Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Land NRW / R. Sondermann
Region/Düsseldorf – Am Mittwoch, den 18. August 2021, beginnt nach sechs Wochen Sommerferien in Nordrhein-Westfalen wieder die Schule. Ein ganz besonderer Augenblick wird der Schulstart für die voraussichtlich insgesamt rund 166.000 Kinder, die zum Schuljahr 2021/22 eingeschult werden.
Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer: „Der erste Schultag ist geprägt von aufregenden Erlebnissen: Die i-Dötzchen lernen ihre neuen Mitschülerinnen und Mitschüler und vielleicht sogar Freunde fürs Leben kennen, sie dürfen ihre Schultüte auspacken und gemeinsam mit der Familie den Beginn eines neuen Lebensabschnitts feiern. Bei den neuen Erstklässlerinnen und Erstklässlern, ihren Eltern, Geschwistern und Angehörigen wächst sicherlich schon die Vorfreude auf diesen Tag. Die Landesregierung trifft alle nötigen Vorkehrungen, damit der Schulstart mit größtmöglicher Normalität beginnen kann. Besonders für unsere Kleinsten ist das von großer Bedeutung. Ich freue mich, dass die i-Dötzchen nun in ihr Schulleben starten können und wünsche ihnen viel Spaß beim Lernen und Erleben.“
In Nordrhein-Westfalen findet die Einschulung spätestens am zweiten Schultag nach den Sommerferien statt.
Turbulentes DTM-Rennwochenende in Zolder endet mit Podiumsplatzierung für Mercedes-AMG Team HRT. Foto: Haupt Racing Team / Gruppe C Photography
Meuspath/Zolder – Das dritte Event der DTM auf dem belgischen Circuit Zolder war für das Mercedes-AMG Team HRT eine echte Achterbahnfahrt: Im Samstagsrennen zeigten Vincent Abril als Vierter und Maximilian Götz mit Gesamtrang sieben eine starke Performance. Im zweiten Rennen fuhr Maximilian Götz dank einer engagierten Fahrleistung und dem schnellsten Boxenstopp des Rennens verdient auf Podiumsplatz zwei und festigte damit seine Position als Dritter der DTM-Fahrerwertung.
Podiumsplatzierung und zwei Top-Ten-Ergebnisse für das Mercedes-AMG Team HRT
Rennen 1: Vincent Abril starker Vierter, Maximilian Götz auf Position sieben
Rennen 2: Drittes DTM-Podium für Maximilian Götz, Vincent Abril scheidet früh aus
Im Qualifying am Samstagvormittag zeigten sich sowohl Maximilian Götz (GER) mit der Startnummer #4 im pinkblauen BWT-Design als auch Vincent Abril (MCO) im gelb-blauen Bilstein Mercedes-AMG GT3 mit der Nummer #5 in guter Verfassung. Unter schwierigen Bedingungen auf der noch feuchten Strecke in Zolder verpasste Götz die Pole Position für das erste Rennen nur um 0,021 Sekunden, Abril hatte als Vierter ebenfalls nur knapp zwei Zehntelsekunden Rückstand auf den Erstplatzierten.
Beim anschließenden Rennen verlief schon die Startphase turbulent: Mehrere Konkurrenten kollidierten bereits in den ersten Kurven miteinander und mussten ihre Fahrzeuge abstellen. Götz und Abril überstanden die Situation unbeschadet, verloren jedoch Plätze. Nach der anschließenden Safety-Car-Phase war es der Monegasse, der den Restart für sich nutzen konnte und sich auf Position vier einreihte, sein Teamkollege Götz folgte auf P6.
Beide verteidigten ihre Platzierungen souverän, hatten jedoch schon bald mehrere Sekunden Rückstand auf das Führungstrio und konnten auf der engen Strecke keine entscheidenden Manöver mehr setzen. So beendete Vincent Abril das Rennen auf Rang vier und sammelte seine ersten Zähler der DTM-Saison. Maximilian Götz überquerte trotz Erfolgsgewicht, das er aufgrund seines Sieges auf dem Lausitzring zuladen musste, als Siebter die Ziellinie.
Der zweite Tag des DTM-Wochenendes begann unglücklich: Nach einem wegen einer roten Flagge verkürzten Qualifying mussten Maximilian Götz (P8) und Vincent Abril (P14) das Sonntagsrennen auf der anspruchsvollen Strecke aus der Mitte des Feldes starten. Und es kam noch schlimmer: Abril wurde kurz nach dem Start von einem Konkurrenten touchiert und musste sein beschädigtes Fahrzeug abstellen.
