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Erste Jungstörche der Eifel erhalten Markierungen für weitere Erkenntnisse über die noch junge Population

Thür/Mayen-Koblenz – Ringe für Storchen-Nachwuchs in den Thürer Wiesen – Auch hier ein Symbol der Verbundenheit: Die ersten Eifeler Jungstörche sind am Mittwoch in den Thürer Wiesen beringt worden. Mit den auf den Ringen vermerkten Codes können die Tiere nun überall auf der Welt ihrem Heimatort zugeordnet werden. Die Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz erhofft sich über dieses bei Wildvögeln gängige Verfahren nähere Erkenntnisse über die noch junge Storchen-Population in den Thürer Wiesen. Es handelt sich bei den drei Jungtieren um die ersten in der Eifel erfolgreich ausgebrüteten und großgezogenen Weißstörche. Um die Tiere künftig zu identifizieren, müssen sie regelmäßig gesichtet und gemeldet werden. „Oft kehren die Tiere aus ihrem Winterquartier an den Heimatort zurück, und das wünschen wir uns natürlich für die hier geborenen Störche auch“, erläutert Diplom-Biologe Jörg Hilgers. Die Küken waren vor rund sechs Wochen auf der 2016 in den Thürer Wiesen durch die Biotopbetreuung installierten Storchenplattform geschlüpft und werden seitdem von ihren Storcheneltern unermüdlich mit Futter versorgt. Die Beringung kann bei den Tieren bis zu einem Alter von sieben Wochen vorgenommen werden und fügt den Tieren keinen Schaden zu.

Per Hubsteiger hinauf ans Storchennest

Um die Störche zu markieren, ließ sich Martina Kohls mit dem Hubsteiger an die Plattform transportieren. Die Storchenexpertin ist ehrenamtlich für die Vogelwarte Radolfzell tätig und markiert im nördlichen Rheinland-Pfalz jährlich über 30 Jungstörche. Während die Storcheneltern zur Futtersuche unterwegs waren, befestigte Martina Kohls nach einem kurzen Gesundheits-Check mit geübten Handgriffen schnell und vorsichtig die Carbon-Ringe an den drei Storchenbeinen. „Die Tiere fühlen sich durch die Beringung nicht beeinträchtigt. Um die Ringe anzulegen, nutzen wir den in diesem Alter noch vorhandenen Totstellreflex der Tiere aus. Auch die Eltern lassen sich später von etwaigen Fremdgerüchen nicht in der weiteren Aufzucht stören“, so die Expertin.

Der diesjährige Bruterfolg im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen ist das erfreuliche Ergebnis einer langjährigen naturschutzfachlichen Aufwertung des Gebiets als artenreiches Feuchtbiotop. „Wir haben hier ein Mosaik aus weitläufigen und dauerhaft offenen Grün- und Feuchtflächen geschaffen, das von zahlreichen Vogelarten, darunter auch viele seltene, als Brut- und Rastge-biet genutzt wird. Die Weißstörche haben unsere Plattform in den vergangenen Jahren regelmäßig für Brutversuche genutzt. Deshalb freuen wir uns jetzt auch ganz besonders über diesen geglückten Nachwuchs. Es handelt sich immerhin um die ersten bekannten Eifelstörche“, freut sich Tanja Stromberg, Geschäftsstellenleiterin der kreiseigenen Stiftung für Natur und Umwelt.

Neben ihren Ringen für die Wiedererkennung sowie der erhofften Treue zu ihrem Heimatort benötigen die drei Eifler Störche vor allem viel Glück für ihren weiteren Weg, weiß Martina Kohls: „Ab jetzt müssen wir den Kleinen die Daumen drücken. Nur etwa 20 Prozent der Störche überleben das erste Jahr, größtes Risiko ist der erste Zug ins Winterquartier. Die noch flugunerfahrenen Störche verkennen leider häufig die Gefahr von Stromleitungen oder sterben an Erschöpfung.“

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Große Bühne – Sportler* innenehrung 2024 in Aachen

Aachen – Große Bühne für Aachener Sportler*innen: Auch 2024 hatten die Stadt Aachen und der Stadtsportbund Aachen gemeinsam ins Aachener Rathaus eingeladen, um Aachens Beste bei der Sportler*innenehrung auszuzeichnen. 35 Preise wurden an Einzelpersonen, Zweierteams und Mannschaften vergeben – für Höchstleistungen im Jugend- und Junior*innenbereich, beim Senior*innensport, in der so genannten Hauptklasse oder für ehrenamtliches Engagement im Verein.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die die Preise gemeinsam mit Björn Jansen, dem Vorsitzenden des Stadtsportbundes, überreichte, betonte: „Alle, die hier und heute eine Auszeichnung erhalten, stehen verdient im Rampenlicht des Krönungssaals. Sie werden ausgezeichnet für außerordentliche sportliche Leistungen.“ Die Oberbürgermeisterin sagte weiter: „Einige von Ihnen erhalten die Ehrung auch für ihr ehrenamtliches Engagement. Das zeigt, dass Sport im Verein mehr ist als körperliche Ertüchtigung und Wettkampf. Freude am Sport verbindet Menschen unterschiedlichster Kulturen und sozialer Hintergründe und unterstützt so Integration und Bildung.“

Der Vorsitzende des Stadtsportbundes, Björn Jansen, lobte die sportlichen Erfolge und ebenfalls den freiwilligen Einsatz, ohne den die Vereine nicht existieren könnten: „Die herausragenden Leistungen der Geehrten zeigen deutlich, dass die Stadt Aachen sich definitiv Sportstadt nennen darf. Meine besondere Hochachtung gebührt aber auch den ehrenamtlich Engagierten der Sportvereine. Mit der Auszeichnung ‚Langjähriges Engagement im Sportverein‘ des Stadtsportbundes erhalten sie die verdiente Anerkennung für ihren unermüdlichen Einsatz.“

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Wirtschaft

Lara Kufferath wird CEO der Dürener GKD Group

Düren – Generationenwechsel – Zum 1. Juli übernimmt Lara Kufferath die Position als Chief Executive Officer (CEO) der GKD Group. Sie leitet das Familienunternehmen in vierter Generation und setzt den Transformationskurs des Weltmarktführers für Lösungen aus Metallgewebe und Kunststoffgewebe mit großen Ambitionen fort.

