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Startschuss für Gigabitausbau im Landkreis Mayen-Koblenz – 44 Millionen werden investiert

Mendig/Mayen-Koblenz – Zukunftsfähige Infrastruktur für Unternehmen, öffentliche Institutionen und Privathaushalte. Mit einem symbolischen Spatenstich in der Stadt Mendig hat der nächste Meilenstein im Rahmen des flächendeckenden Ausbaus von schnellem Internet im Landkreis Mayen-Koblenz begonnen. Landrat Dr. Alexander Saftig und Vertreter der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie der atene KOM als Projektträger des Bundesförderprogramms haben gemeinsam mit den beiden Telekommunikationsunternehmen Westenergie Breitband und Deutsche Glasfaser den Startschuss zum geförderten Ausbau des Glasfasernetzes gegeben.

Rund 1.400 Unternehmen, 32 Schulen und vier Krankenhäuser sollen im Landkreis Mayen-Koblenz zuverlässig mit Bandbreiten von mindestens einem Gigabit pro Sekunde symmetrisch versorgt werden. Außerdem können dann auch 475 weitere private Haushalte, die sogenannten weißen Flecken in Außenlagen, auf eine Bandbreite von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zugreifen. Über 44 Millionen Euro werden in den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im Landkreis investiert. Davon trägt 50 Prozent der Kosten der Bund, 40 Prozent das Land und 10 Prozent die kreisangehörigen Kommunen mit dem Landkreis.

Die Westenergie Breitband GmbH und die Deutsche Glasfaser haben den Zuschlag für die Umsetzung des Breitbandausbaus erhalten. Westenergie Breitband wird in den Verbandsgemeinden Maifeld, Mendig, Pellenz, Vordereifel und der Stadt Mayen das Glasfasernetz ausbauen. Deutsche Glasfaser erschließt die Verbandsgemeinden Rhein-Mosel, Vallendar, Weißenthurm sowie in den die Städte Andernach und Bendorf. Zudem baut das Unternehmen auch Teile der Verbandsgemeinde Maifeld aus. Bis Ende 2024 sollen alle Kommunen im Projektgebiet eine Glasfaseranbindung ans schnelle Internet erhalten.

Landrat Dr. Alexander Saftig unterstrich die Bedeutung des Vorhabens: „Leistungsfähige Internetverbindungen, die große Datenmengen schnell übertragen, sind ein wichtiger Baustein kommunaler Infrastrukturen und entscheidender Standortfaktor für Städte und Gemeinden. Stück für Stück rollen nun sehr schnell die Bagger und dank großer Ausbaugebiete profitieren auch jene Gemeinden, in denen der alleinige Ausbau wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen wäre. Wir freuen uns die verbleibenden weißen Flecken in unserem Landkreis schließen und insbesondere auch den Gewerbetreibenden eine Highspeed-Internetverbindung bieten zu können.“

Auch die Vertreter von Bund und Land sind sich einig und froh darüber, dass alle an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten. „Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, wie der Begriff der Digitalisierung immer mehr Konturen annimmt. Dem Schlagwort Digitalisierung werden Aspekte wie technologischer Fortschritt, Innovation, Vernetzung, Automatisierung und vieles mehr subsumiert. Um all dies zu ermöglichen, braucht es eine entsprechend leistungsfähige Infrastruktur. Bund, Land und Kreis haben gemeinsam dafür gesorgt, dass dieses Infrastrukturprojekt in den Kommunen umgesetzt werden kann“, betonte Wissenschaftsminister Clemens Hoch.

Die Bauarbeiten für den NGA-Breitbandausbau (Next Generation Access) laufen in der Verbandsgemeinde Mendig durch Westnetz, dem Verteilnetzbetreiber der Westenergie, bereits auf Hochtouren. Michael Dötsch, Leiter des Regionalzentrums Rauschermühle bei Westnetz, freut sich über den erneuten Zuschlag des Landkreises: „Bereits im Jahr 2018 haben wir den Kreis Mayen-Koblenz beim geförderten Breitbandausbau von Bund und Land unterstützt. Dass wir den Ausbau nun weiter vorantreiben dürfen, stellt unsere Kompetenz, Zuverlässigkeit und hervorragende Arbeit der letzten Jahre unter Beweis. Wir sind stolz darauf, dass der Landkreis uns erneut Vertrauen in unsere Expertise beim Netzausbau schenkt.“

Insgesamt werden im Rahmen des Breitbandausbaus über 300 Kilometer Tiefbau sowie jeweils mehr als 500 Kilometer Glasfaser und Leerrohre durch die beiden Unternehmen realisiert. „Wir sind dankbar, dass wir als Digital-Versorger der Regionen auch im Landkreis Mayen-Koblenz unseren Beitrag für die digitale Zukunft leisten können. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzung, dass alle Bürgerinnen und Bürger bald von einer zukunftssicheren Breitbandversorgung profitieren werden. Wir bedanken uns herzlich für das Vertrauen des Landkreises und die konstruktive Zusammenarbeit“, ergänzt Nicolai Inyamah von Deutsche Glasfaser.

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Wir brauchen eine schlagkräftige Landwirtschaft für unsere Gesellschaft!

Region/Koblenz – Vor zahlreichen Politikern, Bauern und Winzern forderte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, während des BWV-Agrarforums in Koblenz die Politik dazu auf, neben den ökologischen Leistungen der Landwirtschaft und des Weinbaus auch die Nahrungsmittel- und Energieerzeugung verstärkt in den Vordergrund politischer Entscheidungen zu stellen: „Wir brauchen eine schlagkräftige Landwirtschaft, um künftig allen Anforderungen der Gesellschaft gerecht zu werden. Das geht nur mit einer wirtschaftlich intakten Landwirtschaft, die flexibel auf die Anforderungen des Marktes und des Klimas reagieren kann. Die Landwirtschaft ist gerade in Krisenzeiten ein Garant für Versorgungssicherheit und gesellschaftliche Stabilität!“

Im Detail forderte Horper, die praxisfernen Regelungen bei Düngung und Pflanzenschutz in einem neuen Konsens mit der Landwirtschaft neu zu formulieren. Auch die Tierhalter dürften nicht im Stich gelassen werden. Die rechtlichen Auflagen seien mittlerweile so belastend, dass zurzeit ein Strukturbruch stattfinde. Es fehle an finanziellen Mitteln und auch an Übergangsfristen, um den Landwirten beispielsweise den notwendigen Freiraum zur Errichtung tierwohlgerechter Ställe zu geben. In Rheinland-Pfalz fehle es an einem Konzept, um die Tierhalter zu unterstützen und die Tierhaltung zu sichern – vor allem in den Mittelgebirgsregionen. Auch müsse die Landwirtschaft als systemrelevant eingestuft werden. Die Ernährungswirtschaft müsse in den Gasnotfallplan integriert werden, sonst könnten viele landwirtschaftlichen Produkte demnächst nicht mehr verarbeitet werden. Leere Regele wären die Folge.