Maximilian Götz zeigte im Schwesterauto wie schon am Vortag eine kämpferische Leistung. Durch den schnellsten Boxenstopp konnte er mehreren Konkurrenten Zeit abnehmen und sich in den Top 3 etablieren. Nach einer Zeitstrafe im Führungsfeld gelang es ihm kurz vor Rennende, Platz zwei zu erobern, den er sicher ins Ziel fuhr. So endete das Rennwochenende für das Mercedes-Team HRT mehr als versöhnlich mit einer verdienten Podiumsplatzierung.
Der nächste Renneinsatz ist für HRT ein besonderer: Wenn die DTM vom 20. bis 22. August am Nürburgring gastiert, wird auch Teambesitzer Hubert Haupt in der Startaufstellung stehen. Bei seinem Gaststart wird Haupt einen Mercedes-AMG GT3 im schwarz-weißen Design des neuen Teampartners PLAYBOY mit der Startnummer #6 pilotieren.
Maximilian Götz, Mercedes-AMG Team HRT #4 „Heute war einmal mehr zu sehen, dass im Motorsport immer etwas drin ist. Auch bei einer schlechten Ausgangslage muss man bis zum Schluss kämpfen. Wir haben es heute sehr gut gemacht, die Strategie war die richtige, die Pace war da. Was gestern gegen uns gelaufen ist, lief heute für uns.“
Vincent Abril, Mercedes-AMG Team HRT #5 „Am Samstag hatten wir ein hartes und hektisches Rennen. Ich war aber sehr zufrieden mit meiner Leistung und der des Teams. Heute bin ich sehr frustriert: In meiner Karriere ist es noch nie vorgekommen, dass ich ein Rennen quasi direkt nach der ersten Kurve beenden musste. Ich denke immer positiv, aber das ist schon ein herber Rückschlag.“
Sean Paul Breslin, Teamchef Mercedes-AMG Team HRT “Es war heute erneut eine hervorragende Mannschaftsleistung mit einem Podiumserfolg und wichtigen Punkten für die Meisterschaft. Ich möchte unserem gesamten Team explizit für ihre wieder einmal fantastische Performance danken: Wir hatten in beiden Rennen den schnellsten Boxenstopp, das harte Traning hat sich heute also ausgezahlt. Das Ausscheiden unseres zweiten Fahrzeuges ist natürlich ein Wermutstropfen, aber wir werden das verkraften und noch stärker zurückkommen.“
Ulrich Fritz, Geschäftsführer Haupt Racing Team GmbH „Es war ein Wochenende der Ups and Downs. Nach dem sehr guten Qualifying gestern war das Rennergebnis suboptimal, mehr als Position vier für Vince war leider nicht möglich. Wir sind mit hohen Erwartungen in den zweiten Renntag gestartet, der dann leider sowohl im Qualifying als auch beim Rennstart völlig gegen uns lief. Am Ende sind wir verdient Zweiter geworden. Mein Dank gilt unserem ganzen Team, das nie aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft hat. Wir sind in einer guten Ausgangsposition für die kommenden Rennen und freuen uns auf diese Aufgaben.“
Wer die Qual der Wahl hat, kann sich beim Aussuchen der Bücher auch vom Bücherei-Team um Dorothea Hamacher (links) und Elisabeth Gehrmann beraten lassen. „Dafür sind wir schließlich da!“, so Gehrmann. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich – Beratung mit jahrzehntelanger Erfahrung – Unschlagbar: Jahreskarte plus kostet 27 Euro für die ganze Familie. „Bücher sind immer noch mit Abstand das am meisten ausgeliehene Medium in unserer Bücherei“, erzählt Dorothea Hamacher. Die Mitarbeiterin der Stadtbücherei Mechernich sitzt zusammen mit ihrer Kollegin Elisabeth Gehrmann auf einem gemütlichen Sofa zwischen den Bücherregalen und blättert im neuesten Roman von Kerstin Gier. Rund 15.000 Medien stehen demjenigen zur Auswahl, der sich in der Bücherei einfach mal umschauen möchte. Neben Büchern gibt es dort zum Beispiel Zeitschriften und Hörbücher sowie für die Kleinen „Tonie“-Hörspiele und allerlei aus dem „Tiptoi“-Sortiment.
