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Bundes-Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ruft Frühwarnstufe des Notfallplans Gas aus

Region/Berlin – Versorgungssicherheit weiterhin gewährleistet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat gestern die Frühwarnstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Dies dient der Vorsorge. Die Versorgungssicherheit ist weiter gewährleistet. Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck hierzu: „Ich habe gestern nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung die Europäische Kommission darüber informiert, dass die Bundesregierung die erste Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Frühwarnstufe, ausgerufen hat. Die Versorgungssicherheit ist weiter gewährleistet. Es gibt aktuell keine Versorgungsengpässe. Dennoch müssen wir die Vorsorgemaßnahmen erhöhen, um für den Fall einer Eskalation seitens Russlands gewappnet zu sein. Mit Ausrufung der Frühwarnstufe ist ein Krisenteam zusammengetreten. Das Krisenteam analysiert und bewertet die Versorgungslage, so dass – wenn nötig – weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit ergriffen werden können. Die Bundesregierung tut alles, um die Versorgungssicherheit in Deutschland weiter zu gewährleisten.“

Russland hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Bezahlung der Gasimporte nur noch in Rubel zu akzeptieren. Dies stellt einen Bruch der privaten Lieferverträge dar. Die G7-Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung am 28.03.2022 aus Gründen der Vertragstreue die Bezahlung in Rubel abgelehnt. Die russische Regierung hat dennoch in den vergangenen Tagen in mehreren Äußerungen deutlich gemacht, Zahlungen nur in Rubel zu akzeptieren und gedroht, ohne Rubel-Zahlungen die Gaslieferungen zu stoppen.

Um auf mögliche Liefereinschränkungen oder -ausfälle vorbereitet zu sein, hat das BMWK deshalb gestern die Frühwarnstufe nach Art. 11 der EU-Verordnung über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung ausgerufen und das Krisenteam Gas einberufen. Damit wird die aktuelle Situation im Gasnetz engmaschig beobachtet und bewertet.

Zum Krisenteam Gas gehören neben den Vertreterinnen und Vertretern des BMWK auch Vertreterinnen und Vertreter der Bundesnetzagentur, des Marktgebietsverantwortlichen Gas, der Fernleitungsnetzbetreiber, und es wird durch Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer unterstützt. Das Krisenteam Gas tagt ab sofort regelmäßig, um auf Basis der täglichen Meldungen der Fernleitungsnetzbetreiber und des Marktgebietsverantwortlichen die Entwicklung der weiteren Situation am Gasmarkt zu beobachten und die Leitung des BMWK zu beraten. Die Fernleitungsnetzbetreiber und Verteilnetzbetreiber ergreifen im Rahmen ihrer Verantwortung netz- und marktbezogene Maßnahmen gemäß § 16 und § 16a EnWG (Energiewirtschaftsgesetz), sofern notwendig. Die EU-Kommission und die Nachbarstaaten wurden über die Ausrufung der Frühwarnstufe unterrichtet. Das BMWK steht im kontinuierlichen Kontakt mit der EU-Kommission.

Die Gesamtversorgung aller deutschen Gasverbraucher ist aktuell weiter gewährleistet. Es ist ausreichend Gas an den Märkten vorhanden. Dies gilt sowohl für Haushaltskunden und soziale Dienste wie Krankenhäuser als auch für Fernwärme, Stromerzeugung sowie die deutschen Wirtschaft. Dennoch ist ab sofort jeder Gasverbraucher – von der Wirtschaft bis zu Privathaushalten – auch gehalten, seinen Verbrauch so gut wie möglich zu reduzieren.

Der „Notfallplan Gas“ basiert auf der sogenannten europäischen SoS-Verordnung, d.h. konkret der Verordnung (EU) 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung. Er regelt die Gasversorgung in Deutschland in einer Krisensituation. Der Notfallplan Gas kennt drei Eskalationsstufen – die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe. Die Frühwarnstufe ist gem. Art. 11 Abs. 1 der europäischen SoS-Verordnung dann auszurufen, wenn es konkrete, ernst zu nehmende und zuverlässige Hinweise darauf gibt, dass ein Ereignis eintreten kann, welches wahrscheinlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Gasversorgungslage sowie wahrscheinlich zur Auslösung der Alarm- bzw. der Notfallstufe führt.

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Delegation des Mühlsteinreviers RheinEifel zu Gast bei der SGD-Nord

Region/Koblenz – Im Auftrag und in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Mühlsteinrevier „RheinEifel“ wurde durch den Arbeitskreisvorsitzender Uwe Hoffmann sowie weiteren Vertretern des Arbeitskreises Mühlsteinrevier „RheinEifel“ die SGD-Nord im Rahmen der Projektbeteiligung von Landesbehörden im Verfahrensablauf, besucht.

Der Präsident der SGD Nord, Herr Wolfgang Treis, der im Rahmen seiner Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt Mayen maßgeblichen Anteil zum Startschuss der Maßnahme hatte, begrüßte die Vertreter des Mühlsteinreviers in den historischen Räumlichkeiten. Die Wichtigkeit wurde unterstrichen durch die Teilnahme des Vizepräsidenten Herrn Dr. Kaschny sowie dem leitenden Mitarbeiter Herrn Eberhard Stippler.

