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Aachen: Update 14. Juli, 15.55 Uhr: Evakuierung in Kornelimünster startet

Aachen – Die Feuerwehr Aachen evakuiert den historischen Altstadtkern in Kornelimünster. Bürger*innen werden vor Ort von Einsatzkräften aufgefordert ihre Häuslichkeit zu verlassen und bei Familien und Freunden unterzukommen oder die Notunterkunft im Inda-Gymnasium aufzusuchen.

15.30 Uhr

Das Inda-Gymnasium in Kornelimünster steht ab sofort (15.30 Uhr) als Notunterkunft für Bürger*innen aus dem historischen Altstadtkern zur Verfügung. Wer sein Haus oder Wohnung verlassen möchte, kann dort bis zur Rückkehr in die eigene Häuslichkeit verweilen.

Die Aachener Hilfsorganisation hat im Inda-Gymnasium eine Betreuungsstelle und Verpflegung eingerichtet.

13 Uhr

Durch die andauernden und heftigen Regenfälle seit dem gestrigen Dienstag (13. Juli) befindet sich die Feuerwehr Aachen in hoher Alarmbereitschaft. Vor allem im Stadtbezirk Kornelimünster droht durch den steigenden Pegel der Inde der historische Stadtkern überflutet zu werden.

Momentan ist die Lage noch unter Kontrolle. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, bereitet die Feuerwehr bereits eine Notunterkunft vor, in die Menschen aus Teilen des historischen Altstadtkerns evakuiert werden könnten. Die betroffenen Haushalte werden vor Ort von Mitarbeiter*innen des Bezirksamts und Ordnungsamts informiert und gebeten ein paar Sachen zusammenzupacken. Bürger*innen, die bei Familien und Freunden unterkommen können, werden gebeten, diese aufzusuchen.

Bis Mittwochmittag (13 Uhr) ist es zu 60 witterungsbedingten Einsätzen gekommen. Aktuell sind 200 Einsatzkräfte eingesetzt, um Keller leer zu pumpen oder umgestürzte Bäume zu bergen. In Kornelimünster auf dem Korneliusmarkt sind 25 Kolleg*innen im Einsatz.

Um gut auf die Unwetterlage vorbereitet zu sein, haben Aachener Feuerwehrfrauen und -männer gestern auf der Wache Nord in der Mathieustraße die Sandsack-Füllmaschine in Betrieb genommen. So sind – um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein – zunächst rund 10.000 Säcke gefüllt worden. Aktuell sind weiterhin Anwärter*innen der Feuerwehr damit beschäftigt Sandsäcke zu füllen. Zusätzlich werden Sandsäcke aus Köln und Düren abgeholt. Insgesamt sollen im Laufe des Tages 50.000 Sandsäcke einsatzbereit sein.

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Kaller Feuerwehr Tag und Nacht im Einsatz

Kall – Auch die Gemeinde Kall ist von den aktuellen Starkregenereignissen betroffen. Feuerwehr und gemeindlicher Bauhof waren in der Nacht zu Mittwoch an rund 19 besonders betroffenen Stellen im Dauereinsatz. „Besonders betroffen waren die Ortschaften Anstois, Golbach und Sötenich“, so Wehrleiter Harald Heinen. Einsatzschwerpunkte waren dabei überschwemmte Keller und überflutete Straßen. Auch die Unterführung im Kernort musste gereinigt werden. Einsätze von Feuerwehr und Verwaltung erfolgten jeweils in enger Abstimmung mit dem Kreis Euskirchen sowie benachbarten Wehren.

In der Nacht zu Mittwoch waren die Einsatzkräfte auch in der Unterführung im Kaller Kernort aktiv. Foto: Harald Heinen/Gemeinde Kall

Über die aktuelle Situation, laufende Sofortmaßnahmen und das weitere Vorgehen stimmte sich im Laufe des Mittwochs im Rathaus ein Krisenstab um Bürgermeister Hermann-Josef Esser ab. „Wir gehen davon aus, dass auch die kommende Nacht noch heftig wird, alle verfügbaren Kräfte sind im Einsatz oder in Alarmbereitschaft“, berichtet Esser. Zudem würden auch weiterhin alle besonders kritischen Punkte regelmäßig abgefahren und insbesondere die Kanaldurchläufe freigehalten.

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Unwetterlage im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Bitburg – Aufgrund der aktuell hohen Bodenfeuchte und anhaltendem Stark- und Dauerregen kommt es derzeit im Eifelkreis Bitburg-Prüm zu lokalen Überflutungen und Hochwasser. Derzeit befinden sich zahlreiche Kräfte der Hilfsorganisationen im gesamten Kreisgebiet im Einsatz.

