Kategorien
Gesundheit Kunst & Kultur News Politik Top-Events Top-Themen Tourismus Wirtschaft

Wartungsarbeiten – Die Eifelschau optimiert die User Experience

Region/Weiler – In der Zeit vom 06. September bis voraussichtlich 18. September 2023 mittags führt die Eifelschau Wartungsarbeiten und Optimierungen an den IT-Systemen durch. In diesem Zeitraum können daher keine aktuellen Beiträge veröffentlicht werden.

Ab dem 18. September 2023 mittags bieten wir unseren Leserinnen und Lesern sowie unseren Werbepartnern wieder das bestmögliche Erlebnis. Wir bitten um  Ihr Verständnis.

Ihr Eifelschau-Team

Kategorien
Top-Themen

EIFEL Produzent Hof Steinrausch – bio – regional – nachhaltig

Prüm/Wascheid – Eine optimale Kombination für den Verbraucher: regionale Produkte aus ökologischem Anbau – das bietet der EIFEL Produzent Hof Steinrausch aus Wascheid bei Prüm. Das Team der Regionalmarke EIFEL war bei der Biokontrolle dabei und gibt einen Einblick in die Kriterien, die an den EIFEL Bio-Produzenten gestellt werden.

Der Hof Steinrausch wird ausschließlich ökologisch bewirtschaftet und ist einer von 290 Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau in Deutschland. Um den Status eines geprüften Bio-Betriebs zu erhalten,  wird der Betrieb jährlich nach der EU-Öko-Verordnung sowie den Bioland-Richtlinien geprüft. Neben der Einhaltung dieser Kriterien verpflichtet sich der Hof Steinrausch als EIFEL Produzent für EIFEL Bio-Käse aus Ziegenmilch zudem dazu, die Qualitätskriterien der Regionalmarke EIFEL einzuhalten.

Welche Kriterien umfasst die Biokontrolle?

Die Zertifizierung nach der EU-Öko-Verordnung und den Bioland-Richtlinien ist sehr umfassend. Im Fokus stehen u.a. Themen wie: Kreislaufwirtschaft, artgerechte Tierhaltung, Förderung biologischer Vielfalt und die Bewahrung natürlicher Lebensgrundlagen. Im Rahmen der Biokontrolle wird geprüft, ob alle Anforderungen eingehalten werden. Hierzu findet eine Vor-Ort-Kontrolle durch ein unabhängiges Prüfinstitut statt. Der/die Biokontrolleur/in schaut sich den Hof, die bewirtschafteten Flächen und die Tiere an und prüft Dokumente wie Betriebsaufzeichnungen, Rechnungen, Lieferscheine u.v.m. Am Ende der Kontrolle steht die ausgefüllte Checkliste und, falls keine kritischen Abweichungen vorliegen, die Empfehlung des/der Kontrolleurs/Kontrolleurin, die Zertifizierung zu erneuern.

Welche zusätzlichen Anforderungen stellt die Regionalmarke EIFEL (RME) an den Hof Steinrausch?

Die Zertifizierung nach der EU-Öko-Verordnung und darüber hinaus die Einhaltung der Bioland-Richtlinien bilden die Basis zur Erfüllung der Qualitätskriterien der RME. Weiterhin weist der Hof Steinrausch z.B. nach, dass sich die bewirtschafteten Flächen des Betriebs in der Eifel befinden, dass das Grundfutter für die Ziegen zu 100 % aus der Eifel bzw. sogar vom eigenen Hof stammt und, dass die Ziegenmilch für den EIFEL Bio-Ziegenkäse ausschließlich aus der Eifel bzw. vom eigenen Hof kommt. Der Hof Steinrausch erfüllt somit die Kriterien Regionalität und Transparenz, nachweislich und neutral kontrolliert.

Wie erkenne ich als Verbraucher, dass ein Produkt die genannten Kriterien erfüllt?

Ich erkenne Bio-Produkte am EU-Bio-Logo, ein stilisiertes Blatt aus Sternchen auf grünem Grund. Die Bioland-Produkte tragen zusätzlich das dunkelgrüne Bioland-Logo. Erfüllen die Produkte darüber hinaus die Kriterien der Regionalmarke EIFEL, sind diese mit dem bunten EIFEL-e gekennzeichnet.

Welchen Mehrwert bietet mir als Verbraucher der Kauf und Konsum regionaler Bio-Produkte?

Ich kann mich zu 100 % darauf verlassen, dass die jeweiligen Kriterien bei den Produzenten neutral kontrolliert und somit garantiert eingehalten werden. Mit dem Kauf und Konsum bio-regionaler Produkte fördere ich die Wertschöpfung in meiner Heimat und übernehme Verantwortung für mich und die Region.

Weitere Informationen zum Hof Steinrausch, zum EIFEL Bio-Käse aus Ziegenmilch, zu den Tieren und zum ökologischen Landbau finden sich auf der Website des Betriebs: http://www.hof-steinrausch.de/

Das Team der Regionalmarke EIFEL ist stolz einen Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau wie den Hof Steinrausch im Netzwerk der EIFEL Produzenten zu haben. Hier wird die Identifikation mit den Werten der Regionalmarke EIFEL – Qualität, Regionalität, Transparenz und Nachhaltigkeit – spürbar, erlebbar und sogar schmeckbar.

