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CHIO Aachen 2024 – Baumgürtels zweiter Streich im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung

Aachen – Es war ein kleines Déjà-Vu in der Kür um den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung für Junge Dressurreiter. Nicht nur Lana-Pinou Baumgürtel konnte ihren Spitzenplatz verteidigen. Auch dahinter bestätigten die Top drei ihre Form der ersten Prüfung.

Mit starken 77,375 Prozent setzte sich Lana-Pinou Baumgürtel auf ihrer Emma an die Spitze des Feldes im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung. Zweite wurde wie gehabt die Australierin Kate Kyros im Sattel von Intro K, heute mit 76,475 Prozent. Und an dritter Stelle fand sich erneut die Dänin Sophia Ludvigsen auf Touch of Olympic L wieder (75,470).

Baumgürtel, die am Tag ihres ersten Sieges hier in Aachen ihren 19. Geburtstag gefeiert hat, hatte schon auf dem Abreiteplatz ein super Gefühl. „Emma ist super drauf! Das ist das zweite Mal, dass wir die neue Kür auf dem Turnier reiten und es hat super geklappt. Ich bin sehr, sehr zufrieden.“

Riesig groß war auch die Freude bei der Familie der Zweitplatzierten, Kate Kyros. Dies ist ihre erste Saison in Europa und „Kür-Päpstin“ Katrina Wüst bei C gab ihr satte 82,20 Prozent in der künstlerischen Note, was sogar besser war als die Wertung der Siegerin. Und Richterkollege Cesar Torrente bei B sah die beiden nicht nur in der B-, sondern auch in der A-Note, der Wertung der technischen Ausführung an der Spitze. Also: Down Under vielleicht demnächst ganz oben.

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CHIO Aachen 2024 – Allianz-Preis an Ben Maher vor Vogel und Ward

Aachen – Für die Springreiter ist er einer der Highlights in der gesamten CHIO Aachen-Woche: der Allianz-Preis. Ben Maher sorgte am Samstag dafür, dass nach dem SAP-Cup am Mittag auch am Nachmittag der Union Jack gehisst werden konnte.

Die Siegerrunde des Allianz-Preises war den besten zehn Paaren des ersten Umlaufs vorbehalten. Gestartet wurde in umgekehrter Reihenfolge der Ergebnisse, der beste Reiter aus Runde eins war also letzter in Runde zwei. Und das war Richard Vogel, wohl mittlerweile der Angstgegner für sämtliche Springreiter.

Der US-Amerikaner McLain Ward und Callas hatten in 37,01 Sekunden die Pole Position erobert, als Ben Maher und Exit Remo in den Parcours kamen. Maher war erfolgshungrig. „Die Pferde sind bislang eigentlich gut gesprungen, aber in den großen Prüfungen hatte ich Abwürfe. Die Besitzer meiner Pferde sind hier, von daher wollte ich mein Bestes geben, um einen Sieg zu holen.“ Mit dieser Einstellung gelang es ihm, seinen 15-jährigen KWPN-Wallach (der übrigens dieselbe Mutter hat, wie das 2016er Olympia-Dressurpferd Vancouver K von Judy Reynolds/IRL) fehlerfrei und schneller als Ward über den Kurs zu reiten. Bei 36,54 Sekunden stoppte die Uhr, neue Führung. Jetzt konnte Maher nur noch warten und hoffen, dass es reichen würde. Das hat funktioniert.

Richard Vogel hatte Cydello für den Allianz-Preis gesattelt, den zehnjährigen Hannoveraner Cascadello-Sohn, den man inzwischen wohl als Vogels Drittpferd hinter United Touch S und Cepano Baloubet bezeichnen kann. Allein diese Woche in Aachen war er schon zweimal Zweiter. Heute gab es in fehlerfreien in 36,90 Sekunden die dritte silberne Schleife. McLain Ward und Callas wurden Dritte, während Ben Maher sich freuen konnte, sein Ziel erreicht zu haben.

