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Bruder auf der Jagd erschossen

Mechernich, 05.02.2021 – Alle 30 Jahre kommt das Sühnekreuz im Hombusch zwischen Feyermühle und Burgfey in den Medien vor. Zum Beispiel 1928 nach einem großen Waldbrand, als der Mechernicher Heimatforscher Hubert Roggendorf den Fortbestand der Gedenkstätte rettete.

1951 wurde im Heimatkalender des Kreises Schleiden an jenen „Jagdunfall“ erinnert, dem am Hubertustag des Jahres 1678 Dietrich Kessel von Nürburg an dieser Stelle zum Opfer gefallen sein soll. Im gleichen Jahr veröffentlichte Peter Esser im Eifelkalender des Eifelvereins eine sehr romanhafte Schilderung der tragischen Ereignisse.

1990 war es dann der Mechernicher Regionalhistoriker Erich Stoffels, der mit dem im „Kölner Stadt-Anzeiger“ an das Kreuz erinnerte und berichtete, dass der Ritter der Nürburg vermutlich bei seinem Bruder, dem Herrn Gerhard von Bech (Becherhof) in Kommern zur Jagd eingeladen war, als der tödliche Schuss fiel.

Der Herr von Bech selbst soll der mutmaßliche Todesschütze gewesen sein. Ob es tatsächlich ein „Jagdunfall“ gewesen sei, als der er in die Geschichte einging, müsse offenbleiben. Das Kreuz ist inzwischen in die Mechernicher Denkmalliste eingetragen worden und wird auch vom Eifelverein in seinen Wanderrouten und von der Nesselrodeschen Forstverwaltung im Internet ausdrücklich aufgeführt.

Die GPS-Daten

Seine GPS-Koordinaten lauten N 50° 35,400′, O 6° 40,890′. Zurzeit ist das historische Buntstandsteinkreuz kaum vom Weg aus zu sehen und ringsum von Kiefernwald zugewachsen. Forstwirtschaftsmeister Achim und seine Frau Margret Thomé waren dem Mechernicher „Bürgerbrief“ beim Auffinden behilflich.

Der linke Arm des Sandsteinkreuzes ist „abgeschlagen, der Schaft in einen breiten Fuß auslaufend, konkave, zurückversetzte Armstützen am unteren Querbalken, im Kreuzungsfeld eine erhabene Darstellung (Wappenschild?), im Kopf, Arm-Enden und Schaft mit weiteren Einrillungen, Rückseite glatt“, heißt es in einer Denkmalbeschreibung im Internet.

Laienhaft ausgedrückt ist so gut wie nichts mehr auf dem alten Steinkreuz zu erkennen, das der Todesschütze selbst, Herr von Bech, aus Reue und zur Sühne soll errichtet haben. Der Eifelverein weiß unter Berufung auf Dietrich Graf von Nesselrode aus der „Sage“ das folgende zu berichten:

Fete auf dem Becherhof

„Am Hubertustag des Jahres 1678 kam bei einem tragischen Jagdunfall Dietrich Kessel von Nürburg zu Tode. Sein Bruder Gerhard Kessel von Nürburg, Herr zu Bech (= Becherhof bei Kommern), welcher den tödlichen Schuss abgegeben hatte, ließ an der Stelle, wo Dietrich starb, ein steinernes Kreuz errichten.“

Peter Esser hinterließ in einem Eifelkalender Anfang der 50er Jahre eine sehr prosaische Schilderung der Ereignisse, auf die Kreisarchivarin Heike Pütz den Mechernicher „Bürgerbrief“ aufmerksam machte. Der Autor schildert darin die ausgelassenen Erntedank-Feierlichkeiten des Jahres 1678 auf dem Becherhof, zu denen die Untertanen aus der Umgebung eingeladen waren.

Das Fest ging am Hubertustag in eine großangelegte Treibjagd über, bei der die Dörfler von Kommern, Breitenbenden, Burgfey, Katzvey, Schaven und Mechernich als Treiber fungierten, zu der aber auch 17 „Edle“ aus der ganzen Eifel eingeladen waren – unter anderem die Herren von Blankenheim und Schleiden sowie Nideggen und Neuerburg, die Bergbaubetreiber von Mechernich und Wilhelm von Vianden.

Gerhard, der Herr von Bech, führte die Hatz, assistiert von Rainer Gloß, einem Freund und frühen Tapetenfabrikanten aus Bonn, der unter anderem auch Haus Rath, Bech, das Schloss der Arenberger in Schleiden und Patrizierhäuser in Eupen/Malmedy mit dem neuartigen Wandschmuck ausgestattet haben soll.

Geist eines Toten

Peter Esser ergeht sich im Eifelkalender in detailverliebten Schilderungen: „Ein schöner Herbsttag war aufgezogen. Nur etwas Westwind pfiff durch den morgendlichen Wald, der an der Ost- und Südseite bis dicht an den Hof herankam.“

„Zitternde Lichtkringel tanzten über einzelne verstreut liegende Waldweiher, am Ufer des Feybaches wucherten Farn und Schilf und in der Diefenbach bestrafte der Geist eines Toten, den man ungerecht an der Königsstraße zu Lorbach aufgeknüpft hatte, alles Ungerechte“, heißt es.

