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Wirtschaft

Strukturwandel im Rheinischen Revier – Exkursion stärkt überregionale Zusammenarbeit

Region/Düren – Vertreterinnen und Vertreter der Zukunftsinitiative Eifel (ZIE) haben den Kreis Düren besucht, um sich vor Ort über den Strukturwandel im Rheinischen Revier zu informieren und auszutauschen. Die Exkursion wurde vom Referat Wandel und Entwicklung des Kreises Düren, der StädteRegion Aachen, dem Kreis Euskirchen sowie der IHK Aachen organisiert. Die Teilnehmenden bestanden aus Vertreterinnen und Vertretern der Handelskammern sowie Kreisverwaltungen aus dem nordrhein-westfälischen und rheinland-pfälzischen Teil der Eifel und des Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgien.

Sie besuchten die Goldsteinkuppe bei Inden, wo es Vorträge über Projekte und Zukunftsvisionen gab. Auf dem Indemann erhielten die Teilnehmenden eine Vorstellung über die Dimensionen der entstehenden Seenlandschaft in Inden. Danach fand eine Besichtigung des Tagebaus statt. Allen Beteiligten bot sich ein Einblick in die aktuell laufenden Bergbautätigkeiten sowie Transformationsprozesse. Es folgte ein reger Austausch zu den Zukunftsaussichten und dem nachhaltigen Wandel.

In der „Zukunftsinitiative Eifel“ haben sich unter anderem mehrere Kreise sowie Industrie- und Handelskammern zusammengeschlossen, um die überregionale Zusammenarbeit zu stärken. Die ZIE setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der IHK Aachen, IHK Regionalgeschäftsstelle Bad Neuenahr-Ahrweiler, IHK Trier, WFG Daun/Vulkaneifel GmbH, Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein, Eifel Tourismus (ET) Gesellschaft mbH Prüm, Handwerkskammer Koblenz, StädteRegion Aachen, dem Kreis Bernkastel-Wittich, Kreis Cochem-Zell, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Kreis Euskirchen, Kreis Trier-Saarburg, Kreisverwaltung Vulkaneifel, dem Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft (Belgien) sowie dem Kreis Düren zusammen.

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News

Führungskräfte der evm pflanzen mehr als 300 neue Bäume

Adenau – Team hilft bei der Aufforstung eines Waldstücks in der Gemeinde Barweiler – Normalerweise beschäftigen sie sich mit wichtigen Fragen rund um die Energieversorgung und tragen zudem Personalverantwortung. Kürzlich waren die Führungskräfte der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in einer ganz anderen Mission unterwegs: Unter Anleitung von Revierförster Jens Marx vom Forstrevier Hocheifel pflanzten sie mehr als 300 junge Bäume in einem Waldstück am Wirftbach in der Gemeinde Barweiler in der Verbandsgemeinde Adenau.

Bevor das reguläre Führungskräftetreffen startete, ging es also zunächst einmal mit Spaten, Wiedehopfhauen und reichlich Setzlingen in den Wald. Förster Jens Marx hatte für die Baumpflanzaktion eine Fläche auf der Raftenwiese am Wirftbach ausgesucht, in der einmal Fichten standen, die aufgrund widriger Umstände gefällt werden mussten. Trockenheit, Extremwetterereignisse und Schädlingsbefall sorgen bekanntlich dafür, dass die Fichte im heimischen Wald keine Zukunft mehr hat. Das Führungsteam der evm pflanzte daher unterschiedliche Baumsorten, die mit den Bedingungen besser zurechtkommen. „Als regionales Unternehmen liegt uns auch der heimische Wald am Herzen. Daher haben wir sehr gerne unseren aktiven Beitrag dazu geleistet, die Waldfläche wieder aufzuforsten und einen standortgerechten Auewald anzulegen“, erklärt evm-Vorstandsvorsitzender Josef Rönz.