Nach einer Vorstellungrunde sowie der Vermittlung des aktuellen Sachstandes im Rahmen einer Power-Präsentation durch Herrn Schüller folgte eine lebhafte Aussprache zur Thematik. Seitens des Arbeitskreisvorsitzenden wurde hierbei der besondere Stellenwert der Beteiligung von Landesbehörden am Projekt und der hiermit einhergehenden Synergieeffekte, im vorliegenden Falle Naturschutz und regionale Wasserwirtschaft, herausgestellt. Herr Präsident Treis betonte, dass er nach wie vor uneingeschränktes Herzblut im Rahmen dieser Maßnahme verspüre und es ihm ein besonderes Anliegen sei das Projekt durch die SGD Nord zu unterstützen. Dies wurde dahingehend unterstrichen, dass zukünftig ein Vertreter der SGD-Nord als Ansprechpartner fungiert, die Maßnahme begleitet und an den Sitzungen des Fachbeirats „Mühlsteinrevier RheinEifel“ teilnimmt.

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Ein Zeichen der Ermutigung – Bundeskanzler Scholz in Bad Münstereifel

Bad Münstereifel – Bei einem Rundgang durch die Stadt und Gesprächen mit Ladeninhabern wurden Bundeskanzler und Innenministerin Faeser durch Ministerpräsident Wüst, Landrat Ramers und Bürgermeisterin Preiser-Marian begleitet.

In der Innenstadt von Bad Münstereifel machten sich die Spitzenpolitiker ein Bild vom Stand des Wiederaufbaus. (v.l.) Landrat Markus Ramers, Innenministerin Nancy Faeser, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, Bundeskanzler Olaf Scholz und Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. Foto: W. Andres / Kreis Euskirchen

Nur wenige Wochen nach der Flutkatastrophe hatte der damalige Vize-Kanzler und Finanzminister Olaf Scholz die Stadt Schleiden besucht und versprochen, dass er wiederkommt, wenn er Kanzler wird. Und er hat Wort gehalten. „Gerade jetzt ist sein Besuch ein wichtiges Zeichen.

Sicherte Unterstützung beim Thema Bevölkerungsschutz zu: Innenministerin Nancy Faeser im Gespräch mit Landrat Markus Ramers. Foto: W. Andres / Kreis Euskirchen

Trotz Krieg in der Ukraine und neuer Krisen sind die Flutkatastrophe und die vielen betroffenen Menschen im Kreis Euskirchen nicht vergessen“, so Landrat Markus Ramers. „An vielen Stellen im Kreisgebiet zeigt sich, dass es vorangeht. Was die Menschen mitsamt den vielen Unterstützern geleistet haben, ist bemerkenswert. Aber es gibt immer noch eine Menge zu tun und das sieht man auch hier in Bad Münstereifel“, so Landrat Ramers.

Die Gesamtschäden werden auf über 1 Milliarde Euro geschätzt, allein Kreis und Kommunen beziffern die Schäden an der öffentlichen Infrastruktur in den bisher vorliegenden Wiederaufbauplänen auf mehr als 570 Millionen. Was die Schäden an den Privathaushalten betrifft, sind bisher insgesamt 3.955 Wiederaufbau-Anträge gestellt wurden, von denen sich 3.814 bei der Bezirksregierung im Bewilligungsprozess befinden. 120 Millionen Euro wurden bislang an betroffene Haushalte im Kreis Euskirchen ausgezahlt.

Mit Bezug zur aktuellen Haushaltsdebatte im Bundestag und dem Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, machte der Landrat gegenüber Innenministerin Nancy Faeser deutlich, dass auch die Stärkung des Bevölkerungsschutzes dringend einen höheren Stellenwert einnehmen müsse. „Die Stärkung unserer Bundeswehr ist wichtig. Doch genau so wichtig ist es, dass wir den Bevölkerungsschutz stärken. Für den Kreis Euskirchen haben wir das Jahr 2022 zum ‚Jahr des Bevölkerungsschutzes‘ erklärt und setzen bereits erste Maßnahmen um. Alle diese Maßnahmen sind sehr kostenintensiv“, so Landrat Ramers. Die Innenministerin sicherte zu, dass die Fördermöglichkeiten des Bundes verbessert werden sollen, um etwa den Ausbau der Sirenen-Warnsysteme im Kreisgebiet voranzutreiben.

„Es war eine sehr herzliche Atmosphäre“, so der Landrat abschließend zum Besuch des Kanzlers in Bad Münstereifel. „Olaf Scholz war bei den Gesprächen mit den Menschen sehr zugewandt und sehr interessiert. Er hat den ihnen Mut gemacht und gezeigt, dass die Flut mit den immensen Schäden nicht in Vergessenheit geraten ist.“

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Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundes-Innenministerin Nancy Faeser informieren sich über Wiederaufbau im Ahrtal

Ahrtal/Ahrbrück – „Die Flutkatastrophe bleibt unvergessen“ – Acht Monate nach der Flutkatastrophe haben sich Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesinnenministerin Nancy Faeser vor Ort im Ahrtal ein Bild vom Stand des Wiederaufbaus gemacht. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer besuchten sie die stark betroffene Ortsgemeinde Ahrbrück, die in der Flutnacht in weiten Teilen zerstört wurde. Dem Bundeskanzler war es ein besonderes Anliegen, im Gespräch mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie Landrätin Cornelia Weigand und Ortsbürgermeister Walter Radermacher zu erfahren, wie es den Menschen im Ahrtal heute geht. Bei einem Besuch am Gedenkstein im Ortsmittelpunkt informierte er sich über die Schäden der Flutnacht und den Stand der Aufbaubauarbeiten in der 1.200 Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Ortsgemeinde. Olaf Scholz war bereits am 15. Juli im Ahrtal und hat sofort Unterstützung des Bundes zugesagt, damals noch als Bundesfinanzminister. Auch die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel war bereits wenige Tage nach der Flut vor Ort.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser: „Die verheerenden Folgen der Flutkatastrophe sind im Ahrtal überall sichtbar, besonders in Ahrbrück, das in weiten Teilen zerstört wurde. Es hat mich heute zutiefst beeindruckt, das großartige Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort und der vielen Helferinnen und Helfer beim Wiederaufbau zu sehen. Für die Bundesregierung ist klar: Wir haben aus dieser schrecklichen Katastrophe Konsequenzen gezogen. Wir arbeiten intensiv daran, den Bevölkerungsschutz zu stärken, um uns zu wappnen gegen künftige Klimafolgen und Extremwetterereignisse. Vor allem werden wir unsere Warninfrastruktur verbessern. Gemeinsam mit Rheinland-Pfalz werden wir die Sirenen ausbauen und Cell-Broadcast als Warnsystem einführen.“

