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Gemeinsamer Appell anlässlich der Corona-Krise

Eifelregion/Weiler/Daun, 19.11.2020 – Mit diesem gemeinsamen Appell wenden sich die Vertreter großer gesellschaftlicher Bereiche an die Politik im Bund und in den Ländern: Für Solidarität in der Pandemie, aber auch für stärkere Partizipation der Zivilgesellschaft. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Evangelische Kirche Deutschlands, die Deutsche Bischofskonferenz, der Koordinationsrat der Muslime und der Zentralrat der Juden, der Deutsche Kulturrat und der Deutsche Naturschutzring fordern gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund: Das Gespräch suchen, für Akzeptanz werben, Solidarität üben.

Die Eifelschau schließt sich diesem Appell der „Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt“ anlässlich der Corona-Krise an.

Die Corona-Pandemie und ihre Bewältigung sind für die Menschen in Deutschland und weltweit eine schwere Belastung. Seit dem Ausbruch der Krise haben Gesellschaft und Politik in unserem Land Vieles richtig gemacht. Die Verbreitung des Virus konnte zunächst verlangsamt werden. Eine Überlastung unseres Gesundheitssystems wurde bisher verhindert. Die wirtschaftlichen und sozialen Folgeschäden konnten bislang in Grenzen gehalten werden. Seit Oktober sind die Infektionszahlen wieder stark angestiegen. Wenn wir das aktuelle Pandemiegeschehen nicht rasch in den Griff bekommen, sind die Risiken erheblich: für die Gesundheit und das Leben vieler Menschen, ihre wirtschaftliche Existenz, aber auch für das gesellschaftliche Miteinander. Eine große Mehrheit in unserem Land trägt das entschlossene Handeln der Politik mit. Auch der Grundsatz, dass jede und jeder Einzelne Verantwortung für den anderen übernehmen muss, trifft weiterhin auf breite Zustimmung. Gleichzeitig sinkt jedoch die Akzeptanz für pauschale Antworten. Zunehmend besteht die Herausforderung darin, differenzierte Lösungen zu finden, die auch auf längere Sicht verstanden und akzeptiert werden. Dies setzt eine lebendige demokratische Auseinandersetzung und einen offenen gesellschaftlichen Diskurs voraus.

Politik und Gesellschaft sind gemeinsam gefordert, neue Räume für die Debatte, für Kritik und konstruktive Vorschläge zu eröffnen. Wir alle stehen in der Verantwortung, Menschenleben zu schützen und jenen beizustehen, die unter der Pandemie besonders leiden. Gemeinsam wird es den Menschen in unserem Land gelingen, die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Folgen der Krise mit Solidarität aufzufangen.

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Vereinsamung im Alter – Stadt Eschweiler bietet Unterstützung

Eschweiler, 19.11.2020 – Die dunkle Jahreszeit ist für viele Menschen keine einfache Zeit. Dazu kommen Einschränkungen und Sorgen rund um die Coronavirus-Pandemie und viele, gerade auch ältere Menschen ziehen sich noch mehr zurück. Christa Krichel ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in einem lokalen Seniorentreff tätig und nimmt wahr, dass soziale Isolation und Einsamkeit zugenommen haben: „Eine 91-jährige Dame, die ich schon einige Jahre regelmäßig besuche, spricht mit mir oft über ihre Einsamkeit. Der größte Teil ihrer Freunde und Bekannten ist mittlerweile verstorben. Durch die Pandemie haben sich die Kontakte weiter reduziert und der Aktionsradius ist stark verkleinert.“ Doch nicht nur Alleinstehende sind von Einsamkeit betroffen. Beispielsweise auch in der Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen trifft man auf Angehörige, die teils sehr unter Einsamkeit leiden. Der Partner ist zwar noch da, aber die Sorge und Pflege lässt kaum Raum für eigene Aktivitäten. Und Hilfe wird oftmals aus Pflichtgefühl gegenüber dem Partner abgelehnt.

Diese Beobachtungen werden durch wissenschaftliche Analysen und Statistiken bestätigt. Die Befragung „Wohnen und Leben im Alter“ der StädteRegion Aachen zeigt zum Beispiel, dass mehr als 10 % der Befragten über 60 Jahren angab, „niemanden zu haben“, wenn sie sich einsam fühlten. Eingeschränkter Bewegungsradius, verschlechterter Gesundheitszustand, zeitliche Einschränkungen durch Pflege oder materielle Sorgen verstärken im Alter die Wahrscheinlichkeit, an Einsamkeit zu leiden.

Die potenziellen gesundheitlichen Folgen und physischen, psychischen, sozialen, emotionalen und mentalen Auswirkungen von subjektiv wahrgenommener Einsamkeit sind vielfältig und können z. B. bestehen in einem erhöhten Risiko, an Depression oder Angstzuständen zu erkranken oder alkoholabhängig zu werden, einer reduzierten Schlafqualität, einem erhöhten Risiko einer beschleunigten kognitiven und geistigen Degenerierung und Entwicklung einer Demenz und/oder einem generell ungesunderen Lebensstil mit geringer Bewegungsintensität und schlechtem Ernährungsverhalten, woraus etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle oder Übergewicht resultieren können.
Im städteregionalen Kompetenznetzwerk „Gesundheitsförderung im Alter“ steht das Thema „Vereinsamung“ auf der Agenda. Gemeinsam mit den Kommunen soll auf Angebote – auch in Zeiten der Pandemie – aufmerksam gemacht und für das Thema sensibilisiert werden.

