultur im Ahrtal unterstützen. Außerdem hat die Kulturstiftung in ihrer jüngsten Vorstandsitzung unter Vorsitz von Ministerpräsidentin Malu Dreyer über zehn weitere Projektförderungen in Höhe von 124.000 Euro entschieden. Zu den geförderten Vorhaben gehören auch Projekte aus dem Rahmenprogramm zur großen Landesausstellung „Der Untergang Roms“, die vom 5. Juni bis 27. November 2022 in Trier zu sehen sein wird.

„Die Corona-Pandemie hat uns sehr deutlich den unschätzbaren Wert der Kultur deutlich gemacht. Wir wollen auch weiterhin eine kraftvolle und kreative Kulturlandschaft in unserem Land, die nicht nur unterhält, sondern zum Nachdenken anregt“, so die Ministerpräsidentin. Durch die Förderung kleinerer wie größerer Projekte aus allen Sparten unterstütze die Kulturstiftung kulturelle Initiativen aus dem ganzen Land. Gerade auch dort, wo die Folgen der Pandemie am schmerzhaftesten spürbar seien, werde die Stiftung nach bestmöglichen Kräften helfen. „Der Kulturbereich im Ahrtal ist zusätzlich von der schrecklichen Flutkatastrophe des letzten Sommers massiv betroffen. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir den Erhalt der kulturellen Infrastruktur an der Ahr mit zusätzlichen Fördermitteln der Stiftung unterstützen können“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Die Kulturstiftung Rheinland-Pfalz wurde vor 30 Jahren gegründet, um die Kunst- und Kulturlandschaft zu pflegen, zu bewahren und zu unterstützen. Nie war dieser Auftrag wichtiger als heute, denn die Kunst und die Kultur im Land wurden hart von der Pandemie und der zerstörerischen Flut im Ahrtal getroffen. Als Kulturministerin bin ich in dieser schwierigen Situation sehr dankbar, auf die Unterstützung und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen in der Kulturstiftung zählen zu können“, sagte Kulturministerin Katharina Binz. Die Flut hat das Ahrtal mit unvorstellbarer Zerstörungskraft getroffen. Sie hinterließ großes Leid, kaputte Brücken und Straßen und zerstörte auch die kulturelle Infrastruktur vor Ort, indem Ateliers, Bibliotheken und Archive überschwemmt und zahlreiche Kulturgüter beschädigt wurden. „Mit der Förderung über 200.000 Euro leistet die Kulturstiftung Rheinland-Pfalz einen wichtigen Beitrag, um Kunstwerke zu retten und zu ersetzen. Besonders wichtig finde ich aber, dass mit diesen Mitteln auch Künstlerinnen und Künstler aktiv unterstützt werden“, fügte Kulturministerin Katharina Binz an.

Die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur wurde 1991 als rechtsfähige Stiftung öffentlichen Rechts gegründet. Über grundsätzliche Angelegenheiten der Stiftung entscheidet der Vorstand, der von einem Kuratorium unter Vorsitz von Kulturministerin Katharina Binz beraten wird.

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3000 Euro für die Kleinsten

Mechernich – Kreiskrankenhaus spendet 3000 Euro an DRK-Kita in Olef – Geschäftsführung, Einrichtungsleitung und DRK-Bereichsleiter vor Ort – Klettergerüst mit Sandkasten und „Bewegungsbaustelle“ geplant – Adventskalender-Aktion auch in diesem Jahr wieder geplant. 3000 Euro hat die Geschäftsführung des Kreiskrankenhauses in Mechernich am Freitag, 4. Februar, an die DRK-Kita in Schleiden-Olef übergeben. Vor Ort waren neben den KKH-Geschäftsführern Martin Milde und Thorsten Schütze auch die Kita-Einrichtungsleitung Petra Kessel und Ralf Krutwig, zuständiger Bereichsleiter für DRK-Kitas im Kreisverband Euskirchen.

