Ahrweiler – Durch das Unwetterereignis vom 14. Juli 2021 wurde auch die kommunale Infrastruktur stark in Mitleidenschaft gezogen. In seiner jüngsten Sitzung wurde der Kreis- und Umweltausschuss jetzt darüber informiert, dass sechs Kreisstraßen bereits wieder instand gesetzt werden konnten. Diese sind: die K 3 zwischen Pomster und Barweiler, K 6 zwischen Aremberg und Antweiler, K 9 bei Ohlenhard und der L 74, K 13 Einmündung L 74 und Marthel, K 14 Landesgrenze NRW und Heistert sowie die K 31 zwischen Berg und Freisheim.
Um die betroffenen Kreisstraßen möglichst zeitnah und unkompliziert wieder herzustellen, hatte die Kreisverwaltung Ahrweiler unmittelbar nach der Unwetterkatastrophe gegenüber dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) Cochem-Koblenz eine Kostenzusicherung abgegeben. Nur mit einer solchen Zusicherung konnten diese Aufträge in Höhe von 150.000 Euro für notwendige Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an Fachfirmen vergeben.
Einen Erlös von 6260 Euro überreichten der Vorsitzende des SV Malefinkbach, Ulrich Goebels (Mitte), und dessen Vorstandskollege Gerd Wintz (rechts) an Willi Greuel (2.v.r.), Angelika Züll (links) und Kathi Greuel 2.vl.) von der Hilfsgruppe Eifel. Mitglieder des Radsportvereins waren 50.000 Kilometer zugunsten der Hilfsgrupe geradelt. Foto: Reiner Züll
Kall/Titz – Einmal um die ganze Welt – Radportler aus Titz-Müntz legten sich monatelang für die Kaller Kinderkrebshilfe mächtig ins Zeug – Beim Abschlussfest am Wochenende den Spendenscheck über 6260 Euro an Willi Greuel übergeben. Sie sind für die Hilfsgruppe Eifel mehr als einmal um den Erdball herum geradelt und haben dabei eifrig Spenden von Sponsoren gesammelt. Eine Gesamtleistung von 50.000 Kilometern und einen Spendenerlös von 2500 Euro hatten sich die Mitglieder des SV Malefinkbach aus Müntz, einem Ortsteil der Gemeinde Titz, Anfang Februar zum Ziel gesetzt. Beide Ziele wurden schon vor Ende des Aktionszeitraumes (1. Februar bis 30. November) erreicht, so dass die Radsportler aus dem Kreis Düren der Hilfsgruppe schon jetzt beim Abschlussfest in Müntz einen Spendenscheck in Höhe von 6260 Euro überreichen konnten.
Beim Abschlussfest in Müntz überreichte SV-Vorsitzender Ulrich Goebbels den Hilfsgruppen-Damen Kathi Greuel (Mitte) und Angelika Züll blau-weiße (Vereinsfarben) Schmetterlingshäuschen. Goebbels ist Obermeister der Tischlerinnung Düren-Jülich. Foto: Reiner Züll
Die Pedalritter des rührigen Vereins sind seit Jahren unterwegs, um krebskranke Kinder zu unterstützen, die aufgrund ihrer oft unheilbaren Krankheiten kein normales Leben leben können. „Radeln für den guten Zweck“ lautete deshalb kurz nach dem Jahreswechsel die Devise des Vereins, dessen Vorstand um Vereinschef Ulrich Goebbels entschieden hatte, in diesem Jahr die Hilfsgruppe Eifel mit einer recht ungewöhnlichen Aktion zu unterstützen. „50.000 Kilometer radeln = 2.500 Euro für Kinder in Not“ lautet der Name des im Februar gestarteten Hilfsprojektes.
Die rund 15 aktiven Radler des Vereins aus dem Norden des Kreises Düren hatten sich dazu keine leichte Aufgabe gestellt: Vom 1. Februar bis zum 30. November galt es, bei Radtouren oder Veranstaltungen anderer Radsportvereine eine Strecke von mindestens 50.000 Kilometer zu schaffen. Immerhin eine Kilometerleistung, die mehr als einer kompletten Weltumrundung entspricht.