Ansprechpartner bei der Stadt Eschweiler sind:

Herr Peter Toporowski, Seniorenbeauftragter Stadt Eschweiler
Marienstraße 7
52249 Eschweiler
Tel.: 02403/505360
E-Mail: peter.toporowski@eschweiler.de

Herr Cem Gökce, Seniorenberatung Stadt Eschweiler
Marienstraße 7
52249 Eschweiler
Tel.: 02403/505365
E-Mail: cem.goekce@eschweiler.de

Herr Florian Karnebogen, Sozialplanung Stadt Eschweiler
Johannes-Rau-Platz 1
52249 Eschweiler
Tel.: 02403/71701
E-Mail: florian.karnebogen@eschweiler.de

Hier können Informationen zum Thema und über Angebote eingeholt werden, ein thematischer Austausch stattfinden und es wird Weitervermittlung zu Institutionen/Einrichtungen und Vereinen geleistet.

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Bleifrei-Sanierung des Spielplatzes – 300 Tonnen Erde werden abgebaggert

Mechernich-Kommern, 19.11.2020 – Auf Spielplätzen wird zuweilen kräftig von den Kleinsten gebuddelt. In Kommern, auf dem Spielplatz in der Pützgasse, ist jetzt sogar ein großer Bagger am Werk. Über das gesamte Gelände verteilt, türmen sich Berge von Erdreich.

Auf dem Spielplatz in der Kommerner Pützgasse wird mächtig gebuddelt. Davon zeugen aktuell viele Erdhügel. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Für die Sanierung des Spielplatzes muss enorm viel Erde bewegt werden. Das allein wäre noch zu bewerkstelligen. Doch, wo das neue Erdreich herbekommen? „Das ist gar nicht so einfach wie man gemeinhin glaubt“, berichtet Christof Marx, Landschaftsplaner der Stadt, von den Hürden. Schließlich muss der neue Boden, wenn man ihn denn schon austauscht, beste Kriterien erfüllen.

Akribisch wird auch von den Mitarbeitern der ausführenden Garten- und Landschaftsbauer-Betrieb vorgegangen. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Die Stadt will die Spielplätze auf Mechernicher Boden endlich bleifrei bekommen. Der in der Pützgasse ist mit 4070 Milligramm Blei pro Kilogramm Erde, der fünfte in der Rangliste, der meistbelasteten Spielplätze im Stadtgebiet, deren belastetes Erdreich vorsorglich auf 35 Zentimeter ausgeschachtet und dann komplett entfernt werden soll.

Die Ansprüche an den Erdboden werden durch die aktuell geltende Bodenschutzverordnung vorgegeben. „Aber kein normaler Lieferant untersucht seinen Oberboden so gründlich, dass wir eine exakte Analyse erhalten könnten“, erklärt Marx: „Wir werden also parallel schauen, wo wir am besten eine Erdmiete oder ähnliches erschließen können, die den Werten und Qualitäten des geforderten Oberbodens gerecht wird.“

Hochwald-Erde wird geprüft

In der Pützgasse rede man auch nicht von kleinen Mengen, sondern dort werden geschätzte 300 Tonnen Erdreich benötigt. Die Molkerei Hochwald habe signalisiert, Erde vom Standort in Obergartzem, die möglicherweise geeignet wäre, abgeben zu können. Dies wolle man jetzt zügig in Augenschein nehmen und Proben zu Testzwecken dem Prüflabor zukommen lassen, so Marx.

Auf der gesamten Spielplatzfläche wird der Boden 35 Zentimeter tief entfernt. 300 Tonnen neues Erdreich muss beschafft werden. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Ungeachtet der Erdbeschaffung gehen die Erdarbeiten aber auf dem Spielplatz munter weiter. Denn auch die braucht Zeit, denn einfach wild los baggern ist nicht angesagt. Der Baggerfahrer muss ordentlich (Fahr)Geschick beweisen. Schließlich stehen die vorhandenen und intakten Spielgeräte weiterhin an Ort und Stelle und auch die 40 Blühsträucher und zwei große Bäume sollen so weit wie möglich erhalten bleiben.

Büsche schütteln

Und auch an den Bäumen und Sträuchern wird die bleibelastete Erde penibel entsorgt. Am Bagger wird dafür eigens eine Vorrichtung zum Durchsieben angebracht. „Damit können die herausgenommenen Büsche geschüttelt und gerüttelt werden, damit sich das belastete Erdmaterial aus dem Wurzelwerk löst. Wir werden da sicherheitshalber aber auch mit Handarbeit nachgehen“, so Marx. Die freigeschüttelten Sträucher werden dann fachgerecht eingeschlagen und, wenn die Arbeiten beendet sind, zu einem Großteil wieder in das neue Erdreich eingesetzt.

Die zwei alten, tief verwurzelten Kirschbäume kann man jedoch nicht auf die Art und Weise bearbeiten, wie das weitaus mobilere Buschwerk. „Bei Bäumen kann man mit einem speziellen Verfahren arbeiten und Erdreich aus dem Wurzelwerk absaugen. Das geht aber nur bis zu einem gewissen Grad, sonst ist die Gefahr zu groß, dass man die Wurzeln langfristig beschädigt und außerdem ist das sehr teuer“, so Marx.

Stattdessen werde man, wo möglich, im Baumscheibenbereich vorsichtig Erde von Hand abtragen und ein Vlies als Grabe- und Buddelsperre zum Baumstamm führen und dann mit neuer Erde wieder auffüllen.