Mit dem Wechsel an der Unternehmensspitze übernimmt die vierte Familiengeneration das Ruder der GKD Group. Lara Kufferath tritt die Nachfolge ihres Vaters Dr. Stephan Kufferath und ihres Onkels Ingo Kufferath an, die das Unternehmen seit 1983 geprägt haben. Ab Juli leitet sie als erste CEO in der Geschichte der GKD Group die Geschicke des Unternehmens in einer hybriden Geschäftsführung, gemeinsam mit Dr. Daniel Holstein (CTOO) und Ilonka von Bodman (CFO).

Lara Kufferath ist bereits seit 2021 Mitglied des Vorstands und verantwortete zuletzt digitale Transformations- und Innovationsprozesse des Unternehmens. Unter ihrer Führung wird die GKD Group weiterhin einen starken Fokus auf die Themen Digitalisierung, Internationalisierung und Nachhaltigkeit legen. Gleichzeitig möchte Lara Kufferath den weltweiten Umsatz der Group bis 2027 verdoppeln.

Lara Kufferath: „Ich freue mich darauf, die unternehmerische Geschichte meiner Familie weiterzuführen und die GKD Group in eine nachhaltige und starke Zukunft zu führen. Als inhabergeführtes Familienunternehmen ist es seit jeher unser Anspruch, weitsichtig zu agieren. Wir wollen mit innovativen Produkten und durch verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln dazu beitragen, dass unsere Welt gesünder, sauberer und sicherer wird.“

Lara Kufferath ist dem Familienunternehmen und der Drahtweberei seit frühester Kindheit eng verbunden. Der Wunsch am Fortbestand und der Weiterentwicklung des Unternehmens mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen, entstand jedoch erst im Laufe ihrer Karriere außerhalb der Firma. Lara Kufferath legte an der European Business School in Oestrich Winkel den Master ab und sammelte Auslandserfahrungen in Kopenhagen und New York. Ihre erste Anstellung führte sie zum Agrarkonzern AGCO. Danach war sie einige Jahre bei der Schweizer Unternehmensberatung Helbing Business Advisors tätig. 2019 trat sie als Head of Corporate Development ins Familienunternehmen ein.

Mit dem Amtsantritt von Lara Kufferath ist der Generationenwechsel im Vorstand von GKD abgeschlossen. Zum neuen Vorstandsteam gehören außerdem Ilonka von Bodman (51) und Dr. Daniel Holstein (55). Ilonka von Bodman hat als Chief Financial Officer (CFO) mit weitreichender internationaler Managementerfahrung im März dieses Jahres in Düren begonnen. Vor ihr hat bereits Dr. Daniel Holstein, der zuvor bei Thyssenkrupp und Hörmann Automotive tätig war, die Leitung des Ressorts Technik und Produktion als Chief Technical & Operations Officer (CTOO) übernommen. Damit gehört das Familienunternehmen, das 2025 das erste Jahrhundert seines Bestehens feiert, zu den wenigen seiner Art in Deutschland mit einem mehrheitlich weiblichen Vorstand.

Dr. Stephan Kufferath: „Ich wünsche Lara natürlich viel Glück und Erfolg. Ich weiß, dass die Zukunft unseres Unternehmens bei ihr in den besten Händen ist. Sie hat die volle Unterstützung der Familie, und wir werden ihr auch in Zukunft im Aufsichtsrat beiseite stehen.“
Dr. Stephan Kufferath, der die GKD Group in Doppelspitze gemeinsam mit seinem Bruder Ingo seit den 1980er Jahren geleitet hat, wird im Juli in den Aufsichtsrat wechseln. Stephan und Ingo Kufferath haben aus einem kleinen, regionalen Industriebetrieb im nordrhein-westfälischen Düren ein international tätiges Unternehmen mit Standorten in Deutschland, USA, Chile, Südafrika, Indien und China geformt. Unter ihrer Leitung wurde GKD zum Weltmarktführer in zahlreichen Anwendungsfeldern für Filter und technische Gewebe. Außerdem führten sie Metallgewebe ab den 1990er Jahren erfolgreich als neues Gestaltungsmaterial in der Architektur ein.

 

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Wirtschaft

Abiomed erweitert Standort in Aachen – Großinvestition von über 100 Millionen Euro

Aachen – Ausbau der Produktion schafft 400 neue Arbeitsplätze in Aachen – Das Medizintechnik-Unternehmen Abiomed investiert gemeinsam mit dem Mutterkonzern Johnson & Johnson (J&J) über 100 Millionen Euro in die Erweiterung des Standorts der Europazentrale in Aachen. Der Neubau verdreifacht die Produktionskapazitäten des Unternehmens und schafft 400 neue Arbeitsplätze.

(Von links nach rechts):
Joaquin Duato (Chairman & Global CEO bei Johnson&Johnson), Jean-Pierre Stoelinga (Impella®-Patient), Dr. Thorsten Sieß (Entwickler der Impella® Technologie & CTO bei Abiomed), Annika Fohn (MdL), Astrid Vogelheim (MdL), Sybille Keupen (Oberbürgermeisterin von Aachen), Dirk Michels (Geschäftsführer von Abiomed Europe).

Die Grundsteinlegung für das neue Gebäude, das bis 2027 fertiggestellt werden soll, wurde am Mittwoch, 26. Juni im Beisein von Joaquin Duato, Global CEO von J&J, der Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen sowie weiteren Repräsentant:innen aus Politik und Stadtgesellschaft gemeinsam mit den Mitarbeitenden gefeiert.

