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Der rumänische Staatspräsident Klaus Iohannis ist Karlspreisträger 2020/21

Aachen – Der rumänische Präsident ist als großer Streiter für die europäischen Werte und als Brückenbauer zwischen Ost und West ausgezeichnet worden. Die Festreden pochten auf stärkere Zusammenarbeit, Solidarität und schnellere, zukunftsgewandte Entscheidungen. 350 Gäste wohnten der Zeremonie im Krönungssaal bei, viele Interessierte applaudierten dem Preisträger im Anschluss auf dem Markt und hörten seine pro-europäische Vision im Talk auf der Rathausempore.

Copyright © Stadt Aachen / Heike Lachmann

Ein Bekenntnis zu einem gemeinsamen Europa, einem Europa der Solidarität, der grenzenlosen Zusammenarbeit und der Einbindung aller Beteiligten ist ein Brückenschlag, der nur in gemeinsamer Anstrengung gelingen kann.

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Brücken bauen zwischen Ost und West und in ganz Europa: Dieses Motiv der Verbindung von europäischen Staaten, von Ideen, Werten und vor allem von Menschen war greifbar, als der rumänische Staatspräsident Klaus Iohannis am gestrigen Samstag, 2. Oktober, den Internationalen Karlspreis zu Aachen entgegennahm. Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Dr. Jürgen Linden, hatte ihn bereits am Tag zuvor bei einem Treffen mit den Jugendkarlspreisträger*innen auf der Rathausempore als Brückenbauer vorgestellt, und als solcher präsentierte sich der Preisträger auch.

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Die Verbindung der Gesellschaften in Ost und West und das gemeinschaftliche Handeln sind dem rumänischen Präsidenten ein besonderes Anliegen. „Ich nehme diesen Preis als überzeugter Pro-Europäer und stellvertretend im Namen aller Rumänen an. Er bestätigt die Art und Weise, wie sich die Rumänen als das Gegenteil von Euroskeptikern für Europa einsetzen“, sagte Iohannis bei seiner Ankunft auf dem Markt am Freitag. Und so sprach er auch am Samstag beim Festakt aus seinem persönlichen Verständnis heraus als einer von vielen Menschen aus seinem Heimatland.

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Klaus Iohannis: „Einheit, Solidarität und Zusammenhalt“

Dass er den Preis als eine Ehrung für sein ganzes Land sieht, machte Iohannis gleich zu Beginn deutlich: „Der Preis hat für mich und für die Bürger Rumäniens, die heute gleichzeitig auch Bürger der Europäischen Union sind, eine herausragende Bedeutung“, sagte er vor 350 Gästen im Krönungssaal des Aachener Rathauses und betonte die Bedeutung gemeinsamer europäischer Aktion in allen Feldern, besonders in der Bildung und der Aufrechterhaltung demokratischer Werte: „Die Union ist heute mehr denn je auf Einheit, Solidarität und Zusammenhalt angewiesen sowie auf eine pragmatische Vorgehensweise, die sich auf Handeln und konkrete Ergebnisse konzentriert.“

Die aktuelle Pandemie habe aufgezeigt, dass die Europäische Union gemeinsam besser und schneller auf die Herausforderungen hätte reagieren können. Iohannis warb in seiner Rede deshalb wiederholt um Solidarität und darum, gemeinsame Lösungen zu finden. Das sei es, was die Europäische Union stark mache. „Aus der Sicht Rumäniens können wir nur gemeinsam auf der Höhe der Erwartungen unserer Bürger sein, in Einheit und Zusammenhalt, und nicht durch Rückzug oder durch Bildung von engen Kreisen europäischer Integration.“ Man habe nicht erst durch die Pandemie gelernt, dass „gemeinsames, abgestimmtes Handeln unentbehrlich ist, auch in Bereichen von nationaler Kompetenz“, sagte Iohannis.

Entscheidend für ein starkes, zukunftsfähiges Europa sei der Blick nach vorne. „Um uns auf den beschleunigten Übergang zu einer grünen Wirtschaft und einer digitalen Wirtschaft vorzubereiten, müssen wir die Fähigkeit entwickeln, Zukunftsmodelle zu erstellen.“ Man werde sich bei der Entwicklung der Europäischen Union „mittel- und langfristig mehr dem vorausschauenden Regieren widmen“ und dabei die Bürger*innen stärker mitnehmen müssen: „Eine wahre Demokratie kann nicht bestehen, ohne den Bürger sowie die neuen Generationen von Europäern zu befähigen, an den öffentlichen Debatten teilzunehmen und ihrer Stimme Gehör zu verleihen.“

Charles Michel: Europa findet wieder zu sich selbst

Schon vor Iohannis Dankesrede wurden die entscheidenden Vokabeln des Tages klar benannt: „Solidarität, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit. Sie sind das Fundament unseres gemeinsamen europäischen Hauses. Sie sind Credo und Verpflichtung zugleich. Frei gewählt von freien Menschen, die sich entschieden haben, ihre Schicksale zu verbinden“, sagte Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, in seiner sehr persönlichen Laudatio. In Englisch und Französisch schlug er die Brücke von den frühen Baumeistern des Hauses Europa zu Iohannis als Baumeister in seiner Heimat Sibiu/Hermannstadt, die er – wie später sein Land – „zu einem mächtigen Zentrum der wirtschaftlichen Entwicklung und des Wohlstands“ gemacht habe. Und nicht zuletzt zu einem wichtigen Teil der Europäischen Union.

