Auf der Bühne des Theaters Koblenz (v.l.): SBR-Präsidentin Monika Sauer, Laura Lehne, Staatssekretärin Simone Schneider, Michael Mronz und Jonny Götze. Foto: Sportbund Rheinland / Thomas Frey
Region/Koblenz – Nach 75 Jahren kehrte der Sportbund Rheinland (SBR) für einen kurzweiligen und inspirierenden Festakt an die historische Stätte seiner Gründung zurück. Doch anders als die Rückkehr ins Theater Koblenz vermuten lässt, lag der Fokus der Veranstaltung nicht auf dem Rückblick auf die erfolgreichen letzten Jahrzehnte des SBR. „Vielmehr haben wir uns auf die Jubiläums-Agenda geschrieben, im Jahr 2024 vom „Jetzt“ ausgehend auf die Zukunft des organisierten Sports und des Sports im Allgemeinen zu blicken“, machte SBR-Präsidentin Monika Sauer bereits in ihrer Begrüßung deutlich.
Besonders ersichtlich wurde dies im Festvortrag von Michael Mronz. „Die größte Bewegung im Rheinland ist nicht der Karneval, sondern der Sport“, veranschaulichte der gebürtige Kölner die aktuelle Bedeutung des Sports, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass „der Sport deutlicher machen muss, welche Wichtigkeit und welche Bedeutung er für uns als Gesellschaft hat.“ Und das nicht nur, weil der Sport die größte Friedensbewegung der Welt sei. Das IOC-Mitglied mahnte an, dass der Sport zuletzt häufig als Stellvertreter für Themen instrumentalisiert wurde, die die Politik nicht in der Lage war zu regeln. „Der Sport ist nicht für die Politik da, sondern die Politik ist für den Sport da,“ erinnerte Mronz.
Wie der Sport in 75 Jahren aussehen wird, vermochte der Vermarkter des CHIO in Aachen, dem größten Reitturnier der Welt, nicht zu prognostizieren. Er ist sich aber sicher, dass die Digitalisierung und besonders die KI in nächsten Jahren große Chancen für den Sport mit sich bringt. „Die KI bietet Vereinen die Möglichkeit, virtuelle Realitäten, personalisierte Trainingspläne und innovative Programme anzubieten“, nannte Mronz einige Beispiele. Dennoch wird auch die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls ein wichtiger Baustein der Vereinsarbeit bleiben.
Für musikalische Abwechslung auf der von Stefan Blaufelder-Bredenbeck, Abteilungsleiter Kommunikation beim SBR, moderierten Veranstaltung sorgte Jonny Götze. Der Liedermacher spielte neben eigenen Stücken auch ein stimmungsvolles Medley aus deutschen Hits der letzten 75 Jahre, welches das Publikum zum Mitsingen animierte.
Ganz ohne sportliche Highlights durfte ein Jubiläum beim Sportbund Rheinland natürlich auch nicht auskommen. Luca Christ, ehemaliger Junioren-Weltmeister im Rhönrad vom VfL Lahnstein, wirbelte mit seiner Partnerin Jennifer Schumacher im bunt beleuchteten Cyr-Wheel über die Bühne. „Rings in Motion“, wie sich das Duo nennt, sorgte so für Erstaunen und Begeisterung bei den knapp 200 geladenen Gästen.
Anstelle der bei solchen Veranstaltungen üblichen und oft ausufernden Grußworte, bat Moderator Stefan Blaufelder-Bredenbeck Staatssekretärin Simone Schneider, SBR-Präsidentin Monika Sauer, Laura Lehne (Geschäftsführerin des TuS Mosella Schweich) und Luca Christ anschließend zur Talkrunde auf die Bühne. „Wir hatten eine sehr gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Ich wünsche mir, dass wir weiter Seite an Seite die Herausforderungen bewältigen“, stellte Schneider die Kooperation von Politik und Sport in Rheinland-Pfalz in den Vordergrund. Sauer, die das Ehrenamt quasi als „Fulltime-Job“ betreibt, wünschte sich weiterhin offene Ohren beim Ministerium für die Belange des Sports: „Wir machen die Arbeit für unsere Mitglieder und Vereine. Wir brauchen das Geld an der Basis.“
Direkt von der Basis wusste Lehne, Gewinnerin des Ehrenamtsförderpreises 2023 zu berichten. Sie kritisierte unter anderem die öffentliche Zugänglichkeit von Sportstätten vor Ort und wünschte sich niedrigschwelligere Förder- und Zuschussmöglichkeiten für Sportvereine. Rhönradturner Christ berichtet von einem enormen finanziellen Aufwand für Ehrenamtler und erhoffte sich eine bessere Förderung von Randsportarten. Egal ob Leistungssportler, Vereinsmanager oder Übungsleiter, „das Wichtigste ist, Spaß und Freude an dem zu haben, was man macht“, waren sich Lehne und Christ am Ende einig.
75 Jahre Sportbund Rheinland – das wäre natürlich nicht möglich ohne die unzähligen Ehrenamtler in den Vereinen und Fachverbänden. So endete die rundum gelungene Jubiläumsveranstaltung auch mit einem herzlichen Dank an alle, die sich im organisierten Sport engagieren.
Die LG’ler vor dem Start beim Murrelauf in Sinzig-Westum. Foto: Matthias Schmitz
Laacher See – Vom 9. bis zum 12. Mai drehte sich im „Erlebnispark“ in Westum alles um den Sport. An Vatertag begann das Sportfest mit dem Murrelauf, der vom LT SV Westum bereits zum 46. Mal ausgerichtet wurde. Nachdem es die letzten Tage viel geregnet hatte und kalt war, verwöhnte die Sonne an an diesem Tag alle Väter und Sportler.