 

Kategorien
Top-Themen

„DFB-Punktespiel“ – Start der Vereinsaktion zur EURO 2024

Region/Hennef – Der Deutsche Fußball-Bund, die 21 Landesverbände und die DFB EURO GmbH haben eine bundesweite Vereinsaktion zur UEFA EURO 2024 gestartet. Die Verbände werden die mehr als 24.000 Amateurklubs in Deutschland mit hilfreichen Angeboten in der Vereinsentwicklung unterstützen. Bis zum 31. Juli 2024 können pro umgesetzter Maßnahme Punkte gesammelt werden. Es warten attraktive Prämien – bis hin zu einem Event-Tag mit der deutschen Nationalmannschaft am DFB-Campus oder einem Kurztrainingslager im Team Basecamp von adidas in Herzogenaurach.

Die Europameisterschaft 2024 im eigenen Land steht vor der Tür. Das DFB-Punktespiel sorgt dafür, dass der Amateurfußball schon heute gewinnt. Engagierte Vereine machen sich durch die Umsetzung vielfältiger Maßnahmen fit für die EURO, tun damit etwas für die eigene Vereinsentwicklung und erspielen sich gleichzeitig Punkte. Schon kleinere Aktivitäten wie beispielsweise die Bewerbung eines Schiri-Lehrgangs durch einen Aushang am Vereinsheim oder der Besuch eines DFB-Mobils lassen den Zählerstand steigen. Je größer die Maßnahme – wie zum Beispiel die Einführung eines neuen Fußballangebots im Verein oder die Kooperation mit einer Schule/Kita – desto mehr Punkte warten auf die Vereine.

Mit zunehmender Punktzahl steigen die Vereine im Level auf. Wer den Bronze-, Silber- oder sogar Gold-Status im DFB-Punktespiel erreicht, gewinnt Garantiepreise wie beispielsweise ein Trainingspaket (Mini-Tore, Bälle und Leibchen) oder ein Technikpaket (Laptop, Lautsprecher und Mikrofon). In jedem Level warten zusätzliche Verlosungspreise wie zum Beispiel ein Treffen mit der Nationalmannschaft der Männer und Frauen am DFB-Campus.

Bis zum Start der ersten Runde im DFB-Pokal können sich Amateurvereine bereits auf https://punktespiel.dfb.de einen Überblick über die Maßnahmen und Preise verschaffen. Auf die ersten 1.000 Amateurklubs, die sich ab dem 10. August 2023 offiziell registrieren, wartet schon der erste Sonderpreis: ein Paket mit fünf Nationalmannschaftstrikots.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagt: „Wir erleben Woche für Woche auf unseren Fußballplätzen – im Profi- und im Amateurbereich, bei Frauen und bei Männern – die Begeisterung und die Leidenschaft für den Fußball. Für viele Menschen im Land und auch für mich ganz persönlich gilt der Satz: Fußballzeit war und ist die beste Zeit. Vor allem natürlich, wenn man Gastgeber eines großen Turniers ist. Wir freuen uns auf die Heim-EM im kommenden Jahr. Und wir wollen, dass sie für unsere Amateurvereine zu einem echten Gewinn wird. Deshalb lohnt sich die Teilnahme am DFB-Punktespiel.“

Peter Frymuth, DFB-Vizepräsident für Spielbetrieb und Fußballentwicklung, sagt: „Unsere Amateurvereine leisten herausragende Arbeit. Die EURO 2024 bietet für sie eine Chance zur Weiterentwicklung. Das DFB-Punktespiel soll sie zusätzlich motivieren, gemeinsam mit ihrem Landesverband die Herausforderungen im Verein durch zielgerichtete Maßnahmen anzugehen. Bei der Gewinnung von Spielerinnen und Spielern, bei der Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern und auch dem Werben für neue Schiris soll das Punktespiel Engagement unterstützen. Wir möchten die Vereine für ihr engagiertes Arbeiten mit tollen Preisen belohnen.“

DFB-Nationalmannschaftsdirektor Rudi Völler sagt: „Fast alle Nationalspieler haben das fußballerische Einmaleins in Amateurvereinen gelernt. Das besondere Engagement der Ehrenamtlichen legt die Basis für den sportlichen Erfolg unserer Nationalmannschaft. Das DFB-Punktespiel ist ein Dankeschön für diesen unersetzbaren Beitrag aus dem Amateurfußball. Deshalb bringen wir uns als Nationalmannschaft sehr gerne bei den Prämien ein. Wir freuen uns auf euch!“

Christos Katzidis, Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, sagt: „Wir wollen im Rahmen der EURO 2024 neben ehrenamtlichem Engagement auch den Amateur- und Jugendfußball in den Mittelpunkt rücken. Wichtig ist uns dabei, die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur in den Amateurvereinen zu unterstützen. Genau da setzt das DFB-Punktespiel an. Durch das Sammeln von Punkten können FVM-Vereine viele attraktive Preise gewinnen: Von praktischen Sachgewinnen, wie Bälle, Leibchen und Tore, die Vereine bei Trainings und im Spiel einsetzen können, bis hin zu einzigartigen Momenten für Ehrenamtliche. Wir hoffen, dass sich möglichst viele Vereine an diesem tollen Punktespiel beteiligen.“

So funktioniert das DFB-Punktespiel: Vereinsverantwortliche registrieren ihren Amateurverein auf https://punktespiel.dfb.de. Wichtig: Hierfür ist aus steuerrechtlichen Gründen für die Gewinnpreisvergabe ein Gemeinnützigkeitsnachweis erforderlich. Auf der Webseite zum „DFB-Punktespiel“ finden sich insgesamt 18 Maßnahmen aus vier Kategorien (Spieler*innen, Trainer*innen, Schiedsrichter*innen und Vereinsleben), für deren Umsetzung jeweils 10, 25 oder 50 Punkte gesammelt werden können. In der Online-Übersicht ist für Vereine einsehbar, welchen Punktestand sie erreicht haben und welche Maßnahmen sie noch umsetzen können, um weitere Punkte zu erhalten. Wichtiger Hinweis: Es ist nicht erforderlich, alle 18 Maßnahmen umzusetzen, um das Gold-Level zu erreichen.

