Region/Berlin – Bis 2032 sollen Smart Meter weitgehend Standard sein und althergebrachte Stromzähler ersetzen – Der Bundesrat hat am vergangenen Freitag das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) initiierte Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende final gebilligt. Zuvor hatte bereits der Bundestag die Gesetzesnovelle am 20.04.2023 beschlossen. Ziel des Gesetzes ist es, den Einbau digitaler Stromzähler, sogenannter Smart Meter, deutschlandweit zu beschleunigen. Bis 2032 sollen die Smart Meter flächendeckend in Haushalten und Unternehmen zum Einsatz kommen. Sie schaffen über die digitale Steuerung der Stromversorgung nicht nur die Grundlage, die für ein weitgehend klimaneutrales Energiesystem mit fluktuierendem Verbrauch und schwankender Erzeugung notwendig ist. Vielmehr ermöglichen sie Verbraucherinnen und Verbrauchern auch bessere und klarere Informationen über ihren eigenen Stromverbrauch. Das Gesetz schafft Rechtssicherheit für den beschleunigten Einbau der intelligenten Messsysteme und treibt die Digitalisierung bei der Energieversorgung voran. Sie greift auch Kritikpunkte des Bundesrates auf, die dieser im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens angebracht hatte.
Die volatile Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erfordert es, Netze, Erzeugung und Verbrauch effizient, sicher und intelligent miteinander zu verknüpfen. Auf der einen Seite werden klimaneutrale und umweltfreundliche Energieträger in ein „intelligentes Stromnetz“ (engl. „smart grid“) eingespeist; auf der anderen Seite helfen die „Smart Meter“ dabei, diese Energie effektiv zu nutzen. Sie treten als moderne intelligente Messsysteme an die Stelle der bekannten Stromzähler und erfüllen höchste Sicherheits- und Datenschutzanforderungen. Der große Vorteil: Smart Meter messen nicht mehr nur den Stromverbrauch oder die eingespeiste Strommenge, um Abrechnungen erstellen zu können, sondern protokollieren auch Spannungsausfälle und versorgen die Netzbetreiber mit wichtigen Informationen, damit diese zeitgenau Erzeugung, Netzbelastung und Verbrauch weitgehend automatisiert aufeinander abstimmen können. So wird ein „Treffen“ von Erzeugung und Nachfrage auch in einem sich stetig verändernden Energiesystem möglich.
Das Gesetz legt einen festen Fahrplan zu Einbau und umfassender Verbreitung der Smart Meter fest. Nach dem Gesetzentwurf fallen ab 2025 alle Verbraucher ab 6.000 bis 100.000 kWh/Jahr sowie Anlagenbetreiber ab 7 bis 100 kW installierter Leistung unter den Pflichteinbau. Bis Ende 2025 müssen mindestens 20 Prozent, bis Ende 2028 mindestens 50 Prozent und bis Ende 2030 mindestens 95 Prozent dieser Fälle mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet sein. Die jährlichen Kosten für den Betrieb der Stromzähler werden für normale Haushaltskunden auf 20 EUR gedeckelt.
Die Messstellenbetreiber dürfen wiederum in einer zeitlich befristeten Hochlaufphase die komplexen Funktionen der Geräte schrittweise einführen – mit regelmäßigen Updates – und Erfahrungen beim Rollout sammeln. Von Anfang an garantieren müssen sie den EU-rechtlich vorgesehenen Mindest-Funktionsumfang. Die Branche erhält so die Möglichkeit, in einer „Warmlaufphase“ ihre Steuerungsprozesse aufzubauen und zu üben, bevor der Pflichtrollout gilt. Die Stromzähler selbst werden dabei schrittweise über weitere Updates immer intelligenter.
Alle Stromversorger müssen laut dem neuen Gesetz ab 2025 verpflichtend dynamische Tarife anbieten. Dadurch können Verbraucherinnen und Verbraucher den Stromverbrauch in kostengünstigere Zeiten mit hoher Erzeugung verlagern. Mithilfe der Smart Meter können sie dafür ihr eigenes Verbrauchsverhalten analysieren. Die einfachere Analyse des eigenen Nutzungsverhaltens ermöglicht es im nächsten Schritt, einen zur Stromnutzung passenden Stromtarif zu finden. Letztlich lassen sich dadurch in erheblichem Maße Kosten sparen.
Im Zusammenhang mit der Smart-Meter-Technologie hat der Gesetzgeber hohe Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit aufgestellt. Das heute vom Bundesrat gebilligte Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende regelt genau, wer welche Daten registrieren und nutzen darf. Smart Meter versenden die aufgezeichneten Informationen verschlüsselt, pseudonymisiert – gegebenenfalls sogar anonymisiert – und ausschließlich an berechtigte Empfänger, wie insbesondere Netzbetreiber oder Stromlieferanten. Die Daten dürfen dabei nur für klar definierte Zwecke verwendet werden und müssen nach ihrer Verarbeitung unverzüglich gelöscht werden. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stellt in diesem Zusammenhang sogenannte BSI-Schutzprofile sowie Technische Richtlinien auf und entwickelt die Anforderungen ständig weiter. Auf Grundlage dieser verbindlichen Standards werden die Smart-Meter-Gateways durch das BSI geprüft und zertifiziert, was ein dauerhaft hohes Schutzniveau gewährleistet. Erst, wenn das BSI die Geräte zertifiziert hat, beginnt die Einbauverpflichtung. Die Sicherheitsstandards für Smart Meter sind höher als etwa beim Online Banking; europaweit ist Deutschland damit Vorreiter in Sachen Datensicherheit.
Karlspreis Aachen 2023 - Die Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen Sibylle Keupen, der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden (li.) und Wolodymyr Selenskyj. Foto: A. Steindl
Aachen – Für den Frieden in Europa – Es ist der Höhepunkt einer geschichtsträchtigen Preisverleihung: Der ukrainische PräsidentWolodymyr Selenskyj betritt die Bühne am Aachener Katschhof. Spontan und ungeplant, vor allem aber sehr emotional begrüßt er die Schaulustigen, eingerahmt von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Bundeskanzler Olaf Scholz, dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki, EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. „Es lebe die Ukraine“, ruft Selenskyj in die Menge, Hunderte bejubeln den Präsidenten, der gemeinsam mit dem ukrainischen Volk am heutigen Sonntag, 14. Mai, mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet worden ist.