Auch acht Monate nach der Flut habe die Bundesregierung das Ahrtal nicht vergessen, versicherte der Kanzler, deswegen sei er trotz der angespannten Weltlage in die Flutgebiete von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westphalen gekommen. Das Aufbauprogramm in der Höhe von 30 Milliarden Euro von Bund und Ländern sei ganz wesentliche für den Aufbau des Ahrtals, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Damit könnten die Kommunen ihre Infrastruktur, wie Schulen, Gemeindehäuser, Feuerwehrhäuser oder Verwaltungen wiederaufbauen und Privatpersonen ihre Häuser. Natürlich sei auch das Hochwasserschutzkonzept wichtig und die Ausweisung des neuen Hochwasserschutzgebietes. Ministerpräsidentin Malu Dreyer freute sich sehr, dass es in Ahrbrück gelungen ist, ein neues Wohngebiet zu schaffen: „Dort wo heute noch das Fabrikgelände von „Brohl-Wellpappe“ ist, können bald schon Menschen aus Ahrbrück ein neues Zuhause aufbauen, wenn das an alter Stelle nicht mehr möglich ist.

„Die Landesregierung treibt gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort den Wiederaufbau der zerstörten Gebäude und Infrastruktur mit Hochdruck voran. Ich bin dem Bundeskanzler und der Bundesinnenministerin für ihren Besuch sehr dankbar, denn die Menschen im Ahrtal sollen sich sicher sein, dass der Wiederaufbau im Ahrtal für Bund und Land eine vordringliche Aufgabe bleibt“, sagte die Ministerpräsidentin bei dem Besuch in Ahrbrück, an dem auch Umweltministerin Katrin Eder, Innenminister Roger Lewentz und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt teilnahmen.

Im Ahrtal bestehe ein großer Bedarf an neuen, hochwassergeschützt gelegenen Flächen für Wohnraum und Gewerbe. Die Schaffung neuer Wohn- und Gewerbeflächen sei deshalb eine vordringliche Aufgabe. „Die Umwandlung des ehemaligen Fabrikgeländes von ‚Brohl Wellpappe‘ in Ahrbrück ist dabei ein Vorzeigeprojekt, das mit enger Unterstützung des Innenministeriums umgesetzt wird. So wie hier in Ahrbrück bietet die Landesregierung den Kommunen für die Entwicklung künftiger Bauflächen umfangreiche Unterstützungsangebote an. Wir wollen den Gemeinden im Ahrtal die Möglichkeit geben, ihre Zukunft bestmöglich zu gestalten“, so die Ministerpräsidentin.

„Die Eigentümer der Firma Brohl Wellpappe hatten sich schon kurz nach der Flut bereiterklärt, ihr ehemaliges Fabrikgelände in Ahrbrück der Ortsgemeinde zum symbolischen Preis von einem Euro zu schenken“, so Innenminister Roger Lewentz. Er habe umgehend entschieden, dass sein Ministerium das Projekt zur Umwandlung des Fabrikgeländes in neuen Raum für Wohn- und Gewerbeflächen in enger Abstimmung mit der Ortsgemeinde in die Hand nimmt. „Die erforderlichen Mittel für den Rückbau der Fabrikgebäude stellt das Land gerne zur Verfügung, damit die Menschen hier im Ahrtal ein neues Zuhause finden können. Bundeskanzler Scholz bin ich sehr dankbar, dass er sich von diesem starken Projekt vor Ort ein Bild macht. Die Umwandlung der ehemaligen Industrieflächen in neue Wohnflächen ist nicht nur ein Lichtblick für viele Flutbetroffene, sondern auch ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, weil wir hier bereits versiegelte Flächen in eine neue Nutzung überführen“, so Innenminister Roger Lewentz.

„Indem Maximilian und Detlef Boltersdorf ihr altes Firmengelände für den Wiederaufbau in Ahrbrück zur Verfügung stellen, leisten sie einen großen Beitrag dazu, den Wiederaufbau auch unter den Gesichtspunkten der weiteren Klimaentwicklung zu gestalten und der Ahr im Hochwasserfall mehr Raum zu geben. Ein nachhaltiger Wiederaufbau gelingt nur, wenn wir auch kommende Starkregenereignisse und Hochwasser im Blick haben, dazu gehört auch ein nachhaltiges Haushalten mit versiegelter Fläche. Eine Grundlage hierfür wird auch der Gewässerwiederherstellungsplan sein, mit dessen Erstellung der Kreis nun geeignete Ingenieurbüros beauftragt hat und bei dessen späteren Umsetzung wir die Kreisverwaltung gerne unterstützen,“ hebt Umweltministerin Katrin Eder hervor. „Das Angebot von Brohl Wellpappe steht beispielhaft für die große Solidarität der Unternehmen beim Wiederaufbau. Unsere mittelständischen Familienbetriebe sind tief verwurzelt mit der Region, das soziale Engagement vor Ort gehört fest zu ihrer DNA. Ich danke Brohl Wellpappe und den Geschäftsführern Maximilian und Detlef Boltersdorf für ihr pragmatisches Handeln und die Hilfsbereitschaft in dieser herausfordernden Zeit. Sie ermöglichen es der Ortsgemeinde Ahrbrück, sich ein Stück Normalität, ein Stück Heimat wiederaufzubauen. Das weckt Zuversicht und ist ganz praktische Hilfe für die Menschen vor Ort“, sagte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt, die in engem Kontakt mit den Betrieben im Ahrtal steht.