Für die Lauffreunde vom Laacher See war es eine Selbstverständlichkeit, dass sie das Lauf- und Walkingfest in Westum mit den verschiedenen Wettbewerbsangeboten besuchten. Mit 34 Aktiven waren sie die zweitstärkste Gruppe. Als älteste Teilnehmer*in wurden Bärbel Monschauer und Hans Hermann Krümpelmann von der LG Laacher See geehrt.
Beim 10 km Lauf lief Sandra Britz eine hervorragende Zeit von 52:16 Min. und fuhr damit den Sieg ihrer AK W45 ein. Bärbel Monschauer (W70, 60:22 Min.) verteidigte ihren Titel des Vorjahrs. Für ihre Erstplatzierungen wurden Mark Hermes (MHK, 39:38 Min.) und Hans Hermann Krümpelmann (M80, 1:29:30 Std.) ebenfalls mit einer leckeren Flasche Ahrwein belohnt. Lydia Justen (W60, 65:44 Std.) und Anita Erwine Massion (W65, 1:181:38 Std.) liefen in ihren Altersklassen auf Platz Drei.
Nach dem anstrengenden Lauf in Urbar am ersten Mai Wochenende startete Antonio Blanco in Westum beim Halbmarathon, den er mit dem ersten Platz der M45 in 1:38:49 Std. beendete. Klaus Jahnz (2:35:36 Std.) lief ebenfalls auf Platz Eins der M75. Harald Justen wurde Dritter der M65 mit 2:02:32 Std.
Bei dem tollen Wetter hielten die Sportler es noch lange in Westum aus und leerten so manche Flasche Wein.
FAIRteilt: Fabiola Blum und Mona Pursey verteilen rund um den Aachener Markt faire Rosen. Foto: Ines Kubat
Aachen – Das trifft sich gut: Am heutigen Samstag, 11. Mai, ist der „Internationale Tag des Fairen Handels“ und nur einen Tag später, am Sonntag, 12. Mai, ist Muttertag. Beides zusammen ist ein hervorragender Anlass, bewusstes Einkaufen für eine bessere und gerechtere Welt ins Zentrum zu rücken und für fair gehandelte Muttertags-Geschenke zu kaufen. Denn Fairtrade-Produkte kommen ganz besonders auch den Frauen im globalen Süden zu Gute, die als Produzentinnen durch den Fairen Handel bessere Arbeitsbedingungen und Wertschätzung erhalten.
„Aachen ist mittlerweile seit zwölf Jahren Fairtrade-Stadt: Das bedeutet, es gibt jede Menge Engagement für gerechtere Handelsbeziehungen und auch viele tolle Geschäfte, in denen sich schöne Geschenke finden lassen“, erklärt Fabiola Blum, Mitglied der Fairtrade-Steuerungsgruppe für die Stadt Aachen. Mona Pursey vom „Eine Welt Forum Aachen“ ergänzt: „Von der Schokolade bis zu Kunsthandwerk, Textilien und fairen Blumen lassen sich in Aachen viele schöne Geschenke kaufen.
Der „Faire Stadtplan“ (https://fairtrade-aachen.de/fairer-stadtplan/) verrät, wo genau man fündig wird. Dabei konzentriert sich der „Faire Stadtplan“ auf inhaber*innengeführte Einzelhandelsgeschäfte. Darüber hinaus lassen sich auch in zahlreichen Supermärkten viele Fairtrade-zertifizierte Produkte wie Rosen, Kaffee und Schokolade erwerben.
Vormerken: Fairtrade-Messe
Wer noch tiefer in die Produktvielfalt des Fairen Handels in Aachen eintauchen möchte, sollte sich den Termin für die nächste Aachener Fairtrade-Messe schon einmal vormerken: Sie findet statt am Samstag, 24. August, in der Aula Carolina.
Alfred Sebastian (links) und Jens Fahrenbruch (rechts) überreichten Bürgermeister Holger Jung (Mitte) als Dankeschön ein Bild des Leichtathletik-Nachwuchses. Foto:
Stadt Meckenheim
Meckenheim – Talente aus Dernau trainieren nach der verheerenden Flut 2021 im Preuschoff-Stadion – Meckenheim lebt Nachbarschaftshilfe. Nachdem sich die fürchterliche Flut im Juli 2021 durch das Ahrtal gewälzt und einen enormen Schaden angerichtet hatte, stand auch der SV Blau-Gelb Dernau vor der Frage nach der Zukunft. Eine erfreuliche Antwort erhielten die dortigen Leichtathletinnen und Leichtathleten aus Meckenheim.
Die Stadt bot dem Verein ihr Preuschoff-Stadion als Trainingsstätte an. Und nur zwei Monate nach der verheerenden Katastrophe hatte der Leichtathletik-Nachwuchs eine vorübergehende Heimat gefunden. Sehr zur Freude von Vereins-Geschäftsführer Jens Fahrenbruch, der jetzt gemeinsam mit dem Dernauer Ortsbürgermeister Alfred Sebastian das Meckenheimer Rathaus besuchte, um sich bei Bürgermeister Holger Jung und der Stadt herzlich für die direkte Nachbarschaftshilfe zu bedanken.