Seit Mitte Mai hat die Mechernicher Stadtbücherei nach dem Corona-Lockdown wieder für den Publikumsverkehr geöffnet, freuen sich Dorothea Hamacher (links) und Elisabeth Gehrmann. Im Gegensatz zu den Bibliotheken in Euskirchen, Schleiden und Nettersheim ist sie glücklicherweise nicht vom Hochwasser betroffen. Foto: Steffi Tucholke/pp/Agentur ProfiPress
Möglichst aktuell soll die Medienauswahl in der Stadtbücherei sein. Dafür gilt dann bei der Anschaffung „weniger ist mehr“, um mit dem zur Verfügung stehenden Budget zu haushalten. Während Elisabeth Gehrmann sich um die Statistiken kümmert und den Überblick behält „was geht und was nicht gut geht“, kann Dorothea Hamacher sich auf ihre Erfahrung verlassen: „Nach 35 Jahren im Team der Stadtbücherei weiß man, was die Leute gerne lesen.“
Jede Woche Neuzugänge der Bestseller-Liste
Zurzeit seien zum Beispiel Krimis ein besonders starkes Genre bei den Mechernicher Lesern, aber auch die Titel der Bestseller-Liste, deren Neuzugänge die Bücherei jede Woche aktuell geliefert bekomme, seien stark nachgefragt. Umgekehrt gebe es inzwischen gar keinen Bedarf mehr an Musik-CDs oder DVD-Serien, seit die Streaming-Dienste den Markt übernommen haben.
Neben den Streaming-Diensten hat natürlich auch die Corona-Pandemie den Bibliotheken in Deutschland zu schaffen gemacht. „Jeder Lockdown hat uns getroffen“, erzählt Dorothea Hamacher, obwohl die Mechernicher Stadtbücherei mit ihren „Medien to go“ ein Angebot entwickelt hatte, dass von den Kunden sehr gut angenommen wurde. Dabei konnten Bücher oder andere Medien online oder per Telefonanruf vorbestellt und coronakonform an der Fensterausgabe abgeholt werden.
Jetzt hofft das Team der Stadtbücherei, dass Corona bald soweit im Griff ist, dass auch Gruppenangebote wie die Vorlesenachmittage, Führungen für Kindergärten und Schulen oder Buchprojekte mit älteren Schülern wieder stattfinden können. Kitas und Schulen können sich aber weiterhin nach Bedarf Medienboxen zu bestimmten Themen zusammenstellen lassen.
Jahreskarte plus für 27 Euro
Kinder und Jugendliche können Bücher und Zeitschriften übrigens kostenlos ausleihen, für andere Medien wird eine Leihgebühr von 1,50 Euro fällig. Unschlagbar ist der Preis für eine Jahreskarte plus: 27 Euro zahlt die ganze Familie, um ein Jahr lang alle Medien ausleihen zu dürfen. Eine Jahreskarte für Bücher und Zeitschriften kostet indessen 15 Euro.
Im Jahresbeitrag enthalten ist auch die Nutzung der „Onleihe Erft“, einem Ausleihsystem für digitale Medien, zu dem sich 15 Bibliotheken in der Region zusammengeschlossen haben. 35.000 Artikel stehen dort zur Auswahl: eBooks, eAudios und eMagazine. „Die »Onleihe Erft« wurde von unseren Kunden gut angenommen – und in Corona-Zeiten natürlich noch mehr genutzt“, so Elisabeth Gehrmann.
Persönliche Beratung
Den Service der Mechernicher Stadtbücherei in der Bahnstraße 26 haben im ersten Halbjahr 2021 – trotz Corona-Lockdown – schon 375 „Entleiher“ genutzt (Familien zählen dabei als ein Benutzer). Zum Vergleich: 2018 zählte die Mechernicher Bücherei insgesamt 900 aktive Benutzer. Und noch ein paar Zahlen: Wer sich in der Mechernicher Bibliothek ein Buch ausleihen möchte, hat die Wahl zwischen 4.221 Romanen, 3.058 Sachbüchern und 4.687 Kinderbüchern.
Wem die Wahl da schwerfällt, der kann sich natürlich vom Bücherei-Team beraten lassen. „Dafür sind wir schließlich da!“, betont Elisabeth Gehrmann. Sie hat gerade „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn gelesen: „Es geht um einen alten Mann, der in einer Buchhandlung Freunde findet, die füreinander da sind – ein Buch, das aus der Reihe fällt.“ Dorothea Hamacher nennt auf die Frage nach dem „Buch auf ihrem Nachttisch“ den Roman „Stay away from Gretchen“ von Susanne Abel. Eine Liebes- und Familiengeschichte, die die Vergangenheit einer Flüchtlingsfamilie aus Ostpreußen mit der Gegenwart verknüpft. Zwei Bücher, zwei Welten – und die Bücherei ist der Ort, der sie miteinander verbindet.
