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Straßenbäume in Aachen leiden unter der Trockenheit – Stadtbetrieb versorgt täglich bis zu 300 Bäume

Aachen – Mit zusätzlichen Fahrzeugen werden aktuell bis zu 60.000 Liter Wasser täglich an Aachens Straßenbäume gebracht. Um den Baumbestand im Gleichgewicht zu halten, werden künftig jedes Jahr 500 neue Bäume gepflanzt. Bürger*innen sind aufgerufen, mitzugießen – jeder Liter Wasser hilft!

Zuletzt waren die Fahrzeuge Anfang des Jahres unterwegs – da noch mit Schild und Streuteller im Winterdienst. Nun sind die kleinen Lastwagen mit einem Gießarm und einem 5.100-Liter-Wasserfass umgerüstet, sodass die Mitarbeitenden der Baumunterhaltung Aachens Straßenbäume mit Wasser versorgen können. Der Klimawandel zeigt seine Auswirkungen deutlich.

Bereits seit März versorgt das Team des Aachener Stadtbetriebs im Schnitt täglich bis zu 300 Straßenbäume. Zwischen 150 und 200 Liter werden an den Baum gegossen; abhängig vom Alter des Baumes alle zehn bis zwölf Tage.

„Dekade der Stadtbäume“

Die Anforderungen an die Baumunterhaltung haben sich in den vergangenen Jahren drastisch verändert. Insbesondere die anhaltenden Trockenperioden führen dazu, dass die Mitarbeitenden der Baumunterhaltung des Aachener Stadtbetriebs zu Gegenmaßnahmen greifen müssen, um die Stadtbäume in Aachen in einem guten Zustand erhalten zu können. Stadtbäume können mit der Trockenheit noch viel schwerer umgehen, als die Bäume im Wald. Der Grund: In den Städten haben die Bäume oft weniger Platz für ihre Wurzeln. Im Boden können sie Wasser schlechter aufnehmen. Gleichzeitig bekommen sie viel Sonne ab, da sie häufig isoliert an den Straßen stehen.

Um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, braucht Aachen eine „Dekade der Stadtbäume“, betont Heiko Thomas, Dezernent für Klima und Umwelt, Stadtbetrieb und Gebäude der Stadt Aachen. „Wir verlieren in Aachen jährlich mehr Bäume als wir pflanzen. Wir müssen uns deshalb um die Bestandsbäume kümmern und gleichzeitig mehr Bäume pflanzen.“ Rund 500 Ersatzbaumpflanzungen im öffentlichen Raum, also an Straßen, Parkanlagen und Spielplätzen, sowie im Bereich des städtischen Gebäudegründe und auf Liegenschaften übernimmt der Aachener Stadtbetrieb ab 2024 jährlich. Hinzu kommen Pflanzungen des Fachbereichs Umwelt und Klima im Rahmen von Neu- und Umbaumaßnahmen, sowie sonstigen Projekten, wie etwa dem Friedhofsentwicklungsprojekt des Stadtbetriebs.

25.000 Gießgänge pro Jahr

Sie alle müssen mit Wasser versorgt werden. Fünf Gießsysteme mit unterschiedlichen Fassungsvermögen (1.000 Liter, 5.100 Liter und 8.000 Liter Wasser) setzt der Stadtbetrieb aktuell täglich ein, um die Bäume in den unterschiedlichen Umgebungen wie Parks, Schulen und Straßenzügen zu erreichen. 2024 werden zwei weitere Systeme mit 3.500 Liter und 11.000 Liter Fassungsvermögen angeschafft. „Bei 500 Ersatzpflanzungen pro Jahr und bis zu fünf Jahren Entwicklungspflege pro Baum entspricht dies in etwa 25.000 Gießgängen pro Jahr, die sich überwiegend auf die Vegetationsperiode von März/April bis Oktober/November verteilen, unabhängig von den älteren Bestandbäumen“, erläutert Andreas Schulz, Bereichsleiter Baumunterhaltung des Aachener Stadtbetriebs. Welche Bäume in Zeiten des Klimawandels bestenfalls gepflanzt werden, ist abhängig vom jeweiligen Standort, erläutert der Teamleiter für Baumpflanzungen und Jungbäume, Michael Speck. „Auf einer Rasenfläche im Park gedeiht eine Birke sehr gut, ein paar Meter weiter im Straßenraum kommt sie nicht mehr gut zurecht.“ Und so prüfen die Expert*innen für jede Ersatz- und Neupflanzung, welche Baumart wegen der örtlichen Begebenheiten am besten geeignet ist.

Um die Vorbereitungen der Baumstandorte, Pflanzungen und Pflege dauerhaft übernehmen zu können, wird das Team aktuell erweitert: Der Aachener Stadtbetrieb stellt allein in diesem Bereich acht neue Mitarbeitenden ein. Denn vor allem die Jungbäume benötigen eine intensive Pflege. „Die Jungbäume müssen wir in den ersten drei Jahren nach der Pflanzung mit 15 bis 20 Gießgängen vollversorgen“, erläutert Andreas Schulz. Doch auch darüber hinaus werden die Stadtbäume gegossen – bedarfsorientiert je nach Alter, bei Trockenheit auch bei älteren Bäumen, um Schaden abzuwenden. „Es ist wichtig den permanenten Welkepunkt abzuwenden, damit die Bäume keinen dauerhaften Schaden davontragen“, erklärt Schulz. Besonders junge Bäume sind davon betroffen, denn sie konnten noch nicht ausreichend breite und tiefe Wurzeln bilden. Doch dieser Punkt kann abgewendet werden, indem die Bäume gegossen werden. Hier könnten schon ein bis zwei Gießkannen eine erste Hilfe sein. „Wir brauchen alles und jeden. Menschen, Maschinen, den Privatbereich und Baumpat*innen“, betont Heiko Thomas.

