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STAWAG und CHIO Aachen – Seit 25 Jahren für mehr Nachhaltigkeit beim Weltfest des Pferdesports

Aachen – Die STAWAG ist dem Reitsport in Aachen bereits seit den 1980er Jahren verbunden – zur Weltmeisterschaft 1986 sponserte das Traditionsunternehmen über die Stadt Aachen die Silbermedaille. Der erste Kooperationsvertrag für den CHIO Aachen folgte im Jahr 1999.

Flutlichtprüfungen, Photovoltaikanlagen und CHIO-STAWAG-TV sind nur einige Aspekte, die die Partnerschaft zwischen dem Energiedienstleister und dem CHIO Aachen prägen. Dr. Christian Becker und Wilfried Ullrich, die den Vorstand der STAWAG bilden, sprechen über die Entwicklung der vergangenen 25 Jahre.

Ein Vierteljahrhundert an Sponsoring – eine lange Zeit, in der sich sehr viel getan hat. Wie nehmen Sie die Entwicklung der Partnerschaft und auch die des CHIO Aachen wahr?

Dr. Christian Becker: Die Entwicklung der Partnerschaft war aus meiner Sicht immer sehr harmonisch. Wir haben mit dem gesamten ART- und ALRV-Team einen wirklich professionellen Partner. Der CHIO Aachen ist eine für die Region sehr prägende Veranstaltung, bei der wir jedes Mal eine absolut positive Werbewirkung für unser Unternehmen feststellen.

Wilfried Ullrich: Meinen ersten Berührungspunkt mit dem CHIO Aachen gab es 2004, damals noch mit den Kindern bei den Vierspännern im Aachener Wald. Für mich, als jemand aus der Region, war es dann schon eine einschneidende Veränderung, als 2006 alles in der Soers zentralisiert wurde. Für das Turnier war es ein positiver Schritt, der die Präsenz des Events nochmal erhöht hat.

2006 ist ein gutes Stichwort, was die Infrastruktur angeht. Seitdem gibt es diese ganz besondere Abend-Atmosphäre unter Flutlicht bei weltbekannten Prüfungen wie dem Mercedes-Benz Nationenpreis, auch dank der STAWAG.

Becker: Diese Prüfungen in der einmaligen Atmosphäre sind ein absolut fester Bestandteil. Sie haben sich so etabliert, dass ich fast nicht glauben kann, dass es das Flutlicht erst seit knapp 20 Jahren gibt. Im Übrigen ist der Mercedes-Benz Nationenpreis für meine Bekannten aus der Reiterszene jedes Jahr DIE Veranstaltung. Die Karten für dieses Spektakel sind neben dem Rolex Grand Prix am begehrtesten im Kundenkreis. Deshalb ist es schön, dass es mittlerweile auch am Mittwoch und Samstag weitere Prüfungen unter Flutlicht gibt. Die Reiterei verbindet einfach, und der CHIO Aachen ist eine tolle Plattform, um Geschäftskontakte zu aktivieren und wachzuhalten.

Es gibt inzwischen ein vielfältiges Engagement Ihrerseits. Mit der STAWAG Tribüne, dem STAWAG Eröffnungsspringen und dem STAWAG-Preis am Donnerstag, aber auch mit dem STAWAG-Hindernis im Gelände und dem CHIO-STAWAG-TV im Hauptstadion. Wie wichtig ist Ihnen als Unternehmen, dass Sie beim weltweit bekannten CHIO Aachen als regionales Unternehmen sichtbar sind?

Becker: Extrem wichtig! Vor allem die Bildschirme im Hauptstadion bieten für uns einen Mehrwert. Wir sind nämlich gar nicht so sehr darauf angewiesen, jederzeit im Fernsehen präsent zu sein, sondern unsere Zielgruppe ist die regionale, die auch hier im Stadion vor Ort ist. Da helfen uns der Bildschirm mit dem CHIO-STAWAG-TV und natürlich auch unsere Tribüne, denn wir brauchen eine Menge an Präsenz. Wir sind sehr dankbar, dass wir alle diese Wege gemeinsam beschreiten können.

Ullrich: Es passt auch gut zusammen mit dem Schritt in die Region, den wir jetzt mit unserer Unternehmensentwicklung und dem Zusammenschluss mit der enwor vollziehen. Der CHIO Aachen ist ja nicht nur für die Stadt und die gesamte StädteRegion Aachen, sondern auch darüber hinaus relevant und zieht viel Publikum an.

Mit Themen wie sozialer Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeit im Umweltbereich teilen die STAWAG und der CHIO Aachen bedeutende Werte. Wie findet sich das in der Partnerschaft wieder?

Becker: Für Nachhaltigkeit stehen wir als Unternehmen. Ladesäulen, Ökostromlieferung, regenerative Eigenerzeugung auf dem Gelände – mit solchen Themen wird die Partnerschaft noch enger, weil sie dann noch wahrnehmbarer wird.

Ullrich: Auch das Thema Jugend ist in unserer DNA fest verankert. Schulprojekte und Kooperationen zu Energiethemen gehören genauso dazu wie Sponsoring von Trikots im Sportbereich. Deshalb ist der CHIO Aachen Kindertag, der auf unserer Tribüne stattfindet, ein perfekter Baustein. Dies erhöht die Reichweite der Veranstaltung und unterstreicht den Volksfestcharakter.

Welche Themen stehen in der Partnerschaft STAWAG und CHIO Aachen in Zukunft noch auf der Agenda?

Becker: Wir wollen die Entwicklung, die der ALRV sich vorgenommen hat, auch künftig mit unserer Expertise begleiten. Da geht es um Photovoltaikanlagen auf den Dächern, die Erweiterung des Sportparks Soers, aber auch um den CHIO Aachen CAMPUS. Das passt in unseren Fokus der Jugendförderung und des Breitensports. Wir möchten auch weiter beim Thema Nachhaltigkeit unterstützen, damit das Turnier dauerhaft eine Perspektive hat. Aber da mache ich mir überhaupt keine Sorgen!

