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Landesregierung und Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein unterstützen psychisch belastete Menschen in den Flutregionen

Region/Düsseldorf – Gruppentherapeutische Angebote an sieben Standorten ab dem heutigen Montag, 09. August. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW teilt mit: Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) richten ein zusätzliches Angebot zur psychischen Unterstützung von vom Hochwasser Betroffenen und Fluthelfern ein. Das Land fördert die Errichtung eines niedrigschwelligen gruppentherapeutischen Angebots für extrem psychisch belastete Betroffene und Fluthelfer vor Ort durch die KVNO ab dem 9. August 2021 bis zum 31. Oktober 2021 mit 95.000 Euro.

Minister Laumann: „Es ist schmerzlich und für nicht Betroffene kaum nachvollziehbar, was die Menschen in den Flutregionen durchmachen müssen. Sowohl in materieller als auch in seelischer Hinsicht. Viele werden noch lange Zeit benötigen, um das Geschehene zu verarbeiten. Dabei sollen bei Bedarf die gruppentherapeutischen Angebote unterstützen. Doch auch die vielen engagierten Helferinnen und Helfer haben zum Teil psychisch stark belastende Situationen durchgemacht. Auch sie können diese Hilfsangebote nutzen.“

„Um möglichst vielen Menschen helfen zu können, haben wir den Zugang zum Versorgungsangebot bewusst niedrigschwellig angelegt. Aufgrund unserer eingespielten Strukturen und Fachkenntnisse konnten wir dieses zusätzliche Angebot zusammen mit Ärzten und Psychotherapeuten aus der Region binnen kurzer Zeit realisieren. Ich wünsche mir, dass möglichst viele Betroffene bei Bedarf das Angebot wahrnehmen“, sagt Dr. med. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KVNO.

Die gruppentherapeutischen Angebote werden im Laufe der kommenden Wochen an sieben Standorten in folgenden von der Flutkatastrophe besonders betroffenen Kommunen stattfinden: Eschweiler, Stolberg, Meckenheim, Euskirchen, Bad Münstereifel, Kall sowie Schleiden. Betroffene erhalten psychologische Unterstützung, um das Geschehene und dessen psychische Auswirkungen einzuordnen, zu verarbeiten und zu klären, was die nächsten Schritte sein können. Dazu kann im Bedarfsfall beispielsweise auch die Empfehlung einer weiterführenden, auf den individuellen Gesundheitszustand ausgerichteten Therapie – z. B. eine ambulante Psychotherapie –  gehören.

Betroffene, die dieses Hilfsangebot in Anspruch nehmen möchten, können über den Terminservice der KVNO einen Termin an einem Standort in ihrer Nähe vereinbaren: Tel. 0800/116 117 05 (die Nummer ist montags bis donnerstags vom 9 bis 16 Uhr erreichbar, freitags von 9 bis 12 Uhr). Ebenso ist eine Anmeldung per E-Mail unter fluthilfe@arztrufzentrale-nrw.de möglich. Das Angebot steht allen von der Flutkatastrophe Betroffenen unabhängig von ihrem Versicherungsstatus offen.

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Dank und Bitte zugleich

Mechernich – Nach dem verheerenden Hochwasser sind viele Menschen im Stadtgebiet Mechernich in Not. Die Mechernich-Stiftung hilft unbürokratisch. Seit dem Morgen danach laufen bei der Organisation Spenden ein, mit denen man den Betroffenen zur Seite steht, die Hab und Gut, teilweise aber auch mehr verloren haben.

„Jeder Euro zählt“, bitten Ralf Claßen und Maria Jentgen, die beiden Vorsitzenden der Mechernich-Stiftung, und danken gleichzeitig allen, die bereits gespendet haben, darunter viele Privatpersonen, Firmen und Gemeinschaften: „Die Spendenbereitschaft ist überwältigend und es gehen jeden Tag neue Spenden ein. Wir danken jedem einzelnen von Herzen dafür!“

Bisher sind 350.000 Euro bereits durch Aufrufe und Aktionen zusammengekommen. Das sei auch für die Mechernich-Stiftung eine Rekordsumme, zumindest als Spenden-Sammel-Aktion, vor allem aber ein großer Lichtblick in dieser Zeit und für die Bedürftigen.