Rund 55 Kinder und Jugendliche der blau-gelben Leichtathletikabteilung treten dreimal wöchentlich den Weg aus dem Ahrtal nach Meckenheim zum Training an. „Dank dieser Möglichkeit hier in Meckenheim haben wir keinen Mitgliederschwund zu beklagen“, erklärte Fahrenbruch und zollte der Stadt Meckenheim und den Leichtathletikvereinen der Apfelstadt ein großes Lob für deren direkte Hilfsbereitschaft. Als Dankeschön hatte die Ahrtaler Abordnung unter anderem ein Bild der Leichtathletinnen und Leichtathleten mitgebracht. „Das ist eine wunderschöne Geste“, sagte Bürgermeister Holger Jung und sprach von einer Selbstverständlichkeit, in solch einer hoffnungslos erscheinenden Situation unbürokratische Unterstützung anzubieten. „Die Menschen im Ahrtal haben unter der Flut und ihren andauernden Folgen sehr gelitten. Daher bin ich froh, dass wir mit unserer Sportanlage dem Nachwuchs aus Dernau eine vorübergehende Heimat schenken können“, so Jung, der die weitere Nutzung des Preuschoff-Stadions bis zur Wiederherstellung einer Leichtathletikanlage in Dernau zusicherte. Wichtig war es dem Bürgermeister in diesem Zusammenhang auch, „unseren Leichtathletikvereinen, die zusammengerückt sind und teilweise gemeinsame Trainingszeiten anbieten, herzlich zu danken.“
v.l.n.r.: Oberbürgermeister Dirk Meid, Frank Reicherts, Michael Jung-Pellegriti von der Firma Montum (Lieferant), Ralf Marschall von der Firma Signify (Hersteller), Bürgermeister Bernhard Mauel, Julia Göbel, Torsten Hünermund von der Firma Signify (Hersteller). Foto: Jacqueline Blang
Mayen – Die Arbeiten sollen bereits im Dezember abgeschlossen werden, sodass bereits ab 2025 erhebliche Einsparungen durch die neue Beleuchtung erzielt werden können. Zudem soll nach erfolgter Umrüstung aufgrund der neuen Steuerungstechnik – die bis dahin eingeführte Nachtabschaltung – sukzessiv wieder aufgehoben werden und in eine Nachtreduzierung (Dimmung) übergehen.
Um die Umrüstungsarbeiten weiterhin möglichst störungsfrei ausführen zu können, bittet die Stadt Mayen um entsprechende Rücksicht bei möglichen situationsbedingten Störungen oder Einschränkungen. Hierunter fallen auch mögliche zeitlich eingeschränkte Ausfallzeiten, die nicht immer zu vermeiden sind.
Sofern sich die betroffenen Straßenlaternen auf Privatgrund befinden, was gemäß § 126 BauGB in der Duldungspflicht liegt, wird um Unterstützung der Zugänglichkeit für die notwendigen Umrüstungsarbeiten gebeten.
28 Meter hoch kletterten (v.r.) Frank Mertens, Werner Scholzen, Daniel Biernacki, Thomas Staerk, Johannes Schaafstall und Pfarrer Klemens Gößmann, um den goldenen Hahn wieder zu platzieren. Foto: Nora Gerbaulet / Gemeinde Kall
Kall-Dottel – „Es gibt eine Community, die hat es speziell auf vergoldete Kirchturmhähne abgesehen“, berichtet der Architekt Thomas Staerk, dessen Büro spezialisiert ist auf kirchliche Bauten, und ergänzt: „Deshalb werden die obersten Gerüstetagen auch gleich wieder zurückgebaut.“ „Gleich“ meint dabei, sobald der frisch vergoldete Hahn der Dotteler Kirche St. Antonius wieder an seinem angestammten Platz „sitzt“ – nämlich auf der Spitze des 28 Meter hohen Glockenturms.
Im Zuge der Sanierung des Kirchdaches wurde auch der verwitterte Hahn nach rund 50 Jahren wieder restauriert und neu vergoldet. Keine Selbstverständlichkeit, wie Franz Weigel vom Kirchenvorstand der Pfarrei St. Antonius Dottel/Scheven weiß: „Aus Kostengründen bestehen Wetterhähne oft nur noch aus Kupfer.“ Die Pfarrei habe sich aber bewusst entschieden, den Hahn auf eigene Kosten wieder zu vergolden: „Wir wollen damit auch zeigen, dass wir uns auf die Zukunft ausrichten, anstatt Kirchen aufzugeben.“ Das weiß auch Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser zu schätzen: „Ich bin froh, dass das Bistum Aachen und die Pfarrei St. Antonius Dottel/Scheven Geld in die Hand nehmen will, um die Dotteler Kirche zu sanieren. In Zeiten, in denen Kirchen eher rückgebaut werden, ist es umso begrüßenswerter, dass eine der ältesten Kirchen der Region erhalten und gut in Schuss gehalten wird.“
Das Dotteler Gotteshaus ist in der Tat eines der ältesten im Altkreis Schleiden. In der jetzigen Form stammt es aus den 1700er Jahren, doch die Entstehung geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Wie auf einer Chroniktafel in der Kirche nachzulesen ist, soll dort schon zur Karolingerzeit um 800 eine Holzfachwerkkirche gestanden haben. In der „Vor-Steinfeld-Ära“, berichtet Weigel, wurde von Dottel aus die gesamte Region seelsorgerisch betreut.
Die Sanierung des Kirchendachs war bereits seit längerem in der Planung, seit 2010 traten verstärkt Schäden auf. Ein Gutachter des Bistums Aachen hatte nun dringend zur Umsetzung geraten, um noch teurere Folgeschäden zu verhindern. Eingebunden war auch der Denkmalschutz, der 145.000 Euro zur Sanierung der historischen Schieferbedachung beisteuert. Das Bistum Aachen, so Bistumsmitarbeiterin Nora Gerbaulet, übernimmt gemäß der aktuellen Förderrichtlinien bis zu einer Summe von 300.000 Euro 60 Prozent und darüber 70 Prozent der Gesamtkosten von rund 565.000 Euro. Inklusive Hahnrestaurierung bleibt für die Pfarrgemeinde ein Rest von rund 150.000 Euro. Franz Weigel: „Wir haben gut gespart, das schaffen wir.“ Da die Kirche eingerüstet ist, soll im Zuge der Sanierungsarbeiten auch die Fassade neu gestrichen werden.