So ganz einfach sei das allerdings nicht gewesen: „Normalerweise hat Exit Remo einen sehr großen Galoppsprung. Aber schon als ich den ersten Sprung angeritten bin, merkte ich, dass er nicht wirklich so schnell sein wollte, wie ich es sein wollte. Danach war alles Drücken. Das war ehrlich gesagt kein sehr gutes Gefühl. Aber vor dem zweiten Sprung habe ich abrupt gewendet, was eigentlich gar nicht der Plan war. Doch manchmal stellt sich das Unerwartete als Vorteil heraus. Ich denke, da habe ich den Zeitvorteil gegenüber Platz zwei herausgeholt.“ Aus Mahers Sicht ein besonderer Erfolg: „Wenn man in Aachen für eine Prüfung wie diese einreitet, hat das den Stellenwert wie anderswo der Große Preis. Für mich, meine Besitzer, meine Familie – alle sind hier – also ganz toll!“ Aber noch ist die Woche ja nicht rum. „Ich hoffe, dass es morgen ebenso endet“, stellte er in Aussicht.

Was sowohl Richard Vogel als auch McLain Ward natürlich gerne vereiteln würden. Vogels Plan für morgen im Großen Preis, für den er sein designiertes Olympiapferd United Touch S satteln wird: „auf dem Podium bleiben“. Ward wird Ilex satteln, ein Pferd, das er noch nicht so lange hat, aber ein „big Jumper“, wie er sagt. „Und ich denke ein Pferd, das Mr. Vogels Galoppsprung erreicht“, scherzte er in Anspielung auf den Riesengalopp von Vogels United Touch S.

Birgit Rosenberg brachte es in der Pressekonferenz auf den Punkt: „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir uns morgen in der gleichen Konstellation wiedersehen würden.“

Im Rahmen der Siegerehrung wurde bekanntgegeben, dass die Allianz Deutschland und der CHIO Aachen ihre Partnerschaft ausbauen und auch in Zukunft gemeinsame Wege beschreiten.

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CHIO Aachen 2024 – Sieg und persönliche Bestleistung für Werth und Wendy im MEGGLE-Preis

Aachen – Nach dem Grand Prix sicherte sich Isabell Werth auch den Grand Prix Spécial um den MEGGLE-Preis beim CHIO Aachen 2024 – und hat zudem gezeigt, dass sie auch als Mentaltrainerin einen guten Job macht.

Mit 78,085 Prozent setzten sich Isabell Werth und Wendy de Fontaine klar an die Spitze des Grand Prix Spécial um den MEGGLE-Preis. Das ist ein neues persönliches Bestergebnis für die zehnjährige dänische Sezuan-Tochter in ihrem vierten Spécial mit Werth. Die beiden dahinter platzierten Paare trennte gerade mal ein halber Punkt. Das Kopf-an-Kopf-Rennen im Deutsche Bank Stadion endete zugunsten der Niederländerin Dinja van Liere im Sattel ihres Newcomers Vita de Lusso, die sich mit 76,872 Prozent vor Frederic Wandres und Bluetooth setzten, für die es 76,851 Prozent wurden. In Punkten: 1806,50 zu 1806 Zählern. Knapper geht es nicht.

Isabell Werth zu ihrem Reitgefühl heute: „Ich muss wirklich sagen, Wendy war fantastisch. Wir wachsen täglich mehr zusammen. Das kann man sehen, das kann man fühlen. Dieses Pferd zu reiten, ist ein Vergnügen. Sie will immer ihr ihr Bestes geben. Heute fühlte es sich sehr harmonisch an und ich habe den Eindruck, dass wir immer mehr zu einer Einheit werden.“

Dinja van Lierens Vita de Lusso ist noch jünger als Wendy, erst neunjährig. Seit drei Jahren hat Dinja van Liere ihn unter dem Sattel. Dies ist seine erste Grand Prix-Saison und eigentlich hatte sie das Turnier nach Platz vier im Grand Prix um den Preis der Familie Tesch schon abbrechen wollen, weil sie das Gefühl hatte, viel besser könne es nicht mehr werden. Aber: „Mein Pferd hat mich heute umgehauen. Er entwickelt sich so schnell. Heute war er noch mal viel besser als Donnerstag. Er hat mir wirklich Gänsehaut beschert.“ Auch er sei ein Pferd, das sich durch seinen Arbeitswillen und seine Gehfreude auszeichne. Beides könne sie mehr und mehr für sich nutzen: „Er entspannt sich immer mehr im Viereck, so dass ich zum Reiten komme und ihn nicht immer nur zurückhalten muss. Ich bin einfach unglaublich stolz, auch darauf, dass ich mich hier zwischen den starken Deutschen nach oben kämpfen konnte.“