Jeder Euro kommt an

Maria Jentgen: „Leider muss ich sagen, es wird noch viel mehr benötigt. Es sind so viele traurige und schlimme Schicksale darunter, die wirklich dringend Unterstützung benötigen.“ Bei der gemeinnützig aufgestellten Mechernich-Stiftung komme jeder Euro bei den Bedürftigen an.

„Die Mechernich-Stiftung macht kein Gießkannenprinzip, sondern wir helfen persönlich, der jeweiligen Situation entsprechend. Viele der Betroffenen stehen nach dem Juli-Hochwasser vor dem finanziellen Ruin oder Scherbenhaufen, sind Alleinerziehend oder konnten aufgrund der Nähe zum Bachlauf gar keine Elementarversicherung abschließen“, so der Stiftungsvorsitzende Ralf Claßen.

Er versichert: „Wir arbeiten nicht nach dem Windhundprinzip. Es gilt also nicht, wer zuerst kommt, mahlt zuerst und die anderen gehen leer aus.“ Viele seien auch nach den Erlebnissen geschockt und müssten ihre persönliche Lage erst überblicken. Außerdem stimme sich die Mechernich-Stiftung eng mit den OrtsbürgermeisterInnen vor Ort ab.

„Wir werden uns bei jedem einzelnen Spender noch persönlich in einem Schreiben bedanken. Das ist zurzeit aufgrund der hohen akuten Belastung noch nicht möglich“, so Claßen.

Auch Kommern packt wieder an und hat ein Benefizkonzert zugunsten der Mechernich-Stiftung auf die Beine gestellt, das im Herzen des Ortes, auf dem Arenbergplatz ab 11 Uhr startet.

Wer einen Antrag auf Unterstützungshilfe stellen möchte, findet diesen auf den Internetseiten www.mechernich-stiftung.de und www.mechernich.de oder kann ihn persönlich bei den jeweiligen OrtsbürgermeisterInnen oder im Bürgerservice der Stadt Mechernich im Rathaus abholen.

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Kreis Ahrweiler bringt Anbieter und von der Flut Betroffene zusammen – Start am heutigen Montag 09. August

Ahrweiler – Vermittlungsportal hilft bei Suche nach neuem Wohnraum. Ein neues, vom Kreis Ahrweiler eingerichtetes Portal für Wohnraum bringt Anbieter und von der Flutkatastrophe Betroffene nun zusammen. Dabei geht es ausdrücklich um die Vermittlung von mittel- beziehungsweise langfristig zur Verfügung stehenden Wohnangeboten und nicht um kurzfristige Notunterkünfte.

Anbieter haben ab sofort die Möglichkeit, ihr Angebot online zu registrieren. Veröffentlicht werden lediglich die Daten des eingestellten Wohnobjekts; der Kontakt zu potenziellen Interessenten wird über die Kreisverwaltung hergestellt.

Suchende können ab Montag, 9. August 2021, über das Vermittlungsportal nach neuem Wohnraum suchen. Sofern Interesse an einem Angebot besteht, vermittelt die Kreisverwaltung Ahrweiler den entsprechenden Kontakt zum Anbieter. Hierzu dient die Hotline 02641 / 975-930 (Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr).

Das Portal für Anbieter und Suchende ist online zu finden unter https://kreis-ahrweiler.de > Button „Wohnraumvermittlungsportal Kreis Ahrweiler“.

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Das Mendiger Containerdorf startet den Betrieb

Mendig – Das Mendiger Containerdorf für die Hochwasseropfer an der Ahr ist am Freitag, 06. August in Betrieb gegangen – Bis zu 300 Menschen können ein Übergangszuhause finden. Die ersten Bewohner ziehen aktuell ein. Ganz Deutschland rückt aktuell zusammen, um den Menschen in den überfluteten Gebieten zu helfen. Tausende Menschen in unserer Nachbarschaft sind betroffen, haben alles verloren und brauchen unsere Hilfe.

Trotz der unvorstellbaren Hilfe aus der Bevölkerung fehlt es aktuell an Wohnraum. Der eingereichte Konzeptvorschlag der Verbandsgemeinde Mendig für die Erstellung eines Containerdorfes auf dem Mendiger Flugplatz wurde vom Land befürwortet und von der Firma I-Motion innerhalb kürzester Zeit umgesetzt.

