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Stille Kranzniederlegung am Volkstrauertag in Sinzig-Bad Bodendorf

Sinzig-Bad Bodendorf, 16.11.2020 – Die alljährliche Gedenkstunde zum Volkstrauertag auf dem Soldatenfriedhof Sinzig-Bad Bodendorf fand in diesem Jahr als stille Kranzniederlegung statt. Der Erste Beigeordnete Horst Gies, MdL, in Vertretung für Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Bürgermeister Andreas Geron, Brigadegeneral Dag Baehr, Kommandeur Kommando Strategische Aufklärung Grafschaft-Gelsdorf, Heinz-Wilhelm Schaumann, Kreisvorsitzender Sozialverband VdK, und Bettina Hörter, Bezirksgeschäftsführerin Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Koblenz-Trier, gedachten gemeinsam der Opfer von Kriegen und Gewalt. Dechant Frank Klupsch und Pfarrerin Kerstin Laubmann sprachen im Wechsel das Totengedenken.

Wegen der Corona-Pandemie fand die zentrale Gedenkstunde des Kreises Ahrweiler ohne Beteiligung der Öffentlichkeit statt. Auf öffentliche Reden und einen musikalischen Rahmen wurde aus Gründen des Infektionsschutzes ausdrücklich verzichtet.

Der Soldatenfriedhof in Bad Bodendorf gehört – auch wegen seiner Nähe zur geschichtsträchtigen Brücke von Remagen – zu den bekanntesten Gedenkstätten des Landes. Hier liegen über 1000 Soldaten begraben, die im Frühjahr 1945 die letzten Kriegswochen in den sogenannten Rheinwiesenlagern in der „Goldenen Meile“ zwischen Remagen und Sinzig nicht überlebt hatten.

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Hochwald-Wasser für Börde-Bauern? Mechernicher Molkerei kann 2,5 Millionen Liter gereinigte Abwässer täglich zur Verfügung stellen

Mechernich/Zülpich, 16.11.2020 – Für die künstliche Beregnung von Feldern hat Thorsten Oberschmidt, der Geschäftsführer der Hochland Foods GmbH, den Landwirten in der trockenen Zülpicher Börde 2,5 Millionen Liter gereinigtes Molkereiabwasser täglich angeboten.

Für die künstliche Beregnung von Feldern in der trockenen und niederschlagsarmen Zülpich-Euskirchener Börde könnte die im Gewerbegebiet Mechernich-Obergartzem III entstehende Großmolkerei der Hochland Foods GmbH 2,5 Millionen Liter gereinigtes Molkereiabwasser täglich liefern. Luftbild: Hochwald/pp/Agentur ProfiPress

Das Abwasser in Trinkwasserqualität kommt aus der noch im Bau befindlichen Großmolkerei im Gewerbegebiet Obergartzem III der Stadt Mechernich. Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, selbst Landwirt und promovierter Agraringenieur, begrüßt das Angebot der Mechernicher Großmolkerei schon allein aus ökologischen Gründen: „Das reduziert die Entnahme von Grundwasser in der Börde, um dessen Pegelstand es ohnehin nicht gut bestellt ist.“

Außerdem sieht es der Verwaltungschef nicht ungern, wenn Unternehmen aus der Stadt Mechernich gesamtwirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Verantwortung erkennen lassen. So wurde am Rande der zurzeit laufenden Spielplatzsanierungen in der Stadt auch schon erwogen, von Bleibelastung freien Aushub ebenfalls von der Hochwald-Baustelle in Obergartzem III zu beziehen.

Sondierung bei den Bauern

Die Kreisverwaltung Euskirchen plant aufgrund des Hochwald-Angebots jetzt erstmal eine Information der Landwirte, die davon partizipieren könnten. Achim Blindert, der zuständige Geschäftsbereichsleiter, gab dazu nach dem ersten Sondierungsgesprächen mit den Landwirten eine Pressemitteilung heraus.

Darin heißt es unter anderem: „Mit 1700 Sonnenstunden ist Zülpich ganz weit vorne in ganz Deutschland. Die fruchtbaren Böden machen die Bördelandschaft zu einem äußerst ertragreichen Anbaugebiet für die Landwirtschaft. Allerdings ist die im Lee der Nordeifel liegende Region auch sehr niederschlagsarm.“

Aufgrund des Klimawandels und der heißen und trockenen Sommer habe sich die jährliche Regenmenge noch verringert. Blindert: „Die Landwirte sehen diese Entwicklung mit großer Sorge, da die Bewässerung der riesigen Felder zunehmend schwieriger wird.“

Für den Kreis sei gezieltes Wassermanagement unter Einbindung aller Akteure das Ziel. Und zwar frühzeitig. Es soll eine Strategie erarbeitet werden, um den regionalen Anbau von Lebensmitteln zu sichern. Die Konkurrenz um die Trinkwassernutzung werde in Zukunft eher noch zunehmen, so Achim Blindert.

