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CHIO Aachen 2024 – Nachgerückt und durchgestartet – André Thieme siegt im Rolex Grand Prix 2024

Aachen – Was für ein Rolex Grand Prix, was für ein Finale für den CHIO Aachen 2024! Eigentlich war André Thieme gar nicht qualifiziert für die Teilnahme am Highlight des Wochenendes. Samstagabend erfuhr er, dass er nachrücken kann. Sonntagnachmittag erfüllte seine große Pferde-Liebe Chakaria ihm einen Lebenstraum.

Der Weg dahin war allerdings kein leichter. Der Mercedes-Benz Nationenpreis sei eine Enttäuschung für ihn gewesen, so Thieme. Sein Pferd in Topform, trotzdem je ein Abwurf in beiden Umläufen. Damit schienen gleich zwei Träume geplatzt: der von der Teilnahme am Rolex Grand Prix, weil er nicht qualifiziert war, und auch der von den Olympischen Spielen in Paris. Damit, Nummer fünf für Olympia zu sein, habe er sich abgefunden, so Thieme. Was das andere angeht – Thieme konnte nachrücken auf die Liste der besten 40, die beim Highlight im Parcours an den Start gehen dürfen. Und da das Thema Olympia vom Tisch war, habe er auch seine Lockerheit zurückgewonnen, erzählte Thieme weiter – „das eine oder andere Bier hat auch geholfen“ – und zitiert seine Frau: „Sie hat gesagt: Jetzt geh los und hol uns ein bisschen Geld rein!‘“ Als guter Ehemann, der seine Chakaria genauso liebe wie seine Frau, tat er wie ihm geheißen.

Nach zwei Umläufen blieben nur noch vier Anwärter auf die 500.000 Euro Preisgeld und den Sieg im Rolex Grand Prix übrig. Eröffnet wurde das Stechen von McLain Ward, USA. Er habe Ilex noch nicht lange, aber der sei ein „big Jumper“ hatte Ward schon am Vortag berichtet. Das demonstrierte der elfjährige KWPN-Wallach v. Baltic VDL eindrucksvoll und sprang zum dritten Mal null. Die Zeit schien allerdings schlagbar zu sein: 41,02 Sekunden.

Martin Fuchs und Leone Jei waren schneller, hatten aber einen Abwurf, was letztlich Rang vier bedeutete. Dann kamen Thieme und Chakaria. Die Stute machte schon in den ersten beiden Umläufen den Eindruck, als habe sie nicht vor, heute einen Fehler zu machen. Und auch im Stechen lieferte sie ab: fehlerfrei, 39,77 Sekunden, schneller als Ward, neue Führung. Dabei habe es sich erst einmal gar nicht so angefühlt: „Nach der Kombination dachte ich, ich bin hinter McLain und ich habe nur noch diese beiden Sprünge, ich muss es versuchen. Also bin ich vor dem Oxer wirklich kurz rum und das hat perfekt geklappt. Ich weiß nicht, wie viele Galoppsprünge ich auf den letzten gemacht habe. Es fühlte sich so an, als kämen wir nie an. Aber irgendwie haben wir es an den letzten beiden Sprüngen rausgeritten.“ Etwas, woran auch Steve Guerdat einen Anteil habe: „Ich muss Steve danken. Er hat gesagt, meine Stute springe heute so fantastisch, heute könne ich es versuchen.“ An seinen Rat, bei den Distanzen jeweils einen Galoppsprung weniger zu machen, hatte er sich dann aber doch nicht herangetraut.

Dann gingen als letztes Paar im Stechen Richard Vogel und United Touch S in den Parcours. Die Zuschauer skandierten Vogels Namen. Er hatte sich in dieser Woche in ihre Herzen geritten. United Touch breitete seine Flügel aus und segelte durch die Soers. Blitzschnell und fehlerfrei bis zum letzten Hindernis. Er war schon halb drüber über den grün-gelben Rolex-Steilsprung. Doch dann berührte er mit einem Hinterhuf ganz leicht die Stange und sie fiel. Vogel hatte die Faust schon in die Luft gereckt, als er registrierte, was passiert war. Aus der Traum, Rang drei für ihn. Und Sieg für André Thieme mit Chakaria vor McLain Ward und Ilex.