„Schieferdächer gibt es heute kaum noch“, weiß Dachdeckermeister Werner Scholzen von der ausführenden Firma Esch und Scholzen. Dementsprechend verstehen sich auch nur noch wenige Fachbetriebe auf die spezielle Kunst, diese zu restaurieren, denn dazu sei eine besondere Ausbildung nötig. Da ist es ein Glücksfall, dass dieses Knowhow ausgerechnet im Schleidener Tal noch vorhanden ist, denn: „Mein Vater war Deutscher Meister im Schieferdachbau, und auch ich habe mich schon früh damit beschäftigt“, berichtet Werner Scholzen. In dem Metier werde noch gearbeitet wie vor 500 Jahren, „ohne Handy und Computer – das geht nur vor Ort“.
Ebenso wie das Aufsetzen des frisch glänzenden Wetterhahns, der sodann vom Kirchenvorstandsmitglied Frank Mertens in luftigen Höhen wieder installiert wurde. Mit der kleinen Gruppe wagte sich auch Pfarrer Klemens Gößmann über die Gerüstleitern hinauf bis zur Kirchturmspitze, wo er das metallene Federvieh segnete. „Für mich ist das auch ein Zeugnis des Glaubens“, sagt er anschließend. „Der Kirchturm, auf dem der Hahn nun wieder golden leuchtet, ist wie ein Fingerzeig zum Himmel.“
Freuen sich über viele umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen (v.l.n.r.): Klaus Meiners (Fachbereichsleiter Klima und Umwelt),Jochen Lowis (Klimaschutzmanager Stadt Aachen), Ilga Schwidder (Geschäftsführerin Bundesgeschäftsstelle European Energy Award), Mona Neubauer (Ministerin für Wirtschaft Industrie, Klimaschutz und Energie Land NRW) und Heiko Thomas (Beigeordneter für Klima und Umwelt). Foto: Jean-Marie Engel
Aachen – Im Klimaschutz erneut ausgezeichnet: Schon zum vierten Mal erhielt die Stadt Aachen Gold beim European Energy Award. Seit 2009 ist sie beim Wettbewerb dabei und bekam die Goldauszeichnung in den Jahren 2011, 2015, 2019 und 2023.
70 Klimaschutzmaßnahmen der Stadt Aachen wurden auf ihre Umsetzung überprüft. 80,5 Prozent dieser Maßnahmen konnte die Stadt erfolgreich umsetzen. Ab 75 Prozent wird die Auszeichnung in Gold beim European Energy Award vergeben. Acht Kommunen erhielten die Goldauszeichnung insgesamt. Die Stadt Aachen erreichte das drittbeste Ergebnis. Die ersten Plätze belegten der Kreis Lippe mit 83,2 Prozent, gefolgt vom Kreis Steinfurt mit 81,2 Prozent Umsetzungsgrad.
Den Preis übergaben Mona Neubauer, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen und llga Schwidder, Geschäftsführerin Bundesgeschäftsstelle European Energy Award l European Climate Adaptation Award. Am 24. April nahmen Heiko Thomas, Beigeordneter für Klima und Umwelt der Stadt Aachen, Klaus Meiners, Fachbereichsleiter Fachbereich Klima und Umwelt und Klimaschutzmanager Jochen Lowis in der in der Seifenfabrik Düsseldorf den Preis entgegen.
European Energy Award
Der European Energy Award (EEA) ist eine Auszeichnung, die Gemeinden und Städten in Europa für Bemühungen um eine nachhaltige Energiepolitik verliehen wird. Das Ziel des EEA ist es, lokale Gebietskörperschaften bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen.
Im Oktober 2022 erfolgt der Spatenstich, nun ist der Glasfaserausbau in den ersten drei Stolberger Gewerbegebieten abgeschlossen. Foto: Tobias Schneider / Kupferstadt Stolberg
Stolberg – Die bauausführende RelAix Networks GmbH und die Kupferstadt Stolberg teilen mit großer Freude den erfolgreichen Abschluss des Breitbandausbaus in den drei Gewerbegebieten Stolberg Nordwest, Stolberg Nord und Stolberg West mit. Dieser Meilenstein beendet eine intensive Arbeitsphase von zwei Jahren, in der über 12.000 Meter Glasfaserkabel zur Stärkung der digitalen Infrastruktur der Region durchgeführt wurden.
Die nun vollständig ausgebauten Gewerbegebiete – GWG 1: Stolberg Nordwest, nahe des Hauptbahnhofs und der Rhenaniastraße; GWG 2: Stolberg Nord, inklusive der Bereiche Steinfurt, Leimberg und Eschweiler Straße; sowie GWG 3: Stolberg West, einschließlich der Cockerillstraße und des Zinkhütter Hofes – sind nun mit modernster Breitbandtechnologie ausgestattet. Dies ermöglicht den dort ansässigen Unternehmen, von leistungsfähigen Internetverbindungen zu profitieren, welche für die digitale Transformation und eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit essentiell sind.
„Besonders erwähnenswert ist die zuverlässige und effiziente Arbeit von RelAix Networks während des gesamten Projekts. Ihr Einsatz hat wesentlich dazu beigetragen, dass 157 Gebäude erfolgreich an das Glasfasernetz angeschlossen wurden“, sagt Timo Abels vom städtischen Amt für Wirtschaftsförderung. Auch Eigentümer, die sich zunächst nicht für einen Anschluss entschieden hatten, profitieren von der vorbereiteten Infrastruktur, die zukünftige Anbindungen erleichtert und kostengünstiger macht.
