Die Tänzerinnen des Karnevalsvereins 1977 Vussem e. V. zogen als „jecke Bäckerinnen“ verkleidet durch Vussem. Foto: T. Empt/pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Vussem – Ein etwas anderer Karnevalsumzug in Vussem – Aktiventanzgarde des Karnevalsvereins 1977 Vussem e.V. verteilt Kamelle-Tütchen im Dorf – Kreative Kostümidee: Jecke Bäckerinnen halten mit Schwimmreifen Corona-Abstand ein. Es war ein etwas anderer Karnevalsumzug in Vussem und ein Lichtblick in schwierigen Zeiten: Unter dem Motto „Wie Karneval, nur anders“, verteilte die Aktiventanzgarde des Karnevalsvereins 1977 Vussem e. V. 400 Kamelle-Tütchen im Dorf. Verkleidet als „jecke Bäckerinnen“ hielten die sechs Tänzerinnen um Trainerin Sabrina Empt mit ihren Kostümen aus Donut-Schwimmreifen auch auf ganz kreative Weise den Corona-Abstand ein.
Nachdem der Karnevalsumzug aufgrund der Corona-Pandemie und des Kriegsgeschehens in der Ukraine in diesem Jahr nicht stattfinden konnte, war es der Aktivengarde ein wichtiges Anliegen, den Einwohnern von Vussem ein Stück Karneval in ihre Häuser zu bringen. „Mit dieser Aktion wollten wir nicht nur die Tradition unseres Karnevalszuges am Karnevalssamstag wahren, sondern auch ein wenig Karnevalsstimmung in die Herzen der Menschen zaubern“, so Sabrina Empt, Trainerin der Aktivengarde.
13.000 Schritte und unzählige lachende Gesichter
Tagelang hatten die Tänzerinnen die Aktion vorbereitet, Kostüme genäht, Kamelle-Tütchen gepackt und einen Bollerwagen dekoriert. Um die geltenden Coronaregeln einzuhalten hatte sich die Gruppe – neben der 2G+-Regel – für ein Kostüm getreu dem Motto „So Jeck wie möglich, so sicher wie nötig“ mit Schwimmreifen als Abstandshaltern entschieden. „Mit unserer Kostümidee wollen wir zeigen, dass auch unter geltenden Coronaregeln der Kreativität und dem Karneval keine Grenzen gesetzt sind“, schreibt die Aktivengarde.
„Die Resonanz war großartig“, freut sich Sabrina Empt, „die Bewohner des Dorfes riefen uns von den Haustüren und aus den Fenstern zu und freuten sich, unsere bunte Gruppe zu sehen.“ So verging die Zeit wie im Flug, selbst für die die siebenjährige Lana Empt als jüngste Teilnehmerin. 13.000 Schritte und unzählige lachende Gesichter später waren schließlich alle Kamelle verteilt und die jecken Bäckerinnen im wahrsten Sinne des Wortes „rundum“ zufrieden.
Vertreter der Stadtratsfraktionen und der Verwaltung besuchten das Impfzentrum „In der Weiersbach“. Foto: Jacqueline Blang / Stadt Mayen
Mayen – Die Stadtratsfraktionen sowie die Mayener Stadtspitze besuchten in den letzten Tagen die Corona Testambulanz & Impfzentrum „In der Weiersbach“. Dem Besuch vorausgegangen war eine Initiative von Bündnis 90/Die Grünen, der sich Vertreter weiterer Fraktionen sowie die Stadtspitze angeschlossen hatten. „Ich bin sehr beeindruckt von dem, was in der Corona Testambulanz alles geleistet wird. Dafür gehört Ihnen allen Dank und Anerkennung“, so der Oberbürgermeister der Stadt Mayen Dirk Meid. „Ohne den Einsatz von hauptamtlichen Kräften in der Corona-Testambulanz oder dem Impfzentrum wäre die Situation nicht mehr beherrschbar“, so der Stadtchef weiter.
