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Mutmacher entlang der Ahr

Bad Neuenahr-Ahrweiler/Koblenz – HwK-Team um Chef Ralf Hellrich informiert sich in Handwerksbetrieben zum Stand der Wiederaufbauarbeiten. Die Zeitrechnung im Ahrtal gliedert sich in „vor der Flut“ und „nach der Flut“. Das „danach“ ist stark geprägt vom Wiederaufbau. Handwerksbetriebe spielen dabei eine zentrale Rolle – als Aufbauer wie auch Flutbetroffene.

Rund 600 Handwerksbetriebe entlang der Ahr meldeten nach der Flut im Sommer 2021 „Land unter“. „Die Zerstörungen waren enorm und natürlich stand die Frage im Raum: Wo fängst du in diesem Chaos an, wie kriegst du das in den Griff?“, beschreibt Tischlermeister Thomas Nelles aus Bad Neuenahr-Ahrweiler die Situation nach der Flut gegenüber Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Der ist mit einem Kollegenteam auf Walking-Tour und tauscht sich mit flutbetroffenen Handwerkern zum Stand der Wiederaufbauarbeiten aus, will wissen, wie es läuft, wo es klemmt und wie die Kammer helfen kann, Probleme zu lösen.

Will Thomas Nelles zeigen, wo in der Firma das Wasser stand, muss er sich recken und den Arm Richtung Decke ausstrecken. Wie hier hat es viele andere Betriebe erwischt. Über Nacht wurden Vorzeigeunternehmen zum Schrottplatz. „Doch auch am Morgen danach waren wir Unternehmer, nicht Unterlasser“, sagt Nelles. Die ganze Familie, Mitarbeiter, Freunde und viele Helfer räumten auf und legten den Grundstein für einen erfolgreichen Neustart. Wobei die Kunden in der Priorisierung auf Platz eins standen. Um deren Probleme zu lösen, musste die eigene Fertigung schnellstmöglich anlaufen. Die präsentiert sich längst wieder in Topform, nur der Ausstellungsraum wird noch ein wenig Zeit brauchen. Ein typisches Phänomen des Ahr-Handwerks nach der Katastrophe: Man war für die Kunden da und stellte eigene Ansprüche hintenan.

Die Totalsanierung der Betriebe wurde ihrerseits genutzt, alles auf den neuesten Stand zu bringen. So im Geschäft von „Optik Eberle“, das mit seiner Einrichtung in einem historischen Haus inmitten der Ahrweiler Stadtmauer beeindruckt. „Wir hatten das Gebäude zwei Monate vor der Flut gekauft, waren versichert“, berichtet Thorsten Hermann, der zusammen mit Ehefrau Cornelia und fünf Mitarbeitern das Team stellt. Modern, ansprechend und technisch auf höchstem Niveau werden seit November 2022 wieder Kunden im Stammhaus versorgt. Zuvor hat man alle Leistungen aus einem Provisorium angeboten und war so schon direkt nach der Flut wieder für die Kunden da.

Wenige Meter weiter ist die Café-Konditorei und Bäckerei Schragen bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch hier hat die Inhaberfamilie nach der Flutkatastrophe entschieden: wenn Wiederaufbau, dann richtig. Selbst ein Holzbackofen zählt nun zur Neuausstattung. „Die Kunden danken es uns. Nicht nur die Produkte sind stark gefragt, es gibt auch viel Anerkennung für die Entscheidung, den Betrieb hier fortzuführen“, erklärt Jaqueline Schragen. Das gilt auch für die Fleischerei von Horst Albrecht. Er hat seinen Verkauf, wenige Meter entfernt von der Ahr in Bad Neuenahr, wieder aufgebaut, sogar vergrößert. Die Kundenresonanz ist gut, der Laden stark frequentiert.

Auf der anderen Straßenseite betreibt Bäckermeister Klaus Feuser sein Restaurant „Luthers“. Ambiente und Einrichtung beeindrucken – in weiten Teilen erstellt durch die „Schreinerei Nelles“. Das ist sinnbildhaft für die Solidarität – auch unter Handwerkskollegen. Man packt gemeinsam an und hilft sich.