Bürgermeister Patrick Haas zeigte sich begeistert über den Abschluss des Projekts in den ersten Gewerbegebieten: „Die Vollendung des Breitbandausbaus in allen drei Gewerbegebieten ist ein bedeutender Fortschritt für Stolberg als Gewerbestandort. Es verdeutlicht unseren Anspruch, eine regionale Vorreiterrolle in der Digitalisierung zu übernehmen. Nicht umsonst schreitet auch der Glasfaserausbau entlang der Talachse mit großen Schritten weiter voran.“
Thomas Neugebauer, Geschäftsführer der RelAix Networks GmbH, hebt die Bedeutung der erfolgreichen Projektumsetzung hervor: „Die umfangreichen Ausbauarbeiten der letzten zwei Jahre zeigen unser Engagement, die Digitalisierung in der Region voranzutreiben. Wir sind stolz darauf, dass wir die Herausforderungen erfolgreich gemeistert und einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der lokalen Wirtschaft geleistet haben. Unser Dank gilt allen Partnern, Unternehmen und der Kupferstädter Stadtverwaltung für ihre Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen.“
Peter Wackers, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung der Kupferstadt Stolberg betont die Bedeutung des Projektes für die Gewerbegebietsentwicklung der Kupferstadt: „Eine Glasfaseranbindung aller Gewerbegebiete ist für bestehende und zukünftige Unternehmen und einen prosperienden Wirtschaftsstandort unabdingabr. Es freut mich sehr, dass wir diesbezüglich in der Kupferstadt Stolberg ein absoluter Vorreiter in der Technologieregion Aachen sind.“
Die Realisierung des Projekts wurde durch Bundesfördermittel des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur und des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Für die beiden weiteren Gewerbegebietszuschnitte, die ebenfalls mit Fördermitteln von Bund und Land durch die Telekom ausgebaut werden, beginnen die Ausbauarbeiten im Laufe des 2. Quartals 2024. Dies bezieht sich auf die Bereiche Mausbach, Gressenich, Schevenhütte, Zweifaller Strasse, sowie Teile von Büsbach, Vicht und Zweifall.
Das Karlspreis-Direktorium und die Stadt Aachen ehren den Oberrabbiner als einen „herausragenden Repräsentanten des europäischen Judentums“ und gleichzeitig das jüdische Leben in Europa. Foto: Stadt Aachen / ANS Karlspreis
Aachen – „Ich bin mit Leib und Seele Europäer!“ – Das Karlspreis-Direktorium und die Stadt Aachen ehren den Oberrabbiner als einen „herausragenden Repräsentanten des europäischen Judentums“ und gleichzeitig das jüdische Leben in Europa. Pinchas Goldschmidt ist ein Mann, der andere Meinungen nicht bloß gelten lässt.
700 Gäste wohnen der Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses bei, viele Besucher*innen jubeln dem neuen Karlspreisträger nach der feierlichen Zeremonie und seinem anschließenden Auftritt auf dem Katschhof zu. Foto: Stadt Aachen / ANS Karlspreis
Er schätzt und sucht sie, fordert aus Überzeugung den Diskurs. Gleichzeitig ist er ein Mann, der Klartext redet und dabei vehement für die Werte Europas eintritt, die er durch den wachsenden Antisemitismus gefährdet sieht. „Der Antisemitismus war nie tot; aber seit dem islamistischen Pogrom gegen Israel am 7. Oktober 2023 ist er in einer Art und Weise entfacht, die die Sicherheit und Freiheit jüdischen Lebens – gerade auch in Europa – ernsthaft bedroht.“ Für ihn ist klar: „Nur gemeinsam können wir die Werte der Einigkeit, der Freiheit, der Demokratie und der Menschlichkeit ehren – indem wir sie vertreten und verteidigen.“
Die Auszeichnung mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen, mit dem Pinchas Goldschmidt am gestrigen Himmelfahrtstag, 9. Mai, geehrt wurde, und mit ihm die jüdischen Gemeinschaften in Europa, begreift er als ein „Lichtfeuer der Hoffnung und Solidarität in herausfordernden Zeiten; gegen Intoleranz, Hetze und Hass – für Aufklärung und gegenseitiges Verständnis“. Bewegt und überwältigt erleben die rund 700 Gäste – darunter hochrangige Politiker, Ministerpräsidenten sowie ehemalige Karlspreisträger*innen – im Aachener Krönungssaal den Oberrabbiner und Präsidenten der Konferenz der europäischen Rabbiner (CER). Goldschmidt, der von sich selbst sagt: „Ich bin mit Leib und Seele Europäer!“, ist voller Demut und Dankbarkeit für die Auszeichnung, die er gleichzeitig als Verpflichtung versteht: Sowohl für sich selbst, seine Arbeit für europäische Werte, Dialog, Freiheit und Demokratie fortzusetzen, als eben auch dafür, gemeinsam für diese Werte einzustehen und zu kämpfen.