„Wir schaffen das“, hatte Goebbels Vorstandskollege Gerd Wintz schon kurz nach Beginn der Aktion prophezeit: „Die Gothaer-Versicherung als Hauptsponsor hatte uns direkt einen Betrag von 1000 Euro zugesagt“, so Wintz. Das sei eine große Motivation für die sozial eingestellten Radler aus dem 570-Seelendorf gewesen, berichtete der Medienbeauftragte des Vereins.
Allerdings habe Corona die Aktion erschwert, weil Veranstaltungen anderer Radsportvereine nicht möglich gewesen seien. Trotzdem hätten das große Engagement und der bemerkenswerte Teamgeist der Radsportler, die für die Hilfsgruppe auf Kilometerjagd gegangen seien, dazu geführt, dass das 50.000 Kilometer-Ziel schon im August erreicht worden sei. Und auch das Ziel von 2500 Euro sei um diese Zeit bereits verdoppelt werden können.
Die letzten 500 Kilometer hatten die Benefiz-Radler symbolisch durch mehrere Runden durch Müntz und die Nachbarorte Hompesch und Hasselsweiler absolviert, wobei ihnen der Beifall der Bürger in den drei Orten gewiss war.
Während der ganzen Aktion sei der Verein von vielen Handwerkern aus der Region unterstützt worden, freute sich Ulrich Goebbels, der sowohl Obermeister der Tischlerinnung Düren-Jülich als auch stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Titz und Ortsvorsteher in Müntz ist.
Der große Erfolg der Aktion war Grund genug für den Verein, am 18. September vor der Bürgerhalle in Titz ein großes Abschlussfest zu feiern, in dessen Verlauf Ulrich Goebbels und Gerd Wintz die 6260-Euro-Spende an Willi Greuel, den Vorsitzenden der Hilfsgruppe Eifel, offiziell übergab. Die Hilfsgruppe Eifel, so Vereins-Chef Ulrich Goebbels, sei eine Initiative, die es verdient habe, unterstützt zu werden. „Bei der von uns ausgewählten Initiative fließt jeder Cent in die Unterstützung krebskranker Kinder – und das auch noch regional in unserer Nähe“, so Goebbels zu den Festgästen.
Schon seit Jahren unterstütze der SV Malefinkbach aber auch ein Kinderhospiz in Koblenz. Diese Tradition werde man auch diesem Jahr wieder pflegen. Deshalb werde der Erlös des Abschiedsfestes dem Hospiz im benachbarten Rheinland-Pfalz zugutekommen, berichtete Vorstandsmitglied Gerd Wintz.
Willi Greuel bedankte sich bei den eifrigen Pedalrittern für diese grandiose 50.000-Kilometer-Leistung. Er erläuterte den zahlreichen Gästen die Arbeit der Hilfsgruppe und deren aktuelles Bemühen, von der schlimmen Flut betroffenen Familien mit Kindern zu helfen. Mit über 200.000 Euro habe die Hilfsgruppe seit der Hochwasser-Katastrophe Mitte Juli viele Familien unterstützt, die ihr Hab und Gut durch die Flut verloren hätten.
Die Spende aus Malefinkbach werde dem neuen Familienhaus des Eltern-Kind-Zentrums an der Uni-Klinik Bonn zugutekommen, in dem Eltern während der Behandlung ihrer krebskranken Kinder in direkter Kliniknähe wohnen können. Die Hilfsgruppe habe für das im Juli eröffnete neue Haus die komplette Inneneinrichtung von 43 Elternzimmern finanziert. (Reiner Züll)
Region/Berlin – Die ersten Grippe-Impfstoffe sind in den Apotheken eingetroffen und werden an die Arztpraxen ausgeliefert – viele weitere Millionen Dosen werden in den kommenden Wochen folgen. „Die Grippe-Impfsaison 2021/22 ist gestartet, und die Versorgung mit Impfstoffen ist gesichert“, sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV): „Die Apotheken beschaffen, lagern und verteilen die Grippe-Impfstoffe Woche für Woche an zehntausende Arztpraxen im ganzen Land. In der vergangenen Grippe-Saison 2020/21 haben sie mit bis zu 25 Millionen Impfdosen einen neuen Rekord in der Logistik aufgestellt.