„Lebhaft zerrten die Hunde an den ledernen Strängen, das Zeichen zum Aufbruch konnte ihre Ungeduld nur noch steigern“, schreibt Esser, als sei er einer der Treiber gewesen, die „vorbei an der »Tausendjährigen« und dem Burgfeyer Hof, der auch zu Bech gehörte, zur Westseite des Hombuschs“ strebten.

„Und bald vermischte sich das Gekläff der Meute mit den im Todeskampf sich windenden Waldtieren und echote wieder an den Hängen des Katzensteins, von dem der Volksmund sagt: »Wer sich auf den Katzenstein flüchtet, dem ergehts wie Noah in der Arche«. Noes Arche soll dort gelandet sein, wie der Volksmund wissen will“.

Mit verletztem Keiler verwechselt?

Die Bewegungs-Drückjagd war längst vorbei, man traf sich am Sammelpunkt oberhalb der Feyermühle, es dämmerte schon, da gewahrte Gerhard, der Herr von Bech, im Halbdunkel plötzlich Bewegung an der alten Landstraße von Mechernich nach Flamersheim, die er laut Peter Esser für einen schwer verletzten angeschossenen Keiler hielt.

Gerhard schoss – und traf seinen jüngeren und „geliebten“ Bruder Dietrich „mitten ins Herz“. An der Stelle, „wo das Blut des toten Bruders das Gras nässte“, ließ er ein Sühnekreuz errichten, wurde aber seines Lebens nicht mehr froh. Er soll den Becherhof und die Eifel verlassen und als klösterlicher Domherr nach Hildesheim gegangen sein.

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Klimagerechter Stadtumbau im Eschweiler-Zentrum: Jetzt sind die Bewohnerinnen und Bewohner gefragt!

Eschweiler, 05.02.2021 – Die klimagerechte und energetische Sanierung des Gebäudebestandes ist ein wichtiger Baustein des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Eschweiler und Teil der Klimaschutzstrategie der Bundesregierung. Da Gebäude für rund ein Drittel aller Treibhausgasemissionen (THG) verantwortlich sind, steckt insbesondere in der Sanierung ein großes Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauchs und damit der Emission von Treibhausgasen.

Um einen Teil dieser Potenziale auch in Eschweiler umzusetzen, wurde die Innovation City Management GmbH (ICM) von der Stadt beauftragt, in den nächsten Monaten ein energetisches Quartierskonzept für das Stadtzentrum von Eschweiler zu entwickeln. Gefördert wird dies durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Mit diesem Konzept sollen unter Berücksichtigung städtebaulicher, denkmalpflegerischer, baukultureller, wohnungswirtschaftlicher, demografischer und sozialer Aspekte die gebäudespezifischen Energieeinsparpotenziale im Quartier aufgezeigt sowie konkrete Maßnahmen zur Emissionsreduzierung definiert werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der energetischen Sanierung privater Wohngebäude.

Mit einer kurzen Online-Befragung der im Quartier lebenden Bürger*innen sowie der Eigentümer*innen der Wohngebäude sollen hilfreiche Informationen zu den Wohngebäuden im Stadtzentrum Eschweilers zusammengetragen sowie Ideen und Anregungen für den Stadtteil aufgenommen werden. Zusätzlich können sich die Eigentümer*innen um eine kostenlose Gebäudeanalyse ihrer Immobilie bewerben. Im Zuge dieser Analyse erstellt ein Energieberater der ICM einen ausführlichen, individuellen Gebäudesteckbrief, der auch geeignete Modernisierungsmaßnahmen beinhaltet. Unter allen Teilnehmer*innen verlost die Stadt fünf Gutscheine für die Eschweiler Gastronomie im Wert von je 50 Euro.

Stadtumbau nur gemeinsam umsetzbar

„Die aus Klimaschutzgründen erforderliche energetische Sanierung von Gebäu-den ist trotz massiver Förderungen kein Selbstläufer. Mit diesem Quartiersprojekt wollen wir aufzeigen, welche Potenziale es gibt und wie diese auch aus wirtschaftlichen Gründen umgesetzt werden können. Dies kann aber nur gemeinsam mit den Bewohnern*innen und Eigentümer*innen der Gebäude geschehen“, erklärt Bürgermeisterin Nadine Leonhardt. „Deshalb benötigen wir das Expertenwissen und die Lebenserfahrung der Menschen, die im Projektgebiet leben und arbeiten.“

Bis zum 12. März 2021 können alle Bewohner*innen und Eigentümer*innen einen Online-Fragebogen ausfüllen. BM Nadine Leonhardt: „So hat jeder die Möglichkeit, sich aktiv an der Konzepterstellung zu beteiligen und kann dabei sogar noch etwas gewinnen.“

Sowohl Eigentümer als auch Mieter gefragt

„Alle Bewohner*Innen des Quartiers sollen die Chance bekommen, sich in den Prozess einzubringen. Für uns ist es relevant zu wissen, welche Themen des alltäglichen Lebens im Quartier Eschweiler-Zentrum besonders wichtig sind, damit sie in das Konzept einfließen können“, erklärt Kamil Folta, Projektleiter der ICM. Darüber hinaus wünscht sich Folta Hinweise von den Gebäudeeigentümern*innen, welche Unterstützung sie bei einer energetischen Modernisierung ihrer Häuser bzw. beim Energiesparen benötigen. In der Befragung werden neben allgemeinen Informationen auch Daten zu den bewohnten Gebäuden und dem Stadtteil erhoben sowie spezielle Fragen für Gebäudeeigentümer*innen und Bewohner*innen gestellt.