Bereits umgesetzte Maßnahmen können die Amateurklubs auch rückwirkend bis zum 1. Juli 2023 geltend machen. Gesammelt werden können die Punkte bis zum 31. Juli 2024. Abhängig vom erreichten Level (Gold, Silber, Bronze) gewinnen die Vereine verschiedene Garantiepreise. In Verlosungen haben sie die zusätzliche Chance auf attraktive Hauptpreise. Das DFB-Punktespiel läuft bis 31. Juli 2024.

Alle Informationen finden sich auf https://punktespiel.dfb.de

Kategorien
Top-Themen

Auf Starkregen und Hochwasser besser vorbereitet – Aktionstag am 12. August in Meckenheim

Meckenheim – Ist mein Haus starkregen- oder hochwassergefährdet? Ist mein Keller vor Rückstau aus dem Kanal geschützt? Was zeichnet Hochwasserschutzsysteme für Türen und Fenster aus? Mit welchen Gerätschaften erfolgt die Gewässerunterhaltung? Antworten auf all diese Fragen liefert der Aktionstag zu den Themen Starkregen und Hochwasser, den die Stadt Meckenheim unter dem Motto „Besser vorbereitet!“ am Samstag, 12. August, von 10 Uhr bis 16 Uhr in der Jungholzhalle durchführt. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen des städtischen Fachbereichs Verkehr und Grünflächen, Michaela Kempf und Miriam Böckmann, dem Fachbereichsleiter Marcus Witsch und dem Ersten Beigeordneten Hans Dieter Wirtz erläuterte Bürgermeister Holger Jung das umfassende Programm.

„Wir möchten unsere Bürgerinnen und Bürger für die Gefahren von Starkregen und Hochwasser sensibilisieren und sie dazu ermutigen, aktiv Vorsorge zu treffen. Der Aktionstag bietet eine hervorragende Gelegenheit, bewährte Schutzmaßnahmen kennenzulernen und praktische Tipps zur Vorsorge im eigenen Zuhause zu erhalten“, sagte Holger Jung.

Die Veranstaltung hält eine Fülle von Informationsmöglichkeiten bereit, darunter aufschlussreiche Vorträge renommierter Experten sowie verschiedene Beratungs- und Informationsstände mit allerlei Anschauungsmaterial aus den Bereichen Hochwasserschutz und Starkregenvorsorge.

An den Informations- und Beratungsständen haben die Besucherinnen und Besucher von 10 Uhr bis 16 Uhr die Möglichkeit, sich von verschiedenen Experten unter anderem vom HochwasserKompetenzCentrum (HKC), Erftverband und von der Verbraucherzentrale NRW individuell beraten zu lassen und konkrete Fragen zu stellen. Die Handwerkskammer zu Köln hilft dabei, Fachfirmen für Sanierungs- bzw. Präventionsmaßnahmen zu finden. Zudem präsentieren die Städte Meckenheim und Rheinbach sowie die Gemeinden Swisttal und Wachtberg ihre bereits umgesetzten und geplanten Projekte. Darüber hinaus stehen verschiedene Anbieter von Hochwasserschutzsystemen und Entwässerungslösungen sowie Hilfsorganisationen für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Das Vortragsprogramm bietet zwischen 10.15 Uhr und 13.30 Uhr anschauliche und praxisbezogene Präsentationen, beispielsweise zur privaten Hochwasser- und Starkregenvorsorge, zum Starkregenrisikomanagement für die Stadt Meckenheim sowie zur Interkommunalen Hochwasserschutzkooperation Erft.

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, die Veranstaltung in und vor der Jungholzhalle zu besuchen, um zu erfahren, wie sie ihr Eigentum und sich selbst vor den Gefahren zukünftiger Starkregen- und Hochwasserereignisse schützen können. „Dieser Aktionstag ist keine Fachveranstaltung für ein ausgewähltes Publikum, sondern praxisnah aufgebaut. Er veranschaulicht sehr konkret, was jede Einzelne und jeder Einzelne zu Hause machen kann“, erklärte Miriam Böckmann. „Daher wendet sich der Aktionstag am 12. August an die breite Öffentlichkeit“, verdeutlichte Michaela Kempf. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Kategorien
Top-Themen

Ernte 2023 – Durchschnittliche Getreideernte – örtlich katastrophal

Region/Koblenz/Mörschbach – Im Rahmen der jährlichen Erntepressekonferenz erläuterte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, ÖR Michael Horper, bei der Raiffeisen-Hunsrück-Handelsgesellschaft in Mörschbach die Erntesituation im nördlichen Rheinland-Pfalz. Bis Mitte Mai gab es reichlich Regen und das Getreide stand im Frühjahr weitgehend dicht und mastig auf den Feldern. Danach begann eine längere Trockenphase, die die Hoffnung auf eine insgesamt gute Getreideernte zunichtemachte.

Horper: „Die Landwirtschaft kommt mit den Widrigkeiten des Wetters klar, nicht aber mit unverständlichen politischen Entscheidungen. Ich werde weiter darum kämpfen, dass alle Bäuerinnen und Bauern ihre Kulturen schützen dürften. Ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten jeglicher Art ist mit mir nicht zu machen.“ Weiter stellte er klar, dass auch die Naturwiederherstellungsrichtlinie der EU nicht zur Enteignung der Landwirte führen dürfe. Vielmehr sei die Landwirtschaft bereit intensiv für den Naturschutz zu arbeiten. Es sei vielmehr an der Zeit, dass die Flächenversiegelung, die Zerschneidung der Landschaften mit Verkehrsprojekten und das Ausbreiten von Steingärten und Rasenwüsten in den Hausgärten gestoppt werde.