Bei einem Baum, vielleicht auch beim zweiten, wird zusätzlich ein Stabgitterzaun aufgestellt werden, um den Wurzelbereich von der Spielfläche abzugrenzen.

Die Fertigstellung ist natürlich wetterabhängig. Aber Marx hofft, dass die Arbeiten am Spielplatz Nummer fünf in rund vier Wochen beendet sind.

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Es bleibt „Fünf vor Zwölf“ Dauerdemonstration vor Mechernicher Rathaus

Mechernich, 18.11.2020 – Seit einem Jahr protestieren Pfarrer Erik Pühringer und seine Mitstreiter vor dem Mechernicher Rathaus gegen die gesellschaftliche und politische Gleichgültigkeit gegenüber Tausenden im Mittelmeer ertrinkender Flüchtlinge.

Für ein Ende des mutwillig in Kauf genommenen Flüchtlingssterbens im Mittelmeer protestieren der Mechernicher Pfarrer Erik Pühringer und bis zu zwei Dutzend Gesinnungsfreude nun schon seit einem Jahr jeden Samstag „Fünf vor Zwölf“ am Eingang zum Mechernicher Rathaus in der Bergstraße.

„Am Volkstrauertag 2019 habe ich die Dauerdemonstration angekündigt, und am Samstag des Christkönigsfestes eine Woche später haben wir mit einem halben Dutzend Mitstreiter/innen erstmals Mahnwache vor der Stadtverwaltung bezogen.“ Seither haben das schlichte Holzkreuz und das Plakat mit der Aufschrift „Das Mittelmeer ist kein Friedhof“ sonnabends selten in der Nachbarschaft von Straßenbistrots und Polizeiwache in der unteren Bergstraße gefehlt.

Nur auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle ab März haben Pfarrer Pühringer, Gemeindeassistentin Rebekka Narres, Küsterin Marita Wetzel und viele engagierte Laien einige Wochen Pause gemacht. Prominentester Zaungast sei bislang der Landtagsabgeordnete Klaus Voussem aus Euskirchen gewesen. Er habe zumindest in Aussicht gestellt, die Anliegen der Mechernicher mit ins NRW-Landesparlament und in den Landesvorstand seiner Partei zu nehmen.

„Manchmal frustrierend“

Das Medieninteresse an der Mechernicher Mahnwache war anfangs sehr groß, habe aber schnell nachgelassen, berichtet Erik Pühringer der Mechernicher Presseagentur „ProfiPress“. Es sei manchmal schon ein wenig frustrierend, wie wenig Durchsetzungskraft die Menschen dem gewaltfreien Protest zutrauen.

„Wir bekommen viel Zuspruch von Passanten, aber nur wenige stellen sich solidarisch zu uns“, so Pühringer, wie das am Samstag beispielsweise Walter Wolfgarten tat, ein früherer führender Mitarbeiter im Vertrieb des Kölner Medienhauses NevenDuMont-Schauberg. Er wendete zunächst ein, man müsse auch das ökonomische und gesellschaftliche Gleichgewicht im Land beachten, wenn man Flüchtlinge aufnehme.

Als Pfarrer Erik Pühringer ihm versicherte, es bedürfe nur eines halben Prozentes der Mehrwertsteuereinnahmen eines Monats, um die Flüchtlingsaufnahme in voller Höhe zu finanzieren, war nicht nur Walter Wolfgarten überrascht und betroffen. Einmal ganz davon abgesehen, dass sich beide einig darin waren, dass man das Leben so vieler Menschen, darunter viele Kinder, nicht mit ökonomischen Interessen aufwiegen dürfe.

„Die Samstagsmittagsdemonstrationen vor dem Mechernicher Rathaus sind dauerhaft bei der Kreispolizeibehörde angemeldet“, versicherte Pfarrer Pühringer vor Ort: Die Beamten behandelten die Demonstranten ausgesprochen freundlich und korrekt. Erst vor zwei Wochen sei wieder Kontrolle gewesen, ob alle Demonstranten Mund-Nasen-Schutz wegen Corona tragen und genügend Abstand halten.

„Im Schnitt sind wir zu Zwölft“, so der Seelsorger, „es schwankt zwischen sieben und 15 Demo-Teilnehmern. Manche, wie Rebekka Narres („Massengrab am Badestrand“) und Alexandra Lauternach („Fridays für Future, Saturdays for Mittelmeer…“) malen eigene Transparente mit wechselnden Slogans.

Aufhören? Frage stellt sich nicht

„Manche Autofahrer winken oder hupen“, viele Passanten hasteten unbeeindruckt vorüber, aber „angemacht“ habe sie noch nie jemand, so die Dauerdemonstranten Alexandra Lauterbach, Marita Wetzel, Erik Pühringer, Rebekka Narres und Annemarie Fuß.

„Manchmal wird im Standesamt drinnen im Rathaus geheiratet, „dann teilen wir uns den Vorplatz geschwisterlich mit den Hochzeitsgesellschaften“, so Pfarrer Pühringer.

