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Erstes Aachener Zukunftsforum zum Thema Wohnen am Donnerstag 24. November

Aachen – Bürgermeister*innen und Expert*innen laden zum Gespräch ein. Kommt nach der Mobilitätswende und der Wärmewende jetzt die Wohnwende? Liegt die Lösung für den städtischen Wohnraummangel in der Region? Wie können Stadt und Region sich gemeinsam den Herausforderungen stellen?

Um über die aktuellen Herausforderungen zu sprechen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, diskutieren auf Einladung der Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen am Donnerstag, 24. November, ab 18 Uhr im Krönungssaal des Aachener Rathauses Bürgermeister Dr. Benjamin Fadavian (Herzogenrath), Bürgermeisterin Nadine Leonhardt (Eschweiler), Bürgermeisterin Dr. Carmen Krämer (Monschau) sowie Jean-Paul Kompier (Vaals) und Mario Pitz (Schöffe Gemeinde Raeren) mit Expert*innen aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung zum Thema „Wohnen für alle – ist die Region die Lösung?“

Städtischer Wohnraum ist knapp und bezahlbare Wohnungen in den Großstädten sind absolute Mangelware. Die Mieten entwickeln sich immer weiter nach oben. Seit Jahren steigen die Preise für Wohneigentum, zudem fällt öffentlich-geförderter Wohnraum aus der Bindung. Wohnbauflächen sind rar. In Aachen, wie in zahlreichen anderen Großstädten auch, wird es für Geringverdienende, Familien und Studierende immer schwieriger bezahlbaren Wohnraum zu finden. Vor diesem Hintergrund kommt der interkommunalen und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Wohnraumentwicklung in Zukunft eine neue Bedeutung zu.

Bei diesem ersten Aachener Zukunftsforum zum Thema Wohnen werden Zahlen, Daten, Fakten und Diskussionsrunden geboten. Zudem gibt es viel Raum für Anregungen aus dem Publikum. Highlight sind das Fachgespräch mit Norbert Plum, Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss, Helena Schulte, Lehrstuhl für Planungstheorie RWTH Aachen, Friederike Schweer von der Initiative Aachen sowie die Podiumsdiskussion der Bürgermeister*innen und Beigeordneten der Region.

Die Stadt Aachen lädt alle Interessierten herzlich ein, an der Veranstaltung teilzunehmen. Der Eintritt ist frei. Eine formlose Anmeldung ist unter handlungskonzeptwohnen@mail.aachen.de möglich.

Die Veranstaltung ist Teil des Handlungskonzepts Wohnen. Hierbei gestaltet die Stadt Aachen über den Tellerrand hinweg mit vielfältigen Partner*innen die regionale und auch die euregionale Wohnraumentwicklung.

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Mutter und Tochter teilen Liebe zur Kunst – Ausstellung im Rathaus Kreuzau

Kreuzau – Ausstellung von Rita Hermanns und Claudia Palm im Rathaus Kreuzau bis zum 30. Dezember. Die Leidenschaft für Kunst und Malerei verbindet Mutter und Tochter seit vielen Jahren: zum zweiten Mal präsentieren Rita Herrmanns und ihre Tochter Claudia Palm zusammen ihre Werke der Öffentlichkeit. Diesmal findet ihre Ausstellung im Foyer des Rathauses Kreuzau statt.

Die zwei Künstlerinnen nennen ihre Ausstellung „Bunte Auslese“. Zum gewählten Titel passen die ausgesuchten Exponate. Rita Hermanns hat sich für beeindruckende Landschafts- und Blumenbilder entschieden, die sie bevorzugt mit Acryl- und Ölfarbe umgesetzt hat. Auch Claudia Palm arbeitet gerne mit Acryl- und Ölfarben und präsentiert eine Auswahl an überwiegend floralen Darstellungen.

Beide üben ihre Kreativität in der Malschule von Marie Luise Klein in Vettweiß-Soller aus, wo sie immer wieder neue Techniken von der zertifizierten Malerin lernen. In der Malerei finden sie ihre Ruhe und es ist für sie ein guter Ausgleich zum hektischen Alltag. Alle ausgestellten Bilder sind bis zum 30. Dezember 2022 zu den Öffnungszeiten des Kreuzauer Rathauses zugänglich und können käuflich erworben werden.

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Stadt Jülich auf dem Weihnachts-Markt präsent

Jülich – Seit Donnerstag, 17. November lockt die bunte Budenstadt wieder Gäste aus der ganzen Region auf den Jülicher Schlossplatz. Wieder mit dabei ist auch die Stadt Jülich, die sich in einer Hütte gemeinsam mit zahlreichen Institutionen und Vereinen präsentiert. Zum diesjährigen Advent entwickelt wurden vom Amt für Stadtmarketing wieder eine Christbaumkugel – dieses Jahr eine mattgoldene mit weinroter „Skyline“ der Stadt. Sie wird die bisherigen roten, blauen und champagnerfarbenen Schmuckstücke farblich ergänzen. Ebenfalls neu in diesem Jahr sind die Jülicher Trinkhalme mit „Skyline“ – nachhaltig aus Bambus oder Edelstahl produziert.  Alle Trinkhalme sind wiederverwendbar und für Heiß- und Kaltgetränke geeignet und spülmaschinengeeignet.