Unterstützung der Bürger*innen

Die Bürgerinnen und Bürger können die Mitarbeitenden des Stadtbetriebs unterstützen, indem sie Bäume in der eigenen Wohnstraße mit Wasser versorgen. Leitungs- und Regenwasser sind gleichermaßen geeignet. Dabei gilt: Zu viel gibt es nicht, und jeder Eimer oder jede Gießkanne zählt.

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Neue Kooperation in Mayen

Mayen – Wer rastet, der rostet! Nach diesem Motto handelt der Ehrenamtskoordinator des Seniorendomizils Am Grubenfeld James Clifton „Jimmy“ Stone und ist immer auf der Suche nach interessanten und altersgerechten Abwechslungen für die Bewohner des Altenpflegeheims.

Er wurde gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft fündig, denn die Erlebniswelten Grubenfeld bieten ein Stück Heimatgeschichte zum Anfassen. „Es ist ganz wichtig, im Alltag Abwechslung zu erleben und neue Eindrücke zu gewinnen. So bleiben unsere Bewohner fit und können weiter am Leben teilhaben“, begründet James Clifton Stone sein Engagement. Auch Sabine Leonard von den Erlebniswelten Grubenfeld ist überzeugt, den Senioren ein paar schöne Stunden gestalten zu können: „Unsere Ausstellung ist weitestgehend barrierefrei.

Vielleicht werden ja sogar wieder Kindheitserinnerungen wach und der ein oder andere erzählt von früher. Auch unsere Führungen durch die Ausstellung und über das Gelände versprechen viel Wissenswertes und laden ein, die direkte Nachbarschaft zu erkunden. Wem der Besuch der Ausstellung zu anstrengend wird, kann sich auf unserer wunderbaren Terrasse bei einer Tasse Kaffee ausruhen.“ Ehrenamtskoordinator Jimmy Stone und Museumsmitarbeiterin Sabine Leonard sind sich einig: „Zusammen gestalten wir einen schönen und erlebnisreichen Nachmittag für unsere Besucher!“

Mehr Informationen zum Eifelmuseum Mayen unter: www.eifelmuseum-mayen.de

Öffnungszeiten
EifelTotal und Deutsches Schieferbergwerk: Täglich geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr
Geschlossen:freitags, außer an Feiertagen und in den Ferien RLP und NRW

Erlebniswelten Grubenfeld: Täglich geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr
Geschlossen: montags, außer an Feiertage und in den Ferien von RLP und NRW

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Stabwechsel beim Sommerfest in Kall

Kall – Die Musikkapelle Kall präsentierte mit Marc Leibach ihren neuen musikalischen Leiter – Der scheidende Dirigent Peter Blum übergab den Taktstock an seinen Nachfolger – Ein letztes Mal „Gospel John“. Mit neuem Dirigenten startete die Musikkapelle Kall am ersten Ferienwochenende ihr traditionelles Sommerfest. Weil der langjährige Festplatz „Auf dem Fels“ durch die dort stehenden Tiny-Häuser für Kaller Flutopfer noch nicht zur Verfügung steht, zogen die Musiker erneut hinter die Alte Post in der Bahnhofstraße um. Die Kaller zeigten zwei Tage lang, dass sie „ihrer“ Musikkapelle auch am Ersatzstandort die Treue halten. Das Fest war samstags und sonntags gut besucht, wozu auch der strahlende Sonnenschein dazu beigetragen hatte. Auch Bürgermeister Hermann-Josef Esser erwies den Kaller Musikern an beiden Tage die Ehre.

Am Samstagabend hatte Band „Two Funny 4 You“, die Rock- und Pop-Titel covert, aber auch kölsche und eigene Lieder spielt, die Gäste unterhalten. Sonntags spielen die Musikvereine Floisdorf und Vlatten auf und anschließend die Musikkapelle Kall selbst. Für den Dirigenten Marco Leibach wurde das Fest in Kall eine offizielle Premiere, denn der 30-Jährige hat erst vor wenigen Wochen die musikalische Leitung der Musikkapelle Kall übernommen.

Marco Leibach folgt auf Peter Blum, der nach zehn Jahren als Dirigent in Kall aus zeitlichen Gründen sein Dirigat aufgegeben hat. Nach 28 Jahren als Trompeter der Big Band der Bundeswehr steht er vor der Pension und wechselt ins Marketing zu einem der weltweit größten Hersteller von Blasinstrumenten nach Süddeutschland. „Peter Blum hat uns mit großem Engagement dirigiert und musikalisch wie menschlich enorm bereichert. Es ist sehr schade, dass er uns verlässt“, sagt Vereinsvorsitzender Stefan Reinders.

Blum vermittelte den Kallern den Kontakt zu Marco Leibach, der seit Ende 2022 als Posaunist bei der Big Band der Bundeswehr spielt und mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Stotzheim wohnt. Der neue Dirigent, gebürtig vom Bodensee, war bei diversen Musicals angestellt und in einigen Brass-Bands aktiv. Er hat Musik unterrichtet und eine Big Band geleitet. Nun freue er sich, erstmals eine traditionelle Blaskapelle zu dirigieren. „Die Musikkapelle Kall zu dirigieren, finde ich spannend, da ich immer vor neue Herausforderungen gestellt werde. Das Repertoire einer modernen Blaskapelle reduziert sich ja nicht nur auf traditionelle Musik, sondern sollte das breite Spektrum der heutigen Erwartungen erfüllen“, so Leibach.

