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Ein Abschied und ein Neubeginn in Ahrweiler

Ahrweiler – Wechsel an der Spitze des Katastrophenschutzes im Kreis –  Johannes Jung wird neuer stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspekteur. An der Spitze des Brand- und Katastrophenschutzes im Kreis Ahrweiler gibt es einen Wechsel: Marcus Mandt übergibt das Amt des stellvertretenden Brand- und Katastrophenschutzinspekteurs (BKI) an seinen Feuerwehrkollegen Johannes Jung. Nach der Hälfte der zehnjährigen Amtszeit scheidet Mandt auf eigenen Wunsch Ende Juni 2023 aus der Führungsposition aus.

Im feierlichen Rahmen bedankten und verabschiedeten Landrätin Cornelia Weigand, der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Michael Zimmermann, der stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Frank Linnarz, die Wehrleiter und Vertreter der Kommunen, Vertreter des THW, des DRK, der Rettungshundestaffel Ahrtal, der Polizei und der Bundeswehr Mandt im Kreishaus.

„In Ihren fünf Jahren als stellvertretender BKI haben Sie sich mit Ihren herausragenden Kompetenzen – sowohl fachlich als auch menschlich – hohe Anerkennung im kreisweiten Brand- und Katastrophenschutz, bei den Führungskräften, in den Verwaltungen und bei den Kreisgremien erworben. In dieser Zeit haben Sie viele herausfordernde Situationen gemeistert. Sie haben dem Kreis in seinen wohl bislang schwersten Stunden, Tagen, Wochen und Monaten nach der Flut mit herausragendem Engagement und großer Fachkompetenz zur Seite gestanden. Für diesen besonderen Einsatz danke ich Ihnen auch persönlich sehr herzlich“, betonte Weigand in ihrer Rede.

Mandt, der seit über 30 Jahren Angehöriger des Löschzugs Bad Neuenahr und seit 2014 Wehrleiter der Feuerwehr der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist, hatte den Katastrophenschutz im Kreis seit 2018 entscheidend mitgeprägt. Neben seiner stellvertretenden Position als BKI war er Leiter der Technischen Einsatzleitung – kurz TEL – und damit für eine der zentralen Führungsorganisationen im Landkreis verantwortlich.

Die neue Führungsposition im kreisweiten Brand- und Katastrophenschutz übernimmt Johannes Jung. Der 39-Jährige, der zuvor von den Wehrleitern des Kreises gewählt worden war, ist kein unbekanntes Gesicht in den Reihen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte und Katastrophenschützer. Neben seinem Amt als Wehrleiter der Löschgruppe Eckendorf der Grafschafter Feuerwehr konnte Jung bereits seit 2014 in der TEL Erfahrungen sammeln. Zusammen mit BKI Michael Zimmermann und seinem Stellvertreter Frank Linnarz wird Jung das Einsatzgeschehen bei großflächigen Lagen im Kreisgebiet oder bei komplexen Gefahrensituationen leiten und koordinieren.

„In Anbetracht der Nachwirkungen der Flut ist es sicher nicht selbstverständlich, sich für ein solch anspruchs- und verantwortungsvolles Amt zur Wahl zu stellen. Umso mehr danke ich Johannes Jung für seine Bereitschaft und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit“, sagte Weigand bei seiner Verpflichtung und wünschte Jung für seine neue Rolle im Ehrenamt „eine sichere Hand bei allen Entscheidungen“.

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Veränderte Mensch-Maschine-Schnittstelle im Auto bringt neue Problemfelder mit sich

Region/Stuttgart – Mit der zunehmenden Digitalisierung des Straßenverkehrs steht die Gesellschaft an der Schwelle der wohl größten Mobilitäts-Revolution seit der Erfindung des Automobils. Software und Elektronik übernehmen immer mehr Aufgaben und machen das Auto zur rollenden High-Tech-Maschine. Die Erwartungen an die technologische Entwicklung in Sachen Sicherheit sind enorm. Im gleichen Atemzug werden aber auch Bedenken mit Blick auf potenzielle neue Risiken geäußert. „Es ist wichtig, das gesamte Mobilitätssystem im Auge zu behalten, ebenso wie die wechselseitige Wirkungsdynamik. Die Rolle des Fahrers wird sich wandeln, und mit ihr das Gesamtsystem der Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug“, betonte Jann Fehlauer, Geschäftsführer der DEKRA Automobil GmbH, bei der Vorstellung des DEKRA Verkehrssicherheitsreports 2023 „Technik und Mensch“ in Berlin. Der 16. Report dieser Art beleuchtet zahlreiche Problemfelder aus Sicht der Unfallforschung, der Verkehrspsychologie, der Fahrzeugtechnik, der Infrastrukturgestaltung und der Gesetzgebung.

  • Potenzial zur Unfallvermeidung sollte noch besser genutzt werden
  • System-Komplexität muss in jeder Verkehrssituation beherrschbar bleiben
  • Moderne Bedienkonzepte dürfen nicht zu mehr Ablenkung führen

Abgelenkt, übermüdet, überfordert – die Liste der gängigen Ursachen von Verkehrsunfällen ließe sich beliebig fortsetzen. Oder stark komprimieren: Faktor Mensch. Nach polizeilichen Verkehrsunfallanzeigen der Polizei sind fast alle Verkehrsunfälle mit menschlichem (Fehl-)Verhalten erklärbar. Mängel in Sachen Infrastruktur oder gar Technik werden nur in den seltensten Fällen als ursächlich oder mitursächlich genannt. Die Übertragung möglichst aller Fahraufgaben auf die Fahrzeuge gilt daher für viele als das beste Mittel zur Unfallprävention. „Moderne Assistenzsysteme sind die Grundlage für die zunehmende Automatisierung des Straßenverkehrs und können viele Unfälle verhindern oder zumindest die Unfallfolgen minimieren. Gleichzeitig können automatisierte Fahrfunktionen auch neue Problemfelder mit sich bringen“, so Fehlauer.