Das berichtet genauso Felix Cestnik, Chef im Metallbaubetrieb „Meta-Bau Cestnik“. Bei ihm verursachten die Wassermassen ebenfalls einen Totalschaden, doch längst zählen er und sein Team mit ihren Türen, Fenstern oder Fassadenverkleidungen zu den verlässlichen Neugestaltern des Tals. Die Händler und Hersteller von Produktionsmaschinen erhalten von Cestnik und vielen anderen Handwerkern gute Noten: „Wir erfuhren bevorzugte Behandlung. Andere Kunden sind zugunsten des Ahrtals bei der anstehenden Auslieferung von Maschinen zurückgetreten.“

Die Hilfsbereitschaft unter Handwerkern lobt auch Paul-Adolf Knieps, der in Ahrweiler eine Tischlerei sowie ein Bestattungshaus in der vierten Generation führt. „Wir haben von Kollegen sofort Ersatzfahrzeuge gestellt bekommen, denn unsere Bestattungswagen wurden durch das Hochwasser zerstört.“ Die Tischlerei wird er nicht wieder aufbauen, doch der Bestattungsbereich wurde von Grund auf neu eingerichtet. Der Umgang mit dem Tod – ein weiteres Thema, das sich auf dramatische Weise für immer mit der Flutkatastrophe verbindet. 134 Menschen verloren ihr Leben, zwei werden noch immer vermisst.

Das ist eine andere Dimension, als die der zerstörten Häuser oder Werkstätten. Die lassen sich immerhin wieder aufbauen, selbst wenn der Aufwand enorm ist. Das gilt auch für den Friseurbetrieb von Björn Franke, der an der Wand seines komplett überarbeiteten Salons in Ahrweiler eine dicke Linie gezogen hat – mehr als zwei Meter über dem Fußboden. So hoch stand das Wasser. Doch hier ist der Neustart ebenfalls beeindruckend gut gelungen. Auf der anderen Seite der Ahrweiler Stadtmauer gilt das Gleiche für Friseur-Obermeister Daniel Röber. Er hatte mit der Lage seines Geschäfts Glück, denn das Wasser flutete „nur“ den Keller und zerstörte die Heizung. „In der Flutnacht waren wir erste Anlaufstelle für viele Betroffene, die wir aufnahmen.“ Der Friseursalon als Notunterkunft – eine weitere Geschichte, die in jener Nacht geschrieben wurde. „Es macht Mut, wenn man die Entwicklungen der Betriebe in den zurückliegenden Monaten wie auch die Macher-Qualitäten ihrer Mitarbeiter sieht“, fasst Ralf Hellrich nach den Gesprächen zusammen. Der Wiederaufbau bot eben auch Chancen, „die genutzt wurden. Unsere Handwerker können zu Recht stolz auf das Erreichte sein!“

Die Handwerkskammer weist in diesem Zusammenhang nochmals auf die Wiederaufbauhilfe unter www.handwerk-baut-auf.de hin. Mehr als 1.800 Handwerksbetriebe aus ganz Deutschland bieten hier ihre Unterstützung an und verfügen über freie Kapazitäten – übersichtlich nach Gewerken sortiert und durch die Handwerkskammern auf ihre Eintragung überprüft.

Mehr Informationen gibt bei der Handwerkskammer Koblenz Dennis Sisterhenn, Tel. 0261/ 398-285, dennis.sisterhenn@hwk-koblenz.de

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Stadt Alsdorf – Bei Inklusions-Koordination an Grundschulen steigt der Bedarf

Alsdorf – Bewerber sind aber rar – Der Bedarf ist riesig. Sagen die, die in den Grundschulen und in den Jugendämtern die Inklusion im Blick haben. Rar gesät sind jedoch bislang diejenigen, die sich in den Schulen vor Ort tatsächlich um diejenigen Kinder kümmern, die es schwer haben. Kinder mit Lernproblemen, mit Behinderungen, mit Formen von Autismus oder emotionalen Beeinträchtigungen. Kinder, die weit mehr brauchen als der reine Regelunterricht in Deutsch oder Mathe so hergibt.