Pinchas Goldschmidt: „Die Karlspreisträger 2024 leben in Angst!“
Bei der Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses betonte Goldschmidt, der gemeinsam mit seiner Frau Dara, seiner Mutter Elisabeth und weiteren Familienmitgliedern nach Aachen gekommen war, Antisemitismus müsse in all seinen Formen erkannt, benannt und bekämpft werden. Denn auch wenn es in der Begründung für die Preisverleihung unter anderem heiße, die Auszeichnung solle ein Signal setzen, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu Europa gehöre und in Europa kein Platz für Antisemitismus sein dürfe, so sagt Goldschmidt: „Das klingt märchenhaft. Leider ist das Gegenteil der Fall. Jüdische Menschen, die Karlspreisträger des Jahres 2024, sie leben in Angst, sie bangen um ihre Zukunft.“ Und er fordert: „Wir alle müssen dagegen aufstehen! Die jüdische Gemeinschaft kann es nicht. Und es ist auch nicht ihre Aufgabe. Es ist die Aufgabe ihrer Heimatländer und Heimatgesellschaften, sich gegen die Feinde der europäischen Werte zu erwehren! Wann, soll ‚nie wieder‘ sein, wenn nicht jetzt?“
Es ist eine offene und sehr persönliche Rede des Oberrabbiners, in der er Einblicke in sein Leben gewährt: Wie er nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Europa verließ, um Teil des Wiederaufbaus zu sein. Wie er nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine seine Gemeinde nach 33 Jahren wieder verlassen musste. Und wie er dennoch weiterhin die Hoffnung, den Mut und das Vertrauen in die Menschheit hat – „solange ich weiß, dass wir gemeinsam kämpfen“. Stehende Ovationen im Saal, langanhaltender Applaus.
Vizekanzler Dr. Robert Habeck: Jüdisches Leben macht Europa aus
Mit der diesjährigen Preisverleihung an Pinchas Goldschmidt setze das Karlspreisdirektorium ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus, sagte Vizekanzler Robert Habeck in seiner Laudatio und dafür, „dass jüdisches Denken und jüdisches Leben Europa reicher macht – ja ausmacht“. Dabei mahnt er gleichzeitig: „Wir müssten nicht betonen, dass für Antisemitismus in Europa kein Platz ist, wenn es ihn nicht geben würde. Und in diesen Jahren ausgeprägter denn seit langem.“ Menschen wie Rabbi Goldschmidt machten mit ihrem Wirken einen Unterschied, aus dem Habeck einen „Auftrag an uns alle“ ableitet: „Aufzustehen, wenn Menschen unterdrückt, Minderheiten bedroht oder Gewalt eingesetzt wird.“ Schließlich stellt Habeck die Frage nach dem Ziel eines vereinten Europas, um selbst die Antwort zu formulieren: „Dieses Ziel ist Frieden in Freiheit auf dem europäischen Kontinent. Für Freiheit muss man auch kämpfen wollen, aber wahre Freiheit ist eine in Frieden.“ Und darüber hinaus: „Die Finalität der europäischen Einigung wäre eine föderale europäische Republik‘. Eine ‚Einheit in Vielfalt’ in einer aus unterschiedlichen Kulturen und Sprachen, Nationen und geschichtlichen Bezügen gebildeten Union. In solch einer föderalen Union muss niemand Angst vor dem Verlust der je eigenen Geschichte und Kultur haben.“ Am Ende einer mit viel Beifall bedachten Rede betonte Habeck: „Das europäische Judentum ist nicht das zu Europa hinzugekommene, tolerant zu ertragende. Im Gegenteil. Es ist der europäischen Idee eingeschrieben, macht sie aus. Europa so verstanden, so gelesen, stiftet eine Verbundenheit ohne Ab-Stammeszugehörigkeit. In einem solchen Europa kann man sich niederlassen – endlich auch als Jüdin oder Jude. Zu Hause sein. Angekommen. Heimat Europa.“
Edi Rama, Ministerpräsident der Parlamentarischen Republik Albanien: Toleranz mit Respekt
„Welche Form kann Toleranz haben, in einer Zeit der steigenden Intoleranz?“, fragt Edi Rama, Ministerpräsident der Parlamentarischen Republik Albanien, in seiner Festrede und sieht Europa in einem Dilemma: „Denn Angst vor dem Bösen heißt auch, die Intoleranz zu fördern. Wir müssen uns gegen das Böse in der Welt wenden.“ Menschen wie Pinchas Goldschmidt seien Brückenbauer zur Menschlichkeit. Gespräche suchen, Konflikte mit Respekt lösen, sich selbst reflektieren, tolerant sein – das alles sei alternativlos, „auch wenn es bedeutet, dass wir hin und wieder unsere Komfortzone verlassen müssen. Wir müssen uns mit der Komplexität der Geschichte auseinandersetzen, damit die echten Waffen nie wiederkommen. Denn nur eine Form der Toleranz kann uns schützen: Das Vertrauen in die Menschlichkeit.“ Dabei blickt Rama auch auf die Geschichte seines eigenen Landes, in dem er seit Jahren Reformen vorantreibt, um eine spätere Mitgliedschaft in der EU zu ermöglichen. „Toleranz mit Respekt ist eine aktive Haltung.“
Es sind bewegende Zeiten, in denen der 65. Internationale Karlspreis zu Aachen in diesem Jahr verliehen worden ist. Antieuropäische und rechtspopulistische Kräfte verzeichnen Gewinne – in einigen Ländern mehr, in anderen weniger. Alte Machtbündnisse bröckeln, autokratische Systeme erstarken. Vor diesen Hintergrund erinnerte auch Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen in ihrer Rede an die „dunkelsten Kapitel unserer Geschichte“ und stellte heraus: „Wir unternehmen alles, um nie wieder in eine solche Barbarei zurückzufallen. Besonders hier in Aachen stehen wir heute, morgen und in Zukunft für unsere Werte ein. Wir gestalten die Demokratie selbst, beziehen Position. Wir stehen ein für eine Gesellschaft der Solidarität, der Vielfalt, des Zusammenhalts.“ So, wie auch Goldschmidt deutlich seine Stimme für Frieden und Gerechtigkeit erhebe und zeige, dass der Dialog der Schlüssel zum Frieden sei. „Seine unerschütterliche Haltung gegen den radikalen Extremismus und sein Einsatz für den interreligiösen Austausch sind für uns beispielhaft. Seine Vision von einem Europa und einer Welt, die von Verständnis, Respekt und Zusammenarbeit geprägt sind, ist eine, die uns alle verbindet.“ Und schließlich appellierte die Oberbürgermeisterin: „Jüdisches Leben ist ein selbstverständlicher Teil unserer europäischen Identität und wird es immer sein. Lassen Sie uns gemeinsam weiterhin für Frieden und Toleranz kämpfen, lassen Sie uns mehr miteinander reden und so mehr Brücken zwischen den Kulturen und Religionen bauen!“