Vergangenen Freitag wurde I-Motion auch mit der ersten Betriebsträgerschaft beauftragt. Der Landkreis Ahrweiler vermittelt die Wohnungen an Bedürftige. Ansprechpartner ist seitens der Kreisverwaltung Timo Schäfer (Timo.Schaefer@Kreis-Ahrweiler.de).

„Wir freuen uns, unseren Nachbarn bei der dringenden Wohnraumsuche zu helfen. Ihnen eine gute Notunterkunft zur Verfügung zu stellen, wird mit dem heutigen Tage Wirklichkeit. Unsere Bevölkerung ist bekannt für ihre Hilfsbereitschaft und ein Zupacken in der Krise. Mit ihr zusammen werden wir die hilfesuchenden Menschen aus dem Ahrtal mit offenen Armen willkommen heißen“, so Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, bei der Inbetriebnahme des Containerdorfes.

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Land Rheinland-Pfalz organisiert Wiederaufbau-Organisation und benennt Vor-Ort-Beauftragten

Region/Mainz – Die Landesregierung hat eine Wiederaufbauorganisation eingerichtet, um die kommunale Infrastruktur im von der Hochwasserkatastrophe heftig getroffenen Ahrtal zielführend und effektiv voranzutreiben. Das hat der Ministerrat beschlossen. Die Wiederaufbauorganisation wird unter Leitung von Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß arbeiten. Zudem gehören der Wiederaufbauorganisation die neu geschaffene Abteilung „Wiederaufbau 2021“ im Innenministerium, die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz und der Vor-Ort-Beauftragte der Landesregierung an. Für die Aufgabe des Vor-Ort-Beauftragten wurde der ehemalige Landrat und Innenstaatssekretär a.D. Günter Kern vom Ministerrat berufen. Er wird in Sachen Wiederaufbau den engen Kontakt zu den Kommunen halten.

„Ein ganzer Landstrich ist traumatisiert von einer nie dagewesenen Katastrophe, welche die Menschen heimgesucht hat. Viele haben unglaublich Schreckliches erlebt. Das Ausmaß der Not ist riesig. Rund 64.500 Menschen – darunter allein 42.000 im Kreis Ahrweiler – sind in allen Flutgebieten betroffen. Wir beklagen über 140 Tote. Das schmerzt uns sehr. Vieles wurde zerstört und muss wiederaufgebaut werden, Eigenheime, Unternehmen, die Landwirtschaft, der Weinbau und der Tourismus. Unser Ziel ist es, diesen Wiederaufbau koordiniert und schnell voranzutreiben. Die Menschen haben es verdient, dass sie ihre Heimat zurückerhalten“, sagten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Innenminister Roger Lewentz in Ahrweiler. Es werde auch drei Wochen nach der Flutkatastrophe immer noch Enormes geleistet, rund 4.200 professionelle Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW), der Feuerwehr, dem Rettungsdienst, der Polizei und der Bundeswehr leisten Hilfe. Hinzu kämen die unverzichtbaren Kräfte der Bauern und Landwirte, der Lohnunternehmer, und die unzähligen freiwilligen Helferinnen und Helfer aus allen Teilen der Bundesrepublik. „Wir hätten es ohne diese Menschen, die hier anpacken, nicht geschafft. Wir werden noch lange Unterstützung und Hilfe brauchen“, betonte die Ministerpräsidentin und der Innenminister.

Für den Wiederaufbau sei eine belastbare Struktur zwischen Bund und Land ganz entscheidend. „Wir haben in den ersten Tagen der Krise gezeigt, dass Bundes-  und Landesregierung gut miteinander arbeiten. Das belegen nicht nur die Soforthilfen, die wir in den ersten Tagen gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Wichtig ist, dass gerade mit Blick auf konkrete Aufbaupläne alles sehr koordiniert abläuft. Staatssekretärin Nicole Steingaß leitet als „Beauftragte für den Wiederaufbau“ die Wiederaufbauorganisation, in dem ressortübergreifend Expertinnen und Experten der gesamten Landesregierung zielgerichtet zusammen wirken. Für uns steht außer Frage, dass zusätzlich eine Verzahnung der Landesebene zu den Kommunen notwendig ist. Und mit dem ehemaligen Landrat und Staatssekretär im Innenministerium, Günter Kern, haben wir dafür genau den Richtigen“, so Malu Dreyer. Er sei Auge, Ohr und starke Schulter für die Betroffenen vor Ort.