Das Herz von Abiomed schlägt in und für Aachen – heute und in Zukunft

„Aachen ist der Geburtsort der Herzerholung als neuartiger Therapieform. Hier wurde Abiomeds einzigartiges Produkt, die Impella® Herzpumpe, erfunden und hier wird sie bis heute produziert“, erklärt Dr. Thorsten Sieß, Entwickler der Impella® Technologie und CTO bei Abiomed. „Von Aachen aus findet die Impella® Herzpumpe seit über 25 Jahren ihren Weg in die ganze Welt. Da das auch in Zukunft so bleiben soll, haben wir uns bewusst, und gegen den Trend vieler anderer Unternehmen, dafür entschieden, unsere Präsenz und Produktion am Standort auszubauen. Gemeinsam mit unserem Mutterkonzern Johnson & Johnson möchten wir hier weiter wachsen, um mit unseren Produkten so viele kranke Herzen wie möglich zu heilen und die Herzerholung zum globalen Gesundheitsstandard zu machen“, betont Dirk Michels, Geschäftsführer Abiomed Europe.

Abiomed investiert am Standort Aachen über 100 Millionen Euro in Köpfe und Steine

Gemeinsam mit dem Mutterkonzern Johnson & Johnson investiert Abiomed über 100 Millionen Euro in den Standort Aachen. Einer der größten Teilpunkte ist dabei der Erweiterungsbau am Neuenhofer Weg. Das neue Gebäude vervielfacht die bestehenden Produktions- und Laborkapazitäten des Unternehmens und soll 2027 fertiggestellt sein. Zusätzlich werden bis 2027 400 neue Arbeitsplätze mit dem Schwerpunkt „Produktion & Engineering“ in Aachen geschaffen. Zwei entscheidende Bausteine in der Wachstumsstrategie von Abiomed, nachdem im April bereits das neue Logistikzentrum in Würselen, vor den Toren Aachens, eröffnet wurde. Ganz nach dem Motto „Better together!“ möchten das Aachener Unternehmen und J&J am Standort Innovationen fördern und einen positiven Beitrag zur Entwicklung der Region sowie zur Gesundheitswirtschaft in Deutschland leisten. „Wir freuen uns sehr, dass Joaquin Duato, Global CEO von J&J, heute hergekommen ist, um diesen besonderen Moment mit uns zu feiern“, sagt Dirk Michels. „Sein Besuch verdeutlicht, welches Potenzial er und J&J in Abiomed erkennen. Zudem ist es ein deutliches Bekenntnis zum Standort Aachen.” An der Grundsteinlegung nahmen zudem Politiker:innen, unter anderem Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, sowie Vertreter:innen der Stadtgesellschaft teil.

Nachhaltigkeit liegt Abiomed am Herzen

Als aktiver Corporate Citizen von Aachen nimmt Abiomed die eigene Verantwortung für Umwelt und Community sehr ernst und achtet darauf, bei allem Wachstum stets auch einen Beitrag zu leisten, um die Stadt lebenswerter und attraktiver zu gestalten. Diese Verpflichtung ergibt sich ganz natürlich aus dem Selbstverständnis von Abiomed, denn als Hersteller der kleinsten Herzpumpe der Welt ist es der Anspruch des Unternehmens, das Leben, die Menschen und die Umwelt im Blick zu haben. Die nachhaltige Umsetzung der Wachstumspläne hat deshalb höchste Priorität.

Um für die Mitarbeitenden weiterhin eine gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV und dem Rad zu gewährleisten, hat sich Abiomed bewusst entschieden, die Produktion und Verwaltung nicht an den Stadtrand oder auf die „Grüne Wiese“ zu verlagern. Die umweltschonende Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes wird außerdem durch Mobilitätsleistungen wie das JobRad und die Förderung des das Deutschlandtickets unterstützt. Darüber hinaus verfügt Abiomed über eine umfangreiche Infrastruktur für E-Mobilität auf dem Firmengelände (mehr als 50 Ladestationen für Elektroautos sowie Ladestationen für E-Bikes). Bei der Gebäudeerweiterung am Neuenhofer Weg werden außerdem keine zusätzlichen Flächen versiegelt und bei der Energieversorgung wird auf die klimaschonende Geothermie und auf Wärmepumpen gesetzt – das spart Energie beim Heizen und senkt die Emissionen. Mit der auf dem Dach installierten PV-Anlage nutzt Abiomed zusätzlich das Potenzial der Lichtenergie zur Stromerzeugung und die weiteren Dachflächen werden mit Pflanzen begrünt, um Lebensraum für Insekten und Vögel zu bieten.
Als Kompensation für die unvermeidlichen Emissionen bei den Baumaßnahmen zahlt Abiomed übrigens in Aachens „Baumpflegekasse“ ein. Damit unterstützt das Unternehmen gemeinsam mit der Stadt Umweltschutzprojekte und leistet einen Beitrag zur Erhaltung und Anreicherung von Grünflächen im Stadtgebiet Aachen. Außerdem ist Abiomed Teil des Klima-Stadtvertrags und engagiert sich im Rahmen von Social Days im unmittelbaren Umfeld des Standorts, insbesondere im nahegelegenen Vaalserquartier.

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News

CHIO Aachen 2024 – „Info-Stewards“ als Ansprechpartner an Trainingsplätzen

Aachen – Beim Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, treffen sich traditionell die besten Pferde und Reiter der Welt. Um den Sport noch transparenter zu machen, werden an den Trainingsplätzen auch in diesem Jahr wieder „Info-Stewards“ als Ansprechpartner für die Zuschauer zur Verfügung stehen.

Der ausrichtende Aachen-Laurensberger Rennverein e.V. (ALRV) bietet diesen Service bereits seit mehreren Jahren gemeinsam mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) an. Das Ziel: Mehr Transparenz. „Wir möchten bestmöglich rund um den Sport informieren“, erläutert ALRV-Vorstandsmitglied und CHIO Aachen-Sportchefin Birgit Rosenberg.