Karlspreis Aachen 2023 – Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, und das ukrainische Volk sind die 64. Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Foto: A. Steindl
Die Stimmung im Krönungssaal war bis zum Beginn der Preisverleihung angespannt: Rund 700 Gäste warteten im Aachener Rathaus auf die Ankunft des Ehrengastes, bis Wolodymyr Selenskyj schließlich an der Seite von Olaf Scholz den Raum betrat, empfangen von stehenden Ovationen und lautem Beifall. Immer wieder wird es in der kommenden Stunde zu anhaltendem Applaus kommen. Er ist, wie die Auszeichnung selbst, ein Symbol der uneingeschränkten Solidarität mit den Ukrainerinnen und Ukrainern. Er ist Anerkennung und Unterstützung für das ukrainische Volk, das für seine und die Freiheit in ganz Europa kämpft und darüber hinaus eine Ermutigung für alle Menschen, ein friedliches und gemeinsames Europa zu bauen und zu leben.
Selenskyj: „Wir alle sind Stifter des Friedens!“
Als Wolodymyr Selenskyj während der Preisverleihung im Krönungssaal ans Rednerpult trat, war der Jubel vom Katschhof bis in den Saal zu hören. Selenskyj zeigte sich berührt und trat während seiner Rede kämpferisch und siegessicher auf: „Wir alle sind Stifter des Friedens, und dies ist unsere wichtigste Pflicht gegenüber unseren Ländern, unserem Europa und der Geschichte. (…) Und wir müssen zu Gewinnern werden, damit unsere Lebensauffassung in Europa bleibt. Unser friedliches, wertebasiertes, legales, demokratisches und nicht räuberisches Lebenskonzept.“ Immer wieder suchte Selenskyj den Blickkontakt zu den Ehrengästen auf dem Podium und betont seine Dankbarkeit gegenüber Deutschland und der EU. „Die Ukraine bietet Ihnen einen Sieg an, der sich in Frieden verwandeln wird. Einen Sieg, der allen europäischen Völkern – nicht nur uns – Ruhe und Vertrauen in den Frieden für Jahrzehnte bringen wird.“ Einen großen Teil seiner Rede hielt Selenskyj auf Ukrainisch. Dass er und das ukrainische Volk mit dem Karlspreis ausgezeichnet werden, ehre ihn. „Alle Ukrainer sind Helden. Alle Ukrainer müssten heute in diesem Saal stehen.“ Sie alle würden einem Aggressor gegenüberstehen, „der zu jeder Grausamkeit und Gemeinheit fähig ist. Aber wir haben keine Angst.“ Und weiter: „Wir sehen das Übel der Aggression aus nächster Nähe, also sehen wir auch den besten Weg, dieses Übel zu besiegen. Und wir laden die Welt ein, sich unseren gerechten und fairen Prinzipien des Friedens anzuschließen. Jeder, der sich unserer Friedensformel anschließt, macht sie sich tatsächlich zu eigen. Ich bin zuversichtlich, dass die ukrainische Friedensformel zur deutschen Friedensformel, zur europäischen Friedensformel, zur Weltfriedensformel werden kann.“
Bundeskanzler Scholz: „Die Ukraine ist Teil unserer europäischen Familie.“
Die Entscheidung des Karlspreisdirektoriums, Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk mit dem Internationalen Karlspreis auszuzeichnen, hob Bundeskanzler Olaf Scholz in seiner Rede lobend hervor. Mehrfach wandte er sich dann direkt an den ukrainischen Präsidenten: „Wir stehen zusammen. Wir gehören zusammen. Und unsere Geschichte wird zusammen weitergehen.“ Denn: „Die Ukraine ist Teil unserer europäischen Familie. Auf dem Weg in die europäische Union habt ihr unsere volle Unterstützung.“ Scholz sagte weiter: „Falls Wladimir Putin geglaubt hat, er könnte die ukrainische Nation mit Gewalt von ihrem Weg nach Europa abbringen, dann hat er mit all seinen Panzern, seinen Drohnen und Raketenwerfern nichts als das Gegenteil bewirkt.“ Denn: „Die Europäische Union steht für Freiheit und Demokratie, für den Rechtsstaat und den Schutz der Menschenrechte. Das macht uns Europäerinnen und Europäer aus. Deshalb haben wir jeden Tag darauf zu achten, dass wir die Werte von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auch innerhalb der EU schützen und bewahren. Dieses Streben nach Demokratie, nach Freiheit und Rechtsstaatlichkeit und nach Europa teilt auch das ukrainische Volk.“ Daher markiere die Karlspreisverleihung einen neuen Auftakt für das weitere Zusammenwachsen in Europa, gemeinsam mit der Ukraine. „Angesichts der Zeitenwende, die Russland mit seinem Angriffskrieg verursacht hat, ist unsere Botschaft klar: Europa steht geschlossen und geeint.“ Nach der Rede bedankte sich Selenskyj bei Scholz, ein Händeschütteln, ein kurzes Lächeln.
Dr. Ursula von der Leyen: „Kampf für Freiheit, Menschlichkeit und Frieden.“
Es herrschte eine spürbare Herzlichkeit zwischen den Ehrengästen auf dem Podium. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen fand in ihrer Laudatio immer wieder persönliche Worte für den Präsidenten: Sie erinnerte an ihren Besuch in Butscha, der sie nachhaltig geprägt habe: „Ich werde niemals das Bild der unzähligen Kerzen vergessen: jede einzelne stand für einen Vater oder eine Mutter, einen Sohn oder eine Tochter, einen Bruder oder eine Schwester, ein Leben, das sinnlos ausgelöscht worden war.“ Und: „Als ich an diesem Tag in Kiew in seine [Selenskys] Augen blickte, war ich zutiefst berührt von der unerschütterlichen Standhaftigkeit, die er ausstrahlte.“ Dennoch könnten ihre Worte nicht annähernd der Situation in der Ukraine gerecht werden. „Der Preisträger und die Menschen seines Landes kämpfen buchstäblich für Freiheit, Menschlichkeit und Frieden. Sie sichern mit ihrem Blut und ihrem Leben die Zukunft ihrer Kinder. Und auch unserer eigenen. Präsident Selenskyj und die Menschen der Ukraine wissen genau, wofür sie kämpfen. Und sie haben verstanden, was unser Europa und unsere Union ausmachen.“ Denn: „Für jede Generation kommt der Moment, an dem sie für die Demokratie und das, woran sie glaubt, aufstehen muss. Für uns ist dieser Moment jetzt gekommen. Und so wie die mutigen Männer und Frauen, die für ihre Freiheit kämpften, das Gesicht Europas vor mehr als 30 Jahren verändert haben, so entscheiden heute unsere Handlungen darüber, welches Gesicht unser Europa in der Zukunft haben wird.“ Die Idee eines geeinten Europas möglich machen – das sei die Aufgabe der Europäerinnen und Europäer. Mit der Karlspreisverleihung sende man eine klare Botschaft: „Wir stehen an Präsident Selenskyjs Seite. Wir stehen an der Seite der Menschen in der Ukraine.“ Nach ihrer Rede umarmte von der Leyen den Preisträger herzlich.
