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„Archimedische Werkstatt“ am Sandkasten in Aachen beginnt

Aachen – Schon nach den ersten Wochen erfreut sich der Archimedische Sandkasten wieder großer Beliebtheit: Unzählige Kinder buddeln, schippen und spielen, während ihre Eltern in den Future Lab-Liegestühlen und natürlich genügend Abstand am Rand der Sandkiste ausruhen. Doch seit dem 26. Juli wird es quirlig: Der Platz zwischen Dom und Rathaus ist nun auch Heimat der Archimedischen Werkstatt: Bei dieser Ferienspielaktion des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen, die mit der Bleiberger Fabrik im Rahmen des Future Lab Aachen realisiert wird, erbauen Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren eine vertical farming-Landschaft, von den Künstler*innen der Bleiberger Fabrik auch liebevoll „Diamanten-Dorf“ genannt.

Angehende Ingenieur*innen blühen auf

Nachdem die Archimedische Werkstatt im vergangenen Jahr Corona zum Opfer gefallen war, freut sich die neue Leiterin der Bleiberger Fabrik, Birgit Frank, dass es wieder los geht: „Ich sehe hier nur in lachende Gesichter: Endlich treffen Kinder wieder auf andere Kinder. Man sieht förmlich, wie sie aufblühen.“

Blühen, das passt gut zum Motto der diesjährigen Werkstatt: Kästen, aufgeschnittene Rohre und Co. werden nicht nur von den kleinen Ingenieur*innen vor Ort bepflanzt, sondern auch intelligent bewässert und beschattet. Denn zu viel Hitze macht den Salat welk. Und den will man schließlich am Ende der drei Ferienspiel-Wochen, am 13. August, ernten und probieren.

Bepflanzen, bewässern, beschatten

Und da sind sie auch schon, die drei zentralen B´s der diesjährigen Archimedischen Werkstatt. In drei Teams wird sich um Bepflanzung, Bewässerung und Beschattung gekümmert „und immer ist jemand zur Stelle und hilft einem“, freut sich Alexander, 12 Jahre alt, zum ersten Mal bei der Werkstatt dabei. Sein neuer Kumpel Moritz (11) ist am liebsten kreativ und freut sich schon aufs Anmalen der Salatbar aus Holz. Beide sind sich sicher: Im nächsten Jahr sind sie wieder dabei!

Aylin Can, die künstlerische Leiterin des Projekts, erklärt, dass sich die Pflanzenwände vertikal und gleichzeitig wie eine Art Diamanten-Dorf über den Katschhof erstrecken sollen, „um der Windlast am besten standzuhalten.“

„Dabei lernen die Kinder, wann die Sonne wo steht, und es bleibt genug Raum, um noch ausreichend Sitzmöglichkeiten im Grünen zu erbauen.“ So wird das Endprodukt der Archimedischen Werkstatt für alle erlebbar.

Mit der Archimedischen Werkstatt im Sandkasten will das Future Lab Aachen die kleinen Ingenieur*innen fördern und Wissenschaft zum Anfassen in die Innenstadt holen. Hier hat das städtische Wissenschaftsbüro mit seinen guten Kontakten zum Campus weitergeholfen. Biologe Andreas Reimann vom Fraunhofer IME freut sich, mit seinem Thema vertical farming so zentral sichtbar zu werden. In seinem Institut läuft das farming freilich viel professioneller ab, schließlich stellt man dort u.a. Biopharmazeutika her. Aber auch ganz grundsätzlich ist vertical farming ein zentrales Thema mit aktueller Relevanz: „Unser Raum ist endlich, der vertikale Anbau benötigt nicht so viel Platz, und dennoch kann man hiermit viele verschiedene Lebensmittel kultivieren: Salat ist zum Beispiel sehr leicht anbaubar – zukünftig wird man aber auch energiereichere Lebensmittel, wie Kartoffeln oder Getreide anpflanzen können.“

Kinder und Pflanzen sind noch herzlich willkommen

Wer aus dem heimischen Beet noch eine Tomatenpflanze oder etwas anderes „Salatiges, gerne Vorgezüchtetes abgeben kann, der ist herzlich willkommen“, sagt Aylin Can augenzwinkernd. Werkstags von 10 bis 14 Uhr freuen sie und die Kinder sich über die grünen Spenden.

Knapp drei Wochen lang haben die Nachwuchs-Konstrukteur*innen nun noch Zeit, den Katschhof zu erobern und am Ende der Werkstatt, am 13. August, eine schmackhafte Salatbar mit Aufenthaltsqualität zu errichten.

Wer möchte und zwischen zehn und 16 Jahren alt ist, kann sich noch anmelden unter: www.unser-ferienprogramm.de oder direkt bei birgit.frank@bleiberger.de

Für eine regelmäßige Corona-Testung der Kinder ist vor Ort gesorgt.

Kurz vor Sandkasten-Schluss wird sich unsere Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen am 12. August selbst ein Bild von der grünen Konstruktion machen.