Ursprung der Aktion war ein Adventskalenderverkauf Anfang Dezember des vergangenen Jahres. So konnte das Kreiskrankenhaus einen Spendenerlös von 3000 Euro erreichen. „Klar war direkt, dass wir ganz besonders die Opfer der Flut unterstützen müssen und wollen, vorzugsweise die kleinsten. So waren wir uns schnell einig: Es sollte diese Kita, als Folge der Flut in einigen Räumen kernsaniert und deren insgesamt 34 Kindern im örtlichen Pfarrhaus untergebracht werden mussten, sein“, so Martin Milde. Die Sanierung werde laut Einrichtungsleitung in rund zwei Wochen abgeschlossen sein.

„Darüber hinaus sind wir mit unserer Einrichtung zwar per se immer für die Menschen im Kreis da, zumindest mit medizinischer Versorgung und Hilfe, doch gerade zum Ende des letzten Pandemie- und Flutjahres wollten wir unbedingt noch mehr tun“, ergänzte der zweite KKH-Geschäftsführer Thorsten Schütze: „Wir wollen gemeinsam helfen, für die Menschen und die Region.“

 „Bewegungsbaustelle“ und Klettergerüst bezuschusst

Petra Kessel, Kita-Einrichtungsleitung in Olef, war spürbar überwältigt: „Wir sind so dankbar und überglücklich, gerade auch im Namen der Kinder. Das Geld werden wir dazu nutzen, wieder, wie vor der Katastrophe, eine »Bewegungsbaustelle« in der Turnhalle anbieten zu können. Darüber hinaus werden wir mit der Spende einen Sandkasten mit Klettergerüst für unsere unter-drei Jährigen anlegen.“ Viele der in der Einrichtung betreuten Kinder stammten laut Kessel aus Olef selbst, hätten im letzten Flutjahr viel mitmachen müssen und erhielten nun, dank der Aktion, wieder einen wichtigen Lichtblick.

Ein großes Lob sprachen alle Beteiligten besonders an Jennifer Grundtner und Laura Birkenfeld vom Kreiskrankenhaus aus: „Der Aufwand für das Spendenprojekt war groß, aber Frau Birkenfeld und Frau Grundter haben diese Aufgabe mehr als vorbildlich erfüllt. Ihnen gilt unsere größte Dankbarkeit, denn ohne sie wäre das alles gar nicht möglich gewesen!“, so Milde.

Auch DRK-Bereichsleiter Ralf Krutwig, über den der Kontakt zum Kreisverband aufgenommen wurde, war vor Ort und bemerkte glücklich: „Ich bin Frau Birkenfeld und Frau Grundter, den Geschäftsführern Herrn Milde und Herrn Schütze, sowie dem gesamten Kreiskrankenhaus sehr dankbar. Alles lief unkompliziert und schnell, darauf kann man zählen.“

Laut dem KKH sei die Auflage von 200 Kalendern innerhalb weniger Tage restlos ausverkauft und die Spende somit gesichert gewesen. Geplant sei auch für diesen Dezember wieder eine Adventskalender-Spendenaktion, in größerer Auflage und mit einem hoffentlich noch größeren Erlös für die Menschen im Kreis Euskirchen, die es wirklich benötigen.

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Löhne in tarifgebundenen Einrichtungen der Altenpflege in Rheinland-Pfalz und im Saarland über dem Bundes-Durchschnitt

Region/Eisenberg – Die AOK veröffentlicht Informationen zum regionalen Entgeltniveau – Anwendung von Tarifverträgen in der Altenpflege ab September 2022 gesetzlich verpflichtend. Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland veröffentlicht erstmals Daten zur tariflichen Bezahlung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenpflege in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Hintergrund ist eine gesetzliche Regelung, nach der die Pflegekassen ab 1. September 2022 Versorgungsverträge nur noch mit Einrichtungen abschließen dürfen, die nach Tarif bezahlen. Daher mussten die Pflegeheime und Pflegedienste im Land, die bereits an Tarifverträge oder kirchliche Arbeitsrechtsregelungen gebunden sind, in den letzten Monaten Informationen und Daten zu den Tarifverträgen und zur Entlohnung melden.

