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Wieder mehr neue Lehrlinge im regionalen Handwerk

Region/Trier – HWK Trier rät Jugendlichen: Nicht das Ende der Pandemie abwarten, sondern jetzt aktiv werden! Es tut sich was auf dem Ausbildungsmarkt im Handwerk der Region Trier: Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Kammerbezirk steigt wieder! Zum Stichtag 31.12.2021 verzeichnete die Handwerkskammer Trier im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Plus von knapp 7 Prozent. In absoluten Zahlen betrachtet, liegt Trier mit 1.164 neuen Auszubildenden nun wieder knapp über dem Stand des Jahres vor Corona (2019). Die Quote der neuen Lehrverhältnisse im rheinland-pfälzischen Handwerk ist im Gesamtdurchschnitt um 0,76 Prozent leicht gestiegen. Im Vergleich zu den anderen Handwerkskammern im Land haben sich die Ausbildungszahlen in der Region Trier sogar am besten erholt.

Von dieser Entwicklung profitieren auch mehrere Gewerke, die am neuen Campus Handwerk der HWK in der Loebstraße 18 überbetrieblich ausgebildet werden. So verzeichnen die Maler und Lackierer sowie die Metallbauer einen Zuwachs von jeweils 16 Prozent, die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik von 22 Prozent und die Zahntechniker von 25 Prozent. Das Friseurhandwerk, wo die Quote 2020 aufgrund der pandemiebedingten Sondersituation um 58 Prozent zurückgegangen war, darf sich über ein Plus von 63 Prozent zum Vorjahr freuen.

Die Bauberufe konnten 2020 teilweise auffallend viele Auszubildende hinzugewinnen und bleiben trotz sinkender Lehrlingszahlen bei Maurern und Zimmerern stark. Das bereits 2020 boomende Straßenbauerhandwerk legte die Latte 2021 mit einem Anstieg um 20 Prozent nochmals höher.

Mit 75 Prozent mehr neuen Azubis als im Vorjahr liegt das Fliesen-, Mosaik- und Plattenlegerhandwerk unter den Bauberufen an der Spitze. Den Hauptgrund für diesen Aufschwung sieht die HWK darin, dass Fliesenleger seit 2020 wieder den Meistertitel benötigen, wenn sie sich in ihrem Beruf selbstständig machen wollen. Unterdessen hat dieses Gewerk nun eine neue Werkstatt am HWK-Standort in Trier-Nord bezogen.

Im Handwerk der Region beschäftigen rund 1.300 Ausbildungsbetriebe rund 3.000 Lehrlinge. Auch im zweiten Jahr nach Ausbruch der Pandemie blieben diese Unternehmen hochmotiviert, neue Azubis einzustellen. Trotz des aktuell positiven Trends sind in der HWK-Lehrstellenbörse zum Jahresende 2021 jedoch weiterhin rund 450 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet. Auf der Nachfrageseite dürfte neben der negativen Bevölkerungsentwicklung und dem Trend zur Akademisierung vor allem auch die Pandemie die Zahl der offenen Lehrstellen erhöhen. Angebote zur Berufsorientierung konnten nicht im gewohnten Umfang stattfinden. Zudem sind viele Jugendliche aufgrund der coronabedingten Einschränkungen allseits verunsichert. So haben sich weniger junge Menschen auf einen Ausbildungsplatz beworben. Die Zahl der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge ist – den vorläufigen statistischen Zahlen nach – 2021 aber weitgehend stabil geblieben.

Für HWK-Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf ist das Plus von 7 Prozent zum einen sehr erfreulich, zum anderen aber auch folgerichtig: „Es hat sich offensichtlich bei Jugendlichen und Eltern herumgesprochen, dass das Handwerk eine breite Palette hochinteressanter Ausbildungsberufe und überaus günstige Chancen in Sachen Beschäftigung, Verdienst und Aufstieg bietet. Vor allem der Stellenwert des Meisterbriefs wird auf dem Arbeitsmarkt wohl noch weiter steigen – auch im Vergleich zu Hochschulabschlüssen“.