An der Gemeinschaftsgrundschule Annapark war noch bis Sommer 2022 die Stelle für die Inklusionskoordination mit einer Sozialpädagogin besetzt. Seit sie fortging, ist die Stelle unbesetzt. Rund 380 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule, acht davon erhalten eine so genannte Schulbegleitung im Klassenzimmer. Dies ist nur eine mögliche Hilfeform einer ganzen Palette der unterstützenden Angebote im Bereich der seelischen oder drohenden seelischen Behinderung, wie sie im § 35a des SGBVIII beschrieben ist. Frühzeitig zu erkennen, bei welchen Schülerinnen und Schülern solch ein individueller Förderbedarf besteht und diese Schulbegleitung zu koordinieren, wäre eine Aufgabe der Inklusionskoordination. Eine weitere wäre die Beratung von Lehrkräften zum Thema Inklusion mit Blick darauf, welche Förderung in der Schule selbst noch ausgeschöpft werden kann. Auch die Unterstützung von Eltern gehört zur Inklusionskoordination, etwa in Form von Elternabenden, bei denen Hilfsangebote von Lerntherapien bis hin zu stationären Angeboten aufgezeigt werden können.

Dass die Stelle, die in Alsdorf in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) angesiedelt ist, nun seit längerem unbesetzt geblieben ist, ist für Schulleiterin Katja Ritter-Ott ein Zeichen dafür, „dass der Fachkräftemangel auch an dieser Stelle spürbar ist“. In Frage für diese Aufgabe kommen beispielsweise Menschen mit einem Hochschulabschluss in Sozialarbeit, Sozialpädagogik. Von denen gibt es zwar einige – doch sie bewerben sich offenbar eher anderweitig, so die Erfahrung von Katja Ritter-Ott. Womöglich, weil sie gar nicht auf das wichtige Aufgabenfeld der Inklusion an Grundschulen aufmerksam werden. Dort ist der Bedarf jedoch gestiegen, seit Eltern die Wahlfreiheit haben, ob sie ihr Kind an einer Regelschule oder einer Förderschule anmelden. „Damit die Inklusion an einer Regelschule wirklich gelingt, braucht es aber ein multiprofessionelles Team, in dem Schüler, Lehrer und Eltern durch das Thema geführt werden“, sagt Sabine Weller, Abteilungsleiterin der sozialen Dienste des Jugendamtes Alsdorf, „dafür ist die Inklusionskoordination mitentscheidend!“ Das wichtige Thema hat das Land aber nicht den Schulen zugeschlagen, sondern der Jugendhilfe. So müssen die Ämter tätig werden, wie im Alsdorfer Fall, wo mit dem SKF ein Kooperationspartner gefunden wurde. Die Hoffnung ist nun, dass die Aufmerksamkeit steigt, je mehr das Thema öffentlich gemacht wird. „Wir sprechen über dieses Thema, wo wir können“, sagt Sabine Weller. Denn wenn einer oder eine sich findet, profitiert eine ganze Schule. Für Alsdorf sind Bewerbungen möglich unter bewerbung@skf-alsdorf.de. (apa)

 

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Handelsabkommen Mercosur – Bundeskanzler Scholz verrät die Landwirtschaft

Region/Koblenz – Mit großer Sorge betrachtet der Präsident des BWV Rheinland-Nassau, Michael Horper, die Zusage des Bundeskanzlers Olaf Scholz, das Mercosur-Abkommen zügig zum Abschluss zu bringen. Scholz hatte diese Zusage während seiner Südamerika-Reise dem brasilianischen Präsidenten Luiz Lula da Silva gegeben und diese in einer gemeinsamen Abschlusserklärung auch unterschreiben.

Im Abkommen würde den Mercosur-Staaten Freihandelsquoten für Geflügelfleisch in Höhe von 180.000 Tonnen und ein zollfreies Lieferkontingent von 180.000 Tonnen Zucker jährlich zugestanden. Zudem soll der Import von 99.000 Tonnen Rindfleisch zu einem Zollsatz von 7,5 Prozent erlaubt werden. Für Ethanol aus dem Mercosur-Block ist ein Jahreszollkontingent von 650.000 Tonnen vorgesehen. Eine Folgenabschätzung von Wissenschaftlern der School of Economics and Political Science hatte im Dezember 2020 ergeben, dass die Einfuhren von Rindfleisch in die EU um 30 bis 64 Prozent zunehmen würden. Im Gegenzug würde die Rindfleischproduktion innerhalb der EU zurückgehen.