Die höchsten Niederschlagsmengen werden bis Donnerstagfrüh erwartet, in deren Folge mit den höchsten Wasserständen im gesamten Kreisgebiet zu rechnen ist. Bitte beachten Sie die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sowie die Veröffentlichungen des Hochwassermeldedienst des Landes unter www.hochwasser.rlp.de. Die Hochwasser-Frühwarnkarte wird laufend aktualisiert.

Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich die Einsatzleitung bei den Wehrleitern der jeweiligen Verbandsgemeinden und der Stadt Bitburg. Die Technische Einsatzleitung wurde vorsorglich alarmiert und agiert derzeit als Koordinierungsstelle in Zusammenarbeit mit den Feuerwehreinsatzzentralen der Verbandsgemeinden und der Stadt Bitburg.

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Kommerner Mühlensee vorsichtshalber abgepumpt

Mechernich-Kommern – Stadt will Puffer gegen Unwetter schaffen – 4800 Liter pro Minute aus dem Mühlensee in den Bleibach – Feuerwehr, Untere Wasserbehörde und Stadt im Einsatz. Der Pegel des Kommerner Mühlensees steht zur Stunde unter permanenter Kontrolle. Mehr noch: Die Freiwillige Feuerwehr senkt das Wasser mit Hilfe von Pumpen, rund 4800 Litern pro Minute, kontrolliert in den Bleibach ab, um Stauraum für weiteren Starkregen zu schaffen.

Fachbereichsleiter Mario Dittmann: „So soll das Wasser möglichst schadlos durch Kommern geleitet und eventuell ein Puffervolumen im Mühlensee erreicht werden.“

Die Aktion läuft nach Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises Euskirchen in einer Gemeinschaftsaktion zwischen Stadtwerken und Feuerwehr.

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Wichtige Information für BewohnerInnen der Stolberger Altstadt – Teile der Altstadt können überschwemmt werden

Stolberg – Soeben hat der Stab für Außergewöhnliche Ereignisse (SAE) erneut die Lage besprochen. Das Wichtigste vorweg: Laut Experten der Feuerwehr Stolberg besteht die Möglichkeit, dass Teile der Altstadt überschwemmt werden könnten.

Dringende Empfehlungen an die Bewohnerinnen und Bewohner der Altstadt: Halten Sie sich NICHT im Keller des Hauses auf sondern möglichst in den oberen Stockwerken!

Entsprechende Räumlichkeiten stehen zur Verfügung, falls eine Evakuierung einzelner Bereiche notwendig werden sollte. Diese wird mitgedacht und für den Ernstfall entsprechend vorbereitet. Weitere Kräfte zur Unterstützung sind bereits angefordert.

Der Steinweg wird nun zwischen Rathausstraße und Burgstraße komplett gesperrt.

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Dauerregen: Feuerwehr Aachen im Dauereinsatz

Aachen – Durch die andauernden und heftigen Regenfälle seit dem gestrigen Dienstag, 13. Juli befindet sich die Feuerwehr Aachen in hoher Alarmbereitschaft. Vor allem im Stadtbezirk Kornelimünster droht durch den steigenden Pegel der Inde der historische Stadtkern überflutet zu werden.

Momentan ist die Lage noch unter Kontrolle. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, bereitet die Feuerwehr bereits eine Notunterkunft vor, in die Menschen aus Teilen des historischen Altstadtkerns evakuiert werden könnten. Die betroffenen Haushalte werden vor Ort von Mitarbeiter*innen des Bezirksamts und Ordnungsamts informiert und gebeten ein paar Sachen zusammenzupacken. Bürger*innen, die bei Familien und Freunden unterkommen können, werden gebeten, diese aufzusuchen.

Bis Mittwochmittag (13 Uhr) ist es zu 60 witterungsbedingten Einsätzen gekommen. Aktuell sind 200 Einsatzkräfte eingesetzt, um Keller leer zu pumpen oder umgestürzte Bäume zu bergen. In Kornelimünster auf dem Korneliusmarkt sind 25 Kolleg*innen im Einsatz.

Um gut auf die Unwetterlage vorbereitet zu sein, haben Aachener Feuerwehrfrauen und -männer gestern auf der Wache Nord in der Mathieustraße die Sandsack-Füllmaschine in Betrieb genommen. So sind – um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein – zunächst rund 10.000 Säcke gefüllt worden. Aktuell sind weiterhin Anwärter*innen der Feuerwehr damit beschäftigt Sandsäcke zu füllen. Zusätzlich werden Sandsäcke aus Köln und Düren abgeholt. Insgesamt sollen im Laufe des Tages 50.000 Sandsäcke einsatzbereit sein.