Jugendlichen, die wegen der Pandemie noch unsicher sind, ob und wie sie den Schritt in eine duale Ausbildung wagen sollen, will der HWK-Chef Mut machen: „Wer vorankommen will, sollte nicht abwarten, bis die Pandemie vorbei ist, sondern jetzt aktiv werden. Ich rate jungen Leuten dazu, nach Möglichkeit viele Angebote zur Berufsorientierung und das Beratungsangebot der Handwerkskammer wahrzunehmen. Und vor allem auch, Praktika zu machen: „Die Handwerksbetriebe freuen sich auf motivierte Bewerber und Bewerberinnen!“

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Open Data Portal Aachen im neuen Look

Aachen – Bereits Ende Oktober 2021 hat die Stadt Aachen das Projekt „Open Data“ als ein weiteres Projekt der Förderkulisse „digitale Modellregion“ abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts wurde unter anderem eine Community, das Open Data Lab Aachen gegründet. „Die Community trifft sich regelmäßig, um das Thema Open Data bei der Stadt Aachen weiter voranzutreiben. Außerdem erscheint das Portal in einem neuen Look: die 172 Datensätze werden jetzt im städtischen Design angezeigt“, erklärt Projektleiterin Gabi Bongard. Zusätzlich gibt es je einen Open Data Account auf Facebook und Twitter.

Ziel des Projektes des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie (MWIDE) des Landes NRW war im Verbund mit der StädteRegion Aachen die Open Data Strategie auszubauen und weitere Daten und Informationen im öffentlichen Sektor unentgeltlich bereit zu stellen. Dazu zählen unter anderem auch Daten aus den regionsangehörigen Kommunen und den angrenzenden Nachbarländern Belgien und Niederlande. Die Gründung einer Community, die auch im weiteren Verlauf gemeinsam mit den beiden Verwaltungseinrichtungen im Sinne des Open Data agiert und geeignete Datensätze identifiziert und Anwendungsmöglichkeiten entwickelt war ein weiteres Ziel.

Das städtische Open Data Portal ist seit 2014 unter https://offenedaten.aachen.de/ online. Norbert Dödtmann, Leiter des städtischen Informations- und Kommunikationsmanagement, freut sich über die Entwicklung des Portals in den vergangenen Jahren: „Gestartet ist das Portal mit 76 Datensätzen. Im Laufe der Zeit wurden die Datensätze aktualisiert und evaluiert. Anfragen von Bürger*innen über Social Media oder Mailanfragen wurden aufgegriffen und die Daten – wenn möglich – zur Verfügung gestellt.“ Ob Daten veröffentlicht werden können, wird mit Hilfe eines Kriterienkatalogs entschieden. Dieser Kriterienkatalog beruht auf dem Muster des Zentrums für Verwaltungsforschung und wurde von der Stadt Aachen spezifiziert.

Die StädteRegion Aachen und die regionsangehörigen Kommunen sind als Organisationen ebenfalls mit Datensätzen vertreten. Daneben ist es gelungen auch Datensätze der Gemeinde Heerlen und der Volkshochschule Aachen im Portal darzustellen. Die Stadt Eupen wird zukünftig auch Datensätze auf dem Portal veröffentlichen.

Damit gelingt es Open Data, einen Zusammenschluss mit folgendem Ziel zu schaffen: Die Nutzungsbedingungen so niedrig wie nötig und durch Standards die Nutzbarkeit so hoch wie möglich auszugestalten. Zusätzlich sollen Bürger*innen, Unternehmen und Start-Ups im Zuge von verschiedenen Angeboten animiert werden, Open Data zu nutzen.