„Die Landesregierung geht den Wiederaufbau koordiniert und mit klaren Strukturen an. Ein Staatssekretärsausschuss unter Leitung von Staatssekretär Fabian Kirsch, Chef der Staatskanzlei, wir die Ressorts koordinieren. Im Innenministerium arbeitet unter Leitung der Beauftragten für den Wiederaufbau, Staatssekretärin Nicole Steingaß, eine neu geschaffene Aufbauabteilung, in der wir Expertinnen und Experten der Landesregierung aus unterschiedlichen Bereichen zusammengezogen haben. Sie befassen sich unter anderem mit der Koordinierung regelmäßiger Gespräche mit den Kommunalverantwortlichen, mit dem Förderwesen, mit Rechtsfragen, mit den Finanzen des Wiederaufbaus und vielem mehr. Unterstützt wird die Beauftragte für den Wiederaufbau, Staatssekretärin Nicole Steingaß durch den Vor-Ort-Beauftragten Günter Kern. Hinzu kommt die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz zur Unterstützung. Damit ist die Wiederaufbauorganisation komplett“, erläuterte Innenminister Roger Lewentz die Strukturen.

„Ich plädiere zudem sehr dafür, dass der Deutsche Bundestag noch im August zu einer Sondersitzung zusammentritt und sich mit den Wiederaufbauhilfen für die von der Hochwasserkatastrophe befasst. Wir brauchen Einigkeit darüber und ein klares Signal aus dem höchsten deutschen Parlament, dass dieser nationale Kraftakt gemeinsam gestemmt wird“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

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Kreisverwaltung Ahrweiler teilt vorläufige Schadenshöhe mit – Alleine im Ahrkreis über 3,7 Milliarden Euro

Ahrweiler – Massive Schäden an kommunalen Einrichtungen im Ahrtal. Die Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler hat massive Schäden an den kommunalen Einrichtungen verursacht. Zur Vorbereitung der geplanten Aufbauhilfen – über die im Rahmen der Bund-Länder-Konferenz am 10. August beraten wird – hat der eigens gebildete Aufbaustab des Landes Rheinland-Pfalz die betroffenen Landkreise und Städte um Meldung der Schadenshöhe gebeten. Hierunter fallen unter anderem Teile der Infrastruktur, Schulen und Kindertagesstätten sowie Sportanlagen.

Wie die Kreisverwaltung Ahrweiler nun mitteilt, belaufen sich die geschätzten und vorläufigen Kosten der Kommunen alleine im Ahrkreis auf über 3,7 Milliarden Euro.

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„Gemeinsam werden wir es schaffen“ Caritas hilft Flutopfern auf vielfältige Weise

Ahrweiler – Die Flut kam über Nacht und veränderte viele Leben. Auch zwei Drittel der Caritas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ahrweiler sind stark von der Überschwemmung betroffen. Doch trotz allem ist eine positive, konzentrierte Energie spürbar. Einige Mitarbeiterinnen kehren spontan aus dem Ruhestand zu ihrem alten Arbeitgeber zurück und helfen dem Caritasverband bei dieser Herkulesaufgabe. Schnell war das Team neu aufgestellt, um im ersten Schritt Betroffenen in Kooperation mit dem Landkreis Soforthilfe zugänglich zu machen.

„Ich habe keine Wohnung mehr, wo kann ich unterkommen?“, „Wo finde ich medizinische Versorgung?“, „Gibt es eine Anlaufstelle für meine Kinder?“, „Wie komme ich an eine Pumpe, ein Aggregat oder einen Bautrockner?“ Auch Fragen nach einer psychologischen Weiterversorgung kommen beim Fluthilfe-Team an. „Jede telefonische Anfrage ist gleichzeitig eine Eintrittskarte, um über das Erlebte zu sprechen, weshalb wir uns für jeden Anrufer viel Zeit nehmen“, berichtet Fluthilfekoordinatorin Silvia Plum, die wie ihre Kolleginnen unzählige traumatisierende Geschichten in den Gesprächen hört. Da weiß eine 87-Jährige nicht weiter, denn in die geflutete Wohnung wird sie nach der Klinikentlassung nicht zurückkehren können. Eine werdende Mutter fragt die Schwangerschaftsberatung, in welcher Klinik sie ihr Kind sicher zur Welt bringen kann. Acht Patienten der Caritas-Sozialstation haben die große Flut nicht überlebt, drei Patienten werden noch vermisst. Dort stellen sich die Pflegekräfte um und packen zur Grundversorgung zusätzlich Lebensmittel und Mineralwasser in ihre Fahrzeuge – wobei viele Patienten nur zu Fuß zu erreichen waren.