In Sachen Unfallvermeidung ist mit Blick auf die „Vision Zero“, die viele Staaten der Welt bis zum Jahr 2050 verfolgen, – also das Ziel eines sicheren Straßenverkehrs, in dem es bei Unfällen möglichst keine Getöteten und Schwerverletzten mehr gibt – noch viel zu tun. Das zeigt allein schon ein Blick auf die Entwicklung in der EU. Wie Fehlauer ausführte, reduzierte sich hier zwar die Zahl der Verkehrstoten von 2001 bis 2020 um fast 63,5 Prozent von 51.400 auf 18.800. Allerdings stagnieren die Zahlen seit ungefähr 2012, der historische Tiefstand im Jahr 2020 lässt sich vor allem mit Einflüssen der Pandemie erklären. Seitdem steigen die Zahlen wieder an – auf 19.900 im Jahr 2021 und 22.600 im Jahr 2022. Der prozentuale Rückgang gegenüber 2001 schrumpft damit auf nur noch 56 Prozent. Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der jährlichen Verkehrstoten auf aktuell rund 1,3 Millionen.

„Game Changer“ für die Mobilität – aber sicher

Automatisierte Fahrsysteme sind nach Ansicht von Kristian Schmidt, Europäischer Koordinator für Straßenverkehrssicherheit, ein „Game Changer“. „Vernetztes und automatisiertes Fahren hat ein großes Potenzial, die Mobilität sicherer und zugänglicher zu machen“, schreibt Schmidt im DEKRA Verkehrssicherheitsreport. Aus seiner Sicht ergeben sich aber auch neue Herausforderungen – etwa mit Blick auf Cybersicherheit sowie auf den sicheren Betrieb hochautomatisierter Fahrzeuge im Mischverkehr. „Wir müssen sicherstellen, dass automatisierte Fahrzeuge sicher sind, bevor wir sie auf Europas Straßen fahren lassen. Wenn die Typgenehmigung hier scheitert, kann die gesamte Technologie in Misskredit geraten“, schreibt Schmidt.

Antonio Avenoso, Geschäftsführer des Europäischen Verkehrssicherheitsrats (ETSC), macht sich in seinem Statement für die EU-weite Meldepflicht von Unfällen mit Beteiligung von Systemen für assistiertes und automatisiertes Fahren stark – ebenso wie für eine zentrale Behörde für die Erfassung der so gesammelten Daten, die Überwachung detaillierter Unfalluntersuchungen und die Aufsicht über die sichere Einführung neuer Technologien. „Falls Computercodes oder Sensoren ein Problem verursachen, das zu einem Unfall beigetragen hat, müssen wir das wissen, damit wir zukünftige Probleme vermeiden können“, so Avenoso.

Assistenzsysteme dürfen nicht ablenken oder überfordern

Wie DEKRA Experte Fehlauer in Berlin erläuterte, muss bei aller sinnvollen Technik insbesondere auch immer sichergestellt sein, dass sie den Fahrer nicht ablenkt oder überfordert: „Grundvoraussetzung für den Einsatz von Assistenzsystemen ist, dass sie für alle Nutzer leicht verständlich sind.“ Ihre Bedienung dürfe nicht zu neuen Risiken oder Gefahren führen, mit denen die erzielten Erfolge in der Verkehrssicherheit wieder aufs Spiel gesetzt werden.

Dass diese Gefahr durchaus besteht, zeigen die von DEKRA exklusiv für den Verkehrssicherheitsreport durchgeführte Untersuchungen – eine Studie mit Probanden zu Bedienkonzepten im Fahrzeug sowie eine forsa-Befragung. Die Ergebnisse werden im Report näher vorgestellt. In Fahrversuchen auf dem Gelände des DEKRA Technology Centers am Lausitzring in Brandenburg wurde außerdem der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen sogenannte Sensor-Dejustagen auf die Verkehrssicherheit haben können. Mit weiteren Fahrversuchen zeigten die DEKRA Experten, dass das technische Potenzial von Notbremsassistenten in Lkw nicht von allen Herstellern ausgeschöpft wird und dass manche Systeme in ihrer Wirkung durch das Verhalten des Fahrers unbeabsichtigt beeinträchtigt werden können.

Verantwortung bleibt beim Menschen

Doch welche Assistenzsysteme in einem Fahrzeug auch immer verbaut sein mögen: Stand heute bleibt die Verantwortung beim Menschen. So müssen die Fahrer jederzeit die volle Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr richten und bei Bedarf eingreifen beziehungsweise die Systeme übersteuern. „Gerade sehr gut und zuverlässig funktionierende Systeme insbesondere etwa in den Bereichen Abstandsregelung und Spurhalten verleiten aber viele Verkehrsteilnehmer dazu, sich auch anderen Aufgaben als dem Fahren zuzuwenden“, gab Jann Fehlauer in Berlin zu bedenken. Mehrere schwere Unfälle seien schon die Folge einer solchen Fehleinschätzung bezüglich der Systemauslegung gewesen. Kritisch könnten solche Systeme auch dann werden, wenn der Fahrer gesundheitliche Probleme bekommt und dies nicht erkannt wird. Mit weiter zunehmendem Automatisierungsgrad gehe zudem die alltägliche Fahrerfahrung zurück. „Sie ist aber gerade in den kritischen Fahrsituationen unabdingbar, in denen ein automatisiertes System wieder an den Fahrer übergibt“, so Fehlauer. Für diese Herausforderung gebe es aktuell noch keine befriedigende Lösung.

Bei allen technischen Weiterentwicklungen im Kraftfahrzeugbereich darf nach Ansicht des DEKRA Automobil Geschäftsführers nie vergessen werden, dass die Akzeptanz und die Beachtung der entsprechenden Verkehrsregeln für jede Art von Verkehrsteilnahme ganz essenzielle Sicherheitsbausteine sind. In jedem Moment erfordere die Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. „Bis auf weiteres ist und bleibt es der Mensch, der durch sein Verhalten den wesentlichen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leistet.“

Der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2023 „Technik und Mensch“ steht online unter www.dekra-roadsafety.com zum Download zur Verfügung. Dort finden sich auch sämtliche Vorgänger-Reports inklusive weitergehender Inhalte, etwa in Form von Bewegtbildern oder interaktiven Grafiken.