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IHKs blicken besorgt nach Osten

Region/Koblenz/Ludwigshafen/Mainz/Trier – Besorgte Blicke nach Russland und Ukraine – Folgen ungewiss. „Die Anerkennung der ‚Volksrepublik Donezk‘ und der ‚Volksrepublik Lugansk‘ durch Russland markiert eine Zeitenwende mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ost und West und versetzt insbesondere unsere vor Ort aktiven Mitgliedsunternehmen in Sorge“, erklärt Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Die Russische Föderation ist ein wichtiger Markt für Unternehmen aus Rheinland-Pfalz. Sie liegt auf Platz 5 der Zielländer außerhalb Europas gemessen am prozentualen Anteil der Ausfuhren aus Rheinland-Pfalz. Die Ukraine liegt auf Platz 22. In beide Länder zusammen werden aus Rheinland-Pfalz Waren in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro ausgeführt (2021, Statistisches Bundesamt (Destatis)).

„Wann ist mit Sanktionen zu rechnen?“, „Wie schnell können diese in Kraft gesetzt werden?“ oder „Wie kann man sich vertraglich gegen adhoc in Kraft gesetzte Sanktionen schützen?“ – das Anrufaufkommen von Unternehmen mit diesen und ähnlichen Fragen habe merklich zugenommen. „Die Unsicherheit der Betriebe ist spürbar: Erst Corona, Lieferengpässe, steigende Energiepreise und nun die Zuspitzung des Russland-Ukraine-Konflikts. Auch dass sich die Länder der Europäischen Union bei den Sanktionen uneinig sind, trägt nicht zur Entspannung bei“, so Rössel.

Folgen ungewiss

Mit der Missachtung der Minsker Vereinbarung von Russland und der Anerkennung der östlichen Regionen „Donesk“ und „Lugansk“ als Volksrepubliken, sieht die Wirtschaft ungewissen Folgen entgegen. „Wirtschaftlich betrachtet, verspüren wir bisher den Einbruch der russischen Börse und die Abwertung des russischen Rubel. Wie sich eine militärische Eskalation für unsere Betriebe auswirken wird, lässt sich nur vermuten. Sanktionen seitens der USA sowie der EU gegenüber Russland gelten als sicher“, sagt Rössel.

Neben finanziellen Sanktionen gegen Russland könnten nun auch Verbote für die Lieferung von technologischen Ausrüstungen und Komponenten verhängt werden. Das würde auch die einheimischen Hersteller von Elektronik, Haushaltsgeräten und Computerausrüstung vor ernsthafte Probleme stellen.

Die Außenhandelsexpertinnen und -experten der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz stehen den Betrieben bei Fragen zur Verfügung:

Andrea Wedig (IHK Koblenz): 0261 106-180; wedig@koblenz.ihk.de

Elvin Yilmaz (IHK Rheinhessen): 06131 262-1700; elvin.yilmaz@rheinhessen.ihk24.de

Volker Scherer (IHK Pfalz): 0621 5904-1900; volker.scherer@pflaz.ihk24.de

Jan Heidemanns (IHK Trier): 0651 9777-230; heidemanns@trier.ihk.de

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Ackerbau in Naturschutz-Gebieten muss weiterhin möglich sein

Region/Koblenz – Pflanzenschutzanwendungsverordnung – Ausnahmemöglichkeiten für den Ackerbau in Naturschutzgebieten. Herbizide und Insektizide, die mit den Kennzeichnungsauflagen B1 bis B3 als bienengefährlich oder als bestäubergefährlich eingestuft sind, dürfen in Gebieten mit Bedeutung für den Naturschutz nicht mehr eingesetzt werden. Dies ist eine unmittelbare Folge des im vergangenen Jahr verabschiedeten Insektenschutzpakets der Bundesregierung.

Die damit verbundenen Folgen der Novellierung der Pflanzenschutzanwendungs­verordnung würde landwirtschaftliche und Weinbau-Betriebe in Rheinland-Pfalz hart treffen. Daher hat sich BWV-Präsident Michael Horper bereits Anfang des Jahres an Landwirtschaftsstaatssekretär Andy Becht gewandt und Härtefallregelungen und die Sicherstellung der Landbewirtschaftung nach guter fachlicher Praxis beispielsweise in Naturschutzgebieten eingefordert.