Die erhobenen Daten werden ausschließlich zur Erstellung des Konzeptes verwendet. Sie gehen bei der ICM ein, werden anonym behandelt und nach der Fertigstellung des Konzeptes gelöscht.
An der Online-Befragung können Bewohner*innen und Gebäudeeigentümer*innen bis zum 12. März 2021 über die Internetseite www.eschweiler.de/InnovationCity teilnehmen.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Fragebogen bei Annika Wolf von der ICM telefonisch unter 0157 8512212 oder via E-Mail an annika.wolf@icm.de kostenlos anzufordern.
Alle wichtigen Informationen zur Konzeptentwicklung und dem Quartier finden sich unter www.eschweiler.de/InnovationCity

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Zauberschlüssel für die gesamte Region Eifel

Daun, 04.02.2021 – Am Mittwoch, den 03.02.2021, besuchte Prof. Dr. h.c. Ziegler, Gründer und Initiator der sehr erfolgreichen Junior Uni Wuppertal, die LEPPER Stiftung in Daun.

Es wurden weitere Gespräche über die verschiedensten Kooperationsmöglichkeiten zwischen der Junior Uni Wuppertal, die eine außerordentliche Strahlkraft über das gesamte bergische Land hinaus besitzt, und der Junior Uni Daun, die schnellstmöglich auf dem Gelände der ehemaligen Brotfabrik in Daun aufgebaut werden soll, geführt.

Die Vorstands- und die Kuratoriumsmitglieder der LEPPER Stiftung sind sehr erfreut über die Kooperation mit der Wuppertaler Junior Uni. Es wird sicherlich noch viele weitere gute Kooperationsgespräche geben.

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Auf Eifeler war wieder Verlass

Kall, 04.02.2021 – Wegen zahlreichen corona-bedingten Absagen von Veranstaltungen zugunsten der Hilfsgruppe Eifel versiegten der Kaller Kinderkrebshilfe im vergangenen Jahr mehrere Einnahmequellen. Vor allem die Absage der legendären Oldienacht und des großen Familienfestes sowie der Ausfall mehrerer Konzerte und des Lorbacher Oktoberfestes machten sich negativ bemerkbar. Und auch für das junge Jahr 2021 wurden Veranstaltungen wie das traditionelle Neujahrskonzert des Landespolizeiorchesters bereits abgesagt.

Rewe-Marktleiter Sven Anstoß ist seiner Kundschaft für deren Spendenfreudigkeit dankbar. Im Dreimonats-Rhythmus kann Willi Greuel die vollen Spendendosen im Markt gegen leere eintauschen. Foto: Reiner Züll

Dennoch hatte sich die Hilfsgruppe im vergangenen Jahr trotz Corona und Geschäftsschließungen auf die Spendenbereitschaft der Eifeler Bevölkerung und vieler Firmen verlassen können. Vorsitzender Willi Greuel: „Privatleute, Firmen und Vereine haben viele tolle Ideen entwickelt, um uns in dieser veranstaltungslosen Zeit zu unterstützen.“ Der Hilfsgruppe seien recht kuriose Spenden zugutegekommen: So duschte der Weilerswister Laufsportler Timo Pfannenschmidt eiskalt und spendete für die Gesamtdauer einen Betrag. Die Bäckerei Zimmer in Sistig verzichtete auf die Senkung der Mehrwertsteuer, wollte dadurch aber nicht verdienen, sondern spendete die Differenz zwischen normaler und gesenkter Mehrwertsteuer.

In den ersten Tagen des neuen Jahres war Willi Greuel viel unterwegs, um mit Abstand und Maske Spenden entgegenzunehmen. In Kall übergaben Apotheker Jürgen Lutsch, der Inhaber der Linda-Apotheke, und dessen Mitarbeiterin Jutta Großmann einen Betrag von 1000 Euro. „Unsere Mitarbeiterinnen hatten die Idee, sich vor Weihnachten nicht gegenseitig zu beschenken und stattdessen Geld an die Hilfsgruppe zu spenden“, berichtete Jürgen Lutsch nicht ohne Stolz von dem Engagement seiner 18 Mitarbeiterinnen. Der Apotheker kündigte weitere Aktionen zugunsten der vor 28 Jahren in Kall gegründeten Hilfsgruppe an.

Im Rewe-Center in Kall konnten Willi Greuel und Paul Schneider einen Spendenscheck über 3000 Euro entgegennehmen. Anna Pauly, seit dem Frühjahr letzten Jahres Inhaberin des Marktes, will damit die Tradition des ehemaligen Marktmanagers Rudi Hannes fortsetzen, die Hilfsgruppe Eifel zu unterstützen. „Es ist bisher gut gelaufen, ich wollte der Hilfsgruppe davon etwas abgeben“, so Anna Pauly bei der Übergabe des Schecks.