Kräfte der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz sind im der Corona Testambulanz & Impfzentrum „In der Weiersbach“ tagtäglich im Einsatz. Auch das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM) Standort Mayen, Elisabeth Krankenhaus, steht für organisatorische Aufgaben tatkräftig zur Seite.
Zudem unterstützen Niedergelassene Ärzte aus Mayen unter der Federführung der Praxis West Mayen (Dr. Orth und Dr. Kudielka) das Zentrum von Beginn an beim Impfen. Das Team muss bei aller Professionalität auch immer ein gehöriges Maß an Improvisationsfähigkeit und Flexibilität beweisen, um Alltagssituationen zu meistern.
Die Politik und Stadtspitze möchte mit diesem Besuch ein Zeichen setzen und den meist rechtswidrigen Montagsdemonstrationen entgegenstehen.
„Die Mayenerinnen und Mayener haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie zusammen stehen. Diesen Zusammenhalt brauchen wir auch weiterhin“, so der Stadtchef.
Schnelltestungen und PCR sind ohne Anmeldung zu folgenden Zeiten möglich:
V. l. n. r.: Hausmeister Alexander Castert (VGV Kaisersesch), Thomas Hau (Westenergie AG), Elmar Franzen (Raiffeisenbank Eifeltor eG), Sascha Adams und Norbert Fuhrmann (VGV Kaisersesch). Foto: Verbandsgemeinde Kaisersesch
Kaisersesch – Mit finanzieller Unterstützung der Raiffeisenbank Eifeltor eG, der Westenergie AG und einiger privater Spender konnten in 20 Ortsgemeinden und an der Verbandsgemeindeverwaltung Kaisersesch Defibrillatoren installiert werden.
Leben retten, das kann mit dem Einsatz der Defibrillatoren (Defi) nun in fast allen Ortsgemeinden erfolgen. Die kleinen Defis sind bzw. werden bereits an zentralen frei zugänglichen Punkten in den jeweiligen Gemeinden angebracht. Die Bedienung ist einfach und selbsterklärend. Das Gerät leitet akustisch und visuell durch die Rettungsmaßnahme, damit ist auch für Laien die Nutzung bei einem Verdacht auf Herzstillstand möglich. Eine allgemeine Übersicht der Defi-Standorte in ganz Deutschland erhält man unter http://definetz.online/defikataster-hp
Der Defi an der Verbandsgemeindeverwaltung Kaisersesch befindet sich rechts neben dem Haupteingang und ist mit einem grünen Schild mit der Aufschrift AED gekennzeichnet. Die Standorte in den Ortsgemeinden werden im Mitteilungsblatt „Region im Blick“ unter der jeweiligen Gemeinde veröffentlicht.
Bürgermeister Albert Jung bedankt sich bei den Spendern und freut sich, dass nunmehr 25 Gemeinden in der Verbandsgemeinde Kaisersesch mit Defibrillatoren ausgestattet sind.
Mechernich – Das Kreiskrankenhaus Mechernich weitet ab März sein Impf-Angebot als offizielle Impfstelle des Kreises aus. Ab 3. März soll es an jedem ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 19.30 Uhr möglich sein, neben Booster-Impfungen wie bisher künftig auch Erst- und Zweitimpfungen zu erhalten. Dabei stehen die Impfstoffe von Biontech oder Moderna zur Verfügung. Der sogenannte Todimpfstoff Nuvaxovid® der Firma Novavax wird nicht angeboten.
Die Impfung erfolgt nur nach vorheriger Terminvergabe über die Anmeldeplattform des Kreises Euskirchen: https://corona.kreis-euskirchen.de/impfen Dabei kann online der Standort
„Krankenhaus Mechernich“ als Impfstelle ausgewählt werden. Krankenhaus-Pressesprecherin Jennifer Grundtner: „Wir bitten Interessenten darum, einen gebuchten Termin unbedingt einzuhalten oder rechtzeitig online wieder frei zu geben.“
Das Angebot richtet sich an Personen ab zwölf Jahren. Bis zum 30. Lebensjahr wird gemäß der STIKO-Empfehlung der Impfstoff von Biontech geimpft. Personen über 30 Jahre erhalten Moderna. Eine freie
Impfstoffwahl ist nur in begründeten Ausnahmefällen und mit ärztlicher Bescheinigung möglich.