Die Info-Stewards stehen den Zuschauern als Vermittler zwischen dem Sport und der Öffentlichkeit sowohl an den Dressur- als auch den Spring-Trainingsplätzen zur Verfügung. „Sie sollen mit den Zuschauern ins Gespräch kommen und bei Bedarf erklären, was auf den Plätzen passiert“, sagt FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach. Zudem sollen durch die Info-Stewards, die mit Leibchen gekennzeichnet sind, auch die offiziellen Stewards des Internationalen Verbandes FEI entlastet werden. Der Fokus richtet sich darauf, die Verbindung herzustellen zwischen Richtern, Stewards, Reitern und Trainern auf der einen Seite und den Zuschauern auf der anderen Seite. Diese kommen in der der Regel zwar relativ nahe ran ans Geschehen, können aber niemand ansprechen oder mit den Akteuren ins Gespräch kommen. Wenn dort Fragen aufkommen, stehen die „Info-Stewards“ zur Verfügung.

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Tourismus

Vom Kirchturmdenken zur nationalen Tourismusmarke Ahrtal

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Zweiter Tourismustag im Ahrtal im Oktober soll Impulse geben – Der zweite Tourismustag im Ahrtal wirft seine Schatten voraus: Im Rahmen des Show-Events Klangwelle trifft sich die Tourismusbranche aus dem Ahrtal am Sonntag, 13. Oktober, zu einer Tagung im Kurpark Bad Neuenahr-Ahrweiler. Unter dem Motto „Vom Kirchturmdenken zur nationalen Tourismusmarke Ahrtal“ hat der Ahrtal-Tourismus Touristik-Profis aus ganz Deutschland ins Ahrtal eingeladen, um ihre Erfahrungen und Expertisen vorzustellen.

Geschäftsführer Andreas Lambeck erläutert: „Das Ahrtal ist nicht nur eine Top-Destination, sondern hat auch die besten Voraussetzungen, eine nationale Tourismusmarke zu werden. Um dies zu erreichen, müssen wir das Ahrtal ganzheitlich denken und vermarkten und an Stellschrauben wie der Online-Buchbarkeit sowie der nationalen Aufmerksamkeit arbeiten.“ Daher umfasse der Einladungskreis auch nicht nur Vertreter aus Hotellerie, Gastronomie und Weinwirtschaft, sondern auch die Kommunalpolitik, die Gesundheitswirtschaft und viele weitere Kooperationspartner. „Das Ahrtal kann nur gemeinsam seine Ziele erreichen“, so Lambeck. Vorstandsmitglied Guido Mombauer von der Kreissparkasse Ahrweiler ergänzt: „Wir haben die Durchführung des Tourismustages als Kreissparkasse gerne unterstützt. Denn wir sehen das große Potential, mit dem der Tourismus unsere heimische Wirtschaft im Ahrtal weiter nach vorne bringen kann. Es gilt jetzt, zusammen weitere  Weichen dafür zu stellen.“

Zum Auftakt des Tourismustages spricht Thomas Bösl von der RT/Raiffeisen Touristik Group über das Thema „Aufbruch zur nationalen, touristischen Präsenz des Ahrtals – 4.000 Reisebüros starten strategische Partnerschaft mit dem Ahrtal“. Über „Mehr Sichtbarkeit des Ahrtals durch digitale Buchbarkeit“ referiert Magdalena Lexa, Geschäftsführerin von OBS (Online Buchungs-Service). Als dritter im Bunde beleuchtet Dr. Michael Braun, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Ostbayern e.V., das Thema „Vom Kirchturmdenken zur nationalen Tourismusmarke Ahrtal“. Bei einem anschließenden Talk spricht Frank Gerstenberg, der Leiter des Klimabüros Focus Earth, mit Wolfgang Bosbach, ehemaliges Mitglied des Bundestags, über Politik in Krisenzeiten und die Chancen des Ahrtals als Gesundheitsregion für 20 Millionen Verbraucher. „Wir freuen uns sehr, dass wir so erfahrende Kenner der Tourismusbranche für den Tourismustag gewinnen konnten und werden sicherlich viele Impulse für unsere Arbeit im Ahrtal erhalten“, so Lambeck.

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Politik

Stadt Mechernich schließt das Jahr 2023 voraussichtlich mit einem Plus von 2,8 Millionen Euro ab

Mechernich – Vor allem die Gewerbesteuereinnahmen haben für das überraschend positive Ergebnis gesorgt – Ausgleichsrücklage steigt auf über 20 Millionen – Unentwegt fließt Wasser aus dem Edelstahl-Brunnen vor dem Mechernicher Rathaus. In diesen Tagen ein durchaus passendes Sinnbild für die sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen der Stadt. Denn während der Brunnen draußen sprudelt, freuen sich Stefan Mannz und Ralf Claßen drinnen, dass reichlich Gewerbesteuern ins Stadtsäckel geflossen sind. Dadurch hat sich der Jahresabschluss 2023 noch ins Positive gedreht.

„Ursprünglich hatten wir im Haushalt mit einem Minus von rund 450.000 Euro gerechnet, jetzt können wir einen deutlichen Überschuss verzeichnen“, sagte Kämmerer Ralf Claßen, während er dem Rat für den Jahresabschluss 2023 nun ein Plus von 2,8 Millionen Euro präsentierte – auch wenn dieser Betrag noch durch die Wirtschaftsprüfer bestätigt werden muss.

Für den Kämmerer und seinen Teamleiter Finanzen, Stefan Mannz, steht aber schon jetzt fest: „Der positive Jahresabschluss stellt eine sehr erfreuliche Entwicklung dar.“ Denn es ist der neunte positive Abschluss in Folge. „Es wird die nächsten Jahre aber nicht einfacher, wahrscheinlich eher schwieriger“, muss Ralf Claßen derweil eingestehen.

Geringere Energiekosten als gedacht

Denn die Gewerbesteuereinnahmen waren auch deshalb so hoch, weil Nachzahlungen aus guten Jahren geflossen sind. „Jetzt fangen allerdings erst die Abrechnungen aus den Corona-Jahren an“, betonte Ralf Claßen, der für die nächsten Jahr als vorsichtiger Kaufmann mit geringeren Beträgen rechnet. Gut, dass mit der gestiegenen Ausgleichsrücklage der Notgroschen der Stadt erst einmal gut gefüllt ist. Denn diese steigt nach einigen Wertberichtigungen, die Stefan Mannz und sein Team aus rechtlichen Gründen vornehmen müssen, auf ganze 20,3 Millionen Euro.