Ministerpräsident Morawiecki: „Wir müssen die Werte der EU verteidigen!“
Es ist eine starke und unmissverständliche Botschaft, die an diesem Tag aus Aachen in die Welt gesendet wird. Eine der Einigkeit und der uneingeschränkten Solidarität, für die sich auch der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki klar positionierte: „Krieg ist der Kampf des Guten gegen das Böse. Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk sind die Guten.“ Und: „Die Ukraine verteidigt unsere Freiheit an ihren Grenzen.“ Morawiecki sagte weiter: Europa ist nur vollständig, wenn die Ukraine beitritt. Und solange in der Ukraine Menschen sterben, blutet das Herz Europas. Nur mit unserer vollen Unterstützung können wir den Frieden in Europa sichern.“
Sibylle Keupen: „Gemeinsam für Europa eintreten“
Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk als gemeinsame Preisträger mit dem Karlspreis zu Aachen auszuzeichnen, war für das Karlspreisdirektorium eine bewusste Entscheidung. Schließlich, so betonte Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, bleibe es „unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Menschen, die dieser Krieg ganz direkt betrifft, nicht vergessen werden. Es ist unsere Pflicht, uns ständig ins Bewusstsein zu rufen, dass in unserem Europa gerade einem ganzen Volk ein Leben in Frieden und Freiheit verwehrt wird. Einer ganzen Generation werden ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Perspektiven und Träume genommen.“ Keupen nahm ihre Rede zum Anlass, um Menschen in der Ukraine und in Aachen in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen ein Gesicht und eine Stimme zu geben. Anna Kysil und Julia Piech beispielsweise, die seit Jahren in Deutschland leben, und gemeinsam mit anderen engagierten Bürger*innen den Verein „Ukrainer in Aachen“ gegründet haben. „Der Verein hat mit dazu beigetragen, dass unsere Stadt von Beginn an einsicherer Hafen für Kriegsgeflüchtete wurde.“ Ein Hafen für Menschen wie Yuliia Hryniova, die mit ihren drei Kindern und ihrem Mann als eine der ersten ukrainischen Flüchtlingsfamilien nach Aachen kam. Sibylle Keupen skizzierte beispielhaft die Flucht einer Familie, die die Ukraine nicht aufgegeben hat, sondern in ihre Heimat zurückkehren will. Einer Familie, die davon träumt, in Zukunft in ihrer Heimat in Freiheit leben zu können. Dass es die Hoffnung auf ein Ende des Konflikts gibt, sei nicht möglich ohne Wolodymyr Selenskyj: „So wie Sie, Präsident Selenskyj, ‚ihr‘ Volk zusammenhalten und ihm in der größten Krise Kraft und Zuversicht geben, so zeigen Sie uns mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrer Entschlossenheit nicht nur, wie wir gemeinsam für Europa und Freiheit eintreten können, sondern so geben Sie auch uns Zuversicht, dass Sie mit uns gemeinsam auf dieselbe Weise einen Weg finden werden, dem ukrainischen Volk eine friedliche und demokratische Zukunft zu geben.“
Begründung des Karlspreisdirektoriums
Das Direktorium begründet die Wahl der Preisträger unter anderem wie folgt: „Das ukrainische Volk verteidigt unter der Führung seines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj nicht nur die Souveränität seines Landes und das Leben seiner Bürger, sondern auch Europa und die europäischen Werte.“ Und: „Er [Wolodymyr Selenskyj] ist Halt und auch Vorbild für sein Volk; er steht gegen Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, für die Sicherstellung des alltäglich Notwendigen, (…) und für die Zuversicht, das Ziel einer freien, unabhängigen und souveränen Ukraine, die Teil der europäischen Völkerfamilie ist. Selenskyj gibt der Ukraine, er gibt aber auch der Europäischen Union Kraft, an dieses Ideal zu glauben. Er ist insoweit auch Vorbild für alle Europäerinnen und Europäer, sich auf die europäischen Ideale und Werte zu besinnen.“ In seiner Begründung betont das Karlspreisdirektorium außerdem: „Das ukrainische Volk verdient größte Anerkennung dafür, wie es Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung verteidigt.“ Auch lasse Selenskyj „keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass sein Land die westlichen Werte verteidigt, unverbrüchliche Prinzipien des Zusammenlebens, des Friedens und der Freiheit und damit das, wofür die Europäische Union politisch steht. (…) Das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises unterstreicht durch die Verleihung des Karlspreises 2023, dass die Ukraine Teil Europas ist und die Bevölkerung und ihre Regierungsvertreter, an der Spitze Präsident Wolodymyr Selenskyj, europäische Werte vertreten und verteidigen und deshalb die Ermutigung verdienen, rasch Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union zu führen.“
„Spüren Sie die Freiheit! Wir kämpfen für sie!“
Einig und selbstbewusst sowie emotional zeigen sich die Ehrengäste und Redner*innen an diesem geschichtsträchtigen Tag in Aachen. Sie alle stehen für ein vereintes, friedliches Europa. Dass es nicht selbstverständlich ist, zeigen die Bilder aus der Ukraine jeden Tag. Und kaum einer kann es besser wissen, als Wolodymyr Selenskyj: „Bitte, hier in Aachen oder in jeder anderen Stadt unseres schönen freien Europas – gehen Sie nach draußen, schauen Sie sich um und spüren Sie das Wichtigste, was wir wollen, das, was uns allen Frieden und Respekt in Europa gibt: Spüren Sie die Freiheit! Sie ist einfach da. Wir kämpfen für sie.“
Zitate und Fakten in Kürze:
Die Preisträger: Wolodymyr Selenskyj und das ukrainische Volk sind am heutigen Sonntag, 14. Mai, mit dem „Internationalen Karlspreis zu Aachen“ ausgezeichnet worden. Selenskyj nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. „Wir alle sind Stifter des Friedens, und dies ist unsere wichtigste Pflicht gegenüber unseren Ländern, unserem Europa und der Geschichte.“ Das Karlspreisdirektorium mit seinem Vorsitzenden Dr. Jürgen Linden hebt in seiner Begründung besonders den unerschütterlichen Freiheitskampf der Ukraine hervor, mit dem das ukrainische Volk mit seinem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auch die westlichen Werte, Prinzipien des Friedens und der Freiheit und damit das, wofür die Europäische Union politisch steht, verteidige.