Freies Impfangebot 5. und 26. März
Zusätzlich soll es alle drei Wochen samstags von 9 bis 14 Uhr ein freies Impfangebot ohne vorherige verpflichtende Terminvergabe für Erwachsene und Familien geben. Neben den Eltern können dann parallel auch Kinder ab fünf Jahren mit dem Wirkstoff von Biontech geimpft werden. Kinderärzte des Krankenhauses sind vor Ort und übernehmen die entsprechende Aufklärung. Termine sind der 5. und der 26. März.
Die Verabreichung der zweiten Auffrischungsimpfung richtet sich nach der aktuell gültigen COVID-19-Impfempfehlung der STIKO und ist für Personen ab einem Alter von 70 Jahren und/oder mit Immundefizienz ab einem Alter von fünf Jahren möglich, deren 1. Booster-Impfung mindestens drei Monate zurückliegt. Außerdem bei beruflicher Tätigkeit im medizinischen und pflegerischen Bereich, wenn die erste Booster-
Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt.
Die Impfungen erfolgen in den angegliederten Räumen der Geriatrischen Tagesklinik, die über einen separaten Eingang über den Krankenhaus-Vorplatz zu erreichen sind (barrierefrei). Parkmöglichkeiten
gibt es im angrenzenden Parkhaus. Ab dort ist die Impfstelle bereits ausgeschildert.
Jennifer Grundtner: „Zum Impftermin sind folgende Dokumente mitzubringen: Personalausweis/Kinderpass, Impfausweis, ausgefüllter Aufklärungsbogen, ausgefüllte Einwilligungserklärung. Ein QR-Code wird am Impftermin nicht vor Ort ausgestellt. Die Digitalisierung des Nachweises ist jedoch in jeder beliebigen Apotheke möglich. Die Hygieneschutzbestimmungen sind vor Ort einzuhalten. Während des gesamten Aufenthaltes in den Räumen der Geriatrischen Tagesklinik gilt die FFP2-Maskenpflicht für Personen ab sechs Jahren!“
Der glückliche Michael Krämer nach dem erfolgreichen Marathon mit persönlicher Bestzeit. Foto: Privat
Laacher See – Punktlandung – neue persönliche Bestzeit mit 2:59,53 Stunden. Sevilla, wunderschöne Hauptstadt Andalusiens und Austragungsort des seit 1985 stattfindenden Zurich Maratón de Sevilla, ist ein atemberaubendes Laufereignis mit Top-Niveau auf einer der flachsten und schnellsten Marathonstrecken in Europa.
Erstklassige Läufer (ca. 10.000 StarterInnen) aus aller Welt geben hier oft zum Jahresanfang ihr Stelldichein. Gerade Läufer aus Afrika sind hier anzutreffen, die diesen Lauf für eine erste Standortbestimmung nutzen. Die Qualität dieser Veranstaltung erkennt man an der sehr großen Anzahl von Finishern unter drei Stunden. In diesem Jahr fielen dazu die Streckenrekorde bei den Damen und den Herren. Asrar Abderehman, Herren (Äthiopien) – 2:04:43 Stunden und Alemu Megertu, Damen (Äthiopien) – 2:18:51 Stunden
Eine insgesamt sehr gut windgeschützte Strecke auf Meereshöhe, gepaart mit mildem und sonnigem Wetter, die erste Wahl für den Athleten aus Mendig, um sein persönliches Ziel, die magische Grenze von drei Stunden zu erreichen. Sevilla schien hierfür genau richtig gewesen zu sein, wie sich später herausstellte.