Aufhören? Übers Aufgeben reden wir nicht beim Reporterbesuch zum „Einjährigen“. Die Frage stellte sich nicht… „Es stehen Menschenleben auf dem Spiel“, sagt Pfarrer Pühringer und meint es so: „Als wir anfingen vor einem Jahr, zählte man an den Stränden des Mittelmeers schon 19.000 Tote, mittlerweile sind es 2000 mehr…“

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Landrat Dr. Saftig ist Ehrenamtlern und Behörden für schnelle Hilfe dankbar

Region/Kreis MYK, 16.11.2020 – Wie bereits zu Beginn des Jahres stellt die Corona-Pandemie das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz aktuell vor Herausforderungen, die nur mit einem hohen Personalaufkommen bewältigt werden können. Die Flut an Neuinfektionen und die damit verbundenen Kontaktnachverfolgungen sowie Fragen aus der Bevölkerung werden seit Kurzem daher mit tatkräftiger Unterstützung von außerhalb bearbeitet. „Wenn man Hilfe benötigt, ist es keine Schande danach zu fragen. Das haben wir getan und ich bin froh und dankbar, dass uns eine so große Unterstützung zuteilgeworden ist“, sagt Landrat Dr. Alexander Saftig.

Ob Mitarbeiter der Stadt Andernach in der Hotline oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, ob zivile Ehrenamtler oder Landes- und Bundesbedienstete – gemeinsam setzen sich alle dafür ein, den Folgen der Pandemie Herr zu werden. Foto: Kreisverwaltung MYK

Konkret gehen den Ärzten, Hygieneinspektoren von Gesundheitsamt sowie den zahlreichen für die Corona-Lage abgeordneten Mitarbeitern der Kreisverwaltung gut 40 externe Personen bei ihrer wichtigen Arbeit zur Hand. Neben ehrenamtlichen Bürgern, Mitarbeiten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) sowie der Städte und Verbandsgemeinden helfen auch Bundes- und Landesbedienstete sowie Soldaten der Bundeswehr im Kreishaus aus. Darüber hinaus sind weitere Bundeswehrsoldaten unterstützend in der Corona-Ambulanz in Mayen tätig.

Auch in der Corona-Ambulanz in Mayen (Foto mit Soldaten und Personen in Schutzkleidung unterstützen Soldaten der Bundeswehr die dortigen Ärzte und Mitarbeiter. Foto: Kreisverwaltung MYK

Im Kreishaus sind zahlreiche Büros, Sitzungssäle und weitere Räumlichkeiten für die vier im Corona-Einsatz befindlichen Teams umfunktioniert worden. Im Einzelnen kümmert sich das Team „Erstkontakt“, um die Kontaktaufnahme zu den auf das Coronavirus positiv getesteten Personen. Hier ist es wichtig, alle noch nicht bekannten persönlichen Daten der Personen sowie deren mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln.

Das Team „K1“ kümmert sich daraufhin darum, alle bekannten Kontaktpersonen 1. Grades – also all jene, die mit einer Corona-positiven-Person in Kontakt waren – über diesen Umstand sowie falls notwendig über die nun in Kraft tretende Quarantäne zu informieren. Das Team „Sonderaufgaben“ beschäftigt sich mit Corona-Fällen und Folgemaßnahmen an Schulen und anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Seniorenheimen. Und die Mitarbeiter in der Corona-Hotline stehen den Bürgern als Ansprechpartner in allen Fragen rund Corona zur Seite.

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Hochwald-Wasser für Börde-Bauern? Mechernicher Molkerei kann 2,5 Millionen Liter gereinigte Abwässer täglich zur Verfügung stellen

Mechernich/Zülpich, 16.11.2020 – Für die künstliche Beregnung von Feldern hat Thorsten Oberschmidt, der Geschäftsführer der Hochland Foods GmbH, den Landwirten in der trockenen Zülpicher Börde 2,5 Millionen Liter gereinigtes Molkereiabwasser täglich angeboten.

Für die künstliche Beregnung von Feldern in der trockenen und niederschlagsarmen Zülpich-Euskirchener Börde könnte die im Gewerbegebiet Mechernich-Obergartzem III entstehende Großmolkerei der Hochland Foods GmbH 2,5 Millionen Liter gereinigtes Molkereiabwasser täglich liefern. Luftbild: Hochwald/pp/Agentur ProfiPress

Das Abwasser in Trinkwasserqualität kommt aus der noch im Bau befindlichen Großmolkerei im Gewerbegebiet Obergartzem III der Stadt Mechernich. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, selbst Landwirt und promovierter Agraringenieur, begrüßt das Angebot der Mechernicher Großmolkerei schon allein aus ökologischen Gründen: „Das reduziert die Entnahme von Grundwasser in der Börde, um dessen Pegelstand es ohnehin nicht gut bestellt ist.“

Außerdem sieht es der Verwaltungschef nicht ungern, wenn Unternehmen aus der Stadt Mechernich gesamtwirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Verantwortung erkennen lassen. So wurde am Rande der zurzeit laufenden Spielplatzsanierungen in der Stadt auch schon erwogen, von Bleibelastung freien Aushub ebenfalls von der Hochwald-Baustelle in Obergartzem III zu beziehen.

Sondierung bei den Bauern

Die Kreisverwaltung Euskirchen plant aufgrund des Hochwald-Angebots jetzt erstmal eine Information der Landwirte, die davon partizipieren könnten. Achim Blindert, der zuständige Geschäftsbereichsleiter, gab dazu nach dem ersten Sondierungsgesprächen mit den Landwirten eine Pressemitteilung heraus.