Passend dazu gibt einen Untersetzer aus Kunstleder mit integriertem Flaschenöffner aus. Wer sein Heiß- oder Kaltgetränk stilvoll abstellen möchte, kann das auf diesem Untersetzer – verziert mit der Jülicher „Skyline“ – ganz praktisch tun – und der Flaschenöffner ist so immer griffbereit dabei. Ein neuer Monatskalender mit Zeichnungen von Uwe Cormann zeigt Zeichnungen des Künstlers nach zeitgenössischen Postkarten und Fotografien. Er nimmt die Betrachtenden mit auf eine romantisch-visuelle Zeitreise durch Jülich nach der Zerstörung am 16. November 1944.

Goldene und silberne Windlichte mit der Skyline von Jülich sind ebenso zu erwerben wie die neue Schneekugel und die beliebten „Süßen Grüße aus Jülich“, die als Schokoladentafeln in verschiedenen Variationen als Mitbringsel von Jülichern und für Jülicher bestens geeignet sind wie auch Pins und Anstecknadeln mit Wappen und Logo der Stadt.

Auch die limitierten plastikfreien Exemplare des Jülicher Schokoladenadventskalenders sind dort erhältlich. Pünktlich zum Start des Weihnachtsmarktes wurden zudem Artikel nachbestellt, die nicht nur als Weihnachtsgeschenk, sondern das ganze Jahr Freude und Nutzen bringen: die Jülicher Porzellan-Tasse, die Powerbank und ein USB-Stick im Scheckkartenformat – verziert mit der Jülicher Skyline.

Wer anderen eine besondere Freude machen möchte, kann dort auch eines der bewährten Souvenirs der Stadt Jülich kaufen: Plätzchenausstecher in Form von Zitadelle, Hexenturm, Fuchs-Skulptur und „Muttkrat“, Ausmalbücher mit 25 Jülicher Stadtansichten, Postkartensets mit Comic-Zeichnungen Jülicher Attraktionen, Aufkleber mit der Jülicher Skyline, Brillenputztücher und vieles mehr.

Dort sind zudem täglich wechselnd viele städtische Einrichtungen, Vereine und Institutionen vertreten, um sich den Bürgern und Besuchern der Stadt zu präsentieren. Mit dabei ist auch der Brückenkopf-Park, der dort traditionell seine Dauerkarten anbietet. Der Kulturbahnhof wirbt für seine Veranstaltungen, die Volkshochschule mit dem Seminarprogramm und Musikschule stellen sich ebenso vor wie Schulen, KiTas, Sportvereine, Hilfsorganisationen, Jugend- und Senioren-Netzwerke, Arbeitskreise und Fördervereine.

Auch die Tourist-Information verlegt im Dezember ihr Domizil auf den Weihnachtsmarkt und bietet dort die umfassenden Informationen für Bürger und Besucher der Stadt an. So präsentiert sich dem Weihnachtsmarktbesucher ein breiter Querschnitt des Engagements in der Herzogstadt für große und kleine Menschen.

Und wenn am 1. Dezember die erste Tür des Adventskalenders öffnet, startet in Jülich auch wieder die Aktion „Jülich im Advent 2022“ – mit vielen Aktionen und Attraktionen zwischen Hexenturm und Zitadelle. Mehr dazu unter www.juelich.de/advent.

 

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Phantastisches Wintermärchen bietet wieder zahlreiche Genüsse im Alsdorfer Burgpark

Alsdorf – Bald 90 Ausstellerinnen und Aussteller, ein buntes Bühnenprogramm und jede Menge Genüsse: Beim Alsdorfer Weihnachtsmarkt, dem „Phantastischen Wintermärchen“ im Burgpark, wird es vom 24. November bis zum 4. Dezember viele liebgewonnene Dinge geben.

„Wir haben alles gegeben, um ein starkes Programm anbieten zu können, das langjährige Gäste unseres Marktes ebenso begeistern wird wie die, die ihn vielleicht jetzt erst ganz neu entdecken“, sagt Stefan Heffels, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Stadtmarketing Alsdorf e.V., die den Markt veranstaltet. Der Zuspruch dürfte groß sein. „Unser Wintermärchen ist ein absoluter Imageträger für die Stadt geworden, die Besucherinnen und Besucher kommen auch von weit außerhalb, weil sie wissen, dass es hier eine ganz besondere Heimeligkeit und ein tolles Angebot von den Marktbeschickern gibt!“

Ohne zwei zentrale Säulen geht es bei diesem Markt nicht. Da sind zum einen die vielen Ehrenamtler, die den Organisator Toni Klein beim Auf- und Abbau der Hütten und vielen anderen Dingen unterstützen. Und da sind zum anderen die Sponsoren, die mit ihrer finanziellen Hilfe den Markt ermöglichen. Neben dem diesjährigen Hauptsponsor – der Stadtwerke Alsdorf GmbH – und der Energie- und Wasserversorgungsgesellschaft (EWV) sind es viele Alsdorfer Händlerinnen und Händler sowie Unternehmer und private Sponsoren, die das Wintermärchen und das zugehörige Programmheft ermöglichen.

