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Sporthilfe RLP und LSB verabschieden ihre Spitzenathlet*innen auf digitalem Weg in Richtung Olympische und Paralympische Spiele in Tokio

Region/Mainz – Die olympische Flamme hat gerade Tokio erreicht – und auch die rheinland-pfälzischen Spitzenathlet*innen sind schon Feuer und Flamme für das Mega-Ereignis in Fernost: Das wurde am Freitagabend deutlich, als der Landessportbund und die Sporthilfe RLP das TEAM TOKIO Rheinland-Pfalz auf digitalem Weg in Richtung Olympische und Paralympische Spiele verabschiedete.

Eine digitale Verabschiedung – das hatte es noch nie gegeben in der Geschichte des rheinland-pfälzischen Sports. 19 Athlet*innen wurden im Studio in der Rheinallee zugeschaltet oder präsentierten sich in Videobotschaften, in denen sie sich auch für die famose Unterstützung durch die Sporthilfe RLP sowie deren Partner, Sponsoren und Kuratoren bedankten. Einzig Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul stand im Stau, konnte so kein Statement mehr abgeben – und verpasste während der Live-Sendung auch die freundliche Botschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Mit Slalomkanutin Ricarda Funk sowie den Ruderern Richard Schmidt und Jason Osborne sind drei Medaillenkandidat*innen bereits vor Ort in Japan. „Es regnet hier wie sau“, lieferte Funk in ihrer Videobotschaft gleich einen aktuellen Wetterbericht. Die Europameisterin und Weltcupgesamtsiegerin peilt bei ihrer Olympia-Premiere ebenso Edelmetall an wie Osborne, der direkt nach Olympia Radprofi wird. Athletensprecher Schmidt verriet, dass er der sich mit der Nationalmannschaft seit einer Woche im Land der aufgehenden Sonne befindet. „Die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, es ist schwülwarm hier“, berichtete der Olympiasieger, der nach eigener Aussage „voller Vorfreude“ ist. Genauso wie die vier „Zweikämpfer“ Jasmin Grabowski, Martyna Trajdos (beide Judo), Denis Kudla (Ringen) und Jonathan Horne (Karate). Während 91-Kilo-Mann Kudla im Gespräch mit dem Moderator und SWR-Sportexperten Christian Döring live aus dem Trainingslager in Litauen verriet, wie er bis zu seinem ersten Kampf „noch vier Kilo runterschrubben“ will, machte der hünenhafte Karate-Weltmeister Horne deutlich: „Für mich ist es ein Riesending, dass ich an den Spielen teilnehmen kann. Und ich bin mir sehr sicher, dass ich gut abschneiden werde.“

Das kann Gewichtheberin Lisa Marie Schweizer nicht von sich behaupten – denn die Deutsche Meisterin vom AV 03 Speyer hat sich am Mittwoch bei einer Kniebeuge einen Bandscheibenvorfall zugezogen. „Blöder Zeitpunkt – aber ich versuche, optimistisch zu bleiben“, kommentierte Schweizer, deren großes Ziel Paris 2024 bleibt. Wie Schweizer war auch Radsportlerin Hannah Ludwig überraschend nominiert worden. Die Frau vom RSC Stahlross Wittlich war aus Benelux zugeschaltet. Teamsprinter Timo Bichler präsentierte sich nach seinem schweren Sturz im Herbst bestens erholt und durchaus zuversichtlich.

Einiges vorgenommen haben sich auch die Leichtathlet*innen. Die Stabhochspringerin und promivierte Psychologin Lisa Ryzih („Ab 4,80 bis 4,90 Meter wird man erst um die Medaillen mitspringen können“), Stabhochspringer Oleg Zernikel („Um unter die Ersten zu kommen, muss man vielleicht sogar sechs Meter springen“) und Zehnkämpfer Kai Kazmirek („Man muss um die 8.600 Punkte hinlegen, um die die Medaillenränge zu kommen – es wird ein Kampf über zwei Tage“) gaben passgenaue Einschätzungen, was nötig sein wird, um Edelmetall zu schnappen. Und plauderten nebenbei noch aus dem Nähkästchen. Zernikel, als Kind in Kasachstan groß geworden und als Aussiedler nach Deutschland gekommen, erzählte, dass das das Paket mit seiner 86-teiligen Olympiaausstattung noch immer nicht eingetroffen ist. Speerwerfer Julian Weber rekapitulierte, es sei „ein Riesenschock“ gewesen, als er im Mai positiv auf Corona getestet worden war. „Wohl falsch positiv“, wie sich später herausstellte.

Dass in Tokio keine Zuschauer zugelassen sind, bedauern die RLP-Asse durch die Bank. „Das ist natürlich unheimlich schade“, konstatierte Florettfechter Peter Joppich, der schon zum fünften Mal unter den olympischen Ringen aktiv ist – und keine Prognose wagte, was sein Abschneiden anbelangt. Ganz anders als Sitzvolleyballer Francis Tonleu, der im Gegensatz zu den anderen Para-Sportler*innen Hanne Brenner, Dr. Angelika Trabert und Heiko Wiesenthal nicht persönlich mit dem Moderator sprechen konnte, dafür aber eine herzliche Grußbotschaft sandte. „Für mich ist das eine Art Traum, in Tokio dabei zu sein“, formulierte der Andernacher, der „unbedingt Gold mit nach Hause bringen“ will – und eigentlich keine Zweifel hegt, dass dies gelingen wird. Dass er überhaupt von Gold träumen könne, habe er „euch Sponsoren zu verdanken – ihr habt immer an uns geglaubt“. Joppich zeigte sich wie auch Zernikel („Die Sporthilfe hat mich immer sehr gut unterstützt – ohne sie würde ich nicht hier vor der Kamera sitzen, sondern wäre jetzt vielleicht KfZ-Mechatroniker“) begeistert vom tollen Grußpaket der Sponsoren meinte mit Blick auf die Sporthilfe RLP: „Ich genieße die Förderung schon sehr lange – ohne sie wäre es gar nicht möglich, an der Spitze mitzumachen“. Horne befand: „Die Unterstützung der Sporthilfe ist mehr als wichtig – ich bin dankbar, dass es sie gibt.“

Solche Worte hörten die Kuratoren, Sponsoren und Förderer der Sporthilfe natürlich gerne. „Für uns war es wichtig, dass wir auch in der Corona-Krise ein zuverlässiger Partner des Sports und auch der Spitzensportler*innen sind“, betonte Jürgen Häfner, Stiftungsvorstand und Geschäftsführer von Lotto RLP, stellvertretend für die vielen engagierten Unterstützer. „Kommt gesund wieder“, rief Elke Rottmüller, Vorsitzende des Vorstands der Sporthilfe RLP, allen Tokio-Fahrern zu. „Wir werden euch einen tollen Empfang bereiten.“ Dies bekräftigten die für Leistungssport zuständige LSB-Vizepräsidentin und Bahnsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte („Es kribbelt bei mir und ich hätte Lust, mit nach Tokio zu fliegen“) sowie LSB-Präsident Wolfgang Bärnwick, der von einem „schönen Tag“ und einem „besonderen Gefühl“ sprach und klarstellte: „Wir müssen nicht immer nur von Medaillen reden. Unsere Athlet*innen messen sich mit den besten der Welt – wenn jede/r seine beste Leistung bringt, ist das schon ganz toll.“

Die Veranstaltung kann on demand unter https://www.youtube.com/watch?v=QzbXVODDLNI verfolgt werden.