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BVR rechnet mit mehr Unternehmens-Insolvenzen – Entlastung der Wirtschaft dringend geboten

Region/Berlin – In seinem gestern veröffentlichten Konjunkturbericht prognostiziert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) eine Trendwende bei den Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. „Die Unternehmensinsolvenzen werden 2022 zunehmen, aber im historischen Vergleich noch immer moderat bleiben.“ sagte BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin. Das Konjunkturumfeld habe sich durch den Ukraine-Krieg deutlich verschlechtert und viele Unternehmensbilanzen seien nach der Coronakrise geschwächt. Zudem waren die Fallzahlen in den Krisenjahren 2020 und 2021 aufgrund der umfangreichen staatlichen Coronahilfen ungewöhnlich niedrig ausgefallen.

Im Hauptszenario der Insolvenzprognose rechnet der BVR im Vorjahresvergleich mit einem Anstieg um rund 20 Prozent auf etwa 16.800 Fälle. In den beiden Jahren 2020 und 2021 waren die Fallzahlen noch um 15,5 Prozent beziehungsweise 11,7 Prozent zurückgegangen. Modellbasierte Schätzungen des BVR signalisieren, dass durch die Hilfen der öffentlichen Hand 2020 bis zu 13.700 und 2021 bis zu 9.500 Unternehmensinsolvenzen verhindert wurden.

Nach Einschätzung des BVR konzentriert sich die Politik bei ihren bisher im Zuge des Ukraine-Krieges beschlossenen oder angekündigten Hilfsmaßnahmen vor allem auf Privatpersonen. Dagegen fehlen gezielte Entlastungen für stark von gestiegenen Energiepreisen und Lieferkettenproblemen betroffene mittelständische Unternehmen. „Auch Unternehmen mit gesundem Geschäftsmodell sind zum Teil existenziell bedroht. Diese Unternehmen sollte der Staat zielgerichtet unterstützen“, so Martin. Hilfen nach dem Gießkannenprinzip sollten aber vermieden werden, um die Finanzpolitik nicht zu überfordern.

Dringend geboten seien weitere Entlastungen von den Energiekosten, beispielsweise durch eine vorübergehende Absenkung der Stromsteuer. Sinnvoll wäre auch die zeitnahe Schaffung von Förderkreditprogrammen, wie in der Coronapandemie geschehen, der Förderkreditinstitute des Bundes und der Länder mit umfangreicher staatlicher Haftungsfreistellung für die betroffenen Unternehmen. Auch könnten den Unternehmen im Rahmen des Verlustvortrages einen Rücktragzeitraum von drei statt bisher zwei Jahren gegeben werden, um krisenbedingt erlittene Verluste besser mit künftigen Steuerzahlungen verrechnen zu können.

 

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Pachten statt kaufen in Wachtberg – Mit der enewa zu grünem Strom vom eigenen Dach

Wachtberg – Die enewa, Energie + Wasser Wachtberg, hält jetzt ein interessantes Angebot vor. Das Tochterunternehmen der Gemeinde Wachtberg bietet Photovoltaikanlagen zur Pacht an. „Auf den Dächern Wachtbergs gibt es noch sehr viel ungenutztes Potenzial für Photovoltaikanlagen“, sagte enewa-Geschäftsführer Kai Birkner, als er jüngst gemeinsam mit der enewa-Aufsichtsratsvorsitzenden, Ratsmitglied Andrea Lohmeier, mit Bürgermeister Jörg Schmidt und Beigeordnetem Swen Christian das neue Solar-Pacht-Angebot der enewa präsentierte.

Als lokaler Energie- und Wasserversorger, führte Birkner aus, wolle die enewa den Anteil an Strom aus Sonnenenergie vor Ort deutlich steigern. Auch wenn jedes Eigenheim nur eine kleine Dachfläche habe, würden viele solcher Anlagen dabei helfen, die Energieversorgung unabhängiger von Energieimporten zu machen. Anlass zur Entwicklung dieses Angebots gab es laut Beigeordnetem Swen Christian aufgrund der Erkenntnis, dass Installation und Inbetriebnahme der Anlagen, ebenso wie die Klärung steuerlicher Aspekte und Registrierung im Marktstammdatenregister Hürden darstellen.

Photovoltaik schlüsselfertig durch die enewa

Diese werden nun abgebaut, denn das Modell sieht Folgendes vor: Die enewa kümmert sich um die Finanzierung, die Planung und den Bau der Photovoltaikanlage. Der Eigentümer pachtet die Anlage dann schlüsselfertig für einen festen monatlichen Betrag. „Wir möchten es damit den Wachtberger Bürgerinnen und Bürgern leichter machen, Teil der Energiewende zu werden. Zu viele scheuen noch die Investition für die neue Anlage oder es fehlt das notwendige Wissen oder die Zeit, sich um den Bau und die Wartung zu kümmern. Das möchten wir ihnen abnehmen“, erläuterte Birkner das kürzlich an den Start gegangene Angebot. Einen Teil des auf ihrem Dach erzeugten Ökostroms können die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses selbst nutzen. Der Überschuss wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. Bei der hier erforderlichen Registrierung der Anlage unterstützt die enewa ebenfalls. Durch die langfristige Eigenerzeugung von Solarstrom halten die Pächter einen Teil ihrer Stromkosten stabil. Und auch bei Fragen rund um den Netzanschluss, bei Schäden oder Reparaturen stehe die enewa zur Verfügung, versicherte Birkner. „Wir helfen gern persönlich. Dabei wird jede Anlage individuell auf die Verhältnisse der Dachflächen und der Benutzer zugeschnitten. Auf Wunsch kann die Photovoltaikanlage um einen Stromspeicher ergänzt werden, der ebenfalls gepachtet werden kann. Nach Ablauf der Erstlaufzeit von zehn Jahren besteht die Möglichkeit, auf Wunsch, die Anlage zu übernehmen.“ Bei der Auswahl der Photovoltaikanlagen hat sich die enewa bewusst für ein Fabrikat mit einer garantiert langen Lebensdauer von 25 Jahren entschieden. Auch die Kosten legt die enewa offen, so dass jeder Interessent zu Beginn abwägen kann, ob er das enewa-Pachtangebot annehmen oder die Anlage eventuell doch schon direkt kaufen möchte.