Thieme: „Ich hatte schon vorher emotionale Momente mit Chakaria. Aber hier in Aachen ist es nochmal etwas anderes – vor zwei Jahren, als wir hier den Mercedes-Benz Nationenpreis gewonnen haben und ich als letzter Reiter null bleiben musste. Aber der Rolex Grand Prix in Aachen, das ist der Lebenstraum eines jeden Reiters. Die meisten kommen nicht mal in die Nähe. Wäre ich zwei Jahre älter, würde ich wahrscheinlich sagen, jetzt höre ich auf.“ Aber das ist er ja zum Glück nicht. Und nach diesem Sieg geht seine ganz persönliche Rolex Grand Slam-Reise los. Denn nun ist er der Anwärter auf den Rolex Grand Slam of Show Jumping.

McLain Ward scherzte: „Heute morgen dachte ich, wenn ich vor Richi bin, ist es gut genug und nun bin ich wieder Zweiter.“ Wo er die Zeit verloren hat, wusste er: „Im Nachhinein hätte ich ganz locker acht statt neun Galoppsprünge machen können.“ Dennoch war er zufrieden: „Mein Pferd ist in der letzten Runde besser gesprungen als in der ersten. André ist ein großes Risiko eingegangen und das hat sich ausgezahlt. Es war großartiger Sport!“

Das sah auch Richard Vogel so, der die Möglichkeit nutzte, um sich bei seinem gesamten Team zu bedanken. Diese Woche sei mehr ihr Verdienst als seiner. „Das war die Woche meines Lebens. Ich weiß nicht, ob ich das hier in Aachen noch einmal erleben werde.“ Was den Ausgang des heutigen Springens angeht: „Ich bin meinen Plan fürs Stechen mit McLain noch mal durchgegangen. Vor dem letzten Hindernis dachte ich, ich könnte ihn noch einmal durchatmen lassen. Die Zeit war gut. Dann ist mein Pferd vorne über das Hindernis gesprungen, aber hinten nicht. Ich war sicher, das Glück ist auf meiner Seite, aber dem war nicht so.“ Trotzdem: „Es war eine fantastische Woche und ich bin glücklich mit meinem Pferd, das drei unglaubliche Runden gesprungen ist.“ Dass das Publikum dann sogar noch seinen Namen skandiert hat, war quasi die Kirsche auf der Torte: „Aachen ist das beste Turnier der Welt. Hier zu sein und zu wissen, dass die Zuschauer hinter einem stehen, gibt einem Rückenwind. Ein tolles Gefühl!“

CHIO Aachen-Sportchefin Birgit Rosenberg bedankte sich zunächst bei Sponsor Rolex für inzwischen 25 Jahre Partnerschaft. Ihr Fazit zum CHIO Aachen 2024: „Wir haben unglaublichen, atemberaubenden Sport erlebt. Wie ich schon nach der Dressur gesagt habe, wir können nur die Bühne bereiten. Aber ihr habt uns alles zurückgegeben mit super Ritten und großartigem Sport über die ganze Woche. Es war ein super Publikum, eine fantastische Atmosphäre in den voll besetzten Stadien. Wir hatten eine absolute Rekordzahl an Zuschauern: 370.000. Der Pferdesport ist sehr lebendig hier in Aachen.“

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CHIO Aachen 2024 – Werth und Wendy sorgen für Gänsehaut-Momente im Lindt-Preis

Aachen – 14-mal schon konnte Isabell Werth sich auf ihrer „Lieblingstafel“ verewigen, der neben dem Einritt ins Hauptstadion der Soers. Dass ihr 15. Sieg in der Grand Prix Kür, dem Lindt-Preis, ein ganz besonderer ist, liegt unter anderem an ihrer neuen vierbeinigen Tanzpartnerin Wendy.