Pflegedirektorin Mechthild Annen (links) begrüßt gemeinsam mit Elvira Hoffmanns (4. von links) die neuen Hebammen im St. Elisabeth, (von rechts) Ines Püttmann, Jil Raß, Anna Baumeister und Jennifer Laux. Foto: GK-Mittelrhein
Mayen – Mit über 800 Geburten pro Jahr gibt es im Kreißsaal des St. Elisabeth Mayen in der Regel immer etwas zu tun. Das Team der Hebammen erhält nun Verstärkung mit vier neuen Kolleginnen. „Wir freuen uns ganz besonders, weil wir mit Jennifer Laux, Anna Baumeister und Jil Raß drei frisch examinierte Hebammen aus unserer Schule übernehmen können“, so Pflegedirektorin Mechthild Annen.
„Alle hier sind hoch motiviert“, bestätigt Elvira Hoffmanns, Komm. Leiterin der Hebammen. Im Kreißsaal sind insgesamt 15 Hebammen im Einsatz. Sie alle sind Expertinnen der Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung, um werdende Eltern beim „Wunder Geburt“ kompetent begleiten zu können.
Der Eifel-Ort Dernau am 15. Juli 2021. Foto: Telefon-Seelsorge Bad Neuenahr-Ahrweiler / privat
Bad Neuenahr-Ahrweiler – Auch auf die Arbeit der TelefonSeelsorge hat sich die Unwetterkatastrophe ausgewirkt. Die Dienststelle Bad Neuenahr-Ahrweiler mit Standort in Ahrweiler ist nicht mehr zu benutzen. „In unseren über 100 Dienststellen bundesweit erleben wir die Betroffenheit und das Mitgefühl unserer Mitarbeitenden. Wenn vermeintliche Sicherheiten so brutal weggespült werden und viele Todesopfer und existenziell Betroffene zu beklagen sind, rührt das alle zutiefst an“, erklärt Michael Hillenkamp, katholischer Vorsitzender der Evangelisch-Katholischen Kommission (EKK), dem bundesweiten Leitungsgremium der TelefonSeelsorge. „Und wir sind tief beeindruckt von den Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die sich der Sicherstellung der Erreichbarkeit mit bewundernswerter Energie widmen. Sie wollen gerade jetzt für die Menschen da sein.“
Auf Bundesebene wurde beschlossen, der von der Flut am heftigsten getroffenen Dienststelle in Bad Neuenahr-Ahrweiler kurzfristig eine größere Summe zur Unterstützung zur Verfügung zu stellen. „Die Räume sind noch da, aber sie sind bis auf weiteres unbenutzbar“, sagt Werner Gross, geschäftsführender Vorstand der TelefonSeelsorge Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.
Zurzeit werden Anrufe, die aus Bad Neuenahr-Ahrweiler getätigt werden, in die Region Rheinland weitergeleitet. Auch in Koblenz und Kaiserslautern kommen Anrufe von betroffenen Menschen an. „Im Augenblick bekommen wir zu dem Thema eher Anrufe von Menschen, die, ohne selbst betroffen zu sein, durch die Bilder und Nachrichten geschockt sind. Das sind oft Menschen, die bereits psychisch stark belastet sind“, sagt die evangelische Leiterin der TelefonSeelsorge Mittelrhein, Pfarrerin Carmen Tomaszewski. Die Stelle in Kaiserslautern sieht zukünftig auch den Bedarf, sich um die vielen Helfenden zu kümmern, die teilweise schwer erschüttert von ihren Einsatzorten zurückkämen.
Die Dienststelle in Ahrweiler ist bereits mit dem Aufbau einer Infrastruktur in kurzfristig zur Verfügung gestellten Räumen befasst. „Wir hoffen, die Nummern schon in dieser Woche zumindest stundenweise wieder besetzen zu können“, sagt Werner Gross. „Das ist unseren Mitarbeitenden ein echtes Anliegen. Sie sagen zurecht, dass sich kaum jemand besser in die Lage der Menschen hier einfühlen kann als sie, die die Katastrophe hautnah miterlebt haben.“
Die Beteiligten vor Ort erleben eine Welle der Hilfsbereitschaft, die, so Werner Gross, ein wirklicher Trost sei. Die Dienststelle hat ein Spendenkonto eingerichtet: „Wir haben zwar keine Toten zu beklagen, aber wir haben Mitarbeitende, die buchstäblich nur noch das besitzen, was sie am Leib tragen. Sie wollen wir damit unterstützen.“
Wer für die betroffenen TelefonSeelsorge-Ehrenamtlichen spenden möchte, kann das hier tun: TelefonSeelsorge Ahrweiler e.V., IBAN: DE49 5775 1310 1000 5632 86, BIC: MALADE51AHR, Verwendungszweck: Wiederaufbau Mitglieder TS-Ahrweiler.
