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Kundgebung in Berlin – Die Letzte macht das Licht aus gegen den Sparhaushalt der Bundesregierung

Region/Koblenz – Rund 3000 Menschen versammelten sich am 8. November vor dem Deutschen Bundestag in Berlin, um gegen den geplanten Sparhaushalt der Bundesregierung zu protestieren. Der aktuelle Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2024 sieht drastische Einsparungen im sozialen Bereich vor, die insbesondere Dienste und Programme der Freien Wohlfahrtspflege mit Kürzungen in Höhe von 25 Prozent treffen würden.

Als Höhepunkt der Kampagne „Die Letzte macht das Licht aus“ riefen der AWO Bundesverband, das Zukunftsforum Familie (ZFF) und das Bundesjungendwerk der AWO zur Kundgebung vor dem Reichstag auf. Auch der AWO Bezirksverband Rheinland e.V. mobilisierte rund 40 Mitarbeitende und Mitglieder, die die Reise nach Berlin auf sich nahmen, um ihre Stimme gegen die geplanten Kürzungen gemeinsam zu erheben. „Als Mitarbeitende der Arbeiterwohlfahrt können wir nicht dabei zusehen, wie die wichtige Arbeit, die wir mit unseren Diensten und Einrichtungen leisten, von kurzsichtiger, realitätsferner Sparpolitik weggekürzt wird. Wir sind zu der Demo gekommen, um ein Zeichen zu setzen. Wir erheben unsere Stimme – vor Ort wie im digitalen Raum“, so Jeannette Hess, Leitung Fachbereich Bildungswerk und Verbandsarbeit.

Die Teilnehmer*innen der Kundgebung forderten den Bundestag auf, die vorgesehenen Kürzungen zurückzunehmen, den im Koalitionsvertrag festgelegten Verpflichtungen nachzukommen und die Finanzierung essenzieller Einrichtungen und Dienste sicherzustellen. Die Kampagne „Die Letzte macht das Licht aus“ setzt sich vehement gegen die Sparpolitik der Bundesregierung ein und kämpft für den Erhalt sozialer Programme.

Die Kundgebung erhielt auch Unterstützung von Verter*innen anderer Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege – Caritas, Diakonie, DRK, Paritäter, ZWST- sowie von der Gewerkschaft ver.di.
Um 17:30 Uhr fand abschließend eine deutschlandweite Aktion statt, bei der in sozialen Einrichtungen symbolisch die Lichter ausgingen. Gleichzeitig setzten die Teilnehmenden der Kundgebung vor dem Deutschen Bundestag ein starkes Zeichen, indem sie ihre Handylampen zunächst anschalteten, um sie dann für 25 Sekunden auszuschalten – eine Zeitspanne, die den geplanten Kürzungen von 25 Prozent im sozialen Bereich entspricht. Nach dieser symbolischen Dunkelheit wurde das Licht wieder eingeschaltet, begleitet von der klaren Botschaft: „Wir lassen uns das Licht nicht ausschalten!“.

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Flüchtlings-Lage in Mechernich ist angespannt

Mechernich – Der jüngste Flüchtlingsgipfel in Berlin ist weit weg. Die alltäglichen Herausforderungen bei der Unterbringung geflüchteter Menschen sind allerdings ganz nah – und die Lage ist mitunter angespannt. „Im Schnitt werden uns alle zwei Wochen rund 25 Personen zugewiesen“, berichtet Kati Jakob. Die Fachbereichsleiterin ist für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig, doch am Ende ist es eine Teamleistung der Mechernicher Verwaltung.

„Ich laufe regelmäßig zu den Kollegen des Gebäudemanagements, um gemeinsam zu überlegen, wo wir noch Menschen unterbringen können“, berichtet Kati Jakob. Durch diese Zusammenarbeit konnten jüngst vier Wohnhäuser in der Berg- und in der Bahnstraße umgenutzt werden. Rund 45 Menschen – vorrangig Familien – können dort untergebracht werden.

Weitere 50 Plätze entstehen in neuen Containern auf dem Gelände des Mechernicher Casinos, wo mit Alexander Neubauer auch der Integrationsbeauftragte der Stadt als Ansprechpartner (0173 5260605 und a.neubauer@caritas-eifel.de) zugegen ist. „Noch wenige Restarbeiten müssen dort erledigt werden, dann können wir die Räume hoffentlich im kommenden Monat belegen“, sagt Kati Jakob. Das ist auch nötig, weil die Reserven sonst knapp werden.

Aktuell rund 400 Geflüchtete

„Wir wollen vermeiden, dass Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäuser belegt werden müssen“, sagt Dezernent Ralf Claßen: „Ich bin sehr dankbar, dass das Team von Kati Jakob und die Gebäudewirtschaft hier sämtliche Anstrengungen unternehmen, um das zu verhindern.“ Insgesamt kann die Verwaltung auf sechs größere Unterkünfte zurückgreifen, dazu gehören das Casino oder die Container-Standorte in der Peterheide und am Bonhoeffer-Haus.

„Wir bringen aktuell rund 400 Geflüchtete in Mechernich unter“, sagt Fachbereichsleiterin Kati Jakob. Neben Menschen aus der Ukraine, deren Zahlen allerdings rückläufig seien, gehörten Geflüchtete aus Ländern wie Syrien, Afghanistan oder der Türkei sowie vom afrikanischen Kontinent zu den Hauptpersonengruppen.