Zehn DEKRA Forderungen für mehr Verkehrssicherheit

  • Der Ansatz einer kooperativen Assistenz, bei dem die Technik den Menschen unterstützt und seine Schwächen ausgleicht, sollte Vorrang haben vor technologielastigen Lösungen, die den Menschen nur noch als „Problemlöser“ benötigen.
  • Um den Nutzen von Assistenzsystemen sicherzustellen, müssen Fahrzeugführer besser über den jeweiligen Anwendungsbereich sowie über die Systemgrenzen und die Bedienung informiert sein. Diese Informationen müssen nicht nur Erst-, sondern auch Zweit- oder Drittnutzern der Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
  • Hochautomatisierte Systeme müssen auch komplexe Verkehrssituationen einschließlich der Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern adäquat entschlüsseln und schlussfolgernd interpretieren können.
  • Wenn ein System die Fahraufgabe übernommen oder wieder abgegeben hat, muss dies dem Nutzer eindeutig angezeigt werden.
  • Die Mindestanforderungen an die von den Herstellern definierten Betriebsbereiche für automatisierte Fahrzeuge müssen eindeutig geregelt werden. Dazu sind Festlegungen über Parameter wie Geschwindigkeit, Straßenklasse und Witterungsbedingungen erforderlich.
  • Eine ergonomisch-effektive Cockpitgestaltung muss die jeweiligen Informationen zeitgerecht, relevant, situationsspezifisch und klar verständlich darstellen.
  • Dringend erforderlich ist die herstellerunabhängige Standardisierung sicherheitsrelevanter Bedienfunktionen bezüglich der Anordnung, des Anbringungsorts und der Handhabung der Bedienelemente im Fahrzeug-Cockpit.
  • Auch bei den heutigen Systemen der aktiven und passiven Sicherheit muss das sich noch bietende Potenzial zur Unfallvermeidung oder Verminderung der Unfallfolgen konsequent erschlossen werden. Die Automatisierung ist kein schnelles Allheilmittel.
  • Die Funktionsfähigkeit mechanischer und elektronischer Komponenten der Fahrzeugsicherheit muss über das gesamte Fahrzeugleben hinweg gewährleistet sein und systematisch im Rahmen der technischen Fahrzeugüberwachung geprüft werden. Die dafür erforderlichen Informationen müssen bereitgestellt werden.
  • Im Sinne der Vision Zero muss aktiv nach Gefahrenstellen gesucht werden, um diese dann schnellstmöglich mittels baulicher und/oder nachvollziehbarer verkehrsregelnder Maßnahmen zu entschärfen. Dabei müssen die Anforderungen moderner Assistenzsysteme berücksichtigt werden.
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Bekämpfung von Geldautomaten-Sprengungen – SoKo in Nordrhein-Westfalen legt Zwischenbilanz vor

Region/Düsseldorf – NRW Minister Reul: Wir werden besser, aber die Sprenger gefährden weiter Leib und Leben unbeteiligter Menschen – Die Sonderkommission zur Bekämpfung und Ermittlung von Geldautomatensprengungen im nordrhein-westfälischen Innenministerium (SoKo BE-GAS) ist seit April 2022 im Einsatz. Seitdem ist viel passiert: Bis heute wurden 35 – vorwiegend niederländische – Tatverdächtige festgenommen, die Fahndung intensiviert, Ermittlungen in den Großbehörden zentralisiert, Sprengtests an Geldautomaten durchgeführt und die behörden-, landes- und grenzübergreifende Zusammenarbeit ausgebaut. Nicht zuletzt hat die Polizei im Dezember 2022 eine individuelle Gefährdungsbewertung für die über 10.000 Automaten in Nordrhein-Westfalen erstellt.

Innenminister Herbert Reul bilanziert: „Wir werden besser, aber die Sprenger gefährden mit ihren Taten weiter akut Leib und Leben unbeteiligter Menschen. Noch immer fliegen zu viele Automaten in die Luft und reißen nicht selten Gebäudeteile mit. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es 83. Das ist ein Minus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – immerhin. Die Zahl zeigt aber auch: Ein Allheilmittel gegen diese moderne Form des Bankraubs wird es – wie bei anderen Kriminalitätsphänomenen auch – nicht geben. Es braucht viele verschiedene Maßnahmen, die ganzheitlich ineinandergreifen. Und es hilft zu verstehen, wie diese Sprengerbanden vorgehen. Die Agenda von BEGAS bleibt: Den Sprengern das Geschäft zu vermiesen.“

Leiterin von BEGAS ist Kriminaldirektorin Christa Lübbers. Sie ist seit fast 30 Jahren bei der Polizei und weiß, dass viel Durchhaltevermögen gefragt ist, um das Phänomen „Geldautomatensprengungen“ in den Griff zu bekommen: „Es geht darum, die Tatorte zu verstehen und die Spuren richtig zu lesen. Genauso müssen wir überlegen, wie wir gemeinsam mit den Kreditinstituten das Bargeld schützen und die Automaten so gesichert werden, dass die Täter erfolglos bleiben und es beim nächsten Mal gleich lassen.“

Meist kommen bei den Taten mehrere Ladungen Sprengstoff zum Einsatz. Dabei werden oft nicht nur die Automaten selbst, sondern umliegende Wohnhäuser und Ladenlokale mitbeschädigt. Bei Sachschäden bleibt es nicht immer. In den vergangenen zwei Jahren registrierte die Polizei in Nordrhein-Westfalen sechs leicht verletzte unbeteiligte Personen, die durch einen Schock zu Schaden gekommen sind.