Zur Ernte 2023 erklärte Horper: „Die Pflanzenbestände waren in den Trockenphasen ab Ende Mai aufgrund lokal sehr unterschiedlicher Niederschlagsereignisse nicht einheitlich gewesen. Also gibt es Regionen, die deutlich stärker unter Wassermangel gelitten haben als andere. Dies trifft vor allem für die Westeifel, den Hunsrück und das Nahegebiet zu.“ Auch die Wasserhaltefähigkeit der Böden sei ausschlaggebend für die Ertrags- und Qualitätsentwicklung. Regionen mit leichteren, d. h. sandigeren Böden, hätten deutlich unterdurchschnittliche Erntemengen eingefahren.

Die Wintergerste, die überwiegend als Futtergetreide und zum Teil als Braugerste genutzt werde, habe gute Erträge erzielt. Auch die Qualitäten seien insgesamt zufriedenstellend. Die Erzeugerpreise für Wintergerste lägen zur Zeit um 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau, das allerdings noch stärker von der Ukrainekrise geprägt gewesen sei als heute. Die Sommerbraugerste sei ein Sorgenkind der diesjährigen Ernte, betonte der Präsident, da gerade die spät ausgesäten Kulturen vom Frühjahrsregen nicht mehr profitiert hätten. Weniger Ähren tragende Halme und eine schlechte Kornausbildung seien die Folge. Das Ergebnis seien vereinzelte Totalausfälle und Erträge bis höchstens mageren fünf Tonnen pro Hektar.

Der Winterweizen sei weitgehend noch nicht geerntet, so Horper, es werde aber mit leicht unterdurchschnittlichen Erträgen gerechnet. Der Weizen profitiere noch von der Winterfeuchte. Die Sommertrockenheit führe aber auch bei sandigerem Untergrund zu einer schlechteren Kornausbildung. Erträge über sieben Tonnen pro Hektar seien daher voraussichtlich eher selten anzutreffen. Die Eiweißgehalte würden offensichtlich den Qualitätsnormen für Brotweizen entsprechen. Spitzenqualitäten seien in der Regel aber nicht zu erwarten. Die aktuellen Erzeugerpreise seien allenfalls zufriedenstellend, erklärte der Präsident.

„Auch die Rapsernte gibt keinen Anlass zur Freude. Die Erträge werden 2023 sehr unterschiedlich sein und sich zwischen 2 und 4 Tonnen pro Hektar bewegen.“ Hier gebe es einen merklichen Ertragsrückgang, der einerseits auf die Witterungsschwankungen und andererseits auf fehlende Pflanzenschutzmittel zurückzuführen sei. Rapserdfloh und Rapsglanzkäfer könnten nicht optimal bekämpft werden, sodass auch wirtschaftliche Schäden durch Schädlinge eingetreten seien. Die Erzeugerpreise lägen über 400 Euro die Tonne, was die geringeren Erträge wirtschaftlich teilweise kompensieren könne.

Problematisch entwickle sich aktuell die Situation in der Viehhaltung. Nach einem ersten akzeptablen guten Grünschnitt, seien danach keine weiteren ertragreichen Ernten mehr eingefahren worden. Den Betrieben fehle häufig der zweite und dritte Schnitt und somit über 40 Prozent des Gesamtjahresertrages des Grünlandes. Auch der Mais leide unter der aktuellen Trockenheit. Hoffnung mache allerdings der aktuelle Regen. Der Mais könne noch Vegetationsrückstände kompensieren. Eine weitere längere Trockenheitsphase wäre allerdings fatal, machte Horper deutlich.

Der Obstbau profitiere von den Wurzeln der Obstbäume, die in tiefere Bodenschichten vordringen und somit Trockenphasen überstehen könnten. Ernteeinbußen seien daher beim Baumobst nicht zu verzeichnen. Zwar gebe es bei den Äpfeln aktuell kleinere Fruchtgrößen, die aber aufgrund der Ernte im Herbst noch durch Regen oder, wo möglich, durch Bewässerung, kompensiert werden könnten. Auch die Erdbeerbetriebe blickten auf eine zufriedenstellende Saison zurück, die durch einen späteren Saisonstart, daraus resultierende geringere Konkurrenz durch Importware und gute Erzeugerpreise gekennzeichnet gewesen sei, erklärte BWV-Präsident Horper. Ohnehin habe die Hitze in Südeuropa den Obstimport nach Deutschland deutlich verringert, was zu einer Entspannung auf dem deutschen Obstmarkt geführt habe.

Kategorien
Top-Themen

Forschung – Hohes Risiko für Kopfverletzungen bei E-Scooter-Unfällen 

Region/Stuttgart – Die Bedeutung von E-Scootern als Verkehrsmittel nimmt zu – und damit auch ihr Anteil an der Unfallstatistik. In Deutschland wurden im Jahr 2022 insgesamt 8.260 Unfälle mit Personenschaden durch die Polizei aufgenommen, an denen E Scooter beteiligt waren. Dabei kamen elf Menschen ums Leben, mehr als 1.200 wurden schwer verletzt. Besonders gefährdet ist bei E-Scooter-Unfällen der Kopf. Das ist das erste Ergebnis eines Forschungsprojekts mit der DEKRA Unfallforschung und zwei Hochschulen.

