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Grundschule Clemens in Mayen wird nach Hochwasser-Katastrophe saniert

Mayen – Nach dem Hochwasser im Juli 2021 sind die Verantwortlichen der Stadt Mayen nun mit der Sanierung beschädigter Gebäude beschäftigt. Besonders betroffen war die Grundschule Clemens mit den beiden Schulgebäuden am Habsburgring und in der Bachstraße sowie der zur Schule gehörenden Turnhalle.

Im Schulhaus in der Bachstraße sind die Folgen besonders gravierend.

„Durch einen aufgeschwemmten Öltank wurde die Kellerdecke kontaminiert, die gleichzeitig der Fußboden des darüber liegenden Klassenzimmers ist. Nun muss die gesamte Betondecke herausgestemmt und erneuert werden“, erklärt der zuständige Mitarbeiter Jürgen Pulger und führt weiter aus: „Die Schülerinnen und Schüler sind übergangsweise im Gebäude an der Ringstraße untergebracht, allerdings platzen die Räume dort aus allen Nähten.“

Aus diesem Grund hat die Stadt Module bestellt, in denen demnächst drei Schulklassen eine neue Unterkunft finden. Die Anlage wird auf dem Parkplatz gegenüber dem Mühlenturm errichtet, der auch weiterhin gesperrt bleiben muss. In der Turnhalle wurden der komplette Sportboden sowie der Prallschutz entfernt. Noch laufen die Trocknungsarbeiten, bevor die Sanierung begonnen werden kann. Da die Stadt Mayen ihre Gebäude auch gegen Elementarschäden versichert hat, wurden die Hochwasserschäden durch diese glücklicherweise alle getragen.

Doch nicht nur Hochwasserschäden werden derzeit an der Grundschule Clemens behoben. Auch bereits vor dem Starkregen Mitte Juli war eine Sanierung der beiden Schulhöfe geplant. Diese steht nun kurz vor dem Abschluss. Nach der Fertigstellung der Außenanlage am Gebäude am Habsburgring im Frühjahr gehen die Arbeiten in der Bachstraße nun dem Ende entgegen. Eine neue Uferböschung mit wassernahem Klassenzimmer, neue Spielgeräte und Sitzgruppen können bald von den Kindern genutzt werden.

Die besondere Situation fordert alle Betroffenen: Schülerinnen und Schüler, das Lehrpersonal, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gebäudemanagements der Stadtverwaltung, die noch zahlreiche weitere Objekte zu betreuen haben. Rund 90 Liegenschaften stehen in ihrer Verantwortung, von Schulen und Kitas bis hin zur Genovevaburg, den Sporthallen und Feuerwehrdepots. Neben der Beseitigung der Hochwasserschäden laufen zahlreiche geplanten Baumaßnahmen wie die Sanierung des Feuerwehrdepots in der Kernstadt, die auf acht Jahre terminierte Sanierung der Genovevaburg (in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich 1) oder die Erneuerung des Hallenbodens der Burghalle durch einen Wassereintritt vor einigen Monaten. Ein Großprojekt immerhin geht bald einem guten Ende zu: Anfang 2022 soll die sechsgruppige Kita in der Weiersbach den Betrieb aufnehmen.

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Jawort unter Tage – „In einem Schloss oder auf einer Burg zu heiraten, kann jeder“

Mechernich – Horst (80) und Antonie Painer (66) kennen sich seit Jahrzehnten und heirateten jetzt im Besucherbergwerk Günnersdorf – Fördervereinsvorsitzender Günter Nießen: „Zur Nachahmung empfohlen“.

In der stimmungsvollen Atmosphäre des Mechernicher Bergbaumuseums gaben sich Horst und Antonie Painer vor der städtischen Mechernicher Standesbeamtin Tanja Schulz ihr Ja-Wort. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

Mundschutz tragen ist normal, aber bei einer standesamtlichen Hochzeit einen Bauhelm anzuziehen, ist auch im Jahre zwei Corona noch die Ausmaße. Helmpflicht besteht bei Trauungen unter Tage im Besucherbergwerk der Grube Günnersdorf an der Glück-auf-Halle in Mechernich.