Michel nahm Rumänien als Beispiel, um für eine noch energischere Verknüpfung und Erweiterung der Union zu werben: „Im heutigen Europa gibt es weder Zentrum noch Peripherie. Keine alten oder neuen Mitglieder. Und das ist den Entwicklungen zu verdanken, bei denen Klaus Iohannis ein bedeutender Akteur ist. Europa findet allmählich wieder zu sich selbst. Vielfältig und ganz.“ Die europäische Integration sei aber nicht nur die Verwirklichung eines Ideals, sie ziele auch darauf ab, „unsere Position in einer Welt zu stärken, die sowohl vernetzter als auch instabiler ist.“ Hierfür sei Iohannis ein Vorreiter und die Verleihung des Karlspreises die Würdigung dafür, dass er ein gutes Beispiel für alle Europäer sei.

Nach diesen herzlichen Worten wurde Klaus Iohannis der Internationale Karlspreis zu Aachen durch Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, und Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen überreicht.

Sibylle Keupen: Im Zeichen des Klimawandels schnell und mutig handeln

Die diesjährige Verleihung des Internationalen Karlspreises fand im Schatten einer weltweiten Pandemie statt. Sie macht keinen Halt vor Grenzen, ebenso wenig wie der Klimawandel und seine massiven Konsequenzen. Auf die Herausforderung dieser Bedrohung konzentrierte sich Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Sie beschwor in ihrer Rede die Pflicht und Notwendigkeit, der Klimakrise, die von „von existenzieller Bedeutung für die Menschheit“ sein, gemeinsam zu begegnen und kritisierte auch die bisherigen Versäumnisse bei diesem Thema: „Leider hat auch diese Klimakrise bisher nicht dazu geführt, dass wir endlich begreifen, dass es nur zusammen geht. Dabei hätten gerade wir in Europa mit unseren Stärken eine großartige Chance gehabt, als Vorbild zu dienen, als starkes Modell der Zukunft, das sich auf die ganze Welt übertragen lässt. Diese Chance haben wir bisher verpasst.“

Keupen erkennt zwar eine große, auch grenzübergreifende Solidarität im Zeichen von Katastrophen, mahnt aber an, dass danach zu schnell ein Verdrängen und „weiter so“ eintrete und nachhaltige Änderungen ausbleiben. Sie forderte ein gemeinsames, schnelles Handeln: „All das könnte uns egal sein. Wir haben und hatten ein gutes und erfülltes Leben. Aber wenn ich mich hier so umschaue, weiß ich zum Glück, dass niemand von uns so denkt“, sagte Keupen mit Blick auf die vielen Entscheidungsträger*innen im Krönungssaal. „Wir sind uns unseres Anteils an der aktuellen Situation bewusst, und noch mehr unserer großen Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln. Die nächsten Generationen haben ein Recht darauf, und wir haben dafür zu sorgen, den jungen Menschen dieses Recht zu sichern.“

Wie der Preisträger sieht auch die Oberbürgermeisterin die Pflicht und Verantwortung, nach vorne zu blicken und die nächsten Generationen einzubeziehen: „Wir müssen jetzt handeln, wir müssen mutig handeln! …  Deshalb sind wir besonders froh, in unserem heutigen Preisträger Klaus Iohannis einen Verbündeten zu haben, der die Idee eines gemeinsam starken Europas teilt.“ Am Brückenbauer Iohannis müsse sich jeder ein Beispiel nehmen, sagt Keupen. „Lassen Sie uns unser Schicksal in die Hand nehmen, lassen Sie uns Brücken bauen und gemeinsam mit der Jugend Europas einen echten, einen mutigen, einen kompromisslosen Neuanfang wagen!  Weg von einem zerstrittenen, bürokratischen, zögernden Europa – hin zu einem Europa der Macherinnen und Macher!“

Beim Talk nach der Verleihung sahen Klaus Iohannis und Oberbürgermeisterin Keupen aber auch einen weitergehenden Auftrag: „Die Brücke steht, wir sind in Europa angekommen. Aber damit diese Brücke stärker und breiter wird, müssen wir immer weiter an ihr arbeiten und weiterbauen, damit Europa zu dem wird, das wir uns alle erhoffen“, sagte der Preisträger und Keupen ergänzte: „Wir müssen diese Brücken nicht nur weiterbauen, sondern uns auch auf ihnen begegnen, zusammen an ihnen arbeiten, gemeinsam mit engagierten Menschen wie unseren Jugendkarlspreisträger*innen.“

Gemeinsam handeln, solidarisch sein, nicht nur im Zeichen von Krisen, nach vorne gewandt agieren, dabei jeden und jede – junge Menschen, Minderheiten und grundsätzlich alle Teile der Bevölkerung – mitnehmen und die europäischen Werte, Freiheit und Demokratie hochhalten. Das ist nur gemeinsam, mit starkem Zusammenhalt über alle Grenzen hinweg, zu realisieren. Das sind die Visionen für alle Europäer, die heute in Aachen verkündet wurden. Gelingen kann es – so ist die Verleihung an den rumänischen Präsidenten zu verstehen – mit Leuten wie Klaus Iohannis, einem Macher Europas.

Begründung des Karlspreisdirektoriums

Das Direktorium begründet die Wahl des Preisträgers wie folgt: „Mit dem Präsidenten von Rumänien, Klaus Iohannis, ehrt das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen einen herausragenden Streiter für die europäischen Werte, für Freiheit und Demokratie, den Schutz von Minderheiten und kulturelle Vielfalt, der sich bedeutende Verdienste um die Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Justiz erworben hat – eine fundamentale Voraussetzung für eine weitere Vertiefung der Integration. Die Preisverleihung ist eine Ermutigung für Klaus Iohannis, seinen europäischen Weg entschlossen weiterzugehen; eine Ermutigung für uns alle, die europäische Idee voranzutreiben und zu leben. Iohannis stärkt die Europäische Union, bekennt sich zu ihren Zielen und fördert die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer. Das, was er für Rumänien geleistet hat, ist einer der größten Integrationsfortschritte seit 1989. Und er ist ein wichtiger Mittler und Brückenbauer zwischen west- und osteuropäischen Gesellschaften.“