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Kunst & Kultur

Joe Wulfs Wonderful World of Christmas am 30. November 2023 in der Stadthalle Münstermaifeld

Polch/Münstermaifeld – In der Weihnachtszeit präsentieren Joe Wulf und seine Gentlemen of Swing schönste Swingtitel, American Standards und deutsche Weihnachtlieder. Erleben Sie die großen Hits wie “I’m Dreaming Of A White Christmas” oder “Let It Snow, Let It Snow” im typischen Joe Wulf-Sound. Schwelgen Sie in Erinnerungen an Musiker wie Bing Crosby, Frank Sinatra oder Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Nat King Cole. Die sieben hochkarätigen Jazzmusiker begeistern das Publikum mit sensiblen Interpretationen der beliebtesten Weihnachtssongs und mit ihrem einzigartig swingenden Sound. Bandleader Joe Wulf hat sich im Laufe der letzten 29 Jahre seine absoluten Favoriten als kongeniale Mitmusiker in die Band geholt. Jeder einzelne ist eine Persönlichkeit und ein Spezialist an seinem Instrument. Tourneen und Konzerte führten die Band auf die Bühnen internationaler Festivals und Clubs, in Konzerthallen im In- und Ausland.

Der Bandleader Joe Wulf wurde 1997 mit dem deutschen Fachmedienpreis als bester Posaunist und Bandleader des Jahres ausgezeichnet. 2011 erhielt er die Auszeichnung Künstler des Jahres in der Sparte „Solist“.

Begleitet werden Joe Wulf and the Gentlemen of Swing von der herausragenden Sängerin Angela van Rijthoven. Sowohl solistisch, als auch in Gesangsduetten mit Joe Wulf bringt sie die „Leichtigkeit des Seins“ näher.

Wer Joe Wulf & the Gentlemen of Swing gehört hat, weiß um den unvergleichlich swingenden Sound dieser Band, die große musikalische Sensibilität von Joe Wulf und um seine unbegrenzt erscheinenden Ausdrucksmöglichkeiten auf der Posaune; wer Angela van Rijthoven je erlebt hat, kennt ihre überwältigende Bühnenpräsenz und kann sich dem runden, schönen Klang ihrer so beweglichen, beeindruckenden Stimme nicht entziehen. Beide haben sich den Klassikern des Jazz verschrieben, beide bemühen sich um seinen Erhalt. Beide haben dennoch ihre höchst eigenen Interpretationen gefunden, die diese Musik immer frisch und lebendig bleiben lässt und sie dennoch nicht ihrer Vergangenheit beraubt. „Joe Wulf’s Wonderful World of Christmas“ ist ein Programm, in dem das Publikum sowohl bekannte Titel in neuem musikalischem Gewand wiedererkennen, als auch in den Genuss hier weniger bekannter Songs kommen wird. Joe Wulf & the Gentlemen of Swing und Angela van Rijthoven werden dieses Programm zu einem Leckerbissen für Freunde des Swing und Blues machen und zu einem garantierten musikalischen Highlight!

Tickets für 16,00 € inkl. MwSt., zzgl. Vorverkaufsgebühr gibt es unter www.ticket-regional.de, allen Vorverkaufsstellen von Ticket Regional sowie in der Tourist-Information Maifeld, Münsterplatz 6, 56294 Münstermaifeld.

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Kunst & Kultur

Bundesweiter Vorlesetag am heutigen 17. November – Auch im Seligen Gerhard in Simmerath

Simmerath – Bürgermeister Bernd Goffart liest für Seniorinnen und Senioren – Am 17. November ist der bundesweite Vorlesetag. Zu diesem Anlass hat Bürgermeister Bernd Goffart den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenheims Seliger Gerhard in Simmerath vorgelesen.

Die Vorleserunde mit Kurzgeschichten über misslungene Frisierversuche einer übermütigen Enkelin oder den Melissengeist als Allheilmittel sowie einigen Gedichten war für die Seniorinnen und Senioren eine willkommene Abwechslung und beste Unterhaltung.
Auch der Leiter der Einrichtung, Thomas Pulwey, freute sich über den hohen Lesebesuch in seinem Haus. Neben dem Bürgermeister haben außerdem die Eicherscheider Landfrauen den Bewohnerinnen und Bewohnern vorgelesen.

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Politik

Trierer IHK-Präsident besucht Wittlicher Bürgermeister

Wittlich – Seinen Antrittsbesuch beim Bürgermeister von Wittlich, Joachim Rodenkirch, hatte der neue IHK-Präsident Thomas Stiren, begleitet von Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer. Daraus entstand ein konstruktiver Austausch über die Entwicklung der Innenstadt, die erfolgreiche Ansiedlung von Gewerbebetrieben, die Herausforderungen bei der Fachkräftesicherung und die Entwicklung der kommunalen Finanzen.