Bereits am Donnerstag, 24. November, wird der Markt erstmals seine Pforten öffnen, offiziell starten wird er dann am Freitag, 25. November, nach der beliebten Weihnachtsmarktparade, die um 17.15 Uhr in der Innenstadt (Steigerweg am Annapark) startet und zum Markt ziehen wird. Viele Kindergruppen, Musiker und andere werden sich beteiligen und in leuchtenden Kostümen unterwegs sein. „Das ist eines der Highlights, auf die ich mich besonders freue“, sagt Bürgermeister Alfred Sonders. Und da sind ja noch viel mehr. Die Nikolausshow auf der Bühne zum Beispiel, die Auftritte der Musiker Silvi & Ralf, der Stimmungssänger HaPe Johnen, Kettensägen-Künstler Olli Schulz, der in diesem Jahr wieder mit dabei ist, und so vieles mehr. Täglich wird es einige Besonderheiten geben. „Klar, dass sich ein wiederholter Besuch des Marktes immer lohnt“, unterstreicht Bürgermeister Alfred Sonders angesichts dieser Vielfalt.

Geöffnet ist der Markt täglich von 16 bis 21 Uhr, am Samstag und Sonntag startet er bereits um 14 Uhr. Ein Beitrag zum Energiesparen gehört ebenfalls zum „Wintermärchen“. Zwar ist die Beleuchtung, die nicht an den Buden und in den Bäumen für einen besonderen Lichterglanz sorgt, bereits vor einigen Jahren auf moderne, energiesparende LED-Technik umgerüstet worden. Doch auch die wird in diesem Jahr nicht mehr während der Nachtstunden leuchten, sondern jeweils eine Stunde nach Schließung des Marktes abgeschaltet. Polizei und ein Sicherheitsdienst werden auch während der dunklen Stunden ein wachsames Auge auf den Markt haben. Auch Anwohnerinnen und Anwohner fordert der Bürgermeister auf, verdächtige Dinge zu melden. „Vandalismusschäden, die es in der Vergangenheit immer wieder einmal gegeben hat, wollen wir gezielt vorbeugen!“ (apa)

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KSK Mayen unterstützt Mendiger Karnevalisten in ihrer Jubiläumssession

Mendig/Mayen – Ein symbolischer Spendenscheck über 1000 Euro konnte kürzlich von Alexander Müller, Vertriebsleiter der Kreissparkasse Mayen (KSK) an die Karnevalisten der KG Niedermendig anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens übergeben werden. Im Rahmen der Eröffnungssitzung beim „Schubach“ (Hotel Deutsches Haus) bedankten sich der Vorsitzende Peter Müller und der Sitzungspräsident Timo Schubach für die Unterstützung der KSK in den vergangenen Jahren. Insbesondere die Beschränkungen der Corona-Pandemie waren für die KG Niedermendig eine besonders harte Herausforderung.

„Im Karneval sehen wir eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe und Bereicherung, alleine wenn man sich vor Augen hält, wieviele Kinder und Jugendliche hier eine Heimat finden. Insbesondere in den vergangenen beiden Jahren ist es dem Mendiger Karneval gelungen, die Menschen weiter mitzunehmen, z.B. durch die gemeinsamen Onlinesitzungen von KG Niedermendig und KG Obermendig. Getreu dem Motto des letzten Prinzenpaares „Mir säin ääns“ hat man vielleicht sogar noch ein bisschen enger zusammen gefunden, als das vorher schon der Fall war“, freute sich Alexander Müller. Weiterhin betonte er, dass die Kreissparkasse Mayen als Förderer des regionalen Brauchtums soviel ehrenamtliches Engagement für die Stadt Mendig und auch für die Region gerne unterstützt und auch in Zukunft als Partner an der Seite des Karnevals stehen wird.

Alexander Müller, selbst im Mendiger Karneval aktiv, ließ es sich nicht nehmen, im Rahmen der Eröffnungssitzung persönlich mit einem „3x Mennesch Ahoi“ zur Spende zu gratulieren und erschien hierzu standesgemäß in seiner eigenen Uniform der Prinzengarde Mendig.

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Das Netz kommt nach Bad Münstereifel zurück

Bad Münstereifel – Bereits vier Wochen nach der Flutkatastrophe gab die Telekom bekannt, dass sie in Bad Münstereifel nicht mehr Kupfer-, sondern Glasfaserleitungen verlegen wird. ,,Glasfaser ist zukunftsfähiger und erfüllt den Wunsch vieler Münstereifeler nach einer höheren Bandbreite und schnellerem Internet“, sagt Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. 1400 Häuser könnten mittlerweile von den Glasfaseranschlüssen mit 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) profitieren.