Selenskyj’s Botschaft: „Es ist nun an der Zeit, diese Stärke unserer Einheit mit der Entscheidung für den Beitritt zur Europäischen Union zu dokumentieren. Sie wissen, dass Europa ohne die Ukraine in der Europäischen Union nicht vollständig sein wird.“
Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen:„Wegen Ihres Mutes und ihrer Widerstandskraft, Ihrer Opfer und Ihrer Werte, kann ich mir keinen würdigeren Träger dieses Karlspreises vorstellen als Präsident Selenskyj und die Menschen der Ukraine. Präsident Selenskyj und die Menschen der Ukraine kämpfen genau für die Werte und die Verpflichtung, die dieser Preis verkörpert. Und damit kämpfen sie zugleich für unsere Freiheit und unsere Werte. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit und die Freiheit, sein eigenes Schicksal zu gestalten. Dafür kämpft die Ukraine.“
Bundeskanzler Olaf Scholz: „Wir stehen zusammen. Wir gehören zusammen. Und unsere Geschichte wird zusammen weitergehen.“ Und: „Die Ukraine ist Teil unserer europäischen Familie. Auf dem Weg in die europäische Union habt ihr unsere volle Unterstützung.“
Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Es ist unsere Pflicht, uns ständig ins Bewusstsein zu rufen, dass in unserem Europa gerade einem ganzen Volk ein Leben in Frieden und Freiheit verwehrt wird. Einer ganzen Generation werden ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Perspektiven und Träume genommen. Deshalb sollten wir uns besonders heute vor Augen führen, dass hinter jeder der Schreckensmeldungen einzelne Schicksale stehen.“
Die Verleihung: Rund 700 Personen, darunter zahlreiche Ehrengäste, Mandatsträger*innen, Botschafter*innen sowie Vertreter*innen von Kirchen und Religionsgemeinschaften, haben an den Feierlichkeiten im Krönungssaal des Aachener Rathauses teilgenommen. Auf dem Ehrenpodium saßen neben dem Karlspreisträger Wolodymyr Selenskyj Bundeskanzler Olaf Scholz, die Präsidentin der Europäischen Kommission Dr. Ursula von der Leyen, EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki, die Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen Sibylle Keupen, der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden, Vertreter*innen der diesjährigen Jugendkarlspreisgewinner, die früheren Karlspreisträger*innen Dahlia Grybauskaite (2013) und Martin Schulz (2015) sowie die Preisträgerinnen des vergangenen Jahres Veronica, Tsepkalo, Swetlana Tichanowskaja und – in Vertretung ihrer inhaftierten Schwester Maria Kalesnikava – Tatsiana Khomich.
Weitere Gäste: Auch weitere frühere Karlspreisträger*innen waren unter den Gästen im Krönungssaal, darunter Felipe Gonzáles Marquez (1993). Ebenfalls im Publikum saß die ukrainische Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matviychuk. Zur politischen Prominenz gehörten neben Staatsministerin Claudia Roth und dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts Stephan Harbarth auch Armin Laschet (Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates), NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und NRW-Umweltminister Oliver Krischer.
Das Programm: Die Karlspreisverleihung wurde musikalisch vom Sinfonieorchester Aachen unter Leitung des Generalmusikdirektors Christopher Ward begleitet. Als Sopran trat Anastasiia Povazhna auf. Anna Kysil trug das Gedicht „Ich werde Deine Augen sein“ des ukrainischen Schriftstellers Serhij Zhadan vor.
Das mediale Interesse: Mehr als 130 Medienvertreter*innen haben sich für die Karlspreisverleihung 2023 akkreditiert, um darüber zu berichten, darunter Teams von ARD und ZDF, WDR, BRF und Deutscher Welle sowie in- und ausländische Wort- und Bild-Agenturen. Die Live-TV-Übertragung wurde im WDR Fernsehen und im Livestream gesendet.
Infos zum Karlspreis:
Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, und das ukrainische Volk
sind die 64. Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Sie folgen auf die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo, die 2022 mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden sind. Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Seit 1950 wird er an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträger*innen in Aachen gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011), die ehemalige Präsidentin der Republik Litauen, Dalia Grybauskaitė (2013), der damalige Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (2015), Papst Franziskus (2016), Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (2018), António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen (2019), und der rumänische Präsident Klaus Iohannis (2020/21).
Im Rahmen der feierlichen Zeremonie im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses wird neben einer Urkunde auch eine Medaille verliehen, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für die jeweiligen Preisträger*innen zeigt.
Aachen – Vertragsunterzeichnung – Solidarität kennt keine Grenzen. Beim Vorabendprogramm Karlspreis LIVE am gestrigen Samstag, 13. Mai, hat Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen mit ihrem Amtskollegen aus der ukrainischen Stadt Chernihiv, Alexander Lomako, einen Vertrag zur Solidaritätspartnerschaft zwischen Aachen und Chernihiv unterzeichnet.
Beide Städte verbindet nicht nur das universitäre Umfeld, eine reiche Stadtgeschichte und eine ähnliche Einwohnerzahl. „Chernihiv liegt ebenfalls im Dreiländereck. Aber nicht so gemütlich wie Aachen, sondern zwischen Russland und Belarus“, sagte Keupen. Chernihiv wurde in den ersten Monaten des russischen Angriffskrieges weitgehend zerstört. Mittlerweile hat der Wiederaufbau begonnen. Die Einwohner*innen Chernihivs sind voller Tatendrang dabei, ihre Heimat wiederherzustellen und die Fortschritte sind sichtbar. „Allen in Chernihiv gilt mein tiefer Respekt und meine Hochachtung“, betont Keupen.