Zitate und Fakten in Kürze:

  • Der Preisträger: Der Präsident von Rumänien, S.E. Klaus Iohannis, ist gestern, am 2. Oktober 2021, mit dem „Internationalen Karlspreis zu Aachen“ ausgezeichnet worden. Für das Direktorium verkörpert er im Osten den europäischen Wertekanon, die Stärkung der europäischen Rechtsgemeinschaft und die gemeinsame Idee von einer europäischen Zukunft. Iohannis wurde am 13. Juni 1959 in Sibiu/Hermannstadt geboren. Er gehört der rumäniendeutschen Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an und betrachtet sich selbst als „ethnisch Deutscher und rumänischer Staatsbürger“. Am 21. Dezember 2014 wurde er als Präsident Rumäniens vereidigt.
  • Iohannis‘ Botschaft: „Es ist unsere Pflicht, uns für die Stärkung der Europäischen Union einzusetzen, denn sie ist die einzige gute Option für ein demokratisches, wohlhabendes und stabiles Europa. Als Menschen unserer Zeit haben wir die moralische Pflicht, die Europäische Union weiterhin als Friedens- und Entwicklungsprojekt zu fördern.“
  • Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel: „Heute gravieren wir einen neuen Namen in den Marmor der europäischen Erinnerung: Klaus Iohannis. Ich fühle mich geehrt und berührt, „Hammer und Meißel“ zu halten. […] Man kann ein Patriot von Sibiu, ein rumänischer Patriot und ein europäischer Patriot sein. Diese Zugehörigkeiten bereichern sich gegenseitig, wenn wir uns den Werten Solidarität, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit anschließen. […] Dabei können wir immer auf Klaus Iohannis zählen: ruhig, methodisch, prinzipienfest. Aber elegant und immer respektvoll gegenüber der Meinung des anderen. Entschlossen, zur Lösung beizutragen.“
  • Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Die Europäische Union, wie wir sie heute kennen, wäre niemals entstanden, wenn ihre Gründer nur abgewartet hätten, bis sich alle einig waren. Von dem vor uns liegenden Weg dürfen wir uns weder von den bürokratischen Strukturen der EU, noch von Jenen, die entgegen aller Fakten eine rein technologische Lösung unserer Probleme propagieren, abbringen lassen. Das können wir uns nicht mehr leisten.“
  • Die Verleihung: Aufgrund der Pandemie konnten nur 350 Personen unter 3G-Bedingungen im Krönungssaal zugelassen werden. Zahlreiche Ehrengäste, Mandatsträger, Botschafter sowie Vertreter von Kirchen und Religionsgemeinschaften, haben an den Feierlichkeiten im Krönungssaal des Aachener Rathauses teilgenommen. Auf dem Ehrenpodium saßen neben dem Laudator Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, unter anderem die ehemaligen Karlspreisträger Martin Schulz, Dr. Wolfgang Schäuble, Dalia Grybauskaite sowie Graf Herman Van Rompuy und die Präsidentin der Slowakischen Republik Zuzana Čaputová sowie Věra Jourová, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission.
  • Weitere Gäste: Christine Lambrecht MdB, Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Michelle Müntefering, Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik, Dr. Serafim Joanta, Metropolit von Deutschland und Exarch von Zentraleuropa, Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten und Internationales des Landes NRW, und Regierungspräsidentin Gisela Walsken.
  • Das mediale Interesse: Über 40 Journalist*innen haben sich für die Karlspreisverleihung 2020/21 akkreditiert, um darüber zu berichten, darunter in- und ausländische Wort- und Bild-Agenturen. Die 90-minütige Live-TV-Übertragung wurde im WDR Fernsehen und im Livestream gesendet.Infos zum Karlspreis:

S.E. Klaus Iohannis ist der 62. Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Der rumänische Staatspräsident folgt auf den 2019 ausgezeichneten UN-Generalsekretär António Guterres.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Seit 1950 wird er an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern in Aachen gehörten u.a. Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), der Spanier Javier Solana (2007), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011), der damalige Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (2015), Papst Franziskus (2016) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (2018). Im März 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis.

Verliehen wird im Rahmen der feierlichen Zeremonie im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger zeigt.

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Tag der Deutschen Einheit am 03. Oktober

Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer nimmt auf Einladung des Präsidenten des Bundesrates und Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Halle teil. Die Ministerpräsidentin erinnerte mit Blick auf den 3. Oktober an die Errungenschaften und gemeinsame Demokratie­geschichte des einst geteilten Landes. „Der Tag der Deutschen Einheit ist ein besonderer Feiertag, denn er ist UNSER Nationalfeiertag. Er steht für das Zusammenwachsen Deutschlands, für Frieden und Freiheit.“

In diesem Jahr habe der Tag noch einmal an Bedeutung gewonnen. „Am 3. Oktober erinnern wir uns an mutige Menschen, die sich friedfertig und mit ihrer ganzen Kraft gegen die Diktatur gestemmt, die Welt bewegt und aus Deutschland wieder EIN Land gemacht haben. Derzeit erleben wir, wie stark dieses gemeinsame Band ist.“ Die großen Herausforderungen der Pandemie, aber auch die Flutkatastrophe, die Teile der Republik schwer getroffen hat, könne man nur gemeinsam bewältigen. Der kooperative Föderalismus habe sich in dieser Zeit einmal mehr als Rückgrat der Bundesrepublik Deutschland erwiesen. Vor allem aber sei es die Stunde der Zivilgesellschaft: „In grenzenloser Solidarität organisieren und helfen die Menschen einander, beispielsweise bei der Unterstützung von Gastronomen, Familien und Älteren in der Pandemie bis hin zu Sach- und Geldspenden sowie Vor-Ort-Einsätzen in den Hochwassergebieten“, betonte die Ministerpräsidentin. „Das vereinigte Deutschland braucht Zusammenhalt: zwischen Ost und West, Nord und Süd, Alt und Jung und zwischen all den anderen Unterschieden in Herkunft, Heimatgefühlen, Kulturen, Glaubensbekenntnissen oder politischen Überzeugungen.“