Mit Blick auf den Flüchtlingsgipfel in Berlin ist man in Mechernich derweil noch skeptisch. „Wir hoffen, dass die Flüchtlingszahlen dadurch etwas zurückgehen, damit wir nicht an unsere Grenzen kommen“, sagt Ralf Claßen. Weil er zudem Kämmerer ist, hat er auch die Zahl 7.500 Euro mit Interesse gelesen. Diesen Betrag möchte der Bund künftig als Pro-Kopf-Pauschale für Geflüchtete zahlen. „Wir wissen leider noch nicht, wieviel davon bei uns ankommt. Sicher ist, dass die 7.500 Euro als Einmalzahlung bei weitem nicht ausreichen werden. Ich kann nur an die Verantwortlichen appellieren, die Kommunen nicht alleine zu lassen“, so Ralf Claßen.

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Eine breite Allianz stärkt Aachen auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt

Aachen – Bislang haben 32 Unternehmen, Institutionen und Initiativen eigene Beiträge für Aachens Klimastadtvertrag, den Gesamtplan für eine Kohlendioxid (CO2)-neutrale Kommune im Jahr 2030, formuliert. „Klimaschutz geht uns alle an“, sagte Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. „Und jede und jeder kann etwas beitragen.“ Die Stadt hat sich bereits im Jahr 2020 per Ratsbeschluss zur Klimaneutralität bekannt. Seit 2022 gehört Aachen zu 100 ausgewählten Städten in Europa, die beispielhaft zeigen wollen, wie kommunale Klimaneutralität bis zum Jahr 2030 erreicht werden kann. Ein erster Meilenstein ist die Erstellung eines Gesamtplans für den Weg zur CO2-neutralen Kommune. Bis November 2023 sind für den sogenannten Aachener Klimastadtvertrag 32 Beiträge von ganz unterschiedlichem Umfang eingegangen, darunter die von RWTH Aachen, FH Aachen, STAWAG, der Tischlerei Korr, Sparkasse und Trianel und anderen mehr. Ziel ist, dass bis ins Frühjahr 2024 mindestens einhundert Beiträge zusammenkommen, mehr sind wünschenswert.

„Ein lebenswertes und zukunftssicheres Aachen ist unser gemeinsames Ziel. Der Weg zur klimaneutralen Stadt ist eine herausragende Chance zur Stärkung der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit Aachens“, sagte Keupen. „Mit dem Klimastadtvertrag entwickeln wir ein gemeinsames Navigationspapier dafür. Das gibt uns in Aachen einen gewaltigen Schub nach vorne und zeigt den Weg zur nachhaltigen Transformation auf.“ Klimaneutralität sei nicht von heute auf morgen zu erreichen. „Der Weg ist dynamisch und hängt vom Einsatz vieler engagierter Akteur*innen ab“, so Keupen. „Ein Projekt, das unser aller Einsatz bedarf und das wir nur gemeinsam umsetzen können, indem wir Zeit, Ressourcen, Finanzen, Ideen und Vorhaben aufeinander abstimmen.“

Die EU-Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ ist für Aachen ein mächtiges Instrument auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune. Die Auswahl als Best-Practice-Stadt aus insgesamt 370 Bewerberstädten ist nicht nur eine Auszeichnung, sondern gilt auch als Qualitätssiegel und Zeugnis eines ernsthaften und tragfähigen Konzepts für das eine Ziel: Im Jahr 2030 werden in Aachen nur noch so viele Treibhausgase freigesetzt, wie sie durch die Bindung von Kohlenstoff ausgeglichen werden können.

Der Klimastadtvertrag: Ein Werkzeugkoffer für die Gesamtvision

Eine erste wichtige und gemeinsame Aufgabe im Rahmen der EU-Mission ist es, den Aachener Klimastadtvertrag zu verfassen und zu beschließen, der im März 2024 bei der EU abgegeben werden muss. Der Klimastadtvertrag gilt als umfassender Plan einer Stadtgesellschaft, um den Wandelprozess zur klimaneutralen Stadt zu bewältigen.

Heiko Thomas, Beigeordneter für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude, erläuterte: „Aachen kann ein Experimentier- und Innovationszentrum für klimaneutralen Wandel werden. Dabei wird gefragt: Was funktioniert gut und was hat eine echte Hebelwirkung mit Blick auf die Reduktion der Treibhausemissionen? Ausprobieren ist dabei ausdrücklich erwünscht! Die gesamte Stadtgesellschaft – darunter Unternehmen, Institutionen und Vereine – ist gefragt, sich bestmöglich im Transformationsprozess einzubringen. Wichtig sind Maßnahmen mit echter Hebelwirkung, Forschungs- und Transferleistungen sowie kleine Veränderungsprozesse.“

Als Gesamtplan enthält der Klimastadtvertrag wichtige Hinweise, wie in allen Sektoren (zum Beispiel Energie, Gebäude, Abfallwirtschaft und Verkehr) Klimaneutralität zu erreichen ist. Beiträge aus der Stadtgesellschaft werden ebenso aufgelistet wie ein Umsetzungs- und Maßnahmenkatalog und ein Finanzplan.

Als ausgewählte Stadt wird Aachen neben der inhaltlichen Unterstützung in der Strategieentwicklung, der Aufstellung eines Aktionsplans sowie der Einbindung der Stadtgesellschaft bei der Entwicklung zielführender Strukturen beratend tätig sein. Außerdem werden ein bevorzugter Zugang zu einer Vielzahl von Finanzierungsmöglichkeiten wie Förderkulissen, Drittmitteln und vergünstigten Krediten über EU-Programme in Aussicht gestellt. Der Europäischen Union ist bewusst, dass keine der an der Mission teilnehmenden Kommunen in der Lage ist, die Kosten für Klimaneutralität aus dem regulären Haushalt zu tragen. Im Klimastadtvertrag soll das ausdrücklich dargestellt werden.