Da machte auch die Hochzeit von Antonie (66) geb. Fuchs und Horst Painer (80) vergangenes Wochenende keine Ausnahme. Die beiden sagten sich mehre Dutzend Meter unter der Erdoberfläche im früheren Bleibergwerk vor der städtischen Standesbeamtin Tanja Schulz ihr Jawort.

Auf einen Hochzeitstanz habe man sich im Vorfeld nicht einigen können: „Während sich meine Frau den Blumenwalzer von Tschaikowsky gewünscht hat, wollte ich lieber einen heißen Tango mit Rose im Mund“, so Horst Painer, hier mit seiner Gattin Antonie geb. Fuchs. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

„In einem Schloss oder auf einer Burg zu heiraten, kann jeder“, scherzte der Bräutigam im Gespräch mit dem Reporter des Mechernicher „Bürgerbriefs“: „Wir wollten beide etwas Außergewöhnlicheres!“

„Wir sind sehr geschichts- und traditionsinteressiert“, sagte das Brautpaar übereinstimmend im Interview: „Als wir von der Möglichkeit erfuhren, unter Tage heiraten zu können, waren wir schnell einig!“ Das stimmungsvolle Ambiente des Bergwerksstollens habe bei einem Vorab-Besichtigungstermin nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die beiden Verlobten entschlossen sich, ihr Ehegelübde untertage abzulegen.

Mit Mantel statt Brautkleid schritt die 66-jährige Antonie Fuchs freudestrahlend an der Seite ihres Bräutigams Horst Painer durch das Spalier der Hochzeitsgäste, die ebenfalls mit Bauhelmen ausgestattet rund um das improvisierte Standesamt im Stollen Aufstellung genommen hatten.

Bergwerks-Fördervereinsvorsitzender Günter Nießen gratuliert den Eheleuten Antonie (66) und Horst Painer (80) nach ihrer Trauung unter Tage in Mechernich. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

„Für mich stand von vorneherein fest, dass ich nicht in einem Kleid heiraten wollte. Das hätte in meinem Alter eher albern gewirkt“, erklärte Antonie Painer, die sich für ihren Einzug ins improvisierte Standesamt zudem Dudelsackmusik statt Hochzeitsmarsch gewünscht hatte. „Für ein solches Erlebnis, unter Tage heiraten zu können, ziehen wir uns trotz des »Goldenen Oktoberwetters« draußen gerne wärmer an.“

„Statt Haube unteren Helm gebracht“

Auch die Familien und Freunde des Brautpaares genossen das nicht alltägliche Ambiente – und gaben Kostproben improvisierten Humors: „Da haben wir euch zwar nicht unter die Haube, aber endlich unter die Helme gebracht…“

Nach der Trauung unter Tage ein Kuss vor der symbolträchtigen Glück-auf-Halle der Mechernicher Berg- und Hüttenleute und der Bergkapelle. Foto: Cedric Arndt/pp/Agentur ProfiPress

„Knapp 20mal im Jahr geben sich Eheleute hier im Bergwerk das Ja-Wort“, erklärte Günter Nießen, der Vorsitzende des Fördervereins Bergbaumuseum Mechernich. „Die einmalige Stimmung, die der Stollen ausstrahlt, wirkt nicht nur bei unseren regelmäßigen Führungen für Kinder und Erwachsene, sondern ist auch hervorragend als außergewöhnlicher Trauungsort wie geschaffen.“

Derartige Feierlichkeiten lassen sich auf das Außengelände des Bergbaumuseums ausdehnen, wie in diesem Falle auch, wo nach der Stollentrauung an der Grillhütte weitergefeiert wurde. Horst Painer kennt und schätzt seine Frau bereits seit vier Jahrzehnten.

Auf einen Hochzeitstanz habe man sich im Vorfeld nicht einigen können: „Während sich meine Frau den Blumenwalzer von Tschaikowsky gewünscht hat, wollte ich lieber einen heißen Tango mit Rose im Mund.“

Anfragen für eine Führung durch den Bergwerksstollen sowie für eine Hochzeit unter Tage unter (0 24 43) 48 69 7, per Fax unter (0 24 43) 82 04 oder per E-Mail bergbaumuseum-mechernich@t-online.de www.bergbaumuseum-mechernich.de

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Kürrenberger Karnevalvereins übergibt Scheck an die Stadt Mayen für neues Spielgerät

Mayen-Kürrenberg – Neues Kinderkarussell für den Kürrenberger Spielplatz. Oberbürgermeister Dirk Meid traf sich mit Vertretern des Kürrenberger Karnevalvereins zu einer symbolischen Scheckübergabe. Der KKV hatte 1.111 Euro gespendet, die von der Stadt verdoppelt wurden. Von dem Gesamtbetrag wurde ein Spielplatz-Karussell beschafft und installiert, welches bei der Scheckübergabe bereits ausgiebig von den kleinen Besuchern getestet wurde.