Abschluss auf dem Katschhof Auf dem Katschhof erlebten im Anschluss an die Preisverleihung zahlreiche Besucher*innen den Karlspreisträger 2024 aus der Nähe – so wie auch schon am Abend zuvor beim Open-Air-Programm „Karlspreis LIVE“ auf der Katschhof-Bühne und nachmittags an der RWTH Aachen, wo der Oberrabbiner wegen seines sympathischen Auftritts und der spürbaren Freude am Diskurs mit den jungen Menschen beklatscht wurde. Bescheiden und doch mitreißend – so präsentierte sich Pinchas Goldschmidt in Aachen. Er nutzte jede Gelegenheit, um seine Botschaft zu platzieren: für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben der Gesellschaft und Religionen in Europa. Beispielhaft dafür war die diesjährige Karlspreisverleihung. Goldschmidt dankte den vielen Gästen für den Zuspruch, den er an all den Tagen rund um die Verleihung in der Kaiserstadt gespürt habe. Und so verabschiedet sich der überzeugte Europäer mit seiner Familie aus Aachen: bewegt, überwältigt, ermutigt und inspiriert aus dem Vermächtnis Karls des Großen.
Begründung des Karlspreisdirektoriums
In der Begründung des Direktoriums heißt es unter anderem: „Das Karlspreisdirektorium will mit dieser Auszeichnung das Signal setzen, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu Europa gehört und in Europa kein Platz für Antisemitismus sein darf. Jüdisches Leben ist ein wichtiger Teil der europäischen Geschichte und Gegenwart – jetzt und in Zukunft.“ Und: „Für das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen ist es ein wichtiges Anliegen darauf hinzuweisen, dass alle Menschen das Recht haben, in sicheren Grenzen und einer freien, friedlichen und demokratischen Gesellschaft zu leben.“ Das Direktorium würdigt Pinchas Goldschmidt als „herausragenden Repräsentanten des europäischen Judentums und das jüdische Leben in Europa, das unseren Kontinent seit Jahrhunderten bereichert und hier immer seinen Platz haben wird und muss“.
Zitate und Fakten in Kürze:
Die Preisträger: Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschaften in Europa sind am heutigen Donnerstag, 9. Mai, mit dem „Internationalen Karlspreis zu Aachen“ ausgezeichnet worden. Goldschmidt nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. „Die Auszeichnung ist eine Ermutigung in einer herausfordernden Zeit. Ich danke Ihnen für diesen Lichtblick.“ Das Karlspreisdirektorium mit seinem Vorsitzenden Dr. Jürgen Linden hebt in seiner Begründung besonders hervor, Goldschmidt erhalte die Auszeichnung „ in Würdigung seines herausragenden Wirkens für den Frieden, die Selbstbestimmung der Völker und die europäischen Werte, für Toleranz, Pluralismus und Verständigung, und in Anerkennung seines bedeutenden Engagements für den interreligiösen und interkulturellen Dialog“.
Goldschmidt‘s Botschaft: „Gemeinsam können wir die Werte der Einigkeit, der Freiheit, der Demokratie und der Menschlichkeit ehren – indem wir sie vertreten und verteidigen.“
Vizekanzler Dr. Robert Habeck: „Wer das europäische Judentum ehrt, kann über Antisemitismus nicht schweigen. Der Karlspreis ist ein Zeichen dafür, dass jüdisches Denken und jüdisches Leben Europa reicher macht – ja ausmacht.“
Edi Rama, Ministerpräsident der Parlamentarischen Republik Albanien:„Wir müssen uns mit der Komplexität der Geschichte auseinandersetzen, damit die echten Waffen nie wiederkommen. Denn nur eine Form der Toleranz kann uns schützen: Das Vertrauen in die Menschlichkeit.“
Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Besonders hier in Aachen stehen wir heute, morgen und in Zukunft für unsere Werte ein. Wir gestalten die Demokratie selbst, beziehen Position. Wir stehen ein für eine Gesellschaft der Solidarität, der Vielfalt, des Zusammenhalts. Jüdisches Leben ist ein selbstverständlicher Teil unserer europäischen Identität und wird es immer sein. Lassen Sie uns gemeinsam weiterhin für Frieden und Toleranz kämpfen.“
Die Verleihung: Rund 700 Personen, darunter zahlreiche Ehrengäste, Mandatsträger*innen, Botschafter*innen sowie Vertreter*innen von Kirchen und Religionsgemeinschaften, haben an den Feierlichkeiten im Krönungssaal des Aachener Rathauses teilgenommen. Auf dem Ehrenpodium saßen, neben dem Karlspreisträger Pinchas Goldschmidt, Vizekanzler Dr. Robert Habeck, der albanische Ministerpräsident Edi Rama, die Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen Sibylle Keupen, der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden, Vertreter*innen der diesjährigen Jugendkarlspreisgewinner, die früheren Karlspreisträger*innen Dahlia Grybauskaite (2013), Patrick Cox (2004), Jean-Claude Trichet (2011) und Martin Schulz (2015) sowie die Preisträgerinnen des Jahres 2022 Veronica Tsepkalo, Swetlana Tichanowskaja und – in Vertretung ihrer inhaftierten Schwester Maria Kalesnikava – Tatsiana Khomich.