Nun hat Abteilungsleiter Walter Reineck dargelegt, dass Ausnahmen von den Einschränkungen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Gebieten mit Bedeutung für den Naturschutz zur Abwendung erheblicher landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder sonstiger wirtschaftlicher Schäden möglich seien. Ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden liege demnach vor, wenn mehr als 30 Prozent der bewirtschafteten Ackerfläche eines Betriebes in einem oder mehreren Schutzgebieten lägen, die von den Verboten der Pflanzenschutzanwendungs-Verordnung betroffen seien. Bei Sonderkulturen liege ein erheblicher Schaden bereits vor, wenn mindestens 20 Prozent der bewirtschafteten Sonderkulturflächen (Obst-, Wein-, Gemüseflächen, u.a.) eines Betriebes in einem oder mehreren Schutzgebieten lägen.

Scharf kritisiert Horper die vorgesehene zeitliche Befristung für Ausnahmemöglichkeiten bis Ende 2024: „Die Landwirtschaft arbeitet nicht von der Hand in den Mund, sie arbeitet nachhaltig. Die Landwirtschaft hat die Flächen erst zu Naturschutzgebieten gemacht. Solche Regelungen sind einfach ignorant.“ Zwar werde es weiterhin Einzelfallprüfungen geben, das sei aber bürokratisch und behindere den Ablauf auf den Betrieben. Völlig an den Bedürfnissen der Praxis vorbei gehe zudem die Regelung, dass beidseits von Gewässern auf je zehn Meter Breite keine Pflanzenschutzmaßnahmen mehr durchgeführt werden dürften: „Vor allem für Winzer hat diese Regelung teilweise katastrophale Auswirkungen. Es muss schnellsten nachgebessert werden,“ verlangt Präsident Horper. Die aktuellen Regelungen führten auf vielen landwirtschaftlichen und weinbaulichen Flächen zu einer Enteignung, weil Flächen, die über Jahrhunderte bewirtschaftet worden seien, nun plötzlich nicht mehr sinnvoll genutzt werden könnten.

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Mitglieder des Europäischen Parlamentes informierten sich über die Auswirkungen der Flutkatastrophe in Euskirchen

Euskirchen – Am gestrigen Dienstag besuchte eine Abordnung des Ausschusses für regionale Entwicklung des Europäischen Parlamentes die Stadt Euskirchen, um sich vor Ort über die Situation nach der Flut zu informieren. Der Besuch erfolgte im Rahmen einer dreitägigen Rundreise durch von der Flut betroffene Gebiete in den Niederlanden, Deutschland und Belgien. An dem Termin nahmen auch Staatssekretär Dr. Jan Heinisch aus dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Landrat Markus Ramers und der Euskirchener Landtagsabgeordnete Klaus Voussem teil.

Bürgermeister Sacha Reichelt informierte die sieben angereisten Parlamentarier unter Leitung des Vorsitzenden des Ausschusses, Younous Omarjee aus Frankreich, sowie die mitgereisten Mitarbeiter des Parlamentes mit einem bebilderten Vortrag über die Situation in der Nacht der Flutkatastrophe und den Tagen danach sowie über den Stand des Wiederaufbaus und die damit an einigen Stellen verbundenen Probleme.

Im sich anschließenden Austausch mit den EU-Parlamentariern wurde u.a. deutlich, dass eine Abstimmung von Maßnahmen zum Hochwasserschutz und der Warnung der Bevölkerung nicht an Landesgrenzen haltmachen darf. Darüber hinaus müsse beim Wiederaufbau der Klimaschutz auf allen Ebenen besonders in den Fokus genommen werden. Neben der Bedeutung von finanziellen Hilfen ist es auch ein Anliegen der Flutbetroffenen, dass behördliche Verfahren erleichtert werden und unnötige Bürokratie abgebaut wird.