„Normalerweise ruft das Deutsche Bank Stadion immer beim Springen an, dass wir zu laut sind. Aber diesmal war es bei der Dressur auch ganz schön laut”, stellte CHIO Aachen-Sportchefin Birgit Rosenberg mit Seitenblick auf die drei Erstplatzierten im Lindt-Preis, der Grand Prix-Kür am Sonntagmorgen beim CHIO Aachen, fest. Isabell Werth mit Wendy, Frederic Wandres auf Bluetooth und Ingrid Klimke mit Franziskus gehörten zu denjenigen, die das ausverkaufte Deutsche Bank-Stadion zum Toben gebracht haben. Allen voran Werth und Wendy.

Satte 89,095 Prozent vergaben die Richter für die Vorstellung der Rappstute. Bei einem Championat wäre das ein Einzelmedaillen-verdächtiges Ergebnis. Wendy setzte keinen Huf falsch in ihrer neuen Kür, für die Barry Manilows „Oh Mandy“ zu „Oh Wendy“ wurde. Geklatscht wurde bei fast allen Reitern auf der letzten Linie. Aber bei Werth und Wendy flippten die Leute aus, johlten und pfiffen. Nichts mehr von der sakralen Stille, die sonst an Dressurvierecken herrscht. Hier herrschte nur eins: Begeisterung. Wer davon ziemlich unberührt blieb, war Wendy. Wie Isabell Werth sagte: „Sie hatte kein nasses Haar am Körper, als sie rein ging und auch keins, als sie raus kam.“ Ungeachtet des tobenden Publikums piaffierte und passagierte sie im Takt weiter und schritt dann gelassen gen Ausgang, während Werth sich winkend beim Publikum für die Ovationen bedankte. Definitiv ein besonderer Moment. Auch für die Dressurreiterin, die schon alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gibt.

„Das war auch für mich unglaublich. Heute war unser Tag. Wir wachsen immer mehr zusammen. Wendy war wirklich total cool, obwohl es so laut wurde. Sie sagt einfach: ,Sag mir, was ich machen soll‘, und dann macht sie es. Ich war schon so oft dort drin. Aber heute war der beste aller Tage. Es ist eine Freude, hier zu sein.“

Platz zwei ging mit 83,010 Prozent an Frederic Wandres und Bluetooth. Gestern noch hatte Isabell Werth ihn mit einem strengen „Reiß dich zusammen!“ aus seinem mentalen Tief geholt, heute habe sich alles schon etwas leichter angefühlt, so Wandres. Mit seiner Prüfung war er zufrieden: „Ich hatte keine technischen Fehler, lediglich im Schritt kam etwas Spannung auf und in der B-Note ist noch Luft nach oben. Wir waren an der einen oder anderen Stelle etwas hinter der Musik.“ Was Bluetooth angeht, was er sehr zufrieden: „Wir sind am Montag gekommen und heute am Sonntag fühlte er sich noch genauso frisch und gut an, wie am Montag.“

Ingrid Klimke und Franziskus wurden mit 81,385 Prozent Dritte. Gleich zu Beginn ihrer Kür sieht ihre Choreografie einen Starken Trab vor, die große Stärke von „Franz“. Leider unterlief ihm gleich hier ein Taktfehler. „Ich habe vielleicht ein bisschen zu viel riskiert und zu viel Druck gemacht. Danach bin ich es dann vorsichtig angegangen“, analysierte Klimke die Situation. Dennoch sei sie glücklich, heute dabei gewesen zu sein. „Das war das erste Mal, dass ich hier die Kür am Sonntagmorgen geritten bin. Die Atmosphäre ist unglaublich! Schon auf dem Abreiteplatz hört man die Zuschauer und wenn man dann unter der Brücke her ins Stadion einreitet, das ist ein ganz besonderer Moment.“ Und dann erst der Moment, wenn man zum letzten Gruß aufmarschiert ist: „Aachen ist einfach einzigartig. Das Publikum ist so fachkundig. Sie wissen, was sie sehen und was sie wollen.“

Dem konnte Birgit Rosenberg nur zustimmen: „Wir sind ja nur diejenigen, die die Bühne bereiten. Ansonsten liegt es an den Reitern und den Pferden. Vielen Dank für die schönen Bilder, die wir über die ganze Woche gesehen haben!“

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CHIO Aachen 2024 – Boyd Exell gewinnt Preis der Event Rent GmbH, Niederlande den Boehringer Ingelheim Nationenpreis

Aachen – Der Finaltag bei den Vierspännern, der Preis der Event Rent GmbH, bot Stoff für eine griechische Tragödie mit allem, was dazu gehört. Zu den tragischen Helden zählte das deutsche Team im Boehringer Ingelheim Nationenpreis.