Die Erhebung hat ergeben, dass in Rheinland-Pfalz / im Saarland aktuell insgesamt 11 / 6 Tarifverträge oder kirchliche Arbeitsrechts-Regelungen zur Bezahlung angewendet werden. Auf der Grundlage des vorhandenen Rücklaufs zahlen mindestens 257 / 100 stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste im Land auf Basis dieser Verträge und Vereinbarungen Tariflöhne.

Regional übliches Lohnniveau ermittelt

Auf der Grundlage der Erhebung der Pflegekasse kann ein regional übliches Entgeltniveau für die tarifgebundenen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz / im Saarland berechnet werden. Hierbei wird nach Pflegefachpersonal mit mindestens dreijähriger Ausbildung, Pflegeassistenzen mit einer mindestens einjährigen Ausbildung und Hilfspersonal ohne mindestens einjährige Pflegeausbildung unterschieden. Für diese Beschäftigtengruppen wird jeweils ein Brutto-Stundenlohn als Durchschnittssatz ermittelt. Im bundesweiten Vergleich liegen die Löhne in den Einrichtungen der Altenpflege, die bereits Tarifverträge anwenden, in Rheinland-Pfalz im oberen Drittel / im Saarland im oberen Mittelfeld. Pflegetypische Zulagen und Sonderzahlungen wurden in der Erhebung separat erfasst. „Die Rückmeldungen der Einrichtungen zeigen, dass die Löhne in Rheinland-Pfalz / im Saarland höher sind als in vielen anderen Bundesländern, was sehr erfreulich ist“, so Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse.  „Die Stundensätze sind eher als Rechengröße zu sehen, aber die erhobenen Daten sind eine gute Basis für die flächendeckende Einführung tariflicher Bezahlung in der Altenpflege.“

Bessere Bezahlung der Altenpflege als Ziel der Reform

Die Erhebung der Pflegekassen basiert auf einer Neuregelung der Großen Koalition, die im Juni 2021 mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) vom Bundestag verabschiedet worden ist. „Erklärtes Ziel dieser Reform ist eine bessere Bezahlung der Altenpflege, die den Beruf attraktiver machen soll“, erklärt Niemeyer. Die Pflegereform sieht unter anderem vor, dass ab dem 1. September 2022 nur noch Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen werden, die ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif bezahlen. „Einrichtungen, die sich nicht daran halten, können künftig nicht mehr mit der Pflegeversicherung abrechnen“, betont Niemeyer.

AOK bietet Überblick zu aktuellen Tarifregelungen im Land

Die Ergebnisse der Erhebung sollen als Basis für eine flächendeckende tarifliche Entlohnung in der Altenpflege dienen. Das Verfahren sieht vor, dass die Pflegekassen nun in einem ersten Schritt eine Übersicht der aktuell angewendeten Tarifverträge und kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen im Land veröffentlichen. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit dürfen dabei laut Gesetz nur Verträge und Vereinbarungen mit einer Entlohnung berücksichtigt werden, die das regional übliche Entgeltniveau nicht um mehr als 10 Prozent übersteigt. „Alle Pflegeanbieter, die noch nicht nach Tarif bezahlen, können sich die online veröffentlichte Übersicht der Tarifverträge und Vereinbarungen anschauen. Diese Einrichtungen sind nun verpflichtet, sich für eine dieser Regelungen zu entscheiden und ihren Pflegekräften ab September, so sie es noch nicht tun, ebenfalls entsprechende Löhne zu zahlen“, erläutert Niemeyer die gesetzlichen Regelungen. Die AOK als federführende Pflegekasse veröffentlicht die Ergebnisse für alle Pflegeanbieter in ihrem Gesundheitspartner-Portal.