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Tourismus

Ring frei für die Sommerferien! – Einzigartige Familien-Erlebnisse am Nürburgring

Nürburg – Verschiedene Angebote für Tagesausflüge oder den Erholungsurlaub. Action auf der Kartbahn, Natur-Erlebnis mit dem eBike. #RingSommer-Gewinnspiel: Erlebnispaket im Wert von mehr als 1.000 Euro. Für Familien, die in den Sommerferien ein abwechslungsreiches Ausflugsziel suchen, ist der Nürburgring die richtige Wahl. Zahlreiche Erlebnisangebote und attraktive Übernachtungsmöglichkeiten bieten die perfekten Bedingungen für kurzweilige Tagesausflüge oder den echten Erholungsurlaub. Rasante Runden auf der Kartbahn sind dabei genauso möglich wie ein entspannter Ausflug in die Eifel-Natur – zu Fuß oder mit dem eBike. Im Rahmen der Sommerferien lohnt sich der Besuch am Nürburgring gleich doppelt. Denn auf die großen und kleinen Besucher wartet ein Gewinnspiel mit einem hochwertigen Erlebnispaket als Preis. Alle Informationen, die Öffnungszeiten und Angebote finden sich auf der Webseite der Rennstrecke unter: www.nuerburgring.de

Der Nürburgring und der Mythos „Grüne Hölle“ sind weltweit bekannt und dennoch liegt dieser einzigartige Ort für viele direkt vor der Haustür. Während der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bietet die Rennstrecke deshalb für Familien besonders viele Möglichkeiten. So gibt es im Motorsport-Erlebnismuseum „ring°werk“ eine spannende Reise durch die Nürburgring Geschichte. Die Besucher erwarten atemberaubende Rennfahrzeuge und legendäre Rennfahrer, aber genauso actionreiche Mitmach-Angebote.

Den Nürburgring mal abseits des Asphalts erleben. Rund um die Rennstrecke eignet sich die Natur mit ihren zahlreichen Wander- und Radwegen für einen erlebnisreichen Aktiv-Urlaub. Die eBikes für den Ausflug kann man direkt am Nürburgring mieten.
Foto: Artur Gruber

Wer hinter die Kulissen der Rennstrecke blicken möchte, kann zu ausgewählten Terminen an der Backstage-Tour teilnehmen – unter anderem mit Besuchen auf dem Siegerpodest oder in der Boxengasse und mit viel Wissenswertem rund um den Nürburgring. Für einen kleinen Abstecher mit Blick auf die Start-Ziel-Gerade und die Boxengasse öffnet zudem die Schnuppertribüne für Besucher.

Virtuelles Rennen, echte Touristenfahrt oder Bestzeit auf der Kartbahn
Wer ins Lenkrad greifen und auf Bestzeitenjagd gehen möchte, kann dies auf der ring°kartbahn tun. Moderne Elektrokarts und eine abwechslungsreiche Streckenführung sorgen hier für ein rasantes und gleichzeitig sicheres Fahrvergnügen. Direkt nebenan gibt es auf der Rennstrecke den Fahrspaß mit dem eigenen Fahrzeug bei den Touristenfahrten. Für große und kleine Rennfahrer, die hingegen gerne einmal ein Rennfahrzeug am Limit bewegen möchten, bietet die Nürburgring eSports Lounge im ring°carré eine tolle Möglichkeit. Hochwertige Simulatoren machen die virtuelle Fahrt real erlebbar. Besucher haben die Wahl zwischen verschiedenen Rennstrecken und Fahrzeugen. Und wer nach aufregenden Rennen eine Stärkung braucht, findet hier, nebenan im Bitburger Gasthaus sowie ab August im neuen Restaurant „LUCIA – Pollo Italiano“ ein vielseitiges Angebot an Speisen und Getränken. Bei schönem Wetter auch in der Außengastronomie.

Übernachtungsangebote direkt am Ring
Der Nürburgring ist jedoch mehr als ein Ziel für den perfekten Tagesausflug. In der Region am und um die legendäre Strecke finden sich zahlreiche Möglichkeiten für den Aktivurlaub in der Natur. Wanderwege – auch rund um die Nordschleife – bieten dabei genauso den Abstand zum stressigen Alltag wie ein Ausflug mit dem Fahrrad. Hierfür gibt es zukünftig am Nürburgring die Möglichkeit, sich ein eBike auszuleihen und so die Region rund um die Grüne Hölle selbst zu erkunden. Da man als Besucher nicht alle Angebote an einem Tag wahrnehmen kann, lohnt es sich, die Übernachtungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zur Rennstrecke zu nutzen. Der Nürburgring Ferienpark managed by Lindner bietet mit gemütlichen Ferienhäusern unterschiedlicher Größe die perfekten Urlaubsbedingungen für Familien und Gruppen. Von hier aus startet jeder Urlaub gut erholt in den Tag. Wer eine Erinnerung an die schöne Zeit mitnehmen möchte, findet im Paddock-Shop direkt am ring°boulevard viele unterschiedliche Fanartikel.

Dein #RingSommer – Gewinnspiel für alle Nürburgring-Besucher
Die Sommerferien am Nürburgring sind in diesem Jahr mehr als ein Erlebnis vor Ort. Sie werden darüber hinaus von einem besonderen Gewinnspiel in den sozialen Medien begleitet. Wer unter dem Hashtag #RingSommer sein persönliches Ring-Erlebnis auf seinem Social-Media-Kanal teilt, hat die Chance auf ein großes Erlebnispaket im Wert von mehr als 1.000 Euro. Dieses verlost der Nürburgring unter allen Teilnehmern. Enthalten sind drei Übernachtungen im Nürburgring Ferienpark für bis zu fünf Personen, eine Co-Pilot-Fahrt im Mercedes-AMG GT R, eine 10er Karte für die ring°kartbahn, ein Besuch im Motorsport-Erlebnismuseum „ring°werk“, ein Nürburgring eBike für einen Tag, ein Gutschein im Wert von 50 Euro für die Gastronomie im ring°carré, ein Gutschein im Wert von 100 Euro für den Nürburgring Paddock-Shop sowie ein Gutschein für ein virtuelles Erlebnis in der Nürburgring eSports Lounge.