„Wir planen, die Stadt nicht nur aufzubauen, sondern zu modernisieren“, erklärt Alexander Lomako. „Dabei sind wir froh, auf das Know-How aus Aachen zurückgreifen zu können.“ Beide Städte sind im Austausch zu wichtigen Zukunftsthemen: Nachhaltigkeit, Energie, Infrastruktur, Abfallwirtschaft, Stadtplanung, Bildung und Kultur.
In seiner Sitzung vom 14. Dezember 2022 hatte der Rat der Stadt Aachen einstimmig beschlossen, eine Solidaritätspartnerschaft mit der ukrainischen Stadt Chernihiv aufzubauen.
Zuvor waren Vertreterinnen der deutsch-ukrainischen Gemeinde in Aachen an Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen mit dem Wunsch herangetreten, eine Partnerschaft mit einer Stadt aus der Ukraine auf den Weg zu bringen.
Mit einer bunten Blumen- und Pflanzenvielfalt lockt der beliebte Markt im historischen Kommern, der am Sonntag, 14. Mai, von 11 bis 18 Uhr stattfindet. Archivfoto: pp/Agentur ProfiPress
Mechernich-Kommern – Am heutigen Muttertag wird Kommern wieder Anziehungspunkt für Tausende Besucher. Denn am heutigen Sonntag, 14. Mai, findet im historischen Ortskern inmitten der alten Fachwerkhäuser von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr der traditionelle Blumen-, Kleintier- und Bauernmarkt statt. Es werden über 50 Marktbeschicker ihre Produkte zum Verkauf anbieten.
Damit führt das Vereinskartell Kommern den Markt, den Frau Helga Weiermann über 30 Jahre lang organisiert hat, in Erinnerung an sie und in ihrem Sinne weiter. „Die bunte Farbenpracht des Marktes lässt fast keinen Wunsch unerfüllt“, schreibt Ortsbürgermeister Rolf Jaeck. Beim Stöbern könne man so manche Rarität entdecken, denn der Markt sei eine wahre Fundgrube.
So werden ausgefallene Pflanzenschönheiten, die im Sommer ihre ganze Pracht entfalten, genauso angeboten wie exotische Kräuter. Auch die Vielfalt der angebotenen Tomatensorten wird immer umfangreicher. Die Namen Ochsenherz, Geldsack, Trilly, Andenhörnchen oder Ananas sind genauso ausgefallen wie die unterschiedlichen Farben und Formen der dazugehörigen Früchte.
Infos zu Fledermäusen
Gartenaccessoires wie Stelen, Vogelhäuser, Vogeltränken, Kugeln oder Skulpturen runden das umfangreiche Angebot ab. Zudem erhalten interessierte Hobbyzüchter sicherlich viele Information bei den Gärtnern, die ihre Pflanzen und Blumen auf dem Markt anbieten.
Anziehungspunkt für Kinder werden gewiss die Tiere sein, die in diesem Jahr wieder in größerer Anzahl zu sehen sind. Daneben informiert die Federmaushilfe Hocheifel interessierte Besucher über die unterschiedlichen Fledermausarten sowie über den Fledermausschutz an Gebäuden und über die Arbeit der Fledermaus-Pflegestation. Auch der Naturschutzbundes NABU wird mit einem Infostand vertreten sein.
Der Musikverein Dollendorf und der Musikverein „Rohr-Lindweiler“ gestalten den musikalischen Nachmittag. Für das leibliche Wohl sorgen die Kommerner Gaststätten, sowie ein Fisch- und ein Imbisswagen auf dem Arenbergplatz. Auch ein Kinderkarussell ist für die kleinen Besucher vor Ort. Ortsbürgermeister Rolf Jaeck: „Wir freuen uns schon sehr darauf, wieder viele Besucherinnen und Besucher in unserem schönen Fachwerkdorf Kommern begrüßen zu können.“
Eine der Roseninstallationen der Künstlerin Caroline Lauscher ist auf dem Marktplatz in Zülpich zu sehen. Weitere Ausstellungorte sind das Kölntor und die Fachklinik Marienborn in Hoven. Foto: Stadt Zülpich / Torsten Beulen
Zülpich – Gehäkelte Rosen als Symbol für den Frieden – Startschuss für Kunst- und Geschichtsprojekt der Künstlerin Caroline Lauscher. Ausstellung über „Zwangsarbeit im Kreis Euskirchen“ im Museum der Badekultur.
In den Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur wurde die Sonderausstellung „Zwangsarbeit im Kreis Euskirchen“ eröffnet und zugleich der Startschuss für das Kunstprojekt „Rosen für den Frieden“ gegeben (v.l.): Landrat Markus Ramers, Kreisarchivarin Heike Pütz, Künstlerin Caroline Lauscher und Bürgermeister Ulf Hürtgen. Foto: Stadt Zülpich / Svenja Barth
Die bereits auf Vogelsang IP präsentierte Sonderausstellung „Zwangsarbeit im Kreis Euskirchen“ istauszugsweise vom 12. Mai bis zum 25. Juni 2023 in den Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur kostenfrei zu besichtigen. In der Basilika des Museums wird auf rund 30 Medientafeln und mit Hilfe von Ausstellungsstücken der rund 13 Millionen Menschen gedacht, die durch das NS-Regime zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden beziehungsweise in dem von Deutschland besetzten Gebiet zur Arbeit gezwungen wurden.
Die vom Kreisarchiv unter der Federführung von Kreisarchivarin Heike Pütz konzipierte Ausstellung fokussiert auf die Region und beleuchtet dabei insbesondere die Umstände, Zusammenhänge und Auswüchse der Zwangsarbeit in Zülpich. Die verschleppten Zivilisten wurden oftmals unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht und beim Arbeitseinsatz in der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Industrie und Verwaltung ausgebeutet.
Die Ausstellung bildete den Auftakt für das große, von der Künstlerin Caroline Lauscher initiierte Zülpicher Kunst- und Geschichtsprojekt „Rosen für den Frieden“. „Da haben die Dornen Rosen getragen“ – dieser Satz aus einem alten Pilgerlied inspirierte Caroline Lauscher während der Coronazeit zu einer sozialen Skulptur: Menschen häkeln Rosen in unterschiedlichen Formen und Farben, in großer Fülle und werden so selbst Teil eines künstlerischen Projektes. Mit Hilfe der Roseninstallation auf dem Marktplatz und am Kölntor in Zülpich sowie auf dem Gelände der Fachklinik Marienborn in Hoven soll an all jene gedacht werden, die unter der Tyrannei des Nationalsozialismus gelitten haben und ihr Leben lassen mussten.