Deutschland sei ein Einwanderungsland in der Mitte Europas und aufgrund seiner jüngeren Geschichte immer wieder auch ein Positivbeispiel, wie aus vormals unterschiedlichen Systemen und Ideologien eine Nation erwachsen könne. In diesem Zusammenhang sei auch der Ort der diesjährigen Feierlichkeiten ein besonderer, erklärte Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Der Anschlag von Halle, der sich am 9. Oktober zum zweiten Mal jährt, ist uns in schrecklicher Erinnerung. An Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, versuchte ein Rechtsextremist, schwer bewaffnet in eine Synagoge einzudringen. Nachdem er an der Tür scheiterte, tötete er zwei Menschen und verletzte bei seiner Flucht zwei weitere. Spätestens seit dieser Tat kann niemand mehr bestreiten, dass wir ein strukturelles Problem mit Rechtsextremismus haben. Hass und Hetze haben in unserer Gesellschaft keinen Platz – nicht im Netz, nicht in Parlamenten, nicht im Alltag. Wir brauchen eine starke Allianz aller demokratischen Kräfte gegen den Hass“, so die Ministerpräsidentin.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer nimmt am 3. Oktober um 10.00 Uhr an dem Ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit in der Evangelischen Pauluskirche teil. Die ARD (MDR) überträgt den Gottesdienst. Um 12.00 Uhr folgt der Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Georg-Friedrich-Händel-Halle, der im ZDF-Programm übertragen wird. Am Nachmittag besucht die Ministerpräsidentin die Rheinland-Pfalz-Präsentation auf der EinheitsEXPO 2021 unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft formen“.

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Ministerpräsident Armin Laschet besucht Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Halle (Saale)

Region/Düsseldorf – Ministerpräsident Armin Laschet nimmt am 2. und 3. Oktober 2021 an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Halle (Saale) teil. Neben dem Gottesdienst in der Paulus-Kirche und dem traditionellen Festakt in der Georg-Friedrich-Händel-Halle mit Empfang einer Bürgerdelegation steht eine Zusammenkunft mit den Repräsentanten aller Verfassungsorgane des Bundes und der Länder an der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina auf dem Programm.

Ministerpräsident Armin Laschet: „Der 3. Oktober 1990 ist ein Glückstag in unserer Geschichte und steht seit nunmehr drei Jahrzehnten für das Miteinander in unserem Land. Er erinnert uns daran, welche Kraft der friedliche Protest für Freiheit und Demokratie entfalten kann. Am Tag der Deutschen Einheit denken wir aber auch an die großen Herausforderungen, denen sich unsere Gesellschaft heute gegenüberstehen sieht. Es ist die wichtigste Aufgabe der Politik, alles für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu tun: zwischen Stadt und Land, zwischen Jung und Alt, zwischen Ost und West. Dieser Aufgabe sieht sich auch Nordrhein-Westfalen als neues Vorsitzland der Konferenz der Regierungschefinnen und -chefs der Länder verpflichtet.“

Das traditionelle Bürgerfest, welches alljährlich im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit stattfindet, wird 2021 vom Land Sachsen-Anhalt als „Einheits-Expo“ ausgerichtet. Alle 16 deutschen Länder und die Verfassungsorgane des Bundes präsentieren sich bei der Open-Air-Ausstellung den Bürgerinnen und Bürgern in der gesamten Innenstadt von Halle (Saale). Das Motto des Tags der Deutschen Einheit lautet: „Gemeinsam Zukunft formen“.

Innovations- und Medienland Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist das Innovationsland in Deutschland und führender Film- und Medienstandort. Dies spiegelt auch der nordrhein-westfälische Beitrag zur Einheits-Expo wider: Der Glaskubus befindet sich am Opernplatz, in der Innenstadt von Halle (Saale).

Am Meet-Batterieforschungszentrum der Westfälischen-Wilhelms-Universität in Münster wird eine neue Technologie zukunftsfähig. Das können Besucherinnen und Besucher der nordrhein-westfälischen Ausstellungsfläche erfahren – mit einer interaktiven Projektion, die einen Stromfluss auslöst. Zudem präsentiert sich in Halle (Saale) das Film- und Medienland Nordrhein-Westfalen: Besucherinnen und Besucher des Glaskubus können sich über Ausschnitte aus beliebten nordrhein-westfälischen Film- und Fernsehproduktionen freuen.

Der Präsident des Bundesrats und Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, hat das Konzept der Einheitsbotschafterinnen und Einheitsbotschafter ins Leben gerufen. Die Herzchirurgin Dr. Dilek Gürsoy und der Batterieforscher Prof. Dr. Martin Winter wurden aufgrund ihrer herausragenden Leistungen auf Vorschlag von Ministerpräsident Armin Laschet zu Einheitsbotschafterin und Einheitsbotschafter des Landes Nordrhein-Westfalen ernannt. Die Medizinerin und der Chemiker sind zwei von 32 Einheitsbotschafterinnen und Einheitsbotschaftern aus den 16 Ländern, die für Erfolge, Chancen und Herausforderungen der Deutschen Einheit stehen und die Vielfalt der Bundesrepublik Deutschland repräsentieren. Sie werden ebenfalls an der Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Halle (Saale) teilnehmen.