Australiens Boyd Exell blieb auch in der dritten Teilprüfung der Vierspänner, dem Kegelfahren um den Preis der Event Rent GmbH, souverän und triumphierte vor Bram Chardon (NED) und Dries Degrieck (BEL). Mit 146,27 Minuspunkten besiegelte er seinen zwölften (!) Sieg im Preis der Familie Richard Talbot, der Einzel-Gesamtwertung der Vierspänner. Erfreulich aus deutscher Sicht: Hinter ihm reihten sich Mareike Harm (167,64) und Georg von Stein ein (167,97).

So weit die guten Nachrichten von den deutschen Fahrern. Dass Bundestrainer Karl-Heinz Geiger trotzdem aus seinem Herzen keine Mördergrube machte, als er sein Fazit „Ich bin frustriert!“ äußerte, lag am Abschneiden des Teams GER im Boehringer Ingelheim Nationenpreis. Nicht weil sie Zweite geworden waren und die Niederländer ihrer seit 2007 währenden Siegesserie in der Soers einen weiteren Triumph hinzufügten. Das war nicht das Problem. Doch nie zuvor war Platz eins für Deutschland so zum Greifen nah, wie dieses Jahr. Schon nach der Dressur hatten Mareike Harm, Michael Brauchle und Georg von Stein die Führung übernommen. Im Gelände fuhren sie sie souverän nach Hause und vor dem heutigen Kegelfahren hatten sie einen so großen Vorsprung, dass der heutige Auftritt beinahe nur noch Formsache zu sein schien. Doch wer Murphys Gesetz kennt, weiß: Was schiefgehen kann, geht schief.

Was vor allem schiefging, war die Runde von Michael Brauchle, der mit seinem Gespann in ein falsches Hindernis hineinfuhr und damit ausschied. Bitter! Bei dem Europameister von 2015 flossen Tränen, als er den Platz verließ. Georg von Stein und Mareike Harm hätten trotzdem noch die Möglichkeit, den Sieg nach Hause zu fahren. Aber dann fiel ein Ball zu viel. Aus der Traum vom Sieg. „Aber ich freue mich über Platz zwei und drei in der Einzelwertung, auch Hinblick auf die WM in Ungarn“, so Bundestrainer Karl-Heinz Geiger.

Die Niederlande hatten den Nationenpreis mit 334,520 Minuspunkten abgeschlossen, für Deutschland waren es 335,610. Rang drei ging an die Belgier mit 352,560 Minuspunkten.

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CHIO Aachen 2024 – Robert Whitaker gewinnt Mystic Rose-Preis

Aachen – Sein Vater hat den Rolex Grand Prix gewonnen, sein Onkel ebenfalls. Für Robert Whitaker ist 2024 der erste CHIO Aachen-Start. Mit einem Sieg im Mystic Rose-Preis konnte er sich auf seinen ersten Großen Preis in Aachen einstimmen.

Nach Rang drei im Mercedes-Benz Nationenpreis konnte Robert Whitaker sich heute auch eine gelbe Aachen-Schleife sichern. Im Sattel des 15-jährigen KWPN-Wallachs Evert war der Brite mit 64,97 Sekunden der Schnellste im Mystic Rose-Preis, einem 1,45 Meter-Zeitspringen. „Es war eine gute Woche für mich und mein erster Sieg hier in Aachen ist das Highlight“, so Whitaker – fügte aber gleich hinzu: „Doch noch ist die Woche ja nicht vorbei …“. Denn für ihn stand auch noch der Rolex Grand Prix auf dem Programm.