Die Daten zur Entlohnung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Einrichtungen der Altenpflege seit Oktober 2021 digital übermittelt. Dies erfolgte bundesweit einheitlich über die sogenannte „DatenClearingStelle“ (DCS) – eine gemeinsame Einrichtung der Pflegekassen, über die auch die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen in den Pflegeeinrichtungen gemeldet werden.

Alle Ergebnisse der Erhebung und weitere Informationen sind abrufbar unter

www.aok.de/gp/rp und www.aok.de/gp/sl

Tarifliche Entlohnung von Pflegepersonal – Gesetzliche Neuregelungen: AOK Gesundheitspartner

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Mit der SB20 deutlich schneller von Aachen nach Jülich

Düren – Zwischen Aachen Bushof und Forschungszentrum Jülich mit dem Öffentlichen Nahverkehr pendeln – das geht jetzt deutlich schneller und ist in einer Stunde und drei Minuten möglich. Die vom Nahverkehr Rheinland (NVR) geförderte neue Schnellbus-Linie SB20 verbindet den Hochschulstandort Aachen mit der Stadt Jülich sowie dem Forschungszentrum Jülich. „Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die Forschung in unserer Region voranzutreiben und zwei wichtige Hochschul- und Wirtschaftsstandorte unkomplizierter und klimaschonender miteinander zu verbinden“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn.

NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek betont: „Der Schnellbus ist eine sinnvolle Ergänzung zum Schienenverkehr und stärkt den regionalen Busverkehr. Für viele Pendler wird er eine hervorragende Alternative sein, da er eine attraktive Direktverbindung bietet.“

Die SB20 wird ab dieser Woche immer montags bis samstags an Schul- und Ferientagen von morgens bis in die Abendstunden im Stundentakt zwischen Aachen und Jülich pendeln. An Sonn- und Feiertagen wird es einen Zweistundentakt zwischen Jülich Bahnhof/ZOB und Aachen Bushof geben.

„Zum Einsatz kommen moderne Fahrzeuge, die für die Fahrgäste einen besonderen Komfort bieten. WLAN und USB-Steckdosen zum Laden des Mobiltelefons stehen zur Verfügung“, sagt Jan-Oliver Mau, Geschäftsführer der Rurtalbus GmbH. „Die Fahrzeuge sind zudem klimatisiert, videoüberwacht und verfügen über eine automatische Fahrgastzählanlage“, ergänzt Nik Asbach, Geschäftsführer Rurtalbus GmbH.

Die Schnellbus-Linie hält auf ihrer Tour an insgesamt 30 Stationen – von Aachen Bushof über Talbot und Prager Ring bis zum Brückenkopfpark in Jülich, vorbei am Krankenhaus, dem Solar Campus bis hin zum Forschungszentrum. „Die SB20 ist ein schnelles, komfortables Angebot. Sie ermöglicht allen, die in der Region pendeln, eine attraktive Alternative zum eigenen Pkw. Und von Studierenden und Arbeitnehmern kann sie auch im Freizeitverkehr genutzt werden. Die Schnellbus-Linie ist ein wichtiger Baustein zum Klimaschutz in der Region und ein guter Schritt in Richtung Mobilitätswende“, sagt Kai Mohnen, Teamleiter in der Abteilung Verkehrsplanung und Mobilität im Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur der Stadt Aachen. „Wie die Verkehrswende im AVV machbar ist, zeigt das Gutachten zur Stärkung des ÖPNV im AVV auf. Nur ein stärker ausgebauter und somit attraktiverer ÖPNV wird zu mehr Fahrgästen und einem höheren Marktanteil des öffentlichen Verkehrs führen. Dazu wird das neue Angebot auf der SB20 beitragen“, betont auch Hans-Peter Geulen, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbund (AVV).

Die Strecke wird in einer Stunde und drei Minuten abgefahren, große Teile werden über die angrenzende Autobahn absolviert. „Es gibt keine Schlenker, keine Abzweigungen, die SB20 fährt auf direktem Weg von Aachen bis Jülich und zurück“, erklärt Jan-Oliver Mau. Damit das gelingen kann, wird das Projekt vom Nahverband Rheinland mit rund 305.500 Euro jährlich gefördert. Die verbleibenden Kosten werden vom Kreis Düren und der Stadt Aachen übernommen.