Es wurde betont, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen der Industrie- und Handelskammer und der Stadt Wittlich ist, um die Region und die regionale Wirtschaft weiterhin zusammen zu fördern. Die Vereinbarung, auch zukünftig Hand in Hand zu arbeiten, verspricht vielversprechende Perspektiven für die Zukunft der Stadt und ihrer Unternehmen.

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Tourismus

450 Quadratmeter große Eisbahn im Kurpark Bad Neuenahr wird am 1. Dezember eröffnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Kurpark on Ice lädt zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen ein – Eröffnung am 1. Dezember mit dem Kölner Musiker Torben Klein – Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Am Freitag, 1. Dezember, um 15 Uhr eröffnet die Ahrtal und Bad Neuenahr-Ahrweiler Marketing GmbH die 450 Quadratmeter große Eisbahn im Kurpark. Unter dem Titel „Kurpark on Ice“ sind Groß und Klein dann wieder zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen eingeladen. Zusammen mit den am 8. Dezember startenden Uferlichtern entsteht im Kurpark eine einzigartige Weihnachts- und Winterwelt für alle Generationen.

Zur Eröffnungsparty am 1. Dezember gibt der Kölner Musiker Torben Klein von 18 Uhr bis 18.45 Uhr ein rheinisch-weihnachtliches Mitsingkonzert an der Eisbahn. Der Sänger, Komponist und Produzent ist bekannt geworden mit der Band „de Räuber“. Für sie hat er Hits wie „Für die Iwigkeit“ und „Immer wenn ich ahn ming Heimat denk“ geschrieben und gesungen. Seit 2019 ist er solo unterwegs und das überaus erfolgreich, beispielsweise mit seinen Titeln „Lääv“ und „Südstadtmädche“. Neben kölschen Weihnachtsliedern präsentiert er natürlich auch seine größten Hits im Kurpark.

Bis 14. Januar wird die Eisbahn im Kurpark täglich zu folgenden Zeiten geöffnet sein: montags bis donnerstags von 15 bis 19.30 Uhr, freitags von 15 bis 21 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 21 Uhr. „Auch am ersten und zweiten Weihnachtstag und an Neujahr werden wir die Eisbahn zu Sonderöffnungszeiten anbieten“, kündigt Dominik Kremer, Leiter Veranstaltungsmanagement an. Geschlossen bleibt die Eisbahn somit nur an Heiligabend und Silvester. Wer keine eigenen Schlittschuhe mitbringen kann, hat die Möglichkeit, sich vor Ort ein Paar auszuleihen. Dazu gibt es ein kleines Getränkeangebot mit Winzerglühwein und Kinderpunsch. Kaffee, Tee, Kakao sowie kleine Snacks und Speisen sind nebenan bei „Il Barista“ in der Kleinen Bühne erhältlich.

Das Eisstockschießen kann montags bis freitags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr über den ahrtal.de/stockschiessen gebucht werden. Pro Timeslot von 60 Minuten können maximal acht Personen zu einem Preis von 80 Euro auf einer Bahn in einem abgetrennten Bereich teilnehmen. Am Eröffnungstag, 1. Dezember, sowie am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag und an Neujahr wird kein Eisstockschießen angeboten.

Auch Schulen und Kindergärten in Bad Neuenahr-Ahrweiler dürfen sich wieder freuen: Sie sind herzlich eingeladen, mit Gruppen und Klassen kostenlos an den Vormittagen Zeiten auf der Eisbahn zu buchen – als abwechslungsreiches Alternativprogramm zum Sportunterricht, als Ausflug oder einfach als Auszeit vom Schulalltag. „Das Angebot war in vergangenen zwei Jahren ein Renner und wir erwarten wieder einen Ansturm“, sagt Geschäftsführer Jan Ritter. Die Schulen und Kindergärten erhalten in Kürze die Buchungsinformationen.

Ohne eine große Spendenbereitschaft wären der Betrieb der Eisbahn und das Angebot für Schulen und Kitas nicht möglich. Ritter und Kremer dankten daher herzlich den Unterstützern: dem Rotary-Club Bad Neuenahr-Ahrweiler, der AWO international, dem Spenden-Shuttle, der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler mit der #wiederbunt-Kampagne, der interevent GmbH und vielen weiteren regionalen Unterstützern.