Michael Gotthardt, Vorsitzender des KKV, freute sich über die Aktion: Der Kürrenberger-Karnevals-Verein bedankt sich bei allen Teilnehmern und Sponsoren der „Partykisten-Aktion Schwerdonnerstag 2021“, durch deren Einnahmen das Kinderkarussell für den Spielplatz in Kürrenberg mit finanziert werden konnte.

„Ein besonderer Dank gilt unter anderem Stefan Müller, der uns einen Bagger kostenlos zur Verfügung gestellt hat und unserem Baggerfahrer Domenik Schäfer, sowie allen Helfern des KKV und den Mitarbeitern des städtischen Betriebshofes die beim Aufbau im Einsatz waren“, so Michael Gotthardt.

Diesem Dank schlossen sich der Oberbürgermeister für die Stadt Mayen und Ortsvorsteher Siegmar Stenner für den Stadtteil Kürrenberg an.

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Zauber-Lehrlinge ohne großes Publikum

Blankenheim-Ripsdorf – Rotkreuz-Kindergarten „Kastanienlaube“ Ripsdorf musste sein „Silberjubiläum“ ohne größere Publikumskulisse begehen. Das 25jährige Jubiläum des Rotkreuz-Kindergartens „Kastanienlaube“ in Ripsdorf hatten sich Rita Schmitz, ihre Schützlinge und deren Eltern etwas anders vorgestellt.

Zauberin und Lehrlinge: Zum 25jährigen Bestehen hatte der Rotkreuz-Kindergarten „Kastanienlaube“ in Ripsdorf eine echte Magierin verpflichtet. Foto: Rita Schmitz/pp/Agentur ProfiPress

Neben der langanhaltenden Corona-Pandemie, die auf allen Sektoren und Ebenen die Pläne der Menschen durcheinanderbringt, kamen beim DRK-Jubiläum in den Blankenheimer Highlands vergangene Woche auch noch Herbstferien, Sturm und eine Grippewelle dazwischen.

„Wir haben einfach das Beste daraus gemacht, was ging“, so die Leiterin Rita Schmitz – und da nur ein Erwachsener pro Familie pandemiemäßig zugelassen werden konnte, und die 3-G-Regel galt und Abstand eingehalten werden musste, wurde der geplante Workshop der Zauberlehrlinge kurzerhand vom Erdgeschoss ins Erste Obergeschoss verlegt. Zum Zaubern-Erlernen hatte das Team um Rita Schmitz eine Magierin verpflichtet, so Kindergartenmitarbeiterin Marion Poensgen.

„25 Plus“ im nächsten Jahr

Die „Pänz“ und einige wenige Gäste hatten eine Menge Spaß beim Aneignen und Ausüben der Magie. Um 14 Uhr gab es eine Vorführung. Die Kinder, die krankheitsbedingt fehlten, bekamen ihre Geschenktüten „To go“ an den Tagen danach. Rita Schmitz: „25 Jahre sind wahrhaftig ein Grund zum Feiern, doch die Corona-Pandemie hat uns gelehrt, Vorsicht walten zu lassen. Das ganz große Fest wurde es erstmal jedenfalls nicht.“

Was einen neuen Anlauf irgendwann später nicht ausschließt, so die Kindergartenleiterin: „Im nächsten Jahr wird es uns hoffentlich möglich sein, ein größeres Fest unter dem Motto »25 Plus« zu feiern und dann auf jeden Fall mehr Gäste zu begrüßen. Wir bedanken uns herzlich für die jahrelange gute Zusammenarbeit und Unterstützung!“

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Antrag zum Mühlsteinrevier RheinEifel im landesweiten Auswahl-Verfahren bestätigt

Mendig/Mayen-Koblenz – Weitere Hürde auf dem Weg zum Welterbe genommen. Große Freude bei den Projektverantwortlichen des Mühlsteinreviers RheinEifel: das Revier ist weiterhin im Rennen um die begehrte UNESCO-Auszeichnung. Der Antrag überzeugte den Fachbeirat des Ministeriums des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz. Innenminister Roger Lewentz wird daher der Empfehlung des Fachbeirats folgend den Antrag fristgerecht vor dem 30. Oktober 2021 bei der Kultusministerkonferenz einreichen. Die nächste Hürde wurde überwunden und eine ganze Region kann weiter von der Auszeichnung als Welterbe träumen.