Dass das so ist, ist nicht alleine auf die Gewerbesteuereinnahmen zurückzuführen. Dazu beigetragen haben auch erhebliche Einsparungen bei Energiekosten von etwa 1,7 Millionen Euro. „Die hatten wir aufgrund des Ukraine-Krieges deutlich zu hoch veranschlagt“, erklärt Stefan Mannz. Weitere Positivfaktoren für das Haushalts-Plus waren zudem gestiegene Verwaltungsgebühren wie zum Beispiel für Baugenehmigungen oder im Einwohnermeldeamt. Auch bei den Personal- und Versorgungsaufwendungen konnten Einsparungen erzielt werden.

Und obwohl die Zahlen sehr erfreulich sind, sieht Ralf Claßen keinen Anlass zu übermäßigem Jubel. „Auf neun Jahre Überschüsse in Folge können wir alle zusammen zwar sehr stolz sein, aber wir haben jetzt auch schwierige Jahre vor uns“, so der Mechernicher Kämmerer.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick schloss sich in der Ratssitzung dem Appell des Kämmerers an. Er verwies auf die hohe Verschuldung der Stadt. Insbesondere in den Ausbau der Kindergarten- und Schullandschaft sei in den vergangenen Jahren sehr viel Geld investiert worden. Dieser Weg werde mit dem Neubau der Grundschule Firmenich fortgesetzt. „Dies sind unbestreitbar wichtige und dringend erforderliche Investitionen“, sagte Dr. Hans-Peter Schick: „Bei anderen Baumaßnahmen wird man in Zukunft jedoch priorisieren müssen, da die Zinsaufwendungen und Abschreibungen den Haushaltsausgleich zukünftig erschweren werden.“

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25 Jahre Partnerschaft mit NetAachen – Den CHIO Aachen gemeinsam erlebbarer machen

Aachen – Seit einem Vierteljahrhundert steht NetAachen dem CHIO Aachen als Dienstleister für Informations- und Kommunikationstechnologie sowie als Sponsor zur Seite. Die Arbeit hat sich mit der Digitalisierung enorm weiterentwickelt, die Grundwerte aber haben sich in all den Jahren nicht geändert: Als regionales Unternehmen setzt sich NetAachen damals wie heute für ein besseres Nutzererlebnis ein.

Über die Entwicklung seit 1999, die Bedeutung der charakteristischen NetAachen Tribüne und die persönliche Beziehung zum Weltfest des Pferdesports, CHIO Aachen, haben wir mit Geschäftsführer Andreas Schneider gesprochen.

Herr Schneider, was verbinden Sie mit dem CHIO Aachen?

Andreas Schneider: Kontakt mit ganz vielen Menschen. Es ist jedes Jahr eine Mischung aus einem Wiedersehen, weil eine Menge Menschen dem CHIO Aachen ja schon sehr lange verbunden sind, und dem Kennenlernen neuer Menschen – und das in vielen verschiedenen Bereichen. Alle haben Lust da zu sein und man blickt nur in gut gelaunte Gesichter. Der CHIO Aachen ist einfach ein Treffpunkt.

Wenn man als Zuschauer am Richterturm vorbei ins Hauptstadion geht, sieht man direkt die charakteristische NetAachen Tribüne…

Schneider: … die schönste Sporttribüne der Welt! Darauf sind wir wirklich stolz. Wir sind ja immer noch ein überschaubares Unternehmen und dann bei so einem Weltevent eine eigene Tribüne zu haben, ist schon etwas Besonderes. Sie ist in der Tat extrem charakteristisch und bringt darüber hinaus die Nationen zusammen, denn die Flaggen der teilnehmenden Länder hängen ja auch an unserer Tribüne.

Die Internationalität des Turniers haben Sie gerade angesprochen, aber auch der regionale Bezug ist mit Partnern wie NetAachen beim CHIO Aachen immer gegeben. Was macht für Sie als Sponsor den Reiz aus?

Schneider: Wir finden uns hier natürlich zunächst einmal in der Dienstleistung wieder. Aber wir präsentieren mit dem NetAachen-Preis auch eine Prüfung für die Jugend – und zwar ganz bewusst. Wenn wir uns mit digitaler Infrastruktur beschäftigen, sprechen wir gleichzeitig immer über die Zukunft. Und da die Jugend als Sinnbild für die Zukunft gilt, liegt sie uns natürlich besonders am Herzen. Wir wollen, dass das Turnier ewig weiter besteht, und dafür braucht es eine Basis, die für künftige Generationen nachwächst.

Lassen Sie uns auch einen Blick in die Vergangenheit werfen, zum Beginn der Partnerschaft zwischen NetAachen und dem CHIO Aachen. Wie haben Sie damals gearbeitet und was hat sich seitdem verändert?

Schneider: Im Jahr 2000 haben wir die technischen Dienstleistungen übernommen und das gesamte Gelände neu verkabelt. Da sah alles noch ganz anders aus, mit anderen Gebäuden und anderer Infrastruktur. Während des Turniers haben wir dann vor allem den Ergebnisdienst im Richterturm gemacht. Wir wollten so früh wie möglich digital werden mit dem CHIO Aachen und haben deshalb schon sehr früh Live-Ergebnisse ins Internet gebracht. Damals saß man an einem Rechner und tippte händisch die Ergebnisse ein, damit sie im selben Moment im World Wide Web zu finden waren. 2001 gab es dann den ersten Livestream. Der hatte etwa Zigarettenschachtelgröße, war auch noch ein bisschen abgehackt, aber man konnte überall auf der Welt unabhängig von einer TV-Übertragung live den CHIO Aachen verfolgen. Was heute absolut selbstverständlich ist, war damals für den Reitsport wirklich noch außergewöhnlich.

Wie blicken Sie in die Zukunft?