Bevor Marco Leibach beim Sommerfest erstmals öffentlich den Taktstock in Kall schwang, galt es, seinen Vorgänger Peter Blum gebührend zu verabschieden. Vorsitzender Stefan Reinders übergab Blum eine große Collage mit Fotos aus der zehnjährigen Dirigententätigkeit in Kall. Peter Blum erinnerte sich noch an einen Zeitungsartikel vor zehn Jahren, in dem von der Übergabe des Dirigentenstabs an ihn berichtet wurde. Nun sei es an der Zeit, den Dirigentenstab an seinen Nachfolger Marco Leibach in der Hoffnung, dass dieser mindestens die nächsten zehn den Taktstock in Kall schwinge.

Der neue übernehme eine gut aufgestellte Blaskapelle bestätigten Vorsitzender Stefan Reinders und der scheidende Dirigent Peter Blum. Der ergriff, unter großem Applaus der Sommerfest-Besucher, zum endgültigen Abschied von Kall noch einmal den Dirigentenstab, um das Stück „Gospel John“, dass sein Vorgänger Eckard Auer für Blasorchester umgeschrieben habe.

Die Musikkapelle Kall, die im nächsten Jahr ihr 70-jähriges Bestehen feiert, ist immer auf der Suche nach Verstärkung. Sie fördert auch die musikalische Ausbildung finanziell. Die rund 40 Aktiven proben freitags ab 19.30 Uhr in der Alten Schule (Aachener Str. 51). Vorsitzender Stefan Reinders: „Interessierte können dort gerne vorbeikommen“. (Reiner Züll)

 

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Jetzt bewerben für den Städtischen Förderpreis „Integration durch Sport“ 2023 in Aachen

Aachen – Nicht nur Sportvereine können sich mit sportlichen Projekten bewerben – Er geht in die nächste Runde: Der städtische Förderpreis „Integration durch Sport“ wird in diesem Jahr bereits zum 13. Mal verliehen. Mit ihm werden Vereine, Träger der freien Jugendhilfe, Migrantenselbstorganisationen oder andere Institutionen sowie engagierte, ehrenamtlich tätige Menschen ausgezeichnet, die einen außergewöhnlichen und nachhaltigen Beitrag zur Integrationsarbeit in Aachen leisten. „Integration durch Sport ist so viel einfacher, als in vielen anderen Bereichen“, weiß Bernd Elbert, stellvertretender Fachbereichsleiter des Fachbereichs Sport der Stadt Aachen. Davon ist auch Uschi Brammertz, Geschäftsführerin des Fördervereins „Integration durch Sport“, überzeugt: „Man verbindet beim Sport Menschen auch ohne gemeinsame Sprache, starre Regeln oder Abläufe.“ Das kann Sarah Hunds vom Kommunalen Integrationszentrum des städtischen Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration bestätigen: „Sport baut Brücken.“

Der Sieger des vergangenen Jahres

Und diese Brücken will der Förderpreis alljährlich zeigen und auszeichnen. Für die Preisträger*innen ist der Förderpreis nicht nur ein finanzieller Anreiz, sondern vor allem auch eine öffentliche Anerkennung ihrer wichtigen Arbeit. Den ersten Platz belegte 2022 das Jugend- und Begegnungshaus „jub – das Netz“ mit dem Projekt „Hip Hop Tanz-Workshops, Skate-Workshops, Nachtaktiv“. Das „jub“ fördert seit über 20 Jahren das gleichberechtigte und friedliche Zusammenleben von Menschen, unabhängig ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, sowie die Begegnung zwischen den Generationen. Die Bedeutung über das Preisgeld hinaus kann Silke Radermacher, pädagogische Mitarbeiterin, nur bestätigen: „Das war für die Kinder, die bei der Preisverleihung im Ballsaal des Alten Kurhaus dabei waren, aufregend. Die sind ganz lange sehr stolz gewesen. Das hat uns viel bedeutet.“ Tanztrainer Patrick Legun über das ausgezeichnete Projekt: „Wir bekommen bei solchen Angeboten immer mit, aus welchen Ländern aktuell die meisten Geflüchteten kommen. Aber beim Tanzen reden wir erstmal kaum miteinander. Wir machen Musik und tanzen gemeinsam.“ Für Simone Deloie, Fachkraft „Integration durch Sport“ beim Stadtsportbund Aachen, ein ideales Beispiel: „Eigentlich passiert beim Sport Integration ja nebenbei. Viele Vereine wissen gar nicht, wie viel sie in dem Bereich leisten.“ Für Oliver Schwarz, den Hausleiter des „jub“, ist auch „Nachtaktiv“ ein solches Angebot: „Die Kinder und Jugendlichen treiben abends gemeinsam Sport in offenen Turnhallen und sind nicht alleine draußen unterwegs.“ Das „jub“ sei ein sicherer Spot für die Jugendlichen der Umgebung.

Jury entscheidet

Eine Jury entscheidet über die eingegangenen Vorschläge. Sie setzt sich zusammen aus dem Beigeordneten für den städtischen Fachbereich Sport und jeweils einer Vertretung des Integrationsrates, des Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration, des Fachbereichs Sport, des StadtSportBundes und des Arbeitskreises „Integration durch Sport“. Besonders berücksichtigt werden innovative und richtungsweisende Aktivitäten mit Vorbildcharakter, die sich nachhaltig und dauerhaft auf die Integrationsarbeit auswirken, Projekte oder Aktivitäten, die durch eine Kooperation unterschiedlicher Institutionen getragen werden und vernetzt sind. Aktionen, die sich durch ein gemeinsames Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturkreise auszeichnen und die Kommunikation untereinander verbessern oder Aktivitäten, die sich durch soziale Aspekte, wie kostenlose oder preiswerte Angebote oder ein über das Sportangebot hinausgehendes soziales Engagement auszeichnen, haben ebenfalls gute Chancen.