Zusammen mit der niedersächsischen Polizei – die in ähnlicher Weise mit Geldautomatensprengungen zu kämpfen hat wie Nordrhein-Westfalen –, den Sicherheitsbeauftragten aus den Sparkassenverbänden in Nordrhein-Westfalen, der Targobank sowie der Bundesbank und der VdS Schadenverhütung wurden im April 2023 Testsprengungen an mehreren Automaten durchgeführt. Dabei ging es auch darum, passive Einfärbesysteme zu prüfen, die das Bargeld bei einer Sprengung unbrauchbar machen und als Raubgut kennzeichnen. In Nordrhein-Westfalen können sich Kreditinstitute fachlichen Rat der kriminalpräventiven Beratungsstellen der Kreispolizeibehörden einholen und mit ihnen gemeinsam überlegen, welche Sicherungsmaßnahmen für ihre Automaten sinnvoll sind. So hat sich die Zahl der verbauten Einfärbesysteme in den zurückliegenden 12 Monaten von zunächst fünf Prozent auf inzwischen 20 Prozent erhöht – Tendenz steigend.

Innenminister Reul freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Finanzwirtschaft an dieser Stelle: „Ich bin froh, dass viele Banken ihre Automaten aufrüsten. Die Sonderkommission BEGAS, das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen und die Kreispolizeibehörden stehen hierbei beratend zur Seite. Denn eines ist klar: Unsere Geldautomaten und das Geld darin sind kein Freiwild. Wir müssen schauen, was möglich ist, um Automaten robuster zu machen. Wir alle wollen und werden es den Tätern mit jedem Tag schwerer machen, Geldautomaten zu sprengen. Denn sichere Automaten bedeuten auch mehr Sicherheit für unbeteiligte Dritte.“

Seit Juni 2023 ist die Zuständigkeit bei den Ermittlungen auf die sechs Großbehörden der Polizei in Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund, Münster und Bielefeld gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen konzentriert. Durch die Bündelung von Kompetenzen und Spezialwissen wird eine Ermittlungsführung auf hohem Niveau in diesen komplexen Ermittlungsverfahren ermöglicht. Vor diesem Schritt war seit Mai 2022 die Spurensicherung bereits den 18 Kreispolizeibehörden mit Kriminaltechnischer Untersuchungsstelle (KTU) zugewiesen worden. „So geht sicher keine Spur verloren. Die Einbindung der KTU ist zum Standard geworden. Sie gewährleistet eine qualifizierte Spurensicherung an jedem Tatort. Dafür nimmt Sie den Tatort mit einem dreidimensionalen Laserscanner oder einer Drohne auf“, so Minister Reul.

Unter enger Begleitung der SoKo BEGAS wurde durch das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen eine landesweite Risikobewertung, eine Art „Risiko-Karte“, nahezu aller Geldautomaten in Nordrhein-Westfalen erstellt. Hieran können die Banken und andere Automatenbetreiber sehen, inwieweit ihre Geldautomaten gefährdet sind. Basierend darauf können weitere individuelle Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden. Faktoren wie zum Beispiel die Entfernung zur Landesgrenze oder zur Autobahn wurden in die Risikobewertung einbezogen.

BEGAS ist eine fünfköpfige Sonderkommission im nordrhein-westfälischen Innenministerium, die sich mit dem ganzheitlichen Ansatz zur Bekämpfung des Deliktphänomens der Geldautomatensprengungen befasst. Es geht darum, gemeinsam mit den Polizeibehörden im Land, den Kreditinstituten, den Behörden der Länder und des Bundes sowie insbesondere den niederländischen Polizeibehörden die Ermittlungen zu verbessern und Maßnahmen zu ergreifen, um Sprengungen effektiver zu verhindern. Der Einsatz der SoKo BEGAS wurde zunächst bis zum 31. März 2024 verlängert.

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KSK Mayen investiert in die Sicherung ihres Geldautomaten-Netzes

Mayen – Rollläden und Stahlplatten schützen künftig vor Sprengversuchen – Nachdem die Kreissparkasse (KSK) Mayen in der jüngeren Vergangenheit mehrfach an verschiedenen ihrer Standorte zwischen Mayen und Andernach das Ziel von Geldautomatensprengungen mit nicht unerheblichem Sachschaden wurde, hat man sich bei dem Mayener Geldhaus in den letzten Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, wie man die Geldautomatenstandorte der KSK Mayen weiter sichern, bzw. „härten“ kann, um den Automatensprengern ihr kriminelles Handwerk zu erschweren und somit im besten Falle künftige Sprengungen zu verhindern.

„Wir haben aktuell an einigen Standorten eine Sicherungsmaßnahme in Form von Rollläden aus Stahl bzw. mit massiven Stahlplatten installiert, die in den Nachtstunden vor den Automaten herunter gefahren werden,“ erklärt der KSK-Vorstandsvorsitzende Karl-Josef Esch. „Wir werden so schnell wie möglich weitere unserer Standorte mit entsprechender Sicherheitstechnik nachrüsten. Insgesamt werden rund 400.000 Euro in die Hand genommen, die wir einerseits als wichtiges Investment in die Sicherheit unserer Kundinnen und Kunden und anderseits in die Sicherung unserer Geldautomatenstandorte sehen, um Sprengversuche erheblich zu erschweren“, erklärt der KSK-Chef weiter.

 

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Präsentation Nachhaltiges Tourismus-Konzept Ahrtal 2025

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Investitionen in Bergerlebnisse, Kultur und Genussangebote erforderlich – Lindner: „Finanzierung einzelner Projekte wird eine Mammutaufgabe“. Im Januar 2022 gab es ein erstes Positionspapier, im darauffolgenden Mai fand der erste Kick-Off-Termin statt,  am 5. September stand die Finanzierung mit Hilfe des Landes Rheinland-Pfalz, und nun liegt es fertig vor: Das Nachhaltige Tourismuskonzept Ahrtal 2025, welches der Ahrtal-Tourismus jetzt gemeinsam mit der ift Freizeit und Tourismusberatung als externer Beratungsgesellschaft der Öffentlichkeit vorgestellt hat. „Es ist eine Gemeinschaftsarbeit, an dem Touristiker aus allen Ahrtal-Kommunen, Hotellerie, Gastronomie, Weinbau und touristische Betriebe unter Einbindung der Politik von Kommunen, Kreis und Land rund ein Jahr lang mitgewirkt haben“, resümiert Christian Lindner, Vorsitzender des Ahrtal-Tourismus. Zur Vorstellung im Helmut-Gies-Bürgerzentrum in Ahrweiler begrüßte Lindner auch Daniela Schmitt, Ministerin für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, welches die Finanzierung der Konzeptentwicklung übernommen hat.