Im Gegensatz zu Romain Duguet aus der Schweiz, der seine Aachen-Woche mit einem zweiten Platz im Sattel seines Selle Français-Wallachs Bel Canto du Boguin abschloss. Duguet und Bel Canto de Boguin benötigten 65,19 Sekunden für ihre ebenfalls fehlerfreie Runde. In Sachen Top drei-Ergebnisse hat US-Reiter McLain Ward Richard Vogel diese Woche Konkurrenz gemacht. Heute kam noch eine weitere hinzu: Rang drei im Sattel der OS-Stute First Lady v. Don Diarado in 65,64 Sekunden.

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CHIO Aachen 2024 – Zweiter Sieg für Siebe Leemans im NetAachen-Preis

Aachen – Zum ersten Mal beim CHIO Aachen am Start, zwei Prüfungen geritten, zwei Prüfungen gewonnen – das niederländische Nachwuchstalent Siebe Leemans blickt auf eine 100 Prozent-Erfolgsquote bei seinem Debüt in der Soers im Rahmen des NetAachen-Preises zurück.

Besser geht’s nicht. Nachdem der frisch gebackene Niederländische Meister der Jungen Reiter, Siebe Leemans, bereits die Einlaufprüfung im NetAachen-Preis für sich entscheiden konnte, setzte er im Finale mit Stechen noch eins drauf. Von den 20 Teilnehmern hatte genau die Hälfte das Stechen erreicht. Leemans, der mit seinem Vater trainiert und in der Nähe von Eindhoven beheimatet ist, war achter Starter mit seiner Karamella. Die neunjährige Stute nahm dem bis dato führenden Paar noch einmal 0,73 Sekunden ab. Zwei Ritte später stand Siebe Leemans als Sieger fest.

Rang zwei ging an den 2022er Doppel-Europameister der Children, den erst 16-jährigen Tony Stormanns, im Sattel des Selle Français-Wallachs Donjon d’Asschaut. Der für Deutschland startende Sohn der ehemaligen Weltklassespringreiterin Helena Stormanns, die heute als Trainerin hoch erfolgreich ist, kam nach 42,93 Sekunden ins Ziel. 42,20 waren es bei Siebe und Karamella gewesen. Dritter wurde mit deutlichem Abstand der Zweitplatzierte der Einlaufprüfung, Tom Wachman aus Irland im Sattel von Obora’s Laura (43,61).

Siebe war natürlich überglücklich über seinen Erfolg. „Ich war schon froh, hier reiten zu dürfen und nun zweimal gewonnen zu haben, ist natürlich etwas ganz Besonderes.“ Allerdings weiß er auch, dass er mit Karamella die richtige Partnerin an seiner Seite hat: „Mein Pferd ist eine echte Kämpferin. Sie will einfach immer null bleiben.“ Siebes nächstes Ziel sind nun die U21-Europameisterschaften.

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CHIO Aachen 2024 – Speed, Spannung, Spaß im MERKUR SPIELBANKEN-Cup

Aachen – Am späten, gestrigen Samstagabend bebte die Soers beim Merkur Spielbanken-Cup, dem „Jump & Run“ der besonderen Art. Sechs Mannschaften à sechs Pferde, zwei Reiter und ein Fahrer sind die Zutaten, die aus dem MERKUR SPIELBANKEN-Cup einen Staffellauf der besonderen Art in der Soers machen. Erst wartet auf die Teilnehmer ein kleiner Cross. Sobald der Vielseitigkeitsreiter im Ziel ist, legt der Springreiter los. Und wenn der seinen Parcours beendet hat, nimmt der Buschreiter, der sein Pferd inzwischen abgegeben haben sollte, die Beine in die Hand und rennt so schnell er kann in Richtung Kutsche, springt drauf und ab geht die Vierspänner-Post. Es siegt das schnellste Team mit den wenigsten Fehlern.

Das war am gestrigen Abend das „grüne Team“, ein australisch-brasilianisches Trio mit Kevin McNab auf Willunga, Rodrigo Pessoa im Sattel von Dhalida sowie Boyd Exell, der ja schon im Preis der schwartz Gruppe der Schnellste gewesen war. Zusammen kamen sie auf 126,30 Sekunden.

Platz zwei ging mit 129,32 Sekunden an das orangefarbene Team, das auch tatsächlich zu zwei Dritteln aus Oranje-Reitern bestand: Lars Kersten mit Holywood und Bram Chardon mit seinem Gespann. Das fehlende Drittel war eigentlich britisch, wurde aber mit einer Teamjacke der Niederländer getarnt: David Doel auf Captain Kadou.