Jeden Tag ändert sich das Aufgabenprofil. Die „Tafel für jedermann“ in Ahrweiler und Sinzig hat ihre Öffnungszeiten angepasst. Mehrmals wöchentlich bespricht der Caritas-Krisenstab im Konferenzsaal akut notwendige Hilfen. Silvia Plum: „Es ist eine Herausausforderung, fachübergreifend handlungsfähig zu sein und Unterstützung direkt anbieten zu können. Ein Großteil unserer Arbeitszeit gehört der Fluthilfe, obwohl wir alle auch selbst betroffen sind. Gemeinsam werden wir es schaffen.“

Der Blick geht nach vorn: 35 von der Caritas Magdeburg zur Verfügung gestellte Bautrockner brummen bereits an der Ahr, und dringend werden größere Chargen gesucht. Eine Wohnungsbörse wird schon bald Orientierung und Hilfe geben. Der Shuttleservice des Projekts „Älterwerden in der Grafschaft“ bietet Fahrten zu den in Lantershofen aufgebauten Duschen an. Die integrative Kindertagesstätte St. Hildegard wird voraussichtlich demnächst in Birresdorf ihre Arbeit aufnehmen. An vielen Stellen leisten die Caritas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen großartigen Beitrag um, so Caritas-Geschäftsführer Richard Stahl, „das Leben im Ahrtal wieder lebenswert zu machen.“

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Neubau der Gasleitung startet am kommenden Montag 09. August

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Zwischen Lohrsdorf und Heppingen kommt es für sechs Wochen zu Verkehrsbehinderungen. Nachdem die Energienetze Mittelrhein (enm) nach der Flutkatastrophe in Bad Neuenahr-Ahrweiler den Stadtteil Lohrsdorf wieder mit Erdgas versorgen konnten, stehen nun die nächsten Schritte an. Am Montag, 9. August, beginnen die Netzexperten der enm mit den Arbeiten an einer neuen Gastransportleitung zwischen den Stadtteilen Lohrsdorf und Heppingen. „Dieser Leitungsabschnitt ist durch die Flut vollständig zerstört worden und muss neu gebaut werden“, erläutert Pressesprecher Marcelo Peerenboom.

Im Zuge dieser Bauarbeiten muss die Landskroner Straße von Dienstag, 17. August, an für eine Dauer von fünf bis sechs Wochen halbseitig gesperrt werden. Hierzu wird eine Baustellenampelanlage installiert. „Dies ist für uns die einzige Möglichkeit, unsere Leitungen in diesem Nadelöhr zwischen den Weinbergern und der Bahntrasse entlangzuführen“, berichtet Peerenboom. Die Arbeiten sind mit der Deutschen Bahn und dem Landesbetrieb Mobilität abgestimmt. Der Neubau dieser Gasleitung trägt dazu bei, die Erdgasversorgung in weiteren Teilen der stark betroffenen Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler wiederherzustellen. Der enm-Sprecher ergänzt: „Glücklicherweise konnten wir erreichen, dass die notwendigen betonummantelten Stahlrohre bereits geliefert sind, sodass wir direkt starten können.“

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Drei Landkreise unterzeichnen in der Vulkaneifel-Keisstadt Daun einen Letter of Intent

Daun – Interkommunale Zusammenarbeit BKS/WIL, COC/ZEL und DAU gestartet. Landrätin Julia Gieseking und die Landräte Gregor Eibes und Manfred Schnur haben den Letter of Intent für das Modellprojekt „Interkommunale Zusammenarbeit Eifel-Mosel-Hunsrück“ der Landkreise Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell und Vulkaneifel unterzeichnet und damit das Projekt gestartet. In den kommenden zwei Jahren wollen die Projektpartner in den Arbeitsfeldern Digitalisierung, Softwarenutzung und personelle Ressourcen mit Unterstützung des Ministeriums des Innern und für Sport verstärkt zusammenarbeiten.