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Neue Ausgabe der AW-Wirtschaftsinfo erschienen – Transformation der Wirtschaft

Ahrweiler – Die neue Ausgabe der AW-Wirtschaftsinfo der Wirtschafts- und Tourismusförderung des Kreises ist erschienen. Unter dem Titel „Transformation der Wirtschaft“ beschäftigt sich das Magazin mit den Herausforderungen und Chancen des Wandels, der sowohl Unternehmen als auch unsere Gesellschaft beeinflusst.

„Die Themenfelder der Transformation sind vielfältig und umfassen nicht nur ökologische Aspekte – auch ein Umdenken im sozialen Umgang miteinander und ein nachhaltiges Ökonomieverständnis sind essentiell, um die Wirtschaft auf eine zukunftsweisende Basis zu stellen“, so Landrätin Cornelia Weigand.

Die Ausgabe präsentiert Beispiele, wie die heimische Wirtschaft bereits heute Transformation lebt und zeigt auf, wie der gemeinsame Weg in eine dauerhaft lebenswerte Zukunft gestaltet werde kann. Die Bandbreite der Themen ist vielfältig. Dazu gehören unter anderem eine bedarfsgerechte Teilhabe am Arbeitsleben und die Sicherung von Fachkräften ebenso wie Beispiele aus der Kreislaufwirtschaft, des Klimaschutzes sowie der Verkehrswende.

Um die AW-Wirtschaftsinfo möglichst klima- und ressourcenschonend zu produzieren, versendete die Kreiswirtschaftsförderung auch die aktuelle Ausgabe wieder digital an rund 2.000 Unternehmen und Institutionen im Kreis Ahrweiler. Zudem steht die Ausgabe als Online-Magazin und zum Download unter www.wirtschaftsfoerderung-kreis-ahrweiler.de zur Verfügung.

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CHIO Aachen 2024 – Partnerland USA begeistert mit vielen Acts am Soerser Sonntag

Aachen – Das Weltfest des Pferdesports steht für Weltklasse-Sport, vor allem aber dafür, das größte Volks- und Familienfest der Region zu sein. Genau das zeigte sich beim Soerser Sonntag, dem traditionellen Tag der offenen Tür.

Petrus hatte ein Einsehen: Pünktlich zu Beginn des Soerser Sonntags verabschiedeten sich die dunklen Wolken aus der Aachener Soers und nahmen den Regen, der in der Nacht geprasselt hatte, gleich mit. Und so warteten schon vor dem offiziellen Einlass um 10 Uhr neugierige Besucher entlang der Albert-Servais-Allee. Direkt am Haupteingang mischten sich zur Begrüßung tanzende Cheerleader zwischen die Aachener Stadtreiter. Und die rot-weiß gedresste Truppe des US-Nationalteams USA Cheer waren mit ihren weißen Pompons sogleich das erste beliebte Fotomotiv auf dem Turniergelände. Und davon gibt es auch in diesem Jahr wieder einige auf dem Gelände, die allesamt ein Thema haben: Das diesjährige Partnerland USA. Die farbenfrohen Motive wie zum Beispiel das nostalgische Karussell im typischen US-amerikanischen Look oder die Freiheitsstatue laden zu fröhlichen Selfies ein. Davon machten Groß und Klein reichlich Gebrauch. Und nicht nur davon. Auf sie wartete beim „Tag der offenen Tür“, zu dem der Aachen-Laurensberger Rennverein e. V. (ALRV) traditionell bei freiem Eintritt einlädt, ein geballtes Programm. Nicht nur die Ladenstraße mit mehr als 200 internationalen Ausstellern und verschiedenen Gastronomen war richtig gut besucht, ebenso die zahlreichen Attraktionen, die an vielen Ecken zum Verweilen, Staunen und Mitmachen lockten. Der perfekte Familientag oder Ausflug mit Freunden!

Los ging es um 11.30 Uhr im Deutsche Bank Stadion mit einem festlichen ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto „Gospel for everyone“. Um 13.00 Uhr startete dann das kunterbunte Unterhaltungsprogramm, das mit vielen außergewöhnlichen Showacts einen Vorgeschmack auf die große Eröffnungsfeier am Dienstagabend zu bieten hatte: Mit dabei waren auch hier die Cheerleader des US-Nationalteams USA Cheer, zu deren Tanzeinlagen auch CHIO Aachen Maskottchen Karli die Hüften schwang. Im weiteren Verlauf des Tages galoppierten jede Menge Shettys und Mustangs durch das Deutsche Bank Stadion. Ebenso dabei waren Kaltblüter Kalle, Tiertrainer Laury Tisseur und Radio-Star Daniel Danger, der mit seiner Voltigier-Darbietung für beste Unterhaltung sorgte. Im Rahmen der Charity-Kooperation „Aktion Glücksbringer“ präsentierten sich die Therapiehöfe aus der Region unter dem Motto „Therapeutisches Reiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und die kleinsten Besucher freuten sich über Ponyreiten und den Besuch der WDR-Maus, was für jede Menge strahlende Kinderaugen sorgte.

Über die Begeisterung der Besucher, die zahlreich über das traditionsreiche Turniergelände flanierten, freute sich auch Philip Ebers, Vorstandsmitglied des Aachen-Laurensberger Rennvereins e.V. (ALRV): „Obwohl die Wetterprognosen nicht beständig waren, haben wir einen Auftakt des CHIO Aachen 2024 erlebt, der schöner nicht hätte sein können.“ Er sei „sehr zufrieden mit einem super ersten Wochenende“, an dem zu den beiden Konzerten „Pferd & Sinfonie“, dem Voltigieren und Tag der offenen Tür mehr als 40.000 Besucher kamen, 26.500 waren es alleine am Soerser Sonntag.