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RLP Innenminister Lewentz: Kein Täter darf sich in Rheinland-Pfalz sicher fühlen

Region/Mainz – Seit den frühen Morgenstunden haben alle fünf rheinland-pfälzischen Polizeipräsidien unter Gesamtkoordination durch das Landeskriminalamt einen landesweiten Großeinsatz zur Bekämpfung des Kindesmissbrauchs und der Kinderpornografie durchgeführt. Unterstützt wurden die Flächenpräsidien durch Kräfte der Bereitschaftspolizei.

„Kein Täter, der solche widerwärtigen und abscheulichen Taten begeht, darf sich in Rheinland-Pfalz sicher fühlen. Die Polizei verfolgt das Ziel, diesen Tätern ihr schändliches Handwerk zu legen. Der Einsatz bildet dabei einen wichtigen Baustein, die hinter den Missbrauchstaten und der Verbreitung von Kinderpornografie stehenden Personen zu überführen und sie konsequent ihrer Bestrafung durch die Justizbehörden zuzuführen“, betonte Innenminister Roger Lewentz. Dazu seien Wohnungen durchsucht, Vernehmungen geführt und Computer, Handys sowie Speichermedien sichergestellt worden.

An den Einsatzmaßnahmen waren rund 270 Polizeikräfte beteiligt, mit dem Ziel über 100 richterliche Beschlüsse für Wohnungsdurchsuchungen zu vollstrecken. „Mit den landesweiten Ermittlungen wollen wir den Verfolgungsdruck erhöhen und auch den heute nicht unmittelbar betroffenen Täterinnen und Tätern signalisieren, dass die Polizei alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um solche Straftaten zu bekämpfen“, sagte der Vizepräsident des Landeskriminalamtes Achim Füssel, der die polizeilichen Einsatzmaßnahmen verantwortete.

„Für das erste Halbjahr 2021 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik 318 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern registriert. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum war dies ein Anstieg um 11 Fälle bzw. um 3,6%. Im Bereich der Kinderpornografie stiegen die Fallzahlen nach 469 Taten im ersten Halbjahr 2020 um 402 Taten (+85,7%) deutlich an. Diese Fallzahlensteigerungen sind auch auf die zunehmende Nutzung von Smartphones und anderen internetfähigen Endgeräten zurückzuführen“, so Lewentz.

Die Verfügbarkeit und die zunehmende Nutzung elektronischer Medien wie Facebook und WhatsApp fördern die schnelle Verbreitung von Bild- und Videodateien an große Nutzergruppen. Abbildungen von Kindesmissbrauch werden auch zwischen Schülerinnen und Schülern innerhalb von Chatgruppen geteilt. Hierbei wirken gruppendynamische Prozesse, die zu einer Herabsetzung von Hemmschwellen und auch des Unrechtsbewusstseins führen können. Wenngleich derartigen Verhaltensweisen keine pädophilen Neigungen zugrunde liegen müssen, handelt es sich grundsätzlich um strafrechtlich relevante Handlungen, die verfolgt werden müssen und daher ebenfalls zu den Fallzahlensteigerungen beitragen.

„Seit Herbst 2020 haben wir unsere Aktivitäten nochmals verstärkt. Im LKA haben wir eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, gleichzeitig die Fachkommissariate der Flächenpräsidien personell verstärkt. An der Hochschule der Polizei flankieren zielgruppenorientierte Fortbildungen und die Beschaffung zusätzlicher Hard- und Software die Bestrebungen. Eine landesweite Arbeitsgruppe widmet sich der ganzheitlichen Betrachtung und Fortentwicklung der Bekämpfungsstrategien“, so der Minister.

Genau wie der Präsident des Landeskriminalamtes, Johannes Kunz, sieht er in der guten nationalen und internationalen Vernetzung der Sicherheitsbehörden wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Ermittlungsarbeit in diesen Deliktsfeldern. „Die Bekämpfung dieser Verbrechen an Kindern und Jugendlichen stellt uns vor große Herausforderungen, die wir nur zusammen mit den anderen Polizeien der Länder und dem BKA meistern können. Vor allem auch die internationale Zusammenarbeit hilft dabei, Kriminalitätsstrukturen im Netz zu erkennen und das Dunkelfeld weiter zu erhellen“, sagte Kunz.

