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Fortschritt

Umweltfreundlich ins Herz des Nationalparks Eifel

Euskirchen – Der Wilde Kermeter im Herzen des Nationalparks Eifel ist ein Natur-Erlebnisraum, der sowohl bei Einheimischen wie auch bei Touristen sehr beliebt ist. Mit Beginn der diesjährigen Freizeitsaison wird es nun noch einfacher, den Wilden Kermeter umweltfreundlich mit dem Bus zu erreichen. Der neue „Kermeter-Shuttle“ (Linie 814) von Gemünd zum Kermeter und weiter zum Urftsee sowie der erweiterte Fahrplan der Buslinie 231 zwischen Gemünd und Heimbach machen es möglich.

„Damit verbessern wir das ÖPNV-Angebot und machen es den Erholungssuchenden noch einfacher und bequemer, umweltfreundlich in den Nationalpark zu kommen“, freut sich der Euskirchener Landrat Markus Ramers. Denn Tatsache sei: Ein Großteil der CO2-Emissionen werde bei der Anreise verursacht. Wieviel das ist, lasse sich mit wenigen Klicks über die Internetseite der Nordeifel-Tourismus berechnen. Ramers: „Der individuelle CO2-Fußabdruck lässt sich deutlich reduzieren, wenn mit Bus und Bahn angereist wird.“

Wolfgang Spelthahn, Landrat des Kreises Düren, kann seinem Amtskollegen nur zustimmen: „Mit dem neuen und erweiterten Mobilitätsangebot im Freizeitbereich leisten wir somit einen wichtigen Beitrag im Bereich des Klimaschutzes. Denn auch über Kreisgrenzen hinweg bieten wir hiermit eine tolle Möglichkeit, den Wilden Kermeter zu besuchen.

Neu im ÖPNV-Angebot ist der „Kermeter-Shuttle“, der in diesem Jahr erstmals vom 15. April bis zum 1. November unterwegs ist. Der Bus fährt an Wochenenden und Feiertagen von Gemünd im Zweistundentakt zum Wilden Kermeter. Ergänzt wird das Angebot mit Pendelfahrten zwischen dem Kermeter-Parkplatz und der Urfttalsperre (Haftenbach). „Damit bietet sich der Kermeter-Shuttle für alle an, die im Natur-Erlebnisraum wandern oder spazieren wollen“, so Ramers. „Vom Parkplatz sind es nur gut zwei Kilometer bis zur Hirschley, wo man einen traumhaften Blick über den Rursee und die Eifelhöhen hat.“ Außerdem biete sich gerade für Familien mit Kindern ein abenteuerlicher Rundgang über den Wilden Weg an, der barrierefrei gestaltet ist.

Die zweite Neuerung betrifft die Kermeter-Linie 231. Hier hat es bereits zum Fahrplanwechsel am Ende des vergangenen Jahres eine Ausweitung des Angebots gegeben. Der Bus fährt seitdem an Wochenenden ganzjährig auf der Strecke und nicht mehr – wie bisher – nur in der Sommersaison von April bis Oktober. Außerdem wurde die Frequenz erhöht.

„Der Wilde Kermeter wird damit das ganze Jahr über von Gemünd und Heimbach aus bedient“, so Landrat Spelthahn. „Das ist zum Beispiel ein tolles Angebot für Gäste, die aus Düren mit der Rurtalbahn bis Heimbach fahren. Sie können so umweltfreundlich mit Bahn und Bus bis zum Kermeter fahren.“ In der am 15. April offiziell beginnenden Freizeitsaison gibt es an Wochenenden und an Feiertagen sogar noch zwei zusätzliche Abendfahrten.

Nicht neu, aber weiter im Dienst bleibt das „Mäxchen“ – der Rurtalbus, der in der Freizeitsaison den Wilden Kermeter ebenfalls von Heimbach aus über Kloster Mariawald ansteuert und dann nach Schwammenauel und zum Wildpark Schmidt weiterfährt.