Auf die Frage, was Bürgermeister Reichelt sich von der EU wünsche, antwortete er Herrn Omarjee zum Abschluss des Besuches: “Vergessen Sie uns bitte nicht! Auch in den nächsten Jahren werden die von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen Unterstützung benötigen, um wieder so zu werden wie früher – oder sogar besser, denn der Wiederaufbau ist auch eine Chance für Erneuerungen. Die Flut wird nicht die letzte Naturkatastrophe in Europa gewesen sein; Euskirchen kann europäische Vorzeigeregion für intelligenten Wiederaufbau werden.”

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Europa-Abgeordnete besuchen den Kreis Ahrweiler

Ahrweiler – Eine Gruppe von Abgeordneten des Europäischen Parlaments war gestern zu Gast im Kreis Ahrweiler, um sich ein Bild von den Folgen der Flutkatastrophe vom Juli des vergangenen Jahres zu machen. Neben einer Fahrt durch das Wiederaufbaugebiet standen auch Gespräche im Kreishaus mit Landrätin Cornelia Weigand, Staatssekretärin Nicole Steingaß, Beauftragte für den Wiederaufbau des Landes Rheinland-Pfalz, Britta Behrendt, Leiterin des Stabes „Hochwasserhilfe Bund“ im Bundesministerium des Inneren und für Heimat, sowie Volker Strothmann, Abteilungsleiter „Einsatz“ der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, auf dem Programm.

Landrätin Cornelia Weigand dankte den Abgeordneten für ihren Besuch im von der Flut besonders schwer getroffenen Ahrtal. Es sei wichtig, so Weigand, die Herausforderungen des fortschreitenden Klimawandels und der zunehmenden Extremwetterereignisse anzunehmen und gemeinsam nach grenzübergreifenden und nachhaltigen Lösungen zu suchen. „Eine Modellregion kann unter anderem effektive Methoden zur Hochwasservorsorge aufzeigen. Diese Methoden können auch in anderen Regionen umgesetzt werden, um vor Starkregenereignissen zu schützen“, betonte Weigand.

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Fortschritt

Ausstellung „Formvollendet? – Bakelit verändert den Alltag“ seit 21. Februar 2022 geöffnet

Mechernich-Kommern – Neue Ausstellung im LVR-Freilichtmuseum Kommern. 2018 standen in den Fluren des LVR-Freilichtmuseums Kommern/ Rheinisches Landesmuseums für Volkskunde eine Unmenge an Kisten. Der Anblick von Kisten in Büros und kurzfristig auch auf den Fluren ist durchaus nicht ungewöhnlich. Dass sich aber in all diese neuen Kisten ein Konvolut, also eine zusammenhängende Sammlung befand, überraschte auf den ersten Blick.

Erst recht, wenn man eine Kiste aufmachte und die Unmengen an tollen, teilweise recht kleinen Objekten daran vorfand. Vom Aschenbecher, über Lampen bis hin zu Spielzeug fand sich ein bunter Strauß an alltagskulturellen Objekten. Was folgte, war die Inventarisierung der Objekte und während dieser umfangreichen Arbeiten entstand die Idee, eine Ausstellung auf Basis des Konvoluts zu erstellen.

Die Sammlung Flier stellt so dann den Grundstock der neuen Ausstellung „Formvollendet? Bakelit verändert den Alltag“ und ermöglicht Einblicke in unterschiedliche Jahrzehnte und die Entwicklung des Werkstoffes.

Bei Bakelit handelt es sich um ein Phenolharz, heute würde man Kunststoff dazu sagen, welches 1907 erfunden wurde und anfangs als kostengünstige Alternative zu Keramik vor allem im technischen Umfeld Einzug hielt. Der neuartige Kunststoff findet aber bald auch Verwendung in vielen anderen Bereichen. Die Ausstellung in Kommern nimmt sich dem Thema chronologisch an und verfolgt die Entwicklung des ersten vollsynthetischen Kunststoffs, welcher weltweit in großen Mengen produziert wurde, bis zu seiner Nutzung heutzutage.