 

Leergut-Aktion im Rewe Kall

Leider habe wegen der Corona-Krise die obligatorische und seit vielen Jahren beliebte Rewe-Weihnachts-Verlosung nicht stattfinden können. Sie werde in diesem Jahr wieder vor Weihnachten durchgeführt. Seit dem Sommer werden im Kaller Rewe-Center an den Leergutautomaten Pfandbons zugunsten der Hilfsgruppe gesammelt. Statt die Gutscheine an der Kasse einzulösen, können Kunden die Bons in eine Spendenbox werfen. Schon über 1000 Euro aus dieser Aktion habe man der Hilfsgruppe zukommen lassen, so Anna Pauly: „Dafür sind wir unserer Kundschaft sehr dankbar.“

Willi Greuel berichtete, dass das Geld für die Finanzierung der Inneneinrichtung des neuen Familienhauses am Eltern-Kind-Zentrum der Uniklinik verwendet werde. In Kooperation mit dem Möbelhaus Brucker unterstütze die Hilfsgruppe die Einrichtung von 42 Elternzimmer mit 130.000 Euro. Greuel: „Das können wir nur, wenn wir treue Unterstützer haben.“

Einen ganzen Einkaufskorb mit gefüllten Hilfsgruppen-Spendendosen nahm Willi Greuel auch im Mechernicher Rewe-Markt in Empfang. Dort unterstützt Marktleiter Sven Abstoß die Hilfsgruppe seit zehn Jahren mit diversen Aktionen. „Wir bitten die Kunden, beim Einkauf etwas Gutes zu tun“, verrät der Marktleiter sein Erfolgsrezept, das der Hilfsgruppe jedes Jahr rund 3000 Euro einbringt. „Den größten Anteil am Spendenerfolg im Markt haben natürlich unsere Kunden“, so Abstoß bei der Übergabe von acht prallgefüllten Spendendosen.

Zu treuen Unterstützern der Hilfsgruppe zählt der im Roggendorfer Autohaus Hück ansässige Renault-Oldie-Club (ROC) Eifel mit seinem Vorsitzenden Jörn Hück. Seit vielen Jahren veranstaltet der Club im Juni ein Treffen von Renault-Oldtimern, das sich weit über die Grenzen des Rheinlandes hinweg großer Beliebtheit erfreut.

Wegen der Corona-Pandemie konnte das Treffen dieses Mal nicht stattfinden. An die Hilfsgruppe spenden wollte der Club dennoch. Es wurde die Idee geboren, bei Facebook eine Challenge zu eröffnen. Die Aufgabe, so Hück: „Wenn die Besucher der Facebook-Seite es schaffen, 100 Bilder ihrer Renault-Oldies zu posten, spendet der ROC Eifel 250 Euro an die Hilfsgruppe.“ Die Resonanz sei riesig gewesen. „Bei 200 Autos habe ich aufgehört zu zählen“, so der Clubvorsitzende.

 

Spende auch ohne Oldie-Treffen

Außerdem habe er Besucher der vergangenen Treffen über Facebook aufgerufen, auch ohne Oldie-Treffen zu spenden. Dadurch seien weitere 190 Euro zusammengekommen. In eine Spendendose des Autohauses hatten Kunden einen Betrag von 152,02 Euro eingeworfen, sodass Jörn Hück einen Gesamtbeitrag von 597,02 Euro an die Hilfsgruppe übergeben konnte.

„Ich finde, dass man sich auf die Eifeler verlassen kann“, meinte Jörn Hück, als er die Spende corona-gerecht an einem Zollstock als Abstandshalter an Hilfsgruppen-Chef Willi Greuel überreichte. Man sei guter Hoffnung, dass das Oldie-Treffen in diesem Jahr wieder stattfinden könne, waren sich Jörn Hück und Willi Greuel einig.

Im vergangenen Jahr, so Willi Greuel, sei der Dezember wieder der Monat mit dem höchsten Spendenaufkommen gewesen. Privatleute und vor allem Firmen aus der Region hätten der Hilfsgruppe im Vorfeld des Weihnachtsfestes und dem Jahreswechsel Spenden von über 102.000 Euro zukommen lassen.

Die Gesamtspendensumme von rund 349.000 Euro im Jahr 2020 ist zwar um rund 70.000 Euro niedriger als im Vorjahr, durch Corona sanken aber auch die Ausgaben der Hilfsgruppe, weil viele Therapien der Hilfsgruppen-Schützlinge nicht stattfinden konnten und auch die große Ferienmaßnahme der Kaller St.-Nikolaus-Förderschule an der Nordsee ausgefallen ist.

Wie Willi Greuel versichert, ist die Finanzlage der Hilfsgruppe weiterhin stabil, sodass sie allen festen Verpflichtungen problemlos nachkommen kann. Sie werde sogar die versprochene Unterstützung von 100.000 Euro für die Einrichtung der 42 Elternzimmer im neuen Familienhaus am Eltern-Kind-Zentrum der Uni-Klinik Bonn auf dem Venusberg auf 130.000 Euro aufstocken. Mit einem weiteren hohen Betrag werde man im Frühjahr die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zur Finanzierung von Typisierungs-Aktionen unterstützen.