„Alles in allem ist das ein rundes Paket, um bequem sowohl von Gemünd wie auch von Heimbach in den Nationalpark Eifel zu starten“, so Landrat Ramers. „Wandern und gleichzeitig klimafreundlich unterwegs sein, das lässt sich hervorragend mit den touristischen Buslinien in der Nordeifel kombinieren.“

INFO-KASTEN

Detaillierte Informationen bietet der Flyer „Umweltfreundlich in den Wilden Kermeter“. Hier findet man – neben den Buslinien und Fahrplänen – als Anregung auch drei Tourentipps. Die genauen Fahrpläne und Tourenvorschläge in Kombination mit den Buslinien finden Interessierte auf www.nordeifel-tourismus.de und in einem eigenen Flyer zu den touristischen Linien. Auch die Broschüre „Natur erfahren – mit Bus und Bahn unterwegs in und um den Nationalpark Eifel“ enthält weitere Tourenvorschläge zum Wandern und Radfahren im Nationalpark Eifel, die ganz leicht mit Bus und Bahn erreichbar sind.

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Wirtschaft

Das Handwerk im Dialog mit der Politik

Prüm/Mainz/Koblenz – Parlamentarischer Empfang des Handwerks im rheinland-pfälzischen Landtag. Am Mittwoch, den 30.03.2022 hat der Unternehmerverband Handwerk Rheinland-Pfalz e.V. in enger Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Rheinland-Pfalz und dem Landesverband der Kreishandwerkerschaften Rheinland-Pfalz zum Parlamentarischen Empfang des Handwerks eingeladen.

Mit dem Präsidenten des rheinland-pfälzischen Landtags, Hendrik Hering, der Wirtschaftsministerin, Daniela Schmitt, den Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Landtagsfraktionen, Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Christian Baldauf (CDU), Jutta
Blatzheim-Roegler (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Jan Bollinger (AfD), Philipp Fernis (FDP), Helge Schwab (Freie Wähler) und vielen weiteren Mitgliedern der rheinland-pfälzischen Landesregierung sowie des Landtags tauschten sich die Spitzenvertreter des rheinlandpfälzischen Handwerks über Ursachen, Auswirkungen und Strategien zur Sicherung von Fachkräften aus.

In Zeiten der anhaltenden Corona-Pandemie, der schwierigen Situation bei den Materialpreisen und der Lieferfähigkeit von verschiedenen Materialien sowie bei der angespannten Entwicklung der Energiekosten ist es umso wichtiger, dass das rheinlandpfälzische
Handwerk geschlossen mit einer Stimme spricht.

So unterschiedlich die Herausforderungen in den vielen verschiedenen Handwerksgewerken auch sein mögen: Die Bekämpfung des Fachkräftemangels ist eine ganz zentrale Herausforderung für das Handwerk und betrifft alle Gewerke.

Hierzu gab Kurt Krautscheid als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Handwerkskammern eine grundlegende Einordnung: „Der Fachkräftemangel ist eine der größten wirtschafts- und bildungspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Ein Satz, der
mittlerweile kaum mehr wirkt, weil er so oft wiederholt wird. Ein Satz, der aber jetzt schon Auswirkungen auf unseren Alltag hat und in einigen Jahren noch wesentlich härter zu spüren sein wird. Trotz bester Einstellungs- und Karrieremöglichkeiten entscheiden sich junge,
talentierte Menschen viel zu selten für eine solide Ausbildung im Handwerk. Gleichzeitig steigt die Zahl der Studenten. Um diesem Trend entgegenzuwirken, müssen wir ein stärkeres Bewusstsein für die Attraktivität des Handwerks schaffen.“

Hierauf ging Johannes Lauer als Vorsitzender des Unternehmerverbands Handwerks RLP in seinem Impulsvortrag ein und machte deutlich, dass die Stärkung des dualen Ausbildungssystems der entscheidende Schlüssel ist, um die Fachkräfteproblematik in den
Griff zu bekommen. Hierzu formulierte er fünf kurze und prägnante Forderungspunkte an die Politik:

1. Schulabsolventen müssen ausbildungsreif sein. Oftmals müssen die Betriebe nachschulen, bevor es an die Vermittlung von Fachwissen geht. Hier muss die Grundlagenvermittlung – angefangen in der Grundschule – besser werden.

2. Wir müssen uns auf Bundesebene dafür einsetzen, dass das sog. Aufstiegs-BAföG auf dem zuletzt erhöhten Niveau nicht nur gesichert, sondern gerade im Bereich der Förderzuschüsse nochmals ausgeweitet wird.

3. Im Bereich der Berufsschulen sowie der überbetrieblichen Ausbildungsstätten bedarf es einer Modernisierungsoffensive.

4. Die Mobilität von Auszubildenden ist gerade im ländlich geprägten Rheinland-Pfalz zu verbessern.

5. Nicht zuletzt muss es uns auch gelingen, dass Bewerber und Betriebe besser zueinander finden können und zusammengebracht werden.