Der Traum begann vor 6 Jahren, als anlässlich der 10-jährigen Jubiläumsfeier des Lava-Domes in Mendig die Weichen für die Arbeitsgruppe des Mühlsteinreviers gestellt wurden. Vertreter der Stadt Mendig und der Stadt Mayen waren sich einig, dass der kulturellen Bedeutung des Mühlsteins bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde und dass das „Herzstück“ der Basaltindustrie dringend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden sollte. Da Aufmerksamkeit idealerweise durch eine Auszeichnung mit Weltruf erlangt wird, war die Idee, sich um das begehrte UNESCO Welterbesiegel zu bewerben, geboren. Der Gedanke verfestigte sich in den darauffolgenden Wochen bei den Akteuren und es wurde ein Arbeitskreis gegründet.

Zunächst setzte sich der Arbeitskreis aus den Vertretern der Stadt Mendig, der Verbandsgemeinde Mendig und der Stadt Mayen zusammen. Man konnte den in Mayen ansässigen Forschungsbereich für Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz für eine Mitarbeit gewinnen.  Zwischenzeitig beteiligen sich die Ortsgemeinden Ettringen, Kottenheim, die Verbandsgemeinde Vordereifel und die Stadt Andernach ebenfalls an der Arbeitsgemeinschaft UNESCO-Welterbe „Mühlsteinrevier RheinEifel“. Ebenso der Landkreis Mayen-Koblenz, der das Projekt und die daran arbeitenden Kommunen, als Kooperationspartner unterstützt.

Nachdem Innenminister Roger Lewentz am 26.10.21  den Ministerrat über seine Entscheidung informiert hatte, konnte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig , der die beteiligten Kommunen als Antragsteller formal vertrat, voller Freude die Mitteilung des Ministerium des Innern und für Sport entgegen nehmen,. „Wir danken dem Land für das Vertrauen das Projekt zum weiteren Verfahren zuzulassen und danken allen, die dazu beigetragen haben, dass wir bereits bis hierhin gekommen sind“, sagten die Oberbürgermeister Dirk Meid und Achim Hütten, die beiden Bürgermeister Jörg Lempertz und Alfred Schomisch, Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und die beiden Ortsbürgermeister Thomas Braunstein und Werner Spitzley unisono, genauso wie Landrat Dr. Alexander Saftig.

Die Bedeutung des Mühlsteins

Als vor etwa 200.000 Jahren Vulkane zwischen Rhein und Eifel Feuer spuckten und gewaltige Lavaströme ausflossen, bescherten sie der Region ein vulkanisches Erbe, dass den Menschen später die Sesshaftwerdung ermöglichte. Denn die mächtigen Basaltvorkommen stellten sich als ideales Material für die Herstellung von Reib- und Mühlsteinen heraus, die für die Nahrungszubereitung von Getreide unverzichtbar wurden. So entstand in der Region zwischen Mayen, Kottenheim, Ettringen und Mendig in den vergangenen 7.000 Jahren ein weltweit einmaliges Bergbaurevier: Das „Mühlsteinrevier RheinEifel“. Kein anderes Produktionsgebiet der Erde blickt auf eine derart lange und lückenlose Geschichte in der Reib- und Mühlsteinproduktion zurück und hält Relikte aus rund 2.000 Jahren vor. Der Mühlstein entwickelte sich zu einem regelrechten Exportschlager, der nach dem Transport nach Andernach über den Rhein in weite Teile der Welt abgesetzt wurde.