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Digitalisierung der städtischen Schulen in Bad Münstereifel

Bad Münstereifel, 04.02.2021 – Am 26.01.2021 hat die Stadt Bad Münstereifel Laptops für die Lehrkräfte sowie für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen in Bad Münstereifel erhalten.

Die Geräte für die Schülerinnen und Schüler werden in der Zeit der Pandemie und der Notwendigkeit zum Distanzunterricht leihweise an Kinder und Jugendliche mit Bedarf zum Ausgleich sozialer Ungleichgewichte, die in ihrer häuslichen Situation nicht auf bestehende technische Geräte zurückgreifen können, verteilt.

Nachdem in der vorherigen Woche die Laptops an das St. Michael-Gymnasium ausgehändigt wurden, konnte Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian nun auch der Schulleiterin der Städtischen Realschule, Andrea Cosman, ihrer Stellvertreterin, Dr. Stefanie Kump, und dem Leiter der Friedrich-Haass-

Hauptschule, Viktor Fröse, im Schulzentrum, Trierer Straße, Bad Münstereifel, die neuen Laptops überreichen.

Andrea Cosman, Dr. Stefanie Kump und Viktor Fröse freuten sich sehr über die neuen Geräte. „Damit machen unsere Schulen einen großen Schritt in Richtung digitaler Unterricht“, sagten sie einvernehmlich.

Der digitale Unterricht laufe mittlerweile  gut und die Schulen erreichen positives Feedback von Eltern und Schülerinnen und Schülern gleichermaßen. Auch für die Zeit nach der Pandemie haben die beiden Schulen schon Konzepte entwickelt, wie die neuen Geräte bestmöglich genutzt werden können.

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In den Grundschulen in Kall und Sistig werden derzeit wegen des Lockdowns rund 50 der mehr als 400 Kinder pädagogisch und sozial betreut

Kall/Sistig, 04.02.2021 – „Zur Verringerung von Infektionsrisiken bezogen auf das SARS-CoV-2-Virus sind die schulische und – nach Zulassung durch den Schulträger – die außerschulische Nutzung von öffentlichen Schulen […]“ momentan bis auf wenige Ausnahmen untersagt. So heißt es – abgekürzt – in der Corona-Betreuungsverordnung, die seit dem 11. Januar gültig ist.

Das gilt natürlich auch für die beiden Grundschulen im Kaller Gemeindegebiet, also in Kall selbst und in Sistig. Erlaubt sind deshalb momentan nur unter bestimmten Voraussetzungen die pädagogische Betreuung am Vormittag und die soziale Betreuung durch den Offenen Ganztag am Nachmittag. Der „Rundblick Kall“ hat mit den Schulleitungen gesprochen, wie Distanzunterricht und Betreuung funktionieren.

Grundschule Sistig

In Sistig werden momentan elf Kinder betreut – von eigentlich 154. „Das ist keine Notbetreuung wie im ersten Lockdown, als nur Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, gegen Bescheinigung ihres Arbeitgebers ihre Kinder bringen durften. Wir haben jetzt eine pädagogische und eine soziale Betreuung“, erklärt Schulleiterin Heike Alfeis. Das Lehrpersonal betreut bis 12 Uhr, dann übernimmt das Personal des Offenen Ganztags.

Auch in Sistig findet momentan kein Unterricht statt. Stattdessen erledigen die Kinder in der Schule und zu Hause die gleichen Aufgaben. Das Lehrpersonal begleitet die Kinder dabei, entweder vor Ort oder von zu Hause.

Ursprünglich sollten die Arbeitspläne über die Klassenpadlets verteilt werden. Dabei handelt es sich um eine digitale Pinnwand, die über den Internet-Browser oder eine App abgerufen werden kann. Alle Eltern hatten einen Zugang. Aber direkt am ersten Homeschooling-Tag war das Padlet-System, das nicht nur von der Grundschule Sistig genutzt wird, überlastet. „Wir haben dann schnell die Arbeitspläne per E-Mail versendet“, berichtet Heike Alfeis. Die kommenden Pläne werden deshalb zusätzlich ausgedruckt und den Arbeitsmaterialen, die montags von den Eltern abgeholt werden, beigelegt. „Jede einzelne Stunde wird abgebildet. So finden die Kinder Musikdateien ebenso auf ihrem Klassen-Padlet wie Dateien für das Fach Englisch“, erklärt die Sistiger Schulleiterin.

Ein besonderes Lob spricht Heike Alfeis zuvorderst den Eltern aus, die oft neben Homeoffice nun auch noch Homeschooling betreiben. Aber auch das Lehrpersonal habe ein großes Pensum zu bewältigen. „Wir haben erst donnerstags erfahren, wie es nach den Ferien weitergehen wird. Deswegen haben alle Lehrerinnen und Lehrer donnerstags und freitags, teilweise auch samstags und sonntags, daran gearbeitet, dass die Kinder montags starten können. Es macht aber Freude, zu sehen, wie das Team funktioniert.“

Wie auch in Kall sucht das Lehrpersonal den Kontakt zu den Kindern und den Eltern zu Hause. Zweimal pro Woche telefonieren die Lehrkräfte mit den Eltern. Ein bis zwei Videokonferenzen pro Woche gibt es mit den Klassen, an denen 70 bis 90 Prozent der Schüler auch teilnehmen.