Horper sieht die neue europäische Agrarpolitik in einer Mitverantwortung für die globale Lebensmittelversorgung. 800 Millionen Menschen seien nicht zuletzt wegen des Ukrainekonflikts durch den Hungertod bedroht. Es liege nun an der EU, diese Bedrohung abzumildern. Die geplante Flächenstilllegung in Höhe von vier Prozent der Ackerflächen sei auszusetzen oder mindestens deutlich zu reduzieren. Die geplanten Fruchtwechselauflagen und die Begrünung nicht produktiver Flächen müssten praxistauglich gestaltet werden: „Wir benötigen dringend mehr Lebensmittel, nicht weniger!“, so der BWV-Präsident.

Präsident Michael Horper bittet die politisch Verantwortlichen in der EU, im Bund und im Land, sich den landwirtschaftlichen Anliegen anzunehmen. Nur mit einer starken Landwirtschaft gehe eine starke Wirtschaft und ein starker und unabhängiger Staat als Grundlage einer stabilen Gesellschaft einher.

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Stadt Aachen setzt Zeichen mit ersten Energiespar-Maßnahmen

Aachen – 54% der städtischen Energieversorgung beruht auf gasunabhängiger Fernwärme. Erste Sparmaßnahmen erfolgen bei Brunnen, Denkmälern und zwei Schwimmhallen. Die Stadt Aachen zieht erste Konsequenzen, um Energie einzusparen und sich auf einen möglichen Engpass vorzubereiten. Nachdem die Bundesregierung Ende Juni die Gasmangellage ausgerufen und der Deutsche Städtetag einen Katalog potenzieller Maßnahmen an die Kommunen geschickt hat, ist in Aachen einiges passiert. Gemeinsam mit den Energieversorgern STAWAG und Regionetz hat die Stadt Aachen die vorgeschlagenen Maßnahmen geprüft und einen ersten Plan entwickelt, der an ihre Verhältnisse angepasst ist. Weitere Entscheidungen werden Ende des Monats fallen, wenn klar ist, wie sich die Gasversorgung in Deutschland insgesamt entwickeln wird. Das ist unter anderem Aufgabe des Stabs für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) Ukraine, der seit Kriegsbeginn regelmäßig tagt.

Die gute Nachricht ist: „Nur“ 43% der städtischen Energie wird aus Gasversorgung gedeckt. Der überwiegende Anteil, nämlich 54% des Gesamtbedarfs, läuft über Fernwärme, die aus dem Kraftwerk Weisweiler bzw. der benachbarten Müllverbrennungsanlage erzeugt werden. Nahezu die gesamte Innenstadt ist mit Fernwärme versorgt, in Summe sind es knapp städtische 700 Objekte. Gasbedarf haben rund 200 städtische Gebäude. Dabei ist auch der Strombedarf relevant, denn Strom wird teilweise aus Gas erzeugt.

Stadt setzt Zeichen

Vor allem, um ein Zeichen zu setzen, wird die Stadt Aachen in einem ersten Schritt nachts Licht und Pumpen aller Brunnen abschalten und auch die Anstrahlung der historischen Lichtobjekte auf noch weniger Stunden reduzieren. Die 50 Gebäude des sogenannten Lichtprojekts, darunter Rathaus, Theater oder auch einzelne Denkmäler, verbrauchen jährlich so viel Strom wie zehn 3- bis 4-köpfige Familien. Das ist angesichts der Menge der Objekte wenig und beruht darauf, dass die Objekte sehr gezielt und hocheffizient mit LED-Leuchten angestrahlt werden. Ein Zeichen setzen wird es trotzdem, denn diese Orte erfreuen sich in der Stadt hoher Aufmerksamkeit.

Ebenfalls heruntergeregelt wird wie in vielen anderen Städten die Wassertemperatur in den zwei Schwimmbädern, die nicht am Fernwärmenetz hängen. Eine Absenkung um zwei Grad spart etwas 47 MWh pro Monat. Die Lehrschwimmbecken in den betroffenen Bädern Schwimmhalle Ost und Schwimmhalle Brand werden ihre Temperatur von 32 Grad allerdings beibehalten, so dass der Schwimmunterricht für Kinder weiter zu besten Bedingungen gewährleistet bleibt.

Prinzipiell ist der Einfluss der Stadt Aachen auf den Heizenergieverbrauch der gesamten Stadt eher gering. Im letzten „normalen“, also nicht coronabeeinflussten Jahr 2019 belief sich der gesamte Bedarf der Verwaltung an Gas auf 29.000 Megawattstunden (MWh). Zum Vergleich: Gewerbe, Handel und Dienstleistungen benötigten rund 1.2 Millionen MWh, Industrie 600.000 MWh und Aachener Haushalte 750.000 MWh pro Jahr. Die Stadt Aachen geht daher als Vorbild voran und macht auf die Krisenlage aufmerksam. Gefragt sind aber letztlich alle Menschen der Stadt, wenn es darum gehen wird, die benötigte Gasmenge insgesamt zu reduzieren. Einen Überblick über Energiesparmaßnahmen, die man im Haushalt leicht umsetzen kann, finden Interessierte auf der Kampagnenseite der Bundesregierung unter www.energiewechsel.de.

Der Aachener Standard reduziert seit 2005 den Energiebedarf der Stadt

Auch wenn der Einfluss nicht allzu groß ist, ist er dennoch relevant. Dieser Verantwortung ist sich die Stadt Aachen deutlich bewusst und arbeitet schon seit vielen Jahren daran, die Verbräuche zu reduzieren. So waren es 2005 noch 90.000 MWh Gas, die verbraucht wurden, seitdem konnten 22.000 MWh eingespart werden. Basis dafür ist der „Aachener Standard“, der 2010 eingeführt wurde. Er begrenzt den Heizwärmebedarf in neuen Verwaltungsbauten wie KiTas auf 20 kWh/qm. Damit bleibt er nur wenig über dem Passivhausstandard von 15 kWh/qm und gleichzeitig weit unter den gesetzlichen Anforderungen. Tatsächlich erreicht die Stadt inzwischen bei Neubauten eine Bilanz, die weit darüber liegt.