Darin heißt es unter anderem: „Mit 1700 Sonnenstunden ist Zülpich ganz weit vorne in ganz Deutschland. Die fruchtbaren Böden machen die Bördelandschaft zu einem äußerst ertragreichen Anbaugebiet für die Landwirtschaft. Allerdings ist die im Lee der Nordeifel liegende Region auch sehr niederschlagsarm.“

Aufgrund des Klimawandels und der heißen und trockenen Sommer habe sich die jährliche Regenmenge noch verringert. Blindert: „Die Landwirte sehen diese Entwicklung mit großer Sorge, da die Bewässerung der riesigen Felder zunehmend schwieriger wird.“

Für den Kreis sei gezieltes Wassermanagement unter Einbindung aller Akteure das Ziel. Und zwar frühzeitig. Es soll eine Strategie erarbeitet werden, um den regionalen Anbau von Lebensmitteln zu sichern. Die Konkurrenz um die Trinkwassernutzung werde in Zukunft eher noch zunehmen, so Achim Blindert.

Die Grundwassermenge in der südlichen Rur-Scholle sei natürlich begrenzt. Der Erftverband berate die Bauern wo und wie Brunnen für die Bewässerung gebaut werden könnten. Bei einer Infoveranstaltung des Kreises informierte die Landwirtschaftskammer über Fördermöglichkeiten für Bewässerungsnetze. Voraussetzung sei der Zusammenschluss der Landwirte zu einem Wasser-/ Beregnungsverband.

Geschäftsführer Thorsten Oberschmidt erklärte die grundsätzliche Bereitschaft der Mechernicher Großmolkerei Hochwald, der Landwirtschaft zu helfen. Das Werk Mechernich bezieht 700.000 m³ Trinkwasser im Jahr für den laufenden Betrieb und kann davon täglich 2500 Kubikmeter gereinigt zur Beregnung von Feldern abgeben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Hochwald fühlt sich verpflichtet

Und der könne einen Teil der benötigten Wassermenge von „Hochwald“ in Obergartzem beziehen. Geschäftsführer Thorsten Oberschmidt erklärte die grundsätzliche Bereitschaft der Mechernicher Großmolkerei zu helfen. Nach der Inbetriebnahme des Werks stehe eine gereinigte Abwassermenge von bis zu 2500 m³ pro Tag zur Verfügung, die zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen dienen könnte.

Oberschmidt betonte, dass Hochwald sich als eine landwirtschaftliche Genossenschaft der Landwirtschaft verpflichtet und verbunden fühle und die regionale Wertschöpfung sichern möchte. Das natürliche Wasserangebot könnte somit durch das gereinigte Abwasser der Molkerei ergänzt werden, denn der öffentlichen Trinkwasserversorgung sei grundsätzlich Vorrang vor anderen Nutzungen einzuräumen. In dieser Hinsicht könnte der Kreis Euskirchen eine Vorreiterrolle einnehmen und die regionalen Wertschöpfungsketten durch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft stärken.

Der Kreis will weiter über die Möglichkeiten einer Verbandsgründung informieren. Dazu Achim Blindert: „Eine Kooperation der Betriebe kann zu einer nachhaltigen Verteilung des Wasserangebotes führen und somit die Existenz der Betriebe auch in möglicherweise folgenden Dürrejahren sichern.“

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Hochwald-Wasser für die Börde? Info-Veranstaltung für Landwirte: Wassermanagement für die Zülpicher Börde

Euskirchen, 16.11.2020 – Mit 1700 Sonnenstunden ist Zülpich ganz weit vorne in ganz Deutschland. Die fruchtbaren Böden machen die Bördelandschaft zu einem äußerst ertragreichen Anbaugebiet für die Landwirtschaft. Allerdings ist die im Lee der Nordeifel liegende Region auch sehr niederschlagsarm. Aufgrund des Klimawandels und der heißen und trockenen Sommer hat sich die jährliche Regenmenge sogar zuletzt noch weiter verringert. Die Landwirte sehen diese Entwicklung mit großer Sorge, da die Bewässerung der riesigen Felder zunehmend schwieriger wird.

Aus diesem Anlass hat der Kreis Euskirchen jetzt in Zusammenarbeit mit der Kreisbauernschaft zu einer Info-Veranstaltung für die Landwirte aus der Zülpicher Börde ins Kreishaus eingeladen. Für den Kreis steht fest: „Es ist wichtig, dass durch ein gezieltes Wassermanagement unter Einbindung aller Akteure frühzeitig eine Strategie erarbeitet wird, um zum einen die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln zu sichern und zum anderen einer steigenden Wassernutzungskonkurrenz entgegen zu wirken“, so Achim Blindert, zuständiger Geschäftsbereichsleiter der Kreisverwaltung.

Nach Angaben des Erftverbandes ist die Grundwassermenge in der südlichen Rur-Scholle natürlich begrenzt. Auf der Basis seiner geologisch-hydrogeologischen Daten steht der Verband für Beratungen zur Verfügung, falls ein Brunnen gebohrt werden sollte. Die Landwirtschaftskammer informierte die Teilnehmenden über Fördermöglichkeiten zu Bewässerungsnetzen. Da der Kreis Euskirchen eine negative Wasserbilanz in der Vegetationszeit aufweise, sei diese Förderung durchaus möglich. Voraussetzung sei aber der Zusammenschluss der Landwirte zu einem Wasser-/ Beregnungsverband, der dazu beitragen könne, dass eine flächendeckende Versorgung mit Wasser möglich ist.