Bürgermeister Schmidt ist vom Solar-Pacht-Modell der enewa überzeugt und sich sicher, dass es ein Erfolg werden wird: „Die professionelle Beratung im Vorfeld, eine dann auf das jeweilige Hausobjekt angepasste Photovoltaikanlage, dazu der Rund-um-Service während der Laufzeit, dieses Angebot wird es den Wachtbergerinnen und Wachtbergern leicht machen, sich für eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach zu entscheiden.“

Enewa-Zuschuss für kleine „Balkon-Photovoltaik“

Und für kleine Balkon-Photovoltaikanlagen bietet enewa ihren Stromkunden einen Zuschuss von 100 Euro zum Kauf einer Anlage bei TINKS, dem benachbarten Garten-, Heimwerker- und Freizeitmarkt, so dass bei günstiger Lage auch Mieter einen kleinen Teil zur Energiewende beitragen können.

Weitere Infos zu den beiden Angeboten bei der enewa: Telefon (0228) 3773680 oder online unter www.enewa.de . (mm)

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Brohltal-Klinik St. Josef in Burgbrohl mit neuem Arbeitszeit-Modell

Burgbrohl – Eltern im Fokus – Frühe Dienstzeiten machen es vielen Eltern unmöglich, in ihrem Beruf als Gesundheits- und Krankenpfleger:innen zu arbeiten. In der Brohltal-Klinik St. Josef sorgt nun ein neues Arbeitszeitmodell dafür, dass sich Beruf und Familie entspannter vereinbaren lassen.

In der Brohltal-Klinik St. Josef können seit Ende 2021 die ersten Gesundheits- und Krankenpfleger:innen ihren Dienst um acht Uhr morgens statt um sechs Uhr beginnen. Dies ist in den meisten Kliniken nicht möglich, weil insbesondere in den ersten Stunden der Frühschicht viele Routinearbeiten anfallen. Aufgrund dieser strikten Vorgaben bleibt vielen Eltern die Rückkehr in ihren Beruf verwehrt. Gleichzeitig sucht die Branche dringend nach Pflegekräften. „Wenn wir Fachkräfte gewinnen wollen, müssen wir auf deren Bedürfnisse eingehen. Sonst geht das Potenzial dieser hochqualifizierten Menschen verloren“, erklärt Claudia Häfner, kaufmännische Direktorin der Brohltal-Klinik St. Josef in Burgbrohl. Sie hat das neue Arbeitszeitmodell ins Leben gerufen. Durch die spätere Anfangszeit bleibt Eltern morgens mehr Zeit, um beispielsweise die Kinder in die Kita zu bringen. Grundsätzlich sind noch weitere individuelle Arbeitszeiten möglich. Das Modell bietet zahlreiche Komponenten, um Mütter und Väter in Elternzeit oder ohne andere Betreuungsmöglichkeiten zu unterstützen. So können die Gesundheits- und Krankenpfleger:innen an festen Tagen arbeiten und auf Wunsch ausschließlich tagsüber, an Wochenenden oder in der Nachtschicht.

Qualifizierte Aufgaben entlasten die Kolleg:innen

Die neuen Mitarbeiter:innen übernehmen bei gleicher Stundenzahl Aufgaben außerhalb der regulären Routinearbeiten, für die jedoch examinierte Kräfte nötig sind. Dazu zählen zum Beispiel Patiententestungen. Dadurch entlasten sie die Kolleg:innen in der regulären Schicht. Entsprechend groß ist die Zustimmung innerhalb der Belegschaft: „Unsere Mitarbeiter:innen sehen das Konzept als echte Unterstützung ihrer Arbeit“, so Häfner. Für Eltern bietet das neue Modell deutliche Vorteile. „Jetzt habe ich die Möglichkeit, mich um mein Kind zu kümmern und trotzdem in meinem Beruf, der mir viel Spaß macht, tätig zu sein“, sagt Christiane Huse, die seit Anfang 2022 als Gesundheits- und Krankenpflegerin in der Brohltal-Klinik St. Josef arbeitet. „Ich schätze es sehr, dass mich die Klinik dabei voll unterstützt.“

Mit hoher Flexibilität zu weiteren Fachkräften

Bis Ende April erweitert die geriatrische Rehabilitationsklinik in Burgbrohl ihre Kapazitäten um 20 weitere Betten. Der Bedarf an weiteren qualifizierten Gesundheits- und Krankenpflegekräften ist daher hoch. Häfner: „Wir hoffen, dass wir mit unserem neuen Modell weitere Eltern überzeugen können, wieder ins Berufsleben zurückzukehren.“

Über die Brohltal-Klinik St. Josef

Die Brohltal-Klinik St. Josef ist eine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation in Burgbrohl und gehört dem Klinikverbund Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler an. Sie verfügt derzeit über 70 Planbetten und 15 Plätze in der Tagesklinik. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzt:innen, Therapeut:innen und Pfleger:innen behandelt Senior:innen mit den unterschiedlichsten Indikationen, um sie in die Lage zu versetzen, wieder bestmöglich alleine zurechtzukommen.