Schneider: Die Partnerschaft von NetAachen und dem CHIO Aachen war immer eine, die sich gegenseitig befruchtet hat. Immer wieder zu diskutieren, was möglich ist, und sich auch wechselseitig herauszufordern – das prägt die Zusammenarbeit schon 25 Jahre lang. Und ich gehe davon aus, dass sie auch in der Zukunft immer wieder zu Verbesserungen führen wird. Denn das hat uns immer angetrieben: Das Event für die Besucher und die Sportler, aber auch für den Fan, der nicht hierhin kommen kann, erlebbarer zu machen.

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Wirtschaft

VR Bank RheinAhrEifel erneut als „Top Fördermittelbank“ von der DZ Bank ausgezeichnet

Region/Mayen/Koblenz – Die VR Bank RheinAhrEifel wurde von der DZ Bank erneut mit dem Titel zur „Top Fördermittelbank“ für das Jahr 2023 ausgezeichnet. Dieser renommierte  Award würdigt die herausragende Beratungsqualität und die umfassende Kompetenz der Beraterinnen und Berater der Bank zu öffentlichen Fördermitteln.

Die langjährige Praxis, jeden Kunden auf die Möglichkeiten zinsgünstiger öffentlicher Kredite und Zuschüsse hinzuweisen und diese aktiv in maßgeschneiderte Finanzierungslösungen zu integrieren, hat sich bewährt. Dabei kann die Genossenschaftsbank auf eine breite Palette von Programmen des Bundes und der Länder zurückgreifen und so für jeden Kunden die optimalen Fördermittel auswählen.

Die Einsatzmöglichkeiten dieser Fördermittel sind äußerst vielfältig: Sie umfassen Programme für den privaten Wohnungsbau, die Existenzgründung, Investitionen von Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben sowie Projekte im Bereich Innovation und Digitalisierung. Aus diesem umfangreichen Angebot schöpfen die Beraterinnen und Berater der VR Bank RheinAhrEifel ihre kreativen Ideen zur optimalen Förderung und Finanzierung ihrer Kunden. Mit dem gezielten Einsatz öffentlicher Fördergelder leistet die Bank seit vielen Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der Region sowie zum aktiven Klima- und Umweltschutz.

Stellvertretend überreichte Lisa Maria Kaulen, Betreuerin Fördermittel der DZ BANK AG, die Urkunde an Sascha Monschauer (Vorstandsvorsitzender), Thomas Klassmann (Direktor Regionalmarkt Eifel), Marcus Krampen (Teamleiter Firmenkunden Regionalmarkt KoblenzMittelrheinMosel) und Thomas Kloft (Bereichsleiter Bauen und Wohnen) der VR Bank RheinAhrEifel.

„Unser Ziel ist es, das Potenzial von Fördermitteln bei den Investitionen unserer Kundinnen und Kunden bestmöglich zu nutzen. Durch die Nutzung zinsgünstiger Darlehen und Zuschüsse können unsere Kunden ihre Projekte erfolgreich realisieren, was wiederum zu einer gesteigerten Wertschöpfung in unserer Region führt. Davon profitieren nicht nur unsere Kunden, sondern auch ihre Mitarbeiter und Lieferanten,“ erklärte Thomas Klassmann.

Der von der DZ Bank vergebene Preis wird in jedem Bundesland an die engagiertesten Volksbanken-Raiffeisenbanken vergeben und würdigt die Institute, die ihre Kunden in besonderem Umfang mit zinsgünstigen Förderdarlehen versorgen.

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Politik

Einladung an die Welt in das Rheinische Revier zu kommen

Region/Düsseldorf – Internationale Bau- und Technologieausstellung 2025 bis 2035 – Das Landeskabinett von Nordrhein-Westfalen hat am 25. Juni 2024 beschlossen, die Internationale Bau- und Technologieausstellung (IBTA) in den Jahren 2025 bis 2035 im Rheinischen Revier durchzuführen. Ziel ist es, den Strukturwandel im Rheinischen Revier in ein internationales Schaufenster zu stellen, um die Region zur Marke als klimaneutrale und nachhaltige Industrieregion zu entwickeln. Im ersten Schritt wird dazu eine landeseigene Gesellschaft gegründet werden, die den Prozess der Internationalen Bau- und Technologieausstellung führen soll. Des Weiteren hat die Landesregierung zehn Startprojekte für die IBTA beschlossen.

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen: „Das Rheinische Revier steht wie kaum eine andere Region in Nordrhein-Westfalen für Innovation und Fortschritt. Hier entsteht Zukunft. Das haben auch internationale Konzerne bemerkt und siedeln sich in der Region an. Wie der Techriese Microsoft und das internationale Hightech Unternehmen Quanta. Eine internationale Bau- und Technologieausstellung im Revier ist also nur logisch. Sie ist Katalysator für das Innovationsgeschehen und Schaufenster des Strukturwandelprozesses. Davon profitieren alle, denn so werden direkte und indirekte Effekte für Wertschöpfung und Beschäftigung in der Region und im ganzen Land erzeugt. Wir machen das, was das Rheinische Revier verdient: Wir geben dem Erstarken der Region eine Grundlage. Das Revier ist Zukunft und Heimat.“

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Internationale Bau- und Technologieausstellung ist eine Einladung an die Welt, ins Rheinische Revier zu kommen. Was wir mit der IBTA auf den Weg bringen, hat den Anspruch, jahrzehntelang zu wirken. Wir vernetzen die Potenziale der Region, um die Zukunft nachhaltig neu zu denken und zu erproben. Denn die IBTA ist keine reine Architekturausstellung. Sie ist vielmehr ein breit angelegtes Großprojekt und Labor der Wirtschafts-, Stadt- und Regionalentwicklung.“

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat zehn Startprojekte für die IBTA festgelegt. Das Verfahren zur Auswahl weiterer IBTA-Projekte wird nach der Gründung der Gesellschaft gesondert durch das Landeskabinett beraten. Alle umgesetzten Projekte müssen sowohl in der technischen als auch in der baulichen Ausstellung herausragende Beiträge für eine nachhaltige Entwicklung leisten. Damit baut die IBTA auf den Stärken der Region auf und zeichnet den Weg in eine nachhaltige Zukunft.