 

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News

Katschhof – Aachener Archäologen graben alte Karlsmünze aus und machen weitere spannende Entdeckungen

Aachen – Silberdenar Karls des Großen ist das Prunkstück der jüngsten Grabung. Auch eine Bronzemünze aus der Merowingerzeit und Zeugnisse frühmittelalterlicher Handwerkskunst wurden gefunden. In diesen Tagen wächst es wieder, das Budendorf auf dem Katschhof. Ende November steht die Eröffnung des Aachener Weihnachtsmarkts an. Während der Publikumsmagnet dieses Jahr voller Stolz sein 50-jähriges Bestehen feiert, können Stadtarchäologe Andreas Schaub und sein Team noch ein gutes Stück weiter zurück in die Geschichte blicken. Denn dort, wo bald Glühwein getrunken und Süßes genascht wird, waren in den vergangenen Wochen Schaub & Co. mit Schippe und reichlich Expertenwissen unterwegs.

Bei Grabungen auf dem Katschhof haben sie mehrere besondere Fundstücke ans Tageslicht gebracht. Und sie geben den Menschen einige neue Öcher Anekdötchen an die Hand, die sie in Kürze beim Glühwein erzählen können: „Wisst ihr, seit wann der Katschhof ein richtiger Platz ist? Nein!? Seit Anfang des 12. Jahrhunderts.“ Das hat die aktuelle Grabung nämlich ergeben. „Zu dieser Zeit ist die erste befestigte Oberfläche des Katschhofs entstanden“, verrät Schaub eine Erkenntnis, die der jüngste Blick ins Aachener Erdreich zutage gefördert hat.

Stadtbaurätin Burgdorff: „Aachen atmet Geschichte“

„Prunkstück der bisherigen Grabung ist jedoch sicherlich ein Silberdenar Karls des Großen“, fügt Schaub an. Präsentiert wurden die Entdeckung und viele weitere im Rahmen eines Pressetermins am Mittwoch (15. November) gemeinsam mit Stadtbaurätin Frauke Burgdorff und Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne. „Aachen atmet an jeder Ecke Geschichte“, weiß Frauke Burgdorff nur zu gut. „Die aktuellen Entdeckungen unserer Stadtarchäologie und den großartigen ehrenamtlichen Helfern schenken uns erneut Puzzleteile, die Neues über die Struktur unserer Stadt und die Leben der Menschen von damals verraten. Wo wurden großen Plätze angelegt? Wo arbeiteten die mittelalterlichen Handwerker mit welchen Werkzeugen? Ich finde es persönlich spannend, immer wieder etwas aus diesen frühen Kapiteln Aachener Geschichte zu erfahren. Fachlich greifen wir dieses Wissen selbstverständlich auf und lassen es als Stadtplanerin und Stadtplaner in unsere Arbeit von heute einfließen.“

Der Silberdenar Karls des Großen ist überhaupt erst die siebte Münze der gesamten Karolingerzeit aus dem Aachener Stadtgebiet – also eine echte Seltenheit. Nicht zuletzt deswegen sind die wichtigsten Fundstücke der aktuellen Grabung nun in einer Sondervitrine im Stadtmuseum Centre Charlemagne, nur einen Steinwurf vom Grabungsort ebenfalls am Katschhof gelegen, ausgestellt.

Dr. Frank Pohle ist froh über die bewährte Zusammenarbeit zwischen Stadtarchäologie und Stadtmuseum: „Das Spannende an der Grabung sind einmal mehr die Funde und Befunde aus den karolingerzeitlichen Schichten. Eine in allen Punkten schlüssige Rekonstruktion der Ostseite des Katschhofes im 9. Jahrhundert liegt noch nicht vor. Insofern freuen wir uns über alles, was zur Klärung des Bildes beiträgt.“

Einblick in das mittelalterliche Aachen

Nachdem im vergangenen Jahr ein 120 Jahre alter und kranker Baum gefällt werden musste, da die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, rückten in den vergangenen Wochen die Archäologen auf dem Katschof – nahe des Durchgangs zur Krämerstraße – an. In einer Baugrube, die zentral zwischen historischem Dom und Rathaus liegt, wächst die Wahrscheinlichkeit, Neues aus der Vergangenheit ans Tageslicht zu bringen. Das Loch ist nun für die Dauer des Weihnachtsmarktes verfüllt worden. Im Anschluss stehen abschließende archäologische Untersuchungen an, bevor ein neuer Baum an der Stelle gepflanzt werden kann und das grüne Katschhof-Ensemble wieder vervollständigt.