Doch bislang ist die Nachfrage noch gering: Rund 200 Hausanschlüsse sind inzwischen gelegt. ,,Die schnelle Glasfaser ist ein echter Wettbewerbsvorteil für die Gewerbetreibenden unserer Stadt“, so Sabine Preiser-Marian. ,,Auch für das Arbeiten im Homeoffice und für die steigende digitale Nutzung im privaten Bereich ist eine leistungsfähige lnternetverbindung maßgebend.“

Während der laufenden Wiederaufbauarbeiten ist der Hausanschluss noch kostenlos. Das wird sich spätestens im Sommer 2023 ändern, wenn alle Versorgungsleitungen verlegt und die Straßen geschlossen sind. ln der Kernstadt sind bereits alle Häuser prophylaktisch angeschlossen worden, damit das neue Pflaster nicht mehr aufgerissen werden muss.

Wer auf Glasfaser umsteigen möchte, sollte jetzt unter www.telekom.de/glasfaser einen Hausanschluss beauftragen. Für den neuen Anschluss entstehen keine Kosten für die lmmobilieneigentümer. Allenfalls ein neuer Router müsste gekauft oder gemietet werden. Es besteht auch die Möglichkeit, bei einem anderen Anbieter als der Telekom zu bleiben, sofern dieser Glasfasertarife anbietet.

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IHK Aachen ehrt langjährige Prüferinnen und Prüfer

Aachen – Sie garantieren das hohe Qualitätsniveau der dualen Ausbildung in der Region: Die rund 1.800 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer, die jedes Jahr im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen den finalen Qualitäts-Check der Auszubildenden übernehmen. Die IHK hat jetzt 58 Frauen und Männer aus der Städteregion Aachen und den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg für ihr langjähriges Engagement geehrt.

„Ausbildung stellt Beschäftigungsfähigkeit sicher und liefert dringend benötigte Fachkräfte – somit ist sie eine wichtige Grundlage unseres Wohlstands in Deutschland“, betonte IHK-Präsidentin Gisela Kohl-Vogel während einer Feierstunde in Würselen. „Die IHK Aachen ist stolz auf ihre Prüferinnen und Prüfer. Denn wir wissen, dass ihnen die Prüflinge am Herzen liegen. Jungen Menschen auf ihrem Weg in einen neuen Lebensabschnitt zu helfen, ist eine immens wichtige Aufgabe, die unsere Prüferinnen und Prüfer in unzähligen Stunden leidenschaftlich ausüben. Dafür danken wir ihnen herzlich.“

44 Geehrte sind seit 25 Jahren für die IHK Aachen tätig. Dafür überreichte ihnen Kohl-Vogel unter anderem die „Goldene Ehrennadel“ der IHK Aachen. Darüber hinaus sind zwölf Prüferinnen und Prüfer seit 40 Jahren und zwei sogar seit 50 Jahren aktiv.

 

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Westenergie #StAHRthilfe unterstützt den Wiederaufbau des Vereins- und Kulturlebens im Ahrtal

Eichenbach/Ahrtal – 20.000 Euro Soforthilfe für von der Flutkatastrophe betroffene Vereine und gemeinnützige Institutionen. Aktion #StAHRthilfe zum zweiten Mal erfolgreich angenommen Verschönerungsverein Eichenbach errichtet „Leuchtturmplatz“ mit Notfallgerätschaften. Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat zahlreiche Vereine und Institutionen im Ahrtal vor große Herausforderungen gestellt. Vereinshäuser und -plätze wurden zerstört, Materialien und Eigentum der Vereinsmitglieder von jetzt auf gleich vernichtet.

Um das Vereins- und Kulturleben beim Wiederaufbau finanziell zu unterstützen, hat das Energieunternehmen Westenergie bereits in 2021 die Aktion „Westenergie #StAHRthilfe“ ins Leben gerufen und 20.000 Euro Soforthilfe zur Verfügung gestellt. In diesem Jahr setzt Westenergie die Aktion fort und unterstützt die von der Flut betroffenen Kommunen erneut mit einer Fördersumme in Höhe von insgesamt 20.000 Euro.

Die Bewerbungen reichten von Anfragen zur finanziellen Unterstützung für den Wiederaufbau eines Vereinsgeländes, die Anschaffung neuer Vereinsmaterialien, den Neuaufbau einer öffentlichen Bücherei sowie die Förderung kultureller Veranstaltungen. Durch ein Bewerbungs- und Auswahlverfahren werden in diesem Jahr elf förderbare Projekte von Vereinen und Institutionen mit einem Betrag von jeweils bis zu 2.000 Euro unterstützt. Patrick Ley, Kommunalmanager bei Westenergie, Heinz Stollenwerk, Ortsbürgermeister von Eichenbach, und Udo Seifen, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Adenau, freuen sich über die erfolgreich angenommene Aktion und überzeugten sich heute von dem bezuschussten Projekt des Verschönerungsvereins in Eichenbach.

„Die Vielzahl der Anträge aus dem Ahrtal macht deutlich, wie wichtig die finanzielle Zuwendung auch nach über einem Jahr für die Betroffenen der Flutkatastrophe ist. Mit unserem Beitrag wollen wir helfen, dass es für das Vereins- und Kulturleben im Ahrtal weitergehen kann und mögliche finanzielle Engpässe abgemildert werden. Als starker und verlässlicher Partner der Kommunen übernehmen wir neben der Energieversorgung auch soziale Verantwortung in unserer Region“, erklärt Patrick Ley von Westenergie.