Man könne nicht Nachhaltigkeit von der Landwirtschaft fordern und dann für den sicher nicht nachhaltigen Schiffstransport von Rindfleisch aus Südamerika die Handelsschranken senken, kritisiert Horper das Vorgehen des Bundeskanzlers. Offensichtlich hat Scholz bei seiner Zusage vergessen, dass er geschworen habe „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“ und dazu zählten nun mal auch die Landwirte. Völlig unverständlich sei ihm, wie man angesichts der tiefgreifenden Veränderung der Lebensmittelversorgung und Ernährungssicherung sehenden Auges die Verdrängung der heimischen Lebensmittelerzeugung in Kauf nehmen wolle, um im Gegenzug u.a. mehr Autos zu exportieren. Es sei auch nicht schlüssig, den deutschen Landwirten mehr Tierwohl und weniger Pflanzenschutzanwendungen abzuverlangen und gleichzeitig Produkte aus Südamerika zuzulassen, die die deutschen Standards nicht erfüllten. „Mit diesem Abkommen wird Europa Zucker und Ethanol importieren, die in keiner Weise unseren Produktionsstandards entsprechen. Allein in Brasilien werden 27 Herbizide und Insektizide verwendet, die in Europa verboten sind, erinnert Horper an die Recherche von COPA, der Dachorganisation der europäischen Bauernverbände in Brüssel, die sich bereits 2019 deutlich gegen das Mercosur-Abkommen ausgesprochen hatte.

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Geplante Vollsperrung der A544 vom Autobahnkreuz Aachen zum Europaplatz

Aachen – Betriebliches Mobilitätsmanagement Teil der Lösung – Die geplante Vollsperrung der A544 vom Autobahnkreuz Aachen zum Europaplatz wird tausende Anwohner, Pendler und Unternehmen vor massive Probleme stellen. „Im Umkreis von einem Kilometer um die zu erneuernde Haarbachtalbrücke herum sind 430 Betriebe angesiedelt. Erweitert man den Radius auf fünf Kilometer, sind es knapp 14.300“, sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. „Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit betroffenen Unternehmen an Lösungen, um dem drohenden Verkehrskollaps in Aachen entgegenzusteuern“, kündigt Bayer an. Die A544 soll spätestens Ende dieses Jahres für voraussichtlich 22 Monate gesperrt werden.

Eine Möglichkeit, den Berufsverkehr zu reduzieren, bietet das betriebliche Mobilitätsmanagement der IHK Aachen und das gemeinsam mit der Stadt und der Städteregion Aachen initiierte Projekt „Clever mobil“. Es soll Unternehmen dabei helfen, ihre betriebliche Mobilität nachhaltiger zu gestalten und COeinzusparen. Jetzt – wenige Monate vor der Vollsperrung der A544 – kann es zusätzlich einen wertvollen Beitrag leisten, um das Verkehrsaufkommen um die Haarbachtalbrücke herum zu reduzieren.

Schon heute profitieren 25 Unternehmen mit mehr als 25.000 Mitarbeitenden von den Angeboten des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Durch Analysen von Pendlerbewegungen, Dienstreisen und Fahrzeugflotten sowie die testweise Bereitstellung von Fahrrädern, ÖPNV-Tickets, E-Autos oder E-Rollern werden unterschiedliche Möglichkeiten erprobt, um nachhaltiger zur Arbeit und zu Geschäftsterminen zu kommen.

„Mit passgenauen Maßnahmen können Unternehmen bis zu 20 Prozent ihrer innerbetrieblichen Fahrten einsparen“, betont Benjamin Haag. Der Mobilitätsexperte der IHK Aachen berät interessierte Unternehmen telefonisch unter der Durchwahl 0241 4460-131 oder per E-Mail an benjamin.haag@aachen.ihk.de.

Darüber hinaus bietet die IHK Aachen ab Freitag, 3. März, den Zertifikatslehrgang zum betrieblichen Mobilitätsmanager an. Das Angebot richtet sich an Mitarbeitende, die für ihren Betrieb die Mobilitätswende organisieren und umsetzen. „Wir haben in der Region Aachen bereits mehr Mobilitätsmanagerinnen und -manager ausgebildet als jede anderen Region Nordrhein-Westfalens“, hebt Haag hervor. „Außerdem haben die teilnehmenden Unternehmen die Chance, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren, weil sie die Themen Mobilität und Mitarbeitergesundheit perfekt kombinieren können.“

Der Lehrgang besteht aus sechs ganztägigen Modulen, die zwischen dem 3. März und 12. Mai sowohl in Präsenz als auch digital angeboten werden. Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung gibt es unter www.ihk-bemo.nrw/weiterbildung. Den Teilnehmenden wird zusätzlich die Möglichkeit geboten, sich mit weiteren künftigen Mobilitätsmanagern aus Nordrhein-Westfalen zu verknüpfen und ihr berufliches Netzwerk zu erweitern.