Jeder Beitrag zählt

Zu den Vorreiter-Einrichtungen, die bereits Beiträge für den Klimastadtvertrag eingereicht haben, zählen zum Beispiel die RWTH Aachen, die FH Aachen, die Tischlerei Korr und die STAWAG sowie die Sparkasse und die Trianel GmbH. Überdies haben sich bereits weitere 26 Aachener Unternehmen und Einrichtungen bei der Stadt gemeldet und wollen sich beteiligen. Einige Vertreter äußerten sich zu ihrer Motivation im Pressegespräch.

Der Rektor der RWTH, Professor Dr. Dr. Ulrich Rüdiger sagte: „Unser Ziel einer klimaneutralen RWTH haben wir bereits vor mehreren Jahren formuliert. Als eine der größten Arbeitgeberinnen der Region und wichtige Akteurin in der Stadt wollen wir so auch einen erheblichen Beitrag zu einem klimaneutralen Aachen bis 2030 leisten. Daher unterstützt die RWTH den Klimastadtvertrag sehr gerne als Premium-Partner.“

„Der Umgang mit dem Klimawandel fordert unser volles Engagement. Gemeinsam mit unseren Partner*innen in Aachen sind wir gefordert, Lösungen für eine nachhaltige und klimaneutrale Entwicklung zu finden und umzusetzen“, betonte FH-Kanzler Volker Stempel.

Der Geschäftsführer der Tischlerei Korr, Olaf Korr, erläuterte: „Wir möchten uns, neben all den großen Player dieser Stadt, bewusst als kleiner Betrieb an der Entwicklung beteiligen, um zu zeigen, dass es bei der Klimawende auf alle ankommt und jeder Beitrag zählt. Am Ende ist es die Summe der vielen Kleinigkeiten.“

Und Wilfried Ullrich, Vorstand der STAWAG hob hervor: „Wir gratulieren der Stadt, dass sie den Zuschlag für dieses Projekt erhalten hat und damit ihren Klimazielen noch mehr Nachdruck verleihen kann. Uns ist es ein besonderes Anliegen, den Bürgerinnen und Bürgern möglichst klimafreundliche Produkte anzubieten. So haben wir als Vorreiter der Energiewende bereits 25 Windparks und 12 Solarfelder am Netz und erzeugen so viel grünen Strom in eigenen Anlagen, dass wir rechnerisch alle Aachener Haushalte und Gewerbebetriebe klimafreundlich versorgen können. Außerdem arbeiten wir intensiv am Ausbau des Wärmenetzes.“

Gemeinsam zu einem klimaneutralen Aachen

Ein klimaneutrales Aachen kann nur gemeinschaftlich erreicht werden. Daher sind Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Initiativen, Interessenvertretungen und Verbände weiterhin dazu eingeladen, eigene Beiträge in den Klimastadtvertrag einzubringen. „Es gibt verschiedene Beteiligungsstufen von Basis- bis zu Premium-Partnerschaften. Die Unterstützungsleistung kann vielfältig aussehen: Von einer Selbstverpflichtung zur Klimaneutralität – gänzlich oder in Teilen – über Innovation und Wissen bis zur Multiplikation und Aufklärung“, sagte Dr. Carin Jansen von der Geschäftsstelle „Klimaneutrales Aachen 2030“.

Ziel der Stadtverwaltung als Koordinatorin des Prozesses ist es auch, die Stadtgesellschaft in ihrer Vielfalt auf dem gemeinsamen Weg zur „Klimaneutralität bis 2030“ aktiv einzubeziehen. Die Unterzeichner*innen fungieren auch als Vorbilder und Ideengeber für Unternehmen und Institutionen, die sich gerade auf den Weg machen, ihren Betrieb klimaneutral auszurichten. „Der Austausch und das Netzwerken sind ausdrücklich Teil des Konzepts“, betonte Jansen. Alle Beiträge gehen in den Klimastadtvertrag ein, der im Frühjahr 2024 der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Stadtverwaltung legt als ihren Beitrag das aktuell in der Fortschreibung befindliche Integrierte Klimaschutzkonzept (IKSK) vor.

Hintergrund

Die EU-Kommission stellt für die Mission „100 Climate-Neutral and Smart Cities by 2030“ im Rahmen der Förderkulisse HORIZON Europe 360 Millionen Euro bereit. Die „Cities Mission“ will 100 europäische Städte dabei unterstützen, mit einem hohen Grad an Innovation Klimaneutralität bis ins Jahr 2030 zu erreichen und somit zu Vorbildern für alle europäischen Städte zu werden. Die Städte-Mission ist eine von fünf EU-Missionen im Rahmen von HORIZON Europe. All diese Missionen bieten konkrete Lösungen für einige unserer größten gesellschaftlichen Herausforderungen.

Städte sind für mehr als 70 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich und verbrauchen über 65 Prozent der weltweiten Energie. Maßnahmen in den Städten sind für den Klimaschutz von entscheidender Bedeutung und können wesentlich zur Erreichung des Ziels des Europäischen Green Deal beitragen.