Heinz Stollenwerk, Ortsbürgermeister von Eichenbach, freut sich über die Soforthilfe für das Projekt „Leuchtturmplatz“ des Verschönerungsvereins seiner Gemeinde: „Die Flut im letzten Jahr hat uns vor Augen geführt, wie wichtig es für unsere Gemeinde ist, im Notfall die richtigen Gerätschaften an einem sicheren und für alle Bürgerinnen und Bürger gut zugänglichen Ort bereitzustellen. Da wir keine eigene Feuerwehr in der Ortsgemeinde haben, müssen wir uns in Notsituationen selbst organisieren und sind auf einen sogenannten „Leuchtturmplatz“ in Eichenbach angewiesen. Dank der finanziellen Unterstützung durch Westenergie konnten wir nun einen neuen und hochwassersicheren Platz für Notfallgerätschaften errichten. Wir werden diesen mit Pumpen und Notstromaggregaten ausstatten, so dass wir für die Zukunft gut gerüstet sind.“

Auch Udo Seifen, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Adenau, ist begeistert von dem neuen Leuchtturmplatz in Eichenbach und der erfolgreichen Aktion der Westenergie: „Ohne finanzielle Unterstützung können die Kommunen den Wiederaufbau nicht alleine meistern. Darum sind wir dankbar, dass Unternehmen wie Westenergie, uns zur Seite stehen und mit tollen Aktionen, wie der Westenergie #StAHRthilfe, das kulturelle und gemeinschaftliche Leben im Ahrtal fördern.“

Nach einem Antrag zur Teilnahme an der Aktion „Westenergie #Stahrthilfe“ konnten Sponsoringverträge mit den betroffenen Vereinen und Institutionen geschlossen und die finanziellen Soforthilfen ausgezahlt werden. Auch zukünftig wird sich Westenergie ihrer Verantwortung stellen und Möglichkeiten suchen, um in besonderen Krisensituationen Einsatz für die Region zu zeigen.

Die Soforthilfe der Aktion Westenergie #StAHRthilfe kommt in diesem Jahr folgenden Initiativen zugute:

Wiederaufbau der Wanderbrücke im Armuthsbachtal, Sanierung des Vereinsgeländes der Hundesportfreunde Untere Ahr Sinzig, Errichtung eines neuen Leuchtturmplatzes in Eichenbach, Förderung kultureller Veranstaltungen des Vereins zur Heimatpflege in Antweiler, Erneuerung des Kinderspielplatzes in Müsch, Wiederaufbau des Dorfplatzes in Rech, Neuanschaffung von Trainingsequipment für den SV Blau-Gelb Dernau, Neugestaltung des Dorfplatzes in Mayschoß, Unterstützung des Jugend-Tenniscamps des TC Bad Bodendorf, Wiederaufbau der öffentlichen Bücherei der Kirchengemeinde St. Laurentius in Ahrweiler und Anschaffung einer Sportbox für den SV Hönningen.

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Europaminister Liminski eröffnet Karlspreis Europa Summit 2022 in Aachen

Aachen – Internationale Konferenz in Aachen greift aktuelle Themen von Ukrainekrieg über Energiesicherheit bis hin zur Klimakrise auf. Europaminister Nathanael Liminski hat am gestrigen Mittwoch, 16. November 2022, mit einer europapolitischen Grundsatzrede den Karlspreis Europa Summit 2022 in Aachen eröffnet, der von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen ausgerichtet wird. Auf der internationalen Konferenz diskutieren nicht nur hochrangige Expertinnen und Experten über Themen aus den Bereichen Sicherheit, Energie und Wirtschaft. Die Veranstaltung bietet auch gezielt jungen Europäerinnen und Europäern eine Plattform, um ihre Ideen zur Zukunft Europas vorzustellen. Unter dem Titel „Brussels Speaking“ werden Studierende renommierter europäischer Universitäten sowie Jugendkarlspreisträgerinnen und -träger mit dem früheren belgischen Premierminister Guy Verhofstadt diskutieren, der heute Mitglied des Europäischen Parlamentes ist.

In seiner Eröffnungsrede hob Minister Liminski noch einmal hervor, dass Russlands Angriff auf die Ukraine ein Angriff auf ganz Europa ist, dem man gemeinsam und mit gebündelten Kräften begegnen werde: „Putin will die westliche Demokratie zerstören. Durch eine Energie- und Flüchtlingskrise, durch Destabilisierung unserer Gesellschaft, durch Desinformation und Angriffe auf unsere Infrastruktur. Wenn wir unser europäisches Lebensmodell erhalten wollen, müssen wir unsere Kräfte bündeln, um als Wirtschaftsraum, als Vorreiter beim Klimawandel und als Garant für Frieden, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu bestehen. Die Zeitenwende verlangt ein europäisches Selbstverständnis und eine europäische Selbstverständlichkeit – wenn nicht jetzt, wann dann? Um dahin zu kommen, brauchen wir eine Diskussion, die alle an den Tisch holt: Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Jung und Alt. Das leistet der Karlspreis Summit.“

Mit dem Karlspreis Europa Summit wollen Landesregierung und Karlspreis Stiftung zu einem solchen Austausch beitragen. Diskutiert wird unter anderem über die Zukunft der europäischen Sicherheitspolitik, über die richtige Balance zwischen Energiesicherheit und Klimaschutz sowie die Frage, wie die europäische Wirtschaftspolitik auf die aktuelle Serie von Krisen reagieren sollte. Nordrhein-Westfalen stehe dabei als Veranstaltungsort auch exemplarisch für europäische Lösungen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, so Minister Liminski. Beim Thema Energieimporte etwa gibt es einen engen Austausch mit den Niederlanden und Belgien, denn deren Häfen sind für Nordrhein-Westfalen wesentlich wichtiger als die deutschen Seehäfen.