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Fälschung von Impfnachweisen: Minister Reul und Laumann warnen vor den Konsequenzen

Region/Düsseldorf – Täterinnen und Tätern drohen empfindliche Geld- und Haftstrafen. Das Ministerium des Innern und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW teilen mit:

Angesichts aktueller Ermittlungen und Medienberichte weist die Landesregierung darauf hin, dass Fälschungen von Impfnachweisen als Straftaten geahndet und empfindliche Geld- oder sogar Haftstrafen nach sich ziehen können. Das betrifft sowohl Personen, die die Zertifikate fälschen, als auch diejenigen, die diese gefälschten Zertifikate verwenden. Nach Ansicht von Innenminister Herbert Reul und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann muss hier konsequent durchgegriffen werden. In den vergangenen Tagen ist die Polizei wiederholt auf den Verkauf gefälschter Impfnachweise aufmerksam gemacht worden und hat entsprechende Ermittlungen eingeleitet.

„Fälschungen von Impfnachweisen sind keine Kavaliersdelikte, sondern zum Teil handelt es sich dabei um handfeste Straftaten. Die Strafverfolgungsbehörden werden entsprechenden Hinweisen konsequent nachgehen. Hier kann sich auch niemand rausreden. Jeder muss wissen: Auch wer den Nachweis nicht selbst fälscht, sondern ihn ‚nur‘ benutzt, kann sich strafbar machen“, erklärt Reul.

„Wenn Impfnachweise gefälscht werden und damit womöglich sogar noch Geld verdient wird, ist das eine Riesen-Sauerei. Das gefährdet unsere Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Auf den Intensivstationen werden derzeit fast ausschließlich ungeimpfte COVID-19-Patientinnen und -Patienten versorgt. Hier kann es deshalb auch keine zwei Meinungen geben: Wer Impfnachweise fälscht oder gefälschte Impfnachweise benutzt, muss die Konsequenzen spüren“, sagt Laumann.

Reul und Laumann verweisen in diesem Zusammenhang zum Beispiel darauf, dass sich Personen, die Schutzimpfungen durchführen dürfen (u. a. Ärztinnen und Ärzte), strafbar machen können, wenn sie Impfnachweise fälschen. Ähnliches gilt für Bürgerinnen und Bürger, die den Behörden einen gefälschten Impfausweis vorlegen, um der Quarantäne zu entgehen oder die Lohnfortzahlung während der Quarantäne zu beantragen. Wer sich wiederum mit einem selbst gefälschten Impfnachweis – ganz gleich, ob Impfausweis, digitales Zertifikat oder ähnliches – Zugang zu privaten Veranstaltungen und Einrichtungen verschafft, für die eine 2G- oder 3G-Regelung gilt (z. B. in der Gastronomie und bei Konzerten), begeht eine Ordnungswidrigkeit. Für diese können Geldbußen von bis zu 25.000 Euro verhängt werden.

Reul und Laumann erinnern noch einmal daran, dass es in Deutschland keine Impfpflicht gibt. „Jeder kann sich frei für oder gegen eine Impfung entscheiden. Aber: Wer sich nicht impfen lässt, muss sich trotzdem an Recht und Gesetz halten. Das gilt selbstverständlich und gerade auch für die Regelungen zu den Impfnachweisen. Andernfalls setzen ungeimpfte Personen bei Fälschungen von Nachweisen ihre Mitmenschen bewusst dem Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion aus. Und das können wir nicht tolerieren“, so beide Minister gemeinsam.

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Erster landesweiter Katastrophen-Schutztag in Nordrhein-Westfalen

Region/Düsseldorf/Bonn – NRW Minister Reul: Ein Katastrophen-Szenario durchzuspielen kann Leben retten. Das Ministerium des Innern NRW teilt mit: Das nordrhein-westfälische Innenministerium und die Bundesstadt Bonn haben am heutigen Samstag den ersten landesweiten Katastrophenschutztag ausgerichtet. Unter dem Motto „Blackout – Was geht, wenn nichts mehr geht?“ informierten sich in Bonn tausende Besucherinnen und Besucher darüber, wie man sich bestmöglich für den Ernstfall wappnen kann.

„Ein Stromausfall ist ein Totalausfall. Dann geht nichts mehr, wie viele bei der Hochwasser-Katastrophe im Juli leidvoll erfahren mussten. Gerade deshalb sollten wir uns bestmöglich vorbereiten“, sagte Innenminister Herbert Reul. „Ein Katastrophen-Szenario durchzuspielen kann Leben retten“, so der Minister und verwies auf die zahlreichen Angebote des Aktionstags: So konnten die Besucherinnen und Besucher lernen, wie man bei einem Stromausfall kommunizieren kann. „Kein Strom heißt oft: keine Versorgung der Sendemasten und auch kein Handy-Empfang“, so Reul.

Neben dem Hauptthema Stromausfall widmete sich die Veranstaltung dem Katastrophenschutz und dem Ehrenamt im Allgemeinen. Minister Reul: „Bei der Unwetterkatastrophe im Juli haben wir es wieder erlebt – auf unsere rund 100.000 Ehrenamtlichen im Katastrophenschutz war und ist allzeit Verlass.“ Der Minister dankte allen Hilfskräften für ihren tagtäglichen Einsatz: „Sie sind für uns unersetzlich! Ohne Sie geht es nicht“, so Reul.

Ursprünglich war der Katastrophenschutztag bereits für das vergangene Jahr geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie musste er jedoch ausfallen. „Ich bin froh, dass wir den Katastrophenschutztag in diesem Jahr endlich durchführen. Wir erzeugen so Aufmerksamkeit für ein Thema, das uns alle angeht“, so der Minister. „Auch in Deutschland sind wir nicht vor schweren Unglücksfällen gefeit. Es ist daher wichtig, dass die Bevölkerung als ganze regelmäßig informiert und sensibilisiert wird“, sagte Reul. Gleichzeitig sei der Katastrophenschutztag ein Tag der Wertschätzung und der Werbung für alle ehrenamtlichen Kräfte, so der Minister.