Das ist und bleibt eine wichtige Leistung für die Gesellschaft.“ Dittrich weiter: „Der Aufruf vor allem an ältere Menschen und Risikopatienten bleibt bestehen: Lassen Sie sich baldmöglichst gegen Grippe impfen! Die Impfung ist sicher und verträglich. Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere vor Ansteckung. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie müssen wir alles tun, um zusätzliche Infektionen zu verhindern.“
Neu ist in dieser Saison, dass Versicherte ab dem 60. Geburtstag einen Anspruch auf eine Hochdosis-Schutzimpfung gegen Influenza haben, sofern dieser Impfstoff verfügbar ist. Eine Grippe-Impfung empfiehlt sich grundsätzlich für Personen mit chronischen Grundleiden, für Schwangere, für Kinder mit chronischen Atemwegserkrankungen sowie für Personen mit erhöhtem Kontaktrisiko im Beruf wie medizinisches Personal, Feuerwehr, Polizei und Lehrkräfte.
Allein für die Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wurden im Kalenderjahr 2020 rund 19,3 Mio. Grippe-Impfdosen mit einem Umsatzvolumen von 240 Mio. Euro als sog. Sprechstundenbedarf an ambulant tätige Ärztinnen und Ärzte geliefert. Im Rahmen von regionalen Modellprojekten dürfen bestimmte Apotheken in einigen Bundesländern nach medizinischer Schulung inzwischen auch selbst Grippe-Schutzimpfungen durchführen. Ziel ist es dabei, auch diejenigen Menschen zu erreichen, die nicht zum Arzt gehen wollen oder können.
„Die AOK ist stark und dies hat die Unterstützung nach der Flutkatastrophe eindrucksvoll gezeigt.“ Grafik / Logo: AOK
Region/Eisenberg – Initiative von Belegschaft und Selbstverwaltung der AOK: Umfangreiche Unterstützungsangebote und 530.000 Euro an Spenden für Betroffene. Noch immer machen die schrecklichen Unwetterereignisse von Mitte Juli fassungslos – erst nach und nach wird die ganze Dimension sichtbar. Die Schilderungen aus den betroffenen Gebieten machen deutlich, dass sie sicherlich noch lange durch die schrecklichen Erlebnisse belastet sein werden und dringend Unterstützung benötigen. Große Teile der AOK-Belegschaft sind unmittelbar in vielfacher Hinsicht selbst betroffen. Auch hier setzt das vielseitige Engagement der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland an.
Insgesamt sind bisher, neben allen erdenklichen Sachspenden und dem direkten, körperlichen Einsatz in den Flutgebieten, 530.000 Euro von den Kolleginnen und Kollegen sowie den Gremien der Selbstverwaltung für betroffene Mitarbeitende gespendet worden. Rund 200.000 Euro der Spenden kommen dabei aus dem bundesweiten AOK-System. Teile der Belegschaft sind darüber hinaus im Ehrenamt (zum Beispiel THW, Feuerwehr) vor Ort aktiv und profitieren, wie die Betroffenen selbst, von flexiblen Freistellungsregelungen.
„Als AOK-Gemeinschaft war und ist es für uns selbstverständlich, den Betroffenen der Flutkatastrophe unbürokratisch und schnell zu helfen. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen kümmern wir uns um spontane Hilfsangebote, längerfristige Unterstützung und Spenden“, sagt Dr. Martina Niemeyer, Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und bedankt sich auch anlässlich des „internationalen Tag der Dankbarkeit am 21. September“ für die großartige Solidarität und Hilfsbereitschaft. „Die AOK ist stark und dies hat die Unterstützung nach der Flutkatastrophe eindrucksvoll gezeigt.“
Gertrud Schmidt verzauberte mit ihrem Spiel der Viola d'amore. Foto: Burgenmuseum Nideggen
Düren/Nideggen – Besucher durften Anfang des Monats ganz besonderen Klängen und Melodien eines Instrumentes lauschen, die die Gemächer des Bergfriedes der Burg Nideggen durchfluteten: Gertrud Schmidt spielte auf ihren drei „Viola d’amoren“, den bemerkenswerten, historischen Streichinstrumenten.