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Der Zehn-Millionen-Ausbau am Bahnhof Mechernich nimmt Formen an

Mechernich – Zehn-Millionen-Projekt „Barrierefreier Bahnhof Mechernich“ nimmt weiter konkrete Gestalt an. Als Mechernichs stellvertretender Verwaltungschef Thomas Hambach und der den Bau begleitende Diplom-Ingenieur Wilfried Claesgens von der Gemünder Ingenieursgesellschaft mbH C + K Gotthardt + Knipper im März vor einem Jahr eine Zwischenbilanz zum Zehn-Millionen-Euro-Projekt „Barrierefreier Bahnhof Mechernich“ zogen, konnten sie nicht ahnen, dass wenige Monate später eine nie dagewesene Flutkatastrophe alle ihre Prognosen über den Haufen werfen und die Eifelstrecke Köln-Trier-Saarbrücken schwer beschädigen würde.

Unter dem Einsatz schwerer Kräne wurde am Wochenende die Fußgängerüberführung am für zehn Millionen Euro neugestalteten Mechernicher Bahnhof installiert. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Seit der Flutnacht auf den 15. Juli 2021 ist die Strecke bis Mechernich noch komplett stillgelegt, im kommenden April soll allerdings mit der Wiedereröffnung zu rechnen sein. Auch die Baumaßnahmen an den Bahnsteigen und im Umfeld schreiten unvermindert voran. Am Samstag wurde unter Einsatz schwerer Kräne die Fußgängerüberführung zwischen Bahnhofsseite und Mechatronics-Seite montiert.

In Angriff genommen wurden die Bauarbeiten einer ganz überbrückten, barrierefreien Bahnsteiganlage mit drei Aufzügen am 15. Juni 2020. Ursprünglich waren nur zwei Aufzüge vorgesehen, im Zuge der Maßnahme entschied man aber in Abstimmung mit dem Fördergeber, dass man sowohl vom Bahnhofsberg, als auch von der Friedrich-Wilhelm-Straße aus auf die Gleisanlage und zu den Zügen gelangen können soll.

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Die Mechernicher Bahnsteiganlage soll eine moderne und benutzerfreundliche Anlage an der Eisenbahnlinie Köln-Trier-Saarbrücken werden, die (noch) in beide Fahrtrichtungen im Halbstundentakt („Viertel vor“ und „Viertel nach“ jeder vollen Stunde) bedient wird – und nach der geplanten Elektrifizierung der Strecke bis 2026 in den Folgejahren zur S-Bahn im 20-Minuten-Takt wird.

Spätestens dann gehört die Stadt Mechernich ÖPNV-technisch zum Dunstkreis der Millionen-Metropole Köln. Das moderne Mechernicher Bahnhofsgebäude, das auf Privatinitiative des Mechernicher Unternehmers Rolf Schäfer („Schäfer-Reisen“) 2006 umgebaut worden war, ist dann eine weitere barrierefreie Drehscheibe inmitten des Kreises Euskirchen.

Hinzu kommt die Bedeutung Mechernichs als Mittelzentrum und Medizin- und Bildungsstadt, die von überall ringsum erreichbar ist. „Das ist überfällig und wird positive Effekte nach sich ziehen“, so Erster Beigeordneter Thomas Hambach, „die wir bedienen können und wollen“. Die Bedeutung Mechernichs werde weiter zunehmen.

Das gelte sowohl für die medizinische Versorgung Mechernichs und für die komplette Bandbreite der Schulformen inmitten des Kreises, die in Mechernich angeboten werden, als auch in Sachen Inklusion und Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung. Am Standort der ehemaligen RWZ-Siloanlagen, der von der Floisdorfer Firma H & P Schilles Tiefbau GmbH entwickelt wird, haben sich sowohl die Lebenshilfe HPZ (Heilpädagogisches Zentrum) in Bürvenich als auch die Nordeifelwerkstätten (NEW) Etagen gesichert.

Durch den Neubau eines erheblich breiteren Mittelbahnsteiges soll sich auch der Betrieb und Komfort für die Fahrgäste auf den Gleisen erheblich verbessern, so der Bauentwickler Diplom-Ingenieur Wilfried Claesgens: „Bisher konnten aus Sicherheitsgründen zwei Züge nicht gleichzeitig aneinander vorbeifahren, weil der derzeitige Zwischenbahnsteig dafür zu schmal ist. Der eine Zug konnte erst einfahren, wenn der andere den Bahnhof verlassen hat.“

Eine Brücke und drei Aufzüge

„Der Mittelbahnsteig soll über die Brücke mit Treppenanlagen, die jetzt gebaut wird, sowie über drei Aufzüge erreichbar sein“, erklärte Thomas Hambach. Was die Finanzierung des Zehn-Millionen-Baus angeht, bleibt der Erste Beigeordnete zuversichtlich: „Wir als Stadt realisieren die Maßnahme stellvertretend für die Bahn, weil wir sonst mit einem modernen und behindertengerechten Bahnsteig noch viele Jahre lang nicht an der Reihe gewesen wären.“

Aber refinanziert werde das Ganze vom Fördergeber Zweckverband „Nahverkehr Rheinland“. Was die Baukosten betrifft, sogar zu 100 Prozent und auch die Planungskosten mit einem großen Anteil. Dennoch verbleiben einige Hunderttausend Euro bei der Stadt als Eigenanteil. „Dies ist aber politischer Wille und über die Parteigrenzen hinaus beschlossen. Das ist gut investiertes Geld in unsere Stadtentwicklung und für unsere Bürger“ so Hambach.