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Kunst & Kultur

Autobahnkirche Sankt Paul bei Wittlich präsentiert Klang-Kunst eines jungen Künstler-Trios

Wittlich – Erinnerungen eingefangen in sphärische Klänge und visuelle Kunst: Ein Stopp in der Autobahnkirche Sankt Paul bei Wittlich lohnt in diesen Tagen besonders. Ein sphärischer Klang schwebt durch den hohen Raum der Autobahnkirche Sankt Paul, auf der Wand zeichnen sich schwarze und weiße Projektionen ab – Worte, ein Autobahnschild, ein Lastwagen und angedeutete menschliche Wesen, die emporschweben, sich drehen, um sich dann aufzulösen – flüchtig – wie die Erinnerungen, die sie illustrieren. Um eben solche Erinnerungen geht es bei dem Medienkunstprojekt MEMO, bei dem drei junge Künstler*innen aus Köln die Autobahnkirche in einen kreativen Ort des Erinnerns verwandelt haben. Die Installation vereint akustische Klänge, komponiert von Lukas Schäfer und Luis Weiß, sowie visuelle Effekte von Nathalie Brum, die an die Wand projiziert werden. Vom 28. Juni bis 8. Juli lohnt sich ein Stopp an der Autobahnkirche für alle, die im hektischen Alltag ein Erlebnis suchen, das zugleich meditativ und zum Nachdenken anregend, auf jeden Fall aber einmalig und berührend ist.

Eine große Rolle für das Kunst-Projekt spielt auch ein Gegenstand, der so gar nicht in die Kirche am Rand der Stadt, nahe der A1, passen will: ein Vintage-Telefon, scheinbar geradewegs den 1950er Jahren entsprungen. Auf einem Sockel steht es, schwarz, mit schwerem, abnehmbarem Hörer und Wählscheibe. Was es damit auf sich hat, erklären Luis Weiß und Lukas Schäfer, alias Betonklang: „Wir haben dieses Telefon so präparieren lassen, dass es wie ein interaktiver Anrufbeantworter funktioniert, der anleitet und Fragen stellt. Die konnte man beantworten oder eigene Erinnerungen und Gedanken aufsprechen“, erklärt Weiß. Der Fokus auf das Thema „Erinnerungen“ kam Lukas Schäfer zum einen, weil er sich persönlich familiär bedingt damit beschäftigte und zum anderen, weil Sankt Paul in direkter Nachbarschaft zu einer Seniorenresidenz liegt, die einen Schwerpunkt auf die Betreuung von Menschen mit Demenz-Erkrankungen und der Palliativbetreuung legt. „Da kam das Schlagwort Erinnerung mit einer ganz anderen Brisanz. Was passiert, wenn man einfach physiologisch nicht mehr in der Lage ist, Erinnerungen zu behalten, was geschieht, wenn sie verloren gehen. Wir fragten uns dann, wie können wir Erinnerungen konservieren? Wir wollten nichts in den luftleeren Raum gestalten, sondern eine Verzahnung mit den Menschen haben, die in der Umgebung leben, die sich hier engagieren“, sagt Schäfer. Auch das Gedenken an die Zwangsarbeiter, die während des Nazi-Regimes Teile der naheliegenden Autobahn erbauten, sei mit in die Projektionen eingeflossen, fügt Brum hinzu.

Rund ein halbes Jahr hat sich das Trio von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung mit „MEMO“ beschäftigt. Dabei ist es nicht die erste Autobahnkirche, für die Weiß und Schäfer ein Kunstprojekt umsetzen, und es wird nicht die letzte bleiben, fügen sie mit einem Lächeln hinzu. Im Dezember stieß Architektin und Künstlerin Nathalie Brum hinzu, mit der die beiden damals musikalisch zusammenarbeiteten. Die 48 Autobahnkirchen in Deutschland finden sie deshalb so faszinierend, weil sie einen so niedrigschwelligen Zugang zu einem sakralen Ort bieten. „Es existiert, anders als vielleicht in manch anderen Kirchen, nicht so eine Hürde, hineinzugehen. Sie stehen teilweise sogar auf Raststätten und sind bis zu 24 Stunden geöffnet. Oft betreten Menschen sie eher zufällig“, berichtet Weiß. Schäfer freut sich, dass der Förderverein der ökumenischen Autobahnkirche sofort positiv auf die Anfrage reagierte „Die waren neugierig und hatten Lust darauf.“ Sankt Paul war ursprünglich eine Klosterkirche der Steyler Missionare. Als der Orden sein Kloster aufgab, gründete sich 2009 in Wittlich ein Förderverein, der sich zur Aufgabe machte, die Kirche zu erhalten. So waren neben der Pfarrei Im Wittlicher Tal Sankt Anna und der Evangelischen Kirchengemeinde auch die Stadt Wittlich und die Stiftung Glaube und Leben des Bistums Trier und das Bonifatiuswerk neben anderen Geldgebern mit an Bord, um das Projekt zu finanzieren. „Das gelingt selten in so kurzer Zeit“, betont Luis Weiß.

Weiß und Schäfer komponierten jeweils eigene fünfminütige Miniatur-Stücke, arbeiteten mit den konkreten Sprachaufnahmen, aber auch mit einer Aufnahme des in Sankt Paul probenden Gospelchors. „Ein Mitglied des Chors hielt sein Handy an den Telefonhörer und spielte die Aufnahmen ab. Daraus haben wir gesampelt, verkürzt, verlängert, verfremdet, transponiert – und daraus neue Musik gebaut“, gibt Weiß Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess. Bei der Vernissage am 28. Juni kamen neben einem alten Kassettenrekorder mit den Sprachaufnahmen, einem Synthesizer aus den 1980ern, Mischpult und Samplern auch ein Flügelhorn und Stimmeffekte von Nathalie Brum zum Einsatz. Sie streute während der atmosphärisch dichten live-Performance auch Begriffe aus dem Straßenbau ein. Als Architektin sei sie sehr an ingenieurswissenschaftlichen Themen interessiert. „Ich finde es so schön, dass wir die Vernissage ausgerechnet auf das Wochenende des Tags der Autobahnkirchen und des Tags der Architektur gelegt haben. Am 30. Juni hatte das Trio noch ein kurzes Gastspiel beim ökumenischen Gottesdienst der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden um 15 Uhr, wo wieder kurze Parts aus der Klanginstallation zu hören waren.

Bis zum 8. Juli können Musik- Kunst- und Kulturliebhaber die MEMO-Ausstellung noch erleben, kostenlos, täglich zwischen 8 und 20 Uhr.