Seit Einführung des Aachener Standards laufen jährlich vor allem in Schulen und KiTas zu beträchtlichen Millionenbeträgen Sanierungsmaßnahmen, die bis zu 50% Energieersparnis verzeichnen können. Die KiTas Sandhäuschen und Benediktusstraße sind sogar Plusenergiehäuser. Sie produzieren mehr Strom als sie verbrauchen. Ihre Dächer sind zu 100% mit Photovoltaikanlagen belegt, der überzähligen Strom auf andere Verwaltungsgebäude zurückspielt und ihre Lüftungsanlagen arbeiten mit Wärmerückgewinnung. Beschlossen ist auch der Bau von insgesamt 156 Photovoltaikanlagen, die den Strombedarf der Stadt Aachen zu 50% decken sollen.

Bilanziert heißt das: Die zahlreichen energetischen Sanierungen der letzten Jahre kommen der Stadtverwaltung nun auch in der Gasmangellage zugute.

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Wiederaufbau Landkreis Ahrweiler – Über fünf Millionen für Adenau, Antweiler und Fuchshofen

Adenau/Ahrtal – Die Wiederaufbaubeauftragte des Landes, Innenstaatssekretärin Nicole Steingaß, hat Förderbescheide in Gesamthöhe von 5.696.000 Euro aus dem Sondervermögen „Aufbauhilfe 2021“ für die Ortsgemeinden Antweiler und Fuchshofen sowie die Verbandsgemeinde Adenau an VG-Bürgermeister Guido Nisius und die Ortsbürgermeister überreicht. Die Ortsgemeinde Antweiler profitiert von 4,94 Millionen Euro. Der Ortsgemeinde Fuchshofen werden 745.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Verbandsgemeinde Adenau weitere 11.000 Euro für eine Drehleiter.

„Mit den bewilligten 4,94 Millionen Euro kann die Ortsgemeinde Antweiler Sicherungsmaßnahmen im Bereich des Ahrradweges finanzieren. Ich weiß, wie wichtig diese Maßnahme für Antweiler ist und jede solche Maßnahme bedeutet einen weiteren Schritt im Wiederaufbau“, so die Staatssekretärin. Aufgrund der Erosion der Ahrböschung sollen unter anderem Winkelstützwände zur Sicherung eingesetzt werden.

„Die Ortsgemeinde Fuchshofen möchte die Mittel aus dem Sondervermögen ‚Aufbauhilfe 2021‘ dazu verwenden, mehrere Ortsstraßen wiederherzustellen, die von der Flut zerstört wurden. Öffentliche Infrastruktur wird zu 100 Prozent aus den Mitteln des Aufbauhilfefonds ersetzt“, sagte Staatssekretärin Steingaß.

„Bei der Freiwilligen Feuerwehr Adenau wurde während der Flut unter anderem die Drehleiter stark beschädigt. Die Verbandsgemeinde möchte die ihr zur Verfügung gestellten 11.000 Euro für die Reparatur einsetzen, um auch bei zukünftigen Einsätzen gewappnet zu sein“, so Steingaß.

Mit dem Sondervermögen „Aufbauhilfe 2021“ von Bund und Ländern werden Mittel zur Beseitigung der durch den Starkregen und das Hochwasser vom 14. und 15. Juli 2021 entstandenen Schäden bereitgestellt. Das Sondervermögen geht auf einen gemeinsamen Beschluss von Bund und Land zurück. Bis zum 11. Juli 2022 hat das Innenministerium Förderungen in Höhe von 166 Millionen Euro aus dem Aufbauhilfefonds bewilligt.

„Die Wiederherstellung kommunaler Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Bürgerhäusern und vor allem auch der Infrastruktur für den Brand- und Katastrophenschutz kommt allen zugute. Das Land wird den Gemeinden auch bei den künftigen Maßnahmen als Partner zur Seite stehen“, betonte Staatssekretärin Steingaß.

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Rotes Kreuz im Kreis Euskirchen stellt Projekt „Vorsorge & Resilienzaufbau im Fall von Natur-Katastrophen“ vor

Euskirchen – Erste-Hilfe-Kurs für Katastrophen – Die Menschen sollen stark gemacht werden für das Unvorhersehbare – Zwischenbilanz ein Jahr nach der Flut. Wenn die Katastrophe eingetreten ist, dann ist es schon zu spät.

Wie sorge ich vor und wie verhalte ich mich bei Naturkatastrophen? Myriam Kemp berichtet von ihren Erfahrungen als DRK-Lotsin für Flutbetroffene und stellt das neue Projekt zu Vorsorge & Resilienzaufbau im Fall von Naturkatastrophen vor. Foto: Ronald Larmann/pp/Agentur ProfiPress

Dann ertönen die Sirenen und keiner weiß so recht, was die unterschiedlichen Tonabfolgen bedeuten. Dann fällt der Strom aus und die Taschenlampe ist einfach nicht zu finden. Noch dazu sind die Vorräte nicht aufgefüllt und der Erste-Hilfe-Kasten ist mal wieder nicht an seinem Platz. Damit die Menschen im Kreis Euskirchen vorbereitet sind auf das Unvorhersehbare, hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Kreis Euskirchen jetzt das Projekt „Vorsorge & Resilienzaufbau im Fall von Naturkatastrophen“ vorgestellt.