Mit mehr als 7.700 geschulten Ehrenamtlichen in 104 Städten oder Regionen ist die TelefonSeelsorge deutschlandweit tätig. Die Mitarbeitenden stehen ganzjährig rund um die Uhr am Telefon zur Verfügung. Die TelefonSeelsorge berät Menschen jeder Nationalität, jedes Geschlechts, jeder Konfession und jedes Alters. Alle Beratungen, am Telefon, per Mail oder Chat sowie vor Ort, sind anonym und für die Anrufenden kostenfrei.
Mit der kostenlosen App „KrisenKompass“ bietet die Telefonseelsorge Hilfe zur Selbsthilfe bei depressiven Gefühlen und Suizidgedanken für Betroffene und Angehörige. Dank der Unterstützung der Deutschen Telekom sind die Telefonnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 seit 1997 gebührenfrei.
Der ehemalige Kaller Fahrlehrer Dieter Züll (rechts), der inzwischen in Köln wohnt, half über Wochen beim Empfang und der Verteilung der Hilfsgüter mit. Foto: Reiner Züll
Kall – Sie hatten die vierstündige 340-Kilometer weite Reise von Vechta nach Kall gern in Kauf genommen, nur um den Opfern der schweren Flut am 14. Juli zu helfen. Der Sprinter, mit dem Jürgen Dirkes und dessen Sohn Florian am 2. August den Bauhof der Gemeinde ansteuerten war voll beladen mit Hilfsgütern, die die Familie aus dem hohen Norden aus eigener Tasche bezahlt hatten.
Bauhofleiter André Kaudel (Mitte) koordiniert mit seinen freiwilligen Helferinen und Helfern den Eingang und due Ausgabe der Hilfsgüter. Foto: Reiner Züll
Mit seiner Ehefrau Andrea und der Tochter Denise waren Vater und Sohn in einem Handwerkermarkt in Vechta auf große Einkaufstour gegangen, um die Kaller Flutopfer zu unterstützen. 150 Eimer, jede Menge Schrubber, Schaufeln, Besen, Reinigungsmittel, mehrere große Kartons Toastbrot und sogar einen nagelneuen Kühlschrank hatten luden die Nordlichter am Bauhof ab.
Nicht nur, dass Jürgen und Florian Dirkes die lange Anfahrt nach Kall in Kauf genommen hatten, sie blieben auch noch über Nacht in Kall, um am anderen Tag das im Bauhof tätige Helferteam beim Sortieren und Ausgeben der Hilfsgüter zu unterstützen.
Eigentlich wollte das Vater-Sohn die Nacht in einem mitgebrachten Zelt verbringen, doch Bauhofleiter André Kaudel besorgte ihnen ein Nachtquartier in Urft. „Unser Haus ist vor Jahren abgebrannt, daher wissen wir wie es Familien geht, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben“, begründete Dirkes die spontane Hilfe seiner Familie: „Wir mussten hier einfach helfen“. Dankbar sei er deshalb auch seinem Chef, der ihm seinen nagelneuen Sprinter für die Spendenfahrt nach Kall überlassen habe.
„Es kommen immer noch Sachen aus ganz Deutschland an“, berichtet Bauhofleiter Andre´ Kaudel, die die Sortierung und Ausgabe der Hilfsgüter in den Hallen koordiniert. Die Feuerwehr aus niedersächsischen Bredenbeck hat mehrere Transporte mit Großgeräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken und Gefriertruhen nach Kall absolviert. Diese Großgeräte, so André Kaudel, werden an Familien abgegeben, die nicht gegen Hochwasser versichert sind. Sechs Feuerwehrleute der Bredenbecker Wehr waren direkt nach der Flut zum Helfen nach Kall gefahren und hatten zuhause von den schweren Zerstörungen berichtet.
Kaudels Handy steht kaum mal eine Minute still. Es werden laufend Hilfsgüter angeboten oder nachgefragt. Täglich kann sich der Bauhof-Leiter auf der insgesamt 1500 Quadratmeter großen Lager- und Ausgabefläche auf die Hilfe von rund 20 Freiwilligen verlassen, die sich inzwischen abwechseln – quasi nach einem Dienstplan. Helfer, die von auswärts kommen, können im Jugendwaldheim in Urft übernachten.