Die Rurtalbus GmbH reagiert mit der SB20 auf die steigende Nachfrage nach einer guten und schnellen Anbindung des Öffentlichen Nahverkehrs. Denn viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Wissenschaft und Forschung nutzen den ÖPNV. Für das Forschungszentrum Jülich erweist sich die SB20 als ein weiterer Standortvorteil.“ „Wissenschaft und Forschung leben vom Austausch und von der Begegnung. Die Schnellbuslinie wird unsere engen Kooperationen mit der RWTH und der Fachhochschule Aachen weiter beleben und auch vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forschungszentrums ihren täglichen Weg zur Arbeit erleichtern“, sagt Jens Kuchenbecker, Leiter des Technischen Bereichs am Forschungszentrum Jülich und zuständig für die ÖPNV Anbindung des Jülicher Forschungscampus. „Zudem werden auch unsere Außenstellen in Aachen dadurch besser ans Forschungszentrum angebunden und die Mitarbeitenden des FZJ, die das neue Angebot nutzen, tragen zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks des Forschungszentrums bei.“

„Unser Ziel ist, Mobilität klimaschonend und für jedermann zu ermöglichen. Noch in diesem Monat erhalten wir die ersten mit Wasserstoff angetriebenen Busse, die im gesamten Kreis Düren eingesetzt werden. Unsere Wasserstoffbusse und später auch die Züge werden wir mit grünem Wasserstoff, der absehbar am Brainergypark aus Sonnenenergie hergestellt wird, betreiben“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn.

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Rettungs-Hundestaffel Ahrtal erhält neue Ausrüstung

Ahrweiler – Eine vermisste Person oder ein Unfall mit einem Verschütteten – kommt es zu einem solchen Unglück wird in vielen Fällen die Rettungshundestaffel Ahrtal e.V. um Unterstützung gebeten. Damit das Team – bestehend aus engagierten Menschen und hervorragend ausgebildeten Hunden – während eines solchen Einsatzes bestmögliche Arbeit leisten kann, unterstützt der Kreis Ahrweiler den Verein mit wichtigen Ausrüstungsgegenständen.

„Das Team der Rettungshundestaffel Ahrtal leistet im Notfall wichtige Hilfe. Damit sind sie ein bedeutender Baustein im Katastrophenschutz vor Ort. Umso mehr freue ich mich, unseren Partner mit der benötigten neuen Ausstattung zu unterstützen“, betont der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies MdL bei der Übergabe.

Neben Hundehalsbändern, Empfangsgeräten, einem Smartphone, einem Laptop und einem mobilen Drucker, übernimmt der Kreis auch die Kosten für einen Erste-Hilfe-Kurs. Mithilfe der neuen Ausrüstungsgegenstände hat die Einsatzleitung nun unter anderem die Möglichkeit, abgesuchte Flächen zu markieren und Einsatzkräfte effektiver für weitere Suchabschnitte einzuplanen.

Zum Hintergrund:

Als wichtiger Bestandteil des Brand- und Katastrophenschutzes im Kreis Ahrweiler arbeitet die Rettungshundestaffel Ahrtal e.V. als Partner mit Polizei, Feuerwehren sowie verschiedenen Rettungs- und Hilfsorganisationen zusammen.

Die Einsätze der Rettungshundestaffel erfolgen kostenlos. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden. Während der Bewältigung der Flutfolgen im Sommer letzten Jahres übernahm die Rettungshundestaffel den Grundschutz für den gesamten Landkreis.

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Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Fußball-Verband Mittelrhein – Bewerbungs-Schluss ist der 28. Februar 2022

Region/Hennef – Der Fußball-Verband Mittelrhein und die Fußballkreise Köln, Berg, Rhein-Erft, Aachen und Düren sowie verschiedene Fußballvereine in der Region bieten interessierten jungen Menschen auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Sport.