Der Karlspreis Europa Summit wird seit 2019 von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen ausgerichtet. Er will als internationales Forum für Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Diplomatie, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, politischen Stiftungen, der europäischen Jugend und den Medien einen Beitrag zur Debatte über europäische Zukunftsthemen leisten.

Das Tagesprogramm mit allen Rednerinnen und Rednern finden Sie hier.

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Bischof Ackermann hat Inhaftierte und Bedienstete in der JVA Wittlich besucht

Wittlich – Bischof Ackermann informiert sich über Seelsorge im Gefängnis. Du kommst an, gibst in der Kleiderkammer dein Handy, dein Portemonnaie, sogar deine Unterhose ab. Du schlüpfst in den weinroten Jogginganzug, den hier alle tragen. Dann führt dich ein Vollzugsbeamter in deine Zelle. Die ist 11 Quadratmeter groß. Die Tür schließt sich – und dann bist du erst mal allein.

Jeder einzelne der rund 50 Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wittlich, die an einem grauen Sonntagmorgen im November gekommen sind, um Eucharistie mit dem Trierer Bischof zu feiern, hat genau das erlebt. Bei manchen liegt das schon Jahre zurück, andere sind noch ganz neu hier.

Nur langsam verziehen sich die Wolken am Himmel über Wittlich. Als Clara Boor der elektronischen Orgel die ersten Töne entlockt, schimmern zaghaft Sonnenstrahlen durch die vergitterten Fenster der hauseigenen Kapelle. Nach und nach füllt sich der in Pastelltönen gestrichene Raum mit Licht. Boor ist 36 Jahre alt und spielt seit 19 Jahren die Orgel in der Justizvollzugsanstalt Wittlich. An jedem Sonntag, an jedem Feiertag – und zu besonderen Anlässen wie Trauergottesdiensten. Gleich vor ihr stehen Stühle in Reihen, auf denen die Gottesdienstbesucher Platz nehmen. Alles wie in einer „normalen” Messe, nur dass hier niemand seinen Sonntagszwirn trägt. Hier trägt man Jogginganzug – wie auch den Rest des Tages. Der Küster, ebenfalls in Weinrot, zupft am Altartuch, um auch noch die letzte kleine Falte zu glätten, und rückt die Kerze zurecht. Alles läuft geordnet und diszipliniert. Nur hier und da hört man leises Gemurmel. Die Stimmung ist friedlich, als Bischof Ackermann den Gottesdienst eröffnet: „An unzähligen Orten auf der Welt finden sich in diesem Moment Menschen zusammen, um das Wort Gottes zu hören und Eucharistie zu feiern. Das lässt uns Gemeinschaft erleben und schafft eine Verbindung rund um den Globus. Das gilt auch in Gefängnissen.” Denn so unterschiedlich die Lebenswege der Inhaftierten auch sein mögen, ganz gleich, wie schwer ihr Vergehen wiegt – heute, hier im Gottesdienst, wird noch einmal klar: Der Glaube an den einen Gott macht sie zu Geschwistern. „Wer zu Gott gehört, gehört sich selbst und zu der Gemeinschaft jener, die sich Gott angeschlossen haben”, erklärt der Bischof mit Nachdruck.

Schräg neben Clara Boors Orgel sitzen der Anstaltsleiter Jörn Patzak, ein Vertreter des Justizministeriums, Ministerialrat Thomas Messer, und Uli Stinner, Leiter der Abteilung Pastorale Grundaufgaben im Bischöflichen Generalvikariat Trier, den Blick auf den Altar gerichtet. Dort, gleich links neben dem Bischof, steht Diakon Thomas Reichert. Er ist seit 2010 Gefängnisseelsorger. Die meisten der Gottesdienstteilnehmer kennt der Eifeler schon lange. Einige kommen regelmäßig zu ihm. Denn mit ihm, der so wirkt, als könne ihn noch nicht mal ein Erdbeben der Stärke 7 aus der Ruhe bringen, kann man reden. Und zwar im Vertrauen. Alle Sorgen und Nöte sind bei dem 59-Jährigen gut aufgehoben, denn die Gespräche unterliegen der Schweigepflicht.