Daher zielt die Städte-Mission darauf ab, Städte dabei zu unterstützen, klimaneutral zu werden. Im April 2022 wurden 100 Städte in der EU und 12 Städte in Ländern, die mit Horizont Europa, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der EU (2021-2027), assoziiert sind, ausgewählt, die dann mit Unterstützung der Missionsplattform mit der Entwicklung von Klimastadtverträgen begannen.

Neben Aachen gibt es acht weitere deutsche Städte, die für die EU-Mission ausgewählt wurden, darunter Dortmund, Dresden, Frankfurt/Main, Heidelberg, Leipzig, Mannheim, München und Münster.

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Die Wärmewende in Aachen gemeinsam gestalten

Aachen – „Aachen möchte bis 2030 klimaneutral werden, mit anderen
Worten, wir müssen noch schneller Kohle, Gas und Öl durch erneuerbare Energien ersetzen und hin zu einer klimaneutralen Wärme- und Kälteversorgung kommen. Mit dem in der Stadt
vorhandenen Know-how aus der Wissenschaft, den Akteuren auf dem Wärmemarkt und der hochengagierten Stadtgesellschaft kann diese große Herausforderung gemeistert werden“, stellt Oberbürgermeisterin Sybille Keupen zum Auftakt eines Diskussionsabends zur Wärmewende fest.

In den Räumen der Trianel-Zentral auf der Krefelder Straße informieren sich rund 160 Bürgerinnen und Bürger aus Aachen sowie Expertinnen und Experten aus der Energiewirtschaft und Wissenschaft über die Bedeutung und Herausforderungen bei der
Wärmewende. Neben Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen erläutern Prof. Dr. Rolf Bracke, Direktor Fraunhofer IEG, Dr. Christian Becker, Vorstand der STAWAG sowie Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung Trianel GmbH, die anstehenden Herausforderungen und Lösungsansätze.

„Über 50 Prozent der in Deutschland umgesetzten Energie wird als Wärme in Haushalten und Industrie genutzt. Geothermie, Großwärmepumpen und moderne Wärmenetze können hier langfristig eine klimaneutrale Energiequelle erschließen, die auf regionalem Know-how fußt und die Brücke vom Kohlebergbau zum Wärmebergbau schlägt“, stellt Prof. Rolf Bracke fest. Dabei betont er auch die besonderen geologischen Möglichkeiten der Stadt Aachen.
„Heißes Wasser aus der Tiefe wird in vielen europäischen Städten zur Wärmeversorgung genutzt und kann auch in Aachen zu einer alternativen, klimafreundlichen Wärmequelle werden.

Aachen profitiert bereits seit römischer Zeit von dieser heimischen Energiequelle für die Beheizung von Gebäuden. Den modernen Beitrag der Geothermie für die kommunale Wärmeplanung wollen wir aufzeigen und zunächst die Daten sammeln, die wir auf dem Weg
zur Wärmewende im südlichen Rheinland brauchen“, so Prof. Rolf Bracke.

Eine wesentliche Rolle bei der Umsetzung der Wärmewende in Aachen spielt die STAWAG als örtlicher Energieversorger schon heute. „Ein großer Hebel für lokale Klimaschutzmaßnahmen liegt im Wärmesektor“, betont Dr. Christian Becker. „Deshalb erhöhen wir auch für die Wärmewende unser Tempo und schieben entsprechende
Maßnahmen an.“

Eine neue Dynamik und vor allem einen neuen gesetzlichen Rahmen bekommt die Wärmewende durch das ab dem 1. Januar 2024 in Kraft tretende Gebäudeenergiegesetz (GEG). „Mit der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes und dem geplanten Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung erhält die Fernwärme eine besonders große Bedeutung. Heute nutzen wir noch die Abwärme aus dem Kraftwerk Weisweiler, für die Zukunft prüfen wir derzeit verschiedene Optionen wie z.B. die Nutzung der Abwärme aus der Müllverbrennung oder einen Eigenerzeugungsmix auf der Basis von dezentralen Kraft-Wärme-
Kopplungsanlagen und großen Wärmepumpen.

Auch die Tiefengeothermie ist ein zentraler Bestandteil unserer Überlegungen“, betont Dr. Christian Becker. Im Sinne einer nachhaltigen Wärmewende für Aachen setzt STAWAG aber nicht auf den Aus- und Umbau der Fernwärmenetze in Aachen, sondern auch auf Energieeffizienz. „Ziel ist es, bis 2045 rund 50 Prozent der Wärmelast in Aachen über Fernwärme bereitzustellen. Dabei gehen wir davon aus, dass durch Dämm- und Effizienzmaßnahmen der Heizenergiebedarf mittelfristig um 30 Prozent sinken wird“, so Christian Becker weiter.

„Der Umbau der Wärmeversorgung in Aachen und auch in ganz Deutschland ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität. Die Wärmewende ist dabei vor allem eine große Gemeinschaftsaufgabe, bei der Fachleute aus der Energiewirtschaft, dem Handwerk sowie wie die Bürgerinnen und Bürger politische Klarheit brauchen, um bald in die Umsetzung zu kommen. Formell ist die Kommune in der Pflicht, aber Stadtwerke sind die zentralen Umsetzer. Zentraler Erfolgsfaktor wird die Zusammenarbeit zwischen Stadtwerk und Kommune sein. Aber es kommt natürlich auch auf das Engagement der Verbraucher an.

Das große Interesse der Aachener Bürgerinnen und Bürger am heutigen Diskussionsabend zur Wärmewende verdeutlicht die große Bereitschaft aller Beteiligten hier voranzugehen“, fasst Sven Becker den Diskussionsabend zusammen.