„Caroline Lauscher will […] mit den Mitteln der Kunst in einem spirituellen Sinne versöhnend und heilend wirken. Anstoß dafür sind ihr menschliche Konflikte in Vergangenheit und Gegenwart, die Opfer forderten und fordern und traumatisierend nachwirken“, sagte Bürgermeister Ulf Hürtgen bei der Eröffnungsveranstaltung in den Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur. „Es ist wichtig, an die Vergangenheit zu erinnern und nicht so zu tun, als ob all das nicht stattgefunden habe“, sagte Landrat Markus Ramers in seinem Grußwort. „Wir alle müssen auch in der Gegenwart hinschauen!“
Im Rahmen dieses Kunstprojektes sind in Zusammenarbeit von Caroline Lauscher mit der katholischen und der evangelischen Kirche sowie der Marienborn gGmbH und der Stadt Zülpich weitere Veranstaltungen vorbereitet worden, die die Intention der Installationen vertiefend betonen.
Minister Oliver Krischer (re.) stellt neue ÖPNV-freundliche Wandertouren von mobil.nrw vor – Deutschlandticket als Anreiz. Foto: NRW entdecken / Kompetenscenter Marketing NRW
Region/Düsseldorf – Anlässlich des bundesweiten „Tag des Wanderns“ am Sonntag, 14. Mai 2023, hat Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, dazu aufgerufen, klimaschonend mit Bus, Bahn und anderen öffentlichen Mobilitätsmitteln in die Freizeit zu starten. „Nordrhein-Westfalen hat eine vielfältige Natur und faszinierende Sehenswürdigkeiten in den Städten und Kommunen. Nachhaltig und umweltfreundlich wird Wandern insbesondere dann, wenn öffentliche Mobilität ins Spiel kommt. Wir bieten den Menschen seit vielen Jahren im Rahmen unserer Gemeinschaftskampagne mobil.nrw Wanderrouten an, die in unmittelbarer Nähe von Nahverkehrshaltestellen und Bahnhöfen liegen und somit einfach mit dem ÖPNV zu erreichen sind“, sagte Minister Krischer am Samstag in Köln.
Nachhaltige Wanderrouten mit passender ÖPNV-Anbindung gibt es auch in den Städten. Um sich einen persönlichen Eindruck zu machen, ließen sich Minister Krischer und Norbert Reinkober, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und von go.Rheinland, am Samstag, 13. Mai 2023, bei einer Urban-Hiking-Tour durch den Kölner Stadtteil Ehrenfeld führen.
Dieser Tourenvorschlag ist neben weiteren Routen Teil der neuen Broschüre „NRW entdecken“ für zahlreiche ÖPNV-freundliche Wandertouren. Reiseaffine Menschen stellen darin regelmäßig ihre Lieblingstouren zusammen – so auch die Reisebloggerin Rebecca Schirge, die mit ihrer Route durch Köln-Ehrenfeld das Wandern in der Stadt mit multimodaler Mobilität wie Leifahrrädern und E-Scootern verbindet.
„Dieses gelungene Beispiel zeigt, dass wir mit dem Ausbau von vernetzten Mobilitätsformen auf dem richtigen Weg sind. Die Verkehrsverbünde und -unternehmen stellen den Fahrgästen flexible Angebote für multimodale Mobilität zur Verfügung und machen den Nahverkehr damit zu einer attraktiven und klimafreundlichen Alternative zum Auto“, sagte Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer des VRS und go.Rheinland.
Seit 2008 bietet die Gemeinschaftsinitiative mobil.nrw jedes Jahr neue Inspirationen für Wanderrouten in NRW an, die in enger Verbindung mit dem ÖPNV stehen. „Mit der neuen Broschüre wollen wir Lust machen, unser Land mithilfe des Nahverkehrs zu erkunden und so zum Umsteigen auf nachhaltige Mobilitätsformen motivieren“, sagte Minister Krischer. Nachhaltige Freizeitgestaltung sei ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer erfolgreichen Verkehrswende. Freizeitverkehre im Nahverkehr machen derzeit nahezu gut ein Drittel aller Fahrten aus. Da Wandern auch nach Corona noch immer ein wachsendes Segment im Freizeitsektor ist, müsse es uns umso mehr gelingen, dass die Menschen auch in ihrer Freizeit klimaschonend mit Bus, Bahn und Co unterwegs sind. „Mit dem neuen Deutschlandticket ist es einfacher und günstiger denn je, öffentliche Mobilitätsangebote zu nutzen“, so der Minister.
Erhältlich ist die kostenlose Broschüre „NRW entdecken“ in den Kundencentern der Verkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen, in Tourist-Informationen, bei Wandervereinen und an vielen touristischen Zielen im Land. Außerdem finden Wanderfans alle Touren und Infos auch als E-Paper unter www.mobil.nrw/entdecken .
Zum Hintergrund
mobil.nrw ist eine Gemeinschaftskampagne des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Verkehrsunternehmen, Zweckverbände, Verkehrsverbünde und -gemeinschaften in Nordrhein-Westfalen. Mit dem Ziel, das ÖPNV-Angebot in Nordrhein-Westfalen weiter zu verbessern, setzen die Akteure gemeinsam Tarif-, Marketing- und Kommunikationsprojekte um. Federführende Geschäftsstelle für die Aufgaben ist das Kompetenzcenter Marketing NRW.
Weitere Angebote für Wandertouren:
Mit dem ÖPNV in den Nationalpark Eifel
Die Freizeitlinien der Naturparkregion Eifel haben wieder ihren Saisonbetrieb aufgenommen. Wer durch die Buchenwälder des Kermeter, entlang an Stauseen oder über die Dreiborner Hochfläche wandern möchte, kann noch einfacher mit Bus und Bahn anreisen. Die Neuauflage des Flyers „Entspannte Fahrt ins Wilde Herz des Nationsparks Eifel“ bietet einen Überblick über die Kermeter-Linien und Tourentipps. Detaillierte Informationen zu den Linien bietet die Seite nationalpark-eifel.de/anreise. Auch die aktuelle Ausgabe des Faltblatts „Touristische Buslinien (Nordeifel Tourismus GmbH) und „Natur erfahren mit Bus und Bahn“ (AVV) sind hier abrufbar.