Das FSJ beginnt am 1. August 2022 und dauert ein Jahr. Arbeitsplatz ist die Geschäftsstelle des Fußball-Verbandes Mittelrhein in Hennef bzw. die Geschäftsstellen der Kreise in Köln, Overath, Kerpen, Würselen oder Niederzier, sowie in den Geschäftsstellen der Vereine. Der Aufgabenbereich umfasst unter anderem die Unterstützung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen im sportlichen und organisatorischen Bereich sowie die Betreuung von (Mädchen-) Fußball AGs. Erwartet werden eine Affinität zum Fußballsport, EDV-Kenntnisse, Kontaktfreudigkeit im Umgang mit Sportler*innen, ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, Vereinen und Schulen sowie die Bereitschaft zu flexiblen Arbeitseinsätzen und ein Führerschein der Klasse B.

Interessierte finden alle Informationen auf der Internetseite des Fußball-Verbandes Mittelrhein unter www.fvm.de oder der genannten Fußballkreise sowie im Online-Portal der Sportjugend NRW (Direktlink: https://freiwilligendiensteimsport.nrw/). Die Bewerbungsunterlagen sind ausschließlich über das Stellenportal der Sportjugend NRW einzutragen. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2022.

Für Rückfragen stehen die FSJ-Koordinator*innen im FVM, Ciara Widmann (ciara.widmann@fvm.de, 02242/91875-46) und Sebastian Rüppel (sebastian.rueppel@fvm.de, 02242/91875-47) zur Verfügung.

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Mit dem Defibrillator Leben retten

Mückeln – Westenergie unterstützt Anschaffung von Defibrillator in Mückeln. Gerät ermöglicht Ersthelfern, Patienten mit Kreislaufstillstand zu retten. Ab sofort steht im Rathaus in der Kirchstraße in Mückeln ein Defibrillator für den Einsatz bei Herznotfällen bereit. Im Interesse der Ortsgemeinde Mückeln und der Bevölkerung wurde der Defibrillator für jedermann öffentlich zugänglich angebracht. Das Energieunternehmen Westenergie unterstützte die Ortsgemeinde finanziell bei der Anschaffung. „In Notfällen kann dieser Defibrillator Leben retten. Die Bedienung des Geräts ist einfach. Der Helfer kann hiermit keinen Fehler machen“, erklärte Erwin Steffes, Bürgermeister der Ortsgemeinde Mückeln und dankte Westenergie ausdrücklich für das Engagement. Denn der plötzliche Herztod sei noch immer eine der häufigsten Todesursachen der Bundesrepublik.

Je früher ein Patient mit Herzstillstand Hilfe erhält, desto besser sind seine Überlebenschancen. Sogenannte Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) können das Herzkammerflimmern erkennen – und von Ersthelfern auch ohne medizinische Vorkenntnisse eingesetzt werden. Durch die Kombination aus Erster Hilfe durch Herzdruckmassage und früher Defibrillation steigt die Überlebenschance beim plötzlichen Herztod auf über 80 Prozent. Rund 150.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich am plötzlichen Herztod, viele dieser Menschen könnten gerettet werden. Dazu ist eine ausreichende Zahl an Defibrillatoren im öffentlichen Raum nötig. Eine Einweisung für die interessierte Bevölkerung ist geplant und wird sobald es die Corona-Lage ermöglicht erfolgen.

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Vereins-Gemeinschaften in Schleiden mit Heimat-Preis ausgezeichnet

Schleiden – „Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“ Unter diesem Titel fördert die Landesregierung durch die Übernahme von Preisgeldern die Auslobung und Verleihung der sogenannten „Heimat-Preise“, welche das lokale ehrenamtliche Engagement würdigen sollen.

Im Jahr 2020 wurde der Heimat-Preis erstmalig auch in der Stadt Schleiden vergeben. Die Verleihung fand im Rahmen der für alle noch neuen Corona-Pandemie statt und der Preis wurde an die Vereine und Initiativen überreicht, die sich in dieser Phase der Pandemie besonders für Ihre Mitmenschen ehrenamtlich engagiert haben.