 

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TV-Wetterfrosch Sven Plöger war beim 4. Zukunftstalk des Kreises Düren

Düren – Einem Millionen-Publikum ist er aus dem Fernsehen bekannt: Wetter- und Klimaexperte Sven Plöger war Gast beim 4. Zukunftstalk des Kreises Düren. Während er sonst oft in den Tagesthemen oder in „Wetter vor acht“ vor der Tagesschau zu sehen ist, war er am Montag, 6. November, im Kongresszentrum des Kreises Düren an der Moltkestraße in Düren.

Sein Thema? Natürlich das Klima, das Wetter – und der Kreis Düren, der sich bekanntermaßen sehr stark um den Klimaschutz kümmert. „Wir freuen uns sehr, dass wir heute Abend einen ausgewiesenen Experten als Gast begrüßen können“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Sie haben die Gabe, komplexe Zusammenhänge sehr anschaulich und verständlich zu erklären.“ In der Tat. Sven Plöger berichtete erst in einem gut 20-minütigen Vortrag über aktuelle Entwicklungen des Klimawandels. „Wir müssen vom Wissen ins Handeln kommen“, sagte Plöger, eine Haltung entwickeln, den Klimawandel verstehen und aktiv werden. Er sei weder Ideologe noch Missionar. Er wolle übersetzen und „klar sagen, wo wir stehen.“

Für viele seien die Auswirkungen des Klimaschutzes weit weg, abstrakt, wenig greifbar. Der Mensch funktioniere so, sagte Sven Plöger. Wenn eine Bedrohung nicht konkret greifbar und absehbar sei, wären die meisten Menschen weniger bereit, entsprechend zu handeln.

In einer munteren Talkrunde mit WELT-TV-Chefredakteur Jan Philipp Burgard sprach Plöger humorvoll, begeisternd und anschaulich erklärend über die Gründe für den Klimawandel. Und er sprach über den Kreis Düren. Auch lokale und regionale Initiativen und Aktionen trügen dazu bei, dass es insgesamt besser werden könne.

Von diesen Projekten gibt es einige im Kreis Düren. Landrat Wolfgang Spelthahn sagt: „Wir wollen bis 2035 klimaneutral sein.“ Der Kreis Düren schnüre seit einigen Jahren umfangreiche Klimaschutzpakete; unter anderem wird mit dankenswerter Hilfe der Bevölkerung der „Kreis Düren Klimawald“ gepflanzt: 300.000 Bäume sind das Ziel – in Anlehnung an die Kreis Dürener Wachstumsoffensive, die für 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Kreis sorgen soll. Außerdem verschenkt der Kreis junge Bäume an seine Bürgerinnen und Bürger und ist seit Jahren Vorreiter beim Thema Wasserstoff. Zudem werden – auch seit Jahren – die Menschen im Kreis mit einem Millionenaufwand bei der Anschaffung von Solaranlagen, Wallboxen oder energetischen Sanierungen unterstützt.

Außerdem setzt der Kreis seit Jahren auf das Zukunftsthema Wasserstoff. 2025 wird am Brainergy Park in Jülich grüner, also klimaschonender Wasserstoff produziert, der vor Ort und über den Kreis Düren hinaus eingesetzt wird.

Gelebter Klimaschutz. Plöger gab sich beim 4. Zukunftstalk des Kreises Düren aufgeräumt und nahbar. Am Ende signierte er sein Buch „Zieht euch warm an, es wird heiß“ und stand geduldig für viele Selfies zur Verfügung.

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Im Meckenheimer Unternehmerpark Kottenforst wird zukunftsweisende Infrastruktur gebaut

Meckenheim – Grüne Tankstelle für Wasserstoff und Strom beauftragt – Die Regionalverkehr Köln hat im Unternehmerpark Kottenforst ein rund 4.000 m² großes Grundstück von der Stadt Meckenheim erworben. Ziel ist die Errichtung einer Tankstelleninfrastruktur, insbesondere für die Betankung der RVK-Wasserstoff-Busflotte. Die Firma Air Products ist Pächter des Geländes, bebaut es in zwei Phasen mit einer Tankstelle für Wasserstoff und betreibt diese. Darüber hinaus werden öffentliche E-Ladesäulen errichtet. Die H2-Tankstelle wird in der zweiten Phase für PKW und LKW ebenfalls öffentlich zugänglich sein.

Alternative bzw. regenerative Antriebe haben in unserer mobilen Welt inzwischen Fuß gefasst. Um gesetzte Klimaziele zu erreichen, ist jedoch eine konsequente Weiterentwicklung der Infrastruktur erforderlich. Das setzt die Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) unter anderem am Betriebsstandort Meckenheim für ihre wachsende RVK-Wasserstoff-Busflotte um. RVK-Geschäftsführer Dr. Marcel Frank dazu: „Bis 2025 werden wir im Sinne der Umweltpolitik 160 Wasserstoffbusse in unserer Flotte haben. Daher nehmen wir es nun mit unseren Partnern in die Hand, auch das dafür benötigte Tankstellennetz zu entwickeln. Und im Zuge des Baus einer neuen Wasserstofftankstelle, wie jetzt in Meckenheim, bietet sich selbstverständlich auch die ergänzende Errichtung von E-Ladesäulen an.“