„Es geht darum, Risiken zu kennen, auf Naturkatastrophen vorbereitet zu sein und Lösungsstrategien für Notsituationen schnell abrufen zu können“, sagt Myriam Kemp vom DRK-Team Migration / Integration. Bereichsleiter Boris Brandhoff ergänzt: „Die Menschen brauchen eine Katastrophenkompetenz. Sie sollen wissen, welche Werkzeuge sie in ihrem Werkzeugkoffer haben sollten, um auf unvorhergesehene Situationen gut und richtig reagieren zu können.“

Borschüre bietet Infos auf einen Blick

Das ist mit Arbeit verbunden. Denn jeder Einzelne muss sich mit den unterschiedlichsten Szenarien vom Hochwasser über Waldbrände bis hin zu Stürmen und Erdbeben auseinandersetzen und eigene Vorbereitungen treffen. Das DRK möchte dafür wichtige Hilfestellungen anbieten. Einerseits ist eine Infobroschüre in Arbeit, die spätestens zum Ende des Monats fertiggestellt sein wird. Die enthält Checklisten für den Notfall, QR-Codes zu weiteren Informationsquellen und Warn-Apps, einen Überblick zur Bedeutung der Sirenenalarme und individuelle Informationen zu kommunalen Anlaufstellen. „Daher wird es auch elf verschiedene Versionen für jede Kommune im Kreis Euskirchen geben“, erläutert Myriam Kemp, die als DRK-Lotsin seit Anfang September Flutbetroffene im DRK-Mehrgenerationenhaus in der Kommerner Straße 39 in Euskirchen betreut und deren Anliegen an die zuständigen Stellen weiterleitet. „Das einzigartige an unserer Broschüre ist, dass wirklich alle wichtigen Informationen rund um Naturkatastrophen auf einen Blick zu finden sind“, sagt die DRK-Mitarbeiterin.

Infoveranstaltung digital und in Präsenz

Sie wird in einem zweiten Schritt auch Informationsveranstaltungen anbieten. Die ersten Termine für zwei digitale Treffen stehen bereits fest. Am 25. und 26. Juli jeweils ab 19 Uhr wird sie zu den Themen „Vorsorge treffen“ und „Verhalten im Notfall“ referieren. Beides baut zwar aufeinander auf, muss aber nicht zwingend im Doppelpack besucht werden. Künftig sollen diese Infoangebote tagsüber auch als Präsenzveranstaltungen durchgeführt werden.

Weitere Informationen dazu wird das Kreis-DRK auf seiner Webseite www.drk-eu.de veröffentlichen. Wer sich zu einem oder beiden Terminen anmelden möchte, kann unter dem Betreff „Anmeldung Informationsveranstaltung“ eine E-Mail an hochwasserhilfe@drk-eu.de senden und erhält daraufhin zeitnah eine Mail mit dem Anmeldungslink. Begleitet werden diese Infoangebote durch Beiträge und Videos in den Sozialen Medien.

Auch die Kleinsten fit machen für Katastrophen

Zum Konzept gehört auch die Entwicklung eines Angebots im frühpädagogischen Bereich. „In Japan lernen auch schon die Kleinsten, wie sie sich im Falle eines Erdbebens zu verhalten haben“, erläutert Myriam Kemp. Genau da möchte das DRK-Projekt ansetzen. Im Alter zwischen null und sieben Jahren benötigten Kinder lediglich wenige Wiederholungen, um Inhalte im Unterbewusstsein abzuspeichern. Daher soll bereits auf dieser Ebene bei den Kindern ein Bewusstsein für Naturkatastrophen geschaffen werden.

Die Kleinsten sollen zudem durch aktive Übungen spielerisch lernen, wie sie sich im Fall der Fälle zu verhalten haben. „Schließlich sind es die Kinder, die in Zukunft wohl immer häufiger von Naturkatastrophen betroffen sein werden“, so Myriam Kemp. DRK-Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker ist überzeugt davon, dass das Infoangebot für die Kleinsten nicht nur in den 34 DRK-Kitas bereitwillig angenommen wird, sondern auch einen wichtigen Lernbaustein für die rund 135 Kitas im Kreisgebiet bilden kann.

Solange helfen, wie Hilfe benötigt wird

Der DRK-Geschäftsführer nutzte die Gelegenheit, ein Jahr nach der Flut eine Zwischenbilanz zu ziehen. „Wir haben in dem zurückliegenden Jahr viel erreicht, aber es bleibt auch noch viel zu tun“, sagte Rolf Klöcker. Besonders wichtig ist ihm zu betonen, dass das DRK solange helfen wird, wie Hilfe benötigt wird. „Fluthilfebüros an der Elbe wurden teilweise erst nach sieben Jahren geschlossen. Daher wird auch unsere Lotsenstelle im Mehrgenerationenhaus in der Kommerner Straße in Euskirchen noch mehrere Jahre in Betrieb sein“, sagte der Geschäftsführer, der den vielen freiwilligen Helfern, den DRK-Mitarbeitern und den zahlreichen Spendern aus Nah und Fern ausdrücklich dankte.

Lebensrettung und Notfall-Hotline

Für das DRK ging es in den ersten Stunden der Flut vor allem um lebensrettende Maßnahmen und dann natürlich darum, die Notunterkünfte einzurichten und zu betreiben oder auch die betroffenen Menschen in ihrer häuslichen Umgebung zu verpflegen und zu betreuen. Später dann unterstützte das Rote Kreuz die in den vielen Ortsteilen gebildeten Bürgerstützpunkte mit Einsatzkräften und Logistik. Es ging auch darum, die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs wie Hygieneprodukte und Lebensmittel sicherzustellen. In den DRK-Großküchen und anderen Großküchen heraus wurden täglich über 1.000 Essen an Einsatzkräfte und nochmals über 1.000 Essen an Betroffene herausgegeben. „Eine enorme Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Rolf Klöcker.

Die wurden insbesondere beim Betrieb der Notfall-Hotline im Zülpicher Rotkreuz-Zentrum häufig an ihre psychischen Belastungsgrenzen geführt. „Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hatten hier häufig sehr belastende Telefonate entgegenzunehmen. Daher waren wir sehr dankbar für die Unterstützung von speziell geschulten Fachkräften der DRK-Schwesternschaft Bonn“, sagt Geschäftsführer Rolf Klöcker.

Logistische Unterstützung

Neben der Unterstützung der Aufräumarbeiten waren die DRK-Einsatzfahrzeuge später damit befasst, Bautrockner, Hunderte Entfeuchter, Großgebläse, Heizgeräte oder Stromaggregate an die Betroffenen auszuliefern. Beim Wiederaufbau hat sich der Rotkreuz-Kreisverband durch soziale Betreuung von Betroffenen und finanzielle Unterstützung hervorgetan. Insgesamt wurden laut Rolf Klöcker rund 1.400 Einzelfallhilfen von 500 bis 5.000 Euro an Hochwassergeschädigte ausgezahlt.