Alle Informationen zur Teilnahme, zu den Öffnungszeiten und Aktionen gibt es unter:
www.nuerburgring.de

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Wirtschaft

Kreissparkasse Ahrweiler spendet 4.000 € an Unwetter-Geschädigte

Ahrweiler – Die Schäden durch Starkregen und Unwetter nehmen deutschlandweit zu. Zahlreiche Tiefs sorgen für Schauer und Gewitter. In einigen Teilen des Kreises sind Keller überflutet und Häuser beschädigt worden. Zahlreichen Unwetter-Opfern ist ein hoher wirtschaftlicher Schaden entstanden, bei Vereinzelten bedroht er sogar deren Existenz. Hierauf hat die Kreissparkasse Ahrweiler unmittelbar reagiert und 4.000 € Soforthilfe an die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler gespendet.

Mit der Spende soll jenen Kreisstadtbewohnern, die durch die Unwetterschäden unverschuldet in finanzielle Not geraten sind, schnell und unkompliziert geholfen werden. Über die Spende wird sichergestellt, dass die Hilfe allen Betroffenen zuteil wird, die sie benötigen. Insbesondere Heimersheim versank regelrecht im Schlamm durch den starken Regen.

„Seit über 155 Jahren gehört es zu unserem Selbstverständnis, dass wir uns für die Region und die Menschen verantwortlich fühlen. Dies impliziert, dann sofort und schnell zu helfen, wenn Hilfe vonnöten ist.“ betont Guido Mombauer, Mitglied des Vorstandes der Kreissparkasse Ahrweiler, die Wichtigkeit der Hilfsmaßnahme und führt weiter aus: „Wir können vielleicht keine Keller auspumpen, aber wir können die Betroffenen auf diese Weise unterstützen. An dieser Stelle sei allen haupt- und nebenamtlichen Helferinnen und Helfern, sei es den Feuerwehren, dem Deutschen Roten Kreuz, dem Technischen Hilfswerk, den Kirchen und caritativen Einrichtungen sowie den Nachbarn, Freunden und Familien, für ihren unermüdlichen und zum Teil ununterbrochenen Einsatz gedankt.“

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Schritt für Schritt wird das „Durchstarten in Aachen“ aufgebaut

Aachen – Sie waren Kinder oder Jugendliche, als sie ihr Spielzeug, Kameraden, Nachbarn, oft die ganze Familie verlassen mussten. Manchen von ihnen gingen auf ihrer Odyssee die Eltern verloren, andere wussten nicht einmal mehr ihren Namen, viele sind traumatisiert. Heute blicken die inzwischen herangewachsenen Mädchen und Jungen einer ungewissen Zukunft entgegen. „Mit dem Status ‚geduldet‘ steht ihnen offiziell kein geförderter Deutschkurs zu, sie werden zwar versorgt, aber nicht konkret integriert“, weiß Iris Kreutzer, Leiterin der Geschäftsführenden Stelle eines besonderen Projekts beim Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration der Stadt Aachen. Mit dem Programm „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“, einer Initiative des Landes Nordrhein-Westfalen, das dafür 50 Millionen Euro ausgibt, hat sich in ihren Augen eine Tür geöffnet. Es bietet den 18- bis 27-jährigen aus Ländern wie Afghanistan, dem Irak, den Westbalkanländern, Guinea, Bangladesch oder Pakistan, eine reelle Chance auf ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben.

Das NRW-Projekt, das man Ende 2019 startete und das nach Stagnation durch die Corona-Pandemie bis Mitte 2023 verlängert wird, ist in seinem Umfang und seiner Fülle von Bestimmungen Respekt einflößend, doch Iris Kreutzer hat viel Erfahrung, unterstützende Vorgesetzte und ein gutes Team. Insgesamt wirken 73 Städte und Kreis mit.

„Ohne Sprache geht gar nichts“

Für die Region wandelte man das Motto um in „Durchstarten in Aachen. Qualifizierung und Sprachtraining für junge Geflüchtete“ und nennt dabei sofort das Kernanliegen. „Ohne Sprache geht gar nichts“, betont Iris Kreutzer. „Hinzukommen Schreiben und Lesen, wer vielleicht die Schrift seiner Kultur beherrscht, kommt häufig nicht klar mit dem, was man hier in der lateinischen Schrift bewältigen muss. Weiterhin ist für viele Alphabetisierung dringend notwendig.“

Gemeinsam mit engagierten Kooperationspartner*innen entwarf man in Aachen einen Handlungsrahmen aus sechs praktikablen Förderbausteinen, die kombinierbar sind und so nicht nur die Integration verbessern, sondern gleichfalls für junge Erwachsene die Möglichkeit bieten soll, in absehbarer Zeit ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Schritt für Schritt wird das „Durchstarten“ aufgebaut. Der Beginn ist stets ein Beratungsgespräch mit einem(r) Teilhabemanager*in, bei Bedarf ein ganz individuelles Coaching, gefolgt von berufsbegleitender- oder berufsvorbereitender Qualifizierung und Sprachförderung, sowie Schulabschlüssen. Die Stadt erhält dafür ein Fördervolumen von 545.524 Euro. Zusätzlich fördert sie je nach Baustein mit einem Eigenanteil von 20 Prozent. Ins Spiel kommt zudem ein Innovationsfond für besondere, innovative Maßnahmen, den das Land zusätzlich finanziert.

„Durchstarten funktioniert nur gemeinsam“

„Durchstarten funktioniert nur gemeinsam. Die Bereitschaft zur Mitwirkung ist in Aachen sehr hoch“, betont Iris Kreutzer. Neben dem Kommunalen Integrationszentrum der Stadt Aachen übernehmen langjährig erfahrene Qualifizierungsträger und Einrichtungen Verantwortung. Mit dabei sind Picco Bella gGmbH, Sozialwerk Aachener Christen, low-tec gemeinnützige Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH, QualiTec GmbH der Handwerkskammer Aachen, Sprachenakademie Aachen gGmbH, Volkshochschule Aachen (College), Jugendberufshilfe Stadt Aachen sowie die Berufskollegs Mies-van-der-Rohe, Käthe Kollwitz, Gestaltung und Technik der Städteregion.