Für den ersten Platz wird ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro, für den zweiten Platz 1.000 Euro und für den dritten Platz 500 Euro ausgezahlt. Für weitere Projekte kann es zusätzliche Anerkennungspreise geben.

„Projekte, die vor 2018 für den Preis vorgeschlagen oder geehrt wurden, können sich erneut bewerben. Prämierte Projekte aus den vergangenen fünf Jahren können leider nicht berücksichtigt werden“, erläutert Ellen Schartmann vom Fachbereich Sport. Alle Infos und die ausfüllbare Bewerbung unter www.aachen.de/sport, Rubrik „Sportförderung“.

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Mayener KSK-Belegschaft unterstützt Initiative „Glücksritter“

Mayen/Region – Claudia Sauer als Gründerin der Initiative „Glücksritter“ sowie Anja Daheim von der Flut- & Flüchtlingshilfe Polch sowie Barbara Böhlandt und Herman Feller von den TAFEL-Ausgabestellen Münstermaifeld und Polch staunten nicht schlecht, was die Belegschaft der Kreissparkasse (KSK) Mayen in den zurückliegenden Wochen an Sachspenden zusammen getragen hatte. KSK-Personalratsvorsitzende Anne Püsch hatte hierzu in den vergangenen Wochen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KSK aufgerufen, die Initiative mit Sachspenden in Form von haltbaren Lebensmitteln, Babynahrung, Arzneimitteln, Verbandsmaterialien, Hygieneartikeln sowie Spielsachen und auch Tiernahrung zu spenden. Im Beisein von KSK Vorstandsvorsitzendem Karl-Josef Esch und seinem Vorstandskollegen Christoph Weitzel konnten die gesammelten Sachspenden kürzlich ihrer Bestimmung übergeben werden.

Claudia Sauer, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert, hatte die Initiative „Glückritter“ ins Leben gerufen, insbesondere um Bedürftigen und Flüchtlingen zu helfen. So konnte bereits in der Vergangenheit nach der Flutkatastrophe an der Ahr unkompliziert Hilfe geleistet werden. Auch Hilfstransporte in die Ukraine konnten so bereits organisiert und durchgeführt werden. „Aktuell liegen mir die Kinder aus der Ukraine besonders am Herzen, die sich über Stofftiere, Malstifte und Malbücher freuen“, bedankte sich Claudia Sauer, die selbst bei einem Hilfstransport in die Ukraine dabei war und diesen in einem Video dokumentiert hat.

„Die Idee, etwas Gutes zu tun, liegt vielen unserer Kolleginnen und Kollegen am Herzen. So ist auch diese Aktion aus der KSK-Belegschaft heraus entstanden und schnell stand fest, dass wir der Initiative „Glücksritter“ helfen wollen, die u.a. die örtliche TAFEL Ausgabestellen in Münstermaifeld und Polch mit Lebensmittelspenden unterstützt. Gerade die gemeinnützige TAFEL des Caritasverbandes Rhein-Mosel-Ahr e.V. ist mit der Versorgung Bedürftiger momentan leider stark gefordert und für solche Aktionen dankbar,“ erklärt KSK-Personalratsvorsitzende Anne Püsch. „Die Lebensmittelspenden kommen völlig unbürokratisch und ohne Umwege den Ausgabestellen der TAFEL in Münstermaifeld und Polch zu. Ebenso werden das Tierheim Andernach und die Flut- & Flüchtlingshilfe Polch Sachspenden erhalten. Medizinische Spenden in Form vom Arzneimitteln und Hygieneartikel gehen an Menschen in der Ukraine, die durch Kriegshandlungen verletzt und verwundet wurden“, erklärt Anne Püsch abschließend.

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Eurojackpot geknackt – Mega-Glück für Deutschland

Region/Münster – 120 Millionen gehen nach Schleswig-Holstein – Weitere 8 deutsche Millionäre in der zweiten Gewinnklasse – Ein Eurojackpot-Tipper aus Schleswig-Holstein schaffte es am gestrigen Freitag, 23. Juni, den 120-Millionen-Jackpot zu knacken. Elf weitere Spielteilnehmer erzielten Treffer in der zweiten Gewinnklasse und werden dadurch ebenfalls zu Millionären – 8 davon stammen aus Deutschland.

Der neue Multi-Millionär aus Schleswig-Holstein bewies mit den Gewinnzahlen 2-3-18-23-39 sowie den beiden Eurozahlen 6 und 8 in der 15. Ziehung der laufenden Jackpotperiode den richtigen Riecher für den ersten Rang. Da ihm dies als einzigem Tipper gelang, gehören die 120 Millionen Euro jetzt allein ihm.

Damit geht der Mega-Jackpot, der erst dreimal überhaupt diese Summe erreicht hat, zum zweiten Mal nach Deutschland. Im November 2022 hatte ein Berliner den Jackpot geknackt und damit einen neuen Lotterierekord für Deutschland aufgestellt.

Bundesland-Rekord

Und auch für Schleswig-Holstein ist der Gewinn ein ganz besonderer: Erstmals in der Geschichte von Eurojackpot hat es ein Spielteilnehmer aus diesem Bundesland geschafft, einen Treffer in der ersten Gewinnklasse zu erzielen. Der bisherige Eurojackpot-Rekord für Schleswig-Holstein stammt aus dem Juni 2018. Damals hatte ein Tipper knapp 6 Millionen Euro in Gewinnklasse 2 gewonnen.