  • Simulationsmodell auf Basis von DEKRA Crashtest entwickelt
  • Kopfanprall am Boden nahezu in jedem Fall – mit oft schweren Folgen
  • Weitere Untersuchungen zum Effekt von Helmen noch in diesem Jahr

In dem gemeinsamen Projekt mit Forscherinnen und Forschern der Université Gustave Eiffel in Marseille (Frankreich) und der École de Technologie Supérieure in Montréal (Kanada) wurde ein Simulationsmodell entwickelt. „Im Zentrum des Projekts stand die Validierung dieses Modells auf Basis eines DEKRA Crashtests“, erklärt Andreas Schäuble, Biomechaniker in der DEKRA Unfallforschung. „Dabei fuhr ein E-Scooter gegen eine Bordsteinkante – ein häufiges Unfallszenario in der Realität. Nicht umsonst machen Alleinunfälle ohne Unfallgegner in der Statistik mehr als ein Drittel aller E-Scooter-Unfälle aus.“

Mit der Simulation wurden mehr als 160 einzelne Unfallszenarien untersucht, die sich unter anderem in der Ausgangsgeschwindigkeit, im Anprallwinkel an die Bordsteinkante und in der Größe der Person auf dem E-Scooter unterschieden. Ziel war es, mehr über die Aufprallkinematik zu erfahren – also darüber, was bei und nach einem Aufprall mit dem menschlichen Körper passiert. „Davon ausgehend lässt sich dann die Verletzungswahrscheinlichkeit beziffern“, erklärt der DEKRA Experte.

Erstes Ergebnis der Forschung: Bei Stürzen wie in den untersuchten Szenarien ist der Kopf besonders gefährdet – in nahezu allen Fällen kam es zum Aufprall des Kopfs auf dem Boden mit der Gefahr von Gehirnerschütterungen. 90 Prozent der Fälle zeigten das Risiko schwerer bis schwerster Kopfverletzungen. Dabei lagen die Anprallgeschwindigkeiten im Bereich der Prüfvorgaben von Fahrradhelmen. „Das spricht zunächst einmal dafür, dass ein gängiger Fahrradhelm in den allermeisten untersuchten Szenarien einen wirksamen Schutz für den Kopf bieten und die Verletzungen entweder verhindern oder abmildern könnte“, so Andreas Schäuble.

An dieser Stelle setzen die weiteren Forschungen jetzt an. Die drei beteiligten Institutionen haben eine Reihe weiterer Crashtests durchgeführt, um den Schutzeffekt von Fahrradhelmen zu untersuchen. Die Auswertungen dauern aktuell an und sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Die aktuelle Forschungsarbeit ist online als „Open-Access“-Artikel hier zu finden: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4499244

Kategorien
Top-Themen

„Einfach nur Hammer“ – Kick-Off-Veranstaltung „Team Paris Rheinland-Pfalz“

Region/Koblenz/Mainz – Ganz schön sportlich ging es am Freitagabend bei der Kick-Off-Veranstaltung „Team Paris Rheinland-Pfalz“ im Koblenzer Fährhaus zu. Im sommerlichen Ambiente unter den mächtigen weißen Sonnensegeln auf der großzügigen Terrasse des modernen High-Tech-Hotels direkt an der Mosel kamen perspektivreiche Athlet*innen des Spitzensportförderprojektes der Sporthilfe Rheinland-Pfalz zusammen, um gemeinsam den Startschuss in Richtung Olympische und Paralympische Spiele 2024 in Paris zu geben.

Unter den knapp 60 geladenen Gästen, darunter zahlreiche Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Politik, waren insgesamt 14 aktive Spitzensportler*innen aus sechs Sportarten. Talente, die von Olympia träumen. Aber auch gestandene Asse, die bereits Stammgast bei den Olympischen Spielen sind – und es nochmal wissen wollen. So wie Hindernisläuferin Gesa Krause von Silvesterlauf Trier, die sich nach der Geburt ihres Kindes aktuell im Aufbautraining befindet. „Es ist einfach schön, dass hier alle Sportler*innen ein Jahr vor Olympia noch einmal zusammenkommen“, sagte Krause. „Das ist dann auch schon Vorfreude und Motivation – damit man sich ranhält und weiter akribisch arbeitet.“ Oder der Speerwurf-Europameister und dreifache Deutsche Meister Julian Weber vom USC Mainz, der am Vormittag noch in der Heimat trainiert hatte. „Es ist wie Urlaub hier“, lächelte der Wahl-Berliner. „Es ist immer megaschön, hierher zu kommen und die Leute wieder zu sehen.“

Noch ist völlig offen, wer die rheinland-pfälzischen Farben in Paris vertreten werden. Wenn es richtig gut läuft, könnten 15 Sportler*innen oder mehr das Ticket lösen. „Nominierungstermin vom DOSB ist circa sechs Wochen vor Beginn der Spiele oder noch knapper“, weiß Anne Zabel, Geschäftsführerin der Sporthilfe RLP. Der einzige, der das Ticket schon sicher in der Tasche hat, ist Zehnkampf-Europameister Niklas Kaul. Der Saulheimer fehlte in Koblenz wegen universitärer Verpflichtungen. In Summe fördert die Sporthilfe RLP zurzeit 47 olympische, paralympische und deaflympische Sportler*innen. Pro Jahr stehen ihr dafür über das Landesglücksspielgesetz eine halbe Million Euro zur Verfügung. Die Gelder stammen von Lotto Rheinland-Pfalz. „Bis 2028 haben wir sie zugesichert bekommen“, freut sich Zabel. „Und von der GlücksSpirale erhalten wir weitere Mittel für die Förderung unserer Sportler*innen.“ Über die Olympiaprämien werde man im Sporthilfe-Vorstand noch entscheiden. Zuletzt betrug die Antrittsprämie 5.000 Euro, für Olympia-Gold gab es 15.000 Euro extra.