Die Musikerin studierte die Viola in München und Aachen. Gertrud Schmidt spielte mehrere Jahre im Aachener Sinfonieorchester und in verschiedenen Kammermusikgruppen. Seit 2000 beschäftigt sie sich mit Musikvermittlung und Unterricht an Gymnasien, Musikschulen und beim Privatunterricht, mit Kindern und Erwachsenen, in Gruppen und im Einzelunterricht. 2001 entdeckte sie die Viola d’amore. Besonders interessant findet sie die vielfältigen Möglichkeiten, da das Instrument nicht nur in der Barockzeit eine große Rolle spielte, sondern auch in der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts immer wieder verwendet wird. 2014 gelang es ihr, zusätzlich zu ihrem modernen Instrument zwei ältere zu erwerben.
Vorgestellt wurden alle drei Violas: Madame Sophie, Doktor Faustus und Newcastle heißen sie. Erstere wurde 1720 gebaut und verfügt über sechs Saiten. Doktor Faustus weist sieben Saiten auf und wurde 1772 von Tomaso Eberle in Neapel gebaut. Newcastle, die neueste unter den drei, wurde von Walter Mahr in Bubenreuth 1999 konzipiert.
In ihrem Vortrag und Spiel auf Burg Nideggen kamen gerade die beiden älteren Instrumente als Zeitzeugen und Hauptakteure der Entwicklung und Geschichte der Viola d’amore zu Wort und unterstützen Gertrud Schmidt sowohl beim Spielen der passenden Musik als auch beim Erzählen der Geschichte. Gertrud Schmidt schlüpfte in die Rolle der Viola d´amore und erzählte die jeweilige Geschichte des Instrumentes in der Ich-Form. Als „Madame Sophie“ äußerte „Ich kann auch anderes“, gelang eine fulminante Überleitung zu „Doktor Faustus“: Durch diese Viola d´amore ertönten weitere großartige Klänge und Klangnuancen. Werke von Michael Töpel „Rocailles pour viole d´amore) (2017), Christian Petzold „Partia ex F für Viola d´amore solo“ (18. Jh.), Bernardo Lorenziti Sonata „La Chasse“ (19. Jh.) und Henri Casadesus „Prélude Nr. XVII in E-Dur, Allegretto grazioso“ erklangen, vorgetragen von der talentierten Musikerin Gertrud Schmidt. Ihr Spiel faszinierte und ging unter die Haut. Das Publikum war sich einig und dankte dem musikalischen Vortrag mit sehr viel Applaus.
Ahrweiler – 5.900 Schülerinnen und Schüler betroffen – Mammutaufgabe für alle Beteiligten. Bei der Hochwasserkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli 2021 wurden sieben in Trägerschaft des Kreises Ahrweiler stehende Schulen im Stadtgebiet Bad Neuenahr-Ahrweiler und Sinzig in Mitleidenschaft gezogen. Neben den Schäden an den Gebäuden ist vor allem die Haustechnik, wie Stromversorgung, IT-Infrastruktur und Wärmeversorgung, zerstört. Rund 5.900 Schülerinnen und Schüler – das sind 75 Prozent der Schülerschaft in Kreisschulen – sind somit unmittelbar von den Folgen der Flut betroffen. Nachdem zum Schulstart nach den Ferien kurzfristig Lösungen für eine Unterrichtsversorgung gefunden werden mussten, hat der Eigenbetrieb Schul- und Gebäudemanagement (ESG) jetzt ein Konzept für die temporäre Unterbringung von Kreisschulen in den kommenden Monaten vorgestellt.
„Die Wieder-Inbetriebnahme der durch die Flutkatastrophe betroffenen Schulstandorte mit einem geschätzten Schadensvolumen von 100 Millionen Euro – zum Vergleich: das Schulbauprogramm der 2000er Jahre umfasste 40 Millionen Euro – ist eine Mammutaufgabe und erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Kreativität und Flexibilität“, fasst der Erste Kreisbeigeordnete, Horst Gies, MdL, die aktuelle Situation zusammen.
Für das Are-Gymnasium wird in Abstimmung mit Bürgermeister Achim Juchem das Angebot der Gemeinde Grafschaft angenommen und im Innovationspark Grafschaft ein Ersatzschulstandort errichtet. 41 Klassen, zwei Lehrerzimmer, zwei Mehrzweckräume sowie Sanitäranlagen werden in der komplett winterfesten und brandschutzsicheren Anlage aufgebaut. Für eine sichere An- und Abfahrt wird eigens eine langgezogene Bushaltestelle neben der Zufahrtsstraße zum Innovationspark geschaffen.