Frederic Wandres war ebenfalls hoch zufrieden mit seinem Ritt auf Bluetooth. Für ihn sei dieses Turnier vor allem mental eine Herausforderung. Und heute sei der Druck besonders groß gewesen. „Es ging nicht nur darum, die Richter hier zu überzeugen, sondern auch den Dressurausschuss, der das Team für Olympia zusammenstellt“, erklärte er. Der CHIO Aachen ist nämlich die finale Sichtung für der Nominierung für die Spiele 2024 in Paris. Wandres weiter: „Bei manchen Turnieren ist man im Flow und man kann das von Anfang bis Ende mitnehmen. Aber bei diesem Turnier hatte ich mit Duke (of Britain, seinem zweiten Grand Prix-Pferd) Fehler und die habe ich dann auf Bluetooth mitgenommen. Das hat mich ein bisschen aus der Bahn geworfen. Normalerweise ist es meine Stärke, konstant fehlerfreie Prüfungen abzuliefern. Da habe ich ein bisschen das Selbstvertrauen verloren.“ Geholfen habe ihm Isabell Werth mit drei Worten: „Reiß dich zusammen!“ Hat funktioniert.

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CHIO Aachen 2024 – Wahr gewordene Träume im SAP-Cup, Triumph der Briten im Nationenpreis

Aachen – Reiter, die sich in die Arme fielen, Besitzer, die in Tränen ausbrachen und ein Kursdesigner, der sich wohl am liebsten ganz still aus Aachen verabschiedet hätte. Aber da hatte er die Rechnung ohne die Reiter gemacht. Fazit eines ganz besonderen SAP-Cups beim CHIO Aachen 2024.

Olympiasiegerin Julia Krajewski und ihr Newcomer Nickel sind die Sieger des SAP-Cups 2024 mit 30,3 Minuspunkten. Platz zwei ging an U25-Nachwuchsstar Calvin Böckmann mit The Phantom Of The Opera. Letztere beendeten mit ihrem Dressurergebnis von 30,9 Minuspunkten. EQuiRatings powered by SAP hatte vor der Prüfung ausgerechnet: bei 420 Starts in den letzten Jahren gelang es nur 20 Paaren, die Prüfung mit Dressurergebnis zu beenden. Dieses Jahr kamen noch zwei hinzu, neben Calvin der Australier Christopher Burton mit Clever Louis, die am Ende Vierte wurden. Zwischen die beiden Deutschen und den Stilist von Down-Under schob sich Laura Collett auf Dacapo als beste Reiterin des Siegerteams Großbritannien.

In der Nationenpreiswertung setzten die Briten sich mit 112,8 Minuspunkten gegen die Vertreter des Partnerlandes USA durch (123,7) sowie gegen die Iren (138,0). Die deutsche Mannschaft belegte Rang vier (147,5).

Soweit die Fakten. Dass die Briten den Nationenpreis gewonnen haben – übrigens zum vierten Mal nach 2011, 2021 und 2022 –, ist nicht weiter verwunderlich. Das Mutterland der Vielseitigkeit ist immer für einen Sieg gut. Der Ausgang der Einzelwertung war schon überraschender. Fairerweise muss man sagen, dass drei deutsche Paare – die nach Dressur und Springen führenden Michael Jung auf Chipmunk, der in der Zwischenwertung Drittplatzierte Christoph Wahler sowie die Sieger von 2022, Sandra Auffarth mit Viamant du Matz – mit Blick auf die Olympischen Spiele gar nicht erst versucht haben, ihre Positionen zu halten. Michael Jung musste gar nicht im Cross antreten. Sandra Auffarth und Christoph Wahler durften vorzeitig abbrechen.