Auch im Jahr 2021 war der Rahmen der Preisverleihung alles andere als normal. Neben der andauernden Corona-Pandemie mussten die Menschen die schreckliche Hochwasserkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli ertragen.  Neben vielen anderen haben auch die Mitglieder der Vereinsgemeinschaften der betroffenen Ortschaften in den Wochen nach der Katastrophe außergewöhnliche, ehrenamtliche Arbeiten für die Bürgerinnen und Bürger im Schleidener Tal geleistet und gehören zudem, beispielsweise durch den Verlust von Vereinsheimen und Ausstattung, selbst zu den Betroffenen. Auch dieses selbstlose Engagement trägt zu regionaler Verbundenheit bei, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und formt Heimat. Der Rat der Stadt Schleiden hat beschlossen, dies durch die Vergabe des Heimat-Preises 2021 zu würdigen.

Da die Förderrichtlinien maximal drei Preisträger pro Jahr zu lassen, wurden als Preisträger die beiden größten Vereinsgemeinschaften ausgewählt, welche das Preisgeld mit den anderen örtlichen Vereinen von Oberhausen, Schleiden, Olef, Nierfeld und Gemünd – in enger Abstimmung mit der Verwaltung – in einem fairen Verhältnis teilen. So wurde der Heimat-Preis 2021 am 25. Januar 2022 im Rathaus an die „Gemeinschaft Gemünder Vereine e.V.“ und die „Vereinsgemeinschaft Schleiden e.V.“ verliehen. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 EUR wurde hälftig an beide Gemeinschaften aufgeteilt und in Form eines symbolischen Schecks durch Bürgermeister Pfennings an die beiden Vorsitzenden übergeben.

Die Stadt Schleiden bedankt sich nochmals bei allen Vereinsmitgliedern für die tatkräftige Unterstützung in diesen schweren Zeiten.

Heimat ist Lebensqualität und schafft Verbundenheit in Zeiten, wo uns vieles zu trennen scheint. Aber – wir halten Abstand und dennoch zusammen! #gemeinsamstark

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Jugend forscht – Vom Plastikersatz bis zur „Trenn den Müll“-App

Region/Mayen-Koblenz – 73 Schülerinnen und Schüler beeindrucken mit Forschergeist – Umweltschutzprojekte stehen hoch im Kurs. Lassen sich Luftreiniger auch selbst herstellen? Kann man mit Atemluft Strom erzeugen? Und gibt es einen Weg, aus Äpfeln umweltfreundliche Teller herzustellen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Monaten auseinandergesetzt. Beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ konnten sie jetzt die Ergebnisse ihrer Projekte präsentieren – und dabei nicht selten die Fachjurys ins Staunen versetzen. Auch Christian Schröder von der Energieversorgung Mittelrhein (evm) war als Wettbewerbspate begeistert: „Ihr könnt alle stolz auf eure Ergebnisse sein“, sagte er zu Beginn der Preisverleihung, die pandemiebedingt erneut per Livestream im Internet erfolgte.

Insgesamt 73 Kinder und Jugendliche aus dem Kreis Mayen-Koblenz, dem Westerwaldkreis, dem Rhein-Lahn-Kreis und dem Rhein-Hunsrück-Kreis haben sich diesmal am Wettbewerb beteiligt und dazu 44 Projekte eingereicht. Für alle, die in einem Fachgebiet auf dem ersten Platz gelandet sind, geht es in die nächste Runde: Sie nehmen am Landeswettbewerb teil. „Diesen Teilnehmenden drücken wir ganz fest die Daumen und hoffen, dass sie am Ende vielleicht so weit kommen wie Jan Heinemann aus Andernach, der im vergangenen Jahr mit seiner Erfindung ,Löschigel‘ erst unseren Regionalwettbewerb und später sogar den Bundeswettbewerb gewinnen konnte“, erklärt Christian Schröder von der evm, die den Wettbewerb bereits seit mehr als 20 Jahren ausrichtet.