Haben Eltern keine technischen Möglichkeiten für Videokonferenzen, hat die Grundschule Sistig mit Schul-iPads ausgeholfen. Denn auch viele Aufgaben sind über Apps zu lösen. Die Lehrerinnen und Lehrer nutzen übrigens ihre Privatgeräte: Die zugesagten Notebooks für Lehrer sind zwar bestellt, aber wegen Lieferengpässen noch nicht verfügbar.

Wichtig ist Heike Alfeis auch: Die Videokonferenzen sind kein Unterricht, sondern dienen als „Gesprächskreis“ dem sozialen Kontakt. „Den Kindern tut es gut, wenn sie die Stimmen ihrer Klassenkameraden hören.“ Im Schulgebäude ist es dafür momentan ungewöhnlich still, was Heike Alfeis betrübt: „Das Gebäude braucht die Kinder, denn die Schule lebt vom sozialen Miteinander.“

Grundschule Kall

Eigentlich sollte der 11. Januar der erste echte Schultag im neuen Schulgebäude werden, auf den sich sowohl das Lehrerkollegium als auch die Schüler gefreut haben. Stattdessen sind 220 der rund 260 Schüler zu Hause. „Eine feierliche Begrüßung aller Kinder muss leider noch auf sich warten lassen“, sagt Schulleiterin Marianne Rütt.

Nun starten im „neuen“ Grundschulgebäude vorerst etwas mehr als 40 Kinder, die verteilt über die Woche in die Betreuung gehen. Bewusst habe man an die Eltern appelliert, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

In Absprache mit den jeweiligen Klassenlehrern holen die Eltern Lernmaterialien ihrer Kinder im Foyer ab oder bekommen sie per E-Mail zugeschickt. Die Abgabe erfolgt auf dem gleichen Weg. Für jedes Kind gibt es individualisierte Aufgaben. „Die Bildungsschere ist groß. Im Präsenzunterricht fordern und fördern wir die Kinder individuell, und dementsprechend bereiten die Lehrkräfte auch die Materialien für das Distanzlernen vor, sodass jedes Kind in der Lage ist, seine Aufträge bestmöglich selbstständig zu erledigen“, sagt Rütt.

Die Klassenlehrerinnen bieten zudem Sprechzeiten an, um mit Eltern und Kindern in direktem Kontakt stehen zu können. Das komplette Kollegium ist im Einsatz, teils von zu Hause aus, reihum kommen sie aber auch in die Schule, um die pädagogische Betreuung zu gewährleisten.

Die stellvertretende Schulleiterin Claudia Zens ergänzt: „Kinder und Eltern können auch die Probleme, die sie mit dem Distanzunterricht haben, schildern.“ Außerdem hat die Grundschule Kall eine „Nummer gegen Kummer“, ein Sorgentelefon, für Eltern und Kinder eingerichtet, das auch schon ab dem ersten Tag genutzt wurde. „In diesen belastenden Zeiten ist es wichtig, ein offenes Ohr zu haben“, sagt Marianne Rütt.

Hinzu kommt von vielen Klassenlehrerinnen das Angebot, Videokonferenzen mit den Schülern zu halten. Weil das aus technischen Gründen nicht bei allen Kindern möglich ist, werden zurzeit noch keine Unterrichtsinhalte vermittelt. Es geht eher um das soziale Wohlbefinden. Kinder sehen ihre Lehrerin und die Mitschüler.

Die Betreuung bis 15 Uhr am Nachmittag erfolgt von den Erzieherinnen der Ogata (Offener Ganztag). „Das ist bewusst als Ausklang des Tages gedacht, da sollen keine Schulaufgaben mehr gemacht werden“, sagt Ogata-Leiterin Ursula Möres.

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Dienstjubiläen bei der Kreisstadt Euskirchen

Euskirchen, 04.02.2021 – Kürzlich feierten Inken Hohmann, Heike Morgenstern-Lob und Elmar Müller ihr 25jähriges Dienstjubiläum bei der Kreisstadt Euskirchen. Inken Hohmann begann am 1.1.1996 ihre Tätigkeit als Ergänzungskraft in der Kindertagesstätte Frauenberg. Im Dezember 1999 wechselte sie in die Kita Gottfried-Disse-Straße. Weitere Stationen hatte sie ab 2004 erneut in der Kita Frauenberg und ab 2009 in der Kita Flamersheim, wo sie 2014 eine Stelle als Fachkraft übernahm. 2016 wurde sie zur ständigen Vertretung der Kitaleitung in der Kita Palmersheim. Seit Mai 2020 arbeitet sie in der Kita Gottfried-Disse-Straße.