In einem abschließenden Impulsbeitrag machte Gerd Benzmüller als Vorsitzender des Landesverbands der Kreishandwerkerschaften Rheinland-Pfalz nochmals deutlich, dass es keinen Unterschied in der Wertigkeit der beruflichen und akademischen Bildung geben dürfte.

Ein Meistertitel muss auf eine Stufe mit einem Master gestellt werden. Auch im Bereich der Berufsorientierung muss das Land dafür Sorge tragen, dass die Berufsorientierung an den Schulen nach einheitlichen Standards abläuft und vor allem der Fokus stärker als bisher auf die duale Ausbildung gelegt wird.

„Um sicherzustellen, dass auch Lehrer frühzeitig und angemessen die Möglichkeit haben, sich mit den Inhalten und Chancen einer dualen Ausbildung vertraut zu machen, möchten wir anregen, dass diese im Rahmen des Vorbereitungsdienstes für das Lehramt die
Bildungszentren des Handwerks besuchen oder betriebliche Kurzpraktika absolvieren. Zudem ist uns ein Berufs- und Studienorientierungstag an den Schulen zu wenig. Dieses Format sollte
auf eine Woche der Berufsorientierung ausgeweitet werden.“

In Rheinland-Pfalz erwirtschaften über 53.000 Handwerksbetriebe einen Umsatz von ca. 32 Milliarden Euro und beschäftigen rund 262.000 Mitarbeiter, davon knapp 20.000 Auszubildende.

An dem Parlamentarischen Empfang des Handwerks in Mainz haben auch von der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region der Vorsitzende Kreishandwerksmeister Raimund Licht und Geschäftsführer Dirk Kleis und Stellvertreter Christian Weirich teilgenommen.

Vom Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland waren Landesinnungsmeister Bernd Kiefer und Vorstandmitglied Wilma Guckert-Stolz (beide Region Rheinhessen) mit vor Ort in Mainz.

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Vereinsumfrage im AW-Kreis – Ergebnisse liegen vor

Ahrweiler – Projektteam „Weitermachen! Kreis Ahrweiler“ unterstützt auch im Einzelfall. Rund 150 Vereinsvorstände und ehrenamtlich Engagierte aus dem Kreis Ahrweiler haben in den vergangenen Wochen an einer Online-Umfrage des Projektteams „Weitermachen! Kreis Ahrweiler“ der Kreisverwaltung teilgenommen. Befragt wurden sie zu aktuellen Herausforderungen und Wünschen. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Ein Großteil der Befragten – rund 81 Prozent – gab an, dass ihr Verein vor allem unter den Folgen der Corona-Pandemie leidet. Darüber hinaus ist rund die Hälfte der teilnehmenden Vereine im Kreis zudem von der Flut im vergangenen Jahr betroffen. So müssen unter anderem Gebäude instand gesetzt, Geräte neu angeschafft und Plätze wieder bespielbar gemacht werden. Darüber hinaus stellen nach eigenen Angaben die Arbeit im Vereinsvorstand (19 Prozent) und die Anzahl der Mitglieder (rund 20 Prozent) die Vereine vor Herausforderungen.

In diesem Zusammenhang äußerten die Vereine insbesondere den Wunsch nach individueller Unterstützung (rund 50 Prozent). Des Weiteren wünschte man sich weitere Schulungen (rund 21 Prozent) und Veranstaltungen (rund 14 Prozent) – hauptsächlich zu drängenden Themen der Vorstandsarbeit.

Neben der allgemeinen Umfrage bestand für die Vereine zudem die Möglichkeit, Fragen, Wünsche und Anregungen an das Projektteam zu stellen und Einzelfälle zu schildern. Insgesamt haben 60 Vereine dieses Angebot wahrgenommen. 30 von ihnen konnten bereits mit konkreten Angeboten aus dem Projekt „Weitermachen! Kreis Ahrweiler“ unterstützt werden. Vor allem die eigens entwickelte App „MeinBeitrag“ sowie die Beratung durch die „Ehrenamt-Senior-Experten“ wurden angeboten.

Mit dem Kommunikations- und Vermittlungsportal „MeinBeitrag“ werden Freiwillige im Kreis Ahrweiler unterstützt, ihre Ideen und Zuarbeit anzubieten oder das passende ehrenamtliche Engagement zu finden. Vereine und Initiativen können auf diese Weise die für sie passende Hilfe für Veranstaltungen und Projekte finden. „MeinBeitrag“ ist eine kostenfreie, webbasierte App und kann somit als Internetportal aufgerufen oder aber auch als App auf dem Smartphone genutzt werden.