Hinsichtlich des Peter-Joerres-Gymnasiums wird eine schnellstmögliche Inbetriebnahme der unversehrt gebliebenen Klassenräume in den Obergeschossen des Schulgebäudes bis spätestens Ende des Jahres angestrebt. Das Erd- und Kellergeschoss des Schulgebäudes sowie die Sporthalle sind zwischenzeitlich vollständig entkernt, die Lieferung und Montage defekter Glasscheiben und Gebäudeelemente beauftragt, ebenso die Montage des Fernwärmeanschlusses und die Wiederherstellung der Stromversorgung.
Der Standort der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr ist vom Hochwasser schwer beschädigt worden. Die Schülerschaft musste auf eine Reihe von Berufsschulen im Umfeld verteilt werden, was mitunter zu langen Schulwegen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler führt. Entsprechend wird mit Hochdruck an einer möglichst schnellen Rückführung an den Standort in Bad Neuenahr gearbeitet. Zwischenzeitlich wurden die betroffenen Bereiche fast komplett geräumt und entkernt. Die Stromversorgung der Obergeschosse konnte mittels Notstrom durch das THW sichergestellt werden. Auch die Wärmeversorgung über Fernwärme ist sichergestellt, sodass in Kürze 34 Klassenräume wieder für den Schulbetrieb zur Verfügung stehen. Zusätzlich sollen bis spätestens Ende des Jahres auf dem Schulgelände bis zu 60 weitere Klassen sowie Büro- und Nebenräume in temporärer Bauweise errichtet werden.
Die von Boeselager-Realschule plus und die Sporthalle konnten noch in den Ferien entkernt und mit Strom versorgt werden. Zum Schulstart wurden darüber hinaus zwölf Containerklassen und Bürocontainer errichtet, sodass an dieser Schule Unterricht gewährleistet werden kann.
Für die Schülerinnen und Schülern der Don-Bosco- und Levana-Schule findet der Unterricht derzeit an der Förderschulstandorten der Janusz-Korczak-Schule in Sinzig, der Burgweg-Schule in Burgbrohl sowie der Nürburgring-Schule in Wimbach statt. Oberste Priorität ist, dass der Unterricht so schnell wie möglich wieder an einem gemeinsamen Ort stattfinden kann. Benötigt werden dafür 16 Klassen sowie Neben- und Büroräume. Da das Schulgelände dies aus Platzgründen nicht hergibt, muss hierfür noch ein geeigneter Standort gefunden werden, der vor allen Dingen auch eine gute Anbindung im Hinblick auf die Schülerbeförderung ermöglicht. Vor diesem Hintergrund ist eine kurzfristige Lösung derzeit leider noch nicht umsetzbar.
Die Mitglieder des Werksausschusses Schul- und Gebäudemanagement votierten einstimmig für die im Konzept genannten Vorschläge, die jetzt kurzfristig umgesetzt werden sollen.
Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. Foto: Stadtbild/Renate Schütt
Aachen – Die Diskussion über eine mögliche Erhöhung der Grundsteuer B in Aachen führt zu erheblichen Irritationen in den Mitgliedsunternehmen und bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen. Die entsprechenden Überlegungen, die zuletzt den Medien zu entnehmen waren, werden zu einem Zeitpunkt öffentlich, an dem viele Betriebe durch die Folgen der Corona-Pandemie nach wie vor in ihrer Existenz bedroht sind. Besonders stark betroffen sind Branchen, die ganz erheblich zu einem attraktiven Stadtbild beitragen: etwa die Gastronomie und der Einzelhandel.