Julia Krajewski und der zehnjährige Holsteiner Numero Uno-Sohn Nickel gingen als Führende ins Gelände, nachdem Michael Jung und Chipmunk Dispens hatten. Sie lieferten eine sichere Runde, hatten lediglich 6,4 Zeitfehler auf dem Konto und konnten Rang eins halten. Sie waren allerdings schon achtes Paar im Cross gewesen, die Prüfung lief noch gute zwei Stunden und nach ihnen waren noch drei starke Paare dran. Der Gedanke an einen potenziellen Sieg war also noch weit weg. Zufrieden war sie aber schon da, vor allem mit Nickel: „Ich denke, das ist ein Pferd, der kann auf jeden Fall Aachen gewinnen. Wenn nicht dieses Jahr, dann ein anderes“, so Krajewski. Ein „Kumpel“ sei Nickel, einer der „immer versucht, die gestellte Aufgabe zu lösen“. Später berichtete sie, vor ihrem Ritt ein Foto von der Siegertafel neben dem Einritt gemacht zu haben. „Ich dachte, wie cool wäre es, meinen Namen hier nochmal stehen zu sehen?“ Denn 2018 hatte sie Michael Jungs Chipmunk in der Soers zum Sieg geritten. Aber dass es so schnell gehen würde, kam dann doch überraschend. „Ich habe leider recht früh ein Eisen verloren. Der Boden ist gut und das Pferd ist ausbalanciert, aber das habe ich hier und da in den engeren Wendungen gemerkt und befürchte, dass mich das die drei, vier Sekunden gekostet hat, die jetzt fehlen“, sagte sie noch direkt nach ihrem Ritt.

Die Spannung stieg, als sich die Vorbeiläufer im Laufe des Vormittags häuften und Krajewski und Böckmann immer weiter nach vorne rutschten im Ranking. Und als die zuvor vor ihnen rangierte Britin Emily King mit Valmy Biats als letzte Starterin des Geländes heile und gesund, aber mit 4,8 Zeitfehlern ihren Job getan hatte und damit klar war, dass Krajewski gewonnen hatte und Böckmann Zweiter war, gab es im Zielbereich des SAP-Cups 2024 kein Halten mehr. Siegerin und Zweitplatzierter fielen sich in die Arme und wurden von einem Gratulanten an den nächsten weitergereicht. Der letzte in der langen Schlange war Nickels Besitzer, dem die Tränen der Freude übers Gesicht liefen.

Krajewski: „Aachen zu gewinnen, ist natürlich ganz, ganz besonders. Es ist fast wie ein Championat. Da ist so viel zwischen der Hoffnung zu gewinnen und dann dem tatsächlichen Sieg. Ich zählte nicht zu den Favoriten, was es umso schöner macht, wenn es eine Überraschung ist. Ich kann noch gar nicht richtig glauben, dass das tatsächlich passiert ist.“

Calvin Böckmann sagte nach seinem Ritt auf die Frage, wie er es geschafft hat, in die Zeit zu reiten: „Ich glaube, das Pferd und ich sind über die letzten zweieinhalb Jahren unheimlich zusammengewachsen. Wir waren Anfang des Jahres ja in Amerika (beim CCI5*-L in Kentucky) für unsere erste Fünf-Sterne-Prüfung und ich habe das Gefühl, das hat uns beide einfach noch mehr zusammengeschweißt. Ich vertraue ihm blind, er vertraut mir blind. Dann macht es das einfach möglich, dass man hier und da die erste Distanz nimmt, die Wendungen enger nimmt und das hat uns sehr gut in die Karten gespielt.“ Da ahnte er noch nicht, dass er Zweiter in Aachen werden würde. Und so richtig glauben konnte er es auch immer noch nicht, als er danach gefragt wurde: „Ich habe all meine Freunde angerufen und sie sagten, das sei wirklich verrückt. Das ist das besonderste Turnier, das wir haben in Deutschland und die Atmosphäre ist unglaublich!“

Dem konnte die drittplatzierte Laura Collett nur beipflichten: „Alles hier ist so besonders, die Atmosphäre, die Zuschauer und nirgendwo auf der Welt springen wir in einem Stadion wie diesem.“ Ihr Eindruck der Strecke: „Das war ein Go-Cart Kurs, ein Hindernis folgt aufs nächste. Die Strecken in Aachen sind immer anspruchsvoll.“