Das Angebot der „Ehrenamt-Senior-Experten“ richtet sich an junge beziehungsweise neue Vereinsverantwortliche und unterstützt sie bei der Übernahme eines Vorstandsamts. Die Experten bieten Beratung, Mentoring und Hilfestellung im Rahmen ihres Erfahrungsschatzes.

Zusätzlich zur unmittelbaren Hilfe und Unterstützung der Vereine fließen die Umfrage-Ergebnisse zudem in die zukünftige Arbeit des Projektes „Weitermachen! Kreis Ahrweiler“ ein. Weitere Informationen gibt es beim Projektteam in der Abteilung Förderprogramme/Landwirtschaft der Kreisverwaltung Ahrweiler und online unter https://kreis-ahrweiler.de/ehrenamt/weitermachen/.

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Großartiger Leseabend mit dem Journalisten und Autor Jürgen Wiebicke im Mechernicher Rathaus

Mechernich – Wie das Leben so spielt, und das Sterben vor sich geht, darüber erfuhren knapp hundert Besucher einer Benefizlesung mit dem Kölner Autor und Journalisten Jürgen Wiebicke eine ganze Menge, die Freitagabend ins Mechernicher Rathaus gekommen waren.

Viele Besucher der Benefizlesung und auch Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo (r.), ließen sich ihre Buchexemplare vom Autor Jürgen Wiebicke signieren. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Der Moderator des „Philosophischen Radios“ montags abends auf WDR 5 hatte vor Jahresfrist der Einrichtungsleiterin Sonja Plönnes und Hospizleiterin Verena Izzo vom Sozialwerk der Communio in Christo bei einer Lit.Eifel-Veranstaltung in die Hand versprochen, er werde zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung fürs Hospiz Stella Maris der Communio wieder nach Mechernich kommen.

Es war nicht das erste Mal, denn bereits vor Jahren hatte Jürgen Wiebicke die Communio und ihre Pflegeinrichtungen besucht und war beim Gründungsgedenktag des Ordo als Referent und Moderator zum Thema Tod und Sterben aufgetreten. Auch diesmal sei es ihm umso leichter gefallen, nach Mechernich zu kommen, da er der Hospizidee und dem Hospiz sehr eng verbunden sei, erklärte der Autor im gutgefüllten Ratssaal.

Dann eröffnete er den gemischten Vorlese- und Gesprächsabend mit einer Passage vom Ende, dem allmählichen Dahinscheiden und Tod seiner Mutter im Hospiz. Es ging dabei – und im Buch „Sieben Heringe“ generell – nicht um voyeuristische Inaugenscheinnahme. Hier findet eine Würdigung von Menschen der Kriegsgeneration und ihrer von der Nazidiktatur geprägten Biographien statt.

Ohne Grimm und Vertuschung

Bei Jürgen Wiebickes Mutter, die neben seinem Vater Hauptdarstellerin des bei der Benefizlesung im Mittelpunkt stehenden Buches „Sieben Heringe“ ist, geht es um die aktive und deshalb schmerzliche, aber auch befreiende Bilanzierung des eigenen Lebens.

Das sich bei der Betrachtung ohne Grimm, aber auch ohne grobe Vertuschung als reich entpuppt. Nicht, weil es komplikationslos verlaufen und alles gelungen wäre, sondern, ganz im Gegenteil, weil es so voller Schwierigkeiten steckte und voller Leben war.

Herrlich etwa die Schilderung der ersten Begegnung zwischen Mutter und Vater Wiebicke auf einer Wiese, auf der er die Schafe hütete und sie nach Kaninchenfutter für die „Stallhasen“ daheim suchte. Er half ihr Kettensträucher und Wegerich zu suchen: „Lass es uns gemeinsam tun“, ein Schlüsselsatz fürs ganze Leben… Doch zum Treffen am nächsten Nachmittag hatte er bereits einen ganzen Sack voll Karnikelfutter für sie gerupft. Jürgen Wiebicke: „Das war sein Strauß roter Rosen für sie, ein Sack voll Kaninchenfutter…“

Doch die romantischen Szenen können in dieser Ehe – wie in den meisten anderen – nicht überwogen haben, sondern werden wohl eher die seltene Ausnahme gewesen sein, vermutet der Sohn und Autor: „Aber ich bin froh, dass es sie gab, und ihre Ehe keine reine Versorgergemeinschaft war…“

Trauma der Kriegsgeneration

Das Leben seiner Mutter war aber nicht nur voll Leben, sondern, wie sie dem Sohn im Angesicht des eigenen Todes offenbart, auch voller Tod. Kein Wunder nach zwei in der Familie („natürlich“) nicht thematisierter Abtreibungen. Oder der unverarbeitete Anblick auf Kindergröße geschrumpfter Brandbombenopfer im Zweiten Weltkrieg, der der Mutter noch auf dem Sterbelager Albträume bescherte.