Zwar ließen sich in den Unternehmen nach einer langen Durststrecke nun endlich wieder Umsätze generieren, sagt Michael F. Bayer. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen betont allerdings auch: „Von wirtschaftlicher Normalität sind wir noch weit entfernt. Lieferketten sind unterbrochen, es mangelt an Rohstoffen, Veranstaltungen müssen abgesagt werden und nach dem Hochwasser stehen an vielen Stellen schon wieder wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel.“
Erhöhungen von Realsteuerhebesätzen seien zu jeder Zeit ein falsches Signal, da sie den Standort Aachen unattraktiver machen und Investitionen hemmen. Schlechter als jetzt könne der Zeitpunkt für das laute Nachdenken über eine Erhöhung der Grundsteuer B aber kaum gewählt sein, sagt Bayer: „Ein solcher Beschluss würde all die bisherigen Bemühungen, den Unternehmen über diese Krisen hinwegzuhelfen, völlig konterkarieren. Eine Steuererhöhung wäre wirklichkeitsfremd und inakzeptabel.“
Bayer plädiert daher dafür, einen anderen Weg einzuschlagen und unterstützt mit Nachdruck den Ansatz von Aachens Stadtkämmerin Annekathrin Grehling: Aufgaben deckeln, Ausgaben herunterfahren und so Steuererhöhungen vermeiden. So hat es die IHK auch in einem Brief an Grehling formuliert. „Das Wunschkonzert von Teilen der Aachener Politik darf nicht zu einer Schieflage in unseren Unternehmen führen“, sagt Bayer. Ziel der Politik müsse es vielmehr sein, den Standort so attraktiv zu gestalten, dass bereits ansässige Unternehmen weiter investieren und von außerhalb neue hinzukommen.
Stolz und überglücklich halten die Absolventen der Weiterbildung zum „Praxisanleiter in den Pflegeberufen/im Gesundheitswesen“ ihre Zeugnisse vor sich. Foto: GK-Mittelrhein
Region/Mayen-Koblenz – 18 neue Praxisanleiter absolvieren erfolgreich die Weiterbildung im GK-Mittelrhein. Was wäre eine Ausbildung ohne einen guten Lehrer? Mit Sicherheit nur halb so spannend und lehrreich. Das dachten sich auch die 18 frisch examinierten Praxisanleiter. Mit ihren neu erworbenen Kompetenzen dürfen sie nun Auszubildende im praktischen Teil begleiten und bilden so den Mittelweg zwischen der Berufsschule und der Arbeit auf einer Station. Damit diese verantwortungsvolle Aufgabe bestmöglich ausgeführt werden kann, bietet das Bildungs- und Forschungsinstitut des Gemeinschaftsklinikums Mittelrhein (BFI) die berufspädagogische Weiterbildung zum „Praxisanleiter in den Pflegeberufen“, beziehungsweise zum „Praxisanleiter im Gesundheitswesen“ an.
Diese Weiterbildungen haben 18 Absolventen aus verschiedenen Häusern und Bereichen, unter anderem Intensiv, Anästhesie und OP, nach rund 310 Arbeitsstunden erfolgreich absolviert. Besonders freuen sich die frisch gebackenen Praxisanleiter auf die Arbeit und den Austausch von Erfahrungen mit ihren Schülern. Der Kurs fand größtenteils online statt. „Das hat sehr gut funktioniert“, meint Kursleiter Peter Giehl. Der Unterricht fand in vier Blocks statt. Behandelt wurden Themen wie Selbstfürsorge und Ethik, anschließend folgte die Spezialisierung. Hier stand besonders die Beziehung zu den Schülern und die Möglichkeiten des Anleitens im Vordergrund. „Besonders die Selbstfürsorge hat mir sehr geholfen. Daraus habe ich viel für mein Privatleben mitgenommen“, so Nathalie Quente, frisch examinierte Praxisanleiterin.
„Der Unterricht lebte in besondere Weise auch vom Austausch der Teilnehmenden untereinander, die nicht nur aus dem GK-Mittelrhein stammten, sondern auch aus den Einrichtungen unserer Kooperationspartner“, berichtet Peter Giehl und freut sich auf den nächsten Präsenzkurs. Dieser beginnt am 27. September. Anmelden kann man sich hierfür bis zu einer Woche vorher. Weitere Informationen gibt es unter www.karriere-gk.de.
Es war ein langer, aber kurzweiliger Leseabend, den der Autor Ewald Arenz einer über 70köpfigen Hörergemeinde in der Aula des Vossenacker Franziskus-Gymnasiums bereitete. Janine Köster von der Lit.Eifel begrüßte Publikum und den aus Nürnberg stammenden Erfolgsautor, den sie selbst dem Programmbeirat vorgeschlagen hatte. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Hürtgenwald-Vossenack – Es war ein langer, aber kurzweiliger Leseabend, den der Autor Ewald Arenz einer über 70köpfigen Hörergemeinde in der Aula des Vossenacker Franziskus-Gymnasiums bereitete. Janine Köster von der Lit.Eifel begrüßte Publikum und den aus Nürnberg stammenden Erfolgsautor, den sie selbst dem Programmbeirat vorgeschlagen hatte.