Der Mann, der seit Jahr und Tag für die Kurse in Aachen verantwortet, könnte sich nach dem heutigen Tag einmal mehr auf die Schulter klopfen. Aber da das nicht seine Art ist, haben das andere für ihn gemacht. Es war die letzte Strecke, die Rüdiger Schwarz gebaut hat und die Dankbarkeit war von Seiten der Turnierleitung wie auch der Reiter gleichermaßen groß. CHIO Aachen-Sportchefin Birgit Rosenberg sagte: „Rüdiger Schwarz hat einen so fantastischen Job über die letzten Jahre gemacht und es war immer ein Vergnügen, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er tut immer das Beste für die Pferde und das Beste für den Sport.“

Dem konnte Julia Krajewski, die lange Zeit auch von Rüdiger Schwarz trainiert worden war, nur beipflichten: „Als wir abgegangen sind, gab es Leute die sagten, der Kurs sei einfacher, als sonst. Aber er war perfekt gebaut. Wir hatten „Missed flags“, „MIMs“ und Vorbeiläufer. Man musste intelligent reiten und seinen Kopf benutzen. Rüdiger hat geprägt, wie Gelände geritten wird und wie Gelände aufgebaut wird.“

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Alemannia Aachen-Flagge zur Erinnerung an Aufstieg

Aachen – Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hat am gestrigen Freitag, 5. Juli, gemeinsam mit Stadtdirektorin Annekathrin Grehling eine unterschriebene Flagge an den Geschäftsführer der Alemannia Aachen, Sascha Eller, überreicht. Die Alemannia-Flagge soll an den Aufstieg in die 3. Bundesliga und den Gewinn des Fußball-Verband Mittelrhein Pokals erinnern.

Beim offiziellen Empfang im Rathaus des Aufstiegteams der Alemannia am 26. Mai wurde die große Alemannia-Flagge vom gesamten Kader der Alemannia, der Oberbürgermeisterin und den anwesenden Beigeordneten und Ratsleuten unterschrieben. Ratsleute, die am Empfang nicht teilnehmen konnten, haben in der letzten Ratssitzung, 26. Juni, ihre Unterschrift nachgeholt, so dass die Flagge jetzt an Alemannia Aachen übergeben werden konnte.

 

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CHIO Aachen 2024 – Lady Gaga, Tom Cruise und die Freiheitsstatue – tolle Quadrillen im Preis des Handwerks!

Aachen – Keine Frage, die USA, das CHIO Aachen-Partnerland 2024, haben die Teilnehmer am diesjährigen Quadrillenchampionat künstlerisch inspiriert. Aber gekickt wurde auch!

Liebevoll gestaltete Kostüme, ausgefeilte Choreografien und eine Musikauswahl, die von Pop über Country bis hin zur Fußballhymne reichte – den Zuschauern, die sich gestern Abend für das Quadrillen Championat um den Preis des Handwerks statt fürs Fußball EM-Viertelfinale entschieden hatten, wurde einiges geboten. Die Vorstellungen der sechs Mannschaften waren ebenso hochklassig wie das Richterkollegium, das sie zu beurteilen hatte: Die Championats-Richter Katrina Wüst, Henning Lehrmann und Susanne Baarup zeigten sich begeistert von der Kreativität der Teilnehmer.

Voll des Lobes war das Richtertrio schon für die erste Quadrille, die des Kreisverbands Mettmann unter der Leitung von Mannschaftsführerin Elke Buddenberg. Vera Haug auf Tenterhofs Hofmeister, Christina Konings mit Milady N, Emely Schermuck auf Glenn Flanell sowie Lisa Malin Schöning auf Berney lieferten ab. Katrina Wüst hob besonders das Gerittensein der Pferde hervor und die pferdegerechte Abwechslung in der Choreografie. Das gab Höchstnoten, 90 Prozent in Summe.