Noch mehr Millionäre

Die Ziehung am Freitagabend brachte zudem weitere Millionen-Gewinne hervor: Da der Mega-Jackpot am Dienstag (20. Juni) nicht geknackt wurde, hatte sich in Gewinnklasse 2 ein zusätzlicher Jackpot in Höhe von rund 22 Millionen Euro gebildet. Dieser wird nun auf elf Spielteilnehmer aus Baden-Württemberg (2x), Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (3x), Spanien, Litauen und die Tschechische Republik aufgeteilt. Ihre Glückstreffer im zweiten Rang sind jeweils exakt 2.275.342,20 Euro wert.

Bisherige Gewinner

Der Eurojackpot war zuletzt am 2. Mai (Dienstag) getroffen worden – ein Spielteilnehmer aus Polen gewann rund 13,7 Millionen Euro. Der jüngste deutsche Jackpotgewinner stammt aus dem April: Rund 46,9 Millionen gingen nach Nordrhein-Westfalen.

Seit der Produktänderung im März 2022 kann überhaupt erst um Jackpots von bis zu 120 Millionen Euro gespielt werden. Vorher war die Jackpothöhe bei der Lotterie Eurojackpot auf 90 Millionen Euro begrenzt.

Nächste Ziehung

Zur kommenden Ziehung am Dienstag (27. Juni) startet der Eurojackpot wieder mit einer Jackpotsumme von 10 Millionen Euro. Tipps können dann bis spätestens 19 Uhr in den Lotto-Annahmestellen oder unter www.eurojackpot.de abgeben werden. Je nach Bundesland kann der Annahmeschluss abweichen.

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RLP Innenminister Michael Ebling stellt das neue 3,5 Mio. teure Tanklösch-Fahrzeug (TLF) 3000 vor

Region/Mainz – Über 3.000 Liter Löschwasservorrat, Spezialequipment für die Waldbrandbekämpfung und besonderer Schutz gegen Feuer: Innenminister Michael Ebling hat am Rande einer Tagung mit den rheinland-pfälzischen Brand- und Katastrophenschutzinspekteuren (BKI) in Wirges (Westerwaldkreis) das erste von insgesamt acht neuen Tanklöschfahrzeugen (TLF) 3000 vorgestellt. Die insgesamt rund 3,5 Millionen Euro teuren Fahrzeuge sollen bis Ende Oktober in den Leitstellenbereichen stationiert und damit den Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

„Die Neuaufstellung und nachhaltige Stärkung des Katastrophenschutzes ist eines der wichtigsten Projekte dieser Landesregierung. Dazu gehören zahlreiche organisatorische, rechtliche und strukturelle Anpassungen. Aber auch künftig werden im Kern die Landkreise, Städte und Gemeinden für den Brand- und Katastrophenschutz verantwortlich sein. Damit die Akteure vor Ort ihre Aufgaben im Bereich des Katastrophenschutzes noch besser erfüllen können, stellen wir diese hochspezialisierten Tanklöschfahrzeuge für die Waldbrandbekämpfung als Landesbeschaffung zur Verfügung“, sagte Innenminister Michael Ebling. Die Konzeptionierung und Beauftragung der Fahrzeuge gehe auf eine gemeinsame Arbeitsgruppe „Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung“ zurück, die gemeinsam mit den Aufgabenträgern gegründet worden sei.

Der Minister betonte, dass die geländegängigen Fahrzeuge für eine ganze Reihe von besonderen Einsatzszenarien nutzbar seien. „Die neuen TLF 3000 führen spezielle Ausrüstung zur Bekämpfung von Waldbränden mit. Dazu gehören spezielle Strahlrohre genauso wie dünnere Schläuche, die im Gelände besser anzuwenden sind. Die Brandbekämpfung kann aus dem fahrenden Fahrzeug heraus erfolgen und eine Selbstschutzanlage ermöglicht es, das Fahrzeug mit einem „Wasservorhang“ zu schützen, um aus einem Gefahrenbereich zu entkommen“, so der Minister.

„Das Fahrzeug kann aber auch bei Überschwemmungen eingesetzt werden. Es hat eine erhöhte Wasserdurchfahrtsfähigkeit und kann mit seiner Dachluke zur Personenrettung eingesetzt werden“, sagte Ebling.

Das am gestrigen Freitag vorgestellte Fahrzeug wird im Landkreis Alzey-Worms stationiert. Bevor das TLF 3000 in den Einsatz gebracht wird, sind jedoch zunächst noch einige Gebrauchs- und Einsatztests geplant. Anschließend folgt eine Schulung der Kräfte, die das Fahrzeug später nutzen.

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Ein Abschied und ein Neubeginn in Ahrweiler

Ahrweiler – Wechsel an der Spitze des Katastrophenschutzes im Kreis –  Johannes Jung wird neuer stellvertretender Brand- und Katastrophenschutzinspekteur. An der Spitze des Brand- und Katastrophenschutzes im Kreis Ahrweiler gibt es einen Wechsel: Marcus Mandt übergibt das Amt des stellvertretenden Brand- und Katastrophenschutzinspekteurs (BKI) an seinen Feuerwehrkollegen Johannes Jung. Nach der Hälfte der zehnjährigen Amtszeit scheidet Mandt auf eigenen Wunsch Ende Juni 2023 aus der Führungsposition aus.

Im feierlichen Rahmen bedankten und verabschiedeten Landrätin Cornelia Weigand, der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Michael Zimmermann, der stellvertretende Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Frank Linnarz, die Wehrleiter und Vertreter der Kommunen, Vertreter des THW, des DRK, der Rettungshundestaffel Ahrtal, der Polizei und der Bundeswehr Mandt im Kreishaus.