Der Aktionstag ist Teil der Strategie zur Stärkung des Ehrenamtes im Katastrophenschutz in Nordrhein-Westfalen. Seit Beginn der Legislaturperiode entwickelt das nordrhein-westfälische Innenministerium hierzu gemeinsam mit Organisationen aus dem Katastrophenschutz verschiedene Projekte und Maßnahmen.

Katastrophenschutz bedeutet vor allem: Abwehr von Gefahren für Gesundheit oder Leben in Ausnahmesituationen. Er kann bei Hochwasser, extremen Wetterlagen wie Stürmen, starken Regenfällen oder Dürreperioden gefordert sein. Er hilft bei großen Unglücksfällen mit vielen Verletzten oder unterstützt die Umweltbehörden, wenn besondere Gefahrstoffe freigesetzt werden. Ein historischer bemerkenswerter Einsatz des Katastrophenschutzes war der Stromausfall im strengen Winter 2005 im Münsterland, bei dem über mehrere Tage die Versorgung der Bevölkerung unter schwierigsten Bedingungen sichergestellt werden musste.

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Wandertipp – Eifelhöhen und Brohlbachtal

Kaisersesch – Entdecken Sie den erlebnisreichen Rundwanderweg Eifelhöhen und Brohlbachtal. Egal, ob Sie nur eine kleine Runde oder die gesamte Strecke von 23 km wandern wollen: Sie können sich den Wanderweg nach Ihren Wünschen einteilen.

Der ideale Ausgangspunkt für Ihre Wanderung ist die bei Roes gelegene Wallfahrtskirche St. Maria – die Schwanenkirche. Der Wanderweg verbindet mehrere Orte der Verbandsgemeinde Kaisersesch miteinander und hält spektakuläre Ausblicke sowie naturbelassene Pfade für Sie bereit. Ein Highlight am Wanderweg ist die XXL-Bank in Möntenich. Fühlen Sie sich für einen kurzen Augenblick ganz groß und erleben Sie einen wunderschönen Weitblick ins Maifeld. Nehmen Sie Platz und lassen Sie die Beine baumeln.

Start/Ziel: Schwanenkirche | An der K26 | 56754 Roes

Länge: 23 km (gesamt)

Route Kulm: 13 km

Route Pyrmont: 13,5 km

Höhenmeter: 300 m

Dauer: ca. 6,5 Stunden

Einkehrmöglichkeiten unmittelbar am Wanderweg.

Weitere Einzelheiten zum Steinbach Rundweg Masburg sowie den Flyer finden Sie unter https://www.schieferland-kaisersesch.de/a-eifelhoehen-und-brohlbachtal

Kontakt:

Touristik-Büro Schieferland Kaisersesch

Telefon: 02653 9996-502

E-Mail: touristik-buero@vg.kaisersesch.de

www.schieferland-kaisersesch.de

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Ein kleines Dorf in der Eifel im Blick der jeweiligen Siegermächte

Euskirchen – Vor 100 Jahren wurde Losheim Teil des Kreisgebietes. Um 12 Uhr am 01. Oktober 1921 wurde Losheim mit Losheimergraben und Kehr offiziell wieder eine Gemeinde des damaligen Reiches und erstmalig eine Gemeinde unseres Kreisgebietes. Dabei war das Dorf in der Eifel, auch auf Grund seiner Lage an der Verbindungstraße Aachen – Trier und dem Bahnanschluss in Losheimer Graben, sowohl auf deutscher wie auf belgischer Seite sehr begehrt. Diese Streitigkeiten sind nach 100 Jahren beilegt und nachbarschaftliches Miteinander prägt das Zusammenleben der beiden heutigen Grenzkommunen Hellenthal und Büllingen.

Gerade in Losheim wird das Miteinander, ganz im europäischen Sinne, ganz praktisch durch die Feuerwehr umgesetzt. Es finden nicht nur Übungen mit den belgischen Einsatzkräften statt, die Losheimer Feuerwehr ist auf Grund ihrer örtlichen Nähe zu den belgischen Nachbarkommunen mit als Erste vor Ort bei einem Ernstfall auf belgischem Gebiet. Und die Freundschaft geht über den Ort Losheim hinaus. Nach der Flutkatastrophe im Juli 2021, die die Gemeinde Hellenthal in der Tallage stark getroffen hat, waren es die belgischen Freunde, die sofort zur Stelle waren und tatkräftig mit angepackt haben. Auch viele Spenden aus der belgischen Bevölkerung sind in Hellenthal angekommen.

Das diesjährige Jahrbuch des Kreises Euskirchen, das aufgrund der Flutvorkommnisse im Juli 2021 erst Anfang Dezember2021 erscheinen wird, widmet sein Schwerpunktthema in diesem Jahr den unterschiedlichen Grenzziehungen im Kreis Euskirchen. Dieser wird selbst 2022 50 Jahre alt. Ein Zeitpunkt, um nicht nur auf die Geschichte der Kommunalen Neugliederung zu schauen, sondern die wechselhafte Geschichte seit Einführung der Territorialstaaten vor rund 200 Jahren zu betrachten. Denn als nicht mehr die Anzahl der Menschen Grundlage der Macht der Herrschenden darstellte, sondern das zur Herrschaft zugehörige Gebiet wurden die Grenzen an sich wichtig. Oftmals trennten sie Menschen, die vorher verbunden waren. Wie die Losheimer nach dem ersten und zweiten Weltkrieg von ihren deutschen Nachbarn. Allein die wechselvolle Geschichte der deutsch-belgischen Grenze im Kreis Euskirchen wird in vier Beiträgen betrachtet werden.