Damit zeigt das LVR-Freilichtmuseum Kommern wie vielseitig die derzeitigen Sammlungsbestände sind. Bei über 250.000 Objekten im Bestand erstrecken sich Themen von unter anderem landwirtschaftlichen Geräten, Möbeln, Kleidung, Spielzeugen, Fahrzeugen und Gebäuden bis hin zu Designerobjekten z.B. aus Bakelit.

Mit dieser Ausstellung verabschiedet sich Dr. Josef Mangold, der seit 2007 die Geschicke des Freilichtmuseums Kommern geleitet hat, in den Ruhestand.

Die Ausstellung läuft bis 19. Februar 2023.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt frei.

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Betrug an der Haustür – evm warnt vor falschen Behauptungen – Daten-Missbrauch als Ziel

Region/Mayen-Koblenz – Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) erhält seit Kurzem vermehrt Beschwerden über Personen, die sich an der Haustür als Mitarbeitende des Unternehmens ausgeben, um Zugang zum Zähler oder zu Unterlagen zu bekommen. Aufgefallen sind diese Betrugsversuche zum Beispiel in Waldesch und Bad Neuenahr-Ahrweiler. „Die Personen behaupten zum Beispiel, die evm stelle auf Ökostrom um und sie müssten alle alten Rechnungen sehen, um einen guten neuen Tarif auswählen zu können“, so evm-Pressesprecher Marcelo Peerenboom. „Das ist eine dreiste Lüge. Zum einen versorgen wir Privathaushalte seit 2014 ausschließlich mit Ökostrom, zum anderen schicken wir niemanden herum, um alte Rechnungen zu kontrollieren.“ Die Daten, die die Betrüger sammeln, versetzen sie in die Lage, einen sogenannten Lieferantenwechsel anzustoßen.

Ein anderer Vorwand wird derweil in Bad Neuenahr-Ahrweiler genutzt. Hier wird behauptet, im Auftrag der evm unterwegs zu sein, um die Zählernummer zu überprüfen. „Auch das stimmt nicht. Zwar überprüfen Kollegen die Netzanschlüsse, die nach der Flut wieder in Betrieb genommen wurden. Aber ihnen geht es nicht um die Zählernummer“, so Peerenboom. Die evm bittet alle Menschen in der Region, vorsichtig zu sein und immer zu überprüfen, ob die Person, die vor ihnen steht, wirklich von der evm kommt. Das geht über den Dienstausweis, den alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Unternehmens mit sich führen. Oder indem die Identität beim evm-Kundenservice unter 0261 402-11111 verifiziert wird. „In jedem Fall sollten Betroffene nicht einfach sensible Daten, wie die Zählernummer, Namen oder Bankverbindung rausgeben, ohne dass sie sich sicher sind, wer dort vor ihnen steht. Das gilt übrigens auch am Telefon“, erklärt der Pressesprecher. Vor Betrugsversuchen am Telefon hatte die evm bereits in den vergangenen Tagen gewarnt.

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Kunstwerk „HOTSPOTS“ fertiggestellt – Festakt in der VG Mendig

Mendig – Kunst am Bau erhält Einzug in das Rathaus der Verbandsgemeinde Mendig. Mit einem Festakt in Anwesenheit zahlreich geladener Gäste wurde der neue Rathausanbau an das bestehende VG-Verwaltungsgebäude im September 2021 offiziell seiner Bestimmung übergeben. Nun wurde auch das Projekt „HOTSPOTS“ im Rahmen der Kunst am Bau durch die Künstlerin Dorthe Goeden fertiggestellt und ist für jeden sichtbar.