„In Ihren fünf Jahren als stellvertretender BKI haben Sie sich mit Ihren herausragenden Kompetenzen – sowohl fachlich als auch menschlich – hohe Anerkennung im kreisweiten Brand- und Katastrophenschutz, bei den Führungskräften, in den Verwaltungen und bei den Kreisgremien erworben. In dieser Zeit haben Sie viele herausfordernde Situationen gemeistert. Sie haben dem Kreis in seinen wohl bislang schwersten Stunden, Tagen, Wochen und Monaten nach der Flut mit herausragendem Engagement und großer Fachkompetenz zur Seite gestanden. Für diesen besonderen Einsatz danke ich Ihnen auch persönlich sehr herzlich“, betonte Weigand in ihrer Rede.

Mandt, der seit über 30 Jahren Angehöriger des Löschzugs Bad Neuenahr und seit 2014 Wehrleiter der Feuerwehr der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist, hatte den Katastrophenschutz im Kreis seit 2018 entscheidend mitgeprägt. Neben seiner stellvertretenden Position als BKI war er Leiter der Technischen Einsatzleitung – kurz TEL – und damit für eine der zentralen Führungsorganisationen im Landkreis verantwortlich.

Die neue Führungsposition im kreisweiten Brand- und Katastrophenschutz übernimmt Johannes Jung. Der 39-Jährige, der zuvor von den Wehrleitern des Kreises gewählt worden war, ist kein unbekanntes Gesicht in den Reihen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte und Katastrophenschützer. Neben seinem Amt als Wehrleiter der Löschgruppe Eckendorf der Grafschafter Feuerwehr konnte Jung bereits seit 2014 in der TEL Erfahrungen sammeln. Zusammen mit BKI Michael Zimmermann und seinem Stellvertreter Frank Linnarz wird Jung das Einsatzgeschehen bei großflächigen Lagen im Kreisgebiet oder bei komplexen Gefahrensituationen leiten und koordinieren.

„In Anbetracht der Nachwirkungen der Flut ist es sicher nicht selbstverständlich, sich für ein solch anspruchs- und verantwortungsvolles Amt zur Wahl zu stellen. Umso mehr danke ich Johannes Jung für seine Bereitschaft und freue mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit“, sagte Weigand bei seiner Verpflichtung und wünschte Jung für seine neue Rolle im Ehrenamt „eine sichere Hand bei allen Entscheidungen“.

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Veränderte Mensch-Maschine-Schnittstelle im Auto bringt neue Problemfelder mit sich

Region/Stuttgart – Mit der zunehmenden Digitalisierung des Straßenverkehrs steht die Gesellschaft an der Schwelle der wohl größten Mobilitäts-Revolution seit der Erfindung des Automobils. Software und Elektronik übernehmen immer mehr Aufgaben und machen das Auto zur rollenden High-Tech-Maschine. Die Erwartungen an die technologische Entwicklung in Sachen Sicherheit sind enorm. Im gleichen Atemzug werden aber auch Bedenken mit Blick auf potenzielle neue Risiken geäußert. „Es ist wichtig, das gesamte Mobilitätssystem im Auge zu behalten, ebenso wie die wechselseitige Wirkungsdynamik. Die Rolle des Fahrers wird sich wandeln, und mit ihr das Gesamtsystem der Mensch-Maschine-Schnittstelle im Fahrzeug“, betonte Jann Fehlauer, Geschäftsführer der DEKRA Automobil GmbH, bei der Vorstellung des DEKRA Verkehrssicherheitsreports 2023 „Technik und Mensch“ in Berlin. Der 16. Report dieser Art beleuchtet zahlreiche Problemfelder aus Sicht der Unfallforschung, der Verkehrspsychologie, der Fahrzeugtechnik, der Infrastrukturgestaltung und der Gesetzgebung.

  • Potenzial zur Unfallvermeidung sollte noch besser genutzt werden
  • System-Komplexität muss in jeder Verkehrssituation beherrschbar bleiben
  • Moderne Bedienkonzepte dürfen nicht zu mehr Ablenkung führen

Abgelenkt, übermüdet, überfordert – die Liste der gängigen Ursachen von Verkehrsunfällen ließe sich beliebig fortsetzen. Oder stark komprimieren: Faktor Mensch. Nach polizeilichen Verkehrsunfallanzeigen der Polizei sind fast alle Verkehrsunfälle mit menschlichem (Fehl-)Verhalten erklärbar. Mängel in Sachen Infrastruktur oder gar Technik werden nur in den seltensten Fällen als ursächlich oder mitursächlich genannt. Die Übertragung möglichst aller Fahraufgaben auf die Fahrzeuge gilt daher für viele als das beste Mittel zur Unfallprävention. „Moderne Assistenzsysteme sind die Grundlage für die zunehmende Automatisierung des Straßenverkehrs und können viele Unfälle verhindern oder zumindest die Unfallfolgen minimieren. Gleichzeitig können automatisierte Fahrfunktionen auch neue Problemfelder mit sich bringen“, so Fehlauer.

In Sachen Unfallvermeidung ist mit Blick auf die „Vision Zero“, die viele Staaten der Welt bis zum Jahr 2050 verfolgen, – also das Ziel eines sicheren Straßenverkehrs, in dem es bei Unfällen möglichst keine Getöteten und Schwerverletzten mehr gibt – noch viel zu tun. Das zeigt allein schon ein Blick auf die Entwicklung in der EU. Wie Fehlauer ausführte, reduzierte sich hier zwar die Zahl der Verkehrstoten von 2001 bis 2020 um fast 63,5 Prozent von 51.400 auf 18.800. Allerdings stagnieren die Zahlen seit ungefähr 2012, der historische Tiefstand im Jahr 2020 lässt sich vor allem mit Einflüssen der Pandemie erklären. Seitdem steigen die Zahlen wieder an – auf 19.900 im Jahr 2021 und 22.600 im Jahr 2022. Der prozentuale Rückgang gegenüber 2001 schrumpft damit auf nur noch 56 Prozent. Weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Zahl der jährlichen Verkehrstoten auf aktuell rund 1,3 Millionen.