Losheim, Losheimergraben und Kehr waren seit 1816 Teil der Bürgermeisterei Manderfeld im Kreis Malmedy gewesen. Der Preußische König war damals recht stolz auf seine „französisch sprechenden“ Kreise Eupen und Malmedy in seinem Königreich. Mit dem Versailler Vertrag wurden beide Kreise dem Königreich Belgien zugeschlagen, eine Option der Bevölkerung auf Mitbestimmung zwar aufgeführt aber längst nicht so detailreich festgelegt wie für die Volksabstimmung in Oberschlesien. Letztendlich sollten Eupen und Malmedy aber bei Belgien verbleiben, aber die genaue Grenzziehung, die die sog. „Grenzkommissionen“ vornahmen, führten zu Diskussionen über die Zukunft Losheims und der beiden anderen Dörfer. Die alliierten Vertreter in der Kommission konnten die Gründe Deutschlands für den Verbleib Losheims nachvollziehen, sollen sogar eine „Volksabstimmung“ in Losheim angeregt haben, die den beiden Losheimer Organisatoren einige Tage belgische Haft einbrachten. Jedoch konnten diese damit der Kommission den überwiegenden Wunsch der Einwohner, in Deutschland zu verbleiben, anhand einer Unterschriftenliste dokumentieren. Die Bürger Losheims gingen sogar noch weiter und wandten sich mit ihrem Anliegen an den belgischen König, den amerikanischen Präsidenten und den Papst in Rom. Dies ist heute gut in den Akten des Auswärtigen Amts nachlesbar.

Am 01. Oktober 1921 wurde Losheim mit einer kleinen Feier offiziell ins Kreisgebiet aufgenommen. Vertreter der Behörden, wie Landrat Graf Spee für den Kreis Schleiden, Bürgermeister Hendrich aus Udenbreth, Regierungsrat Stäglich vom Auswärtigen Amt oder deutsche Vertreter in der Grenzkommission Heimann, begrüßten die Einwohner Losheims vor Ort. Vier Tage später trafen die Herren sich nochmals und regelten die Organisation der neuen Gemeinde. Auf Grund der Abgeschiedenheit wurde Losheim mit Losheimergraben und Kehr nicht nur zu einer eigenen Gemeinde unter dem Ortsvorsteher Matthias Scholzen sondern wurde auch eigener Standesamtsbezirk mit dem damaligen Postmeister Heinen als Standesbeamten. Eine Volksschule war bereits vorhanden, die Kapellengemeinde sollte zur eigenen Pfarrgemeinde erhoben werden.

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Familienzeit am Rursee vom 11. bis 15. Oktober – Anmeldung bis Montag 04. Oktober möglich – Angebot ist kostenlos

Mechernich/Kreis Euskirchen/Schmidt – Bistum Aachen organisiert Familienzeit – Shuttlebus, Tagesprogramm und Übernachtungen für Kinder mit Begleitperson – Angebot ist kostenlos, Anmeldung telefonisch unter 0152 248 565 73 oder per Mail unter ralf.arnolds@bistum-aachen.de

In der ersten Woche der Herbstferien wird in der Jugendbildungsstätte St. Nikolaus (Nideggen-Schmidt), nahe des Rursees für fünf Tage eine Familienzeit auch für Menschen aus dem zum Bistum Aachen gehörenden Teil der Stadt Mechernich angeboten.

Eingeladen sind Kinder mit mindestens einer erwachsenen Begleitperson. Das teilte die Mechernicherin Rebekka Narres dem „Bürgerbrief“ mit. Sie ist Jugendbeauftragte für die Region Eifel.

Kinder, die ohne Begleitung kommen, könnten von morgens bis abends an allen Aktionen teilnehmen. Außerdem bestehe ein Shuttleservice, der Interessierte ohne Fahrzeug nach Absprache abhole. Erfahrene Mitarbeiter der Kirchlichen Jugendarbeit in Düren und der Eifel sorgten für Spiel, Spaß und auch für genügend Zeit, einfach die Seele baumeln zu lassen.

Es werden keine weiteren Nachweise verlangt, das Angebot ist kostenlos. Anmeldungen können bis Montag, 4. Oktober, eingereicht werden beim Referenten für Kirchliche Jugendarbeit, Ralf Arnolds, Tel. (0152) 248 565 73 oder Mail ralf.arnolds@bistum-aachen.de

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Schulterschluss der SolidAHRität – Doppelte Gefäßkompetenz im Krankenhaus Maria Hilf Bad Neuenahr

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Durch die Flut aus den eigenen Räumlichkeiten vertrieben, hat das Gefäßzentrum Dr. Bauer seinen Betrieb wiederaufnehmen können – auf Station 5C im Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr. Kambiz Fadaei, Chefarzt der klinikeigenen Abteilung für Gefäßchirurgie, heißt die Kollegen herzlich willkommen.

Die einen klagen über Schmerzen in den Beinen, andere leiden an offenen Wunden am Fuß, die einfach nicht abheilen wollen. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall: Mit der steigenden Zahl älterer Menschen in unserer Gesellschaft nimmt auch die Häufigkeit von Gefäßerkrankungen zu. Im Marienhaus Krankenhaus Maria Hilf stehen Betroffenen neuerdings gleich zwei Anlaufstellen zur Verfügung: Neben dem eigenen Gefäß-Team um Chefarzt Kambiz Fadaei nutzt ab sofort auch das Gefäßzentrum Dr. Bauer die Räumlichkeiten und Infrastruktur des Krankenhauses. Das heißt: Auf Station 5C können sich die Patient:innen des Gefäßzentrums wie gewohnt vom „Team Dr. Bauer“ behandeln lassen.