Einen Beitrag dazu könnte auch die gerade im Bau befindliche Molkerei in Mechernich-Obergartzem leisten, wie Thorsten Oberschmidt, Geschäftsführer der Hochland Foods GmbH, sagte. Er erklärte, dass nach der Inbetriebnahme des Werks eine gereinigte Abwassermenge von bis zu 2500 m³ pro Tag zur Verfügung steht, die zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen dienen könnte. Er betonte, dass Hochwald sich als eine landwirtschaftliche Genossenschaft der Landwirtschaft verpflichtet und verbunden fühlt und die regionale Wertschöpfung sichern möchte. Das natürliche Wasserangebot könnte somit durch das gereinigte Abwasser der Molkerei ergänzt werden, denn der öffentlichen Trinkwasserversorgung sei grundsätzlich Vorrang vor anderen Nutzungen einzuräumen. In dieser Hinsicht könnte der Kreis Euskirchen eine Vorreiterrolle einnehmen und die regionalen Wertschöpfungsketten durch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft stärken.

Der Kreis wird weiter über die Möglichkeiten einer Verbandsgründung informieren. Dazu Achim Blindert: „Eine Kooperation der Betriebe kann zu einer nachhaltigen Verteilung des Wasserangebotes führen und somit die Existenz der Betriebe auch in möglicherweise folgenden Dürrejahren sichern.“

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Deutschlandweit einmaliges Projekt: Bestehende Erdgasleitung wird auf 100 Prozent Wasserstoff umgestellt

Saffig/Essen, 13.11.2020 – Um die Klimaziele zu erreichen und die CO2-Emmissionen zu reduzieren, setzen Politik und Wirtschaft neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien immer stärker auch auf die Nutzung von Wasserstoff als klimaneutralem Energieträger. Die Dortmunder Westnetz GmbH, der Verteilnetzbetreiber der Westenergie AG, macht nun einen bedeutenden Schritt nach vorne, diese Vision in die Praxis umzusetzen: In dem neuen Forschungs- und Entwicklungs-Projekt „H2HoWi“ wird im nordrhein-westfälischen Holzwickede deutschlandweit zum ersten Mal eine bestehende Erdgasleitung der öffentlichen Gasversorgung auf reinen Wasserstoff umgestellt. Durch eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung soll unter anderem bestätigt werden, dass der Wasserstoff auf das Rohrmaterialgefüge und die Dichtigkeit der vorhandenen Infrastruktur keinen Einfluss hat.

Die E.ON SE setzt zusammen mit der Westnetz GmbH durch das Projekt „H2HoWi“ einen wichtigen Meilenstein in der öffentlichen nachhaltigen Versorgung. Foto: Westnetz AG

Bislang gibt es in Deutschland eine technische Norm, die eine Beimischung von Wasserstoff in das Erdgasnetz auf höchstens 10 Prozent beschränkt. Einzelne Testversuche haben bereits eine höhere Beimischung erprobt. Mit dem jetzt gestarteten Projekt überprüft Westnetz, ob die bestehende Infrastruktur sogar für reinen Wasserstoff genutzt werden kann. „Die Ertüchtigung der bestehenden Gasnetzinfrastruktur für Wasserstoff ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Durch die Umwandlung von Grünstrom in Wasserstoff kann regenerativ erzeugte Energie in Gasnetzen gespeichert werden. Die Gasnetze können so zum Speicher der Zukunft werden. E.ON hat sich zum Ziel gesetzt, in den Verteilnetzen grüne Gase zum Erdgas beizumischen und bei Bedarf eine Versorgung mit 100% Wasserstoff anzubieten“, betonte E.ON-Netzvorstand Thomas König.

„Nicht alle Anwendungen lassen sich technisch oder wirtschaftlich sinnvoll elektrifizieren. Wasserstoff wird als Energieträger daher für alle Anwendungen unverzichtbar, in denen die direkte Nutzung von grünem Strom technisch oder wirtschaftlich nicht möglich oder sinnvoll ist. Dafür benötigen wir die Kopplung der verschiedenen Sektoren des Energieverbrauchs. Die Anwendung von reinem Wasserstoff stellt aufgrund der CO2-neutralen Umsetzung beispielsweise im Bereich der Wärmebereitstellung und für die Industrieproduktion eine zukunftsweisende Lösung dar“, erklärte Katherina Reiche, die neben ihrer Funktion als Vorstandsvorsitzende der Westenergie AG auch Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrats der Bundesregierung ist.

Westnetz setzt sich in dem Projekt „H2HoWi“ genauer mit der Thematik auseinander und analysiert, inwiefern es technisch möglich ist, eine bestehende Erdgasleitung auf reinen Wasserstoff umzustellen. Dazu wird eine vorhandene Mitteldruck-Erdgasleitung in der Ruhrgebietskommune Holzwickede zunächst vom Erdgasnetz getrennt und schließlich an einen Wasserstoffspeicher angeschlossen. Von hier aus erfolgt die Versorgung von vier Gewerbekunden. Mit dem Wasserstoff soll die benötigte Raumwärme erzeugt werden. Neben der Umstellung der Leitung sind dafür auch Anpassungen an den bestehenden Kundeninstallationen erforderlich. Bei ihnen werden deshalb wasserstofftaugliche Brennwertgeräte der Firma Remeha installiert.

Die E.ON SE setzt zusammen mit der Westnetz GmbH durch das Projekt „H2HoWi“ einen wichtigen Meilenstein in der öffentlichen nachhaltigen Versorgung der Gemeinde Holzwickede. Die Maßnahme erfolgt in Abstimmung mit den Energienetzen Holzwickede, die der Teilbelieferung ihrer Netzkunden mit Wasserstoff im Rahmen des aufgezeigten Pilotprojekts zugestimmt haben und dessen Durchführung somit unterstützen. Das gesamte Projekt wird seitens der Westnetz errichtet und bis Ende 2023 betreut und betrieben. Start der Bauarbeiten ist im November 2020. Das Investitionsvolumen liegt bei etwa einer Million Euro.