Im Konzept finden sich Projekte und Maßnahmen wieder, welche in den vergangenen Monaten in den einzelnen Themenwerkstätten erarbeitet wurden und sich nach Empfehlung des Gutachters der ift, Jan F. Kobernuß, am besten dazu eignen würden, auf die erarbeiteten Ziele der Tourismusstrategie einzuzahlen. Zur Erinnerung: Als übergeordnetes Ziel wurde im vergangenen Jahr durch Befragung von Gästen und Einwohnern sowie durch Workshops in allen Ahrtal-Kommunen der folgende Leitgedanke zusammengefasst: Das Ahrtal soll DIE nachhaltige und innovative Natur- und Weinregion in Deutschland werden. Darüber hinaus soll das Ahrtal für ein starkes „Wir-Gefühl“, für Premium-Qualität und beste Gastlichkeit sowie für einen perfekten Lebensraum für alle Generationen und zufriedene Fachkräfte stehen. In den Zielgruppen finden sich Wein- und Naturgenießer ab 50 Jahren und aktive Naturgenießer, aber auch eine jüngere Zielgruppe ab ca. 30 Jahren, die genussorientierte Entschleunigung sucht. Das gesamte Tourismuskonzept steht unter dem übergeordneten Ziel der Nachhaltigkeit.

„Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und seinen Auswirkungen hat das Thema Nachhaltigkeit im Ahrtal noch mehr als in anderen Destinationen an Bedeutung gewonnen“, erklärt David Bongart, Projektleiter Tourismuskonzept beim Ahrtal-Tourismus. Das Ahrtal stelle sich mit dem Nachhaltigen Tourismuskonzept der Aufgabe, konkrete Nachhaltigkeitsprojekte auf betrieblicher, kommunaler und regionaler Ebene umzusetzen. „Im Tourismus reicht Wiederaufbau langfristig nicht aus! Das Ahrtal muss sich mit Innovation und Nachhaltigkeit neu positionieren. Das geht nur mit neuen Angeboten und Maßnahmen!“, ergänzt Geschäftsführer Christian Senk. So wurden alle im Konzept enthaltenen Projekte und Maßnahmen auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit bewertet. „Das Stichwort Nachhaltigkeit ist hierbei keine leere Worthülse, sondern wird in den einzelnen Bereichen mit Leben und konkreten Strategien gefüllt“, so Bongart weiter. Im Rahmen der Werkstätten ist das Thema Nachhaltigkeit auf besonders großes Interesse gestoßen. Deshalb hat der Ahrtal-Tourismus eine Umfrage unter den touristischen Betrieben gestartet, um zu erfahren, wie Nachhaltigkeit schon jetzt dort umgesetzt wird und welche Unterstützungen es braucht, damit Projekte umgesetzt werden können. In einem Workshop mit den Betrieben am 29. Juni soll das Thema weiter vertieft werden.

Ein großer Teil der Projekte und Maßnahmen im Tourismuskonzept betrifft den Bereich Infrastruktur. Während sich hier zum einen naheliegende Maßnahmen wie die Aufwertung der Wanderwege, die Etablierung des Ahr-Radweges als Benchmark für Nachhaltigkeit und Qualität und die Ausweisung von Cross-Country-Strecken wiederfinden, gibt es für den Bereich Freizeit-Infrastruktur innovative Leitideen. Ein Grundgedanke ist, Bergerlebniswelten mit neuen Natur-Erlebnissen von überregionaler Strahlkraft zu schaffen. So wäre eine Hängebrückenverbindung zwischen dem Rotweinwanderweg und dem AhrSteig wünschenswert, beispielsweise im Bereich der Bunten Kuh in Walporzheim oder der Saffenburg in Mayschoß. „Dies wäre nicht nur eine attraktive touristische Bereicherung, sondern hätte auch den Vorteil, dass sich beide Top-Wanderwege verbinden lassen. Im Rahmen der Projektarbeit ist es gelungen, erste Visualisierungen zu erstellen, so dass nun schon weitere Schritte denkbar wären“, erläutert Bongart.

Auch die Idee zum Skywalk am Rotweinwanderweg in Ahrweiler, der bereits im Rahmen der Planungen zur abgesagten Landesgartenschau Bad Neuenahr-Ahrweiler im Gespräch war, sollte nach Empfehlung des Gutachters wieder aufgegriffen werden. Für den Bereich Gesundheit stehen die Ahr-Thermen als Leitprojekt sowie die Attraktivierung des zentralen Kurbereichs in Bad Neuenahr ganz oben auf der Liste. Gleichzeitig wäre vorstellbar, dass die Themen Wasser und Gesundheit zukünftig auch dezentral in anderen Orten im gesamten Ahrtal gespielt werden. Der Ahrwein als eines der Markenzeichen des Ahrtals könnte sich beispielsweise in Ahrwein-Museumsstationen in den einzelnen Weinorten und Betrieben sowie in einer Gebiets-Vinothek wiederfinden.

Unter dem Stichwort „Kultur, Museen“ ist eine zentrale Idee das „ICCA – International Crisis Center Ahr“ als Wissenschafts- und Besucherzentrum. Das ICCA soll mit Laboren, Vortrags- und Tagungsräumen der Forschung und Lehre Raum bieten und professionelles, zukunftsweisendes Sprachrohr und Plattform der Krisenwissenschaft und Katastrophendienste sein. Daneben soll es mit (Wechsel-)Ausstellungen als multimediales und interaktives Besucherzentrum zum Thema Krise dienen. Denkbar wäre hier die Verbindung zur weiteren Idee mit dem Arbeitstitel „Ausstellungs-/ Besucherzentrum Flut und Gedenkstätte“, kurz „Flutmuseum“ genannt. In Sachen Flutmuseum gibt es schon erste Konkretisierungen. Eine Machbarkeitsstudie konnte der Ahrtal-Tourismus Mitte Juni finalisieren. „Nun gilt es in weiteren Schritten, die Finanzierung zu sichern, um den genauen Standort, die konkreten Inhalte und die Betreiberstruktur für eine solche Institution auf den Weg zu bringen“, erklärt David Bongart.