Der Autor gewährte dem jungen und größtenteils weiblichen Publikum Einblick nicht nur in seinen nach und nach erweiterten Altbau und den Alltag als Englischlehrer, sondern auch in das Aufwachsen in kinderreicher Familie, seine Jugend, die erste Liebe und seine gescheiterte Ehe. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Der 56-jährige Lehrer, frühere Radiomoderator, Schriftsteller, Theaterautor und Verfasser bestseller-verdächtiger Romane wie zuletzt 2019 „Alte Sorten“ las aus seinem neuesten Werk „Der große Sommer“, einer Hommage an die Jugend, das Verliebtsein ins Leben und die erste Liebe. Es handelt sich um eine ebenso zauberhafte wie vor Sprachwitz und Fabulierkunst sprühende Schilderung ersten Erlebens.
Ewald Arenz ist nicht nur ein bemerkenswerter Autor, sondern auch ein geübter Vorleser. Der Tausendsassa bewährte sich neben der Schriftstellerei auch als Lehrer, Rundfunkmoderator, Familienvater und Altbausanierer. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
Der erste Sprung, die erste Liebe, das erste Unglück: Die Zeichen auf einen entspannten Sommer stehen schlecht für Hauptdarsteller Frieder, der einige verblüffende Übereinstimmungen mit der Biografie des Verfassers aufweist, der ebenfalls ein schlechter Schüler war, sitzenblieb und mehr oder weniger leidvolle Sommerferien unter Aufsicht des strengen Großvater verbrachte, der ihn für die Nachversetzungsprüfung drillte.
Ewald Arenz las in Vossenack eine ganze Reihe von Abschnitten seines Romans, die Wesentliches zur Sprache brachten, aber Raum für die eigene gespannte Lektüre ließen. Man lernte den Hauptdarsteller und den Bezug zu den bemerkenswerten Nebenfiguren kennen, vor allem Alma, Johann – und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug.
Nach einer Pause, in der Ewald Arenz nicht nur Bücher signierte, sondern seinen Fans auch ausgiebig Rede und Antwort stand, gelang es Moderatorin Janine Köster, selbst Lehrerin am Vossenacker Franziskaner-Gymnasium, die Lesegemeinde noch einmal zu einer Frage-Antwort-Runde zu versammeln.
Da war der Autor im Element und gewährte Einblick nicht nur in seinen nach und nach erweiterten Altbau und den Alltag als Englischlehrer, sondern auch in das Aufwachsen in kinderreicher Familie, seine Jugend, die erste Liebe und seine gescheiterte Ehe.
Immerhin gab der Autor dem ausgesprochen wissbegierigen und vorwiegend weiblichen Publikum auch einiges über den Beruf des Schriftstellers preis, etwa wie seine „Plots“ (Handlungspläne, inneres „Drehbuch“) mühsam entstehen, sich entwickeln und mitunter auch verselbständigen. „Ein anderes Mal ist die Geschichte von Anfang bis Ende in meinem Kopf“, so Arenz, da gibt es offenbar aber kein Patentrezept.
Weit weg von Millionengagen
Kann man mit Büchern reich werden? Einige wenige Autoren schaffen das – andere, wie Ewald Arenz, haben nebenher einen „Ernährungsberuf“, können sich sogar leisten, in Teilzeit zu arbeiten, und leben trotzdem ganz gut dabei, wegen der zweiten oft lebenslang sprudelnden Quelle seiner Urheberrechte.
An einem Zehn-Euro-Taschenbuch verdient der Autor gleichwohl vielleicht nur 80 Cent, ein Hardcover-Roman bringe 1,20 Euro ein, so Ewald Arenz: Für eine Verfilmung gebe es in Deutschland vielleicht 15.000 Euro – alles weit weg von den Millionen-Dollar-Gagen Hollywoods…
Schreiben tut Ewald Arenz vorwiegend an den Wochenenden und in den Ferien, manchmal auch auf langen Zugfahrten. An denen mangelt es ihm nicht auf seinen Leseeinsätzen in der ganzen Bundesrepublik. Mitunter ist es schwierig, wochentags Morgens vor die Klasse zu treten, wenn man in einer entfernten Stadt nachts um 2 Uhr in den Zug gestiegen ist…
Alles war an diesem langen Abend offen und schonungslos ehrlich, wie es den Anschein hatte – nur eins mochte mancher dem Autor nicht abnehmen: Dass er nie eines seiner Bücher ein zweites Mal gelesen habe. Dass ihm Inhalt und literarische Verarbeitung manchmal sogar „peinlich“ seien, wenn er die Lichtfahnen vor Drucklegung vom Verlag noch einmal zur Kontrolle vorgelegt bekomme.