Außerdem freut sich die Sporthilfe RLP über ihre 13 Kurator*innen. Einer davon ist Oliver Krumholz, Geschäftsführer von Intersport Krumholz. Der übergab im Rahmen des Abends einen Scheck in Höhe von 3.600 Euro an die Stiftung. Das Ergebnis einer Spendenaktion. Bei der Feier zur Wiedereröffnung seines 2.200 Quadratmeter großen Sporthauses in Mülheim-Kärlich vor einigen Monaten hatte der Geschäftsmann anstelle von Geschenken zu Spenden für den Spitzensport in Rheinland-Pfalz aufgerufen.

LSB-Vizepräsidentin Monika Sauer verabschiedete in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Sporthilfe RLP den früheren rheinland-pfälzischen Innenminister Karl Peter Bruch nach acht Jahren mit bewegenden Worten offiziell aus dem Stiftungsrat. „Sie sind ja nicht nur ein Ehrenpräsident, sondern jemand, der mit Herzblut hinter dem Behindertensport steht“, sprach Sauer den 76-Jährigen persönlich an. „Sie waren ein ganz exzellentes Stiftungsratsmitglied, haben immer gute Ideen eingebracht und dafür gesorgt dass der Behindertensport um keinen Preis der Welt zu kurz gekommen ist.“ Nachfolger von Bruch, der auch Ehrenpräsident des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Rheinland-Pfalz ist, wird der Landtagsabgeordnete Michael Hüttner aus Bingen. Hüttner hat auch Bruchs Nachfolge als BSV-Präsident angetreten. Offiziell verabschiedet aus dem Kreis der geförderten Athlet*innen wurden der studierte Wirtschaftsingenieur und Ruder-Olympiasieger Richard Schmidt (RV Treviris Trier), Para-Dressurreiterin Claudia Schmidt (IG Therapeutisches Reiten Rhein-Main) und die ganz in Pink aufgelaufene Judoka Martyna Trajdos (JC Zweibrücken), die ihre erfolgreiche Karriere inzwischen beendet haben, sowie Bahnradsprinter Timo Bichler (RV Dudenhofen), der sein Laufbahnende für den August angekündigt hat, „weil der Kopf nicht mehr zu hundert Prozent mitmacht“.

Das Ambiente an der Mosel lud zu Symbolkraft ein. Frei nach dem Motto „Alles im Fluss in Richtung Olympia“ schlug der gewitzte Sportexperte und top informierte SWR-Journalist Christian Döring als Moderator des Abends geschickt die Brücke von Olympia 2022 zu Olympia 2024. Sportstaatssekretärin Simone Schneider outete sich als „Olympia-Junkie“. Sie freue sich schon „wahnsinnig auf die Spiele – ich muss mal mit meinem Minister reden. ob ich dann zwei Wochen frei bekomme, um die Wettbewerbe auf dem Sofa vor dem Fernseher zu verfolgen“. Schneider wörtlich: „Wir finden das ganz klasse, was die Sporthilfe macht. Die Förderung, die der Landessportbund neu und gut aufgestellt, wollen wir vom Land unterstützen. Wir sind in einer guten Partnerschaft mit LSB und Sporthilfe – das sind die besten Voraussetzungen für Paris 2024.“ Das findet auch Prof. Mark Pfeiffer, LSB-Vizepräsident Leistungssport und Vorstandsmitglied der Sporthilfe. „Bei der individuellen Förderung leistet die Sporthilfe einen guten Beitrag – weil sie das Geld sozusagen bedingungslos zur Verfügung stellt, wenn eine gewisse Leistung erbracht wird.“

Neben dem „Get Together“ der rheinland-pfälzischen Spitzensportfamilie mit langjährigen und treuen Partnern, Sponsoren, Förderern, Geldgebern und Funktionären des Sports in exklusiver Location mit hochklassiger Kulinarik standen bei dem ungezwungenen, lockeren und trotzdem intensiven Abend Logo-Präsentation und Design-Konzept des „Team Paris Rheinland-Pfalz“ im Mittelpunkt. Ziel war es, wieder ein starkes Logo zu entwickeln, das die rheinland-pfälzischen Athleten*innen auf ihrem Weg zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Paris begleitet – und die regionale Einheit des Sporthilfe „Team Paris Rheinland-Pfalz“ symbolisiert. Dieses Ziel ging voll auf. Wie Sporthilfe-Referentin Fabienne Knecht erläuterte, steckt hinter dem neuen Signet mehr als ein halbes Jahr Arbeit. „Das Logo greift gemeinsame Elemente aus dem Pariser Stadtwappen und dem rheinland-pfälzischen Landeswappen auf, die unsere Grafikerinnen zu einer aufstrebenden Linie kreiert haben. Es greift aber auch die Farben von LSB, Sporthilfe und Sportbünden und auch den olympischen Glanz auf, den unsere Athlet*innen hoffentlich von Paris wiederbringen.“

Das Logo kam überall gut an. „Ich bin begeistert“, schwärmte etwa Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner. „Ein schöneres Logo hätte ich mir gar nicht vorstellen können.“ Kurator Ralph Anselmann vom Weingut Anselmann in Edesheim gefiel besonders auch „die Symmetrie sehr gut – das hat für mich etwas Positives“. Und Speerwurf-Champ Weber meinte: „Das Logo ist einfach nur Hammer. Sehr schön, dass die goldene Farbe mit drin ist.“ Hammer war auch, wie Julian Weber zu später Stunde noch zu den Jungs und Mädels der Tanzfabrik Mittelrhein um Headcoach Gabriel Hermes – dem Showact der Veranstaltung – gesellte und vor aller Augen eine ziemlich coole Hip-Hip-Einlage aufs Parkett legte. So hatte man den 28-Jährigen noch nie erlebt. Aber Weber ist zurzeit eben gut richtig gut drauf – und will in Paris 2024 nach den Sternen greifen…