Die Strecke des Sevilla Marathon ist voll von symbolischen Monumenten wie dem Torre del Oro, der Plaza de España (Foto), La Giralda, dem Maria-Luisa-Park oder La Maestranza. Die atemberaubende Stimmung an den Straßen und mehrere Musikgruppen entlang der Strecke führt zum spektakulären Zieleinlauf im berühmten Cartuja-Stadion.
Nach einem sehr guten Ergebnis in Athen im November 2021 verlief die doch sehr harte Vorbereitung für Michael Krämer von der LG Laacher See auf diese Veranstaltung etwas anders als geplant. Bis zum Schluss machten Knieprobleme lange Tempoläufe fast unmöglich. Ein grippaler Infekt um die Weihnachtszeit zwang Krämer zu einer Auszeit. Drei Tage vor dem Start kamen noch Schulterprobleme hinzu. „Irgendwo zeigt sich dann doch die Altersklasse“, äußerte Krämer leicht schmunzelnd. „Das regionale Wetter hat dem inneren Schweinehund auch das eine oder andere Mal Futter gegeben, wenn ich überlege, wann und unter welchen Wetterbedingungen ich gelaufen bin!“ Egal, das Ziel war anvisiert und jede noch so harte Trainingseinheit wurde belohnt. Dass es am Schluss so knapp wurde, lag u.a. an den leichten Verletzungen die sich dann doch noch verstärkt so 6 km vor dem Ziel bemerkbar machten. „2-3 Minuten schneller wären unter normalen Umständen sicher noch drin gewesen!“
Michael Krämer bedankte sich bei seinem Verein und den Trainingskollegen, die ihn bei dem einen oder anderen Lauf sehr gut unterstützt hatten. Sichtlich zufrieden erreichte der LG Athlet auf Platz 1189 von ca. 10.000 und in seiner Altersklasse M50, auf Platz 63 von 850 Startern. Jetzt sind erst einmal wieder die regionalen Volksläufe dran, u.a. Urmitz am 12.03.22 und natürlich die nächste Veranstaltung der LG Laacher See, der Lohners Vulkan Marathon.
Region/Berlin – Karl Lauterbach – “Seltene Erkrankungen – wir bekennen Farbe!“ Unter dem Motto „Farbe bekennen!“ findet am 28. Februar 2022 der 15. Europäische Tag der Seltenen Erkrankungen statt. Etwa vier Millionen Menschen in Deutschland sind von einer Seltenen Erkrankung betroffen – dies entspricht etwa der Zahl der an Krebs Erkrankten.
Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach: „Menschen mit Seltenen Erkrankungen stehen oft vor besonderen Herausforderungen – auch und gerade in Zeiten der Pandemie. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) setzt sich gemeinsam mit seinen Bündnispartnern im Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) entschlossen dafür ein, die gesundheitliche Situation für alle Betroffenen weiter zu verbessern.“
Das BMG engagiert sich gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE e.V.) und weiteren 25 Bündnispartnern im Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE). Das NAMSE ist die nationale Koordinierungs- und Kommunikationsplattform der zentralen Akteure des Gesundheitswesens, um die Versorgungs- und Lebenssituation von Menschen mit Seltenen Erkrankungen zu verbessern. Dies kann nur durch ein gemeinsames, koordiniertes und zielorientiertes Handeln aller Akteure erreicht werden. Der Nationale Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen mit 52 Maßnahmenvorschlägen bildet dabei die Grundlage für das gemeinsame Handeln. Ein wesentliches Element ist die Umsetzung des NAMSE-Zentrenmodells in der Versorgungslandschaft.
In den letzten Jahren wurden wichtige Fortschritte für die gesundheitliche Situation von Menschen mit Seltenen Erkrankungen erreicht:
Erstmals wurden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die besonderen Aufgaben von Zentren für Seltene Erkrankungen definiert sowie bundeseinheitliche Qualitätsanforderungen festgelegt. Ausgangspunkt für die Ausgestaltung waren die vom NAMSE entwickelten Zentrenkriterien.