Wir sind gut vernetzt, arbeiten mit Jobcenter und Agentur für Arbeit zusammen. Ich selbst bin seit langem aktiv im Arbeitskreis Arbeitsmarkt, dem die Kammern angehören, das nutzen wir und haben dadurch überall Ansprechpartner*innen“, berichtet Iris Kreutzer.

Die Zielgruppe musste ermittelt werden

Mit Schaffung dieser Strukturen entwickelten sich klare Wege des Handelns. „Jeder Mensch ist unterschiedlich in seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten“, sagt die Organisatorin. Zunächst galt es allerdings, die Zielgruppe überhaupt zu ermitteln, was der Datenschutz stark einschränkte. „Unglaublich, allein in NRW sind es rund 23.000 junge Menschen, aber es ist nicht so einfach, sie zu finden“, weiß Iris Kreutzer. Da im eigenen Fachbereich Einblick in das Ausländerzentralregister möglich ist und die Sozialdienste, die in den städtischen Übergangsheimen aktiv sind, sehr mit unterstützen, konnten bisher in Aachen 46 Frauen und 182 Männer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren in das Projekt aufgenommen werden.

„Die Teilnahme ist freiwillig und beginnt bei uns mit einem persönlichen Gespräch. Ich weiß, dass das vielen schwerfällt, weil sie bereits häufig mit Ämtern zu tun hatten und ihnen jeder Kontakt mit Behörden zunächst Angst macht, aber das ist bereits der erste Schritt in der zukünftigen Entwicklung zur Selbsthilfe.“ Bereits im ersten Gespräch wird klar, dass es meist die mangelnden Sprachkenntnisse oder fehlenden Qualifikationen sind, die jungen Geflüchteten im Wege stehen. „Sie haben keinen Anspruch auf einen Integrationskurs, die Schwierigkeiten kommen spätestens, wenn es um einen Job oder eine Ausbildung geht“, weiß Iris Kreutzer.

Ratgeber, die unterstützend zur Seite stehen

Die Teilhabemanger*innen und Coaches haben viel Erfahrung. Sie wissen, dass es wichtig ist, wie man mit den Leuten umgeht, dass man sie respektiert“.

Die Teilhabemanger*innen wiederum arbeiten sehr eng mit den Coaches zusammen. „Ein Coach hat maximal 20 Klienten, um die er oder sie sich kümmern, man schätzt für etwa ein halbes Jahr“. Der erste und wichtigste Schritt: Vertrauen schaffen. Der zweite Schritt: Dem Gegenüber signalisieren, dass man da nicht jemanden hat, „der alles macht“, sondern einen Ratgeber, der unterstützend zur Seite steht. Sie helfen, dass sich die jungen Ratsuchenden mit ihren eigenen Stärken und Fähigkeiten auseinanderzusetzen, helfen ihre Potenziale zu erkennen. Sie unterstützen auch beim Ausfüllen von Formularen, bei Wegen zu Ämtern oder anderen wichtigen Terminen. Iris Kreutzer: „Wir fördern, damit diese jungen Menschen mittelfristig ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten können. Ebenso fordern wir aber auch. Wer sich freiwillig gemeldet hat, dann aber mehrfach nicht zu den Terminen oder Maßnahmen erscheint ist „raus“. Andere können nachrücken“.

„Durchstarten in Aachen“ bietet jungen Geflüchteten eine Vielzahl an Qualifizierungen und Unterstützungsmöglichkeiten, von denen ein Großteil der bisher 228 aktiven Personen sehr erfolgreich profitiert.

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Auch im Kreis Euskirchen „Freies Impfen“ im Impfzentrum Marmagen ab Montag, 11. Juli

Euskirchen – Ab Montag Corona-Impfung ohne Termin im Regionalen Impfzentrum. Die Zeit des Impfstoffmangels ist auch im Kreis Euskirchen vorbei. Mittlerweile verfügt das Impfzentrum in Marmagen über ausreichend Corona-Impfstoff, so dass ab dem kommenden Montag „Freies Impfen“ ohne Terminbuchung angeboten wird! Montags bis samstags von 15 bis 19 Uhr kann jeder Impfwillige ab 16 Jahren ohne Termin ins Regionale Impfzentrum des Kreises Euskirchen kommen, um sich dort impfen zu lassen. Mehr als der Personalausweis und – wenn vorhanden – das gelbe Impfheft sind nicht notwendig.

Aufgrund der hohen Liefermengen kann zudem jeder vor Ort seinen Impfstoff frei wählen. „Es war noch nie so einfach wie jetzt, sich impfen zu lassen“, sagt Landrat Markus Ramers. „Und eine hohe Impfquote ist das beste Mittel, um möglichst gut durch eine vierte Corona-Welle zu kommen.“

Zweitimpflinge müssen beachten, dass zwischen der ersten und zweiten Impfung mindestens vier Wochen liegen. Auch Genesene, deren Erkrankung vor mindestens sechs Monaten war und die daher nur eine Impfung benötigen, können sich impfen lassen. Es wird dringend darum gebeten, nicht wahrgenommene Termine bei der niedergelassenen Ärzteschaft oder im Impfzentrum abzusagen.

„Unser Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich zu immunisieren“, so Landrat Ramers. „Wir hoffen, dass viele Menschen, gerne auch Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren, diese Möglichkeit wahrnehmen. Ihre zweite Impfung könnte dann noch in den Sommerferien erfolgen, so dass zu Schuljahresbeginn der vollständige Impfschutz vorhanden ist.“

Wer lieber einen festen Termin buchen und eventuelle Wartezeiten vermeiden möchte, kann dies natürlich nach wie vor über die Kassenärztliche Vereinigung tun: entweder telefonisch unter 0800 116 117 01 oder online unter www.116117.de.

Für Kurzentschlossene lohnt sich zudem täglich ein Blick auf die Reststoff-Börse des Kreises Euskirchen. Hier werden täglich überzählige Impfdosen aus nicht wahrgenommenen Terminen bzw. aus angebrochenen Vials zur Buchung freigegeben. Wer über diesen Weg spontan einen Impftermin bucht, erhält zur Bestätigung kurzfristig einen Anruf des Impfzentrums. https://corona.kreis-euskirchen.de/restdosen

Der Kreis Euskirchen bereitet aktuell auch mobile Impfangebote vor.

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Wirtschaft

Neues SEAT und CUPRA Autohaus Tix im Vitelliuspark Wittlich

Wittlich – Die Familie Tix eröffnete ein neues, modernes und innovatives Autohaus im Vitelliuspark in Wittlich. Aus pandemiebedingten Gründen verzögerte sich die offizielle Eröffnung, zu der in der vergangenen Woche Bürgermeister Joachim Rodenkirch sowie Melanie Schlösser und Rainer Wener als Vertreter der Stadtwerke und der Stadtverwaltung Wittlich eingeladen wurden. Ferdinand Tix, der gemeinsam mit seiner Ehefrau Irene sowie den Töchtern Christina und Stefanie samt Schwiegersohn Andreas Karpen bereits in Trier ein Autohaus als Vertragspartner der spanischen Marken SEAT und CUPRA führt, ist vom Standort Wittlich überzeugt.

Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit öffneten die Pforten des sehr modern gestalteten Autohauses mit einer Gesamtfläche von 9.500 m², einem Showroom von über 400 m² und einer Werkstatt mit modernster Analysetechnik. Sämtliche Geräte, Maschinen und sonstiges Werkzeug sind neu und auf dem aktuellen Stand der Technik. „Hier ist kein gebrauchter Schraubenzieher zu finden“, berichtet Ferdinand Tix mit einem Schmunzeln. Das Unternehmen startete in Wittlich mit 12 Mitarbeitern und ist für eine Expansion gerüstet. Bürgermeister Joachim Rodenkirch bedankte sich bei Familie Tix für das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Wittlich und wünschte dem Familienunternehmen viel Erfolg.

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Nächsten Montag sind Impfungen ohne Termin im Kreis Düren möglich

Düren – Impfungen ohne Termin! Das ist am kommenden Montag, 12. Juli, im Impfzentrum des Kreises Düren möglich. Von 16 bis 20 Uhr können alle ab 16 Jahren ohne vorherige Terminvereinbarung  ins Impfzentrum Am Ellernbusch 18-20 in Düren kommen und sich die wichtige Impfung geben lassen.

„Ich appelliere an jeden, der bisher die Möglichkeit einer Impfung noch nicht wahrgenommen hat, sich gegen das Corona-Virus impfen zu lassen, um sich und andere zu schützen“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn auch mit Blick auf die Delta-Variante. Impfen sei der einzige und beste Weg aus der Krise.  „Auch, wenn viele schon geimpft sind, darf die Motivation nicht nachlassen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei, auch wenn die Zahlen niedrig sind.“ Das Angebot, sich ohne Termin impfen zu lassen, ist möglich, da kommende Woche deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung steht.

Weitere Impfangebote für die nächste Woche sind in der Planung, damit möglichst viele Menschen schnell den Schutz erhalten können. Der Kreis Düren wird rechtzeitig darüber informieren.

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Wirtschaft

Norbert Neuser im „EU-Handwerks-Gespräch“

Region/Mayen-Koblenz – HwK Koblenz lädt Europa-Parlamentarier zum handwerkspolitischen Austausch ein. Die Europapolitik und das deutsche Handwerk – eine Beziehung, die viel enger und umfangreicher ist, als auf den ersten Blick sichtbar. Denn 80 Prozent aller politischen Entscheidungen, die auf nationaler Ebene in Europa umgesetzt werden, kommen von der Europäischen Union. Vor diesem Hintergrund pflegt die Handwerkskammer (HwK) Koblenz einen intensiven Dialog mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments und lädt deren Abgeordnete verschiedener Parteien zum Gespräch nach Koblenz ein. Eine Einladung, von der Norbert Neuser gern Gebrauch machte, denn „die Koblenzer Handwerkskammer genießt auch in Brüssel einen guten Ruf und ist vorbildlich in der Interessensvertretung des Handwerks.“

Norbert Neuser ist seit 2009 Mitglied des Europaparlamentes und Mitglied der Fraktion der progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Parlament (SPD). Der Bopparder kennt die Arbeit der Handwerkskammer über viele Termine und Veranstaltungen, nennt gerade die HwK-Meisterfeier ein Aushängeschild für berufliche Möglichkeiten im Handwerk. Die jüngste Visite in den Koblenzer Bildungszentren nutzte die Kammerspitze um Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich zum Gespräch über aktuelle politische Entwicklungen, die aus Brüssel in das regionale Handwerk hineinstrahlen, so bei den Themen nachhaltige Finanzierung und Kreislaufwirtschaft. Auch internationale Projekte im Zeichen wirtschaftlicher Entwicklung, Berufsbildung und Nachhaltigkeit waren Themen. Neuser und die HwK Koblenz sind hier seit vielen Jahren besonders aktiv und verfügen über umfangreiche Erfahrungen.

Auch der Blick in die Praxis kam nicht zu kurz und der Europaabgeordnete informierte sich aus erster Hand bei Lehrlingen und Ausbildungsmeistern. Gerade der Austausch mit Jugendlichen warf eine wichtige Fragestellung auf: wie ist die Nachwuchssituation im Handwerk, wie wird dieser Wirtschaftsbereich durch Schüler, Lehrer und das Elternhaus wahrgenommen? „Aus eigener Erfahrung und ehemaliger Leiter einer Schule in Boppard weiß ich, dass das Handwerk hier leider unterschätzt wird. Die Wahrnehmung der beruflichen Bildung in der Öffentlichkeit, im Schulsystem, bleibt leider im Vergleich zur akademischen Laufbahn deutlich zurück.“ Dabei ist das Handwerk in vielen Bereichen sogar Vorreiter, so bei der Gestaltung regionaler, nachhaltiger Wirtschaftskreisläufe, verfügt über eine stabile Auftragslage und bietet Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und Karrierechancen.

„Das hat sich auch in der Corona-Krise deutlich gezeigt, denn die konjunkturelle Situation im Handwerk verlief überdurchschnittlich gut, die Ausbildung Jugendlicher konnte weiterhin durchgeführt werden und in vielen Prozessen hat sich ausgezahlt, dass das Handwerk digital gut aufgestellt ist“, erklärte HwK-Präsident Krautscheid. Gerade in der Digital-Offensive konnten große Fortschritte erzielt werden.