Insgesamt erreichte die im Rahmen der Fluthilfe eingegangene Spendensumme einen Betrag in Höhe von 2.352.655,70 Euro. Ein Teil der Spenden ist zweckgebunden, etwa für den Wiederaufbau der sechs im Rahmen der Flut betroffenen Kindertageseinrichtungen. Neben Vereinen und Unternehmen gehörten vor allem auch Privatpersonen aus dem gesamten Bundesgebiet zu den Spendern. 1.112.500 Euro wurden dem Kreisverband vom DRK-Bundesverband zur Verfügung gestellt, 526.000 Euro stammen aus dem Aktionsbündnis „NRW hilft“.

„Wir helfen weiter“

„Was mich allerdings ungeheuer bewegt“, versicherte DRK-Geschäftsführer Rolf Klöcker, „ist, dass es nach wie vor noch Menschen gibt, die sich bis heute nicht gemeldet haben, obwohl sie Unterstützungsbedarf haben.“ Die Gründe seien vielfältig. Manche Menschen schämten sich, diese Hilfe anzunehmen. Manche wüssten immer noch nicht, welche unterschiedlichen Hilfsangebote es gebe. Andere wiederrum seien einfach überfordert oder es spielten gesundheitliche Gründe eine Rolle.

Für DRK-Lotsin Myriam Kemp ist dennoch erfreulich, dass die Anfragen aktuell wieder etwas zunehmen. „Viele erklären, dass sie sich bis jetzt nicht gemeldet hätten, weil andere ja viel schlimmer betroffen seien“, erläutert die DRK-Mitarbeiterin, die die Menschen weiterhin dazu ermutigt, sich zu melden: „Es wird immer irgendjemanden geben, der schlimmer betroffen ist, als man selbst. Aber dadurch wird das eigene Leid ja nicht geringer.“ Daher können sich Hilfsbedürftige auch weiterhin mit allen Hilfeersuchen an folgende Mailadresse wenden: hochwasserhilfe@drk-eu.de

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Hitzewelle naht

Region/Eisenberg – Die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland – Die Gesundheitskasse gibt Tipps, was man bei Hitze unbedingt beachten sollte. Die letzten Tage waren schon heiß, aber nach etwas Abkühlung steuern wir erneut einen Hitzerekord an. Auch für die kommenden Tage gilt: Absolute Sommertage. Damit Sie bei der drohenden Hitzewelle gut gewappnet sind, sollte Folgendes beachtet werden:

Sonne meiden

Bleiben Sie, falls möglich, in der – gemessen an der Außentemperatur – kühlen Wohnung. Erledigen Sie nötige Besorgungen oder Spaziergänge früh am Morgen oder warten Sie auf den kühleren Abend. Da starke Belastungen für Herz und Kreislauf drohen, ist pralle Sonne unbedingt zu vermeiden. Denn durch den vermehrten Wasserverlust, hervorgerufen durch stärkeres Schwitzen, wird das Blut dicker und die Herzinfarktgefahr steigt. Daher sollten Körpersignale besonders beachtet werden: Treten Kopfschmerzen, Schwindel oder Verwirrtheit auf, sollte man sofort den sonnigen Bereich verlassen. Denn diese Symptome könnten erste Anzeichen eines Sonnenstichs oder eines Hitzschlags sein. Erste Maßnahmen: Mit feucht-kalten Tüchern Stirn, Handgelenke und Nacken kühlen. Lassen die Beschwerden nicht nach, hilft nur ein Arztbesuch.

Wohnung vor Hitze schützen

Nachts gut durchlüften und das Fenster tagsüber geschlossen halten, da durch ein gekipptes Fenster die Hitze des Tages in die Wohnung dringen kann. Falls vorhanden, Jalousien oder Rollos über Tag herunterlassen. Nachts feuchte Tücher vor die Fenster hängen – so kann sich Verdunstungskälte bilden. Alle nicht benutzen elektrischen Geräte aus der Steckdose ziehen, denn auch im Standby-Modus entsteht Wärme.

Hitze im Auto

Für das Auto haben sich zudem Sonnenschutzfolien bewährt – geeignet sind aber auch zugeschnittene Pappen. Für die Fahrt gilt: Erst gut durchlüften, denn ein in der Sonne parkendes Auto erreicht problemlos Temperaturen von über 60 Grad Celsius. Die Klimaanlage auf eiskalt drehen, ist aber auch keine gute Idee: Große Temperaturunterschiede stressen den Körper zusätzlich. Gut sind bei Hitze rund 24 Grad; wird es jedoch wärmer, schwindet die Konzentration des Fahrers. Für Kinder ist ein Sonnenschutz der hinteren Scheiben empfehlenswert. Für alle gilt: Öfter eine Pause einlegen und beim Fahren abwechseln.

Trink- und Essverhalten

Zentral gilt: Ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen – das bedeutet, die bei normalen Temperaturen empfohlene Trinkmenge von ca. 1,5 / 2 Litern pro Tag für Erwachsene jetzt deutlich zu erhöhen. Als Getränke eignen sich Wasser, in Maßen Fruchtsaftschorlen und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees. Besonders ältere Menschen vergessen öfters das Trinken, weswegen – wie bei Kindern – immer ein Glas Wasser bereitstehen sollte oder auf feste Trinkzeiten zurückgreifen. Die Ernährung möglichst leicht gestalten: Salate, Obst, Gemüse, (kalte) Brühen oder Suppen sowie fettarme Milchprodukte (beispielsweise Buttermilch und Kefir) eignen sich bestens.

Mit diesen Tipps übersteht man die Hitze und dem Sommergenuss steht nichts mehr im Wege.

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer verleiht sechs Rettungs-Medaillen des Landes für Einsatz in der Flutnacht

Region/Mainz – „Alle, die wir hier heute besonders auszeichnen, haben sich in ganz besonderer Weise um ihre Mitmenschen verdient gemacht. Sie haben trotz hohem persönlichen Risiko Menschen gerettet, sie vor dem Tode bewahrt. Eine solche Leistung kann niemals hoch genug eingeschätzt werden. Die Rettungsmedaille des Landes drückt großen Dank und tiefe Anerkennung aus. Sie macht deutlich, dass wir als Gesellschaft Ihre herausragenden Verdienste würdigen. Sie ist ein sichtbares Zeichen für Ihre Mitmenschlichkeit, Ihren Mut, Ihre Solidarität.“

Aus Anlass des Jahresgedenkens der Flut und zur besonderen Würdigung des Einsazes in der Flutnacht werden die Medaillen in diesem Jahr von der Ministerpräsidentin persönlich überreicht.