Mit Unterstützung der NAMSE-Geschäftsstelle wurde ein Zertifizierungsverfahren für Zentren für Seltene Erkrankungen unter Einbindung einer unabhängigen Zertifizierungsstelle auf den Weg gebracht, das auch die Vernetzung mit den Europäischen Referenznetzwerken (ERN) berücksichtigen soll.
Mit der Angliederung von Orphanet Deutschland als nationaler Partner des europäischen Referenzportals zu Seltenen Erkrankungen und Orphan Drugs an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wurde Anfang 2021 eine wichtige Voraussetzung für die kontinuierliche Zusammenarbeit auf europäischer Ebene in diesem Bereich geschaffen.
Darüber hinaus wurde im BfArM eine Stelle für Seltene Erkrankungen etabliert, die internationale Klassifikationen zu Seltenen Erkrankungen fortlaufend mit den gesetzlichen Diagnoseklassifikationen verknüpft. Damit werden Seltene Erkrankungen im Gesundheitssystem noch sichtbarer.
Aktuell erarbeitet das vom BMG geförderte Projekt genomDE die Grundlagen für eine umfassende Diagnostik mittels Genomsequenzierung. Dadurch werden modernste Sequenzierverfahren standardisiert, qualitätsgesichert und unter Berücksichtigung des Datenschutzes in der Versorgung etabliert. Eine geeignete Dateninfrastruktur verbindet dabei Versorgung und Forschung.
Bereits zum zweiten Mal fördert das BMG derzeit eine umfassende Studie zur gesundheitlichen Situation von Menschen mit Seltenen Erkrankungen. Ziel ist eine detaillierte Bestandsaufnahme dessen, was im Rahmen des NAMSE bereits erreicht werden konnte und welche zukünftigen Handlungsfelder für die Betroffenen am wichtigsten sind. Dabei sollen insbesondere auch die Entwicklungen in den Bereichen Digitalisierung und genomische Medizin berücksichtigt werden.
Getreu dem Motto des diesjährigen Tages „Farbe bekennen!“ richtet sich heute die Aufmerksamkeit auf alle Menschen mit Seltenen Erkrankungen. Nur gemeinsam können wir ihren besonderen Bedürfnissen gerecht werden.
Radrennen auf der Stelle im Fitnessraum des Haus Maria in Bad Münstereifel. Foto: Thomas Hochgürtel/Haus Sonne/pp/Agentur ProfiPress
Bad Münstereifel/Schönau – Dass man online gegeneinander beispielsweise Schach spielen kann, auch wenn man selbst in der idyllischen Eifel, der Gegner aber beispielsweise in Berlin, Kapstadt oder Vancouver sitzt, ist eine alte Jacke. Dass man aber – ebenfalls räumlich weit voneinander getrennt – in Echtzeit strampelnd und schwitzend, live und in Farbe, mit- und im Rennformat auch mit- und gegeneinander Sport treiben kann, ohne die eigenen vier Wände zu verlassen, mutet geradezu revolutionär an.
Thomas Hochgürtel von der Organisationsentwicklung des Haus Sonne zeigt eine Szenerie im New Yorker Central Park, die wahlweise auf die Whiteboards vor den auf Rollentrainern montierten Gravel-Rädern in Schönau und Bad Münstereifel geladen werden kann. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress
„Das ist ursprüngliche Bewegung und digitales Erleben zugleich und stellt eine neue, innovative und attraktive Angebotsform für unsere Bewohnerinnen und Bewohner der »Haus Sonne gGmbH« dar“, so Thomas Hochgürtel bei der Vorstellung der innovativen Sportstationen im Haus Sonne in Schönau und Haus Maria in Bad Münstereifel.
Es handelt sich um moderne digitale Technik, die mit softwaregestützten Whiteboards und vier digitalen Rollentrainern sowie zwei Laufbändern zum Einsatz kommt. Das Projekt verbindet Digitalisierung mit konventioneller Bewegung und Sport, wobei für jede Konstitution ein passendes Bewegungsprogramm vorhanden ist, das auch bei widrigem Wetter aktiviert werden kann.