Und über Platz drei konnte sich mit 131,12 Sekunden die rote Mannschaft freuen, bestehend aus Calvin Böckmann mit Crunchip M aus Deutschland in Kombination mit den Schweizer Freunden Romain Duguet mit Stawita PS und Jérôme Voutaz, dessen vier Freiberger mit ihrer Wendigkeit und ihrem Speed begeisterten.

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CHIO Aachen 2024 – Ein „Sieg, der die Welt bedeutet“ für Ecuadorianer Julio Mendoza Loor im IWEST-Preis

Aachen – Sein Leben lang hat Julio Mendoza Loor davon geträumt, in Aachen an den Start zu gehen. Dieser Traum ging für den Dressurreiter aus Ecuador nicht nur in Erfüllung, er wurde gestern Abend im IWEST-Preis sogar noch übertroffen.

Mit einem denkbar knappen Vorsprung setzte sich der Goldmedaillengewinner der Pan-Amerikanischen Spiele, Julio Mendoza Loor im Sattel seines KWPN-Wallach Jewel’s Goldstrike, an die Spitze der Grand Prix Kür um den IWEST-Preis. 78,920 Prozent erhielten sie für ihre Vorstellung zu unter anderem „La Isla Bonita“. Rang zwei hatte 78,510 Prozent auf dem Konto. Das waren die Polin Sandra Sysojeva und ihre erst achtjährige Oldenburger Stute Maxima Bella. Die US-amerikanischen Mannschaftssilbermedaillengewinner der Olympischen Spiele in Tokio, Steffen Peters und Suppenkasper, kamen auf 76,430 Prozent und wurden Dritte.

„Dieser Sieg bedeutet für mich die Welt“, erklärte der überwältigte Sieger. „Ich habe immer davon geträumt, hier in Aachen an den Start zu gehen. Dass dieser Traum nun in Erfüllung gegangen ist mit diesem Pferd, bedeutet mir alles!“ Jewel’s Goldstrike aka „Goldie“ ist seit fünf Jahren bei ihm. Ihr bislang größter Erfolg war der Titel bei den Pan-Amerikanischen Spielen 2023. Bis dato waren sie ausschließlich in den USA im Turniereinsatz (wo Goldie ansonsten ein 24/7 Weideleben hat, wie Mendoza Loor erklärt), dies ist ihre erste Saison in Europa.

Die Waage gehalten haben sich Freude und Enttäuschung beim Team der Zweitplatzierten, Sandra Sysojeva mit Maxima Bella. Die Rappstute tauchte in Hagen erstmals auf dem internationalen Viereck auf und bot ein Bild erfreulicher Leichtigkeit und Harmonie mit ihrer Reiterin. Was vor ein paar Jahren noch alles andere als selbstverständlich erschien, wie ihre Trainerin berichtete: „Sandra hat sie zweijährig zusammen mit anderen jungen Pferden gekauft. Die Stute stellte sich als extrem schwierig heraus. Aber mit unendlich viel Geduld hat sie es geschafft, sie auf ihre Seite zu bekommen.“ Und nun waren sie bei ihrem ersten CHIO-Auftritt Zweite. Bis Julio Mendoza Loor und Jewel’s Goldstrike als letztes Paar aufs Viereck gingen, sahen sie sogar wie die Sieger aus. Als sie die goldene Schleife dann so knapp verpasst haben, war natürlich auch etwas Enttäuschung da. Aber das dürfte bestimmt nicht ihr letzter Auftritt in Aachen gewesen sein.

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CHIO Aachen 2024 – Sparkassen-Youngsters-Cup für Levi Noesar, ein Fohlen für Richard Vogel

Aachen – Unglaublich, aber wahr: Im Finale des Sparkassen-Youngsters-Cup hat Richard Vogel seinen vierten Sieg in dieser Aachen-Woche verbucht (zusätzlich zu weiteren vier zweiten Plätzen). Möglich gemacht hat es ein Pferd, auf dem große Hoffnungen ruhen.