Radroutenplaner
Auch der Radroutenplaner NRW stellt viele Informationen – auch gezielt für die Regionen in Nordrhein-Westfalen – zusammen. Von der Eifel über das Bergische Land, dem Niederrhein, das Münsterland, Sauerland und Teutoburger Land können sich Radfahrerinnen und Radfahrer Touren zusammenstellen.
Schleiden/Gemünd – Motorradausfahrt für den guten Zweck – Distinguished Gentleman’s Ride – Alljährlich vereint der Distinguished Gentleman’s Ride, kurz DGR, Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer aus aller Welt, die in feinem Zwirn auf klassischen Motorrädern ausfahren, um Spenden sowie Aufmerksamkeit für die Prostatakrebsforschung und die psychische Gesundheit von Männern zu sammeln.
Wolfgang Meyer organisiert gemeinsam mit der Gesellschaft für Wirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen mbH (GfW) Schleiden den diesjährigen DGR in Gemünd, der am Sonntag, 21. Mai um 11.00 Uhr auf dem Marienplatz mit dem Eintreffen der Teilnehmenden startet. „Besucherinnen und Besucher, Motorrad-Liebhaber:innen und interessierte Zuschauende sind herzlich eingeladen an dem Gemünder DGR auf dem Marienplatz teilzuhaben und sich über den karitativen Zweck zu informieren“, freut sich Initiator Meyer. Für das leibliche Wohl sorgen der Junggesellenverein Malsbenden und die Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Gemünd. Ab 14.00 Uhr beginnt die circa 90-minütige Ausfahrt durch die Region. Teilnahmeinteressierte können sich weiterhin zum DGR Gemünd anmelden, sollten jedoch den global vorgegebenen Styleguide beherzigen: Elegant gekleidete Ladies und Gentlemen auf klassischen sowie Vintage-Motorrädern.
Bereits zum vierten Mal findet der DGR in Gemünd statt. „Ich stieß vor einigen Jahren auf die Bilddokumentation einer Ausfahrt in England. Sofort war ich vom Erscheinungsbild der Gruppe begeistert“, erinnert sich Wolfgang Meyer. Er habe sich intensiv mit dem Thema befasst und plante zunächst eine Teilnahme beim Kölner Ride. Als bedingt durch die Corona-Pandemie in 2020 ausschließlich Solo-Rides stattfanden, kleidete er sich in einen eleganten Anzug, bestieg seine Triumph Thunderbird 900 Sport, fuhr durch seine Heimatstadt Gemünd und informierte Passanten über den Hintergrund seiner Ausfahrt. Die Idee, einen offiziellen Ride in Gemünd zu begründen, war geboren. Im Folgejahr registrierte der Maler- und Lackierermeister das Team „Gentlemen der Eifel“ sowie die offizielle Ride-City Gemünd und organisierte die Ausfahrt der 23 Teilnehmenden gemeinsam mit Sohn Marvin. 2022 waren es bereits 50 Fahrer:innen, die eine Spendensumme in Höhe von mehr als 7.000 Euro akquirierten und damit im nationalen (Platz 7) wie internationalen (Platz 23) Vergleich hervorragend abschnitten. In diesem Jahr erwarten Wolfgang und Marvin Meyer etwa 100 Mitfahrende.
Der Distinguished Gentleman’s Ride wurde 2012 in Sydney von dem Australier Mark Hawwa ins Leben gerufen, inspiriert durch ein Foto von Don Draper, der mit seinem besten Anzug auf einem klassischen Motorrad sitzt. So entstand die Idee einer Mottofahrt, zunächst um dem häufig negativen Klischee der Motorradfahrer entgegenzuwirken und Nischenmotorrad-Gruppen zu verbinden. Daraus entwickelte sich ein weltweites Event, offen für die Teilnahme aller Geschlechter, mit dem Ziel, Geldmittel für die Wohltätigkeitsorganisation „Movember“, die sich der Prostataforschung und Suizidprävention von Männern verschrieben hat, zu generieren.
Bad Neuenahr-Ahrweiler – Am langen Pfingstwochenende gibt es beim Weinmarkt der Ahr zwei Neuheiten: Zum einen haben die Besucher erstmals Gelegenheit, ein zu den Ahrweinen passendes Sushi zu genießen. Und zum anderen ist die „RPR1 tanzt. 80er und 90er Jahre Party“ zum ersten Mal zu Gast beim Weinmarkt. Die speziell für den Ahrweiler Weinmarkt kreierte Sushi-Rolle wird präsentiert vom Wushi Club des Restaurants Rodderhof in Ahrweiler. Seit der Wiedereröffnung nach der Flut lädt der Rodderhof einmal im Monat zu einem Sushi- und Ahrwein-Menü. Das Sushi kommt von GO by Steffen Henssler. Von Freitag, 26. Mai, bis Montag, 29. Mai, wird das Team des Rodderhof nun die Sushi-Rolle frisch zubereitet auf dem Ahrweiler Marktplatz anbieten. „Die Kombination von Sushi und Wein bietet ganz neue Geschmackserlebnisse. Daher ist der Wushi Club eine super Ergänzung für das Speisen-Angebot des Weinmarktes“, sagt Carolin Groß, Referentin beim Ahrwein e.V.
Musikalisches Highlight und Neuheit am Samstagabend ist die „RPR1 tanzt. 80er und 90er Party“ mit DJ Robsessed. Seit 2013 sorgt der DJ mit technisch fundierten, kreativen DJ-Skills und einem starken Gefühl für die Crowd in Clubs und auf Events für die richtige Stimmung. Neben den Liveshows produziert DJ Robsessed Sets für die wöchentliche Radio-Show Tanzbar von RPR1. Außerdem coached er den Nachwuchs der DJ School Vibra Mannheim. Beim Weinmarkt wird er mit den größten Throwback-Hits der 80er und 90er Jahre die Partystimmung ordentlich anheizen.