Hand in Hand erarbeitete die RVK den Kaufvertrag mit der Stadt Meckenheim. Der Vertrag über das Gelände wurde zwischen Stadt und RVK am 16. Oktober beurkundet und beide Seiten haben Wert auf die umweltfreundliche Ausgestaltung der Tankstelle gelegt. Bürgermeister Holger Jung: „Der Unternehmerpark Kottenforst ist ein auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz ausgerichtetes Gewerbegebiet. Mit der Wasserstofftankstelle erhalten wir nun eine weitere zukunftsweisende Infrastruktur, die unser Konzept sehr gut ergänzt. Uns war wichtig, dass an der Tankstelle zukünftig auch Lkw und Pkw mit Wasserstoff betankt werden können und dass auch Elektro-Schnellladesäulen errichtet werden. Zudem wurde darauf geachtet, dass die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden.“

So wird es einen begrünten Wall und weitere Anpflanzungen geben, Flächenversieglungen werden auf ein Minimum reduziert, Oberflächen dagegen offen und sickerfähig konzipiert. Gemäß des am 31. Oktober beurkundeten Vertrags mit der RVK, pachtet die Air Products GmbH das Gelände im Unternehmerpark Kottenforst von der RVK und plant dort die Errichtung einer Wasserstofftankstelle, die sie als Eigentümerin betreiben wird. In Phase 1 wird eine Betankung von 350 bar für Busse und Lkw ermöglicht. Phase 2 sieht eine 700 bar-Betankung von Lkw und Pkw vor. Perspektivisch wird grüner Flüssigwasserstoff (LH2) an die Tankstelle geliefert, der vor Ort in gasförmigen Wasserstoff umgewandelt wird.

Jörg Hömberg, Geschäftsführer der Air Products GmbH erklärt: „Mit der geplanten Wasserstofftankstelle in Meckenheim treiben wir die Energiewende in NRW weiter voran. Als Eigentümer der Tankstelle übernehmen wir den kompletten Betrieb, die Wartung sowie die Versorgung mit Wasserstoff … alles aus einer Hand. Dieses Konzept bietet Unternehmen einen leichten Einstieg in die Welt der Wasserstoffmobilität. Wir machen diese Technologie verfügbar, ohne dass unsere Kunden hier selbst zu Experten werden müssen. Mit der geplanten öffentlichen Tankstelle ermöglichen wir neben unserem Ankerkunden RVK auch anderen Unternehmen in der Region einen einfachen sowie sicheren Einstieg in eine nachhaltige Verkehrslösung.“

Der Bau der Tankstelle soll so schnell wie möglich begonnen und Phase 1 bis Ende 2024 abgeschlossen werden. Der Rhein-Sieg-Kreis ist Aufgabenträger für den ÖPNV und unterstützt Wasserstoffprojekte mit dem Ziel, Verkehr und Versorgungsnetz zukunftsorientiert aufzustellen. So wurde im Sommer 2020 die erste Wasserstofftankstelle für die neuen Brennstoffzellenhybridbusse auf dem Betriebshof der RVK errichtet. „Die innovative Busflotte der RVK macht die Wasserstoff-Technologie sichtbar“, erläutert Tim Hahlen, Dezernent für Mobilität und Umwelt des Rhein-Sieg-Kreises. „Bei Einsatz von Wasserstoff aus regenerativen Energiequellen ermöglicht diese Technik eine umweltfreundliche Alternative für Mobilitätsanwendungen, die nicht ohne weiteres, beispielsweise auf batterieelektrische Antriebe, umgestellt werden können. Die neue Tankstelle erhöht nicht nur die Versorgungssicherheit für den ÖPNV im linksrheinischen Kreisgebiet, sondern schafft auch ein Angebot für andere gewerbliche und private Nutzungen.“

Die öffentliche E-Ladeinfrastruktur ist mit mindestens zwei Säulen für die Betankung von Pkw mit bis zu 150 kW vorgesehen und wird ebenfalls durch eine Fachfirma errichtet. Für den Bau der gesamten Anlage werden CO2-arme bis CO2-freie Baustoffe verwendet. Eine Photovoltaik-Anlage wird ebenfalls integriert. Fassade und Mauerwerke werden zum Teil begrünt. Alle Frei- und Grünflächen werden für Kunden und Personal mit einer hohen Aufenthaltsqualität gestaltet.

 

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Andrea Nahles bei der Herbsttagung vom Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland

Prüm/Mainz/Region – „Warum Friseur kein Mangelberuf ist!“ – Die Vorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Andrea Nahles sprach vor den Delegierten der Mitgliedsinnungen des Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland und lies mit spannenden Einblicken über arbeitslose Friseurinnen und Förderungen aufhorchen.

 Andrea Nahles mit den Obermeisterinnen und Obermeistern und deren Stellvertreterinnen und Stellvertretern. Foto: Landesverband Friseure & Kosmetik Rheinland

Für das Friseurhandwerk einstehen heißt auch, mit den richtigen Menschen am Tisch zu sitzen, so die Devise des Landesverbandes Friseure & Kosmetik Rheinland, der Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, zu Gast bei seiner Herbsttagung in Mainz hatte.

Guido Wirtz, Vorsitzender Landesinnungsmeister des Landesverbandes Friseure & Kosmetik Rheinland, zeigt sich sehr erfreut und berichtet von einem sehr regen Austausch zum Thema „Nachwuchsgewinnung und Fachkräftesicherung im Friseurhandwerk“.