 

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Start für das „smarte“ Gewässer-Monitoring im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Bitburg – KfW unterstützt die Einführung digitaler Hochwassermelder als Teil des Modellprojekts Smart Cities. Die verheerenden Starkregenereignisse im Eifelkreis Bitburg-Prüm der zurückliegenden Jahre sind nachhaltig im kollektiven Gedächtnis eingebrannt. Parallel zu den Bewältigungsarbeiten sind in vielfältigen Bereichen Maßnahmen angelaufen, um künftig frühzeitig auf solche Ereignisse reagieren zu können. Das Modellprojekt Smart City möchte mit der Installation eines digitalen Gewässermonitoring-Systems einen ganz entscheidenden Beitrag zum Hochwasserschutzkonzept im Eifelkreis leisten. In seiner Sitzung am 30.01.2023 hat der Kreistag der Umsetzung des Projekts einstimmig zugestimmt.

Insbesondere entlang der Gewässer 2. Ordnung, zu denen u.a. die Flüsse Prüm, Nims, Kyll und Enz zählen, sollen autarke, batteriebetriebene Pegelsensoren (radar- oder ultraschall-basiert) mehrheitlich an bestehenden Brücken installiert werden. Diese liefern nahezu in Echtzeit Daten, die unter anderem von Hochwasser bedrohten Ortsgemeinden eine Vorwarnzeit von zwei Stunden geben können. Dies jedoch nur in einem ersten Step; das Konzept soll sukzessive ausgebaut werden. Schlussendlich soll eine KI (Künstliche Intelligenz) gestützte Auswertung nochmals frühere und präzisere Hochwasserwarnungen ermöglichen. Die Einrichtung des Monitoring-Systems konzentriert sich auf die Gewässer 2. Ordnung, da die dort ansässigen Ortsgemeinden vor allem in den Jahren 2018 und 2021 besonderes stark von Hochwasser- und Flutschäden betroffen waren.

Ziel beziehungsweise die Vision ist es, eine Datenplattform zu installieren, auf der die Sensordaten einfließen und KI-gestützt ausgewertet werden. Die Daten sollen dann sowohl dem Katastrophenschutz des Eifelkreises, dem Hochwasserschutz des Landes als auch der „Administration de la gestion de l’eau Division de l’hydrologie – Service hydrométrie“ im benachbarten Luxemburg zur Verfügung gestellt werden. Soweit möglich sollen die Pegel auch in die bereits bestehende App „Meine Pegel“ des länderübergreifenden Hochwasserportals eingebunden werden. Im Umkehrschluss sollen dort erhobene Daten in die Datenplattform des Eifelkreises zurückfließen.

Wie geht es weiter? Die Planungen und Vorbereitungen sind bereits fortgeschritten. Als wichtiger Baustein wurde eine Messstellenkarte mit den vorgesehenen Standorten erstellt. Das Projektbüro bereitet aktuell die Ausschreibung vor, damit die ersten Sensoren in den nächsten Monaten angebracht werden können.

Für das bei der Kreisverwaltung angesiedelte Projektbüro EIFELKREIS VERBINDET ist das Vorhaben von besonderer Wichtigkeit. Entsprechend groß war die Freude, als die Bewilligung der Fördermittel vonseiten der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zugesagt wurde. Weitere Informationen zum Modellprojekt unter www.eifelkreis-verbindet.de

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Feuchter Keller – sofort reagieren – DEKRA Experten warnen vor Sach- und Gebäudeschäden

Region/Stuttgart – Wer in seinem Keller einen modrigen Geruch wahrnimmt oder feuchte Stellen am Mauerwerk entdeckt, sollte der Sache sofort auf den Grund gehen, empfehlen die Bausachverständigen von DEKRA. Werden Feuchteschäden in Wänden oder Böden nicht zügig beseitigt, kann die Immobilie substanziell beeinträchtigt werden.