Mettmann hielt die Führung bis zum Schluss. Aber als letztes Team kamen die Vorjahressieger in das Deutsche Bank Stadion, der Kreisverband Bergisch Land unter Mannschaftsführerin Norma Frerck, die stilecht verkleidet als Freiheitsstatue und zu „Hit the Road Jack“ tanzten, so dass Ray Charles seine Freude gehabt hätte. Und die Mannschaftsführerin hatte allen Grund, ihre Flamme hochzuhalten, denn ihre vier Reiterinnen lieferten ein Programm nach Maß ab, bei dem alles klappte. Stefanie Haase mit Chestnut K, Nicola Heynen auf Livius, Heike Holtkamp im Sattel von Sambuko und Ramona Müller mit Dr. Mo agierten synchron und die Pferde zeigten sich gehorsam. „Wer es schafft, eine Freiheitsstatue zum Rocken zu bringen, der hat schon viel geschafft“, fasste eine begeisterte Katrina Wüst zusammen, lobte die Linienführung und vor allem die Durchlässigkeit der Pferde und verkündete dann die Bewertung: satte 93 Prozent und damit der zweite Sieg in Folge im Preis des Handwerks für den Kreisverband Bergisch Land.

Über den dritten Platz konnte sich mit 85 Prozent der Kreisverband Neuss freuen, vorgestellt von Anja Mede. Hier ritten Janina Lichtenberg mit Fahrenheit’s petite fleur, Anke Roeb auf First Silvano, Sabrina Stocks mit Sir Bernstein und Letizia Vogler auf Fille d’amour.

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CHIO Aachen 2024 – Charlotte Fry und Glamourdale eine Klasse für sich im Preis der Soers

Aachen – Man muss es so sagen, die Doppel-Weltmeister aus Großbritannien, Charlotte Fry und Glamourale, haben ihre Konkurrenten geradezu deklassiert im Preis der Soers, dem Grand Prix Spécial der CDI4*-Tour.

Nach ihrem Triumph im Grand Prix knackten Charlotte Fry und Glamourdale auch im Grand Prix Spécial um den Preis der Soers die 80 Prozent-Marke. 80,107 Prozent wurden es, mit denen die zweifachen Weltmeister von Herning 2022 Isabell Werth mit Quantaz (75,0) und Frederic Wandres auf Duke of Britain (73,128) auf die Plätze verwiesen.

Die Vorstellung von Fry und Glamourdale war eine mit Wow-Effekt – auch wenn sich vor und in der Rechtspirouette teure Fehler einschlichen. Erst sprang Glamourdale einmal um, dann verlor er in der Pirouette die Balance und musste sich herausstemmen. Aber danach hatte Fry ihn wieder bei sich. Das Raunen der Zuschauer bis dahin und das mitfühlende Aufstöhnen, als es passiert war, sagten alles: Das war eine Vorstellung, die niemanden kalt gelassen hat. „Ehrlich gesagt, das war eines der tollsten Gefühle, die er mir je gegeben hat in einer Prüfung“, strahlte Charlotte „Lottie“ Fry. Für den Fehler hatte sie eine plausible Erklärung: „Ich war so begeistert von meiner Linkspirouette, dass ich irgendwie vergessen habe, den Rest der Mittellinie zu reiten. Es war also mein eigener Fehler. Aber in den übrigen Teilen der Aufgabe war er so bei mir und hatte so viel Go und so viel Spaß da drin. Das war das beste Gefühl, das ich mir vor Paris hätte wünschen können.“ Paris – hier spielt Fry auf die Olympischen Spiele an, für die sie und Glamourdale als Vertreter Großbritanniens bereits gesetzt sind.

Glamourdale hat nun für den Rest der Woche frei. Heute geht es für Charlotte Fry mit ihrem zweiten Pferd Especial im Grand Prix Spécial um den MEGGLE-Preis weiter.

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CHIO Aachen 2024: Geburtstagsgeschenk für Lana-Pinou Baumgürtel im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung

Aachen – Kann man sich einen schöneren Geburtstag vorstellen, als ein Sieg beim ersten Auftritt in Aachen zu feiern und das auch noch im ersten Jahr auf S-Niveau? Für Lana-Pinou Baumgürtel wurde das gestern Wirklichkeit im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung.