Für den Sparkassen-Youngsters-Cup hatte Richard Vogel den achtjährigen KWPN-Wallach Levi Noesar mit nach Aachen gebracht, einen Zirocco Blue-Sohn, den kein Geringerer als Jur Vrieling, der frühere Mannschaftswelt- und – Europameister aus den Niederlanden und Reiter von Zirocco Blue, gezogen hat. In der ersten von insgesamt drei Wertungsprüfung waren sie Zweite, in der zweiten Fünfte und heute zeigte der bunte Fuchs dann, was alles in ihm steckt. In 42,93 Sekunden fegten er und Vogel durch den Stechparcours. Streitig machen konnte ihnen den Sieg nur noch Ben Maher (GBR) mit dem OS-Wallach Corlander als letztes Paar des Stechens. Sie hatten die erste Wertung gewonnen und Maher hatte dem Cornet Colbert-Sohn damals Starqualitäten zugesprochen. Die demonstrierte er auch heute. Aber schneller als Vogel und Levi Noesar waren sie nicht. Mit 42,93 Sekunden mussten sie sich knapp geschlagen geben. An dritter Stelle reihte sich die erst siebenjährige Zangersheider Stute Marieke Z Santa Rosa v. Moncler van Overis unter der Kanadierin Erynn Ballard ein. 43,78 Sekunden hatten die beiden benötigt.

Richard Vogel berichtete über Levi Noesar: „Bevor ich ihn bekommen habe, war er in der Ausbildung bei Nina Piasecki. Er gehört Mario Piasecki und Patrick Mielnik zusammen. Die haben sich dann entschieden, dass er auf dem Weg in den größeren Sport zu mir eventuell gut passen würde. Ich habe ihn im Dezember bekommen, aber wir haben ihn bewusst nicht mitgenommen nach Amerika, weil wir ihn ein bisschen schonender ausbilden wollten und habe dann eigentlich erst im April angefangen, Turniere mit ihm zu bestreiten.“ Die ersten internationalen Ergebnisse seither können sich sehen lassen: drei Turniere, acht Prüfungen, acht Platzierungen, kein einziger Abwurf. Die makellose Bilanz wurde auch in Aachen nicht getrübt: „Wir sind natürlich überglücklich, dass er hier drei Tage null sprang und jetzt im Finale konnten wir noch das i-Tüpfelchen setzen.“ Das spricht für sich, was die Qualität dieses Pferdes angeht. Zumal die Konkurrenz groß war. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer hatte sich fürs Stechen qualifiziert, 17 von 30 Pferden. Im Stechen gab es dann 15 Null-Fehler-Ritte.

Die Sparkasse stiftet alljährlich einen ganz besonderen Ehrenpreis für den Punktbesten aller drei Wertungen: ein vielversprechendes Fohlen mit Springabstammung. Das war dieses Jahr ein Rheinländer Stütchen, das von Christian Ahlmanns Nachwuchsstar Dourkhan Hero Z aus einer Canturo-Mutter abstammt. Züchter ist Peter Chorus aus Aachen. Und der neue Besitzer heißt Richard Vogel. Sein Plan mit seinem Neuzugang? „Großziehen und ausbilden!“ Vielleicht kehrt die junge Dame ja in ein paar Jahren in die Soers zurück.

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CHIO Aachen 2024 – Wotax-Preis für Charlott-Maria Schürmanns schwarze Perle

Aachen – Mit einer Runde, die fast so schön war wie ihre Stute Dante’s Pearl sicherte sich Charlott-Maria Schürmann die Intermédiaire I um den Wotax-Preis. Harmonisch und von hoher Qualität war die Vorstellung, mit der Charlott-Maria Schürmann und ihre neunjährige Oldenburger Rappstute Dante’s Pearl gestern die Intermédiaire I um den Wotax-Preis gewonnen haben. Alle fünf Richter hatten das Paar unangefochten an erster Stelle. Rang zwei sicherten sich Frederic Wandres und Quizmaster mit 73,647 Prozent. Dahinter reihte sich Juliane Brunkhorst im Sattel von Diamante Negro mit 72,50 Prozent ein. Ein deutsches Triple also.