Was fand das Expertenteam noch?

  • In der frühmittelalterlichen Handwerkerschicht fand sich ein Glasmosaikstein mit Goldfolienüberzug. Wurden die Mosaiksteine für die Marienkirche Karls des Großen womöglich hier produziert? Weitere Untersuchungen sollen Klarheit schaffen.
  • Eine kleine Bronzemünze stammt vermutlich aus der Merowingerzeit. „Es wäre erst die vierte Münze dieser Zeit aus Aachen“, betont der Stadtarchäologe.
  • Gußtiegelfragmente und Bergkristallfragmente illustrieren und belegen das Handwerk des Frühmittelalters.
  • Knochenperlen und Werkabfälle zeigen, dass auch noch im 16. Jahrhundert dort Handwerker arbeiteten. Sie produzierten Rosenkränze aus Knochen.

Neben der Datierung, seit wann der Katschhof ein befestigter Platz ist, konnten die Geschichtsexperten weitere wichtige Erkenntnisse gewinnen. Denn die Frage steht sogleich im Raum: Was war eigentlich an der Stelle zwischen Dom und Kaiserpfalz, bevor der Platz angelegt wurde? Schaub erklärt: „Im Frühmittelalter – also auch zur Karolingerzeit – befand sich dort ein stark handwerklich geprägter Bereich. Es gibt Spuren von Eisen und Bronzeproduktion beziehungsweise -verarbeitung. Vielleicht sind wir sogar auf Hinweise zu einer Bergkristallwerkstatt gestoßen.“ Ob es sogar Hinweise auf die Pfalzbauhütte sind, oder ob es sich einfach um normale Handwerker in der Pfalzsiedlung handelt, ist derzeit noch offen und bedarf weiterer Analysen.

Ein bisher unbekanntes Pfalzgebäude?

Zudem spekulieren die Archäologen seit der jüngsten Grabung darüber, ob es auf dem Katschhof ein weiteres, bislang unbekanntes Pfalzgebäude gegeben hat. „In der Grabungsfläche fanden sich überraschend Reste einer großen Bruchsteinmauer, die entweder noch während oder aber kurz nach der Handwerksnutzung dort errichtet wurde. An dieser Stelle waren zuvor keine festen Gebäude bekannt“, gibt Schaub Einblicke in die bisherige Forschungslage.

Zu guter Letzt sind die Archäologen womöglich auf Spuren der Belagerung Aachens von 1248 gestoßen. Schriftliche Quellen berichten: Wilhelm von Holland hat im Jahr 1248 Aachen belagert und mithilfe eines aufgeschütteten Damms die Bäche (Paunelle, Johannisbach) aufgestaut, worauf die halbe Altstadt unter Wasser stand. Das führte die Stadt schließlich zur Aufgabe. Zwar wurden in den 1950er Jahren Reste des mutmaßlichen Damms lokalisiert, aber es wurden bisher noch keine archäologischen Spuren der tatsächlichen Flut nachgewiesen. Berechnungen von Wissenschaftler Bernhard Pröschel im Rahmen einer Dissertation an der RWTH Aachen haben ergeben, dass die Flut bis etwa zur Mitte des Katschhofs gereicht haben müsste. „Die jetzigen Grabungen haben nun eine mutmaßliche Schwemmschicht ans Licht gebracht, die archäologisch tatsächlich in das 13. Jahrhundert datiert werden kann“, berichtet der Stadtarchäologe. Prof. Frank Lehmkuhl forscht am Lehrstuhl für Physische Geographie und Geoökologie des Geographischen Instituts der RWTH. Er war der Doktorvater von Pröschel und hat nun eine Probe entnommen. So soll im Labor final geklärt werden, ob es sich tatsächlich um eine Schwemmschicht handelt. Sollte diese Gewissheit liefern, könnte schon bald das nächste Öcher Ameröllche wasserfest beim Glühwein erzählt werden: „Wisst ihr eigentlich, dass einmal die halbe Altstadt und mit ihr der Katschhof genau hier, wo wir gerade stehen, von einem mittelalterlichen Kriegsherren geflutet worden ist? Nein!? Dann hört mal zu…“

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News

Kreis Düren bietet „One-Stop-Shop“ für Neubürger aus dem Ausland an

Düren – Aller Anfang ist schwer. Wenn Neubürgerinnen und Neubürger aus dem Ausland in den Kreis Düren kommen stellen sich häufig viele Fragen, Behördengänge müssen erledigt werden, Versicherungen geklärt und Unklarheiten zu Job, Wohnung oder Finanzen gelöst werden. Um viele einzelne Behörden- und Beratungsgänge zu ersparen, hat der Kreis Düren mit dem sogenannten „One-Stop-Shop“ eine Anlaufstelle geschaffen, bei der an einem Ort mehrere essenzielle Dienstleistungen gebündelt und zentral angeboten werden.