Die Rolle der Europapolitik auf das Handwerk kommentierte Hauptgeschäftsführer Hellrich: „Unsere Betriebe orientieren sich verstärkt an EU-Vorgaben und unsere Aufgabe als Kammer ist es, ihnen dabei zu helfen, sie zu unterstützen und zu beraten.“ Entsprechend sind die HwK-Beratungsleistungen aufgestellt – auch das lobte Neuser als wichtigen Beitrag an der Schnittstelle politischer Entscheidungen und ihrer lokalen Vermittlung und Umsetzung. „Das sollten wir auch möglichst bald wieder in Brüssel pflegen und ich freue mich auf die Fortsetzung der EU-Handwerksgespräche im parlamentarischen Umfeld.“

Informationen zur Zusammenarbeit der Handwerkskammer Koblenz mit dem EU-Parlament: Christiane Zügner, Tel. 0261/ 398-241, christiane.zuegner@hwk-koblenz.de

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AHA-Regeln und Testen als Pandemiebremse

Region/Mainz – Ministerpräsidentin Malu Dreyer stellt mit Forscherteam neue Ergebnisse der großen Gutenberg COVID-19 Studie vor. Nach neun Monaten intensiver Forschung haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gutenberg COVID-19 Studie (GCS) der Universitätsmedizin Mainz, eine der größten und umfassendsten Studien ihrer Art in Deutschland, wichtige neue Erkenntnisse gewonnen. Diese sind ein entscheidender Baustein, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie und Wege zu ihrer Bewältigung besser abschätzen zu können. Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Clemens Hoch betonten bei der Vorstellung in der Staatskanzlei die Relevanz der Studie, die Aufschluss unter anderem zur Dunkelziffer des Infektionsgeschehens, der Bedeutung der Schutzmaßnahmen und der Testungen sowie zu den sozialen und seelischen Auswirkungen der Pandemie gebe. An der Präsentation in der Staatskanzlei nahmen neben dem Sprecher der Studienleitung, Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild, auch der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, und der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, teil.

„Wissenschaft ist der Schlüssel für die Herausforderungen unserer Zeit. Die Forschungserfolge der vergangenen Jahrzehnte haben es beispielsweise dem Mainzer Unternehmen BioNTech möglich gemacht, innerhalb eines dreiviertel Jahres einen vollkommen neuen Impfstoff zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Die Früchte der Wissenschaft erntet man nicht unbedingt schnell. Ein langer Atem zahlt sich auch in der Forschungsförderung aus. Darauf basiert auch die Gutenberg Gesundheitsstudie, auf die die GCS aufsetzt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die nun zutage geförderten Ergebnisse hätten nicht nur in der Rückschau einen hohen Erkenntnisgewinn, sondern sie lieferten notwendige Fakten, um das kommende Vorgehen daran auszurichten.

So ist eine der Kernaussagen der Studie, dass mehr als 40 Prozent aller mit SARS-CoV2 Infizierten nicht von ihrer Infektion wissen. „Wir haben in Rheinland-Pfalz sehr schnell auf flächendeckende Testangebote gesetzt. Mit unserem Projekt ‚Testen für Alle‘ hatten wir mehr als 1.700 Teststellen im ganzen Land eingerichtet. Hier konnten viele Infektionen entdeckt werden, die sonst verborgen geblieben wären, und die Ausweitung der Pandemie so gebremst werden“, so die Ministerpräsidentin.

Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass gerade die recht niedrigschwelligen Vorgaben wie die AHA-Regeln in der Praxis einen hohen Nutzen haben. „Menschen, die häufiger Maske getragen oder sich häufiger an die Abstandsregeln gehalten haben, haben sich im Rahmen der Studie auffällig seltener infiziert. Das bestätigt auch, dass unser Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz mit Maske und Co. eine richtige Entscheidung war und mit Sicherheit zur Reduktion der Infektionszahlen deutlich beigetragen hat“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Eine weitere Aussage der Studie ist gerade für die Impfkampagne, die sich nun an einem Wendepunkt befindet, von großer Bedeutung, erläuterte die Ministerpräsidentin. „Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass eine besonders schutzbedürftige Gruppe, nämlich die Menschen mit niedrigerem sozioökomischen Status, eine niedrigere Impfquote aufweisen. Genau hier wollen wir gezielt ansetzen. Wir planen stärker dahin zu gehen, wo die Impfquote niedrig ist und viele Menschen zusammenkommen. Dort wollen wir unbürokratisch, unkompliziert und schnell Schutzimpfungen anbieten. So hoffen wir, passgenaue Angebote vor allem für die zu machen, für die das bisher nicht so möglich war – und damit die Impfquote im Land weiter zu erhöhen.“ Ministerpräsidentin Malu Dreyer lobte dabei ausdrücklich, dass die Studie auf einem so breiten Datenfundament steht. „Seit 2007 werden Gesundheitsdaten von 15.000 Personen aus Rheinhessen erhoben. Die Gutenberg Gesundheitsstudie ist damit eine der größten lokalen Gesundheitsstudien der Welt geworden. Mit unserer Förderung auf Landesebene sowie durch die Förderung im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung können wir Mittel für die Gutenberg COVID-19 Studie zur Verfügung stellen, die direkte Erkenntnisse zum pandemischen Geschehen für unser Land liefern und darüber hinaus noch eine Strahlkraft über die rheinland-pfälzischen Grenzen hinaus erzeugen können.“

Wissenschafts- und Gesundheitsminister Clemens Hoch schloss sich den Worten an. „Wissenschaftliche Erkenntnisse müssen in die praktische Anwendung gebracht werden, um so den größtmöglichen Mehrwert für unser Leben zu sichern. Wir können als Land langfristig von den Ergebnissen der Gutenberg COVID-19 Studie profitieren“, sagte Hoch. „Der große Nutzen der jetzigen Ergebnisse ist ein weiterer Nachweis, welch große Bedeutung die Universitätsmedizin Mainz für unser Bundesland und die Rhein-Main-Region besitzt. Die Universitätsmedizin leistet angesichts der Pandemie Herausragendes. Und sie ist ein wesentlicher Baustein des kreativen und lebendigen Forschungsumfeldes in Mainz, das die Möglichkeiten geschaffen hat, einen Erfolg wie BioNTech möglich zu machen.“ Hoch kündigte darüber hinaus an, dass die Studie fortgeführt werden solle. „Wir nutzen dazu weiter die Fördermöglichkeit des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung. In der kommenden Phase soll die Universitätsmedizin bis zum 30. Juni 2023 mit einem Fördervolumen von knapp 1,5 Millionen Euro unterstützt werden. Es soll dann die detaillierte Auswertung der vorliegenden Daten und Biomaterialien sowie die zusätzlichen Datenerhebungen bezüglich neuer Aspekte, wie Impfungen, Mutationen und Langzeitfolgen erarbeitet werden.“

„Die Corona-Pandemie hat den Stellenwert der Universitäten für die Entwicklung unserer Gesellschaft deutlich in das Bewusstsein gerückt. Gerade Mainz als international renommierter Standort für die Lebenswissenschaften wurde seiner gesellschaftlichen Verantwortung in der Pandemie gerecht. So auch mit der Gutenberg COVID-19 Studie“, erklärte der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), Prof. Dr. Georg Krausch. „Einzigartig bei dieser Studie ist die sehr große repräsentative Stichprobe der Bevölkerung in Verbindung mit der Verfügbarkeit vielfältiger epidemiologischer Daten sowie Bioproben zu jedem einzelnen Teilnehmer. So werden die generierten Erkenntnisse wichtige Informationen auch für den Umgang mit zukünftigen Pandemien liefern.“

„Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher haben unglaublich schnell auf die neuen Forschungsfragen reagiert und diese wichtige Studie ins Leben gerufen. Es erfüllt mich mit Dank und Stolz zu sehen, wie diese Studie zum Wohle der Gesellschaft und ihrer Gesundheit jetzt schon Früchte trägt und auch zukünftig tragen wird,“ unterstrich der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, die besonderen Leistungen der Forscherteams. Und ergänzte: „Gerade ihre Aktualität, ihre Interdisziplinarität und die Tatsache, dass sie auf der sehr erfolgreichen Gutenberg Gesundheits-Studie aufsetzt, sind ein deutlicher Beleg dafür, dass die Universitätsmedizin Mainz patientenorientiert forscht und die gewonnenen Erkenntnisse wichtig sind.“

Der koordinierende Studienleiter Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild verdeutlichte das Potenzial der Gutenberg COVID-19 Studie: „Wir verfolgen langfristig das Ziel, mit den Analysen zu den Auswirkungen der SARS-CoV2-Pandemie auf die Bevölkerungsgesundheit Ansätze für die Bekämpfung der Infektion zu identifizieren. Unsere Studie bietet hierzu die besondere Möglichkeit, vielschichtige und tiefgreifende Auswertungen durchzuführen. Neben den umfangreichen Informationen, die wir unter anderem mit Interviews, Fragenbögen und einer Web-App ermittelt haben, können wir auch auf Biomaterialproben, die klinisch-molekulare Untersuchungen zur SARS-CoV-2-Infektion erlauben, beispielsweise aus Blut, Stuhl oder auch dem Tränenfilm der Studienteilnehmenden, zurückgreifen. Zudem stehen umfassende, seit 2007 erhobene Vordaten der Gutenberg Gesundheits-Studie zu den Studienteilnehmenden zur Verfügung, die für eine Bewertung der Gesundheit im Verlauf besonders wichtig sind. Viele aktuelle Untersuchungsergebnisse sind auf unserem Studien-Dashboard online einsehbar, und zahlreiche wissenschaftliche Analysen werden in den kommenden Monaten folgen. Wir danken sehr herzlich für die Unterstützung und Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz, den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE / REACT-EU), die ReALity-Initiative der Lebenswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und das Nationale Forschungsnetzwerk der Universitätsmedizin, die die Durchführung des Projektes erst möglich gemacht haben.“

Aus der interdisziplinären Gutenberg COVID-19 Studie der Universitätsmedizin Mainz gehen zum Abschluss ihrer ersten Projektphase zahlreiche wichtige Erkenntnisse über die kurz- und langfristigen Folgen der SARS-CoV-2-Pandemie auf die Bevölkerungsgesundheit hervor.

Die multimodal erhobenen Daten der 10.250 Studienteilnehmenden im Alter von 25 bis 88 Jahren der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen sind repräsentativ für die Untersuchungsregion. Erfasst wurden unter anderem Informationen zur körperlichen und seelischen Gesundheit, den ergriffenen Präventionsmaßnahmen sowie über den Alltag, die Lebens-, Arbeits- und Wohnbedingungen und die Lebensqualität der Menschen während der Pandemie. Ihre Analyse lässt Rückschlüsse zu auf das lokale Pandemiegeschehen und liefert zudem Erkenntnisse, die grundsätzlich relevant sind für die Pandemiebekämpfung.

So lieferte die Untersuchung wichtige Hinweise zur Dunkelziffer hinsichtlich des Infektionsgeschehens. Bei etwa 3,7 Prozent der Teilnehmenden wurde bis Anfang April eine vergangene oder akute, wissentliche oder bislang nicht diagnostizierte Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen. Dies entspricht basierend auf den schon vorliegenden Daten bis Anfang Juli, aktuell einem Anteil von ungefähr 6,3 Prozent in der Bevölkerung. Der Lagebericht des Dashboards des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom 02. Juli 2021 beschreibt im Vergleich einen Anteil von 4,6 Prozent wissentlicher Infektionen in Deutschland. Etwa 42 Prozent der betroffenen Menschen wussten demnach nicht von ihrer vergangenen Infektion. Männer waren häufiger unwissend infiziert, ebenso ältere Studienteilnehmende: Der Höchstwert lag bei etwa 63 Prozent bei den 75- bis 88-Jährigen. Der hohe Anteil an unerkannten Infektionen verdeutlicht, dass eine systematische Testung wichtig ist, um eine Ausbreitung des Virus und damit auch eine mögliche erneute Infektionswelle frühzeitig erkennen zu können.

Derzeit zeigt sich allerdings, dass sich die Bevölkerung immer seltener testen lässt. Insbesondere in den Gruppen der vollständig geimpften und genesenen Personen ist die Anzahl der Testungen rückläufig: Betrug die Testrate der Personen, die bereits über einen vollständigen Impfschutz verfügten, Ende April 2021 knapp 30 Prozent, so sank der Wert auf aktuell rund 15 Prozent. Da jedoch auch in diesen Personengruppen potenzielle Infektionsträger sind, müssen sie in die regelmäßige Testung weiterhin eingebunden werden, um andere Personen zu schützen und ein bestmögliches Frühwarnsystem zu gewährleisten.

Die Einhaltung der AHA-Regeln reduziert das SARS-CoV-2-Infektionsrisiko. Die Studienergebnisse zeigen eindeutig, dass das ständige Einhalten des Mindestabstandes eine effektive Präventionsmaßnahme ist. Für die Studienteilnehmenden, die konsequent den Mindestabstand gewahrt haben, betrug das Infektionsrisiko die Hälfte von dem der Probanden, die selten oder nie die Abstandsregeln beachtet haben. Förderlich für den Schutz vor einer Infektion sind aber auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und Home-Office: Bei jenen Personen, die regelmäßig einen Mund-Nasen-Schutz trugen, fand sich ein um 34 Prozent niedrigeres Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion im Vergleich zu Personen, die ihn nie oder nur selten trugen. Bei Berufstätigen, die ausschließlich im Home-Office arbeiteten, zeigte sich ein um rund 31 Prozent niedrigeres Infektionsrisiko im Vergleich zu Erwerbstätigen ohne Home-Office. Die Daten unterstreichen die Effektivität der Präventionsmaßnahmen und ihre Bedeutung in der Pandemiebekämpfung.

Das Forscherteam der Universitätsmedizin Mainz konnte in der Bevölkerungsstichprobe keine Anzeichen dafür finden, dass Kinder im Haushalt das Infektionsrisiko mit dem Corona-Virus erhöhen. Für dieses Risiko ist jedoch die Anzahl der in einem Haushalt lebenden Personen von Bedeutung: So liegt der Anteil einer SARS-CoV-2-Infektion bei Haushalten, in denen vier oder mehr Personen zusammenleben, verglichen mit Zwei-Personen-Haushalten um etwa 30 Prozent höher.