Die zehn Startprojekte der Internationalen Bau- und Technologieausstellung 2025 – 2035

  1. Von ausgeräumten Orten zur Heimat der Zukunft – new habitats

Zukunftsdorf Bürgewald im Rheinische Revier: Seitens der Stadt Merzenich besteht in dem von Funktionsverlusten und Abriss betroffenen Morschenich-Alt ein immenser Wille, das „Dorf neu zu denken“, wofür ein städtebaulicher Masterplan erstellt wird. Das Land Nordrhein-Westfalen sieht vor, den umfangreichen kommunalen Zwischenerwerb und die Entwicklung hin zu einem Ort der Zukunft mit Fördermitteln zu unterstützen.

  1. Von der „verbrauchten“ zur „produktiven“ Fläche – new area

Innovationsquartier Düren: Als Teil der Standortattraktivierung Dürens, werden im Rahmen der Errichtung des „Zukunftsquartiers“ Energie-, Mobilitäts- Bau-, Klimaschutz- und Digitalisierungskonzepte entwickelt und erprobt. In dem Quartier sollen verschiedene innovative Nutzungen aus den Bereichen Arbeit, Bildung und Forschung (Fokus auf CO2- freien Branchen) angesiedelt werden. Technologische Innovationen lassen sich hier (städte-)baulich hoch ambitioniert präsentieren.

Modellfabrik Papier: Im Innovationsquartier am Dürener Bahnhof entsteht die Modellfabrik Papier. 20 führende Unternehmen aus der Papierfertigung und Zuliefererindustrie sowie Forschende werden hier gemeinsam daran arbeiten, dass Papier künftig nachhaltiger und mit deutlich weniger Energieeinsatz produziert werden kann. Ziel ist es, bis 2045 rund 80 Prozent des Energiebedarfs in der Papierproduktion einzusparen. Die Modellfabrik zeigt somit an einem alltagsnahen Produkt, wie die Trans-formation einer energieintensiven Industrie gelingen kann.

  1. Vom fossil befeuerten Wirtschaften zur Twin-Transformation in neuen Arbeitswelten – new work

Frimmersdorf Nachnutzung Kraftwerk: Im Kontext der Nachnutzung des Zentralen Kraftwerksbau als Baudenkmal sollen in einem innovativen Verfahren unter anderem eine Nutzung von digital-affinem Gewerbe und Serverinfrastruktur für das Land sowie anderen Betreiberinnen und Betreiber in historischer Substanz etabliert werden. Mit einem innovativen Inhouse-Konzept soll die denkmalschützenswerte Halle einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Digitalpark am Kraftwerk Frimmersdorf: Der Rhein-Kreis Neuss und Rhein-Erft-Kreis haben im Sommer 2023 die Studie „Masterplan Digitalpark“ vorgelegt. Ein Digitalpark ist eine Gewerbefläche, die für Unternehmen der Digitalen Wirtschaft optimiert ist. Die Studie geht von zwei Digitalparks aus, die in Folge der Microsoft-Ansiedlung zusammen bis zu 5.000 Arbeitsplätze schaffen könnten. Der Rhein-Kreis Neuss beabsichtigt, einen Digitalpark am Kraftwerk Frimmersdorf zu realisieren.

  1. Vom Tagebau zu blau-grünen Landschaften – new landscapes

Empowerment Tagebauumfeld: Nirgendwo wird der Strukturwandel sichtbarer als im direkten Tagebauumfeld. Die Tagebauränder bedürfen einer besonderen räumlichen Entwicklung, die Grünzüge mit Wegesystemen, Touristische- und Naherholungselemente ebenso fokussiert wie Landmarken und städtebaulich gut umgesetzte Einzelmaßnahmen. Diese Umsetzung im Gesamtzusammenhang wird als aktives Vorhaben der Bürgerbeteiligung aufgesetzt. Präsentiert werden die Ergebnisse in einer Raumausstellung, die dem Revier um die noch nicht verfüllten Seen einen lebenswerten und erlebbaren Mittelpunkt gibt.

Blau-grünes Band: Rund um die Tagebaue entsteht eine blau-grüne Infrastruktur, die die Lebensqualität im Rheinischen Revier stärkt, die Qualität der Landschaft aufwertet und das Rheinische Revier mit einer erkennbaren landschaftlichen und touristischen Marke versieht. Die blau-grüne Infrastruktur eröffnet einen Rahmen, in dem sich der Biotopverbund entwickelt und ein qualitätsvoller Ort für die Bürgerschaft entsteht. Die Revierradroute unterstützt das Naturerlebnis ebenso wie die Wiederaneignung der Tagebaue etwa als Badesee.

Innovative und bewegungsaktivierende Sport- und Bürgerparks: Vielfältige und innovative Freizeit- und Breitensportangebote tragen durch den positiven Einfluss auf das soziale Miteinander, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zur ambitionierten räumlichen Entwicklung des Rheinischen Reviers als lebenswerte Region bei. Durch die Errichtung von fünf überregionalen bedeutsamen Sport- und Bürgerparks sowie zehn weiterer innovativer Sportflächen im Tagebauumfeld, die smarte und vernetzte Sportangebote sowie die Ausübung von Individualsport und Trendsportarten generationenübergreifend, barrierefrei und vereinsungebunden ermöglichen werden, wird die Lebensqualität in den am stärksten vom Strukturwandel betroffenen Gemeinden des Kernreviers spürbar gesteigert und die Attraktivität des Rheinischen Reviers als lebenswerte Region überregional gestärkt. Dabei stehen die sich bietenden Zukunftsmöglichkeiten des digitalen und technologischen Fortschritts sowie nachhaltige und ressourcenschonende Bauweisen im Mittelpunkt der jeweiligen Konzeptentwicklungen.