Heike Morgenstern-Lob wurde am 1.1.1997 als Gruppenleitung in der Kindertageseinrichtung Gottfried-Disse-Straße bei der Kreisstadt Euskirchen eingestellt. Im April 1997 wurde sie Gruppenleitung in der Kita Stotzheim. 2010 wechselte sie als Fachkraft zur Kita Nahestraße und 2014 zur Kita Kleinbüllesheim, wo sie aktuell immer noch tätig ist.

Elmar Müller wurde am 1. Januar 1996 als Wirtschaftsförderer bei der Kreisstadt im damaligen Liegenschaftsamt eingestellt.  2010 wurde die Wirtschaftsförderung dem Fachbereich 1 – Allgemeine Verwaltung zugeordnet. Neben seinen Aufgaben für die städtische Wirtschaftsförderung betreutet er die Geschäftsstelle der LEP AöR.

Bürgermeister Sacha Reichelt ehrte die Jubilare für ihre bisherige Arbeit und verband dies mit den besten Wünschen für die Zukunft.

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Neuer digitaler Service für Jagdpächter und Jäger – Untersuchungs-Ergebnisse online abrufbar

Ahrweiler, 04.02.2021 – Seit dem 1. Februar haben Jäger im Kreis Ahrweiler die Möglichkeit, die Ergebnisse der Trichinenuntersuchungen von Wildbret vorab online abzurufen. Darauf macht die Kreisverwaltung Ahrweiler aufmerksam. Trichinen sind Fadenwürmer, die als Parasiten unter anderem Schwarzwild und Dachse befallen.

Die Untersuchungen der eingereichten Proben erfolgt im Labor jeweils montags, dienstags oder donnerstags – durch Feiertage kann es zu Verschiebungen kommen. Das Ergebnis der Trichinenuntersuchung wird spätestens am darauffolgenden Tag auf der Internetseite der Kreisverwaltung unter www.kreis-ahrweiler.de/trichinenprobe.php eingestellt. Um das Ergebnis abzurufen, muss die auf dem Wildursprungsschein für Untersuchungen auf Trichinen angegebene individuelle Wildmarkennummer eingegeben werden.

Die Untersuchung auf Trichinen ist im Sinne der Lebensmittelsicherheit unverzichtbar. Bis zum Vorliegen des negativen Untersuchungsergebnisses ist Wildbret vom Wildschwein nicht für den menschlichen Verzehr freigegeben und darf das Kreisgebiet nicht verlassen.

Weitere Informationen zur Online-Abfrage beantwortet das Kreisveterinäramt per E-Mail an vetamt@kreis-ahrweiler.de oder telefonisch unter 02641/975-203.

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Neukonzeption Suermondt-Ludwig-Museum Aachen

Aachen, 04.02.2021 – Seit Frühjahr 2019 ist das Suermondt-Ludwig-Museum Aachen (SLM) schon geschlossen. Erst wurde eine neue Klimaanlage eingebaut, dann kam Corona. Die große Dürer-Ausstellung wurde vorsorglich auf Sommer 2021 verschoben. Aber wie ist der aktuelle Stand der Dinge im Haus? Um der Öffentlichkeit wenigstens einen kleinen Einblick zu gewähren, hat heute Kulturdezernentin Susanne Schwier die Medien und Aachens Erste Bürgerin, Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, zu einer Zoom-Konferenz eingeladen. Michael Rief, Kustos der Städtischen Sammlung und Stellvertretender Direktor des SLM, beantwortete Fachfragen zur Neukonzeption.

Das Team des Museums hat die Schauräume im ersten und zweiten Obergeschoss neu inszeniert. Foto: Stadt Aachen / Anne Gold

Warum die Betonung auf „Erste Bürgerin der Stadt“ liegt? „Das Besondere an der Geschichte des Suermondt-Ludwig-Museums ist: Es ist ein Haus, das für bürgerschaftliches Engagement steht“, sagt Sibylle Keupen. „Von Beginn an haben Bürgerinnen und Bürger Kunstwerke oder gar ganze Sammlungen gestiftet. Speziell im 19. Jahrhundert sammelte man von der Mumie bis zum Ölgemälde alles, um die Welt in ihrer Gesamtheit zu zeigen. So ist das Haus bis heute zu einem der größten kommunalen Museen in Deutschland gewachsen. Mir ist das Gestalten der Stadt gemeinsam mit der Bürgerschaft sehr wichtig, daher bin ich der Einladung heute sehr gerne gefolgt.“

Susanne Schwier rekapitulierte die Baumaßnahmen: „Herzstück war natürlich der Einbau der neuen Klimaanlage, der für die Umsetzung der Dürer-Ausstellung unumgänglich war. Naturgemäß sieht man davon nicht viel. Aber ich garantiere: Sie läuft perfekt“, so Schwier. Aber man habe auch die Gelegenheit genutzt, um zum Beispiel Undichtigkeiten am Dach zu reparieren und die Holzböden aufzuarbeiten. „Überraschend ist auch die frische, verschieden helle Farbigkeit der Wände, das wirkt sehr zeitgemäß und lässt die wertvollen Exponate erstrahlen“, sagte Susanne Schwier.