  • Stoßlüften an kalten und trockenen Wintertagen
  • Klarheit durch Feuchtigkeitsmesser und Schimmelpilz-Gutachten
  • Bei dauerhaften Problemen Fachmann einschalten

„Lange Zeit wurden Keller nur für untergeordnete Zwecke genutzt. Sie waren oft aus Naturstein gemauert, in der Regel unverputzt und wurden allenfalls zum Lagern von Kohle, Kartoffeln und anderer Vorräte verwendet“, erklärt Andreas Kraus, Bausachverständiger bei DEKRA. „Ein modriger Geruch war üblich und störte wenig. Der Standfestigkeit dieser massiven Bauteile hat dieser Umstand kaum etwas angetan.“

Keller häufig wie Wohnräume genutzt
Diese Zeit ist aber vorbei. „Bei modernen Gebäuden will man Kellerräume oft ähnlich einem Wohnraum nutzen oder Güter wie Möbel, Kleidung oder Bücher lagern, die nicht gut auf dauernde Feuchtigkeit reagieren“, sagt DEKRA Experte Kraus. Die Wände sind deshalb verputzt, gestrichen und Böden regelmäßig auch dort hochwertig belegt.

Kraus: „Eine über längere Zeit erhöhte Feuchtigkeit oder Nässe im Keller bedeutet eine Gefahr für gelagerte Vorräte, Kleidung, Möbel und technische Geräte. Sie bildet auch den Nährboden für Schimmel und kann die Bausubstanz des Hauses, insbesondere feuchteempfindliche Oberflächen wie Putze, Trockenbauplatten oder Fußbodenbeläge in Mitleidenschaft ziehen.“

Betroffene Bereiche eingrenzen und stoßlüften
Daher ist es wichtig, der Feuchtigkeit rasch auf den Grund zu gehen. Dazu sollten die betroffenen Bereiche frei geräumt und mithilfe eines Feuchtigkeitsmessers eingegrenzt werden. Ein Schimmelpilz-Gutachten durch einen Fachmann schafft schnell Klarheit, ob bereits ein größerer Schimmelbefall vorliegt und die Raumluft durch Sporen belastet ist. Ein Hygrometer zeigt an, wie stark die Luftfeuchtigkeit im Keller den anzustrebenden Normalwert von 50 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit übersteigt.

Als Sofortmaßnahme bietet sich an trockenen, kalten Wintertagen intensives Stoßlüften an. Dabei werden Fenster und Türen wiederholt minutenlang weit geöffnet, optimalerweise mit Durchzug. Die trockene kalte Außenluft kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und diese nach außen abführen.

Naheliegende Ursachen prüfen
Außerdem ist zu prüfen, ob naheliegende Ursachen für die erhöhte Feuchtigkeit in Frage kommen. Zum Beispiel das Eindringen von feuchter Luft aus einer Waschküche, einem Aquarium oder undichten Wasserleitungen. Gelangt feuchte Luft an kalte Wände, schlägt sich die Luftfeuchtigkeit dort in Form von Wassertröpfchen nieder. Vor allem bei Nutzung von Waschküchen ist auf geschlossene Türen und regelmäßiges Stoßlüften zu achten, um ein Ausbreiten von Feuchtigkeit zu vermeiden. Als Ursache kommen auch undichte Kellerfenster infrage, durch die feuchte Luft oder bei starkem Regen sogar Wasser eindringen kann.

Umgehend Fachmann einschalten
„Liegt die Ursache nicht auf der Hand und lässt sich das Problem nicht mit ‚Bordmitteln‘ beseitigen, empfiehlt es sich, umgehend einen Fachmann einzuschalten“, betont DEKRA Bauexperte Kraus. „Ein feuchter Keller kann auch die Folge eines Wasserrohrbruchs oder einer durchlässigen Kellerabdichtung sein.“

In solchen Fällen ist es notwendig, einen Rohrbruch von Wasser- oder Abwasserleitungen umgehend zu beseitigen, den Keller schnellstmöglich professionell abzudichten oder eine Drainage zu erneuern, damit sich das Wasser nicht weiter ausbreiten kann. „Es wird vielfach unterschätzt, welche substanziellen Schäden eindringende Feuchtigkeit oder Wasser über die Zeit im Haus anrichten kann“, warnt der Sachverständige.

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Land RLP fördert Gigabit-Ausbau im Landkreis Bernkastel-Wittlich mit rund 13 Millionen Euro

Wittlich/Mainz – Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer hat am vergangenen Freitag einen Förderbescheid in Höhe von 12.960.000 Euro zum Ausbau der digitalen Infrastrukturen an die Kreisverwaltung des Landkreises Bernkastel-Wittlich übergeben. Der Landkreis ist eine weitere Gebietskörperschaft in Rheinland-Pfalz, die von der Grauen-Flecken-Förderung des Bundes profitiert und eine Ko-Finanzierung des Landes erhält. „Flächendeckende Glasfaserinfrastrukturen sind die Voraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse in Rheinland-Pfalz. Das Glasfaser-Projekt im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist ein weiterer wichtiger Baustein zur Erreichung unseres Gigabit-Ziels“, betonte Schweitzer vor Ort.