Den folgenden Bürgerinnen und Bürgern wurde die Rettungsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen

Theodor Frisch aus Altenburg: Obwohl sein eigenes Hab und Gut bereits vom Hochwasser der Ahr eingeschlossen war und er selbst sich auf dem Hang hinter seinem Haus in Sicherheit befand, zögerte Theodor Frisch keine Sekunde, als er Hilfeschreie aus der Nachbarschaft hörte. Trotz Dunkelheit und starker Strömung gelang es ihm, mehreren Menschen mit seinem Kanu das Leben zu retten.

Marco Marcel Hofbauer aus Wolfschlugen: Marco Marcel Hofbauer rettete mehrere Gäste sowie die Betreiber des Hotels, in dem er untergebracht war, samt ihrer Tiere durch das Fenster seines Hotelzimmers auf das Dach. Als die Feuerwehr eintraf, half er dabei, die Menschen und Tiere vom Dach zu evakuieren.

Nikolaos Ioannidis aus Bad Neuenahr-Ahrweiler: Nikolas Ioannidis hat insgesamt acht Menschen in der Flutnacht das Leben gerettet. Als er eine Frau bemerkte, die in der extremen Strömung an einer Mauer hing und um Hilfe rief, stieg er ins Wasser und zog die Frau unter Einsatz seines eigenen Lebens in Sicherheit.

Roberto Lauricella aus Bad Neuenahr-Ahrweiler: Neben verschiedenen weiteren Menschen rettete Roberto Lauricella, an ein Verlängerungskabel geknotet, eine junge Frau, die von den Fluten mitgerissen zu werden drohte, von einem Fensterbrett.

Mario Liersch aus Altenburg: Mario Liersch hat unter Einsatz seines eigenen Lebens in der verheerenden Flutnacht knapp 30 Menschen das Leben gerettet. Mit einem Schlauchboot und, nachdem dieses kaputt war, mit anderen schwimmenden Gegenständen suchte er die ganze Nacht nach Menschen in Not und rettete diese aus dem Wasser.

Claudia Petri aus Bonn: Claudia Petri rettete ihre älteren Nachbarn aus dem Keller und dem Erdgeschoss in die höheren Etagen des Hauses, bevor das Wasser in ihre Wohnungen eindringen konnte.

Die Vorschläge zur Verleihung der Rettungsmedaille kommen von Bürgerinnen und Bürgern, die selbst gerettet wurden, Rettungssituationen miterlebt haben oder durch Medienberichte und Eigenrecherche.

Die Rettungsmedaille ist eine staatliche Anerkennung für eine unter Einsatz des eigenen Lebens erfolgreich durchgeführte Rettung aus Gefahr.

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Mega-Rekord – Erstmals Jackpot von 117 Millionen Euro

Region/Münster – Nicht nur die Temperaturen steigen aktuell auf neue Höchststände: Die Eurojackpot-Ziehung am kommenden Dienstag (19. Juli) bietet einen bisher einmaligen Mega-Jackpot von rund 117 Millionen Euro. Dies ist Lotterierekord für Deutschland, denn eine solch hohe Summe wurde noch nie zuvor ausgespielt.

Gleich 16 Hochgewinne am Freitag

Bei der 14. Ziehung der laufenden Jackpotperiode am Freitag (15. Juli) konnte kein Spielteilnehmer in einem der 18 europäischen Partnerländern der Lotterie Eurojackpot den ersten Rang treffen. Hochgewinner gibt es dennoch. Mit den Gewinnzahlen 9, 11, 16, 19 und 32 sowie den beiden Eurozahlen 3 und 5 gibt es vier Treffer in der zweiten Gewinnklasse. Jeweils 790.664,20 Euro gehen nach Schweden, in die Niederlande (2 x) und nach Polen.

Sechsstellige Gewinne im dritten Rang konnten zwölf weitere Spielteilnehmer erzielen. Hier liegt die Gewinnsumme bei 148.632,60 Euro. Die Gewinner kommen aus Bayern (2 x), Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen (2 x), Schleswig-Holstein, Norwegen, Slowenien, Finnland, Litauen und der Tschechischen Republik.

Letzter Jackpotgewinn aus dem Mai

Der letzte Gewinn im ersten Rang der Lotterie Eurojackpot liegt bereits sieben Wochen zurück. Am 27. Mai gelang es einem Spielteilnehmer aus Bayern. 16,8 Millionen Euro war die Ausbeute. Ein dreistelliger Millionengewinn wurde bisher erst einmal ausgeschüttet: Am 20. Mai erzielte ein Internet-Tipp aus Nordrhein-Westfalen über 110 Millionen Euro.

Chance auf den Jackpot

Bei dem anstehenden sommerlichen Wetter der kommenden Tage lohnt sich ein Gang zur nächsten Lotto-Annahmestelle. Alternativ kann der Tipp auf den Mega-Jackpot auch im Internet unter www.eurojackpot.de abgegeben werden. Wer wird die richtigen sieben Zahlen bei der Spielformel 5aus50 und 2aus12 auf seinem Spielschein haben? Die Chance auf den ersten Gewinnrang liegt bei 1:140 Millionen.

Die Spielteilnahme ist bis Dienstagabend um 19 Uhr möglich. Je nach Bundesland kann der Annahmeschluss abweichen.

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Gemeinsames Gedenken mit Bundeskanzler Olaf Scholz zum Jahrestag der Flutkatastrophe

Bad Neuenahr-Ahrweiler – „Wir gedenken heute der Todesopfer der schlimmsten Naturkatastrophe, die Rheinland-Pfalz je erleben musste. Wir nehmen Anteil am Leid der Hinterbliebenen. Wir denken an diejenigen, die körperliche und seelische Verletzungen erlitten und ihr Hab und Gut verloren haben. Jede und jeder hat seine eigenen Erinnerungen an diese Nacht und seinen eigenen Schmerz. Das heutige Gedenken hat eine klare Botschaft: Die Menschen im Ahrtal sind nicht alleine und können auf eine große Verbundenheit aus dem ganzen Land zählen. Gemeinschaft zeigt sich besonders in schweren Zeiten und besonders dort, wo es nur zusammen weitergeht“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer gemeinsam mit Umweltministerin Katrin Eder und Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt beim zentralen Gedenken zum Jahrestag der Flutkatastrophe. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte seine Solidarität und nahm an der Veranstaltung im Kurpark von Bad Neuenahr-Ahrweiler teil.