„Der große Sommer“, so die übereinstimmende Meinung vieler Kritiker und seiner Fans sowieso, ist ein ganz großes Stück neuer deutscher Erzählkunst. Es liest sich so leicht, als wäre man selbst noch in dem Alter seiner Protagonisten. In diesen Sommerwochen erlebt Frieder Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird. „Hellsichtig, klug und stets beglückend erzählt“, so der DuMont-Buchverlag.
Bad Neuenahr-Ahrweiler – Die rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für den Wiederaufbau, Staatssekretärin Nicole Steingaß, hat stellvertretend eine Sachspende des Industrieverbandes Haus-, Heiz und Küchentechnik (HKI) sowie der Landesinnung der Schornsteinfeger in Rheinland-Pfalz über mehr als 100 Holzöfen und Herde für die Flutbetroffenen im Ahrtal entgegengenommen.
„Die Wärmeversorgung der Wohnungen im Ahrtal herzustellen ist derzeit eine der drängendsten Herausforderungen. Dabei wird es absehbar nicht möglich sein, dass die Energieversorger alle Wohnungen rechtzeitig zum Winter an das Gasnetz anschließen, auch wenn es zuletzt positive Signale für viele Betroffene im Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler gab. Deshalb werden derzeit zahlreiche alternative Heizmethoden erprobt. Holzöfen können bei der Winterfestigkeit eine wichtige Rolle spielen. Ich danke dem HKI und unseren Schornsteinfegern für die großzügige Spende und ihr schnelles und pragmatisches Handeln“, so die Wiederaufbaubeauftragte Nicole Steingaß. So könnten zahlreiche Menschen den Winter in einem warmen Zuhause verbringen.
Der HKI stellt die von seinen Mitgliedsfirmen gespendeten Geräte in einem Zwischenlager in Grafschaft bereit. Von dort werden sie auf Depots in den betroffenen Ortschaften im Ahrtal verteilt, wo sie von Anwohnerinnen und Anwohnern neben weiteren Sachspenden abgerufen werden können. Das Schornsteinfegerhandwerk übernimmt die Organisation der Verteilung und der Installation. In Koordination mit dem Handwerk vor Ort, sorgen die Schornsteinfeger dann für eine ordnungsgemäße Installation und Abnahme der Geräte.
„Wir haben auf Anhieb über 100 Holzöfen und Herde von unserer Mitgliedsfirmen erhalten. Und wir sammeln weiter. Es fehlt noch in vielen Gebieten die Infrastruktur und daher wollen wir mit den Holzöfen Wärme und Geborgenheit geben. Denn wir wissen, wie wichtig eine unabhängige Wärme in der kalten Jahreszeit ist. Ein Holzfeuer ist einfach ein Stück Sicherheit“, erklärte Thomas Schnabel, Wirtschaftsreferent des HKI. „Bei Bedarf können sogar warme Speisen zubereitet werden. So ist die Grundversorgung stets gesichert“, so Schnabel. Er betonte, dass es sich bei den gespendeten Geräten nicht um Leihgaben handele, sondern diese selbstverständlich in den Besitz der Flutbetroffenen übergingen.
„Wir Schornsteinfeger sind derzeit in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten gefragte Leute. Zusammen mit dem Handwerk aus der Sanitär-, Heizung- und Klimabranche versuchen wir praktische Lösungen zu finden, um demnächst die Häuser und Wohnungen beheizen zu können. Hilfe dazu bieten die bereitstehenden Kaminöfen. Schornsteinfeger vor Ort geben Rat, wenn es um sicheren Schornsteinanschluss und die Inbetriebnahme der Öfen geht“, so Michael Bauer, Landesinnungsmeister der Schornsteinfeger in Rheinland-Pfalz. Informationen zu den Öfen und Kontakt zu den Schornsteinfegern gebe es unter der Nummer 0261 406 30 20.
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