Menschen mit niedrigerem sozioökomischen Status sind eine besonders schutzbedürftige Gruppe. Sie haben ein höheres Infektionsrisiko – weniger aufgrund ihres Verhaltens, sondern eher aufgrund ihrer Lebensverhältnisse. Eine Ursache hierfür sind unter anderem prekäre Wohnverhältnisse: Diese Betroffenen weisen ein 1,6-fach erhöhtes Infektionsrisiko auf. Die niedrigere Impfbereitschaft und Impfquote weisen auf ein Optimierungspotenzial für die Steuerung der Impfkampagne für diese Personengruppe hin. In diesem Kontext ist es auch von Bedeutung, dass das durchschnittliche Nettoeinkommen bei rund 16 Prozent der Bevölkerung gesunken ist und dies insbesondere wiederum die einkommensschwächeren Haushalte stärker betrifft: In der armutsgefährdeten Einkommensgruppe ist das Einkommen bei mehr als jeder vierten Person gesunken. Einkommensverluste lagen in den einkommensstarken Gruppen wiederum nur bei etwa jeder sechsten Person vor – bei allerdings auch gleich häufigen Vorkommen von Einkommenssteigerungen.

Weitere Studienleiter der Gutenberg COVID-19-Studie sind Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Psych. Manfred Beutel (Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie), Univ.-Prof. Dr. Karl Lackner (Direktor des Instituts für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin), Univ.-Prof. Dr. Thomas Münzel (Direktor des Zentrums für Kardiologie, Kardiologie I), Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer (Direktor der Augenklinik und Poliklinik) und Univ.-Prof. Dr. Konstantin Strauch (Direktor des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik).

Weitere Informationen zur Studie: www.gutenberg-covid19.de sowie GCS Dashboard

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„Inzidenzstufe 0“ auch in der StädteRegion Aachen ab dem heutigen Freitag, 09. Juli

StädteRegion Aachen – In der StädteRegion Aachen gilt ab heute die in der neuen Coronaschutzverordnung NRW neu eingeführte „Inzidenzstufe 0“. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist heute für die StädteRegion Aachen eine Inzidenz von 4 aus. Die Sieben-Tage-Inzidenz des Landes liegt bei 6.

Ab heute, 9. Juli, gilt eine angepasste Coronaschutzverordnung. Neu ist die „Inzidenzstufe 0“, die in Kreisen oder kreisfreien Städten greift, in denen seit mindestens fünf Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 10 unterschritten ist. Das ist in Stadt und StädteRegion Aachen nach den relevanten Daten des RKI ohne Unterbrechung seit dem 23. Juni 2021 der Fall. Einige der neuen Lockerungen greifen auch erst dann, wenn ebenfalls für das Land NRW die Inzidenzstufe 0 (auch hier seit mindestens fünf Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 10 unterschritten) gilt. Das ist ebenfalls gegeben.

Damit greifen ab heute viele weitere Lockerungen. Im Einzelnen sind das für die Stufe 0 (Sieben-Tage-Inzidenz 0-10)

Kontaktbeschränkungen    

  • Keine Beschränkungen
  • Mindestabstände als Empfehlung

Außerschulische Bildung

  • Kontaktdaten erheben, im Übrigen keine Beschränkungen

Kinder-/ Jugendarbeit         

  • Bei Ferienfreizeiten einmalige Testpflicht zu Beginn des Angebots, bei Kinder- und Jugendreisen zu Anfang und Ende des Angebots, ansonsten keine Einschränkungen mehr

Kultur

  • Bei Veranstaltungen (Theater, Kino, Konzert) wahlweise Test oder Sitzplan nach Schachbrettmuster, im Übrigen keine Beschränkungen
  • Ab 5.000 Zuschauerinnen/Zuschauern Test und Hygienekonzept erforderlich
  • Besuch von Museen usw. ohne Einschränkungen (Tragen einer Maske wird weiterhin empfohlen)
  • Musikfestivals etc. schon vor dem 27.08. zulässig

Sport 

  • Sportausübung ohne Beschränkungen
  • Sportveranstaltungen bis zu 25.000 Zuschauer, max. 50 Prozent der Kapazität.
  • Bis 5.000 Zuschauer außen ohne weitere Beschränkungen, innen mit Test oder Sitzplan im Schachbrettmuster und einer max. Auslastung von 33 Prozent der Kapazität.
  • Ab 5.000 Zuschauerinnen/Zuschauern Test und Hygienekonzept erforderlich

Freizeit          

  • Keine Beschränkungen, Kontaktnachverfolgung aufgehoben (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)
  • Betrieb von Clubs und Diskotheken innen erlaubt, mit Konzept, Kontaktnachverfolgung und Test

Einzelhandel 

  • Wegfall der flächenmäßigen Begrenzungen (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)
  • Maskenpflicht bleibt bestehen

Messen/ Märkte       

  • Keine Beschränkungen (wenn auch für das Land Inzidenzstufe 0 gilt)

Tagungen/ Kongresse        

  • Keine Beschränkungen

Private Veranstaltungen     

  • Bei mehr als 50 Teilnehmenden Testpflicht, dann keine Beschränkungen. Ohne Test müssen Mindestabstände und Maskenpflicht ab 50 Teilnehmenden weiter beachtet werden.

Partys

  • Bei mehr als 50 Teilnehmenden Testpflicht, dann keine Beschränkungen.

Große Festveranstaltungen           

  • Mit Test erlaubt (wenn auch für das Land die Inzidenzstufe 0 gilt)

Gastronomie

  • Keine Einschränkungen, solange Abstand oder Abtrennung zwischen Tischen. Bedienpersonal mit Test (Selbsttest genügt) oder Maske.

Beherbergung/ Tourismus 

  • Kontaktnachverfolgung bleibt bestehen, Testerfordernis nur noch bei Gästen aus Gebieten mit einer Inzidenz über 10

    Da bei den niedrigen Zahlen schon kleinere Ausbrüche einen relevanten Effekt auf die Inzidenzen haben, hat das Land geregelt, dass eine automatische Hochstufung in die Inzidenzstufe 1 (mit allen bis gestern gültigen Regelungen) erst vorgenommen wird, wenn der Wert einer Sieben-Tages-Inzidenz von 10 wieder acht Tage hintereinander überschritten wird.

    Die Coronaschutzverordnung gilt bis zum 5. August. Die aktuellen Regelungen und die gesamte Verordnung findet man unter: https://www.land.nrw/corona