Der neue Rathausanbau wurde im engen Schulterschluss zwischen Verbandsgemeinde und Stadt Mendig realisiert. Foto: Verbandsgemeinde Mendig / Thorsten Ahrendt

Kunst am Bau ist ein Element der Baukultur in Deutschland und Teil der Bauherrenaufgabe, wodurch ein festgelegter Anteil der Baukosten bei öffentlichen Bauten für Kunstwerke verwendet werden muss. Zuvor wurden die Wettbewerbsunterlagen auf der Seite „Kunst und Bau RLP“ veröffentlicht. Insgesamt haben zwölf Künstlerinnen und Künstler ihr Interesse erklärt. Das Preisgericht hat am 06.08.2021 getagt und einstimmig die Künstlerin Dorthe Goeden aus Münster für die Erarbeitung eines Entwurfs auserkoren. Die Künsterlerin wurde 1975 in Adenau geboren, lebt und arbeitet derzeit in Münster und Düsseldorf und hatte bereits 2011 in Diez und 2017 in Bad Kreuznach „Kunst am Bau“ realisiert.

„Die Förderung und Beteiligung von Kunst und Kultur ist seit jeher ein wichtiger Bestandteil bei allen öffentlichen Baumaßnahmen. Eine dauerhafte und allgemein zugängliche Präsenz von Kunstprojekten stand bei der künstlerischen Aufwertung des Rathauses im Vordergrund. Viele kleine und große Spots fügen sich jetzt über drei Etagen im Haupttreppenhaus der Verbandsgemeindeverwaltung zu einem Gesamtbild zusammen. Sie stehen gemeinsam für die Dynamik der Verbandsgemeinde und individuell für alle Menschen, Facetten, Geschichten und Ideen, die die Region prägen und beleben. Auf abstrahierte und reduzierte Weise zeigt die Wandmalerei Höhenzüge und Täler mit zeichnerischen Mitteln, angelehnt an die Topografie der Verbandsgemeinde. Bürgerinnen und Bürger, die unser Rathaus besuchen, erhalten nunmehr einen künstlerischen Eindruck von unserer durch den Vulkanismus geprägten Heimat.“, betont Jörg Lempertz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, bei Übergabe des abschließend fertiggestellten Kunstwerks.

Der neue Rathausanbau wurde im engen Schulterschluss zwischen Verbandsgemeinde und Stadt Mendig realisiert. Aushängeschild des Anbaus ist ein moderner und barrierefrei zugänglicher Sitzungssaal, der durch weitere Büroflächen ergänzt wird und acht zusätzliche öffentliche Stellplätze ausweist.

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Wachstum

Swetlana Tichanowskaja freut sich auf den Karlspreis in Aachen

Aachen – Im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) trafen die Karlspreisträgerin des Jahres 2022, Swetlana Tichanowskaja, Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender der Karlspreisgesellschaft, Professor Dr. Thomas Prefi, Vorstandssprecher der Karlspreisstiftung, sowie die Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Es war eine sehr herzliche und freundliche Begegnung, in deren Verlauf das Programm für die Karlspreisverleihung rund um Christi Himmelfahrt, aber auch das Vorprogramm, das bereits Ende April beginnen soll, besprochen wurden. Stationen in Berlin, Brüssel und Straßburg sind dazu vorgesehen sowie – soweit möglich – gemeinsame Auftritte der Preisträgerinnen in Aachen selbst.

Jürgen Linden dankte Swetlana Tichanowskaja für die Bereitschaft zur Annahme des Preises und übermittelte herzliche Wünsche an die beiden anderen Preisträgerinnen, Veronica Tsepkalo und Maria Kalesnikava. Swetlana Tichanowskaja brachte Ihre Freude über die Auszeichnung zum Ausdruck und sagte: „Ich kann den Organisatoren des Karlspreises nicht genug dafür danken, dass sie diesen Preis an Belarus vergeben haben. Der Preis ist jedoch nicht für mich oder ‚unser Trio‘ mit Veronika und Maria bestimmt. Dieser Preis gehört den Belarussen – den belarussischen Frauen, den Journalisten und den furchtlosen Freiwilligen. Dieser Preis bedeutet, dass Belarus zu Europa gehört und unsere Politik Teil der europäischen Politik ist. Die Belarussen haben in ihrem friedlichen, gewaltlosen Kampf für die Freiheit enorme Anstrengungen und Hingabe gezeigt. Sie haben gezeigt, was es heißt, Europäer zu sein. Und dafür haben sie einen hohen Preis bezahlt.“