Das Welterbegut

Der außergewöhnliche universelle Wert, der ein Welterbe auszeichnen muss, ist begründet in der über 7.000 Jahre langen Fertigung von Mahl- und Mühlsteinen aus dem in der Region vorkommenden Basaltlava-Gestein. Durch die geologische Grundlage der Lavafelder konnte die spätere Massenproduktion bis ins späte 19. Jh. gewährleistet werden und in weit entfernte Gebiete über den Vertriebsweg dem Rhein, erfolgen. Es ist weltweit eines der ganz seltenen Beispiele, bei dem eine römische, mittelalterliche  und neuzeitliche Produktionsgeschichte in ihren Auswirkungen auf kulturelle und umweltbezogene Faktoren bis heute verfolgt werden kann. Auffallend sei die eingespielte, fachübergreifende Zusammenarbeit der Akteure, so der Beirat in seiner Begründung.

Das Mühlsteinrevier bewirbt sich daher in dem bisher noch eher dünn besetzten Feld der UNESCO-Industriedenkmäler. Im Falle des Mühlsteinreviers wird es sich, anders als viele bekannte Beispiele, um ein sogenanntes serielles Welterbegut handeln. Das ist weder ein Einzelgut, wie etwa ein Bauwerk (z.B. Kölner Dom), noch eine zusammenhängende, großflächige Kulturlandschaft wie bspw. das obere Mittelrheintal. Es handelt sich vielmehr um eine Reihe von einzelnen Zonen mit Objekten, die zusammen das Welterbegut bilden.

Der Weg zum Welterbe

Zwei wichtige Hürden sind nun genommen. Die erste Hürde war die Bestätigung des Potenzials einer Welterbewürdigkeit und der damit einhergehende fristgerechte Antrag beim Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz (MdI). Die zweite Hürde, auf deren Ergebnis die Arbeitsgemeinschaft keinen Einfluss hatte, war nun die Entscheidung des MdI, sich für das Mühlsteinrevier RheinEifel auszusprechen und die Bewerbung, bei der Kultusministerkonferenz (KMK) einzureichen. Doch der weitere Weg zum Welterbe ist lang und Ausdauer ist gefragt. Der Antrag des Mühlsteinreviers RheinEifel sowie alle weiteren Anträge der Bundesländer werden im Jahr 2022 von einer Expertenkommission der KMK geprüft. Im März 2023 wird der Abschlussbericht des Fachbeirates erwartet und im Oktober 2023 steht dann fest, welche Projekte aus Deutschland auf die Vorschlagsliste, die sogenannte Tentativliste, kommen und bei der UNESCO in Paris ab Anfang 2025 eingereicht werden.

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Wächter des Friedhofwaldes

Mechernich-Kallmuth – Ortsbürgermeister Robert Ohlerth ist voll des Lobes für den Nachwuchs: „Die Vier haben das mit enorm viel Liebe und Leidenschaft, vor allem aber auch mit Verstand gemacht, so dass alle unsere neuen Kallmuther Friedhofsbäume gut durch das Jahr gekommen sind.“

Matthias und Jakob Trimborn sowie Sebastian und Christina Lehmann sind nämlich die Wächter und Pfleger des Kallmuther Friedhofwaldes, der 2020 in der eigens dafür ausgewiesenen Naturzone auf dem Areal angepflanzt worden war. Ihre verantwortungsvolle Aufgabe lautete, die noch jungen Bäume – 28 an der Zahl – regelmäßig und selbstständig nach Bedarf zu gießen, genau zu prüfen, ob alles noch in Ordnung ist und auch, sie zu pflegen. Dafür hatten sie sich freiwillig und völlig ehrenamtlich bereit erklärt.

„Es ist toll, wenn man im Dorf auf so engagierten Nachwuchs bauen darf“, bedankt sich Robert Ohlerth „von Herzen“ bei den Jugendlichen. Sie hätten mit ihrem Gießen und Kümmern den Hauptteil dazu beigetragen, dass die Bäume überhaupt ordentlich wurzeln und damit für die Nachwelt wachsen als auch gedeihen können.

Für häufiges Gießen hatten sich zuvor das Grünflächenamt  und der Bauhof der Stadt ausgesprochen, weil die Erde in dem Bereich erst aufgeschüttet wurde und sich dadurch die Feuchtigkeit in solchen Bereichen (noch) nicht so gut halte. Der Ortsbürgermeister ist daher umso dankbarer für den guten Start der neuen Baumgeneration.