Kategorien
Top-Themen

Gedenken Flutkatastrophe – Rheinland-Pfalz steht auch am 2. Jahrestag im Gedenken zusammen

Bad Neuenahr-Ahrweiler – „Vor zwei Jahren hat eine zerstörerische Flut das Ahrtal und Teile der Eifel fast völlig verwüstet. 136 Menschen hat sie das Leben gekostet, ein Mensch wird noch immer vermisst. Rheinland-Pfalz trauert um die Toten, fühlt mit den Angehörigen und steht an der Seite der Betroffenen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am zweiten Jahrestag der Flutkatastrophe bei der Gedenkveranstaltung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Kurpark Bad Neuenahr.

Gerade rund um den Jahrestag sei die Trauer und die ungebrochene Anteilnahme besonders stark. Das Anzünden von Kerzen, der Besuch von Gottesdiensten oder Gedenkveranstaltungen sendeten eine ganz wichtige Botschaft aus. „Alle Menschen, deren Leben durch die Flut einen tiefen Einschnitt erfahren hat, sollen wissen, dass wir an ihrer Seite bleiben. Niemand ist und wird vergessen. Wie so viele Menschen im ganzen Land erschüttern auch mich persönlich die Folgen der Katastrophe nach wie sehr. Umso mehr bin ich beeindruckt von dem immensen Willen der Menschen, die ihre Heimat Schritt für Schritt wiederaufbauen. Dieser Wille hat bereits viel bewegt. Kleine und große Lichtblicke sind nach zwei Jahren sichtbar“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

In jedem Projekt stecke sehr viel Anstrengung und manchmal auch Belastung. Und es gebe Betroffene, denen noch die Kraft fehle und die einfach noch nicht so weit seien. „Deswegen war es wichtig, dass wir die Antragsfrist verlängert haben. Genauso wichtig ist es, dass wir uns um die Menschen kümmern, die die Bilder der Flut nicht loslassen.“

Der Wiederaufbau sei und bleibe ein Regierungsschwerpunkt. Die Landesregierung setze zusammen mit den kommunalen Ebenen, den Bürgern und Bürgerinnen und den vielen ehrenamtlich Helfenden alles daran, dass der Wiederaufbau weiter gelinge und Neues entstehe. 24 Monate nach der Flut sei an vielen Stellen nach und nach ein neuer Alltag eingekehrt. „Belebte Wochenmärkte in der Region, die einladende Altstadt in Ahrweiler oder das wunderschöne Kurviertel in Bad Neuenahr zeugen von wiedergewonnener Lebensqualität“, so die Ministerpräsidentin. Auch die steigenden Touristenzahlen setzten ein Zeichen der Zuversicht. Nicht zuletzt würden über die vielen Infrastrukturprojekte wie Radwege oder Zugstrecken, Nahwärmenetze oder Glasfaserausbau wichtige Grundlagen für eine nachhaltige und zukunftsstarke Region geschaffen. Dazu gehöre auch, dass die Landesregierung in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und dem Landkreis den Katastrophen- und Hochwasserschutz weiterentwickele. In Zukunft deutlich besser für eine Katastrophe gewappnet zu sein, sei das gemeinsame Ziel.

„Heute ist ein Tag, an dem der Blick zurück und der Blick nach vorne zusammentreffen. Unsere Gedanken sind bei den Verstorbenen und unser ganzes Mitgefühl gilt den Menschen, die ihre Liebsten verloren haben. Ich danke allen, die engagiert mitanpacken und andere ermutigen, weiterzumachen. Sie hier im Ahrtal zeigen, wieviel Menschenmögliches die Kraft der Vielen bewegt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Kategorien
Top-Themen

Gefahrenkarten für Starkregen – Kreis Euskirchen geht voran

Euskirchen – Seit der Flut-Katastrophe vom Sommer 2021 sind die Menschen im Kreis Euskirchen sehr sensibel, wenn Unwetter und Starkregen angekündigt wird – wenn etwa der Deutsche Wetterdienst vor extremen Wassermengen warnt oder die WarnApps NINA und KATWARN Alarm schlagen. So wichtig diese Warnungen auch sind: Die konkrete Einschätzung fällt schwer. Was bedeutet es für mein Haus, wenn Starkregen von 40 Liter pro Stunde angekündigt wird? Ist mein Haus dann betroffen? Wird möglicherweise Wasser in den Keller laufen? Oder in die Garage?

Diese Fragen können nun mithilfe der neuen Starkregengefahrenkarten besser und genauer beantwortet werden. „Mit der Veröffentlichung ermöglichen wir den Bürgerinnen und Bürgern, das eigene Risiko fundiert einzuschätzen und schaffen so die Basis für Schutzmaßnahmen bei Starkregen“, sagte Landrat Markus Ramers bei der Vorstellung der digitalen Karten. „Die Karten an sich schützen zwar keine Menschen oder Gebäude, aber sie bilden eine wertvolle Grundlage für die Übersetzung der Warnmeldungen – und das sowohl für Privatpersonen wie auch für die Kommunen.“