„Ich freue mich über den direkten Austausch von Flur zu Flur“, sagt Fadaei und heißt die Kollegen herzlich im Krankenhaus willkommen. „Wir bedanken uns für diesen kollegialen Schulterschluss“, betont Dr. Ulrich Bauer, Leitender Oberarzt des Gefäßzentrums. Gemeinsames Ziel: die gefäßmedizinische Versorgung in der Region sicherzustellen.

Betroffene profitieren nicht nur von der doppelten Gefäßkompetenz, sondern auch von der Bündelung verschiedener Fachdisziplinen unter einem Dach. „Bei Gefäßbeschwerden kommt es häufig zu Begleiterkrankungen des Herzens, die wir in enger Abstimmung mit unserer Kardiologie behandeln“, nennt Fadaei als Beispiel für den interdisziplinären Austausch im Krankenhaus. Kurze Wege in die Radiologie – zum Beispiel zu CT und MRT – versprechen eine schnelle Diagnostik. Erweist sich eine Kontrastmittel-Untersuchung der Schlagader als nötig, kann diese zeitnah direkt vor Ort durchgeführt werden.

Eine Vorstellung bei einem Gefäßchirurgen bedeutet heute nicht mehr, dass zwingend operiert werden muss. In vielen Fällen lassen sich die Gefäße mittels Ballon und Stentimplantation unter örtlicher Betäubung wieder öffnen. Im Krankenhaus Maria Hilf übernimmt dies das Team der interventionellen Radiologie um Chefarzt Dr. Felix Schoth. Kommt es doch zu einem operativen Eingriff, können die Gefäßchirurgen in den OPs des Krankenhauses auf modernste Technik zurückgreifen. Im Falle einer Komplikation, stehen rund um die Uhr das Krankenhaus-eigene Notfall-Team sowie eine Intensivstation zur Verfügung. Das ist besonders bei Operationen an der Schlagader eine beruhigende Gewissheit.

Kontakt für Patient:innen

Gefäßzentrum Dr. Bauer: 02641 8080
Gefäßchirurgie im Krankenhaus Maria Hilf: 02641 83-85270

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Neuer COVID-19-Wochenbericht – Mehrheit der Intensiv-Patienten nicht vollständig geimpft

Region/Koblenz – Die Mehrheit der rheinland-pfälzischen Corona-Patienten in Krankenhäusern und auf Intensivstationen ist über 60 Jahre alt und nicht vollständig geimpft; Kinder unter 12 Jahren müssen dagegen nur selten wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. Das geht aus dem COVID-19-Wochenbericht des Landesuntersuchungsamtes (LUA) hervor, der am Donnerstag , den 30. September zum ersten Mal und künftig immer donnerstags erscheint. Das neue Angebot umfasst Daten zur jüngsten Entwicklung der Pandemie in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz ebenso wie Zahlen seit Beginn der Pandemie.

Der Bericht soll dazu beitragen, die Corona-Lage in Rheinland-Pfalz differenziert bewerten zu können. Dazu schlüsselt er die von den rheinland-pfälzischen Gesundheitsämtern erfassten und übermittelten Corona-Fälle beispielsweise nach Altersgruppen und Impfstatus auf; außerdem unterscheidet er die Fälle danach, ob Personen „mit“ oder „aufgrund von“ Corona ins Krankenhaus eingeliefert wurden, auf der Intensivstation behandelt wurden oder verstorben sind. Er gibt zudem Aufschluss darüber, wie alt die Menschen sind, die an einer Corona-Erkrankung litten, und wie schwer ihre Erkrankung war.

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Wochenberichts ist die Abschätzung der Impfeffektivität. Dazu betrachten die Epidemiologen des LUA die Corona-Fälle des gesamten Jahres sowie der zurückliegenden acht Wochen dahingehend, ob Personen vollständig geimpft waren oder nicht. Ausgewertet werden diejenigen Fälle, bei denen Angaben zu Symptomen vorliegen, die hospitalisiert wurden, auf einer Intensivstation behandelt wurden oder verstorben sind. Für den gesamten Verlauf des Jahres 2021 zeigt sich, dass 97 Prozent der Menschen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung auf einer Intensivstation behandelt werden mussten, nicht vollständig geimpft waren. Ebenso waren 95 Prozent der ursächlich an Corona Verstorbenen in Rheinland-Pfalz nicht vollständig geimpft.

Allerdings geht aus dem Wochenbericht auch hervor: Der Anteil der vollständig Geimpften an Intensivpatienten und Verstorbenen hat in den vergangenen acht Wochen zugenommen. In diesem Zeitraum waren 11 Prozent der Menschen mit einer COVID-19-Erkrankung auf einer Intensivstation vollständig geimpft (89 nicht vollständig geimpft) und 29 Prozent der ursächlich an Corona Verstorbenen vollständig geimpft (71 Prozent nicht vollständig geimpft). Diese vermehrten sogenannten Impfdurchbrüche werden insbesondere bei Personen im Alter von 70 Jahren und älter beobachtet.

Ein Grund für diese Entwicklung ist wahrscheinlich die Tatsache, dass das Immunsystem im Alter nicht mehr so leistungsfähig ist und weniger gut auf Impfungen anspricht. Das entspricht auch den Daten, die die Impfstoffhersteller bei den Zulassungsverfahren ihrer Wirkstoffe publiziert haben. Nicht zuletzt deshalb werden derzeit Auffrischimpfungen für ältere Personen diskutiert.

Zum Schutz vulnerabler Gruppen wie den Hochbetagten sollten Regeln wie Abstand, Händehygiene, Maske und Lüften deshalb weiter beherzigt werden – auch trotz der fortschreitenden Impfkampagne.

Beim Wochenbericht für die 39. Kalenderwoche 2021 handelt es sich um die erste Ausgabe dieses Formats. Alle weiteren Wochenberichte im PDF-Format finden Sie künftig hier auf der Homepage des LUA. Dort gibt es auch die zugehörigen Daten im Excelformat.