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Regionales Fleischer-Handwerk im Kampf

Wittlich/Region – Bürokratie und Fachkräftemangel macht dem Handwerk zu schaffen. Die Liste der Anforderungen ist lang, denen die regionalen Fleischer tagtäglich in Bezug auf Bürokratie und Qualitätsanforderungen ausgesetzt sind. Der Fachkräftemangel erschwert die wirtschaftliche Situation und Planungsarbeit einmal mehr. Die Innungsfachbetriebe der Fleischer-Innung Mosel-Eifel-Hunsrück schätzen daher die Beratungsleistungen ihrer Innung und vom Fleischerverband Rheinland-Rheinhessen sowie vom Bundesverband der Fleischer. Bei der kürzlichen Jahreshauptversammlung in Wittlich berichtete Alexander Zeitler, Geschäftsführer vom Landesverband, über zahlreiche Themen und politische Initiativen, mit denen die Mitglieder unterstützt werden. Die politische Initiative zur Gleichbehandlung bei den Entsorgungskosten von Schlachtabfällen zwischen Großbetrieben und handwerklichen Kleinbetrieben oder die Meisterpflicht an der Theke sind nur zwei davon.

Erfreut zeigte sich Zeitler über die hohe Teilnahmebereitschaft der regionalen Innungsbetriebe an der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK), an der rund jeder dritte Betrieb sich beteiligt und in den vergangenen Jahren oft Sieger auf Landesebene daraus hervorgingen. Die Preisverleihung des diesjährigen Wettbewerbes ist für den 21. November geplant.

Rund um Qualität drehte sich auch der Fachvortrag von Sebastian Karkus von der LuxQM, welche als Dienstleister für Fleischereien im Dreiländereck tätig ist. Dabei hatte Karkus neben Informationen zu Änderungen im Lebensmittelrecht auch kurioses aus der Lebensmittelüberwachung im Gepäck, was er auf durchaus amüsante Weise zum Besten gab.

Positives im Bereich der Fachkräfte gab es aus dem Innungsfachbetrieb Roden aus Gillenfeld. Alina Becker hatte als Prüfungsbeste 2020 am Praktischen Leistungswettbewerb Ende November letzten Jahres teilgenommen und als Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk, Fachrichtung Fleischerei, den ersten Platz in ganz Rheinland-Pfalz belegt. Dafür wurde sie im Rahmen der Versammlung von der Innung ausgezeichnet.

Auch die Flutkatastrophe vom Juli beschäftigte die Versammlung. Vier der insgesamt 37 Mitgliedsbetriebe waren vom Hochwasser teils sehr stark betroffen. Die Innung unterstützt mit 5.000 Euro das Spendenkonto „Fluthilfe“ der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region, der Geschäftsstelle der Innungen. Von diesem Spendenkonto hatten betroffene Handwerksbetriebe bereits im August 1.000 Euro Soforthilfe erhalten. Weitere Zahlungen sind vorgesehen. Die betroffenen Fleischerbetriebe waren zudem mit jeweils 5.000 Euro vom Verband unterstützt worden. „Einmal mehr ein Zeichen der Solidarität in der Innungs- und Verbandsstruktur des Handwerks“, so Dirk Kleis, Geschäftsführer der Fleischer-Innung Mosel-Eifel-Hunsrück.

Auf das Spendenkonto Fluthilfe, Kontoinhaber Kreishandwerkerschaft MEHR IBAN: DE85 5865 0030 0008 0774 97 BIC: MALADE51BIT, kann weiterhin gespendet werden. Die Deckungslücken bei vielen betroffenen Betrieben sind enorm.

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Aachener Weihnachts-Leberwurst 2021 ist angeschnitten

Aachen – Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat die Aachener Weihnachtsleberwurst angeschnitten. Je drei Kilogramm der Weihnachtsleberwurst und ebenso viel Puttes von jedem der insgesamt neun Meisterbetriebe werden in diesem Jahr an das „Café KonTAKT“ und die Franziska-Schervier-Stube gespendet. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen wünscht sich für die Zukunft, dass eine vegetarische Alternative zur „Öcher Chressmesleäverwooesch“ hergestellt wird.