Anhand einer Liste sieht Reichert, wer neu in der JVA  ist. „Die ersten zwei, drei Tage sind sie noch in Schockstarre und kaum ansprechbar, sind verängstigt – oder rebellieren.” Sind die ersten Tage vergangen, stellt er sich bei den Neuzugängen vor und erklärt, was es mit der Seelsorge auf sich hat. Denn viele seiner Klienten hatten zuletzt bei ihrer Erstkommunion mit Seelsorgenden zu tun oder kennen das Berufsfeld gar nicht.

Selbst wenn ein Inhaftierter dem Diakon ein bislang nicht geahndetes Verbrechen gesteht, bleibt das vertraulich. Und Geständnisse seien gar nicht so selten, erzählt Reichert. Denn oft helfe es, die eigenen Gedanken im vertraulichen Gespräch zu ordnen, ohne gleich Sanktionen befürchten zu müssen. Und dann kann es tatsächlich passieren, dass ein Inhaftierter nach langem Hin- und Hergrübeln den Entschluss fasst, sich selbst anzuzeigen. Reichert hat das schon erlebt: „Er kam als befreiter Mensch zurück aus der Verhandlung und sagte: ‘Ich bin so dankbar, dass ich das gemacht habe.’” Die Angst, doch noch erwischt zu werden, war passé, und die Strafe machte nur einen Bruchteil dessen aus, was ihn erwartet hätte, wäre man ihm ohne sein Zutun auf die Schliche gekommen. Vertrauen sei „das Kerngeschäft der Seelsorge”, so Reichert. Ein geschwätziger Seelsorger sei nicht glaubwürdig. Gefängnisseelsorger sind für alle Fragen der religiösen Betreuung zuständig, erklärt er. Und das fängt schon bei ganz rudimentären Dingen an: Manch einer hätte gern einen Rosenkranz zum Beten, viele möchten in der Heiligen Schrift lesen. Oder das mattschwarze, silbern eingefasste Kreuz um den Hals tragen, das bei Haftantritt in der Kleiderkammer abgegeben werden musste. Sowas organisiert Reichert nebenbei. Denn es gibt noch so viel mehr: Einmal in der Woche leitet der Diakon zum Beispiel einen Gesprächskreis von Inhaftierten, zu dem an diesem Tag auch Bischof Ackermann eingeladen ist.

Seite an Seite gehen Diakon und Bischof von der Kapelle in Richtung Gruppenraum. Auf dem Weg unzählige Türen, die sich öffnen, um sich kurz darauf wieder zu schließen. Das übernimmt ein Justizvollzugsbeamter. In den Gängen treffen sie auf weitere Beamte. In Sachen Seelsorge ist Reichert für das Personal übrigens genauso zuständig wie für die Häftlinge. Der Ton ist freundlich, aber bestimmt. Alles an den Uniformierten signalisiert: Hier fängt man besser keinen Streit an. Ihr Auftreten changiert zwischen herzlichem Lächeln und versteinerter Mine. Gar nicht so anders als im Büro, in der Fußgängerzone – oder beim Hochamt. Menschen halt.

Im Gesprächsraum warten schon sechs Inhaftierte, darunter der junge Mann mit dem mattschwarzen Kreuz auf der Brust. Unzählige Tätowierungen zieren Hinterkopf und Unterarme, er blinzelt aufgeregt, wirkt in gleichem Maße zugewandt wie schüchtern. Dann übergibt er dem Bischof ein Geschenk im Namen der Gruppe. Aus Papier hat er plastische Kunstwerke gezaubert: Kreuze, Blumen, ganze Landschaften mit Schwänen und Seerosen – Blatt für Blatt akkurat gefaltet. Im Gespräch dreht sich zunächst alles um den Haftalltag, um Sprach- und Kommunikationsprobleme unter Gefangenen, die unterschiedlicher Herkunft sind, und um Hierarchien im Knast, um Vorurteile und Stigmatisierungen. Ein Häftling sagt: „Wer sexuellen Missbrauch begangen hat, hat hier keinen guten Stand.” Ein anderer ergänzt: „Wenn ein Priester Missbrauch begeht, ist das umso schlimmer und beschämender. Denn ihnen vertraut man ja.” Die anderen stimmen zu. Dann geht es um die Würde des Menschen und darum, wie sie auch im Gefängnis gewährleistet werden kann, bevor das Gespräch auf aktuelle weltpolitische Themen umschwenkt. Der Krieg in der Ukraine und die Teuerung von Lebensmitteln und Energie machen den Männern zu schaffen. Sie haben Familie und Freunde, die davon betroffen sind. Für sie möchten sie da sein, können es aber nicht. Denn der hohe Zaun, an dessen Rand NATO-Draht-Spiralen prangen, trennt sie von ihren Lieben. „Der Knast ist Spiegel der Gesellschaft, und das, was draußen läuft, läuft auch drinnen. Die Inhaftierten leiden darunter, dass sie in solch prekären Situationen nicht zuhause sein können, sondern ihren Angehörigen unter Umständen sogar noch zur Last fallen”, bringt Reichert die Problematik auf den Punkt.