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DigitalPakt Schule: Rund 3,7 Millionen Euro für Schulen im Landkreis Bernkastel-Wittlich

Wittlich, 12.11.2020 – Der Landkreis Bernkastel-Wittlich erhält im Rahmen des DigitalPakt Schule über die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) einen Zuschuss in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro. Die Förderung ermöglicht es dem Landkreis, an 16 Schulen in seiner Trägerschaft die Voraussetzung für digitales Lernen zu schaffen, und kommt damit rund 8.000  Schülerinnen und Schülern sowie deren Lehrkräften zugute. „Digitale Bildung kann Schule nicht ersetzen, aber sie bietet viele Möglichkeiten für das Lernen und Lehren. Die Digitalisierung unserer Bildungslandschaft hat in den vergangenen Monaten einen enormen Schub erfahren, diesen Schub verstetigen wir jetzt bei digitaler Infrastruktur, Ausstattung mit Tablets und Laptops und in der Aus- und Fortbildung von Lehrkräften. Die Bundesmittel leisten hierbei einen wichtigen Beitrag“, so Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig.

Mit dem Zuschuss sind unter anderem die Vernetzung des Schulgebäudes und ein drahtloser Netzwerkzugang in den Unterrichtsräumen sowie die Anschaffung von Smart Displays und mobilen Endgeräten vorgesehen. „Die Digitalisierung gewinnt in allen Lebensbereichen immer größere Bedeutung, insbesondere auch im Lern- und Lebensort Schule. Das hat uns die Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten deutlich gezeigt. Zurzeit setzt der Landkreis an 16 kreiseigenen Schulen mit Hilfe des DigitalPakts Schule sein Multimedia-Konzept um. Über den Ausbau der W-LAN-Architektur, die Installation und Anschaffung von ActivPanels, von Dokumentenkameras und Tablet-PCs wollen wir den Schülerinnen und Schülern eine gute vernetzte Lernumgebung bieten und sie in ihrer Medienkompetenz stärken“, sagte Landrat Gregor Eibes.

Für die insgesamt rund 400 Träger von 1.600 Schulen in Rheinland-Pfalz stehen im DigitalPakt Schule insgesamt rund 240 Millionen Euro an Bundesmitteln zur Verfügung, die mit dem zehnprozentigen Eigenanteil der Schulträger aufzustocken sind. Gefördert werden etwa Verkabelung, drahtloses Internet sowie digitale Anzeige- und Arbeitsgeräte. Die Bearbeitung erfolgt in Rheinland-Pfalz durch die ISB als Förderbank des Landes: „Medienkompetenz gewinnt im Informationszeitalter immer weiter an Bedeutung. Es freut uns sehr, dass wir einen Beitrag zur Verbesserung des medienpädagogischen Angebots an rheinland-pfälzischen Schulen leisten können“, sagte Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der ISB.

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Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Gesundheit schützen – Schaden für Wirtschaft und Gesellschaft so gering wie möglich halten

Region/Mainz, 11.11.2020 – „Auch in der zweiten Welle der Pandemie tun meine Landesregierung und ich als Ministerpräsidentin alles dafür, um die Gesundheit der Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen zu schützen und dabei den Schaden für das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft so gering wie möglich zu halten“, bekräftigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer in ihrer Regierungserklärung vor dem rheinland-pfälzischen Landtag.

Die einschneidenden Maßnahmen des Teil-Lockdowns sind am 2. November in Kraft getreten. Stand heute gibt es in Rheinland-Pfalz 924 Neuinfektionen und 13.221 mit dem Corona-Virus infizierte Menschen. „Wenn man die Zahlen für unser Land im Wochenvergleich betrachtet, gibt es erste vorsichtige Anzeichen, dass sich die exponentielle Dynamik des Infektionsgeschehens abschwächt. Mir ist wichtig zu betonen, dass hinter jeder Zahl ein Schicksal steht. Bis heute sind 342 Menschen an und mit COVID-19 gestorben. Auch bei uns trauern Angehörige und Freunde, kämpfen Menschen mit den Folgen ihrer COVID-19 Erkrankung“, sagte die Ministerpräsidentin.

Bund und Länder müssen weiter gemeinsam handeln

Auch wenn es erste vorsichtige Anzeichen für eine Abschwächung der Infektionsdynamik gebe, gelte es den 16. November abzuwarten, wenn die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit der Bundeskanzlerin ein erstes Fazit der Maßnahmen ziehen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer betonte, dass sie sich dabei für ein weiteres gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern einsetzen werde. „Und ich werde mich für diejenigen stark machen, die als Veranstalter und Künstler jetzt kaum Einnahmemöglichkeiten haben; dass sie auch über den November hinaus zielgenaue finanzielle Hilfen erhalten. Denn Kultur ist keine Branche wie jede andere, von der Jugendband bis zum Staatstheater hilft sie uns auch zu verstehen und zu verarbeiten, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie für uns hat.“

Schnelle Hilfen für Unternehmen, Selbstständige, Vereine und Kultur

Die Novemberhilfen für von Schließungen betroffene Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen sind für Ministerpräsidentin Malu Dreyer Dreh- und Angelpunkt des gegenwärtigen Teil-Lockdowns. Sie erhielten bis zu 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November 2019. „Ich habe mich auf Bundesebene besonders dafür eingesetzt, dass auch die Soloselbstständigen, vor allem die Kulturschaffenden, zum Kreis derer gehören, die die Nothilfen in Anspruch nehmen können“, so die Ministerpräsidentin.