Der Bahnhof in Mechernich wurde 1865 an der Bahnstrecke Hürth-Kalscheuren-Ehrang eröffnet. Am Bahnhof halten normalerweise Züge von DB Regio, die unter der Marke Vareo verkehren. Am Busbahnhof halten die Regionalbuslinien der RVK.

Mechernich war am 1. Juli 1865 der erste Bahnanschluss des damaligen Kreises Schleiden, auch wenn der Bahnhof noch auf dem Gebiet der benachbarten, zum Kreis Euskirchen gehörenden Gemeinde Kommern lag. Zwei Jahre später folgte am 1. September 1867 der nächste Abschnitt von Mechernich bis Kall, bis dahin fungierte der Mechernicher Bahnhof provisorisch als Endbahnhof der Strecke. Er erhielt ein vergleichsweise schmuckloses Empfangsgebäude in einem für die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft typischen schlichten klassizistischen Baustil. Das Gebäude war mit Wartesälen der 1. bis 3. Klasse und einer Bahnhofswirtschaft ausgestattet. Im Laufe der Jahre wurde es den steigenden Anforderungen angepasst und erweitert.

2007 an „Schäfer Reisen“

Das Gebiet des Bahnhofs kam erst 1959 zur Gemeinde Mechernich, nachdem die Gemeinde Kommern 1956 den Antrag gestellt hatte, den Bahnhof umzubenennen. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude wie auch viele andere Bahnhöfe und Abschnitte der Eifelstrecke schwer beschädigt.

Der Neubau begann 1961. 2007 verkaufte die DB AG das Gebäude an das Mechernicher Omnibus-Traditionsunternehmen „Schäfer Reisen“, das den Bahnhof 2009 bis 2010 umfassend zur „Gleispassage Mechernich“ umgestalten ließ. Im Inneren wurden die Toiletten barrierefrei ausgebaut sowie ein Kiosk und ein Café/Bäckerei eingerichtet.

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Jugendliche aus dem Dekanat St. Willibrord Westeifel empfangen Firmung

Neuerburg/Arzfeld/Trier – 89 junge Menschen aus den Pfarreiengemeinschaften Arzfeld und Neuerburg im Dekanat St. Willibrord Westeifel haben am vergangenen Wochenende, 26. und 27. März, das Sakrament der Firmung empfangen.

Krankheitsbedingt vertrat Dechant Christoph Kipper den Trierer Weihbischof Franz Josef Gebert, der dort für gewöhnlich die Firmung spendet. Bei dem Vorgespräch im Pfarrsaal Neuerburg gaben die 18 Bewerber der ersten Firmgruppe am Sonntag einen Überblick über die Vorbereitungstreffen mit Gemeindereferentin Martina Phlepsen. Die Jugendlichen stellten an verschiedenen Stationen je ein Thema der Firmvorbereitung vor. Wer bin ich? Wie stelle ich mir Gott vor? – nur zwei von vielen Fragen, mit denen sich die Jugendlichen im Vorfeld der Firmung beschäftigt hatten. Pandemiebedingt gab es auch die ein oder andere Hausaufgabe zu erledigen: Freundschaftsbändchen knüpfen mit den Firmpaten zum Beispiel.

Nach dem Vorgespräch ging es für die Jugendlichen und Dechant Kipper in die St. Nikolaus Kirche Neuerburg. Die Firmbewerberinnen und -bewerber hatten Fürbitten vorbereitet, die vor allem Menschen in Kriegs- und Krisengebieten einschlossen. Auch Menschen, die sich für Frieden einsetzen, Medienschaffende, Soldatinnen und Soldaten sowie Rettungskräfte wurden in die Gebete mit aufgenommen. „Wir leben in schweren Zeiten. Corona hat diese Firmvorbereitung erschwert, die nicht auf normalen Wege stattfinden konnte. Aber auch die Krise in der Ukraine macht manchen Firmlingen zu schaffen“, erklärte Phlepsen. „Wir leben in schweren Zeiten, und auch die Kirche befindet sich in einer schweren Zeit. Trotz diesen Umständen haben sich diese jungen Menschen bewusst für die Firmung entschieden. Und das ist gut so. Der Glaube ist das, wofür wir einstehen sollten. Und diesen Glauben zu bezeugen, vor den eigenen Freunden, vor der Öffentlichkeit, braucht Mut und Stärke. Diese Stärke erhoffen wir uns unter anderem vom Heiligen Geist.“ Mit diesen Worten bat die Gemeindereferentin den Dechanten, den Firmlingen das Sakrament zu spenden.

Der Heilige Geist, so Kipper, werde das Leben der jungen Menschen begleiten und führen. „Diese Zusage ist es, die heute in der Firmung ausgesprochen wird. Gott ist da.“ In der Lesung aus dem Evangelium nach Lukas griff der Dechant schließlich das Gleichnis vom verlorenen Sohn auf und schlug die Brücke zum Sakrament der Firmung. „Dem ersten Sohn geht es nur um sich. Doch nach seinem Niedergang verändert sich sein Denken. Da bleibt er nämlich nicht bei sich stehen, was das große Problem vorher gewesen ist. Er denkt an seinen Vater, bezieht nicht mehr nur alles auf sich. Er schafft es tatsächlich, seinen Geist hinzubewegen zu seinem Vater. Er macht sich auf den Weg, er bleibt nicht da, wo er ist, bei sich alleine“, erklärt Kipper. „Um genau das, liebe Firmlinge, geht es, wenn euch heute die Firmung gespendet wird. Es geht nicht um den Abschluss einer Ausbildung, sondern um den Weg. Es geht um den Impuls, die Energie, nicht bei mir selbst zu bleiben. Heiliger Geist bedeutet Bewegung.“ Und er fragte die Firmlinge: „Bewegst du dich hin zu Gott und zu den Menschen? Bleibst du lieber wie du bist? Geht es dir um dich? Oder lässt du dich von Gottes Geist, von seiner Energie, von seinem Impuls ansprechen, dich bewegen? Liebe Firmlinge, diese Bewegung brauchen wir. Nicht nur, aber auch in der Kirche unserer Tage. Nicht sitzen bleiben, nicht bei sich selbst stehen bleiben, sondern über sich selbst hinausgehen – hin zu Gott und den Menschen.“