„Die widerwärtigen Missbrauchstaten hinterlassen bei den wehrlosen Opfern nicht nur körperliche, sondern regelmäßig auch seelische Leiden, die sie oft sogar bis an ihr Lebensende begleiten. Wenngleich der Schutz unserer Kinder und Jugendlichen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, stellen die Verhinderung des Kindesmissbrauchs sowie die Verhinderung der Verbreitung von Kinderpornografie auch Schwerpunkte der polizeilichen Kriminalprävention in Rheinland-Pfalz dar“, hob der Innenminister hervor. In der Regierungserklärung vom 16. Juni 2021 hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bereits einen rheinland-pfälzischen Pakt zur Verhinderung von sexueller Gewalt gegen Kinder angekündigt. „Das Landeskriminalamt hat für dieses Handlungsfeld eine neue Präventionsstrategie erarbeitet“, so Minister Lewentz.

Die Polizei in Rheinland-Pfalz setzt in diesem Jahr Präventionsschwerpunkte im Kampf gegen Missbrauchstaten sowie die Verbreitung von Abbildungen solcher Handlungen. Vorrangiges Ziel der Polizei ist hierbei, das breite Bündnis der Akteure im Bereich der Prävention weiter auszubauen und bestehende Kooperationen zu intensivieren. Unterstützend hierzu werden auch die polizeieigenen Präventionsaktivitäten in diesen Handlungsfeldern fortgeführt und weiterentwickelt. Dies geschieht beispielsweise auch in Form der Aufführung von Theaterstücken durch die fünf regionalen Polizeipuppenbühnen.

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Starkregen in Eschweiler – Stadt Eschweiler richtet Bürgertelefon ein

Eschweiler – Ab sofort steht ein Bürgertelefon bei wichtigen Fragen zur aktuellen Starkregenlage zur Verfügung. Unter der Rufnummer 02403 71 551 beantworten Ansprechpartner*innen der Stadtverwaltung Ihre wichtigen Fragen zur aktuellen Lage.

Wichtig: Notrufe nimmt weiterhin die Feuerwehr unter der Rufnummer 112 entgegen!

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Bundeskabinett beschließt Unterstützung der Länder bei Beschaffung von mobilen Luftfiltern für Schulen und Kitas

Region/Berlin – Das Bundeskabinett hat heute auf Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Altmaier die Unterstützung der Länder bei der Beschaffung von mobilen Luftreinigern beschlossen.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Wir haben heute im Kabinett einen wichtigen Beschluss für Schulen und Kitas getroffen. Wir stellen den Ländern Geld zur Verfügung, um diese finanziell bei der Beschaffung von mobilen Raumluftreinigern zu unterstützten. Gemeinsam mit den Ländern wollen wir damit einen Beitrag dafür Leisten, den Präsenzunterricht und die Kinderbetreuung im Herbst und Winter auch bei Verschlechterung der Infektionslage aufrecht zu erhalten.“

Dazu stellt das BMWi den Ländern 200 Millionen Euro aus dem Titel der Bundesförderung zur Verfügung. Die Verwendung der Mittel wird über Verwaltungsvereinbarungen geregelt. Der Förderanteil des Bundes beträgt bis zu 50 Prozent. Die Beantragung der Mittel und die Durchführung der Förderung erfolgt über die Länder. Antragsberechtigt sind Einrichtungen, in denen Kinder unter 12 Jahren betreut werden, weil ihnen in absehbarer Zeit kein Impfangebot gemacht werden kann. Das gilt auch für Schulen, die zugleich auch von älteren Kindern besucht werden.

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Wirtschaft

Nürburgring schließt Partnerschaft mit Technologie-Konzern Fujitsu

Nürburg – Künstliche Intelligenz warnt künftig in Sekundenschnelle vor Gefahren auf der Strecke. Priorisierte Darstellung des Kamerabildes für die Streckensicherung. Künstliche Intelligenz soll in Zukunft die Sicherheit auf der Rennstrecke des Nürburgrings revolutionieren. Für dieses Projekt haben sich der Nürburgring und der Technikkonzern Fujitsu zusammengeschlossen. Im Fokus steht das Zusammenspiel zwischen hochmoderner Software und ausgefeilter Sicherheitstechnik. So sollen in Zukunft Gefahren automatisch erkannt sowie blitzschnell an die Streckensicherung und Fahrer weitergegeben werden. Auf dem Testabschnitt Döttinger Höhe laufen die Entwicklungen der Spezial-Software auf Hochtouren.