Geschäftsführer Christian Senk betont: „Nachdem das Konzept nun fertig vorliegt, geht es jetzt ans Eingemachte, nämlich die Finanzierung. Uns ist klar, dass dies insbesondere für die großen Leitprojekte keine leichte Aufgabe sein wird. Die einzelnen Vorhaben-Träger müssen erst noch gefunden werden, zum Beispiel die Kommunen oder mögliche Investoren. Um zukünftig langfristig und nachhaltig als Tourismusregion bestehen zu können, wird das Ahrtal enorme Unterstützung benötigen.“ Auch wenn einige kleinere Projekte schon jetzt mit vorhandenen Mitteln umgesetzt werden könnten, bestehe die Hauptaufgabe nun darin, Finanzierungsmöglichkeiten für die weiterführenden Maßnahmen zu erörtern. „Eine Mammutaufgabe, der wir Touristiker uns gerne stellen, weil wir fest die touristische Zukunft des Ahrtal im Blick haben“, so das Fazit des Vorsitzenden Christian Lindner. „Doch wir sind insbesondere auf die Mitwirkung der Politik und ihre Unterstützung auf allen Ebenen angewiesen. Ohne sie ist eine Umsetzung schlichtweg nicht möglich“, appellierte er Richtung Kommunen, Kreis und Land.

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Gelungener Auftakt zur Kampagne „Frauen in die Politik“

Wittlich – Mit der Kampagne „Zukunft gestalten – Kommunalpolitik lockt Frauen“ will die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bernkastel-Wittlich, Gabriele Kretz mehr Frauen für die Politik begeistern. Zum Auftakt hatte sie zu einem Kabarettabend mit Marlies Blume nach Bernkastel-Kues eingeladen, 130 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung.

Marlies Blume begeisterte ihr Publikum zum Thema Frauen in die Politik auf hohem kabarettistischem Niveau – eben Kabarett mit Kopf, Herz, Hand und Fuß. Frauen dürfen sich trauen und können, sollen und müssen mitmischen. Die Botschaft: Wer sich für den Gemeinderat aufstellen und wählen lässt, kann mitgestalten und mitbestimmen! Und Frauen dürfen die Männer in der Politik nicht allein lassen, sie werden dringend gebraucht und Politik darf auch Spaß machen!

Die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis, die Landfrauen und die Unternehmerfrauen im Handwerk und weitere Kooperationspartner wollten mit diesem Auftakt zeigen, dass es in der Politik nicht immer bierernst zugehen muss und dass Frauen es in der Hand haben, etwas daran zu ändern. Im Anschluss an das Kabarett konnten die Teilnehmerinnen im Rahmen eines Publikumsgespräches, ihre Anregungen und Ideen äußern, welche Unterstützung sie sich wünschen, was sie brauchen und wie es weitergehen soll. Hier fielen Stichworte wie Rollenstereotype aufbrechen, Veranstaltungen die „frau“ stärken und Mut machen und gute Netzwerke.

Daher soll es bereits am Dienstag, 4. Juli 2023 mit einem Online-Motivationsworkshop weitergehen: „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik – ein Herzensprojekt das motiviert“. Am 13. Juli findet der erste Frauenstammtisch im Coworking-Space in Minheim statt. Und weitere Angebote für Frauen, die sich für Kommunalpolitik interessieren sind in Planung.

Die Initiative „Zukunft gestalten – Kommunalpolitik lockt Frauen“ ist überparteilich. Es können alle interessierten Frauen mit und ohne Parteimitgliedschaft teilnehmen. Die Teilnahme ist unverbindlich und verpflichtet zu nichts, auch nicht zu einer Kandidatur bei den nächsten Kommunalwahlen in 2024. „Uns geht es darum Interesse für Kommunalpolitik zu wecken und ein Netzwerk aufzubauen um so Frauen auf ihrem Weg in die Politik zu begleiten und zu unterstützen.“, so die Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Kretz, bei der sie auch weitere Informationen zu den geplanten Veranstaltungen erhalten, E-Mail: Gabriele.Kretz@Bernkastel-Wittlich.de, oder Tel. 06571-14 2255

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Sicher in die Sommerferien – „Verwiegeaktion“ der Kreis-Polizeibehörde Euskirchen war ein voller Erfolg

Mechernich-Kommern – Es herrschte starker Andrang am Kommerner Mühlenpark – trotz brennender Sonne bei fast 30 Grad Celsius. Wohnmobile, Autos mit und ohne Wohnwagen, Transporter und sogar Oldtimer reihten sich geduldig fast über den gesamten Parkplatz aneinander, um an der dritten diesjährigen „Verwiegeaktion“ der Kreispolizeibehörde teilzunehmen.

„In den ersten 20 Minuten haben wir direkt rund 20 Fahrzeuge gewogen“, erklärte Christina Specht vom Presseteam der Kreispolizeibehörde Euskirchen zufrieden gegenüber der Agentur ProfiPress. Gewogen wurden hier Fahrzeuge jeglicher Art, ihre Besitzer wollten meist mit ihnen in den Sommerurlaub fahren. Manche wollten sich aber auch nur vergewissern, sicher unterwegs zu sein.

„Es wird nach wie vor sehr gut genutzt“, so Specht: „Das so viele Menschen auf der sicheren Seite unterwegs sein wollen, freut uns sehr!“ Insgesamt waren laut Polizei 80 Fahrzeuge vorbeigekommen. Festgestellt worden seien dabei aber nur geringfügige Überladungsverstöße und Verstöße gegen die Ladungssicherung. Natürlich wurden sie nicht bestraft, da es eine rein präventive Aktion war.