Noch ein weiterer Aspekt nagt an der Seele in Gefangenschaft: Je problematischer die Umstände draußen, desto größer die Angst davor, keinen Anschluss mehr zu finden nach der Entlassung. Für den Kontakt zur Außenwelt gibt es Haftraum-Telefone, mit denen die Inhaftierten gegen Gebühr auf zuvor festgelegte Anschlüsse anrufen dürfen. Das geringe Einkommen, das sie in den Werkstätten verdienen, geht oft für Zigaretten oder Hygieneprodukte jenseits der obligatorischen Kernseife und Zahnpasta drauf. Da gilt es, immer wieder aufs Neue abzuwägen: Diese Woche Deodorant und Fernsehen oder Anruf bei Muttern? Für Angehörige gibt es übrigens den Verein Rückenwind e.V., den das Bistum Trier jährlich mit 20.000 Euro unterstützt. Dort finden sie ein offenes Ohr für all ihre Fragen, Unterstützung jeglicher Art und sogar die Möglichkeit, Kinder während des Besuchs betreuen zu lassen.

Apropos Arbeiten im Knast: Anders als in vielen anderen Bundesländern gilt in Rheinland-Pfalz keine Arbeitspflicht hinter Gittern. Die Nachfrage, in der hauseigenen Wäscherei, der Backstube, der Schlosserei oder auf den Feldern, die der Gärtnerei angeschlossen sind, arbeiten zu dürfen, ist allerdings hoch. Die Werkhallen sind auf dem neuesten Stand, der Boden gewienert, die polierten Arbeitsflächen aus Edelstahl reflektieren das Licht. Ordnung wird hier großgeschrieben, das wird beim Rundgang über das Areal der JVA mit Anstaltsleiter Patzak deutlich. Der gebürtige Trierer, ehemaliger Staatsanwalt und früherer Basketball-Bundesligaspieler, leitet seit 2014 die JVA Wittlich, die derzeit 535 Haftplätze für den geschlossenen Vollzug und 41 für den offenen Vollzug zur Verfügung hat. Das angeschlossene, 2010 neu erbaute Justizvollzugskrankenhaus inklusive chirurgischer und psychiatrischer Abteilung verfügt über insgesamt 68 Betten.

„Umfassende medizinische Versorgung, bisschen arbeiten, Sport treiben, fernsehen und den Rest vom Tag faulenzen” – so oder so ähnlich klingt der Tenor zuweilen in der öffentlichen Debatte um Haftbedingungen: Immer wieder sehen sich Inhaftierte, Bedienstete und die Leitung der JVA mit dem Vorwurf konfrontiert, die Haftbedingungen seien zu milde. Darauf angesprochen, lacht Reichert, der auch für die Jugendstrafanstalt Wittlich und die JVA Trier zuständig ist, auf: „Wer so etwas behauptet, kann ja gerne mal probewohnen kommen. Freiheitsentzug ist gravierend. Ab dem Moment, in dem man die Anstaltskleidung anlegt, geht nichts mehr in Eigenständigkeit. Niemand ist gerne hier.”

Seelsorger im Knast – ein anspruchsvoller Job, der nicht nur ein gerüttelt Maß an Fingerspitzengefühl, Besonnenheit und psychischer Stärke braucht, sondern vor allem einen ausgeprägten Hang zur Nächstenliebe. Reichert gesteht mit Blick auf seine eigene Biografie: „Gott kann auf krummen Linien gerade schreiben. Ich war in jungen Jahren selbst recht problematisch.” Er habe allerdings Glück gehabt, sei nie mit der Justiz in Konflikt geraten. „Ich bin dankbar, dass mir das erspart geblieben ist. Und davon möchte ich etwas weitergeben.” Schuld, Buße und Vergebung gehören zu den großen Themen im Katholizismus. „Wir können in die Irre laufen, aber wir können auch wieder umkehren und neu anfangen. Diese Botschaft will ich weitergeben.” Dass die Botschaft ankommt, davon zeugt die Erfahrung – und die ein oder andere Freundschaft, die Reichert über die Jahre hinweg mit ehemaligen Inhaftierten und ihren Familien geschlossen hat. Denn: „Gott schenkt uns einen Neuanfang, wenn wir bereit sind, uns durch ihn verändern zu lassen. Das ist etwas ganz Großartiges!” Die Hoffnung auf einen Neuanfang: Eine Chance, die jeder der rund 50 Gottesdienstteilnehmer an diesem grauen Sonntagmorgen im November ergreifen kann, wenn er es denn wirklich will. Diakon Reichert steht schon zur Starthilfe bereit. So wie jeden Tag.

Auf dem Gebiet des Bistums Trier befinden sich fünf JVA, eine Jugendstrafanstalt (JSA) und eine Jugendarrestanstalt (JAA). Die Gefängnisseelsorgenden haben die Aufgabe, das Wort Jesu „Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen“ in die Tat umzusetzen. Sie stehen allen Menschen im Gefängnis und deren Angehörigen als Ansprechperson zur Verfügung. Die Seelsorge in den Justizvollzugsanstalten fällt in die Zuständigkeit der Abteilung Pastorale Grundaufgaben im Bischöflichen Generalvikariat. Weitere Informationen gibt es auf www.bistum-trier.de/seelsorge-in-lebenssituationen/gefaengnisseelsorge und https://jvawt.justiz.rlp.de/.  (ih)