Dargestellt werden drei Szenarien: Die erste Variante zeigt einen Starkregen, der statistisch betrachtet alle 100 Jahre wiederkehrt (41 bis 45 mm pro Stunde). Variante zwei präsentiert ein Szenario mit einer Regenmenge von 90 mm pro Stunde. Dabei handelt es sich um ein extremes Starkregenereignis. „Zusätzlich haben wir uns dafür entschieden, den Niederschlag aus Juli 2021 nachsimulieren zu lassen. Durch die Darstellung dieses Ereignisses erhoffen wir uns ein besseres Verständnis für die anderen beiden Szenarien“, sagt die Projektleiterin Sarah Nolting. Die Bürger und Bürgerinnen im Kreis hätten dieses Ereignis leider hautnah erleben müssen und so einen Anhaltspunkt für die anderen beiden Szenarien. „Denn uns ist besonders wichtig zu betonen, dass es neben extremen Ereignissen wie 2021 auch kleinere Starkregenereignisse gibt, gegen die man als Privatperson sinnvolle Maßnahmen zum Schutz ergreifen kann“, betont Sarah Nolting.
Die Karten liefern dazu zunächst eine grundlegende Information. Sollte das jeweilige Haus bzw. Grundstück bei Starkregen gefährdet sein, empfiehlt sich laut Frau Nolting zunächst die Beauftragung eines Gutachters, der konkrete Maßnahmen empfiehlt. Nach der Umsetzung könne man über das Hochwasserkompentenzcentrum (HKC) in Köln einen Hochwasserpass erstellen lassen, der bei vielen Versicherungen zu einer Beitragsreduzierung führt.

Neben dem Nutzen für die Bevölkerung profitieren auch die Kreiskommunen von den Karten, die von der Dr. Pecher AG erstellt worden sind. Die geplanten und dringend notwendigen Starkregenvorsorgemaßnahmen können in die Karten „eingebaut“ werden, so dass die Wirkung der Maßnahmen anschaulich ermittelt werden kann. Die Kosten-Nutzen-Analyse der Schutzmaßnahmen kann so fundiert durchgeführt werden.

Der Kreis Euskirchen hat die Starkregengefahrenkarten im Zuge einer unkomplizierten interkommunalen Zusammenarbeit für die elf Städte und Gemeinden im Kreisgebiet erstellen lassen. „Das ist ein gutes Beispiel für eine unkomplizierte interkommunale Zusammenarbeit“, freute sich Achim Blindert, der Allgemeine Vertreter des Landrats und Wiederaufbaukoordinator des Kreises. Er appellierte an das Land, Fördermöglichkeiten für die Starkregenvorsorge zu schaffen, sowohl für Private wie auch für Kommunen. „Leider gibt es das bisher noch nicht.“

Link zu den Starkregengefahrenkarten:
https://www.kreis-euskirchen.de/aktuelles/hochwasserportal/

Kategorien
Top-Themen

Stadt Schleiden setzt den Weg des stillen Erinnerns fort

Schleiden – Die Hochwasserkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli jährt sich bereits zum zweiten Mal  – Am 14. Juli jährt sich die verheerende Hochwasserkatastrophe zum zweiten Mal. Die Wassermassen brachten Leid und Zerstörung in die Region und das Gebiet der Stadt Schleiden: Neun Menschen verloren allein im Stadtgebiet in den Fluten ihr Leben, hunderte wurden körperlich und seelisch verletzt. Rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger in über 3.000 Haushalten waren allein im Gebiet der Stadt Schleiden direkt vom Hochwasser betroffen.

„Die Geschehnisse der Hochwasserkatastrophe haben bei vielen Menschen in unserer Region Trauer und oft auch Traumata ausgelöst. Zur Bewältigung dieser gehören zum einen die individuelle Aufarbeitung, aber auch die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen“, erklärt Bürgermeister Ingo Pfennings. „Daher hat der „Runde Tisch Gedenken“, der sich auch mit der Ausgestaltung des ersten Jahrestages sowie der Frage, wie das dauerhafte Erinnern im Stadtgebiet organisiert werden kann, beschäftigt hat, auch die Ausgestaltung des zweiten Jahrestages festgelegt.“

Der 14. Juli wird erneut unter dem Titel „Tag des stillen Erinnerns“ stehen. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an diesem Tag innezuhalten und sich auf ihre Weise an die Geschehnisse zu erinnern: „Jeder trauert unterschiedlich, geht anders mit Verlusten, Ängsten und traumatischen Erlebnissen um, und braucht seinen individuellen Zeitraum für die Verarbeitung des Erlebten“, so Pfennings. Es wird daher tagsüber keine zentral organisierte Veranstaltung geben, um den Betroffenen den Raum bieten, sich auf ihre Weise und zu dem für sie richtigen Zeitpunkt zu erinnern – allein, mit der Familie oder Freunden.

Um 20:30 Uhr laden die beiden Pfarrer, Philip Cuck und Erik Schumacher, Menschen aller Glaubensrichtungen in die katholische Kirche in Olef zum gemeinsamen Gebet und Erinnern ein. Ursprünglich war eine Zusammenkunft in der evangelischen Kirche in Schleiden geplant, dieser Treffpunkt fällt jedoch aufgrund von Schimmelspuren in der Luft aktuell leider aus. Parallel dazu gibt es eine Zusammenkunft in Gemünd vor dem ehemaligen OSE-Gebäude. Zum Abschluss des Tages des stillen Erinnerns läuten die Kirchenglocken im Stadtgebiet ab 20:50 Uhr. „Wir rufen dazu auf, dass die Bürgerinnen und Bürger während des Glockenläutens innehalten, alle Aktivitäten zur Ruhe kommen lassen und sich an die tragischen Geschehnissen vor einem Jahr in Stille erinnern“, so Bürgermeister Pfennings. Am 14. Juli 2021 hatte er gegen 21:00 Uhr die Alarmierung der Bevölkerung durch die Katastrophensirenen sowie die Evakuierungsmaßnahmen in Oberhausen und Gemünd angeordnet.