„Game Changer“ für die Mobilität – aber sicher

Automatisierte Fahrsysteme sind nach Ansicht von Kristian Schmidt, Europäischer Koordinator für Straßenverkehrssicherheit, ein „Game Changer“. „Vernetztes und automatisiertes Fahren hat ein großes Potenzial, die Mobilität sicherer und zugänglicher zu machen“, schreibt Schmidt im DEKRA Verkehrssicherheitsreport. Aus seiner Sicht ergeben sich aber auch neue Herausforderungen – etwa mit Blick auf Cybersicherheit sowie auf den sicheren Betrieb hochautomatisierter Fahrzeuge im Mischverkehr. „Wir müssen sicherstellen, dass automatisierte Fahrzeuge sicher sind, bevor wir sie auf Europas Straßen fahren lassen. Wenn die Typgenehmigung hier scheitert, kann die gesamte Technologie in Misskredit geraten“, schreibt Schmidt.

Antonio Avenoso, Geschäftsführer des Europäischen Verkehrssicherheitsrats (ETSC), macht sich in seinem Statement für die EU-weite Meldepflicht von Unfällen mit Beteiligung von Systemen für assistiertes und automatisiertes Fahren stark – ebenso wie für eine zentrale Behörde für die Erfassung der so gesammelten Daten, die Überwachung detaillierter Unfalluntersuchungen und die Aufsicht über die sichere Einführung neuer Technologien. „Falls Computercodes oder Sensoren ein Problem verursachen, das zu einem Unfall beigetragen hat, müssen wir das wissen, damit wir zukünftige Probleme vermeiden können“, so Avenoso.

Assistenzsysteme dürfen nicht ablenken oder überfordern

Wie DEKRA Experte Fehlauer in Berlin erläuterte, muss bei aller sinnvollen Technik insbesondere auch immer sichergestellt sein, dass sie den Fahrer nicht ablenkt oder überfordert: „Grundvoraussetzung für den Einsatz von Assistenzsystemen ist, dass sie für alle Nutzer leicht verständlich sind.“ Ihre Bedienung dürfe nicht zu neuen Risiken oder Gefahren führen, mit denen die erzielten Erfolge in der Verkehrssicherheit wieder aufs Spiel gesetzt werden.

Dass diese Gefahr durchaus besteht, zeigen die von DEKRA exklusiv für den Verkehrssicherheitsreport durchgeführte Untersuchungen – eine Studie mit Probanden zu Bedienkonzepten im Fahrzeug sowie eine forsa-Befragung. Die Ergebnisse werden im Report näher vorgestellt. In Fahrversuchen auf dem Gelände des DEKRA Technology Centers am Lausitzring in Brandenburg wurde außerdem der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen sogenannte Sensor-Dejustagen auf die Verkehrssicherheit haben können. Mit weiteren Fahrversuchen zeigten die DEKRA Experten, dass das technische Potenzial von Notbremsassistenten in Lkw nicht von allen Herstellern ausgeschöpft wird und dass manche Systeme in ihrer Wirkung durch das Verhalten des Fahrers unbeabsichtigt beeinträchtigt werden können.

Verantwortung bleibt beim Menschen

Doch welche Assistenzsysteme in einem Fahrzeug auch immer verbaut sein mögen: Stand heute bleibt die Verantwortung beim Menschen. So müssen die Fahrer jederzeit die volle Aufmerksamkeit auf den Straßenverkehr richten und bei Bedarf eingreifen beziehungsweise die Systeme übersteuern. „Gerade sehr gut und zuverlässig funktionierende Systeme insbesondere etwa in den Bereichen Abstandsregelung und Spurhalten verleiten aber viele Verkehrsteilnehmer dazu, sich auch anderen Aufgaben als dem Fahren zuzuwenden“, gab Jann Fehlauer in Berlin zu bedenken. Mehrere schwere Unfälle seien schon die Folge einer solchen Fehleinschätzung bezüglich der Systemauslegung gewesen. Kritisch könnten solche Systeme auch dann werden, wenn der Fahrer gesundheitliche Probleme bekommt und dies nicht erkannt wird. Mit weiter zunehmendem Automatisierungsgrad gehe zudem die alltägliche Fahrerfahrung zurück. „Sie ist aber gerade in den kritischen Fahrsituationen unabdingbar, in denen ein automatisiertes System wieder an den Fahrer übergibt“, so Fehlauer. Für diese Herausforderung gebe es aktuell noch keine befriedigende Lösung.

Bei allen technischen Weiterentwicklungen im Kraftfahrzeugbereich darf nach Ansicht des DEKRA Automobil Geschäftsführers nie vergessen werden, dass die Akzeptanz und die Beachtung der entsprechenden Verkehrsregeln für jede Art von Verkehrsteilnahme ganz essenzielle Sicherheitsbausteine sind. In jedem Moment erfordere die Teilnahme am Straßenverkehr ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. „Bis auf weiteres ist und bleibt es der Mensch, der durch sein Verhalten den wesentlichen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr leistet.“

Der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2023 „Technik und Mensch“ steht online unter www.dekra-roadsafety.com zum Download zur Verfügung. Dort finden sich auch sämtliche Vorgänger-Reports inklusive weitergehender Inhalte, etwa in Form von Bewegtbildern oder interaktiven Grafiken.