Im Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung für Junge Reiter wird zunächst die FEI-Einzelaufgabe für die Altersklasse U21 geritten und morgen eine Kür. Für Lana-Pinou Baumgürtel ist es nicht nur das erste Jahr in Aachen, es ist auch ihre erste Saison im Junge Reiter-Lager. Allerdings hat sie mit ihrer Stute Emma schon EM-Medaillen in allen Farben bei den Junioren gewonnen. Die beiden sind schon lange ein Team. „Wir haben Emma jung gekauft. Sie war vorher Zuchtstute und ich habe sie mit meiner Trainerin zusammen ausgebildet.“ Und das offensichtlich mit Erfolg. 70,823 Prozent gaben die Richter, das Bestergebnis des heutigen Tages. Und das zum 19. Geburtstag. „Ich freue mich überhaupt hier zu sein und hier starten zu dürfen. Und dass wir jetzt gewinnen konnten, ist natürlich sehr sehr toll“, so Lana-Pinou.

Das einzige weitere Paar, das über 70 Prozent kam, waren Kate Kyros und Intro K. Hierzulande dürfte Kyros wenig bekannt sein. Das ist nicht verwunderlich. Die 18-Jährige kommt aus Australien und dies ist ihre erste Saison in Europa. Dementsprechend war auch sie zum ersten Mal im Deutsche Bank Stadion im Einsatz. 70,176 Prozent erhielt sie für die Vorstellung auf ihrem Apache-Sohn Intro K.

Rang drei sicherte sich mit 69,765 Prozent ein in Europa gut bekanntes Nachwuchstalent aus Dänemark: die aktuelle U21-Mannschaftseuropameisterin Sophia Ludvigsen (21) im Sattel von Blue Hors Touch of Olympic L. Für Sophia ist es ihr letztes Junge Reiter-Jahr, aber sie reitet parallel auch schon Grand Prix. Für sie ist es ebenfalls der erste Aachen-Start. Ihr Pferd, Blue Hors Touch of Olympic L, kennt das Deutsche Bank Stadion allerdings bereits von den Auftritten dort mit seiner Ausbilderin Nanna Skodborg Merrald. Mit ihr war er letztes Jahr in der kleinen Tour platziert gewesen. Zuvor hatte er schon Silber bei Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde mit ihr gewonnen.

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CHIO Aachen 2024 – Richard Vogel und der phänomenale Phenyo im Feinkost Käfer-Preis

Aachen – Die Jagdspringprüfung über Gräben und Wälle zählt zu den Klassikern beim CHIO Aachen. Schon nach dem Sieg im Preis des Handwerks mit Phenyo van het Keyserbos hatte Richard Vogel angekündigt, diese Prüfung um den Feinkost Käfer-Preis liege seinem Pferd. Er sollte Recht behalten.

Cian O’Connor als Ire auf einem Pferd namens Fox Chapel – das klang nach einer vielversprechenden Kombination für den Feinkost Käfer-Preis, der Jagdspringprüfung über Gräben und Wälle und tatsächlich gingen die beiden zwischenzeitlich in Führung. Doch als letztes Paar ließen Richard Vogel und Phenyo van het Keyserbos nichts anbrennen und rollten das Feld von hinten auf. Sie nahmen O’Connor und seiner Selle Français-Stute ziemlich genau drei Sekunden ab, quasi eine Ewigkeit, wenn es gegen die Uhr geht. Schon im Preis des Handwerks hatte Vogel von der „Grundschnelligkeit“ seines neunjährigen Wallachs geschwärmt. Diese machte sich auch heute bezahlt. Cian O’Connor musste mit Rang zwei Vorlieb nehmen. An dritter Stelle reihte sich mit 0,12 Sekunden Abstand Philip Rüping im Sattel von For Dilando PS ein.

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CHIO Aachen 2024 – Martin Fuchs holt im RWE Preis von Nordrhein-Westfalen seinen ersten Aachen-Einzelsieg

Aachen – In all den Jahren, die der Schweizer Martin Fuchs nun hier in Aachen am Start ist, hat er es nie geschafft, eine goldene Schleife in einer der anderen Hauptprüfungen zu ergattern. Gestern im RWE Preis von Nordrhein-Westfalen war es endlich so weit.