„Wir möchten den Start im Kreis Düren so einfach wie möglich machen und die Willkommenskultur stärken“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Mit einem Besuch in einer Anlaufstelle, die gleich mehrere Dienstleistungs- und Beratungsangebote vorhält (daher der Name „One-Stop-Shop“), wird das Ankommen in der neuen Heimat erleichtert. Kooperiert wird hierbei mit dem Amt für Integration und Ausländerangelegenheiten des Kreises Düren. „Wir können so ein zusätzliches Unterstützungsangebot schaffen, um eine schnelle und gute Integration zu ermöglichen“, sagt die zuständige Dezernentin Sybille Haußmann.

Die Zielgruppen sind schwerpunktmäßig ausländische Studierende und Fachkräfte. Der „One-Stop-Shop“ wird jeden ersten Freitag im Monat von 9 bis 13 Uhr im Forum „Seen und Entdecken“ im Bismarck Quartier Düren (Moltkestraße 39) angeboten. Im nächsten Monat findet er somit am Freitag, den 1. Dezember, statt.

„Unser Welcome Center wird mit dem ‚One-Stop-Shop‘ um eine weitere gute Service-Leistung ergänzt. Es ist wichtig, dass sich alle, die zu uns kommen wollen, von Anfang an gut aufgehoben fühlen“, sagt Jens Bröker, Leiter des Referats Wandel und Entwicklung beim Kreis Düren. Für jede Angelegenheit gibt es eine Station mit jeweiligen Expertinnen und Experten. Zu Themen wie Kontoeröffnung, Wohnungsfindung, Jobsuche, Versicherung, kommunales Integrationsmanagement und Freizeit wird auf Deutsch und Englisch beraten. Eine vorherige Registrierung, bei der einstündige Zeitfenster gebucht werden können, ist unter https://formular.kreis-dueren.de/frontend-server/form/provide/1616/?lang=en erwünscht, um Wartezeiten zu vermeiden.

 

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Wirtschaft

Die Besten der Region – IHK Trier ehrt 176 Auszubildende im Theater Trier

Region/Trier – Besser geht’s nicht: Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier hat 176 junge Menschen im Theater Trier geehrt, die ihre Ausbildung mit der Note „sehr gut“ oder als Beste ihres Berufs in der Region abgeschlossen haben. Rund 600 Gäste waren zur Feier ins Theater Trier gekommen und bekamen neben den Ehrungen auch exklusive Einblicke in das aktuelle Programm des Theater-Ensembles zu sehen.

Zu den Gratulanten gehörte auch IHK-Präsident Thomas Stiren. Er empfahl, den Blick schon weiter nach vorne zu richten: „Gute Fachkräfte haben nicht nur eine gute Ausbildung, sondern entwickeln sich auch ständig weiter. Im Beruf gilt es immer up to date zu bleiben, zum Beispiel in Form einer Weiterbildung.“

Ein wichtiges Thema auch in der Aus- und Weiterbildung ist die Digitalisierung. Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Ehrengast bei der Bestenfeier, sieht die Stadtverwaltung dabei schon gut aufgestellt. In den Schulen sei die Situation noch nicht ganz zufriedenstellend. Die Schulträger bräuchten mehr Möglichkeiten, um auf dem Stand der Technik zu bleiben: „Das ist auch eine gemeinsame Aufgabe mit den Landkreisen“, sagte Leibe.

Den Grundstein für ein erfolgreiches Berufsleben haben alle 176 Ausgezeichneten mit ihrem hervorragenden Abschluss gelegt. Eine besondere Auszeichnung erhielten die drei Azubis, die insgesamt mit der höchsten Punktzahl abgeschlossen haben. Um das zu ermitteln, mussten die Noten teilweise bis auf die zweite Nachkommastelle ausgerechnet werden.