Zehn DEKRA Forderungen für mehr Verkehrssicherheit

  • Der Ansatz einer kooperativen Assistenz, bei dem die Technik den Menschen unterstützt und seine Schwächen ausgleicht, sollte Vorrang haben vor technologielastigen Lösungen, die den Menschen nur noch als „Problemlöser“ benötigen.
  • Um den Nutzen von Assistenzsystemen sicherzustellen, müssen Fahrzeugführer besser über den jeweiligen Anwendungsbereich sowie über die Systemgrenzen und die Bedienung informiert sein. Diese Informationen müssen nicht nur Erst-, sondern auch Zweit- oder Drittnutzern der Fahrzeuge zur Verfügung stehen.
  • Hochautomatisierte Systeme müssen auch komplexe Verkehrssituationen einschließlich der Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern adäquat entschlüsseln und schlussfolgernd interpretieren können.
  • Wenn ein System die Fahraufgabe übernommen oder wieder abgegeben hat, muss dies dem Nutzer eindeutig angezeigt werden.
  • Die Mindestanforderungen an die von den Herstellern definierten Betriebsbereiche für automatisierte Fahrzeuge müssen eindeutig geregelt werden. Dazu sind Festlegungen über Parameter wie Geschwindigkeit, Straßenklasse und Witterungsbedingungen erforderlich.
  • Eine ergonomisch-effektive Cockpitgestaltung muss die jeweiligen Informationen zeitgerecht, relevant, situationsspezifisch und klar verständlich darstellen.
  • Dringend erforderlich ist die herstellerunabhängige Standardisierung sicherheitsrelevanter Bedienfunktionen bezüglich der Anordnung, des Anbringungsorts und der Handhabung der Bedienelemente im Fahrzeug-Cockpit.
  • Auch bei den heutigen Systemen der aktiven und passiven Sicherheit muss das sich noch bietende Potenzial zur Unfallvermeidung oder Verminderung der Unfallfolgen konsequent erschlossen werden. Die Automatisierung ist kein schnelles Allheilmittel.
  • Die Funktionsfähigkeit mechanischer und elektronischer Komponenten der Fahrzeugsicherheit muss über das gesamte Fahrzeugleben hinweg gewährleistet sein und systematisch im Rahmen der technischen Fahrzeugüberwachung geprüft werden. Die dafür erforderlichen Informationen müssen bereitgestellt werden.
  • Im Sinne der Vision Zero muss aktiv nach Gefahrenstellen gesucht werden, um diese dann schnellstmöglich mittels baulicher und/oder nachvollziehbarer verkehrsregelnder Maßnahmen zu entschärfen. Dabei müssen die Anforderungen moderner Assistenzsysteme berücksichtigt werden.
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Gelungener Auftakt zur Kampagne „Frauen in die Politik“

Wittlich – Mit der Kampagne „Zukunft gestalten – Kommunalpolitik lockt Frauen“ will die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Bernkastel-Wittlich, Gabriele Kretz mehr Frauen für die Politik begeistern. Zum Auftakt hatte sie zu einem Kabarettabend mit Marlies Blume nach Bernkastel-Kues eingeladen, 130 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung.

Marlies Blume begeisterte ihr Publikum zum Thema Frauen in die Politik auf hohem kabarettistischem Niveau – eben Kabarett mit Kopf, Herz, Hand und Fuß. Frauen dürfen sich trauen und können, sollen und müssen mitmischen. Die Botschaft: Wer sich für den Gemeinderat aufstellen und wählen lässt, kann mitgestalten und mitbestimmen! Und Frauen dürfen die Männer in der Politik nicht allein lassen, sie werden dringend gebraucht und Politik darf auch Spaß machen!

Die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis, die Landfrauen und die Unternehmerfrauen im Handwerk und weitere Kooperationspartner wollten mit diesem Auftakt zeigen, dass es in der Politik nicht immer bierernst zugehen muss und dass Frauen es in der Hand haben, etwas daran zu ändern. Im Anschluss an das Kabarett konnten die Teilnehmerinnen im Rahmen eines Publikumsgespräches, ihre Anregungen und Ideen äußern, welche Unterstützung sie sich wünschen, was sie brauchen und wie es weitergehen soll. Hier fielen Stichworte wie Rollenstereotype aufbrechen, Veranstaltungen die „frau“ stärken und Mut machen und gute Netzwerke.

Daher soll es bereits am Dienstag, 4. Juli 2023 mit einem Online-Motivationsworkshop weitergehen: „Mehr Frauen in die Kommunalpolitik – ein Herzensprojekt das motiviert“. Am 13. Juli findet der erste Frauenstammtisch im Coworking-Space in Minheim statt. Und weitere Angebote für Frauen, die sich für Kommunalpolitik interessieren sind in Planung.

Die Initiative „Zukunft gestalten – Kommunalpolitik lockt Frauen“ ist überparteilich. Es können alle interessierten Frauen mit und ohne Parteimitgliedschaft teilnehmen. Die Teilnahme ist unverbindlich und verpflichtet zu nichts, auch nicht zu einer Kandidatur bei den nächsten Kommunalwahlen in 2024. „Uns geht es darum Interesse für Kommunalpolitik zu wecken und ein Netzwerk aufzubauen um so Frauen auf ihrem Weg in die Politik zu begleiten und zu unterstützen.“, so die Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Kretz, bei der sie auch weitere Informationen zu den geplanten Veranstaltungen erhalten, E-Mail: Gabriele.Kretz@Bernkastel-Wittlich.de, oder Tel. 06571-14 2255