Die Verwaltungsleitungen verständigten sich in der Sitzung insbesondere auf die Organisation des Modellprojektes. Es wurde neben dem Lenkungskreis, dem die Landrätin und die Landräte angehören, auch ein Steuerungskreis gebildet, dem die Büroleitungen der drei Verwaltungen sowie beratend auch die Vorsitzenden der jeweiligen Personalräte und die Leiter der Arbeitsgruppen aus den genannten Arbeitsfeldern angehören.

Unterstützt werden die jeweiligen Ebenen auch durch externe Experten, insbesondere durch eine wissenschaftliche Begleitforschung, die sich besonders auf die Übertragbarkeit auf andere Kommunen konzentriert.

In der kommenden Sitzung des Lenkungskreises sollen unter anderem die Bürgermeister der Verbandsgemeinden und verbandsfreien Gemeinden eingeladen werden. Diesen soll das Projekt näher vorgestellt werden, mit dem Ziel mögliche gemeinsame Ansatzpunkte zu finden, um den kreisangehörigen Bereich punktuell in das Projekt einzubinden.

Weitere Informationen zum Projekt sind auf der Internetseite des Projektträgers, der Kreisverwaltung Cochem-Zell, unter www.cochem-zell.de/ikzemh  zu finden.

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Minister Schweitzer lädt Bundesminister Scheuer zu Gespräch über Wiederaufbau der Flutregionen ein

Region/Mainz – Von den Zerstörungen durch die Jahrhundertflut ist auch die Telekommunikationsinfrastruktur insbesondere in den Landkreisen Ahrweiler, Trier-Saarburg und Vulkaneifel betroffen. „Die Linderung des Leids und der Wiederaufbau der lebensnotwendigen Infrastrukturen hat jetzt höchste Priorität. Daher habe ich Bundesminister Andreas Scheuer zu einem Gespräch eingeladen. Ziel ist es, gemeinsam mit den Telekommunikationsunternehmen die Hilfsmaßnahmen von Bund und Land miteinander synchronisieren und so einen koordinierten Wiederaufbau der Telekommunikationsinfrastrukturen sicherzustellen. Bund und Land stehen hier gemeinsam in der Pflicht“, sagte Digitalisierungsminister Schweitzer in Bezug auf ein Schreiben, das er an Bundesminister Scheuer gerichtet hat.

In dem Schreiben betont Schweitzer, dass die Linderung der Not und die Kommunikation in den betroffenen Regionen für die Menschen und die dort ansässigen Unternehmen derzeit an vorderster Stelle beim Wiederaufbau der Infrastruktur steht. „Wir müssen den Blick aber bereits jetzt weiter nach vorne richten. So muss sichergestellt sein, dass das neu zu errichtende Telekommunikationsnetz ausschließlich auf zukunftsfähigen, redundanten und resilienten Infrastrukturen aufgebaut wird“, sagte Schweitzer.

Der Instandsetzung veralteter Technik erteilte der Minister in diesem Kontext eine Absage. Ein besonderes Augenmerk solle dabei auf die Mobilfunkmasten gelegt werden, denn deren Anbindung über Erdkabel habe zu den Totalausfällen beigetragen. Hier könnten im Zuge des Wiederaufbaus Lösungen über Richtfunk zum Tragen kommen. Auch sei es zwingend erforderlich, die Stromversorgung von Mobilfunkmasten im Falle von Stromausfällen beispielsweise per Batterieversorgung für eine längere Zeit sicherzustellen.

„Unser Ziel muss es sein, gemeinsam die betroffenen Regionen zu einer Modellregion für den Glasfaserausbau und einen krisenfesten Mobilfunk zu entwickeln“, sagte Schweitzer.

Der Digitalisierungsminister würdigt in seinem Schreiben auch die Ausbauleistungen der Mobilfunknetzbetreiber. „Dank eines engagierten und zeitintensiven Handelns der Unternehmen ist es gelungen, innerhalb kürzester Zeit die Versorgung der Regionen mit Mobilfunk nahezu vollständig wiederherzustellen. Nun geht es darum, gemeinsam mit allen Beteiligten den Wiederaufbau der Telekommunikationsinfrastrukturen zu koordinieren und zukunftsfest zu machen. Hierzu braucht es einen Austausch gerade auch mit der Bundesebene“, sagte Schweitzer.