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CHIO Aachen 2024 – Deutschland 2 schlägt Deutschland 1 im Preis der Sparkasse

Aachen – Nationenpreis Pas de Deux an Harwardt und Künne – „So kann’s weitergehen“, lautete das Fazit von ALRV-Vorstandsmitglied und CHIO Aachen Sportchefin Birgit Rosenberg nach dem ersten Turnierwochenende 2024 in der Soers. Eine Aussage, die vor allem die Voltigierer von Team Deutschland 2 wohl genauso unterschreiben können.

Krönender Abschluss des ersten Aachen-Wochenendes war der Nationenpreis um den Preis der Sparkasse. Hier treten die teilnehmenden Länder jeweils mit zwei Einzelvoltigierern sowie einer Gruppe an, die alle ihre Kür zeigen. Die deutschen Mannschaften waren auch dieses Jahr die Favoriten auf den Sieg. Ganz besonders galt das für Team Deutschland 1, nachdem das Team Norka die Gruppenwertung recht klar für sich entschieden hatte. Eigentlich hätte auch die Siegerin der Damen, Kathrin Meyer, im Team sein sollen. Aber da diese bereits gestern trotz eines Infekts im Einsatz gewesen war, wurde sie durch Thomas Brüsewitz ersetzt, dem Zweitplatzierten der Herren. Komplettiert wurde Deutschland 1 durch die Kür-Zweite der Damen, Annemie Szemes. Eine starke Truppe also, die allerdings auch unter Druck stand, denn Deutschland 2 hatte drei glänzende Küren geliefert. 25,461 Punkte galt es zu schlagen.

Thomas Brüsewitz konnte sich auf William II Z an der Longe von Maik Husmann im Vergleich zu gestern noch einmal deutlich steigern und legte eine solide Basis für seine Mannschaftskollegen. Annemie Szemes begann stark, doch dann schien irgendetwas ihren von Nina Vorberg longierten Rubinio irritiert zu haben. Er legte einen kleinen Bocksprung ein, Annemie musste ihre Kür unterbrechen und neu ansetzen. Das war teuer. Mit 7,479 Punkten blieb sie weit unter ihren Möglichkeiten. Das Team Norka des VV Köln-Dünwald tat sein Bestes, um das auszugleichen, doch am Ende hatten sie gerade mal einen tausendstel Punkt mehr auf dem Konto als die Gruppe von Deutschland 2, Fredenbeck Junior I. So wurden es 24,914 Zähler und Rang zwei für Deutschland 1 – was den Triumph für Deutschland 2 bedeutete.

Hier war die Freude riesig. Neben den Fredenbecker Teenagern (Durchschnittsalter: 13) setzte sich Deutschland 2 aus Alina Roß auf Baron an der Longe ihres Vaters Volker Roß und Alice Layher mit Lambic van Strokappeleken, longiert von ihrer Schwester Helen, zusammen. Es war eine Rookie-Truppe. Keiner hatte bis dato zuvor an einem Nationenpreis in Aachen teilgenommen. „Wir hatten ja Sorge, ob wir hier überhaupt bestehen können“, so Fredenbecks Longenführerin Gesa Bührig. Dabei kennt sie das Gefühl, in Aachen von null auf hundert zu turnen. Das war ihr vor einigen Jahren bereits mit ihrer Seniorenmannschaft gelungen, die später Weltmeister wurde, danach aber auseinanderging. Dass es mit ihrem jungen Team in der Albert-Vahle-Halle nun gleich so laufen würde, war auch für sie überraschend und natürlich umso erfreulicher. Zumal: „Dass wir nicht mehr in Aachen starten, das hatte mich schon traurig gemacht, als sich die Seniorenmannschaft aufgelöst hat.“ Nun hat sie eine neue Mannschaft hierhergeführt und allem Anschein nach nicht zum letzten Mal.

Alina Roß hat schon viermal in der Soers geturnt, aber eben noch nie in einer Nationenpreismannschaft. Obwohl das Wochenende aus ihrer Sicht ansonsten „nicht ganz so rund gelaufen“ war, konnte sie bei ihrem Debüt für Deutschland gleich maßgeblich zum Sieg beitragen. Mit 8,503 Punkten lieferte sie die zweitbeste Kür des Tages. Nur Thomas Brüsewitz war noch stärker gewesen. Alice Layher war letztes Jahr noch U21-Weltmeisterin und turnt die erste Saison bei den Senioren. Ihr Fazit des Wochenendes: „Bei der Pflicht war ich noch richtig aufgeregt. Aber heute konnte ich das richtig genießen!“

Mit „das“ dürften vor allem die Atmosphäre und das Aachener Publikum gemeint gewesen sein. Die Halle war voll, die Stimmung großartig. Man könne es jemandem, der nicht voltigiert, nur schwer beschreiben, wie es ist, da in den Zirkel einzulaufen, ergriff eine der Athletinnen des Teams vom RFZV St. Hubertus Herne das Wort für ihren Longenführer, der so gerührt war, dass er vor lauter Tränen gar nicht sprechen konnte. Angesichts dessen, dass sie nicht zum Bundeskader gehören, war es für die Voltigierer aus dem Ruhrgebiet schon ein Riesenerfolg, dass sie sich überhaupt für einen Start in Aachen hatten empfehlen können. Sie hatten es nicht in den Nationenpreis geschafft, durften aber heute noch einmal in der Gruppen-Kür um den Preis der Sparkasse an den Start gehen und trugen hier den Sieg davon. Der war aber nur die Kirsche auf der Torte. „Hier einzulaufen, ist wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen und noch besser“, so die Herner Athleten.

Pas de Deux an Harwardt und Künne

Diana Harwardt und Peter Künne wissen, wovon die Kollegen sprechen. Sie hatten bereits 2023 das Pas de Deux, die Kür der Paare, für sich entschieden und ließen auch dieses Jahr zu keinem Zeitpunkt Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen. Mit DSP Sir Laulau an der Longe von Andrea Harwardt hatten sie schon an Tag eins die Nase mit Weile vorn und heute kratzten sie an der 9 vor dem Komma. In der Addition beider Küren kamen sie auf 8,825 Punkte und ließen damit das zweite deutsche Duo mit Weile hinter sich. Das waren Gisa Sternberg und Linda Otten, die mit Espresso an der Longe von Cornelia Ammermann 8,112 Punkte gesammelt hatten.