Der beste Azubi der Region war in diesem Jahr Dennis Quint aus Thomm. Der 20-Jährige absolvierte seine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik bei den Stadtwerken Trier und schloss mit 98 Punkten (97,8) ab. Nur minimal dahinter landete die 22-jährige Industriekauffrau Lena Arends aus Kirchweiler, die ihre Ausbildung ebenfalls mit 98 Punkten (97,7) bei der Prüm-Türenwerk GmbH in Weinsheim beendete. Dominik Meyer komplettierte das Trio der besten Azubis in der Region Trier. Der 28-jährige Gusterather schloss seine Ausbildung zum Industriemechaniker mit 97 Punkten (97,4) ab. Sein Ausbildungsbetrieb war die Thyssenkrupp Bilstein GmbH in Mandern.

Eine besondere Auszeichnung nahm an diesem Abend Michael Behrens aus Bernkastel-Kues entgegen. Der 34-jährige Moselaner studierte zunächst Jura, entschied sich dann aber für eine Ausbildung zum Weintechnologen bei der Peter Mertes KG in Bernkastel-Kues. Mit einem Ergebnis von 93 Punkten ist Michael Behrens der beste Auszubildende aus seinem Bereich in ganz Deutschland und bekam einen Gutschein für eine Reise zur Bundesbestenfeier der Deutschen Industrie- und Handelskammer im Dezember in Berlin.

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Die Empfehlungen des Aachener Bürger*innenrats stehen jetzt fest

Aachen – Nach dem zweiten Arbeitswochenende des Aachener Bürger*innenrats stehen jetzt die konkreten Empfehlungen des Gremiums fest. Zuvor hatten seine Mitglieder sich in einer Zukunftswerkstatt mit der Frage „Wie kann Aachens Innenstadt wieder ein attraktives Einkaufsziel werden?“ beschäftigt, verschiedene Ideen und Utopien ausgearbeitet sowie erste grobe Handlungsfelder formuliert. Auf dieser Basis wurde beim aktuellen Treffen eine Vielzahl an Lösungsvorschlägen gesammelt, diskutiert und priorisiert. Mithilfe der Moderationsmethode „Dynamic Facilitation“ gelangte das Gremium zu Lösungen, die oft unerwartet, kreativ und von transformativer Kraft für alle Beteiligten waren.

Der Bürger*innenrat wird die ausgearbeiteten Empfehlungen in einer öffentlichen Bürger*innenrats-Konferenz am 12. Dezember vorstellen. Am 13. Dezember soll der Katalog an den Stadtrat übergeben werden. Im Januar wird das Bürger*innengutachten dann im Bürgerforum diskutiert. Abschließend beratschlagt und entscheidet der Rat der Stadt über die Empfehlungen des Bürger*innenrats zum Thema Einzelhandel. Begleitend wird die Stadtverwaltung unter www.aachen.de die Bürger*innen über diesen Prozess und die entsprechende Umsetzung der Empfehlungen informieren.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen freute sich in einer ersten Stellungnahme, dass Aachen als Vorreiterin in Deutschland erfolgreich den ersten ständigen Bürger*innenrat in Aachen etablieren konnte. Sie sagte: „Der Bürger*innenrat ist ein wichtiges Instrument, um Bürger*innen aktiv für eine partizipative Stadtgesellschaft in politische Prozesse einzubeziehen. Als ständige, institutionalisierte Einrichtung geht das Gremium weit über ein Diskussionsforum hinaus. Politik und Verwaltung erhalten so eine unmittelbare Empfehlung aus der Bürgerschaft“. Und weiter: „Demokratie wird nur durch echte Beteiligung gestärkt und festigt das Vertrauen der Bürger*innen in die politischen Prozesse. Aachen setzt damit ein klares Zeichen für eine Demokratie, die auf Transparenz, Vielfalt und aktiver Bürger*innenbeteiligung beruht“.

Die Mitglieder des Bürger*innenrats werden jedes Jahr neu bestimmt. Neben der Möglichkeit, die eigene Stadt mitzugestalten sowie eigene Ideen und Perspektiven einzubringen, erhalten die Teilnehmenden eine Aufwandsentschädigung. Durch die Einrichtung und strukturelle Verankerung als einen ständigen Bürger*innenrat werden die Bürger*innen und Bürger Aachens nicht nur stärker in die kommunale Politik einbezogen, sondern stärken die Aachener Dialogkultur zugleich durch ein neues und wirksames Instrument.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.aachen.de/buerger_innenrat