„Von den Verkehrsteilnehmern wurde das Angebot der Verkehrsunfallprävention dankbar und als durchweg positiv aufgenommen“, so die Polizei. Das Ganze ist eine Kooperation des Verkehrsdienstes und der Verkehrssicherheitsberatung der Kreispolizeibehörde Euskirchen.

Zwei Stationen durchlaufen

Erst wurden die Fahrzeuge nacheinander auf eine „Radlastwaage“ geleitet, die bis 20 Tonnen pro Achse messen kann. Dann wurde mit den Insassen an der zweiten Station Präventionsgespräche hinsichtlich Übermüdung, Ladungssicherung, aber auch über die artgerechte Beförderung von Tieren geführt. „Es kann schnell mal dazu kommen, dass nicht ausreichend gesicherte Ladung instabil wird, das Fahrzeug zum Schlingern bringt und im »Worst Case« von der Straße reißt“, betonte Polizeihauptkommissarin Weber dazu.

Auch gab es Tipps, wie man Gewicht einsparen kann, beispielsweise Kochgeschirr aus Aluminium statt aus Edelstahl mitzunehmen, auf Keramik zu verzichten, Essen am Zielort einzukaufen und auch erst am Zielcampingplatz den Wassertank des Fahrzeugs zu füllen. „Das ist ja auch das charmante an Urlaub. Es sieht anders aus – und schmeckt anders“, so Weber weiter. Bei schwerwiegenden Verstößen half die Polizei sogar vor Ort beim Umpacken.

Aber auch die richtige Beladung ist wichtig. Schwere Teile bodennah und in Achsennähe zu positionieren, lose Dinge in rutschfesten Boxen unterzubringen und vieles mehr. Gesichert werden sollten auch mögliche Gasflaschen. Hierzu gab es Tipps zu Varianten, Befüllung und mehr. Und was auf keinen Fall fehlen darf: Ein ausreichend gefüllter und nicht abgelaufener Verbandskasten und das Warndreieck, natürlich im Ernstfall gut erreichbar.

Bedarf nach wie vor groß

Auf die Frage, wie es zu der Aktion kam, erklärte Weber: „Wir haben im vergangenen Jahr aus Mettmann von dieser noch recht neuen und ungewöhnlichen Aktion erfahren und waren direkt Feuer und Flamme.“ Und das mit Recht, denn der Bedarf scheint groß. So kamen Interessenten aus der gesamten Eifel, Köln, Aachen und sogar noch von weiter, um sich zu informieren. Nach der ersten Aktion im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Teilnehmer bereits Anfang dieses Jahres verdoppelt. Ein Mal pro Jahr wolle man die „Verwiegeaktion“ mindestens anbieten, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Weber erzählte auch von einem Bespiel aus der Schweiz. Hier wurde ein Deutscher nach einer Hausauflösung auf der Autobahn angehalten, war zu schwer beladen, durfte nicht weiterfahren und wurde einfach stehen gelassen. Und nicht nur das, hinzu kamen noch mehr Mängel und schnell wurde er zu einer fast fünffach so hohen Geldstrafe wie normal verurteilt: „Um so etwas zu vermeiden und für die Sicherheit der Fahrzeuginsassen zu sorgen, stehen wir hier.“

Welches Gewicht zulässig ist, unterscheide sich bei jedem Fahrzeug. Herausfinden kann man dies im Fahrzeugschein. Unter „F1“ steht das zulässige Gesamtgewicht, „7.1“ und „7.2“ stehen für die zulässige Belastung der Vorder- und Hinterachse, „13“ für die Stützlast und „O.1“ für die zulässige Anhängerlast (gebremst/ungebremst). Für Laien schwer zu durchblicken. Gerade deswegen informierte die Polizei auch hierüber mit Schaubildern.

Als nächstes wolle die Kreispolizeibehörde im Herbst eine präventive „Lichttestkontrolle“ anbieten, um auch in den kalten und dunklen Wintermonaten für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sorgen.

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Lions-Club Alsdorf mit großzügigen Spenden

Alsdorf – Das Hilfswerk des Lions-Club Alsdorf konnte wieder einige soziale Einrichtungen glücklich machen und dringende Hilfe in der Ukraine leisten. Im Rahmen des Clubtreffens im Biergarten des Amadeus/Stadthalle konnte Präsident Alfred Sonders neben zahlreichen Clubmitgliedern auch die Empfänger der Lions-Förderung begrüßen, die Erlöse aus dem Verkauf des Lions-Kalenders für ihre Arbeit erhielten, insgesamt 13.000 Euro.

Empfänger sind die Theatergruppe „Schabernack“ (1.000 Euro) für ihre Kindertheatervorstellungen, Breakfast for Kids (3.000 Euro) für die Versorgung bedürftiger Schülerinnen und Schüler mit Frühstück und das Sozialpädriatische Zentrum (3.000 Euro) für die Betreuungsarbeit mit bedürftigen Kindern.

Darüber hinaus stiftet das Hilfswerk fünf „Paul-Wasserrucksäcke“ für die Überschwemmungsgebiete nach der Staudammsprengung in der Ukraine. Der „Paul-Wasserrucksack“ bietet die hervorragende Möglichkeit, aus Oberflächenwasser trinkbares Wasser zu machen, ohne Energieaufwand und ohne Chemikalien. Jeder „Paul-Rucksack“ kostet 1.300 Euro netto. Wer den Lions helfen will weitere Maßnahmen zu unterstützen kann dies mit einer Spende auf dem Konto des Hilfswerks Lionsclub Alsdorf tun.