Badestrand Inden: Als Vision für den zukünftigen Umgang mit dem „Loch“, das der Tagebau in Inden zurücklassen wird, ist 2022 ein informeller „Rahmenplan Indesee 2.0“ (Schwerpunkte: Freizeit und Freiraum) unter Beteiligung der Anwohnerinnen und Anwohner erarbeitet und politisch beraten worden. Der See wird spätestens ab 2035 am Stadtstrand in Inden – für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Besucherinnen und Besucher erlebbar sein. Hier wird ein 3,5 Kilometer langer und ca. 500 m breiter Strand mit Freizeitinfrastrukturen geschaffen, der mit dem Füll-stand des Sees den Landschaftswandel sicht- und erlebbar macht. 

  1. Von den Zeugen der Vergangenheit zur Aussicht auf gelungene Klimawende – new public mindset

Dokumentationszentrum Garzweiler: In dem Dorf Holzweiler soll ein Dokumentationszentrum zur Archivierung, Dokumentation und zeitgemäßen Präsentation der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Kulturlandschaft entstehen. Das Zentrum soll in die Gestaltung der Freiraum- und Naherholungsstruktur „Grünes Band“ integriert werden und zunächst direkt an der Abbruchkante – und perspektivisch am See – stehen.

Manheimer Kirche und Bagger: Die Kirche in Kerpen ist das letzte noch stehende Gebäude in Manheim. Sie wird nach dem Ende des Tagebaus direkt am Hambacher See in der sogenannten Manheimer Bucht stehen. Sie ist ein Symbol für die Phase des Umbruchs und der gesellschaftlichen Neuverhandlung um den Braunkohleausstieg und damit auch wichtiger Ort der Identität im Rheinischen Revier. Ein großer Braunkohlebagger wird an dieser Stelle aus dem Tagebau herausfahren und soll als Erinnerung, Mahnmal und Landmarke im Umfeld der Kirche aufgestellt werden.

  1. Von fossilen Energieträgern zu Energiewendetechnologien – new energy

Brainergy Park Jülich und Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft (HC-H2): Im Technologie- und Gewerbepark Brainergy Park im Norden von Jülich werden 300 Forschende sowie eine Vielzahl von Unternehmen an Lösungen für die Energiewelt von Morgen arbeiten. Der starke Fokus auf Energiewendetechnologien ist hier überall präsent und schlägt sich unter anderem in einem nahezu CO2-freiem Wärmeversorgungssystem des gesamten Gewerbegebiets nieder. Zu den ansässigen Forschungseinrichtungen zählt auch das Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft. Besucherinnen und Besucher können sich im Rahmen der IBTA über das Wärmesystem der Zukunft informieren, die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff kennenlernen sowie die anregenden Arbeitswelten der im Brainergy Hub angesiedelten Start-ups erleben.

  1. Künstliche Intelligenz: Start-ups arbeiten mit Hochtechnologie – new intelligence

Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, nach der Erfindung der Dampfmaschine, Elektrizität, Computern und Internet die nächste Basistechnologie zu werden, das Wirtschaften fundamental zu ändern und den Wohlstand für viele Menschen zu erhöhen. Die notwendige Infrastruktur hierfür wird im Rheinischen Revier ein auf KI spezialisiertes Rechenzentrum. Hierfür fehlen in der Form in Deutschland und Europa bislang ausreichende Kapazität. Diese Infrastruktur verstärkt den Strukturwandelerfolg beispielsweise für die Digitalparks im Rhein-Kreis Neuss und Rhein-Erft-Kreis, für das AI-Village, das Blockchain Reallabor und das Entrepreneurship Center Rheinisches Revier (ECRR) in Hürth und das Center für digital vernetzte Produktion (CDVP) in Aachen. Das Rechenzentrum kann als Hochtechnologie-Plattform von Start-Ups genutzt werden und strahlt somit Innovationskraft in die Region und über die Region hinaus aus.

  1. Von der individuellen Medizin zu guter Gesundheit – new health

Medical Science City: Die Medical Science City soll zum Nukleus für die moderne Biomedizin werden, wo Unternehmen Therapien für die Medizin von morgen entwickeln. Eine alte Fabrikhalle wird zu einem modernen Biomedizinischen Zentrum umgebaut, dass sowohl Büro- und Laborflächen, als auch zertifizierte Reinraum-Produktionsanlagen zur Produktion erster Chargen von Biopharmazeutika für klinische Studien erlaubt. Nutzende sind Start-ups aus der Biomedizin, die neue Zell- und Gentherapien zum Beispiel gegen Krebs und andere genetische Krankheiten entwickeln. Die Medical Science City stärkt die Innovationskraft der Region durch die Schaffung eines Ortes, der alte Fabrikanlagen mit neuer Technologie, Kreativität und Talent verbindet. In einer Zukunftsbranche mit enormem Wachstumspotential wächst dadurch ein einzigartiges Kompetenznetzwerk mit umliegenden Unikliniken, medizinischer Diagnostik und Patientenorganisationen. Darüber hinaus wird eine wichtige Zukunftstechnologie für das Rheinische Revier erschlossen. 

  1. Bildungsangebote für die Transformation neu denken und zukunftsorientiert ausrichten – new learning

Zukunftswerkstatt Berufsbildungszentrum Euskirchen: Es soll ein innovatives Bildungszentrum für die ergänzende Aus- und Weiterbildung im produzierenden Gewerbe entstehen. Neue Bildungsschwerpunkte in Bereichen der ökologischen Transformation, kooperative Lehransätze sowie moderne Lehrwerkstätten für einen praxisnahen Umgang mit zukunftsrelevanten Technologien leisten wichtige Beiträge zur Fachkräftestärkung.

  1. CO2-frei ins Herz des Reviers – new mobility

Bis zur ersten Ausstellungseröffnung muss die IBTA von den großen Bahnhöfen in Köln, Düsseldorf, Neuss, Mönchengladbach und Aachen mit dem öffentlichen Personenverkehr in vertretbarer Zeit erreichbar sein. Da der Schienenpersonenverkehr erst Mitte bis Ende der dreißiger Jahre ausgebaut ist, ist dazu ein funktionierendes Mobilitätskonzept für die IBTA zu entwickeln und umzusetzen. Dabei könnte die Hochskalierung regionaler On-Demand-Projekte, wie zum Beispiel der Kraftraum-Shuttle eine Rolle spielen.