Die Bereiche auf und um die Rennstrecke werden durch die künstliche Intelligenz identifiziert und unterteilt. So kann sie auch feststellen, ob ein Fahrzeug abseits des Asphalts zum Stehen kommt oder verunfallt. Foto: Nürburgring / Fujitsu

Ein Fahrzeug kommt von der Strecke ab – kein ungewöhnlicher Vorfall auf einer Rennstrecke. Auch nicht auf der Nordschleife. Immerhin gilt sie als anspruchsvollste Rennstrecke der Welt. Kommt es hier zu einem Zwischenfall, gelangt diese Information bislang über Funkmeldungen in die Racecontrol – das Herz der Rennstrecke. Hier laufen alle relevanten Informationen über das Geschehen zusammen. Hier wird darüber entschieden, was zu tun ist. Zwar sind diese Abläufe über Jahrzehnte gelernt, dennoch sind die Situationen auf der Nordschleife unter Umständen schwierig einzuschätzen. Was fehlt ist der direkte Blick auf das Geschehen.

Software übernimmt eine übermenschliche Aufgabe
Diese Ausgangslage könnte sich durch eine umfängliche Digitalisierungsmaßnahme auf der Nordschleife ändern. Ein erster Schritt ist ein Testabschnitt, der seit dem 24h-Rennen im Bereich „Döttinger Höhe“ aktiv ist. Acht Kameras decken den 2,8 Kilometer langen Bereich ab und verschaffen der Streckensicherung einen umfassenden Überblick. Bei der gesamten Nordschleife, die sich durch 20,8 Kilometer Streckenlänge mit vielen Kurven und unübersichtlichen Streckenabschnitten auszeichnet, käme man für eine komplette Überwachung schnell auf 100 Kameras – zusätzlich zu den bereits installierten Kameras rund um die Grand-Prix-Strecke. Den Überblick über alle Signale zu behalten wäre eine schier übermenschliche Aufgabe. Deshalb arbeitet der Nürburgring mit Fujitsu an einer Lösung mit künstlicher Intelligenz (KI).

Training für die künstliche Intelligenz
Für den Praxiseinsatz der neuen Software absolviert die KI im ersten Schritt ein umfassendes Training. Hierbei erlernt sie, verschiedene Bestandteile der Rennstrecke, wie „Fahrbahn“, „Wiese“, „Schotter“, „Leitplanken“ sowie die Fahrzeuge entsprechend einzuordnen. Die KI analysiert dabei ständig, auf welchem Segment sich ein Fahrzeug gerade bewegt. Auch die Differenzierung verschiedener, naturgegebener Abweichungen wie Regen oder Schattenwurf gehört dazu. Zudem werden Besonderheiten wie Ölspuren, Fahrbahnverschmutzungen und andere Gegenstände oder Lebewesen auf der Fahrbahn registriert. Die in Echtzeit erhobenen Daten werden unmittelbar einem System übergeben, das weitere Schritte und Alarmierungen auslösen kann. Hierzu zählen unter anderem automatische Warnungen des nachfolgenden Verkehrs auf LED Panels oder die priorisierte Darstellung des Kamerabildes bei der Streckensicherung. Dieses Training, weitere Tests und die Entwicklung der KI werden gerade auf dem ersten Testabschnitt „Döttinger Höhe“ vorangetrieben. Eine Anwendung auf die gesamte Nordschleife würde den Sicherheitsstandard auf der legendären Rennstrecke in ein neues Zeitalter überführen. Damit dies gelingt arbeiten der Nürburgring und Fujitsu mit ihren jeweiligen Kernkompetenzen Hand in Hand. Im Rennstreckenjargon könnte man sagen: Beide geben Vollgas für mehr Sicherheit.

Statements:

Mirco Markfort, Geschäftsführer der Nürburgring 1927 GmbH & Co. KG
„Wir investieren seit Jahren hohe Summen in die Weiterentwicklung der Sicherheit. Die Nordschleife ist auf dem heutigen Stand so sicher wie nie zuvor. Durch das Engagement mit Fujitsu bringen wir die Sicherheit nicht nur weiter voran sondern machen einen Quantensprung. Wir setzen auf der seit nahezu 100 Jahren bestehenden Nordschleife zum ersten Mal eine digitale Technik ein, die die Sicherheit und die damit verbundenen Mechanismen revolutioniert.“

Jörn Nitschmann, Head of Manufacturing and Automotive Central Europe bei Fujitsu
„Der Nürburgring ist als eine der größten und bekanntesten Locations Deutschlands ein prädestinierter Partner für technikbasierte Lösungen im Event- und Sportbereich. Die Rennstrecke selbst ist einzigartig und genießt weltweit den Ruf, der Prüfstein für die Automobilindustrie zu sein. Der Spruch, `Jeder lobt, was Nürburgring-erprobt´ kommt nicht von ungefähr. Deshalb freuen wir uns, als Digitalisierungspartner dieses wegweisende Projekt mit neuen Technologien voranbringen zu können.“