Die Firmreise durch das Dekanat St. Willibrord Westeifel begann für Weihbischof Gebert am 19. März in der Pfarreiengemeinschaft Bleialf. Am 20. März folgte ein Firmgottesdienst in der Pfarreiengemeinschaft Schönecken-Waxweiler. Den Abschluss der Firmreise bildet die Pfarreiengemeinschaft Prüm mit zwei Gottesdiensten am 2. April. Insgesamt empfangen 240 Jugendliche im Dekanat das Sakrament der Firmung. (ia)

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Ein Jahr Ambulantes Therapie-Zentrum Nassau

Region/Bad Ems – Ein starkes Team bietet Physiotherapie, Logopädie und Ernährungsberatung. Mit einem deutlich erweiterten Team startet das Ambulante Therapiezentrum Nassau in seine zweite Saison. Vor gut einem Jahr eröffnete die Paracelsus Klinik Bad Ems das Angebot einer ambulanten Gesundheitsversorgung in Nassau im Neuzebachweg 2. In den großzügig und modern ausgestatteten Behandlungs- und Beratungsräumen bietet ein elfköpfiges Team unter der Leitung der Physiotherapeutin Danuta Schwientek aus den Bereichen Physiotherapie, Logopädie und Ernährungsberatung ein breit gefächertes Therapiespektrum an. „Mit dem ATZ Nassau werden wir unserem Auftrag, eine gute medizinische Versorgung für die Bevölkerung der Region anzubieten, gerecht. Die Verzahnung von präventiver, stationärer und ambulanter Versorgung hat bei Paracelsus Tradition“, betont Michael Krug, der die Paracelsus Klinik Bad Ems leitet.

Bobath-Therapie als weiterer Schwerpunkt

Deutlich gewachsen ist das Team der Physiotherapie: Mittlerweile arbeiten sieben Physiotherapeutinnen und -therapeuten im ATZ. Die Therapieangebote reichen von neurologischer Physiotherapie zum Beispiel für Parkinson- oder Schlaganfallpatienten über manuelle Therapie und Massagen zu Schmerzbehandlungen und Wärme- und Kälteanwendungen. Patienten, die nach Implantation eines künstlichen Gelenks weiterhin Physiotherapie benötigen, Menschen mit Rückenproblemen oder mit einer kranken Schulter profitieren unter anderem von den Angeboten der physiotherapeutischen Abteilung. Ein weiterer Schwerpunkt des therapeutischen Spektrums ist die Bobath-Therapie, ein Therapiekonzept, dass vor allen Dingen für Menschen nach Schlaganfall geeignet ist. Mit Danuta Schwientek ist eine erfahrene Bobath-Therapeutin im Team, künftig werden zwei weitere Kolleginnen die Bobath-Behandlung anbieten.

Logopädie und Ernährungsberatung personell neu besetzt

Auch die beiden Bereiche Logopädie und Ernährungsberatung sind personell neu besetzt: Mit Yvonne Bauch ist seit Februar eine Logopädin an Bord, die unter anderem spezialisiert ist auf die Behandlung von Schluckstörungen, die zum Beispiel bei neurologischen und neurodegenerativen Erkrankungen zu den häufigsten Symptomen gehören. Im ATZ Nassau bietet sie neben der Behandlung dieser auch „Dysphagie“ genannten Störung Sprech-, Sprachtherapie, Stimmtherapie und Myofunktionelle Therapie an. Und schließt damit eine Lücke in der Patientenversorgung: „Es gibt keine ausreichende Versorgung hier in der Region und die Patienten bzw. deren Angehörige sind sehr dankbar, dass sie jetzt im ATZ Nassau eine Behandlungsmöglichkeit gefunden haben.“

Die Ernährungsberaterin Isabel Rübsamen verstärkt das Team seit Anfang des Jahres. Sie bietet im ATZ Nassau individuelle Ernährungsberatungen an. Je nach Anliegen liegt dabei der Schwerpunkt auf der praxisnahen Beratung bei Nahrungsmittelunverträglichkeit, Übergewicht oder einer begleitenden Beratung bei Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Osteoporose oder Arthrose. Auch werdende Mütter profitieren von einer solchen Beratung, ebenso wie Menschen im Seniorenalter, die sich für eine gesundheitsfördernde Ernährung im Alter interessieren. Sowohl Isabel Rübsamen als auch Yvonne Bauch arbeiten auch an der Paracelsus Klinik Bad Ems und sind dort insbesondere für die Begleitung von Patienten auf der Station für Altersmedizin zuständig.

„Der besondere Vorteil für unsere Patienten hier im Zentrum ist unser breit aufgestelltes Behandlungsteam. Nicht nur innerhalb der Physiotherapie bieten wir ganz unterschiedliche Therapien an, sondern mit Logopädin und Ernährungsberaterin arbeiten wir bei vielen Patienten fachübergreifend zusammen. So können wir unsere Patienten umfassend und wirklich ganzheitlich behandeln“, erklärt Zentrums-Leiterin Danuta Schwientek.