Aachens Parcourschef Frank Rothenberger hatte die Crème de la Crème des Springsports vor knifflige Aufgaben gestellt im RWE Preis von Nordrhein-Westfalen. Am Ende waren es zehn Paare, die den Einzug ins Stechen schafften. Martin Fuchs und sein Hannoveraner Wallach Commissar Pezi (v. Lord Pezi) waren gleich zweites Paar gegen die Uhr, nachdem Daniel Deußer und Gangster v.h. Noddevelt die Messlatte mit fehlerfreien 45,22 Sekunden hoch gehängt hatten. Doch Fuchs und Commissar Pezi nahmen ihnen noch einmal fast zwei Sekunden ab. „Es war gut, dass ich Daniels Ritt sehen konnte. Er hat an ein paar Stellen Galoppsprünge ausgelassen, wo ich mir unsicher war. Aber mein Pferd hat die Hindernisse heute wirklich gesucht.“ Ergebnis: null Fehler, 43,06 Sekunden. Super Zeit, aber gut genug? „Ich wusste nicht, ob es reichen würde bei einem Starterfeld wie dem hier …“, so Fuchs zu seiner Gemütslage in dem Moment.

Das erste Mal zittern musste er zwei Paare später bei den beiden Deutschen Meistern, Patrick Stühlmeyer und Drako de Maugre. Der Kannan-Sohn ist in Spitzenform (das waren heute Nullrunde vier und fünf der Aachen-Woche) und Stühlmeyer steuerte ihn schnell und geschmeidig durch den Stechparcours. Doch es reichte nicht. Bei 44,52 Sekunden stoppte die Uhr. Vorläufig Rang zwei.

Natalie Dean aus dem Partnerland USA und Acota M waren das einzige Paar, der ebenfalls unter 44 Sekunden blieb, doch die beiden hatten einen Abwurf. Irlands Nationenpreissieger von gestern, Denis Lynch, fand nicht recht den Rhythmus mit Cordial: vier Fehler und weit weg von der Siegerzeit.

Dann erklang die Startglocke für Lorenzo de Luca mit Denver de Talma. Sportlich war es seit einer Weile stiller geworden um den Italiener. Mit Denver de Talma hat er nun wieder ein Pferd für die ganz großen Aufgaben. Das demonstrierten die beiden in 44,35 Sekunden, genau zwei Zehntelsekunden weniger als Stühlmeyer und Drako de Maugre. Die beiden nachfolgenden Paare, Janika Sprunger auf Orelie und Kevin Staut mit Dialou Blue PS, hatten nach Abwürfen mit der Entscheidung nichts mehr zu tun. So blieb es bei der Rangierung: Martin Fuchs vor Lorenzo de Luca vor Patrick Stühlmeyer. Und Daniel Deußer konnte sich über Rang vier freuen.

„Das war ein perfekter Nachmittag“, brachte Martin Fuchs es auf den Punkt. „Beim besten Turnier der Welt vor so einem fantastischen Publikum ist dieser Sieg natürlich ein wunderbares Gefühl.“

Dem konnte Lorenzo de Luca nur beipflichten. „Es ist super, hier auf dem Podium zu sein. Seit vergangenem Jahr habe ich versucht, einen Startplatz für dieses Jahr zu bekommen. Danke, dass ich hier sein darf!“

Patrick Stühlmeyer erklärte: „Nach der Deutschen Meisterschaft ist der dritte Platz natürlich ein super Erfolg für mich. Hier vor ausverkauftem Haus reiten zu dürfen, ist schon phänomenal!“ Er hat aber auch das nächste Ziel schon wieder vor Augen: „Wir schauen hoffnungsvoll auf Sonntag.“

Daniel Deußer sprach von seinem Pferd, Gangster van het Noddevelt, den er im Dezember vergangenen Jahres übernommen hat: „Er ist auch ein bisschen so wie er heißt – ein Gangster. Aber ich bin sehr froh, wie er sich in einem großen Stadion wie diesem anfühlt.“ Ob er eines Tages in Killer Queens Hufspuren treten und den Rolex Grand Prix gewinnen könnte? „Ich bin sicher, er wird vielleicht eines Tages einen Großen Preis wie diesen am Sonntag gewinnen.“