Für Charlott-Maria Schürmann markierte dies einen ganz besonderen Erfolg. 2016 und 2017 platzierte sie sich hier mit ihrem früheren Erfolgspferd Burlington in der CDI4*-Tour. Und nun kehrte sie siegreich zurück: „Aachen ist natürlich für jeden Reiter eine riesengroße Ehre, hier reiten zu dürfen. Mit Dante’s Pearl war ich dieses Jahr schon gut gestartet. Aber dass ich dann das Ticket für Aachen bekommen konnte, hat mich erhrlich gesagt schon sehr umgehauen. Und dass sie jetzt hier so performt, damit habe ich natürlich nicht gerechnet. Ich bin überglücklich, dass sie sich jetzt hier in diesem vollen Stadion so toll zelebrieren konnte und einfach alles gegeben hat. Sie hat es richtig genossen und ich auch. Ein Traum hier!“ Ein Traum mit einem Traumpferd, wie Schürmann bestätigt: „Pearlie ist jetzt seit zwei Jahren bei mir und sie verzaubert glaube ich jeden, der sie sieht, weil sie einfach so wunder-, wunderschön ist. Dieses Pferd ist einfach einmalig, glaube ich und ist einfach etwas Besonderes für uns alle.“

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CHIO Aachen 2024 – Brillanter Sport im Marathon um den Preis der schwartz Gruppe

Aachen – Scharen von Besuchern hatten sich ins Gelände der Aachener Soers aufgemacht, um den Marathon der Vierspänner um den Preis der schwartz Gruppe live zu erleben. Was sie geboten bekamen, war Fahrsport vom Feinsten.

„Ein sehr guter Aufbau! Technisch, aber auch mit Hindernissen, die einen schnellen Galopp erlaubte“ – so charakterisierte der deutsche Bundestrainer Karl-Heinz Geiger die Marathonstrecke der Vierspänner, für die Alexander Flocke verantwortlich zeichnete. Das sorgte für einen Tag, der Werbung für den Fahrsport machte.

Der schnellste im Gelände war heute der Zweite der Dressur, Australiens Boyd Exell. Der strahlte übers ganze Gesicht im Ziel. Nicht nur, weil er den Preis der schwartz Gruppe für sich entscheiden konnte, sondern vor allem, weil sein Gespann ihm ein so fantastisches Gefühl gegeben hat. „Die Pferde sind ganz, ganz toll gegangen. Sie haben als Team zusammengearbeitet und waren im Flow. Das hat richtig Spaß gemacht!“

Mit 104,48 Punkten setzte sich Boyd Exell gegen Michael Brauchle durch, für den es 110,56 Zähler wurden. An dritter Stelle reihte sich Österreichs Daniel Schneiders ein (112,25). Bemerkenswert auch der sechste Platz von Mareike Harm (116,86). Zum einen war sie damit zweitbeste Deutsche, zum anderen ist das ein historischer Erfolg, denn es ist die höchste Platzierung, die je eine Frau im Soerser Marathon erreichen konnte. Und sie schob sich damit auf einen sensationellen zweiten Platz in der kombinierten Einzelwertung um den Preis der Familie Richard Talbot. Führend ist hier Boyd Exell. An dritter Stelle liegt Dressur-Sieger Chester Weber (USA), der heute Rang zwölf belegte.

Sensationell ist auch das Gesamtergebnis der deutschen Fahrer, die auf dem besten Wege sind, die seit 2007 währende Siegesserie der Niederländer in der Soers zu beenden. Sie führen im Boehringer Ingelheim Nationenpreis sogar ziemlich deutlich mit 318,520 Minuspunkten vor den Niederlanden (328,140) und Australien (332,880).

Dementsprechend zufrieden ist der Bundestrainer nach dem heutigen Tag: „Ich bin unheimlich stolz, dass wir mit einem solchen Vorsprung führen und dass unter den besten sechs drei Deutsche sind!“

Neben Mareike Harm rangiert nämlich Michael Brauchle auf dem vierten Platz und Georg von Stein ist Sechster. Nun heißt es Daumen drücken für das morgige Kegelfahren, den Preis der Event Rent GmbH.