„Es gibt Einschnitte im Leben, die kann man nicht alleine aushalten, weil der Schmerz zu groß, die Last zu erdrückend ist. In solchen Zeiten ist die Gemeinschaft das, was wieder Kraft und Hoffnung geben kann. Ich kann nur erahnen, was der Jahrestag der schlimmsten Naturkatastrophe, die unser Land je erlebt hat und die viele von Ihnen unmittelbar durchlitten haben, heute an Gefühlen auslöst. Trauer, Angst, Verzweiflung und Wut. Es wäre vermessen zu sagen, ich kann es nachfühlen. Aber ich kann verstehen, dass viele so empfinden und ich kann mitfühlen, weil das Leid, die Trauer um die Toten und die Zerstörung so groß sind,“ so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Die Ministerpräsidentin erinnerte an den größten und längsten Rettungseinsatz in der deutschen Geschichte und dankte den Kräften aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern für ihren Einsatz vor einem Jahr. Ihr Dank galt auch den unzähligen Helferinnen und Helfern, die an der Seite der Dörfer und Städte entlang der Ahr gestanden hätten und weiterhin stehen. „Wir denken heute auch an die überwältigende Hilfsbereitschaft in der Katastrophe. An die vielen Einsatzkräfte von Rettungs- und Hilfsorganisationen, Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und der Bundeswehr, die Tag und Nacht unter großer Gefahr im Einsatz waren. An die unzähligen freiwilligen Helfer und Helferinnen, die ins Tal gekommen sind, um den Menschen beizustehen. Und wir danken denjenigen Menschen, die bis heute dafür arbeiten, das Ahrtal wiederaufzubauen. In diesen Dank schließe ich auch die große Hilfe und Solidarität des Bundes mit ein, sehr geehrter Herr Bundeskanzler. Binnen weniger Wochen hat der Bund gemeinsam mit den Ländern ein historisches Wiederaufbauprogramm von 15 Milliarden Euro für Rheinland-Pfalz bereitgestellt. Heute Morgen war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Altenahr und Dernau. Auch das ist ein wichtiges Zeichen für die Solidarität beim Wiederaufbau,“ so die Ministerpräsidentin. Das heutige Gedenken mache deutlich, dass das Versprechen der ersten Tage nach der Katastrophe weiter gelte: Das Ahrtal sei nicht vergessen, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Bundeskanzler Olaf Scholz sagte anlässlich des Gedenkens: „Die schrecklichen Bilder von der Flutkatastrophe im Ahrtal vor einem Jahr bleiben unvergessen. Den vielen helfenden Händen und für die überwältigende Solidarität danke ich ausdrücklich. Wir wollen aus dieser Katastrophe lernen, um solchen Ereignissen zukünftig besser vorzubeugen und deren Folgen wirksamer zu minimieren. Um das zu gewährleisten, arbeiten wir an einem besseren Bevölkerungsschutz: Die Bürgerinnen und Bürger müssen besser gewarnt werden können. Der Hochwasserschutz muss noch effektiver werden! Der Klimawandel bringt neue Herausforderungen mit sich, denen sich der Staat stellen wird. Heute sind meine Gedanken erstmal bei den Opfern und ihren Angehörigen sowie allen von der Flut Betroffenen.“

„Wir sind heute zusammengekommen, um gemeinsam zu trauern, um im Zusammenstehen unseren Schmerz zuzulassen und zugleich die Stärke zu fühlen, die aus diesem Zusammenhalt erwachsen kann. Denn Stärke werden wir noch sehr lange brauchen. Das gilt für die Bewältigung der Trauer, die uns nicht so schnell verlässt, das gilt aber auch für den Blick in die Zukunft“, hob Cornelia Weigand, Landrätin des Kreises Ahrweiler, hervor. „An einem Tag wie heute mag dieser Blick verdüstert sein. Zu vieles ist noch nicht aufgearbeitet, zu vieles geht nur langsam voran, zu vieles harrt der Entscheidung und der Realisierung. Die Lücken und Brachen in unserem Tal sind auch in unseren Herzen spürbar. Dort wieder Leben entstehen zu lassen, erfordert Kräfte, von denen wir jetzt kaum glauben, dass wir sie haben. Wir sind es den Opfern der Flutkatastrophe schuldig, den Blick nach vorne zu richten. Sie geben uns die Verpflichtung mit, unser Ahrtal sicherer, nachhaltiger und grüner zu gestalten. Vor dem Hintergrund der schrecklichen Erfahrung müssen wir den Aufbau entschlossener angehen – um dieser Katastrophe und vor allem ihren Opfern so etwas wie einen Sinn abzugewinnen,“ so Weigand weiter.

Auch Betroffene der Flutkatastrophe brachten ihre Erinnerungen und Hoffnungen für die Zukunft zum Ausdruck. Stellvertretend sagten Ulrich und Giesela Brand aus Bad Neuenahr: „Wenn wir an die Flut denken, dann erinnern wir uns an das Gefühl, vor dem Nichts zu stehen. Wir waren fassungslos, leer, sprachlos. Aber wir erinnern uns auch daran, dass wir uns sehr schnell entschlossen haben, uns von dieser Flut nicht unterkriegen zu lassen – auch dank der Hilfsbereitschaft so vieler Menschen. Natürlich steckt uns die Erschöpfung der letzten Monate noch in den Knochen, aber wir schauen nach vorne. Wir haben nur diesen Weg!“

„Die Menschen im Ahrtal bringen nach der Katastrophe eine beeindruckende Kraft auf, der Zerstörung jeden Tag ins Auge zu schauen und etwas Neues entgegenzusetzen. Ihre Anstrengungen zeigen ihre Heimatliebe und wie in dieser Region der soziale Zusammenhalt gelebt wird, trotz aller Widrigkeiten. Inzwischen gibt es viele, sichtbare – sie nennen es – Lichtblicke hier im Tal. Ich kann verstehen, wenn es ihnen nicht schnell genug geht und sie einfach nur wollen, dass es vorangeht“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Auch wenn es angesichts der großen Zerstörungen noch ungemein viel zu tun gebe, seien die Fortschritte beim Wiederaufbau beachtlich. Es werde jeden Tag hart daran gearbeitet, dass für alle der Wiederaufbau gut gelinge. Alle politisch Verantwortlichen spürten diese klare Verpflichtung, den Menschen eine gute Zukunft im Ahrtal zu geben. Die Verantwortung bestehe nach der verheerenden Naturkatastrophe auch darin, Katastrophenschutz und Hochwasservorsorge weiterzuentwickeln und an Naturkatastrophen anzupassen, wie wir sie bislang nicht gekannt haben, hob die Ministerpräsidentin hervor. „Gemeinsam bauen wir das Ahrtal wieder auf. Dies kann niemandem alleine gelingen. Weder dem Bund noch dem Land noch den betroffenen Kommunen, erst Recht nicht den Menschen vor Ort. Wir brauchen einander. Es geht nur gemeinsam,“ sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