Die Ausgabe ist meist mit vier bis sechs Helfern besetzt. Meist gefragte Artikel sind Lebensmittel, Kindernahrung, Spielzeug, Hygieneprodukte, Trinkwasser, Werkzeuge, Besen, Schaufeln, Reinigungsmittel sowie Schubkarren und Gebäude-Trockner die jedoch große Mangelware sind.
Vom Bauhof aus werden jedoch auch Helfer an Betroffene vermittelt, die in ihren zerstörten Häusern Hilfe brauchen. André Kaudel: „Wir sind für jeden Helfer der kommt dankbar“. Bauhof-Mitarbeiter Klaus Heup hat für die Fluthilfe einen separaten Bauhof-Facebook-Auftritt eingerichtet, der innerhalb weniger Tage schon über 10.000 Besucher aufgerufen wurde.
Auch die aus Kall stammende Angelika Wolter, die vor mehr als 40 Jahren von Kall weggezogen ist, packte im Bauhof mit an. 20 Jahre hat sie nach ihren Wegzug von Kall in Spanien gelebt und wohnt jetzt seit 20 Jahren in Freiburg. Beim Besuch zum Geburtstag ihrer Mutter war die 65-Jährige über die Zerstörungen in ihrem Heimatort derart schockiert, dass sie eine Woche lang zum Helfen in Kall blieb.
Im Abverkaufs-Lager der Firma Brucker nahe dem Bauhof koordiniert Melanie Frey den Eingang und die Ausgabe der Hilfsgüter. Auch sie kann sich seit Einrichtung des Lagers auf die Unterstützung vieler freiwilliger Helfer verlassen. Mitarbeiter des Möbelhauses opferten ihre Freizeit und sogar ihren Urlaub, um mitzuhelfen. Und auch der Firmen-Junior Maxi hilft in den Ferien bei der Ausgabe mit. Im Brucker-Lager sind Haushaltsartikel, Textilien, Kindersachen, Kinderwagen sowie Schuhe für Groß und Klein. Vielgefragt sei, so Melanie Frey, „alles, was sich ums Putzen dreht“.
Sowohl vom Bauhof als auch vom Brucker-Lager aus werden Hilfsgüter zu den Betroffenen, die nicht mobil sind, hin geliefert. Dabei beschränkt man sich nicht nur auf Kall, sondern es wird auch Betroffenen im Schleidener Tal oder an der Ahr geholfen.
Leider, so Melanie Frey, werde die Spendenbereitschaft und die Ausgabe der Hilfsgüter von skrupellosen Zeitgenossen ausgenutzt. Eine angeblich bedürftige Frau sei erwischt worden die die Hilfsgüter, die sie bei wiederholten Besucher des Spendenlagers eingepackt hat, später im Internet zum Verkauf angeboten habe. Eine Anzeige bei der Polizei sei erfolgt. Der Vorfall mit der unehrlichen Dame sie nicht der einzige negative Vorfall gewesen. Nach diesen negativen Erfahrungen seien fremde „Kunden“ des Spendenlagers nach ihren Ausweisen gefragt worden.
Region/Hennef – Der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) hat zur Unterstützung der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Vereine und Menschen eine zentrale Anlaufstelle und ein Spendenkonto eingerichtet. Wer Hilfe und Beratung zu finanziellen oder organisatorischen Themen benötigt oder aber selbst Hilfe anbieten kann, findet alle Informationen unter www.fvm.de/hochwasserhilfe. Die Anlaufstelle ist per E-Mail erreichbar unter hochwasserhilfe@fvm.de.
„Die Hochwasserkatastrophe hat uns alle zutiefst erschüttert. Die verheerenden Folgen werden für die Menschen im privaten Umfeld, aber auch in den Vereinen unserer Region über Jahre zu spüren sein“, erklärt FVM-Präsident Bernd Neuendorf. „Auch Plätze und Vereinsheime sind zerstört. In mehreren Orten ist auf längere Sicht kein Sport auf der eigenen Anlage möglich. Hier möchten wir langfristig helfen“, so Neuendorf.