Alles in allem ein rundum gelungenes Wochenende für die Voltigierer, fand Bundestrainer Kai Vorberg: „Wie Aachen immer ist, war es ein tolles Erlebnis. Sportlich ist das eine oder andere bei allen noch zu üben. Aber so ein kleiner Reminder ist ja auch gut!“

Alle Infos zum CHIO Aachen 2024 und alle Ergebnisse finden Sie hier online.

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Kunst & Kultur

Neue „Freilichtgalerie“ entsteht in Dahlem-Kronenburg

Dahlem-Kronenburg – Eine neue kulturelle Attraktion entwickelt sich seit diesem Jahr im „Künstlerort“ Kronenburg in der Gemeinde Dahlem.

Neben dem ehemaligen Bahnhofsgebäude von Kronenburg, direkt neben den früheren Gleisen und dem heutigen „Kyll-Radweg“ stehen seit dem Bau des Kronenburger Sees in den 1970er Jahre 23 große Betonelemente. Durch diese Betonelemente wurde der Fluss „Kyll“ beim Bau des Staudamms umgeleitet. Anschließend wurden die tonnenschweren Teile neben dem Bahnhof abgestellt und wucherten in den Jahrzehnten zu.

Die Kronenburger Kunstschaffenden Monica Breuer und Jennifer Finke entwickelten an diesem Standort die innovative Idee einer „Freilichtgalerie Kronenburg“ in und um die Betonelemente.

Auch Dahlems Bürgermeister Jan Lembach wurde für das Vorhaben begeistert und seit Anfang des Jahres läuft das Projekt und der Prozess. Inzwischen laden bereits 46 Exponate auf jeweils 2×2 Metern in die Freilichtgalerie zum Erkunden und Staunen ein.

Dazu schreiben die beiden Künstlerinnen:

„…Die Natur hatte Zeit, diesen Raum zu erobern. Aber nicht nur die Natur erkannte die neuen Möglichkeiten und das verborgene Potential!

Und so wurde aus dem abgestellten Betonmüll ein richtig schöner Platz zum Verweilen, um Kunst zu entdecken und Kreativität zu bestaunen. Losgelöst vom eigentlichen Bestimmungszweck einer Sache… dieser Sache einen völlig neuen Sinn geben. Die Geburtsstunde der Freilichtgalerie!

Das war der Wendepunkt, auch im Leben der Künstlerinnen. Niemals vorher hatten wir so etwas gewagt. Getragen von der eigenen Freude am Schaffen und motiviert durch zahllose Gespräche mit Bürgern aus Kronenburg und Vorbeifahrenden auf dieser kleinen Lebensader, dem Kyllradweg.

Die Idee wird unterstützt vom Bürgermeister der Gemeinde Dahlem, vom Ortsbürgermeister in Kronenburg, von der Straßenmeisterei in Gerolstein, vom Kulturverein Freies Forum Kronenburg und von zahllosen Menschen, die uns Künstlerinnen durch Zuspruch und Dank bis heute motivieren. Diese Freilichtgalerie ist ein Geschenk! Für uns und für Euch Danke, Monica Breuer und Jennifer Finke.“

Die „Freilichtgalerie“ neben dem ehemaligen Bahnhof Kronenburg ist zu erreichen über die Straße „Neuer Weg“, ausgeschildert „Parkplatz Kyllradweg“ und natürlich mit dem Fahrrad über den „Kyllradweg“.

Bei den kommenden Veranstaltungen in Kronenburg ist auch die „Freilichtgalerie“ ein sehenswerter Standort:

Die diesjährigen Kronenburger Kunst- und Kulturtage laden vom 06.08.2024 bis zum 11.08.2024 zu einem vielfältigen Programm ein.

Ein Blick in die „Freilichtgalerie“ gehört dabei zum Pflichtprogramm. https://www.freiesforumkronenburg.de/kunst-und-kulturtage/kkk-2024/

Am Sonntag, den 11.08.2024 findet der beliebte Radaktionstag „Grenzenlos Kyllradweg“ auf der früheren Bahntrasse statt.

Ein Halt an der „Freilichtgalerie“ direkt am Kyllradweg sollten die Radfahrer einplanen. https://kyllradweg.wixsite.com/grenzenloskyllradweg

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Großer Andrang beim 27. Oldtimer-Treffen in Roggendorf

Kall/Roggendorf – Parade der Renault-Schätzchen – Viele Benzingespräche mit „Mister Clio Cup“ Reinhard Sesterheim – Erlös geht wieder an die Hilfsgruppe Eifel – Der Wettergott muss ein Fan historischer Renault-Schätzchen sein, denn er hatte am gestrigen Sonntag großes Einsehen mit dem Roggendorfer „Renault-Oldie-Club-Eifel“, der vor dem Autohaus Hück das nunmehr 27. Renault-Oldie-Treffen veranstaltete. Leichtem Nieselregen am Morgen folgte durchweg trockenes Wetter, so dass Clubvorsitzender Jörn Hück zahlreiche Besitzer älterer Renault-Fahrzeuge begrüßen konnte.

Und zum 27. Mal fand das Treffen zugunsten der Hilfsgruppe Eifel statt, der die Roggendorfer Oldie-Freunde im Laufe der Jahre weit über 25.000 Euro spenden konnten.

Erfahrungsgemäß kommen zwischen 50 und 80 alte Renaults und Alpines aus der ganzen Bundesrepublik und den Benelux-Ländern Benelux zum Traditions-Treffen nach Roggendorf. Am Mittag rechnete Vorsitzender Jörn Hück damit das Vorjahresergebnis von 85 Oldtimern wieder zu erreichen, weil noch immer ältere Fahrzeuge das Autohaus ansteuerten.

Besonders freute sich Jörn Hück über einen ganz besonderen Gast, der seit über 30 Jahren einen bekannten Namen im Renault-Motorsport hat. Mit seinem 40 Jahre alten Renault R5-Turbo war der 67-jährige Motorsportler und ehemalige Deutsche Meister im Renault-Clio-Cup, Reinhard Sesterheim, zu „Bezingesprächen“ mit alten Renault-Hasen gekommen.