„Wir blicken fassungslos auf ein überaus herausforderndes Jahr zurück. Unfassbar ist noch immer, was heute vor 12 Monaten den Menschen, dem Tal, unserer Heimat wiederfahren ist. Die Flutkatastrophe hat unser aller Leben schlagartig verändert. Die Herausforderung, die Situation anzunehmen und gemeinsam unsere Heimat wiederaufzubauen, ist sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Kommunen ein täglicher Kraftakt. Im Besonderen blicken wir heute stellvertretend für die zahllosen Betroffenen dieser Katastrophe auf die 134 verstorbenen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie die zahlreichen Menschen, die physische und psychische Verletzungen davongetragen haben. Ihrer wollen wir uns erinnern, wenn wir den Folgen der Ereignisse des letzten Julis entgegentreten und unsere Heimat wiederaufbauen. Der Wiederaufbau des Ahrtals ist eine Mammutaufgabe, die uns noch über Jahre begleiten und Kraft und Durchhaltevermögen abverlangen wird. Aber in der erfahrenen und gelebten Solidarität können und werden wir es schaffen unser Tal wieder zu dem zu machen was es bleibt – unsere Heimat,“ so Guido Orthen, Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler.

2.000 Angehörige und Betroffene, Helferinnen und Helfer sowie Mitfühlende hatten Gelegenheit, an dem von der Kreisverwaltung Ahrweiler gemeinsam mit den vier am stärksten von der Flut betroffenen Kommunen veranstalteten Gedenken teilzunehmen. Umrahmt wurde das Programm von Künstlern und Musikern aus der Region. Wer nicht vor Ort war, konnte die Gedenkveranstaltung zuhause im Fernsehen oder auf der Website von SWR Aktuell Rheinland-Pfalz live mitverfolgen.

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Jahrestag der Flutkatastrophe in der gesamten Eifel-Region – 14. Juli 2022 – Tag des stillen Erinnerns

Eifel/Region – Von Aachen im Norden, im Osten entlang des Mosel- und Rheintals bis Koblenz, im Süden bis Trier und im Westen bis zur Grenze nach Luxemburg/Belgien. Das Unwetter Bernd hat im Juli 2021 Verwüstungen eines bis dato nicht vorstellbaren Ausmaßes angerichtet und in der gesamten Eifel-Region mehr als 180 Menschenleben gekostet.

Der 14. und 15. Juli 2021 werden langfristig und kollektiv in der gesamten Eifel-Region im Gedächtnis bleiben. Aus Anlass des Jahrestags wird in der gesamten Eifel-Region und darüber hinaus an die Opfer der Flutkatastrophe gedacht.

Schleiden – Am 14. Juli 2022 werden Bürgermeister Ingo Pfennings, der katholische Pfarrer Philipp Cuck und der evangelische Pfarrer Dirk Voos ab 9:00 Uhr anlässlich der Flutkatastrophe vor einem Jahr die Orte Oberhausen, Schleiden, Olef und Gemünd bereisen. MdL Ralf Nolten sowie Landrat Markus Ramers werden Bürgermeister Pfennings voraussichtlich begleiten. Treffpunkt ist am 14.07.2022 um 8:45 Uhr am Rathaus Schleiden.

Ahrtal – Der Landkreis Ahrweiler ist Veranstalter des Gedenkens im Kurpark von Bad Neuenahr-Ahrweiler, das für alle offen ist. Der Veranstaltungsort ist für 2.000 Besucherinnen und Besucher ausgelegt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die Landrätin des Kreises Ahrweiler, Cornelia Weigand, und der Bürgermeister von Bad Neuenahr-Ahrweiler, Guido Orthen, werden Ansprachen halten. Betroffene der Flutkatastrophe bringen ihre Erinnerungen und ihre Hoffnung für die Zukunft zum Ausdruck. Musikalisch umrahmt wird das Programm von Künstlerinnen und Künstlern aus der Region. Das Gedenken findet statt am heutigen Donnerstag, 14. Juli 2022 von 17.30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr Kurpark, Kurgartenstraße 13, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Bundeskanzler Olaf Scholz hat seine Teilnahme zugesagt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht zum Jahrestag ebenfalls gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Ahrtal. Bei seinen Stationen in Altenahr und Dernau wird sich der Bundespräsident über die Fortschritte beim Wiederaufbau informieren und seine Solidarität zum Ausdruck bringen.

Euskirchen – Anlässlich des Jahrestages dieses einschneidenden Ereignisses lädt die Stadt Euskirchen gemeinsam mit der katholischen und der evangelischen Kirche zu einer Gedenkfeier am 14. Juli 2022 um 19.30 Uhr im Klostergarten hinter dem seit der Flutnacht geschlossenen City-Forum ein. Die Veranstaltung beginnt mit einem stillen Gedenken, während um 19.30 Uhr die Kirchenglocken in fast allen Gotteshäusern im Stadtgebiet Euskirchen läuten.

Aachen – Die Kirchengemeinden sind aufgerufen am Donnerstag, 14. Juli, das Angelus-Läuten am Abend zu verlängern, um die Gläubigen zum persönlichen Gebet für die Opfer der Flut einzuladen. Das Glockenläuten, an dem sich auch das Aachener Domkapitel beteiligt, soll an die Opfer und Betroffenen der Flutkatastrophe erinnern und eine Einladung zum Gebet und Gedenken sein.

Eschweiler – Verschiedene Veranstaltungen werden zum ersten Jahrestag in Eschweiler durchgeführt, die zum einen an die Flutkatastrophe erinnern sollen und zum anderen als ein Dankeschön für den Zusammenhalt in der Stadt zu verstehen sind. Die Veranstaltungen finden vom 15.07.-12.08.2022 statt.

Auch in vielen weiteren Gemeinden und Städten der Eifel-Region finden Gedenkveranstaltungen statt.