Weitere Gäste: Unter den Gästen der Karlspreisverleihung waren unter anderem Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes NRW, sowie die NRW-Minister*innen Mona Neubaur, Oliver Krischer, Herbert Reul und Nathanael Liminski sowie Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses (MdB). Auch Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, und Abraham Lehrer, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, nahmen als Ehrengäste an der Verleihung teil.
Das Programm: Die Karlspreisverleihung wurde musikalisch vom Sinfonieorchester Aachen unter Leitung des Generalmusikdirektors Christopher Ward begleitet. Als Sopranistin trat Sonja Gornik auf, die Werke des jüdischen Aachener Komponisten Leo Blech darbot. In Absprache mit dem Preisträger waren die Kinderlieder „Ein kleines Lied“, „Veilchen“ und „Wie ist doch die Erde so schön“ ausgewählt worden.
Das mediale Interesse: Mehr als 70 Medienvertreter*innen haben sich für die Karlspreisverleihung 2024 akkreditiert, um darüber zu berichten, darunter Teams von ARD und ZDF, WDR, der Deutschen Welle sowie von Albania Public TV, FAZ und der Süddeutschen Zeitung, jüdisch-israelischer Medien sowie verschiedener in- und ausländischer Wort- und Bild-Agenturen. Die Live-TV-Übertragung wurde im WDR Fernsehen gesendet und ist dort noch abrufbar.
Informationen zum internationalen Karlspreis zu Aachen:
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Seit 1950 wird er an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschaften in Europa sind die 65. Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Sie folgen auf den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, und das ukrainische Volk, die 2023 mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden sind. Zu den früheren Preisträger*innen in Aachen gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), der spanische König Juan Carlos I. (1982), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Papst Franziskus (2016), Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (2018), António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen (2019) sowie die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo (2022).
Im Rahmen der feierlichen Zeremonie im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses wird neben einer Urkunde auch eine Medaille verliehen, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für die jeweiligen Preisträger*innen zeigt.
HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich (rechts) und Kammerpräsident Kurt Krautscheid stehen für die Kampagne „Nutze Deine Stimme“ und fordern zur Stimmabgabe bei der Europawahl Anfang Juni auf. Foto: Fotostudio Reuther
Region/Koblenz/Brüssel – Die Europäische Union (EU) steht seit mehr als 70 Jahren für Frieden, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa. Seit der letzten Europawahl 2019 befinden sich die europäische Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in einem erheblichen Wandel. Weltweite Spannungen und Konflikte führen nicht nur zu einem Umdenken in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, sondern zeigen auch, wie wichtig es ist, als Staatenverbund und mit einer Stimme aufzutreten. Mit der Europawahl am 9. Juni werden die Weichen Richtung Zukunft gestellt und die Handwerkskammer (HwK) Koblenz fordert zur Stimmabgabe auf, kommuniziert dies ab sofort deutlich über eine öffentlichkeitswirksame Kampagne unter dem Motto „Nutze Deine Stimme“.
Die Herausforderungen für die Zukunft sind groß und gerade in der aktuellen Situation und mit Sorge hinsichtlich national-populistischer Tendenzen ist es wichtig, demokratische Parteien zu stärken. Daher ruft die HwK Koblenz ihre Mitglieder, aber auch die breite Gesellschaft deutlich auf: Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch!
Mit dem Europatag am 9. Mai startet eine Kampagne „Nutze Deine Stimme“, in der authentische Handwerker zu Wort kommen und die Vorzüge der Europäischen Union aus ihrer Sicht darstellen. Denn die politischen Erfolge für das Handwerk in der aktuellen Legislaturperiode sind durchaus nennenswert!
Laufende Legislaturperiode zufriedenstellend für das deutsche Handwerk
Mit dem 2023 verabschiedeten Data Act („Datenzugangsgesetz“) ist nun erstmals geregelt, dass Handwerker Zugriff auf die Daten der Hersteller erhalten, wenn sie Installationen oder Reparaturen durchführen. Ein großer Erfolg für die Lobbyarbeit des deutschen Handwerks, der rechtliche Sicherheit für after-sales-Aufträge gewährleistet.
Auch das Ende April im Europäischen Parlament verabschiedete „Recht auf Reparatur“ sichert Aufträge für das Handwerk: Zukünftig hat nun jeder Verbraucher ein Anrecht auf Reparatur, wenn ein Produkt innerhalb der Gewährleistungsfrist kaputt geht. Das kann dazu führen, dass Handwerker ihre Reparaturtätigkeiten weiter ausbauen können – und damit in die Lage versetzt werden einen wertvollen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten zu können.
Forderungen des Handwerks für die neue Legislaturperiode
Doch die Handwerker blicken auch mit Sorge nach Brüssel, wenn es um die gestiegenen Bürokratiebelastungen geht. Die Entbürokratisierung ist eine Kernforderung des Handwerks, adressiert an die Politik. Der zentrale Gedanke für die kommende Legislaturperiode muss sein: Um den doppelten Übergang in eine grüne und digitale Wirtschaft zu schaffen, braucht Europa das Handwerk und den Mittelstand mit seinen europaweit über 20 Millionen Betrieben und mehr als 80 Millionen Mitarbeitern.
Aufruf an die Wahlberechtigten
Es gilt für die Zukunft ein deutliches Zeichen zu setzen: Herausforderungen müssen angegangen werden, aber ohne Europa insgesamt in Frage zu stellen. Deshalb ruft die HwK alle Wahlberechtigten auf, von Ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und sich für ein Europa mit Freiheit und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen.
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