Gute Chancen, auch beim Landeswettbewerb erfolgreich zu sein, haben beispielsweise Michelle Klingel, Anastasia Held und Keerthna Chandrasekar vom Max-von-Laue-Gymnasium in Koblenz. Die drei Jungforscherinnen entwickelten Einmalgeschirr aus Äpfeln. Den Anstoß zu dieser Arbeit gab ihnen ein Video, in dem eine Schildkröte zu sehen ist, die in einer Plastiktüte eingeklemmt ist. „Dieses Video hat uns traurig gemacht“, so Keerthna Chandrasekar. Mit geriebenen Äpfeln, Maisstärke, einer Aceton-Bienenwachs-Mischung und einigen Hilfsmitteln gelang es den 13- und 14-Jährigen, tatsächlich einen Plastikersatz herzustellen. Der Lohn: Platz 1 im Fachgebiet Chemie. Auch Minh Anh Vu vom Max-von-Laue-Gymnasium macht sich auf die Suche nach einer Alternative zu Kunststoff. Sie schaffte es, aus Molke – einem Abfallprodukt aus der Käseherstellung – Bioplastik zu produzieren. Die Jury fand das klasse und würdigte die Arbeit mit dem dritten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt.

Mit einem smarten Tablettenautomaten beeindruckte Damian Otto vom Eichendorff-Gymnasium in Koblenz die Jury im Fachgebiet Technik. Der 17-Jährige erlebt derzeit bei seinen Großeltern, wie herausfordernd die tägliche Versorgung mit Tabletten sein kann. Mehrfach am Tag daran zu denken, Medikamente einzunehmen – und dann auch noch die richtigen, kann durchaus problematisch sein, wie Damian feststellt. „Ich wollte daher einen Tablettenautomaten bauen und programmieren, der den Alltag meiner älteren Mitmenschen einfach gestaltet“, berichtet der Oberstufenschüler. Er stellte der Jury einen Automaten vor, den man mit Medikamenten bestückt und der den Patienten akustisch und optisch an die Einnahme erinnert und jeweils die richtige Tablette „ausspuckt“. Mit dieser Erfindung schaffte es Damian auf Platz 2 im Fachgebiet Technik. Auch Paul Eberle vom Eichendorff-Gymnasium Koblenz punktete mit seiner Erfindung: Er hat einen Messenger-Dienst entwickelt, bei dem Datensammeln gänzlich ausgeschlossen ist.

Auf den ersten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt schafften es Jonathan Kammerländer und Kenneth Schreurs vom Max-von-Laue-Gymnasium. Die entwickelten eine „Trenn den Müll“-App, die auf spielerische Weise Wissen rund um die richtige Mülltrennung vermittelt. Auch Finja Lunnebach aus Winningen vom Cusanus-Gymnasium sicherte sich Platz eins. Im Fachgebiet Biologie untersuchte sie das Fressverhalten einer afrikanischen Schneckenart, die sie selbst als Haustier hält. Ebenfalls für den Landeswettbewerb qualifizierte sich Cedric Friedrich, der im Fachgebiet Mathematik der beste war. Er besucht das Max-von-Laue-Gymnasium und beschäftigte sich mit der Chaosforschung und der sogenannten Sägezahnfunktion.

Auf Landesebene geht es auch für Daniel Kitz und Pascal Bollinger vom Görres-Gymnasium in Koblenz weiter. Die beiden entwickelten ein intelligentes Pflanzenaufzuchtsystem, das die optimalen Wachstumsbedingungen feststellt und jeweils für die idealen Bedingungen sorgt. Für ihr Projekt selbst hatten sie allerdings keine idealen Bedingungen: Bauarbeiten in der Schule sorgten für häufige Stromausfälle, die in der Folge auch den Wachstumsautomaten lahmlegten, wie sie berichteten.