Jürgen Wiebicke hatte auch Trost für die Hinterbleibenden mit nach Mechernich gebracht: „Wundern Sie sich nicht, wenn Sie sich nachher ein bisschen verrückt vorkommen… Aber Trauernde können sich nicht aussuchen, woran sie denken wollen, wenn sie doch ständig wie vom Blitz getroffen werden…“

Das Reden (und wohl auch das Schreiben, wie in seinem Fall) helfen auf jeden Fall bei der Bewältigung, so Jürgen Wiebicke: Sie verhindern, dass „Geschichten für immer mit in die Grube fahren, die dieses Leben geschrieben hat“. Seine Mutter habe sich selbst „freigesprochen“, indem sie ihm erzählte, was wirklich los war, und er sollte es nicht für sich behalten, sie war auch einverstanden, dass der Autor es seinen Lesern und Zuhörern weitergibt.

Das seien keine „Abenteuergeschichten“ mehr gewesen nach der Art, wie sie Erwachsene aus ihrem reichhaltigen Erleben den Kindern vorzutragen pflegen, so Jürgen Wiebicke: „Wenn man alles zur Sprache bringt, auch das Schwere, dann kann das die Wirklichkeit verändern. Das Schwere geht nicht weg, wenn man es verschweigt…“

Ohne Zorn und ohne Vorwurf brachte der studierte Germanist und Philosoph, Jahrgang 1962, auch die Bewältigung oder Verdrängung der Nazivergangenheit einer ganzen Generation zur Sprache. Und er brachte Beispiele für einen „inneren Faschismus“, der nicht nur die Kinder des Krieges befallen hatte, sondern auch die Generation nach ihnen, die oft keine Sprache für Emotionen finde und wie gepanzert durchs Leben gehe.

Es war ein großartiger Lese- und Erzählabend in angenehmer Atmosphäre, der sich nicht nur auf literarischem und philosophischem Boden bewegte, sondern die Menschen im Auditorium zu versöhnen suchte mit dem Leben und dem Menschsein.

Sehr viele Zuhörer erwarben „Sieben Heringe“ am Büchertisch der Buchhandlung Schwinning und ließen sich ihr Exemplar von Jürgen Wiebicke signieren. Der Erlös der Benefizlesung kommt dem Hospiz Stella Maris des Ordo Communionis in Christo zugute. Die Unkosten übernahmen „Schäfer Reisen“ und die Lang & Roggendorf Medien GmbH („ProfiPress“).

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Impulse

Volker Weininger – Der Sitzungs-Präsident am 30. April 2022 in der Laacher See Halle Mendig

Mendig – Solo! Die Spannung steigt: Nur noch wenige Stunden bis zur feierlichen Proklamation des Prinzenpaares der KG Raderdolle Spritköpp von 1493 e.V. – ohne Zweifel DAS gesellschaftliche Highlight des Jahres im Dorf. Und zum ersten Mal hat der kleine Verein weder Kosten noch Mühen gescheut, dafür eine ganz große Nummer aus dem Kölner Karneval zu verpflichten. Da darf man natürlich nichts dem Zufall überlassen und deshalb überwacht der Sitzungspräsident höchstpersönlich die letzten Vorbereitungen. Bei ein paar Stützbier sitzt er im Vereinslokal und passt auf, dass alles klappt – Karneval darf man schließlich nicht den Amateuren überlassen! Und weil der Sitzungspräsident sich selbst noch immer am liebsten reden hört, kommt er dabei schnell vom Hölzchen aufs Stöckchen. Klar, dass da kein Thema vor ihm sicher ist – eben ganz nach seinem Motto: Von nix ne Ahnung, aber zu allem ne Meinung!