Ein konkretes Beispiel, wie die Spenden vom Spendenkonto eingesetzt werden, ist die finanzielle und personelle Unterstützung von Freizeit-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche aus den Hochwassergebieten. Rudi Rheinstädtler, Vorsitzender des Verbandsjugendausschusses, erklärt: „Wir wissen von Vereinen, die Freizeitangebote organisieren, um den betroffenen Kindern und Jugendlichen etwas Abwechslung zu ermöglichen und deren Eltern zu entlasten. Dies ist auch langfristig erforderlich. Daher fragen wir bei den Vereinen, die Freizeiten anbieten, ab, welche Hilfe sie vom FVM-Team brauchen könnten. Das können zum Beispiel geschulte FVM-Betreuer*innen sein, die dann das Vereinsprogramm unterstützen. Aber auch die Info, wer seine Platzanlage zur Verfügung stellen kann, ist nützlich. Dann organisiert das FVM-Team dort gerne ein Freizeitangebot“, so Rheinstädtler.
„Die Freizeiten sind ein erster Schritt. Wenn wir die von uns eingeleitete Abfrage der Vereine zum Ausmaß der Schäden und zum akuten Unterstützungsbedarf ausgewertet haben, werden wir weitere Projekte und Maßnahmen unterstützen“, so Neuendorf. „Wir lassen die Menschen und unsere Mitglieder und Vereine in dieser für alle herausfordernden Situation nicht allein.“
v.l.n.r.: Maximilian Dammann, Zoe Mertz, Oberbürgermeister Dirk Meid, Jana Waldorf, Klaus Künzer für den Bereich Personal und Personalratsvorsitzender Wolfgang Goeken. Foto: Jacqueline Blang / Stadt Mayen
Mayen – Ausbildungsbeginn und Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Mayener Rathaus. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt in diesem Sommer für 3 junge Menschen: Sie starten in ihre Ausbildung bei der Stadtverwaltung Mayen, dem Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung oder beginnen ein Freiwilliges Soziales Jahr Kultur.
Seit Beginn des Monats wird Maximilian Dammann zur Fachkraft für Abwassertechnik beim Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung, ausgebildet. Ebenfalls startete Zoe Mertz ins Berufsleben, sie wird bei der Tourist-Information der Stadt Mayen ihre Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit absolvieren.
Jana Waldorf beginnt ihr Freiwilliges Soziales Jahr Kultur im Eifelmuseum und –Archiv und unterstützt von nun an das Team.
Oberbürgermeister Dirk Meid wünschte den jungen Nachwuchskräften einen guten Start ins Berufsleben und viel Erfolg in den kommenden Jahren.
Seinen besten Wünschen schlossen sich auch für den Bereich Personal Klaus Künzer und Personalratsvorsitzender Wolfgang Goeken an.
Euskirchen – Am Mittwoch, 11.08.2021, 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr, kommt eine Mobile Covid-19 Impfstelle des Impfzentrums Marmagen nach Euskirchen-Flamersheim an die Grundschule, Speckelsteinstraße 31, 53881 Euskirchen. Das Impfangebot richtet sich an die Menschen in den vom Hochwasser betroffenen Bereichen der Stadt Euskirchen. Gerne kann das Impfangebot ebenfalls von Menschen außerhalb des direkt betroffenen Hochwassergebietes im Bereich der Stadt Euskirchen sowie von im betroffenen Gebiet tätigen Helferinnen und Helfer oder Mitarbeitern/-innen dort tätiger Unternehmen angenommen werden.
Es besteht bei Erstimpfungen freie Impfstoffwahl innerhalb der COVID-19-Impfstoffe der Impfstoffhersteller BioNTech, Moderna und Johnson&Johnson. Für die Aufklärung und Beratung stehen Impfärzte/-innen zur Verfügung. Alle für die Impfung zu vervollständigenden notwendigen Informations-, Aufklärungs- und Einwilligungsunterlagen werden von den mobilen Impfstellen zur Verfügung gestellt. Sollte zur Impfung kein Impfausweis/Impfbuch vorgelegt werden können, so wird nach der Impfung ein neues Impfbuch mit Eintragung der Impfung ausgehändigt. Ein Angebot zur Zweitimpfung bei den Impfstoffen der Impfstoffhersteller BioNTech und Moderna wird beim Ersttermin gleichzeitig angeboten, gerne auch verbindlich festgelegt. Für den Impfstoff des Impfstoffherstellers Johnson&Johnson steht derzeit keine Zweitimpfung an.
Sollten Bürgerinnen und Bürger bis zu 2 Wochen vor dem 11.08.2021 eine anderweitige Impfung erhalten haben, so kann eine Impfung gegen „COVID-19“ zu diesem Zeitpunkt nicht erfolgen.
Zur Impfung ist der Personalausweis mitzubringen. Sollten persönliche Unterlagen im Rahmen der Hochwasserkatastrophe verloren gegangen sein, so wird vor Ort eine Lösung zur Identifikation gesucht werden.