Die Aachener Weihnachtsleberwurst Foto: Copyright © Stadt Aachen / Andreas Herrmann

Seit 2008 findet alljährlich der offizielle Saison-Anschnitt der Aachener Weihnachtsleberwurst durch Vertreter*innen der Aachener Aixtra-Fleischer und der Oberbürgermeisterin beziehungsweise dem Oberbürgermeister der Stadt Aachen statt. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo pandemiebedingt nur im kleinen Rahmen gefeiert werden konnte, konnte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen gestern, 25. Oktober, Vertreter*innen des Öcher-Platt-Vereins, Senior*innen der Fleischerinnung und Träger*innen Goldener Meisterbriefe zum feierlichen Anschnitt im Weißen Saal des Rathauses begrüßen.

Bereits zum zweiten Mal schnitt Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen die weihnachtliche Spezialität an: „Letztes Jahr war mein erster Termin als Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen der Anschnitt der Leberwurst“, erinnert sie sich. „Mit dem Anschnitt ist die Vorweihnachtszeit offiziell eingeläutet und schon in knapp drei Wochen beginnt der Weihnachtsmarkt“, fügt sie an.

Wolfgang Flachs, Vorsitzender der Aachener Aixtra-Fleischer, ist stolz, dass die Weihnachtsleberwurst, die seit 2016 Träger des Gütesiegels „geografisch geschütztes Produkt“ der Europäischen Kommission ist, eines von gleich drei „Aachener Topprodukten“ ist: „Wir haben die Weihnachtsleberwurst, den Puttes und die Printe. Das ist in Europa einmalig.“

Die echte „Öcher Chressmesleäverwooesch“, wie eingefleischte Aachener*innen sagen, darf nur unter strengen Vorgaben von Fleischer*innen aus dem Aachener Stadtgebiet hergestellt werden. Nicht nur ein Schuss Sahne, sondern auch die Zugabe von weihnachtlichen Gewürzmischungen wie zum Beispiel Koriander, Kardamom und Anis sowie die Veredelung mit verschiedenen Nüssen, Preiselbeeren und sogar Honig machen seit mehr als 120 Jahren den besonderen Geschmack der Aachener Köstlichkeit aus. Manchmal wird sie sogar mit Aachener Printen veredelt. Die genaue Zusammensetzung bleibt jedoch ein Geheimnis.

Als „vorweihnachtlichen Wunsch“, so Sibylle Keupen, wünscht sich die Oberbürgermeisterin eine vegetarische Variante der „Chressmesleäverwooesch“: „Ich würde mich freuen, wenn alle Aachener*innen in den Genuss des regionalen Produkts kommen könnten.“

Spenden an das „Café KonTAKT“ und die Franziska-Schervier-Stube

Über 50 Kilogramm Weihnachtsleberwurst und Puttes, hergestellt in den neun Fleischerinnungsbetrieben der Stadt, werden traditionell an soziale Einrichtungen gespendet. In diesem Jahr erhält bereits zum sechsten Mal das Café KonTAKT des Alexianer-Wohnverbundes die Aachener Köstlichkeit: „Die Spende kommt sehr gut bei den Obdachlosen der Stadt an. Es ist ein echtes Highlight, wenn es Leberwurst und Puttes gibt“, erzählt Klaus Kaiser, Ergotherapeut beim „Café Kontakt“. Schwester Veronika Stolze von den Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus freut sich über die Wurstwaren: „Seit nun mehr 18 Monaten findet unsere Essensausgabe nur noch am Tor statt. So viele Kilogramm Fleisch und Wurst könnten wir uns ohne die Spende gar nicht leisten.“

Zum Abschluss des feierlichen Anschnitts sang Liedermacher Udo Schroll sein eigens zu diesem Anlass komponiertes Lied „Öcher Chressmesleäverwooesch“.

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100.000 für die Kita Wißkirchen

Euskirchen – Das Gebäude der städtischen Kindertagesstätte in Wißkirchen und das dazugehörige Außengelände wurden durch die Flutereignisse im Juli diesen Jahres stark getroffen. So stark, dass die Räumlichkeiten erst einmal nicht mehr nutzbar sind. Aktuell ist das Betreuungsangebot übergangsweise in die Modulbaukita am Keltenring in der Kernstadt verlegt.