Im rheinischen Karneval ist Volker Weininger als „Der Sitzungspräsident“ der ungekrönte König im 0,2-Liter-Sprint. Er gehört dort mittlerweile zu den gefragtesten Rednern und ist regelmäßiger Gast bei den großen Fernsehsitzungen. Jetzt geht er mit seinem leicht angesäuselten Alter Ego auf die Langstrecke und gönnt seiner Paraderolle mit Solo! endlich einen ganzen Abend, denn es gibt einfach viel zu viel, was noch nicht erzählt worden ist. Und wenn sich der Sitzungspräsident auf der Bühne zügig aber ohne Hast ans Kölschglas macht, dann wird ganz schnell klar: Hier steht der lebende Beweis dafür, dass man auch mit Alkohol lustig sein kann!

Volker Weininger hat seit 2009 mehrere preisgekrönte Kabarettprogramme auf die Bühne gebracht. Außerdem ist er als Autor tätig und schreibt u.a. für die Kölner Stunksitzung.

„Herrlich komisch!“ (EXPRESS Düsseldorf)

„Der neue Stern am Redner-Himmel.“ (Kölner Stadt-Anzeiger)

„Der neue Star in der Bütt!“ (EXPRESS Köln)

Die Veranstaltung wird in der Laacher See Halle Mendig unter der 3G-Regelung um 20.00 Uhr stattfinden. Einlass ist bereits ab 19.15 Uhr.

Ticketverkauf:
Tabakwaren Blum, Poststr. 27, 56743 Mendig
www.ticket-regional.de/kul-tour

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Die Welt zu Gast in Kreuzau – Foto-Ausstellung von Jonas Heimbach im Rathaus Kreuzau

Kreuzau – Der junge Künstler Jonas Heimbach zeigt bis zum 29. April 2022 im Rathaus Kreuzau 42 seiner schönsten Fotos, die auf seinen Weltreisen entstanden sind. Es sind Aufnahmen aus verschiedenen Ländern, welche Geschichten von Begegnungen mit atemberaubenden Landschaften, traumhaften Städten und wilden Tieren erzählen.

Der Name der Ausstellung „Heimat in der Ferne“ ist inspiriert durch das Gefühl, was der Künstler immer hat, wenn er zu einer Reise aufbricht. „Wenn ich in ein Flugzeug, auf ein Schiff oder in einen Zug steige, habe ich nicht mehr das Gefühl, mich auf eine Reise ins Unbekannte zu begeben. Stattdessen empfinde ich ein angenehmes Gefühl der Ruhe und des Wissens, nun wieder in meinem Element zu sein. Als würde sich das Verlassen meines Zuhauses zeitgleich wie das Ankommen in meiner ganz eigenen Heimat anfühlen“, so Jonas Heimbach.

Jonas Heimbach ist 21 Jahre alt, kommt aus Düren und begeistert sich seit seiner Kindheit für Tiere, Natur und Fotografie. Inzwischen ist die Fotografie in Verbindung mit seiner Liebe für Natur und Reisen zu einem zentralen Punkt in seinem Leben geworden. Als jüngstes Mitglied der Fotografischen Gesellschaft Düren eröffnete er mit 16 Jahren seine erste Ausstellung. Nach seinem Abitur 2019 reiste er für mehrere Wochen und Monate in der Welt herum. Ob Wanderungen im Himalaya und Kaukasus, Tiger-Safari im Dschungel Nepals oder Zugreise mit dem Rucksack durch Europa, all dies sind nur ein paar der vielen Abenteuer, die er erlebte und ihn zu dem Menschen gemacht hat, der er heute ist! Neben der Fotografie hat Jonas Heimbach inzwischen auch an weiteren Kunstrichtungen wie dem Schreiben von Büchern, Filmen oder grafischer Malerei seinen Spaß gefunden und ergänzt damit seine fotografischen Projekte.

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Tierpark Alsdorf erfährt Unterstützung durch Hoftrac 1390 – Allrounder unterstützt das Tierpark-Team

Alsdorf – Ein echter Allrounder unterstützt jetzt die Arbeit des Tierpark-Teams um seinen Leiter Stefan Heffels. Er hat nicht nur Bärenkräfte, sondern auch einen Hang zur Sauberkeit. „Zwar passt er nicht in unsere Arbeitsanzüge, dafür erledigt er Aufgaben mehr oder weniger alleine, bei der wir vorher mit drei, vier Mann anpacken mussten“, lacht Heffels. Die Rede ist vom knallroten Hoftrac 1390.