„Wir waren begeistert, wie top informiert Frau Nahles zur Friseurbranche ist“, so Guido Wirtz und ergänzt, „Wir konnten über viele Probleme, wie wir sie im Rheinland, aber eben auch auf Bundesebene haben, sprechen.“

Guido Wirtz fasst die wichtigsten Statements von Andrea Nahles zusammen:

Friseur Gehälter

Der Median aller Gehälter liegt laut Bundesagentur für Arbeit in Deutschland bei 3.300 €. Im Friseurhandwerk deutschlandweit bei 1.900 €. Aufgrund des höheren, allgemeinverbindlichen Friseurstundenlohns liegt der Median im Rheinland höher.

Arbeitslose Friseure | Mangelberuf

Die Arbeitslosenquote liegt im deutschen Friseurhandwerk bei 6,5 %.

Die Anzahl arbeitslos gemeldeter Friseure ist höher als die der gemeldeten offenen Stellen. Aus diesem Grund wird der Friseur nicht als Mangelberuf gelistet und damit von vielen Förderungen ausgeschlossen.

Ist ein Beruf als Mangelberuf gelistet, gibt es spezielle Förderungen. Das Gleiche gilt für die Ausbildung.

Konkret stehen in Rheinland-Pfalz 440 Ausbildungsbewerber nur 230 gemeldete Friseurausbildungsplätze gegenüber. Solange es dieses Verhältnis gibt, zählt ein Beruf nicht zum Mangelberuf, welches zu Extraförderungsmaßnahmen berechtigen würde.

„Wir haben das nicht gewusst, denn es gibt sehr viele Friseurkollegen, die ihre offenen Stellen nicht melden, mir ging das zum Teil auch so“, berichtet Guido Wirtz und sieht das auch als Appell an alle Kolleginnen und Kollegen offene Stellen beim Arbeitsamt zu melden.

Besondere Fördermaßnahmen

Einige Förderungen gibt es vor allem im Bereich Praktika und Sprachförderung.

Das Friseurhandwerk hat im Vergleich zu anderen Branchen einen überproportional hohen Anteil an Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund. Dafür gibt es besondere Fördermaßnahmen wie Sprachkurse etc. Das gilt auch für Praktika.

Nahles betonte auch die große Anzahl berufsbegleitender Qualifikationsmaßnahmen und nimmt mit, dass es hierzu noch viel stärkerer Informationen und Aufklärung bedarf.

„Wir haben in den kommenden Wochen eine weitere Schaltung mit den Leitern der Landesdirektion für Rheinland-Pfalz und das Saarland,“ berichtet Guido Wirtz und erklärt, „An diesem Tag werden wir konkrete Maßnahmen besprechen, die dann im Salon umgesetzt werden können. Vor allem aber benötigen wir detaillierte Informationen, wie Friseurunternehmer konkrete Förderungen für Mitarbeiter und Auszubildende erhalten können.“

Ausbildung

Ebenso spricht sich Andrea Nahles für Ausbildungsumlagen aus. Beim Baugewerbe scheint dies bereits üblich, auch im Gesamthandwerk in Rheinhessen sei dies der Fall. „Das überlegen wir nun auch fürs Rheinland“, so Guido Wirtz.

„Für mich war der Tag wahnsinnig inspirierend“, berichtet Guido Wirtz und freut sich viele Grundsätzlichkeiten besprochen zu haben, um weitere Schritte in eine erfolgreiche Friseurzukunft zu gehen.
( Quelle: Im Salon Verlags GmbH )

 

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Wartungsarbeiten – Die Eifelschau optimiert die User Experience

Region/Weiler – In der Zeit vom 02. November morgens bis voraussichtlich 03. November 2023 mittags führt die Eifelschau Wartungsarbeiten und Optimierungen an den IT-Systemen durch. In diesem Zeitraum können daher keine aktuellen Beiträge veröffentlicht werden.

Ab dem 03. November 2023 mittags bieten wir unseren Leserinnen und Lesern sowie unseren Werbepartnern wieder das bestmögliche Erlebnis. Wir bitten um  Ihr Verständnis.

Ihr Eifelschau-Team

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Im „Jahr der Schiris“ – Schiri-Ausbildung auch in der BayArena

Region/Hennef – Acht Neulingslehrgänge im FVM – Im Jahr der Schiris bündeln der Deutsche Fußball-Bund und die DFL Deutsche Fußball Liga ihre Kräfte. Rund um ein bundesweites Anmeldefenster für interessierte Neulinge setzen DFB, Landesverbände und DFL gemeinsame Aktivitäten zur Neugewinnung von Schiedsrichter*innen um. Die Klubs der Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga werden in Zusammenarbeit mit ihren Landesverbänden und Fußballkreisen im Laufe der Saison Schiri-Neulingslehrgänge auf ihrem Stadiongelände anbieten.

Zahlreiche Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga, darunter auch Bayer 04 Leverkusen, haben bereits mit großem Erfolg Neulingslehrgänge für Schiri-Anwärter*innen auf ihrem Vereinsgelände durchgeführt. Nun öffnen noch mehr Klubs aus dem Profifußball ihre Räumlichkeiten für Neulingskurse und beteiligen sich aktiv an der Gewinnung von Schiedsrichter*innen. Auch Bundesligist Bayer 04 Leverkusen bietet zusammen mit dem Fußballkreis Köln im Januar 2024 wieder einen Schiedsrichter-Neulingslehrgang in der BayArena an. Über das Angebot am Profi-Standort hinaus, gibt es auch in den anderen Fußballkreisen des FVM regelmäßig Lehrgänge für angehende Schiedsrichter*innen.

