Meckenheim – Engagierte Bürgerinnen und Bürger erwecken Stadtgeschichte zum Leben. Meckenheim war einmal von einer Stadtmauer und zwei Gräben umgeben und durch das Ober- und Niedertor gesichert. Aufschluss über die spannende Geschichte der Apfelstadt gibt eine neue Informationstafel auf der Hauptstraße, Höhe ehemaliges Obertor. Deren Aufstellung geht auf die Initiative und Finanzierung von Meckenheimer Bürgerinnen und Bürgern zurück, die auf der Tafel namentlich erwähnt werden. Stadtarchivar Andreas Jüngling brachte sich inhaltlich ein, bevor das Team des städtischen Baubetriebshofes die Infotafel installierte. Gemeinsam mit den engagierten Akteuren hat Bürgermeister Holger Jung die Infotafel enthüllt.
„Für viele Einheimische und Gäste liegt die Historie unserer Stadt im Verborgenen. Die Infotafel fördert längst Vergessenes zu Tage und vergegenwärtigt uns Stadtmauer und Obertor“, erklärte der Bürgermeister anlässlich der Einweihung. „So manche bauliche Anordnung und so mancher Straßenverlauf der heutigen Zeit lassen sich anschaulich zurückverfolgen und damit erklären“, ergänzte Jung. Er dankt allen am Projekt Beteiligten herzlich, vor allem jenen Bürgerinnen und Bürgern, die durch ihre Initiative und ihren finanziellen Beitrag zum guten Gelingen beigetragen haben. „Erst durch sie wurde es möglich, Stadtgeschichte genau dort wieder zum Leben zu erwecken, wo sie einmal geschrieben wurde: Rund um den Standort des ehemaligen Obertores.“
Das Projekt geht auf den Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern zurück, die sich über ihr politisches Engagement in der UWG hinaus für Meckenheim einbringen. Für Hans-Erich Jonen, Vorsitzender des Stadtverbandes, „ist die Tafel ein Beitrag, die Altstadt attraktiver zu machen.“ Zusammen mit dem Bürgermeister sowie weiteren Initiatoren übergab er sie „froh und stolz“ der Öffentlichkeit.
Durch das Schild machen interessierte Bürgerinnen und Bürger einen beträchtlichen Zeitsprung. Sie tauchen ab in das Meckenheim des 19. Jahrhunderts, als sich die Untere Straße und Obere Straße analog zum Verlauf der heutigen Hauptstraße von Norden nach Süden verlaufend durch die Stadt zogen und die beiden Tore miteinander verbanden.
Die Informationstafel setzt sich aus Texten und einer Karte zusammen. Damals ergab die Form der gesicherten Stadt ein durch den Mühlbach leicht eingedrücktes Rechteck. Auffällig ist die rechtwinklige Anlage des nördlichen Stadtteils, die auf die Neugestaltung nach dem großen Brand von 1787 zurückgeht. Neben der Stadtmauer beschreibt der Text das Obertor, bis 1832 Bestandteil der Meckenheimer Stadtbefestigung.