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Dreyer/Bätzing-Lichtenthäler: Impfplan Rheinland-Pfalz für Februar – 200.000 Erstimpfungen bis Ende Februar – alle Zweitimpfungen gesichert

Region/Mainz, 04.02.2021 – „Auch nach dem Impfstoff-Gipfel vom Montag gibt es bisher keine neuen Impfstoffzusagen über den 22. Februar hinaus. Trotzdem haben wir gerade aufgrund der sehr positiven und zuversichtlichen Ankündigen von BioNTech mehr Klarheit darüber, welche Mengen wir in diesem Monat erwarten können. Damit können wir beim Impfen auch wieder Fahrt aufnehmen“, sagten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Rheinland-Pfalz hatte sich für den Impfstoff-Gipfel stark gemacht, weil nur mit Liefersicherheit ein verlässliches Terminmanagement möglich sei. Als direkte Folge hat die Landesregierung nun ihre Impfplanung für die kommenden Wochen angepasst und für die zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen optimiert. „Es bleibt dabei, dass in Rheinland-Pfalz alle Zweitimpfungen gesichert sind. Auch die wegen der Lieferengpässe verschobenen rund 30.000 Erstimpfungen in den Impfzentren können wie geplant vom 17. Februar an nachgeholt werden“, bekräftigten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Es sei das Ziel, bis Ende Februar 200.000 Erstimpfungen zu spritzen.

„Auch, wenn nun klargeworden ist, dass wir leider bis zum 1. März keine wesentlichen neuen Impfstoffmengen erhalten werden, blicken wir hoffnungsfroh in die Zukunft. Die Impfstoff-Produzenten haben plausibel dargelegt, wie sie die Impfstoffproduktion noch steigern können. BioNTech hat zum Beispiel vorgestellt, dass sie ein Produktionsnetzwerk mit mehr als einem Dutzend Kooperationen in Europa aufbauen. Weitere Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung, so dass wir ab dem zweiten Quartal deutlich mehr Impfstoff bekommen werden“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie werde deshalb Landräte, Oberbürgermeister, DRK, niedergelassene Ärzte und die Impfdokumentation zu einer „Impfkonferenz RLP“ einladen, um die extrem herausfordernde Logistik miteinander zu besprechen. Rheinland-Pfalz habe bereits bewiesen, dass es einerseits flexibel auf kurzfristige Veränderungen reagiert, andererseits den Menschen schnell und verlässlich den schützenden „Piks“ ermöglichen könne. „Mit den größeren Impfstoffmengen werden wir ab April deutlich mehr Impfberechtigten eine Corona-Schutzimpfung anbieten können“, sagte die Ministerpräsidentin.

Konkret will Rheinland-Pfalz dafür wie folgt vorgehen: Von den schätzungsweise rund 420.000 Personen im Land, die unter die höchste Priorisierungsstufe der Bundesimpfverordnung fallen, haben bereits mehr als 142.000 ihre Erstimpfung erhalten. Weitere rund 30.000 Personen haben schon einen Termin dafür nach dem 17. Februar. Hinzu kommen etwa 130.000 Personen aus dem Terminpool, die zum jetzigen Zeitpunkt für einen Erstimpfungstermin bereits registriert sind.

Impfberechtigte bis 65 Jahre bekommen Angebot noch im Februar

Für Impfberechtigte, die nicht älter als 65 Jahre sind, steht jetzt als Impfstoff das neu zugelassene Vakzin von AstraZeneca bereit. Das betrifft 22.000 der 130.000 Registrierten aus dem Terminpool, die eine berufliche Indikation haben. Ebenfalls noch im Februar sollen darüber hinaus die Krankenhäuser mitteilen können, wieviel Impfstoff sie für die rund 10.000 Mitarbeitenden, die zur höchstpriorisierten Gruppe gehören, benötigen „Diese Personen können jetzt alle ein Impfangebot mit einem Termin noch im Februar erhalten. Wir impfen sieben Tage die Woche, also auch am Wochenende“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Ab dem 1. März sollen alle übrigen bereits registrierten Personen ihren Impftermin erhalten. Ebenfalls vom 1. März an soll es außerdem Impfangebote für alle in Rheinland-Pfalz niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte inklusive der Coronapraxen sowie für alle Zahnärztinnen und Zahnärzte geben.

Beim Impfen in Heimen ist Rheinland-Pfalz in der Spitzengruppe

Die Anzahl der Alten- und Pflegeeinrichtungen, in denen bereits geimpft wurde, unterscheidet sich stark von Bundesland zu Bundesland. Laut Ärzteblatt liegt der Anteil in Baden-Württemberg bei 42 Prozent, in Hessen bei 64 Prozent und in Rheinland-Pfalz bei 90 Prozent. „Rheinland-Pfalz ist bei den Impfungen weiterhin auf einem sehr guten Weg“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Das zeigt sich auch an der hohen Quote von Erstimpfungen in der besonders vulnerablen Gruppe der Menschen in den Pflegeeinrichtungen. Von insgesamt 474 Einrichtungen im Land haben nahezu alle ihre Erstimpfungen erhalten, geimpft wurden dort mehr als 80 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sowie knapp 70 Prozent der Mitarbeitenden. Das ist ein toller Erfolg.“