Begleitend ist eine Social-Media-Aktion geplant, in der die Profiklubs ihre Kanäle nutzen wollen, um die Schiris aus dem eigenen Verein vorzustellen und ihnen ein öffentliches Gesicht zu geben. Gleichzeitig sollen Vereine aus dem Amateurbereich motiviert werden, es den Topklubs gleichzutun. Auf diese Weise sollen die rund 54.000 Unparteiischen in Deutschland noch sichtbarer gemacht werden. Gleichzeitig ist es das Ziel, ein Zeichen für mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber den Schiris in ganz Deutschland zu setzen.

Acht Neulingslehrgänge im FVM

Die beiden Aktionen richten im Jahr der Schiris den Fokus auf ein bundesweites Anmeldefenster, das die Landesverbände gemeinsam mit den Fußballkreisen erstmals ermöglichen. Ab sofort können sich Interessierte über anstehende Lehrgangstermine im FVM-Gebiet informieren und für einen Kurs in der Nähe anmelden – auch über das Angebot bei Bayer 04 Leverkusen hinaus.

Noch in diesem Jahr findet im November ein zentraler Neulingslehrgang in der Sportschule Hennef und im Dezember eine Qualifizierung im Fußballkreis Berg statt. Zudem sind für Anfang 2024 neben dem Angebot im Kreis Köln auch Lehrgänge in den Fußballkreisen Bonn, Sieg, Euskirchen, Rhein-Erft sowie ein gemeinsames Angebot der Fußballkreise Aachen/Düren/Heinsberg geplant.

Die Anmeldung für alle offenen Schiedsrichter-Lehrgänge am Mittelrhein erfolgt online über den FVM-Veranstaltungskalender: https://www.dfbnet.org/coach/FVM?sec=018NON1EOO000000VV0AG80NVTO32TTI

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„Meilenstein“ für den Wasserstoff-Kreis Düren

Düren – Wasserstoff mit (fast) allen Sinnen hautnah erleben: Das geht ab sofort im Forum „Seen und Entdecken“ in Düren, wo Landrat Wolfgang Spelthahn am gestrigen Mittwoch 25. Oktober gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Wasserstoff-Region das neue Wasserstoffinformationszentrum eröffnet hat.

Mit der neuen interaktiven Dauerausstellung nimmt der Kreis Düren die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die Welt des Wasserstoffs (H2). Verständlich, abwechslungsreich und vor allem aus lokaler Sicht wird dieses für den Kreis Düren wichtige Zukunftsthema erklärt. „Die Entwicklungen, die der Kreis Düren im Rahmen der Wasserstoff-Offensive vorantreibt, sind hier anschaulich zu erleben. Das manchmal abstrakte Thema kann mit Spaß entdeckt werden“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Mit der professionell gestalteten Ausstellung sollten die Menschen einerseits informiert werden. Gleichzeitig solle sich auch das Bewusstsein und die Akzeptanz für die Wasserstofftechnologie steigern, so der Landrat. „Wir stellen die zahlreichen Chancen dar, sparen aber auch mögliche Risiken nicht aus.“

Woher kommt Wasserstoff? Wie wird er genutzt? Welche Rolle spielt er für den Kreis Düren? Wie und wo wird H2 in Zukunft im Kreis Düren hergestellt und wo kommt er zum Einsatz? Diese und weitere Fragen werden auf rund 100 Quadratmetern und in vier großen Stationen ausführlich und kurzweilig beantwortet. Sie spannen den Bogen von der Entstehung des H2 bis zur Anwendung. „Wasserstoff wird die Energiewelt bestimmen. Wir brauchen gute Ideen und Konzepte und müssen weiter in die Umsetzung kommen“, sagte Dr. Stefan Küppers, Technikvorstand der die Ausstellung unterstützenden Westenergie. Im Kreis Düren sei schon viel geschehen, betonte er. Das neue H2-Infozentrum bezeichnete der Technikvorstand als Meilenstein in der Wasserstoffentwicklung des Kreises Düren.

Nachdem Nora Arnold aus Planungs- und Architektensicht weitere Details zur Ausstellung erläuterte, zeigten sich die rund 60 geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung beim Rundgang begeistert über die Themenvielfalt und die klare Übersicht inklusive der Vorhaben: In absehbarer Zeit wird der Kreis Düren eigenen, grünen Wasserstoff am Brainergy Park in Jülich mit Hilfe von grünem Strom produzieren. Mit dem umweltfreundlichen H2 werden dann sowohl die bereits fahrenden Busse betankt als auch die Wasserstoffzüge, die ebenfalls im Kreis Düren im Einsatz sein werden. Die erste Wasserstofftankstelle für Autos und Busse ist bereits in Düren „Im Großen Tal“ in Betrieb.

Die Ausstellung richtet sich an Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren. Vor allem Schulklassen können hier über dieses kleine, aber starke Element abseits des Unterrichts in der Schule viel lernen. Elemente können bewegt, verschoben und ausprobiert werden – Wasserstoff (fast) zum Anfassen. Digitale sowie auditive Elemente ergänzen die Wasserstoff-Ausstellung. Das eigens gestaltete Maskottchen „Hazwo“ führt die jüngeren Besucher altersgerecht durch die Informationswelt, erklärt die Zusammenhänge kindgerecht und begleitet sie durch die Ausstellung.

Geöffnet ist die eintrittsfreie Ausstellung analog zu den Öffnungszeiten des Forums „Seen und Entdecken“. Es ist montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr und freitags von 10 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung offen und befindet sich in der Moltkestraße 39 in Düren im Bismarck-Quartier. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.