Nachdem die Projektidee in 2020 gereift war, konnte der Plan nun mit Förderung der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und Projektunterstützung des Forschungszentrums Jülich unter dem Förderaufruf „Zugänge erhalten – Digitalisierung stärken“ in die Tat umgesetzt werden. Thomas Hochgürtel von der Organisationsentwicklung Haus Sonne: „Wir haben dem Projekt den Titel »Grenzenlos Miteinander« gegeben. Es geht um soziale Teilhabe und vor allem gemeinsame Bewegung über digitale Angebote der Interaktion und Kommunikation.“
Halb Rennrad und Mountainbike
Die Zülpicher Radsportfirma Schumacher mit Hauptsitz in der Münsterstraße und Nebensitz mit Velodome auf dem Hannah Hof in Bessenich hat insgesamt vier Rennmaschinen aufgestellt, zwei im Haus Maria in Bad Münstereifel und zwei im Haus Sonne in Schönau.
Es handelt sich um echte Gravel-Räder. „Gravel bedeutet »Schotter«, für diesen Untergrund sind diese trendigen Räder entwickelt und können in der wärmeren und trockenen Jahreszeit auch für angeleitete Touren der Bewohner an frischer Luft in schöner Umgebung genutzt werden“, so Hochgürtel.
Die Bikes sind als Simulatoren in den Trainingsräumen beider „Besonderen Wohnformen“ als Smart-Rollentrainer vor Whiteboards aufgestellt worden. Die Bewohner radeln unter wechselnden Belastungen vor verschiedenen Kulissen, mal durch die Peripherie von Tokio oder London, über den Champs-Elysees und Alpenpässe wie Alp d‘ Huez oder Mont Ventoux, durch Fantasy-Landschaften an Dinosauriern vorbei oder durch den sommerlichen New Yorker Central Park.
Die ersten Reaktionen der Anwender im Haus Maria waren bereits beim Aufbau positiv bis überschwänglich. „Neugierig und begeistert“, so Thomas Hochgürtel, etwa nach dem Motto: „Wann können wir denn loslegen?“ oder „Klasse, so ein Rad wollte ich schon immer mal fahren!“ Die Whiteboards lassen sich über die feste Installation auf Rollwagen auch mit überschaubarem Aufwand in Gemeinschaftsräume transportieren, um Bewohner über Videoschaltung zusammenzubringen oder andere digitale Angebote zu nutzen.
Skat und Schwätzchen
Thomas Hochgürtel: „So kann man auch beispielsweise gegeneinander online Skat spielen – oder ein Schwätzchen halten.“ Eine gerade in pandemischen Zeiten willkommene Sache, was auch die Projektpartner der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW und des Forschungszentrums Jülich mit dem Digitalisierungsprojekt bezwecken wollten.
Dass die Zülpicher Firma Schumacher den Zuschlag für den Projektteil der Fahrräder und Rollentrainer erhielt, freut Thomas Hochgürtel ganz besonders. „Die haben mit dem »Wohlfühlort« »Hannah Hof« in Bessenich ein eigenes größeres Sozialprojekt mit bereits vorhandener vergleichbarer Ausstattung und zudem sehr viel Erfahrung, Verständnis und Fingerspitzengefühl für die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung.“
Im Förderantrag wird das Projekt so eingeordnet: „Da die Interessen der Zielgruppe unterschiedlich sind, muss mit einem digitalen Format von Angeboten auch ein breites Spektrum von möglichen Interessen abgedeckt werden.“ Thomas Hochgürtel will mit dem Angebot auch Bewohner und Bewohnerinnen einbeziehen, die bisher keine Berührungspunkte mit Digitalisierung hatten.