Dieses Multitool ist nicht nur spielend leicht zu bedienen – Bürgermeister Alfred Sonders drehte gleich eine Runde auf dem Verkehrsübungsplatz am Tierpark damit –, er verfügt zudem über eine Reihe von Fähigkeiten für verschiedene Arbeitszwecke. Mit einer Palettengabel, etwa zum Transport von Mobiliar oder Blumenkübel, oder einer Krokogabel zum Aufnehmen großer Heu- und Strohballen oder zum Greifen von Baumstämmen. Außerdem unterstützen eine Schaufel und eine Kehrmaschine das Reinigen der Gehwege.

Bürgermeister Alfred Sonders, der zugleich Vorsitzender des Tierpark-Vereins ist, und Stefan Heffels sind sich einig: „Durch die Erweiterung der Aufgabengebiete im Tierpark Alsdorf war die Anschaffung dieses Fahrzeugs dringend notwendig.“ Die Anschaffungskosten von etwa 67.500 Euro wurden durch die Freizeitobjekte Gesellschaft Alsdorf mbH (FOGA) gedeckelt, etwa auch durch den Ertrag aus den Parkgebühren auf dem Tierparkparkplatz. (apa)

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Bewegung in die Dörfer – Schulungs-Angebot am 9. und 10. April in Plaidt

Plaidt/Mayen-Koblenz – 32 Ortsgemeinden aus dem Landkreis Mayen-Koblenz beteiligen sich aktuell am Projekt „Bewegung in die Dörfer“. Ziel des Projektes ist es, ältere Menschen, die sportlich wenig affin sind, bei regelmäßigen Treffen zur Bewegung zu motivieren und gemeinschaftliche Aktionen zu organisieren. Rund 70 sogenannte Bewegungsbegleiter, die die Treffen leiten, wurden bisher dafür ausgebildet. Am 9. und 10. April gibt es die Möglichkeit für weitere interessierte Personen, sich in einem zweitätigen Kurs zum Bewegungsbegleiter ausbilden zu lassen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Ausrichter sind die Landesvereinigung für ländliche Erwachsenenbildung in RLP und die LandFrauen Mayen-Koblenz in Kooperation mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz. Bei der Schulung steht sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen über körperliche Veränderungen und Bedürfnisse des Alltags im Alter im Fokus. In zahlreichen praktischen Übungen erhalten die Bewegungsbegleiter vielseitige Ideen, die sie zu ihren örtlichen Bewegungsgruppen mitnehmen können. Vor den Corona-bedingten Einschränkungen nahmen mehr als 400 ältere Menschen aus dem Landkreis regelmäßig an den Bewegungsangeboten teil. „Wir hoffen, dass bald wieder feste Treffen in Präsenz angeboten werden können. Und natürlich hoffen, wir dass weitere Gemeinden am Projekt Bewegung in die Dörfer teilnehmen und wir neue engagierte und motivierte Bewegungsbegleiter gewinnen können“, sagt Lea Bales, die als Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung das Projekt betreut.

Weitere Informationen zum Projekt „Bewegung in die Dörfer“ bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz, Lea Bales, Telefon: 0261/108-275, E-Mail: lea.bales@kvmyk.de Anmeldung zur Schulung unter https://www.lzg-rlp.de/de/schulungen.html

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„Freude am Leben“ – Otmar-Alt-Ausstellung in der Kunstakademie Heimbach eröffnet

Düren – „Die Kunst von Otmar Alt inspiriert und zeigt die positiven Seiten des Lebens. Gerade in schwierigen Zeiten, wie wir sie gerade erleben, sendet diese Kunst ein wichtiges Signal der Hoffnung“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn zu Beginn seiner Laudatio für den Künstler Otmar Alt bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 03. April. In der Internationalen Kunstakademie Heimbach werden unter dem Motto „Freude am Leben“ bis zum 1. Mai insgesamt 75 Werke des bekannten Malers ausgestellt.