Diskussion im Rahmen des Treffens

Diskutiert wurde im Rahmen des Treffens bei der MSC auch über die geopolitischen Veränderungen im Großraum der ehemaligen Sowjetunion, vor allem über die aktuelle Bedrohung der Ukraine durch Russland. Hier nahmen neben Staatsministerin Claudia Roth unter anderem Armin Laschet, der ehemalige Staatspräsident Estlands, Thomas Ilves, verschiedene Verteidigungs- und Außenminister anderer Länder sowie Vertreter von think tanks und politischen Vereinigungen teil.

Swetlana Tichanowskaja betonte in der Diskussion, dass das belarussische Volk, wie auch das ukrainische, Unabhängigkeit, Souveränität und deshalb nachhaltige Unterstützung durch die westliche Politik benötigte. Sie mahnte von westlicher Seite mehr Mut und Engagement an, da man doch russische Politik und die dahintersteckende Aggression hinreichend kennen müsse. Und sie äußerte den Wunsch, dass der Karlspreis neben den aktuellen Problemen um die Ukraine das Schicksal des belarussischen Volkes ins öffentliche Bewusstsein rücken könne.

Kontakte zur Zivilbevölkerung

Claudia Roth unterstrich diesen Wunsch, indem sie auf die Notwendigkeit verwies, die Empathie für die unterdrückten und insbesondere aufständischen Menschen zu beleben. Präsident Ilves mahnte an, die Prozesse der europäischen Institutionen zu beschleunigen und nicht nur darauf zu achten, mit „offiziellen“ Volksvertretern zu sprechen, sondern auch die Kontakte zur Zivilbevölkerung zu suchen.

Am Frieden in Europa arbeiten

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen erklärte, dass der Frieden in Europa akut bedroht sei und deshalb der Dialog nicht aufhören dürfe. Sie appellierte an die Verantwortlichen, weiter gemeinsam am wertvollen Gut des Friedens in Europa zu arbeiten. „Unsere Stärke ist die Gemeinschaft. Lassen Sie uns deshalb die Fahne der Freiheit und Demokratie in unseren Ländern und Institutionen hissen. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Idee eines Europas der Wertegemeinschaft auch diese Stürme überstehen wird“.

Die sehr lebhafte Diskussion mündete in den Tenor, dass Europa seine Bürger nur überzeugen könne, wenn es in dieser geopolitisch schwierigen Situation auch Stärke zeige, einig bleibe und Europa weiter denke als nur in den Grenzen der Europäischen Union.

Swetlana Tichanowskaja bedankte sich für die allseits ausgesprochene Unterstützung und bot an, den Diskussionsprozess fortzusetzen. Jürgen Linden und Sibylle Keupen sagten zu, mit dem Karlspreis in Aachen eine solche Plattform zu bieten.

Die Vorbereitung des Rahmenprogramms zum Karlspreis 2022 wird in den kommenden Wochen von Aachen aus in enger Abstimmung mit den drei Teams der Preisträgerinnen im Exil in Litauen und Polen erfolgen.

Preisverleihung am Himmelfahrtstag 2022

Die Preisverleihung an die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo in Würdigung ihres „mutigen und ermutigenden Einsatzes gegen die brutale staatliche Willkür, Folter, Unterdrückung und die Verletzung elementarer Menschenrechte durch ein autoritäres Regime, für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit“ wird am Himmelfahrtstag, 26. Mai, wie gewohnt im Krönungssaal des Aachener Rathauses stattfinden.