Sesterheim-Motorsport ist im rheinlandpfälzischen Üxheim ansässig, wo der 67-Jährige eine eigene Autowerkstatt betreibt, in dem er Kundenfahrzeuge für den Rennsport betreut. Fast jedes Wochenende ist er auf irgendeiner Rennstrecke im In- oder Ausland unterwegs.

Aus alten Zeiten zu erzählen gab es viel, denn vielen älteren Renault-Motorsportlern ist der Rennfahrer Reinhard Sesterheim, der im Jahr 1994, nach mehreren Vize-Meistertiteln im Clio-Cup die Deutsche Meisterschaft gewann, noch ein Begriff. „Wir haben damals manche Schlacht geschlagen“, erinnerte sich Sesterheim in Roggendorf. Renault-Motorsportler hatten ihm damals den Titel „Mister Clio-Cup“ verpasst.

Den ganzen Tag über herrschte ein großer Besucherandrang rund um das Autohaus, das sich in ein großes Ausstellungsgelände verwandelt hatte. Die Werkstatt war in ein Café verwandelt, in dem Kaffee, Kuchen und Waffeln angeboten wurden. Mitglieder der Hilfsgruppe unterstützten die Roggendorfer Oldie-Freunde an Kucken- und Waffeltheke. Club-Vorsitzender Jörn Hück, selbst Mitglied der Hilfsgruppe Eifel, hatte mit Unterstützung von Firmen und Sponsoren eine große Tombola organisiert. Und wer selten gewordene Ersatzteile wie Rückleuchten, Kühlergrill, Spiegel oder gar Stoßstangen für seinen alten Renault suchte, konnte beim Treffen fündig werden.

Hilfsgruppen-Vorsitzender Willi Greuel, selbst Besitzer einer Renault, bedankte sich beim Roggendorfer Club für die jahrelange Unterstützung. Derweil hofft Clubvorsitzender Jörn Hück, dass er in diesem Jahr den Spendenerlös von knapp 1700 Euro aus dem vergangenen Jahr noch einmal toppen kann. (Reiner Züll)

www.renaultoldieclub-eifel.de

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CHIO Aachen 2024 – Überflieger und Überraschungen im Preis der Sparkasse

Aachen – Die ersten Entscheidungen beim CHIO Aachen 2024 sind gefallen. Gruppen, Damen und Herren traten am gestrigen Samstag, 29. Juni im Preis der Sparkasse an und kämpften um die Titel, die allesamt verteidigt werden konnten – was weniger selbstverständlich war, als es sich vielleicht anhört.

Ja, es waren die Titelverteidiger, die auch in diesem Jahr beste Gruppe im Preis der Sparkasse wurden: das Team Norka des VV Köln-Dünwald. Aber ein Selbstgänger war das nicht. Denn das erfolgsverwöhnte rheinische Team hatte zwar über den Winter fleißig an einer neuen Kür gearbeitet, aber dann fielen zwei zweibeinige und vor allem die vierbeinige Säule des Europameisterteams verletzungsbedingt aus. Bela Lehnen befindet sich nach einem Kreuzbandriss im Aufbautraining. Philip Goroncy hat sich den Fuß gebrochen. Pferd Calidor hatte auch einen gelben Schein eingereicht. Für letzteren sprang Juniorenpferd Ecuador ein, für die beiden bein- bzw. fußverletzten Athleten wurden Thomas Brüsewitz und Justin van Gerven reaktiviert, die die Gruppe eigentlich bereits 2022 verlassen hatten. Neue Athleten mit ihren individuellen Stärken erforderten eine neue Kür, berichtete Trainer Torben Jacobs. Das wiederum führte dazu, dass die letzten Monate nicht langweilig wurden für ihn und sein Team. „Was sonst im Winter in Sachen Training passiert, musste jetzt innerhalb von ein paar Wochen nachgeholt werden.“ Von daher machen sich die Europameister diese Saison keinen Druck. „Natürlich haben wir Ambitionen (auch in Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Bern, Anm. d. Red.), aber wir machen das für uns.“ Und natürlich fürs Aachener Publikum, das die Albert-Vahle-Halle zum Beben brachte, als die Lokalmatadoren ihre Gruppenkür sauber durchgeturnt hatten. Und noch einmal, als die Ergebnisse verkündet wurden. Schon Freitag in der Pflicht war das Team Norka des VV Köln-Dünwald mit 7,806 Punkten beste Mannschaft gewesen. In der Kür, die mit 60 Prozent zum Gesamtergebnis beiträgt, setzten die Kölner sich mit 8,861 Punkten deutlich von der Konkurrenz ab. Das ergab 8,439 Punkte insgesamt und den nächsten Sieg für die Rheinländer Truppe.

Platz zwei ging mit 7,983 Zählern an das deutsche Debütanten-Team Fredenbeck Junior I mit Capitain Claus an der Longe von Gesa Bührig. Pferd und Longenführerin kennen das Gefühl, im Preis der Sparkasse zu triumphieren. 2021 trug Capitain Claus die Senioren des norddeutschen Voltigiervereins zum Sieg. Dieses Team hat sich inzwischen aufgelöst, für die Junioren war es das erste Mal in Aachen. Über mangelnden Nachwuchs kann Gesa Bührig sich nicht beschweren. „Wir haben 100 Mitglieder. Fredenbeck hat 5000 Einwohner.“ Keine schlechte Quote also. Im Durchschnitt sind die Athleten in Bührigs neuer Spitzentruppe 13 Jahre jung, letztes Jahr waren sie Weltmeister der Junioren. Bührigs Erfolgsgeheimnis? „Ich glaube nicht, dass wir mehr Talente haben. Wir arbeiten einfach.“

Rang drei sicherte sich mit 7,711 Zählern die Schweizer Mannschaft mit Pferd Fjall Raven an der Longe von Alexandra Löwy. Freitag in der Pflicht hatte das eidgenössische Sextett noch vor Fredenbeck auf Rang zwei gelegen. Doch Platz vier in der Kür am Samstag mit 7,978 Zählern reichte nicht, um diese Position zu halten.