Nach der Impfung wird ein Verbleib von mindestens 15 Minuten im Nachbeobachtungsbereich der Impfstelle empfohlen. Je nach Wetterlage sollte ggfls. ein Regenschutz mitgebracht werden.
Eine Voranmeldung zur Impfung ist nicht erforderlich.
Die Jugendlichen helfen beim Aufräumen nach dem Hochwasser. Foto: Privat
Ochtendung/Ahr/Kirn/Bad Kreuznach – Eigentlich sollte es für ein paar Tage nach Holland gehen. Eine gemeinsame Segelfreizeit war geplant. Statt Sonne genießen auf Deck, helfen 25 Jugendlichen nun im Katastrophengebiet an der Ahr. Begleitet werden sie von den Organisatoren der eigentlichen Freizeit aus den Fachstellen für Kinder- und Jugendpastoral Andernach und Bad Kreuznach sowie dem Dekanat St. Goar. Ihre Basis hat das „Helpcamp“ im katholischen Gemeindezentrum in Ochtendung.
Bei einer Pause stärken sich die Jugendlichen. Foto: Privat
„Die Freizeit haben wir aufgrund von Corona abgesagt“, erklärt Susanne Mühlhausen, pädagogische Referentin der Fachstelle für Kinder- und Jugendpastoral Bad Kreuznach. Dann geschah die Flutkatastrophe und dem Team war klar: „Da wollen wir helfen“. Neben Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich ursprünglich für einen Segeltörn angemeldet hatten, sind noch weitere junge Menschen hinzugekommen wie Lilli Hahn aus Berschweiler bei Kirn. Sie wollte sich einer organisierten Gruppe beim Helfen anschließen „und nicht anderen in den Füßen rumstehen“, sagt die junge Frau. Die vergangenen Tage hat sie bei einem Winzer mitgearbeitet oder bei der Kinderbetreuung unterstützt; andere haben beispielsweise in einem Versorgungszelt gespült. Die Aufgaben sind vielfältig. Janina Sans aus Bad Kreuznach hat während ihrer Tage an der Ahr Kleider sortiert, aber auch Teppichböden aus Wohnungen rausgerissen oder Schlamm geschippt. Die Bad Kreuznacherin erinnert sich an einen der ersten Sätze, die sie im Katastrophengebiet gehört hat: „‘Man sieht euch hier gern!‘ Das fand ich sehr schön.“ Es werde positiv aufgenommen, dass so viele Jugendliche mitanpacken, bestätigt Susanne Mülhausen. Wobei das Team anfangs von einigen Betroffenen erst einmal skeptisch beäugt wurde: Die Gruppe besteht fast ausschließlich aus jungen Frauen. Schnell bemerken die Hausbewohnerinnen und Hausbewohner aber, welche Power in den Jugendlichen steckt. „Es motiviert, wenn man sieht, wie glücklich die Leute sind, und dann macht man einfach weiter“, sagt Marit Henger (16 Jahre). Und auch das eigene Selbstbewusstsein wächst an den Aufgaben, und die eigenen Probleme rücken in den Hintergrund, fügt Lilli Hahn hinzu, die einen Teil ihrer Semesterferien im „Helpcamp“ verbringt.
Alle im Team sind von der Dankbarkeit der Menschen überwältigt. „Viele wollen uns etwas Gutes tun und geben uns Süßigkeiten, obwohl sie selbst kaum etwas haben. Aber wir ja eigentlich gekommen, um ihnen etwas Gutes zu tun“, fasst es Marit Henger aus Bretzenheim zusammen. Dazu zählt nicht nur die körperliche Arbeit, sondern auch ein offenes Ohr. „Viele wollen ihre Geschichte erzählen. Denen tut es gut, wenn man einfach zuhört“, berichtet die 17-jährige Janina Sans. Dabei bemerken die jungen Leute, dass es neben positiver Aufbruchsstimmung auch große Verzweiflung gibt. Abends kehren die Helferinnen und Helfer wieder nach Ochtendung zurück. Dort essen und schlafen sie, sprechen über das Erlebte und bereiten sich für ihren nächsten Einsatz vor.
Hauptamtliche der Fachstellen für Kinder- und Jugendpastoral Andernach und Bad Kreuznach sowie des Dekanats St. Goar haben das „Helpcamp“ organisiert. Daneben erhalten sie Unterstützung der Kolpingjugend als Kooperationspartner und eine Förderung der Bischof-Stein-Stiftung im Bistum Trier. Außerdem unterstützten verschiedene Pfarreien das Projekt z.B. durch Kleinbusse oder Übernachtungsmöglichkeit.
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