Gezeigt Malereien, Druckgrafiken und Skulpturen, die der Mitgründer der Kunstakademie und dortige Dozent zwischen 2003 und 2022 geschaffen hat. Bunt, abstrakt und kraftvoll präsentieren sich die Werke in drei Ausstellungsräumen auf zwei Ebenen. „Ich möchte Otmar Alt herzlich danken für das großartige und langjährige Wirken in seiner zweiten Heimat – dem Kreis Düren. Wie wir sehen, hat uns Otmar Alt viel Freude in den letzten Jahrzehnten vermittelt“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn vor den anwesenden Gästen. Auch der Direktor der Internationalen Kunstakademie Heimbach, Prof. Dr. Frank Günter Zehnder, würdigte den heute 81-Jährigen: „Otmar Alt ist eine Person mit tiefer Menschlichkeit und Optimismus. Seiner Ansicht nach trägt der Künstler nicht nur die Verantwortung für ein Werk, sondern auch für die Gesellschaft. Durch die Komposition des Bildes werden Botschaften vermittelt, die mit Worten in der Form nicht ausgedrückt werden können.“

In jedem seiner Werke stecken viel persönliche Beobachtung, Lebenserfahrung, Schalk sowie das Farb- und Formenspiel. Zum ersten Mal zu sehen ist sein neuestes Bild aus dem Frühjahr „Alte Kunst in neuen Mauern“ (2022), das die Burg Hengebach, die Heimat der Akademie, in den Mittelpunkt rückt. Letztmals wird der mit fünfzehn farbigen Blättern reichste Bildzyklus „Pinguin“, Alts Lieblingstiere, gezeigt, da er in Privatbesitz ist.

Zeitgleich mit der Otmar-Alt-Ausstellung werden handgefertigte Keramiken von den Bewohnern aus dem Stammhaus Jülich, einer Wohngemeinschaft junger Erwachsener mit Behinderung, ausgestellt. Der Töpfermeister Arno Schlader, der bis zu seinem Tod 2010 ein enger Freund von Otmar Alt war, hat viele Jahre mit den Bewohnern ehrenamtlich getöpfert und sie für dieses Handwerk begeistert. „Es ist ein tolles Zeichen, dass beide Ausstellungen parallel hier laufen“, sagt der Landrat, der auch Vorsitzender der Trägervereins der Kunstakademie ist. Die Feierstunde in Heimbach wurde musikalisch von dem Trompeter Rüdiger Baldauf begleitet.

Otmar Alt bedankte sich für die wundervollen Worte und zeigte sich gerührt. „Kunst ist wie ein Grundnahrungsmittel – unverzichtbar“, so seine Devise. Er ist ein wichtiger Teil der Geschichte des Kreises Düren, der in diesem Jahr 50 Jahr alt wird, wie der Landrat betonte. So dürfte beispielsweise der kunstvoll gestaltete Zug der Rurtalbahn noch vielen im Gedächtnis sein. Umso erfreulicher ist es, dass das Jubiläumsjahr des Kreises in der Kunstakademie bunt, kreativ und lebensfroh mit den neuen und älteren Kunstwerken und der Ausstellung gefeiert wird, so der Landrat

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Die Vulkaneifel – ein Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum“

Daun – Autorinnen und Autoren für die 50. Ausgabe des Heimatjahrbuches gesucht! Schwerpunktthema der Jubiläumsausgabe: „Leben und Arbeiten, wo andere Urlaub machen“. Das Heimatjahrbuch des Landkreises Vulkaneifel feiert Jubiläum: 1973 ist das erste Buch erschienen – im nächsten Jahr kommt die 50. Ausgabe heraus.

Unter dem Motto „Leben und Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Die Vulkaneifel: ein Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum“ möchte der Redaktionsausschuss des Heimatjahrbuches mit dem Schwerpunktthema dieser Jubiläumsausgabe Lust machen auf unsere wunderschöne Region, auf einen einzigartigen Lebensraum, aber auch auf ein vielfältiges Angebot an Branchen und Betrieben, an interessanten Arbeitsplätzen, an Vereinsstrukturen, an hochwertigen kulturellen Veranstaltungen. An allem, was uns hier leben und arbeiten lässt und was wir hier lieben und schätzen. Denn wir haben deutlich mehr als nur unsere einzigartige Landschaft zu bieten.

Machen Sie Werbung für unseren Landkreis und unsere Region!

Stellen Sie uns Ihren Betrieb vor, Ihren Verein, Ihr Dorf, Ihre Kulturveranstaltung, Ihr Fest oder Festival. Gerne können Sie dabei auch den Blick zurück in die letzten 50 Jahre richten:

Wir sind gespannt auf Ihre Beiträge – selbstverständlich können Sie uns darüber hinaus auch Beiträge zu den Themen „Aktuelles Kreisgeschehen“, „Geschichte „und Geschichten“, „Natur und Landschaft“ sowie Fotos zusenden.

Ihre Beiträge richten Sie bitte bis um 31. Mai 2022 an Verena Bernardy und Elke Sprünker: heimatjahrbuch@vulkaneifel.de