Meyer krank zum Sieg

Bis 13 Uhr lag Kathrin Meyer am Samstag noch im Bett – „irgendein Infekt“. Der sich ausgerechnet das Aachen-Wochenende ausgesucht hatte, um die Titelverteidigerin der Damen im Preis der Sparkasse lahmzulegen. Oder es zumindest zu versuchen, denn zweieinhalb Stunden später turnte Kathrin Meyer ihre Kür durch, als sei nichts gewesen. Das war wichtig. Meyer stand unter Druck. Sie musste liefern, wollte sie die Gesamtwertung gewinnen. Newcomerin Alice Layher, im letzten Jahr noch U21-Weltmeisterin und dieses Jahr zum ersten Mal in Aachen am Start, hatte sich nach Pflicht und Technik nämlich mit hauchdünnem Vorsprung vor Meyer gesetzt. Geschlafen hat Meyer trotzdem tief und fest. „Für mich ist es einfacher anzugreifen als zu verteidigen“, sagte sie. Gesagt, getan. Trotz Virus begeisterte sie mit ihrer Kür, die die Karriere ihres Pferdes, ihrer Mutter und ihr selbst thematisiert, Richter wie Zuschauer gleichermaßen. Das Trio gewann die Kür mit Weile und hatte unter dem Strich 8,603 Punkte auf dem Konto, die es nun zu schlagen galt für Layher.

Was die 22-Jährige zeigte, war gut, aber nicht gut genug. Kleine Patzer in ihrer heutigen Kür führten dazu, dass sie hier „nur“ Fünfte wurde – zu wenig, um den ohnehin dünnen Vorsprung zu verteidigen. Mit 8,483 Punkten insgesamt beendete sie ihren ersten CHIO-Auftritt auf Rang zwei. Enttäuscht? Nein: „Ich bin sehr stolz, wie es geklappt hat!“, betont sie. Zumal sie angesichts der Aachener Atmosphäre vor der ersten Teilprüfung vor der Pflicht „doch aufgeregt“ gewesen sei, wie sie zugab.

Dank konstant guter Leistungen in allen drei Teilprüfungen konnte sich die Schweizer Weltcup-Dritte Danielle Bürgi auch in Aachen Rang drei erkämpfen. Und das ganz knapp geschlagen. 8,434 Punkte kamen zusammen für sie und Bartolino an der Longe von Lisa Huber.

Jabets „intensives“ Wochenende

Bei den Herren gelang es Frankreichs Quentin Jabet ziemlich unangefochten, seinen Titel zu verteidigen. Er hatte bereits Pflicht und Kür für sich entschieden auf dem von Andrea Boe longierten Ronaldo, und heute in der Kür setzten die Richter ihn erneut ganz klar an die Spitze. Am Ende siegte er mit 8,713 Punkten. Sein Fazit? „Intensiv! Die Zeit ist so kurz und die Emotionen kommen so schnell“, sprudelte er hervor, noch völlig außer Atem und voller Begeisterung. Vor allem für das Aachener Publikum, das die Athleten nicht nach Nationen, sondern nach Leistungen feiert. „Die Zuschauer hier sind unglaublich, verrückt, besser als auf jedem Championat!“, so der Franzose, der sich schon jetzt freut, seinen Namen zum zweiten Mal an der Siegertafel am Hauptstadion lesen zu können.

Nicht ganz so glücklich war sein stärkster Konkurrent, der vierfache Aachen-Sieger Thomas Brüsewitz, der auf dem von Maik Husmann longierten William II Z am Start war. „Ab der zweiten Hälfte habe ich es mir selber ein bisschen schwer gemacht“, beschrieb er sein Gefühl in der Kür zu Michael Jacksons „Dangerous“. „Da waren ein, zwei Patzer, die nicht hätten sein müssen.“ Rang drei in der Kür reichten dennoch, um seinen zweiten Platz in der Gesamtwertung mit 8,447 Punkten zu verteidigen.

Eine Aufholjagd legte Julian Wilfling auf Aragorn an der Longe von Alexander Zebrak hin. Rang fünf in der Pflicht und Platz sechs in der Technik sahen gestern noch nicht nach einem Podiumsplatz aus. Aber in der Kür brillierte das Trio, belegte Rang zwei und konnte sich damit in der Endabrechnung auf den dritten Platz vorschieben (8,171).

Harwardt und Künne in Front

Letztes Jahr konnten Peter Künne und Diana Hawardt erstmals die Entscheidung der Paare im Preis der Sparkasse gewinnen. Nun sind sie wieder auf der Siegerstraße, erneut mit ihrem bewährten DSP Sir Laulau, den Andrea Harwardt longiert. Ganz klar setzten sich die Europameister 2023 und Silbermedaillengewinner der WM 2022 in Herning heute gegen die Konkurrenz durch. In Punkten ausgedrückt hieß das: 8,726 Zähler für Harwardt/Künne zu 8,041 Punkten des zweitbesten Paares, Gisa Sternberg und Linda Otte, die auf Espresso an der Longe von Cornelia Ammermann ebenfalls unter deutscher Flagge in Aachen im Einsatz sind. Auf Rang drei (7,945) liegen vor der entscheidenden zweiten Kür am Sonntag die Österreicher Emily Scherer und Valentin Schmid auf Aragorn Elmar XV mit Sabine Frauenschuh.

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Alle Infos und Ergebnisse des CHIO Aachen 2024 gibt’s hier online.

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Trucks, Darts, Rad und Rossi – Die Nürburgring-Highlights im Juli

Nürburg – Truck-Grand-Prix bietet eigene Ticketkategorie für Musikfestival an – Europas größte Darts-Meisterschaft gastiert erstmals im ring°boulevard – Valentino Rossi gibt Ende Juli Vollgas auf der Grand-Prix-Strecke.

Trucks, Darts, Rad und Rossi: Im Juli locken jedes Wochenende spannende Events an den Nürburgring. Der Monat startet mit einer Premiere: die DLMM (5. – 7. Juli) kommt erstmals als eines der größten Darts-Turniere Europas in den ring°boulevard. Beim Int. ADAC-Truck-Grand-Prix (11. – 14. Juli) werden wieder mehr als 100.000 Besucher ein lebhaft-lustiges Trucker-Wochenende feiern. Nur Woche danach wird die Nordschleife bei Rad am Ring (19. – 21. Juli) zum Zweirad-Mekka und mit der Fanatec GT World Challenge Europe (26. – 28. Juli) gastiert zum Abschluss des Monats ein riesiges Feld an Supersportwagen auf der Grand-Prix-Strecke. Am Steuer eines der 50 GT3-Autos: Motorrad-Legende Valentino Rossi.