Unternehmen und Soloselbstständige könnten ihre Anträge in Kürze über das Antragsportal des Bundes in elektronischer Form stellen. Sie erwarte ein unbürokratisches und schnelles Verfahren. Der Bundeswirtschaftsminister habe zugesagt, jetzt mit Hochdruck daran zu arbeiten, damit die Länder schnell das Auszahlungsverfahren beginnen könnten. „Uns ist die schwierige Situation der Wirtschaft bewusst. Aber wir lassen sie nicht allein. Wir setzen Milliarden Steuergelder ein im Interesse der Unternehmer und Unternehmerinnen sowie für die vielen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.“

Impfstoff aus Mainz –Ethische Fragen müssen umfassend erörtert werden

Eine sehr gute Nachricht komme aus Mainz von der Firma BioNTech AG, die weltweit als erstes Unternehmen in der kommenden Woche einen Antrag auf Zulassung eines Impfstoffs stellt. „Wir verdanken dies der hervorragenden Arbeit der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Ich bin doppelt stolz: Die 2008 gegründete BioNTech AG basiert auf einer erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungsgeschichte am Wissenschaftsstandort Mainz“, so die Ministerpräsidentin. Die wissenschaftlichen Wurzeln dieses Erfolges lägen auch in den langjährigen vom Land unterstützten Forschungsarbeiten der Universitätsmedizin.

Verteilt würden die Impfdosen nach der Zulassung gemäß einem gesamteuropäischen Verfahren. Die Landesregierung arbeite gerade mit aller Kraft daran, die Verteilung des Impfstoffs für Rheinland-Pfalz vorzubereiten. Es werde in jeder kreisfreien Stadt und in jedem Landkreis ein Impfzentrum geben und auch mobile Teams, die beispielsweise Alten- und Pflegeheime aufsuchten. In diesem Zusammenhang betonte die Ministerpräsidentin die hohe ethische Bedeutung der Frage, wer zuerst den Impfstoff bekomme. Klar sei es, dass es eine einheitliche nationale Impfstrategie geben werde. Für Rheinland-Pfalz würde sie sich über eine Orientierungsdebatte im Landtag freuen, die die ethischen Fragen umfassend erörtert.

Schulen sollen offen bleiben – enge Beratungen über die Entwicklung mit Experten

Ein weiteres klares Ziel des Teil-Lockdowns sei es, Kitas und Schulen geöffnet zu lassen. Die Landesregierung tue alles dafür, um Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte zu schützen und zugleich den Präsenzunterricht zu ermöglichen. „Wir beobachten sehr genau, wie die Maßnahmen wirken, und sind dazu im engen Austausch mit Wissenschaft, Medizin und dem Institut für Lehrergesundheit. „Damit der Unterricht sicher ablaufen kann, haben wir ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht eingeführt. Sollte es zu einem verstärkten Infektionsgeschehen an Schulen kommen, können die älteren Schüler und Schülerinnen zeitlich befristet ins Wechselmodell gehen“, so die Ministerpräsidentin. Sollte ein besonderes Infektionsgeschehen vorliegen, würden Gesundheitsamt und Schulträger vor Ort über Schließungen oder Teilschließungen entscheiden.

Die Landesregierung wolle nicht nur einen sicheren Unterricht, sondern auch einen sicheren Schulweg. Rheinland-Pfalz sei eines von drei Bundesländern, das die Kommunen bei der Bereitstellung zusätzlicher Schulbusse unterstützt. Derzeit sind 180 vom Land geförderte zusätzliche Schulbusse unterwegs, weitere 70 Busse stünden bereit.

Alle COVID-19 Erkrankte können notwendige medizinische Versorgung erhalten

Wie schon im März sei es oberstes Ziel, exponentiell steigende Infektionszahlen zu verhindern, damit die Kapazitäten der verfügbaren Intensivbetten nicht an ihre Grenze kommen. Deshalb habe die Landesregierung gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Krankenhauslandschaft die Anzahl der Intensivbetten gesteigert, die Anschaffung von Beatmungsgeräten vorangetrieben, zusätzliches Personal qualifiziert. Mit der bereits Ende März ins Leben gerufenen „Allianz der Krankenhäuser“ seien regionale Netzwerke mit ausgewählten Maximal- und Schwerpunktversorgern in den fünf Versorgungsgebieten aufgebaut. Diese seien verlässliche Partner und tragende Säulen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Deshalb sind wir davon überzeugt, dass in Rheinland-Pfalz auch in Zukunft alle an COVIC-19 Erkrankten die notwendige medizinische Versorgung erhalten können.“

Solidarität bleibt wichtigste Antwort auf Pandemie

Als Ministerpräsidentin habe sie überhaupt kein Verständnis dafür, wenn Menschen bei Demonstrationen die Gesundheit vieler gefährdeten. „Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind ein hohes Gut. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern, aber nur gewaltlos und unter Einhaltung der Schutzvorschriften“, so die Ministerpräsidentin. Sie verurteilte zutiefst die Faustschläge gegen einen Polizisten in Worms, der die Einhaltung der Maskenpflicht einforderte.

Auch in der jetzigen Phase bleibe Achtsamkeit für die anderen und Solidarität die wichtigste Antwort auf die Pandemie Corona habe gezeigt, dass mit allem zu rechnen sei, deshalb dürften wir auch mit dem Guten rechnen. „Wir haben die Voraussetzungen geschaffen, um die zweite Welle zu brechen. Wir werden auch diese Phase der Pandemie gemeinsam meistern“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.