Immer im Mittelpunkt stehen die Weine der acht teilnehmenden Weingüter und Genossenschaften aus dem Ahrtal, insbesondere die ausdruckstarken Burgunder. Wer die Ahrweine zuerst noch kennenlernen und seinen persönlichen Lieblings-Ahrwein finden möchte, sollte sich für den Probenpass entscheiden. Jeder Winzerbetrieb hat hierfür aus seinem Sortiment drei Weine sorgfältig ausgewählt – sowohl samtige Rotweine als auch fruchtige Weißweine. Mit dem Probenpass können Weinfreunde täglich bis 19 Uhr an allen Weinständen aus den drei Weinen einen Probewein auswählen – also insgesamt acht Weine von acht verschiedenen Weingütern. Tickets zum Preis von 19,80 Euro sind erhältlich unter ahrtal.de/weinmarkt-der-ahr. Die Tickets können vor Ort an den Glas-Ausgabestellen gegen den Probenpass eingelöst werden.
Weiterer Höhepunkt beim Weinmarkt wird die Krönung der Ahrweinkönigin und einer Ahrweinprinzessin am Freitagabend sein. Die neuen Majestäten werden die amtierende Ahrweinkönigin Mariella Cramer und Ahrweinprinzessin Linda Trarbach ablösen, die das Amt zwei Jahre ausgeübt haben.
Den Probenpass im Vorverkauf und alle Informationen zum Programm gibt es unter ahrtal.de/weinmarkt-der-ahr.
Daun/Bad Bertrich – Am 17. Juni macht mit „Juke Box Hero“ Europe’s finest Foreigner Tribute Band Station im KulturRaum Bad Bertrich. Tickets sind jetzt erhältlich. JUKE BOX HERO – das sind sechs Musiker, die mit unendlich viel Leidenschaft, Hingabe und auf höchstem Niveau der Musik einer der größten Rocklegenden auf diesem Planeten Tribut zollen: FOREIGNER.
Es sind Hits, die garantiert jeder kennt, die Millionen berührt und mitgerissen haben, zu denen zum ersten Mal geküsst oder der Herzschmerz verarbeitet wurde, die im Autoradio genauso funktionieren wie live vor tausenden Fans.
Hier haben sich sechs Ausnahmekünstler zu einer Einheit formiert, um das breite Spektrum der großen Hits und Hymnen von FOREIGNER mit viel Passion und Spielfreude originalgetreu neu zu interpretieren: rockig, druckvoll und mit höchstem musikalischen und technischen Anspruch. Mit ihrer Interpretation von FOREIGNER begeistern die sechs Vollblutmusiker das Publikum quer durch ganz Europa.
JUKE BOX HERO lädt ein zu einer musikalischen Zeitreise von „Cold As Ice“ und „Feels Like The First Time“ bis hin zu „I Want To Know What Love Is“, „Urgent“ und vielen weiteren. Spannung bietet das fulminante Finale jeder einzelnen Show, wenn die Band mit dem namensgebenden Hit „Juke Box Hero“ nochmals die ganze Veranstaltung zum Kochen bringt!
Aachen – Zwei Tage vor der Verleihung des Internationalen Karlspreises wurde am gestrigen Freitag, 12. Mai bereits zum 16. Mal der Europäische Karlspreis für die Jugend vergeben, der mit insgesamt 15.000 Euro dotiert ist. Im Rahmen des zuvor vom Europäischen Parlament und der Karlspreisstiftung ausgeschriebenen Wettbewerbs haben sich
Hunderte Jugendliche aus allen Mitgliedsländern der EU mit der Rekordzahl von über 340 Projekten, die zur europäischen und internationalen Verständigung beitragen, für die Auszeichnung beworben. Die Preisverleihung wurde von hochrangigen Repräsentanten des Europäischen Parlaments und des Internationalen Karlspreises zu Aachen vorgenommen.
Belgische, litauische und niederländische Initiativen erhalten den Europäischen Karlspreis der Jugend 2023
Eine belgische App für Flüchtlinge, das litauische Mobile Klimamuseum und eine niederländische Plattform für junge Europa-Journalisten sind die Gewinner des Europäischen Karlspreises der Jugend 2023.
Der Preis wurde am Freitag, den 12. Mai um 12 Uhr in Aachen feierlich verliehen.
Erster Preis – AILEM aus Belgien
Der erste Preis in Höhe von 7.500 Euro ging an „AILEM“ aus Belgien – die erste Sprach-App, die auf Flüchtlinge und Asylbewerber zugeschnitten ist und in Absprache mit ihnen entwickelt wurde. Sie nutzt die Sprache, um interkulturelle Missverständnisse und Klüfte zwischen Flüchtlingen und ihrem Gastland abzubauen, und enthält nützliche Redewendungen, Geschichten zum Erlernen der Sprache und Spiele sowie Möglichkeiten, mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten.
Zweiter Preis – Mobiles Klimamuseum (Litauen) / The European Correspondent (Niederlande)
Ein gemeinsamer zweiter Preis, der mit jeweils 3 750 Euro dotiert ist, geht an das „Mobile Klimato muziejaus paroda“ (Mobiles Klimamuseum), das im Mai 2022 mit dem Ziel eingerichtet wurde, die Menschen zu einem klimafreundlichen Lebensstil zu bewegen. Es besteht aus vier mobilen Seecontainern mit Ausstellungen zum Klimawandel, zum Green Deal der EU, zu nachhaltiger Landwirtschaft und gesunder Ernährung sowie praktischen Tipps zur Reduzierung des Verbrauchs.
„The European Correspondent“ aus den Niederlanden, gegründet 2022, bringt über 140 junge Journalisten aus ganz Europa zusammen, um einen europäischen Journalismus zu schaffen. Sie untersuchen, wie sich große Themen in verschiedenen europäischen Ländern auswirken, und versenden täglich einen Newsletter mit den wichtigsten europäischen Nachrichten aus einer anderen Region.
Hintergrund
Der Europäische Karlspreis der Jugend, der gemeinsam vom Europäischen Parlament und der Internationalen Karlspreis-Stiftung verliehen wird, steht Initiativen junger Menschen im Alter von 16 bis 30 Jahren offen, die an Projekten zur Stärkung der Demokratie und zur Förderung der aktiven Beteiligung beteiligt sind. Seit 2008 haben sich 5.000 Projekte um den Preis beworben.
Jedes Jahr wählen nationale und europäische Jurys ein Projekt aus jedem EU-Land aus. 26 nationale Gewinner wurden zur Preisverleihung am 12. Mai in Aachen eingeladen, wo die drei EU-Gewinner bekannt gegeben wurden.
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