Die Veranstaltungen im Überblick:

Int. ADAC Truck-Grand-Prix (11. – 14. Juli)
Musik, Messe, Motorsport: Der Truck-Grand-Prix vereint all das zu einem einmaligen Event. Auf der Strecke fahren Race-Trucks der FIA European Truck Racing Championship um Punkte und Pokale. Weitere Rennen wie das ADAC GT Masters runden die PS-Action ab. Im Fahrerlager präsentieren sich Hersteller, Speditionen und Zulieferer der Öffentlichkeit. Ebenfalls mit dabei: das Kinderland – unter anderem mit Entenrodeo und Hüpfburgen. Die Müllenbachschleife, ein Teil der Grand-Prix-Strecke, verwandelt sich zur Festival-Area. Am Freitag gibt es einen Country-Abend – unter anderem mit Tom Astor. Der Samstag verspricht Partystimmung. Hier sorgen Isi Glück, Julian Benz, Nancy Franck und Peter Wackel für gute Laune. Erstmalig gibt es dieses Jahr beim Truck-Grand-Prix reine Musikfestival-Tickets. 10 Euro für den Country-Abend am Freitag, 12,50 Euro für den Party-Abend am Samstag. Für das Gesamtevent sind Tagestickets schon für 20 Euro erhältlich.

Fanatec GT World Challenge Europe (26. – 28. Juli)
Rund 50 Traumwagen auf 5,1 Kilometern Grand-Prix-Strecke: Bei der Fanatec GT World Challenge Europe Powered by AWS wird es richtig voll auf dem Nürburgring. Die Serie bringt eines der größten GT-Starterfelder der Welt in die Eifel – mit vielen bekannten Rennfahrern und Teams. Nürburgring-Fans dürften Rennställe wie ROWE Racing, GetSpeed oder Walkenhorst Motorsport bestens bekannt sein, ebenso die Fahrer: Maro Engel, Augusto Farfus oder Marco Wittmann, um nur einige zu nennen. Der Bekannteste ist aber Valentino Rossi. Der italienische Motorrad-Star ist auch auf vier Rädern schnell unterwegs. Eines ist ganz wie zu MotoGP-Zeiten: seine ikonische Startnummer 46. Tickets für den Renn-Sonntag kosten 25 Euro, das gesamte Wochenende liegt bei 35 Euro. Der Eintritt ins Fahrerlager ist inklusive.

Rad am Ring (19. – 21. Juli)
Wieder steht ein 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife an: Diesmal ist jedoch Muskelkraft statt Pferdestärke gefragt. Bei Rad am Ring können Zweirad-Cracks einen Tag und eine Nacht in die Pedale treten. Im Team mit bis zu sieben Mitstreitern oder auch als Einzelstarter. Dabei erzielen die Athleten erstaunliche Leistungen. So fuhr der letztjährige Sieger der Einzelwertung in 24 Stunden sage und schreibe 26 Runden Nordschleife. Doch Rad am Ring bietet an dem Wochenende auch weniger Trainierten zahlreiche Möglichkeiten. Bei touristischen Ausfahrten kann ganz ohne Zeitdruck gefahren werden – auch mit E-Bikes. Mountainbiker kommen auf einer Offroad-Piste entlang der Rennstrecke ebenfalls auf die Ihre Kosten. Und auch für Kinder gibt es spezielle Wettbewerbe. Anmeldungen zu fairen Konditionen sind für einige Disziplinen noch möglich. Wer nur zuschauen möchte: Der Eintritt ist frei.

DLMM – Deutsche Liga Mannschafts-Meisterschaften im Darts (5. – 7. Juli)
Das größte E-Darts Turnier Europas gastiert erstmals am Nürburgring. Die Deutschen Liga Mannschafts-Meisterschaften im Darts (DLMM) kommen mit 500 Teams und mehr als 3.000 aktiven Spielern in die Eifel. Drei Tage lang wandelt sich der ring°boulevard direkt neben der Start-Ziel-Geraden zum E-Darts Mekka – immerhin finden die Spiele parallel auf rund 200 Dartautomaten statt. Wer sich das Treiben an dem Wochenende ansehen möchte: Der Eintritt zur DLMM im ring°boulevard ist frei.

Veranstaltungen im Juli 2024:

05. – 07. Juli: DLMM – Deutsche Liga Mannschafts-Meisterschaften im Darts
11. – 14. Juli: Int. ADAC-Truck-Grand-Prix
19. – 21. Juli: Rad am Ring
26. – 28. Juli: Fanatec GT World Challenge Europe powered by aws Endurance Cup

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Der Mayener Adi Ohligschläger ist in der tschechischen Partnerstadt ein echter Star

Mayen – Adi Ohligschläger wurde eine besondere Ehre zuteil – Kürzlich konnte die Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Mayen und der tschechischen Stadt Uherské Hradiště ihr 30-jähriges Jubiläum feiern. Neben einer Ausstellung „Eine Geschichte der Freundschaft“ im Eifelmuseum, konnte eine große Delegation aus Tschechien in Mayen für ein Wochenende mit interessantem Programm begrüßt werden.

Einer Person wurde am Ende des Wochenendes noch eine ganz besondere Ehre zuteil. Adolf Ohligschläger ist in der tschechischen Stadt durch seine Erfolge im Motorsport ein echter Star und kaum wegzudenken. Durch seine Passion entwickelte sich eine enge Freundschaft, die bis heute intensiv gepflegt wird.

Adéla Tuhá vom Rennteam Tuhá aus Uherské Hradiště ließ es sich am letzten Abend des Besuches nicht nehmen, sich mit Adi auszutauschen. Als besonderes Highlight signierte der Rennfahrer den Tank einer Yamaha Rennsportmaschine. Das Team Tuhá wird künftig alle Rennen mit der Signatur ihres Vorbildes auf den drei Rennmaschinen stolz präsentieren.