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Noch schnell ins Wunderland – Frühlingsschau auf dem Krewelshof Eifel

Mechernich-Obergartzem – Noch bis Sonntag, 2. Juli, können Besucher in die wunderbare Welt von „Alice im Wunderland“ eintauchen – Am kommenden Sonntag, 25. Juni, kommt ein letztes Mal der verrückte Hutmacher zu Besuch. Wer noch einmal in die Welt von „Alice im Wunderland“ eintauchen möchte, muss sich beeilen. Denn die Frühlingsschau auf dem Krewelshof Eifel in Mechernich-Obergartzem ist nur noch bis Sonntag, 2. Juli, zu bestaunen. Dort warten liebevoll gestaltete Kulissen darauf, für schicke Selfies und fantasievolle Schnappschüsse genutzt zu werden. Die Schau ist täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Mehrere Cosplayer haben auch schon die Gelegenheit genutzt, ihrer Darstellung der Märchenfiguren in dieser fabelhaft-verrückten Kulisse den letzten Schliff zu geben. „Wir hatten schon Cosplayer hier, die viele Stunden in ihre Kostüme und das Schminken gesteckt haben, bevor sie unsere Welt der Alice besucht haben“, erzählt Najla Nabout, Marketingleiterin auf dem Krewelshof.

Die Bezeichnung „Cosplay“ kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Begriffen „costume“ (Kostüm) und „play“ (Spiel) zusammen. Dabei geht es aber um viel mehr, als ums Verkleiden. Vielmehr möchten die Cosplayer ihre Figur in allen Facetten darstellen, imitieren nicht nur das Äußere, sondern auch Charakterzüge, Gestik und Mimik. So wie beispielsweise der verrückte Hutmacher, der den Krewelshof am Sonntag, 25. Juni, von 13 bis 17 Uhr besuchen wird und bei der bunten Teeparty auch für gemeinsame Fotos zur Verfügung steht.

Auf dem Krewelshof Eifel haben nicht nur die Cosplayer Spaß, wenn sie mit den fantastischen Kulissen des Wunderlands verschmelzen – auch für die anderen Besucher sind sie in ihren ausgefallenen Kostümen und dem professionellen Make-up ein Hingucker. Und der Aufwand wird belohnt: Für alle professionellen Verkleidungen gibt es auf der Frühlingsschau kostenlosen Eintritt.

Vergünstigungen gibt es ab sofort auch jeden Dienstag beim Familientag. Dann zahlen alle Besucher ab 90 Zentimeter Körpergröße nur 4,90 Euro Eintritt. Reguläre Eintrittspreise liegen zwischen 6,90 Euro (montags bis freitags) und 8,90 Euro (samstags und sonntags). Kinder unter 90 Zentimeter Körpergröße haben freien Eintritt.

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Kreissparkasse Mayen baut Jugendförderung weiter aus

Mayen/Region – Stiftung „Für unsere Jugend“ – Stiftungskapital auf 5 Millionen Euro aufgestockt – Eine gute Nachricht für die Kinder und Jugendlichen in der Region: die Kreissparkasse (KSK) Mayen hat das Kapital ihrer Stiftung „Für unsere Jugend“ auf stattliche 5 Mio. Euro aufgestockt. „Das ist unsere erfreuliche Botschaft an alle, die sich in der Kinder- und Jugendarbeit engagieren und dafür sorgen, dass junge Menschen gefördert werden, sie in der Gemeinschaft Sport machen, sich musikalisch betätigen oder anderen sinnvollen Freizeitbeschäftigungen nachgehen“, so KSK-Vorstandsvorsitzende Karl-Josef Esch.

Die Sparkassen-Stiftung wurde 1981 gegründet und hat sich die Förderung der Jugendpflege in der Region auf die Fahnen geschrieben. Seitdem wurde das Stiftungskapital immer wieder aufgestockt, um die wichtige  Jugendarbeit in den Vereinen, Schulen und Kindergärten tatkräftig zu unterstützen.

„Mit den Erträgen aus unserer Jugendstiftung konnten wir in den zurückliegenden über 40 Jahren unzählige Anfragen und Projekte unterstützen und damit vieles möglich machen“, berichtet Karl-Josef Esch. „Neben vielen Einzelmaßnahmen setzt das Stiftungskuratorium auch regelmäßig Schwerpunkte. So wurde in den zurückliegenden von der Pandemie geprägten Jahren Kindergärten und Grundschulen besonders bedacht: Mit der Aktionen „Rote Decken für kalte Tage“, erhielten alle Grundschulkinder der Region wärmende Fleece-Decken, um sich im kalten Klassenzimmer wärmen zu können. Über die Aktion „Tonie-Boxen für Kitas“ freuten sich alle Kindergartenkinder, da in der Pandemie die traditionellen  Vorlesetage nicht stattfinden konnten“, so Vorstandsmitglied Christoph Weitzel.

Aktuell werden die Kindergärten der Region mit Hochbeeten ausgestattet. „Mit dieser aktuellen Aktion unterstützen wir mit der Stiftung das Kreisprojekt „Mehr als nur grün“, bei dem es darum geht, naturnahe Erfahrungs- und Bildungsangebote zu schaffen, um die kleinkindliche Entwicklung in allen Bereichen zu fördern. Denn trotz langjähriger wissenschaftlicher Erkenntnisse gibt es immer noch vergleichsweise wenige Kitas, die über ein naturnahes Außengelände verfügen“, erklärt Dr. Alexander Saftig, als Landrat des Kreises Mayen-Koblenz und Vorsitzender des Verwaltungsrates der KSK.

Gemeinsam mit dem KSK-Verwaltungsrat konnten Landrat Dr. Alexander Saftig, als Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und der KSK-Vorstandsvorsitzende Karl-Josef Esch kürzlich über die Ausweitung des Stiftungskapitals im Rahmen einer der jüngsten Verwaltungsratssitzungen berichten.

„Die Förderung unserer Kinder und Jugendlichen ist eine Investition in eine gute Zukunft, deshalb liegt sie uns besonders am Herzen. Wir freuen uns über Förderanträge für interessante Projekte und Maßnahmen in der Jugendarbeit, die die Vertreter der Vereine und Institutionen gerne über www.kskmayen.de stellen können“, betont Karl-Josef Esch abschließend.