Das Projekt stärke das soziale Miteinander zwischen „Besonderen Wohnformen“ des Wohn- und Betreuungsverbunds Haus Sonne, weitere Entfernungen und Infektionsrisiken seien keine Hinderungsgründe mehr, zusammenzukommen und gemeinsam etwas zu unternehmen. Thomas Hochgürtel: „Damit viele Vorteile des Digitalisierungsprojekts auch für die interdisziplinären Mitarbeiter-Teams der Haus-Sonne-Standorte nutzbar sind, stehen auch für Teambesprechungen Whiteboards bereit, die regelmäßige Fahrten zwischen den Standorten reduzieren sollen, Ressourcen sparen und Arbeitsschritte direkt digital abbilden anstatt zunächst auf Papier.“
Alexander Schweitzer, Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung des Landes Rheinland-Pfalz. Foto: Peter Pulkowski
Region/Mainz – Auswirkungen für Beschäftige und Unternehmen. „Der hinterhältige Angriffskrieg von Wladimir Putin gegen die Ukraine bricht mit dem Völkerrecht, erschüttert den Frieden in Europa und gefährdet das Leben und Schicksal vieler Menschen, mit denen wir uns solidarisch zeigen. Gleichzeitig werden wir Folgen auch in Rheinland-Pfalz spüren, wenngleich wir die genauen Auswirkungen auf unser Bundesland noch nicht seriös abschätzen können“, sagte Arbeitsminister Alexander Schweitzer am Freitag in Mainz.
Um über die Auswirkungen für Beschäftigte und Unternehmen zu sprechen, traf er sich in einer digitalen Konferenz mit Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Industrie- und Handelskammer, der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz und Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther. „Wir stehen schon lange im intensiven Austausch miteinander und nach dieser Eskalation noch viel enger, um Auswirkungen des Krieges auch für unser Land frühzeitig wahrzunehmen und über mögliche Lösungen zu sprechen“, sagte Schweitzer.
Schweitzer bot den Unternehmen dabei an, bei möglichen Rückholaktionen von in der Ukraine tätigen rheinland-pfälzischen Beschäftigten im Zusammenspiel mit Bund und Auswärtigem Amt alle Möglichkeiten zu nutzen, um Menschen und ihren Familien eine sichere Heimkehr nach Deutschland zu gewährleisten. Man behalte auch die wirtschaftliche Entwicklung in Rheinland-Pfalz bei den Unternehmen und Beschäftigten im Blick, die im Außenhandel besonders enge Beziehungen zu der Ukraine und Russland pflegten. Bei Menschen, die aus der Ukraine fliehen und Unterkunft in Rheinland-Pfalz finden, werde sich das Land bemühen, diesen bei dem Weg in den Arbeitsmarkt zu helfen.
Mit Blick auf Energiepreise rechnet Schweitzer mit erneuten Teuerungen, die Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher treffen. Mit Energie- und Wohlfahrtsverbänden war das Arbeits- und Sozialministerium über steigende Preise bereits vor Ausbruch des Konflikts im Gespräch, weil diese zuvor schon Haushalte belastet haben. Im März plant das Ministerium dazu auch ein Treffen mit der Verbraucherzentrale, bei dem auch die neue kriegerische Eskalation und damit verbundene Folgen für Menschen mit geringem Einkommen zum Thema werden.
Angesprochen haben Unternehmer auch die Sorge vor möglichen Cyberangriffen. „Das Digitalisierungsministerium, der Landesbetrieb Daten und Information, das Innenministerium und allen beteiligten Behörden stehen dazu in engem Austausch, legen besondere Aufmerksamkeit darauf und verstärken Maßnahmen zur Datensicherheit.“ Schweitzer bot Unternehmen und Verbänden an, sich jederzeit an das Digitalisierungsministerium wenden zu können, um konkrete Unterstützung und Verhaltensregeln anzufragen.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Landesvereinigung Unternehmerverbände sowie Industrie- und Handelskammern bedankten sich für die Initiative von Arbeitsminister Schweitzer, zum gemeinsamen Gespräch zu laden. „Wir werden zeitnah zu einem erneuten Austausch einladen und stehen eng an der Seite von Beschäftigten und Unternehmern“, betonte der Minister.