Im Rahmen der Bundesförderung wird der Gigabitausbau im Kreis mit 16.200.000 Euro gefördert, der Landkreis Bernkastel-Wittlich beteiligt sich mit weiteren 3.240.000 Euro. Insgesamt stehen für den Gigabitausbau damit Fördermittel von Bund, Land und Kreis in Höhe von 32.400.000 Euro zur Verfügung.

Nach Ende der Maßnahme sollen voraussichtlich 4.499 Haushalte, 388 Gewerbegebietsadressen und eine Schule in den Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang am Erbeskopf, Traben-Trarbach, Wittlich-Land sowie der Stadt Wittlich und der Gemeinde Morbach zuverlässig mit Bandbreiten von mindestens 1 Gigabit pro Sekunde versorgt werden.

„Im Landkreis Bernkastel-Wittlich zieht die kommunale Familie – die vier Verbandsgemeinden, die Einheitsgemeinde Morbach und die Stadt Wittlich mit dem Kreis – an einem Strang, um den Ausbau der gigabitfähigen Infrastruktur in unserer Region voranzubringen. Damit legen wir den Grundstein für eine positive digitale Zukunft unseres Landkreises“, ist Landrat Gregor Eibes überzeugt.

„Wir sind stark beim Ausbau von Gigabit-Internet, wollen aber noch besser werden und diesen weiter vorantreiben. Als Land unterstützen wir deshalb derzeit 53 Breitbandausbauprojekte, um dem Ziel einer flächendeckenden Glasfaserinfrastruktur und Gigabit-Geschwindigkeiten in ganz Rheinland-Pfalz näherzukommen“, so Minister Schweitzer abschließend.

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DEKRA – 2023 steht der Austausch vieler Rauchwarnmelder an

Region/Stuttgart – In vielen Wohnungen in Deutschland müssen im Jahr 2023 die Rauchwarnmelder ausgetauscht werden, erinnern die Sachverständigen von DEKRA. Der Grund: Die Pflicht zum Einbau von Rauchmeldern ist in einigen Bundesländern vor rund zehn Jahren in Kraft getreten. Häufig werden Rauchwarnmelder verwendet, die nach etwa zehn Jahren oder sogar schon früher getauscht werden müssen, weil die Elektronik in den Geräten den Rauch eines entstehenden Brandes nicht mehr ausreichend schnell und zuverlässig erkennen kann, beobachten DEKRA Experten. Das gilt auch für Geräte, deren Batterie ausgetauscht werden kann.

„Rauchwarnmelder ist ein Thema, das alle betrifft“, betont DEKRA Brandschutz-Experte Lars Inderthal. „Bei einem Brand sterben die meisten Menschen nicht durch Feuer, sondern an einer Rauchgasvergiftung.“ Im Schlaf ist die Fähigkeit verringert, Rauch oder Feuer zu bemerken. Daher ist die Gefahr groß, im Schlaf von Rauchgas vergiftet zu werden. In Deutschland kommen jährlich mehr als 300 Menschen bei Wohnungsbränden ums Leben. Zwei von drei werden im Schlaf überrascht.

Vom Austausch in erster Linie betroffen sind Haushalte in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen. In diesen Ländern ist die Übergangsfrist zum Einbau von Rauchwarnmeldern in den Jahren 2012 bis 2014 ausgelaufen. Für den Austausch der Rauchwarnmelder nach Ablauf der Lebensdauer sind in allen Bundesländern die Eigentümer verantwortlich.