In der Not hat die Kindertagesstätte aber extrem großzügige Unterstützung bekommen. Die Firma Eurobaustoff aus Bad Nauheim spendete 100.000 Euro für den Wiederaufbau der Kindertagesstätte in Wißkirchen an die Stadt Euskirchen.

Mit dieser Zuwendung kann das Außengelände mit neuen Spielgeräten wiederhergestellt und die Einrichtung z.B. mit einer Motorikanlage ausgestattet werden. Die Stadt aber insbesondere das Team der Kita und vor allem die Kinder freuen sich über die Großzügigkeit der Firma Eurobaustoff.

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Guido Wirtz bleibt Obermeister – Friseure aus der Westeifel haben gewählt

Prüm/Bleialf – Zum vierten Mal in Folge wurde Friseurmeister Guido Wirtz aus Körperich von den Mitgliedern an die Spitze der Friseur-Innung Westeifel gewählt. Wirtz, der auch Vorsitzender Landesinnungsmeister beim Landesverband für Friseure und Kosmetik Rheinland ist, stellt sich damit weitere fünf Jahre der Verantwortung, sich für die Belange der Friseurbranche in der Region einzusetzen. „Wir haben in den vergangenen eineinhalb Jahren pandemiebedingt viele Turbulenzen erlebt, aber auch sehr viel erreicht“, sagt er rückblickend auf die zwei Lockdowns in der Friseurbranche und die erzielten Wiedereröffnungen. „Besonders in schweren Zeiten zeigt sich, wie wertvoll die Arbeit der Handwerksorganisationen, sprich Innung und Verband sind“, so der 56-Jährige. Damit verweist er unter anderem auf die umfangreiche Beratungsleistung zu allen Fragen rund um die Pandemie, welche seine Innung und sein Verband geleistet haben.

Bei der Jahreshauptversammlung Mitte Oktober in Bleialf wurde neben dem Obermeister auch der gesamte Vorstand gewählt. Neben Wirtz wurde dabei auch Nadine Heck aus Stadtkyll als seine Stellvertreterin wiedergewählt. Neue Lehrlingswartin ist Caroline Schmidt aus Daleiden, die damit das Amt von Annette Jakobs aus Neidenbach übernimmt. Über 30 Jahre war Jakobs im Vorstand der Innung tätig, wofür Wirtz ihr besonders dankte. Sie trat auf eigenen Wunsch nicht mehr zur Wiederwahl an. Zum stellvertretenden Lehrlingswart wurde Steven Asso aus Bitburg gewählt. Beisitzer sind Gertrud Hell, Michael Schmitz, Sabine Schun, Mara Schmitz und Michaela Weber. Als Kassenprüfer zeichnen sich verantwortlich Dietmar Müller und Marina Nesges.

Neben den Wahlen war auch die aktuelle Fachkräftesituation im Friseur-Handwerk ein Schwerpunktthema der Versammlung. Die Lockdowns und auch die folgenden massiven Einschränkungen für die Friseurbranche haben Spuren hinterlassen. „Nicht alle Mitarbeiter konnten die langen Durststrecken, welche die Kurzarbeit mit sich brachte, durchhalten und haben dem Friseurhandwerk den Rücken gekehrt. Hier wäre die Politik in der Verantwortung gewesen, den Beschäftigten der Branche entsprechende Ausgleichsmöglichkeiten zu geben, um einer Abwanderung gegenzusteuern“, so Dirk Kleis, Geschäftsführer der Innung.

Manche Friseure aus dem Innungsgebiet hatte es dieses Jahr doppelt schwer getroffen. Neben der Corona-Problematik wurden sie zudem vom Hochwasser im Juli betroffen. Um für zukünftige Ereignisse geschützt zu sein, hatte die Innung Marc Simons von der Signal-Iduna für einen Vortrag zum Thema Elementarversicherung gewinnen können. Dieser ging bei der Versammlung zudem auf die Möglichkeit der Betriebsunterbrechungsversicherung ein. Wie wichtig eine gute Absicherung ist, konnte Friseurmeister Michael Schmitz aus Olzheim ebenso wie Obermeister Guido Wirtz bestätigen, die beide bereits leidige Erfahrung mit Hochwasser machen mussten und von der handwerksnahen Signal-Iduna gut betreut wurden. „Wir bieten allen Innungsmitgliedern eine Überprüfung der bestehen Policen an“, so der Prümer Marc Simons.