Region/Trier – Bischof Dr. Stephan Ackermann hat einem Priester des Bistums Trier wegen des Vorwurfs sexuellen Missbrauchs die Ausübung priesterlicher Dienste untersagt und ihn von seiner derzeitigen Tätigkeit in einer Pfarreiengemeinschaft freigestellt.
Das Bistum hat den Fall der Staatsanwaltschaft übergeben. Zudem wurde eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eröffnet. Diese ruht bis zum Abschluss des staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens. Der Vorwurf bezieht sich auf einen Zeitpunkt vor rund 13 Jahren. (JR)
Grün ist nicht gleich grün. Eine Blühwiese bietet deutliche bessere Voraussetzungen für die Artenvielfalt als ein reiner Zierrasen. Foto: Kreisverwaltung MYK
Region/Mayen-Koblenz – Im Landkreis und der Stadt darf es weiter summen und brummen. Seit 2019 steht das Projekt „Mehr als nur Grün“ für mehr Artenvielfalt im Landkreis Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz. Rund 40 Veranstaltungen haben seit dem Start über 3000 Teilnehmern wertvolle Tipps und Hinweise gegeben, wie man dem Klimawandel entgegentreten und für mehr Artenvielfalt sorgen kann. Nun gab es den Bewilligungsbescheid des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, der es ermöglicht, die Erfolgsgeschichte bis 2025 fortzusetzen.
„Die hohen Teilnehmerzahlen der ersten Projektrunde zeigen, dass bei vielen Menschen ein Bewusstsein, aber auch ein großer Informationsbedarf besteht, wenn es um das Thema Biodiversität geht“, sagt Lina Jaeger von der Integrierten Umweltberatung im Landkreis. „Und man darf nicht vergessen, dass ein Großteil des Projektes unter den Einschränkungen nur online durchgeführt werden konnte oder andere Veranstaltungen ganz abgesagt werden mussten. Die Resonanz ist dadurch noch höher einzustufen“, fügt Bernd Bodewing von der Stadtverwaltung Koblenz hinzu.
Die nun anstehende Projektfortführung ermöglicht neben der Vertiefung der allgemeinen Informations- und Netzwerkarbeit auch den Fokus auf zwei neue Themenschwerpunkte. So werden Friedhöfe hinsichtlich ihres Potenzials für mehr Biodiversität und Anpassung von Freiflächen an den Klimawandel betrachtet. Durch den zunehmenden Wandel der Bestattungskultur entstehen nämlich Flächen, die Natur und Mensch zum Verweilen zurückgegeben werden können. Beim zweiten Schwerpunkt, dem Außengelände von Kitas, geht es darum, diese naturnah zu gestalten und damit Bildungs- und Erfahrungsräume zu schaffen, die die kleinkindliche Entwicklung fördern und zudem Platz für mehr Artenvielfalt bieten.
Die Informationsangebote, wie Online-Vorträge, Workshops oder Exkursionen, die in den zurückliegenden Jahren ausreichend erprobt wurden, werden fortgeführt. Bereits Mitte März startet die nächste Online-Vortragsreihe, die sich mit einem Basis-Vortrag zum naturnahen Garten an Naturgarten-Neulinge richtet, aber auch mit Themen wie Gartenvögel, Kompost, Gartenteich oder dem richtigen Gehölzschnitt vertiefende Kenntnisse vermittelt.
Wer beim Thema Biodiversität stets auf dem Laufenden sein möchte, kann sich für den kostenfreien Newsletter mit einer E-Mail an biodiversitaet@kvmyk.de registrieren lassen. Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter www.mehr-als-nur-gruen.de, bei Lina Jaeger (lina.jaeger@kvmyk.de, 0261/108-417) von der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz oder Bernd Bodewing (bernd.bodewing@stadt.koblenz, 0261/129-1529) von der Stadtverwaltung Koblenz.
Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz aus den Mitteln der Aktion Grün.
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