„Wir empfehlen Eigentümern und Eigentümerinnen selbstgenutzter und vermieteter Wohnungen und Häuser, sich frühzeitig um den Austausch zu kümmern“, sagt DEKRA Brandschutz-Experte Lars Inderthal. „Die Technik der Geräte wurde in den vergangenen zehn Jahren weiterentwickelt“, erläutert Inderthal. „Geräte der neuesten Generation mit dem ‚Q-Label‘ neigen kaum noch zu Fehlalarmen und erkennen Störungen selbständig. Durch die fest eingebaute Batterie funktionieren sie zehn Jahre lang sehr zuverlässig.“

Welche Räume mit Rauchwarnmelder ausgestattet werden müssen, ist in den Landesbauordnungen der Bundesländer geregelt. Zur Mindestausstattung gehören Rauchwarnmelder in Schlaf-, Gäste-, Kinderzimmern und Fluren sowie in Räumen, die als Rettungswege zum Verlassen der Wohnung genutzt werden müssen. In Berlin und Brandenburg ist ein Warngerät auch im Wohnzimmer und in anderen Aufenthaltsräumen vorgeschrieben, in anderen Bundesländern wird dies empfohlen. Weitere Informationen und Kontakte: www.rauchmelder-lebensretter.de

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Sprengung von Geldautomaten – Kreissparkasse Ahrweiler schließt Filialen in der Zeit von 23:00 bis 06:00 Uhr

Ahrweiler – Die Kreissparkasse Ahrweiler schließt ab sofort die SB-Bereiche ihrer Filialen in der Zeit von 23:00 bis 06:00 Uhr. Grund hierfür ist die zuletzt gestiegene und anhaltend hohe Risikolage in Bezug auf die Sprengung von Geldautomaten. Bereits in der Vergangenheit zählte die Schließung einzelner Filialen in den Nachtstunden zu den zahlreichen Sicherheitsmaßnahmen zur Vorbeugung gegen Automatensprengungen. Nun erfolgt der Schritt, die SB-Bereiche aller Filialen über Nacht zu schließen.

„Die Sicherheit unserer Kundschaft, der Anwohner und der Bürgerinnen und Bürger liegt uns am Herzen. Das Risiko, dass bei einer möglichen Geldautomatensprengung Menschen verletzt werden könnten, gilt es unbedingt zu vermeiden.

Aus diesem Grund haben wir uns nun zu diesem Schritt entschieden und folgen damit der Empfehlung von Bund, Ländern und Verbänden zur gemeinsamen Bekämpfung von Geldautomaten-Sprengungen in Deutschland “, erklärt Guido Mombauer, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Ahrweiler, und führt weiter aus: „Eine flächendeckende und sichere Bargeldversorgung gehen aus unserer Sicht nur Hand in Hand. Und für eine solche bedarf es einer regelmäßigen Überprüfung und ggf. auch Anpassung der getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze aller. Hierfür bitten wir um Ihr Verständnis“.

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Deutsche Energy Terminal GmbH nimmt den Geschäftsbetrieb auf

Region/Berlin – Die neu gegründete, bundeseigene Deutsche Energy Terminal GmbH (DET) nimmt den Geschäftsbetrieb auf. Die bundeseigene Gesellschaft wird die fünf staatlich angemieteten, schwimmenden LNG-Terminals (FSRU) an den Standorten Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Stade und Lubmin betreiben.

Die DET hält die Charterverträge für die Schiffe und verantwortet den technisch, kommerziellen Betrieb der Terminals. Dazu wird auf erfahrene Dienstleiter zurückgegriffen. Zu den Aufgaben gehört auch die Sicherstellung, dass die landseitige Infrastruktur in den Häfen, vor allem die spezialisierten Liegeplätze errichtet werden. Die DET kooperiert dabei mit zahlreichen Partnern, insbesondere Gashändlern, Schiffseignern, Hafenbetreibern, Netzbetreibern und den Genehmigungsbehörden.

Die DET bündelt die mit dem Betrieb des Terminals insgesamt erforderlichen Ausgaben. Gleichzeitig erhält sie aus der Vermarktung der Regasifizierungskapazitäten von LNG-Lieferanten die anfallenden Nutzungsentgelte.

Die DET ist eine 100%ige Tochter des Bundes. Die Beteiligungsführung auf Seiten der Bundesregierung liegt im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

Als Geschäftsführer wurde Dr. Peter Röttgen bestellt, der zuvor in verschiedenen Energieversorgungsunternehmen wie auch im öffentlichen Dienst und Verbänden tätig war.

Mit den aktuell fünf staatlich gemieteten Flüssigerdgasterminals sichert die Bundesregierung die Energieversorgung. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die im letzten September erfolgte vollständige Einstellung der Lieferungen über die Gaspipeline Nord Stream 1 durch Russland hat mehr als deutlich gemacht, dass eine Diversifizierung von Lieferquellen zur Stärkung der Vorsorge und Resilienz erforderlich ist. Zugleich muss der Umbau hin zu Erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz konsequent vorangetrieben werden.