Die Grundwassermenge in der südlichen Rur-Scholle sei natürlich begrenzt. Der Erftverband berate die Bauern wo und wie Brunnen für die Bewässerung gebaut werden könnten. Bei einer Infoveranstaltung des Kreises informierte die Landwirtschaftskammer über Fördermöglichkeiten für Bewässerungsnetze. Voraussetzung sei der Zusammenschluss der Landwirte zu einem Wasser-/ Beregnungsverband.

Geschäftsführer Thorsten Oberschmidt erklärte die grundsätzliche Bereitschaft der Mechernicher Großmolkerei Hochwald, der Landwirtschaft zu helfen. Das Werk Mechernich bezieht 700.000 m³ Trinkwasser im Jahr für den laufenden Betrieb und kann davon täglich 2500 Kubikmeter gereinigt zur Beregnung von Feldern abgeben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

Hochwald fühlt sich verpflichtet

Und der könne einen Teil der benötigten Wassermenge von „Hochwald“ in Obergartzem beziehen. Geschäftsführer Thorsten Oberschmidt erklärte die grundsätzliche Bereitschaft der Mechernicher Großmolkerei zu helfen. Nach der Inbetriebnahme des Werks stehe eine gereinigte Abwassermenge von bis zu 2500 m³ pro Tag zur Verfügung, die zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen dienen könnte.

Oberschmidt betonte, dass Hochwald sich als eine landwirtschaftliche Genossenschaft der Landwirtschaft verpflichtet und verbunden fühle und die regionale Wertschöpfung sichern möchte. Das natürliche Wasserangebot könnte somit durch das gereinigte Abwasser der Molkerei ergänzt werden, denn der öffentlichen Trinkwasserversorgung sei grundsätzlich Vorrang vor anderen Nutzungen einzuräumen. In dieser Hinsicht könnte der Kreis Euskirchen eine Vorreiterrolle einnehmen und die regionalen Wertschöpfungsketten durch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft stärken.

Der Kreis will weiter über die Möglichkeiten einer Verbandsgründung informieren. Dazu Achim Blindert: „Eine Kooperation der Betriebe kann zu einer nachhaltigen Verteilung des Wasserangebotes führen und somit die Existenz der Betriebe auch in möglicherweise folgenden Dürrejahren sichern.“

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Stadt Schleiden bleibt in finanzieller Hinsicht weiterhin auf Kurs –Einnahmeverluste und Mehraufwendungen durch Corona-Pandemie

Schleiden, 16.11.2020 – Ein Haushalt mit vielen Unbekannten. Der Erste Beigeordnete und Stadtkämmerer der Stadt Schleiden, Marcel Wolter, legte dem Schleidener Stadtrat am 12. November den siebten ausgeglichenen Haushaltsentwurf für das Jahr 2021 mit einem Überschuss von 11.300 Euro im Ergebnishaushalt vor und bestätigt damit die insgesamt positive aber auch notwendige Entwicklung der Haushaltslage der Stadt Schleiden.

Die Steuerhebesätze bei den Grund- und Gewerbesteuern werden beibehalten. Zudem bleibt das Leistungsangebot der Stadt Schleiden sowohl in der Verwaltung als auch beim Bauhof uneingeschränkt bestehen. In den Bereichen Wirtschaftsförderung und Ordnungswesen wird aufgrund der Corona-Pandemie mit erhöhtem Verwaltungs- und Betreuungsaufwand gerechnet. Ebenso ist vorgesehen, den IT-Service der Stadtverwaltung im Hinblick auf die weitere Digitalisierung in den städtischen Schulen zu stärken.

Finanzielle Folgen der Corona-Pandemie

Die wohl größte Unbekannte im Haushaltsentwurf sind die vielen, nicht kalkulierbaren finanziellen Auswirkungen und Folgen der Corona-Pandemie. „Wie hoch die Einnahmeverluste und die Mehraufwendungen aufgrund der Pandemie im Jahr 2021 sein werden, ist völlig offen“, so Wolter in seiner Haushaltsrede.  Im Bereich der Gewerbesteuer sowie der Anteile der Einkommenssteuer und der Umsatzsteuer sieht die Planung 2021 einen Rückgang von über 0,5 Millionen Euro zu den Planzahlen 2020 vor. Hinzukommen Mindererträge bei den Fremdenverkehrs- und Kurbeiträgen sowie „coronabedingte“ Mehraufwendungen.

Deswegen habe man von der haushaltsrechtlichen „einzigartigen“ Möglichkeit Gebrauch gemacht und einen außerordentlichen Ertrag in Höhe von 500.000 Euro im Haushaltsplan 2021 eingeplant. Diese „Luftnummer“, so wie Wolter sie in seiner Haushaltsrede nennt, neutralisiert die prognostizierten Belastungen aus der Corona-Pandemie, zumindest rein rechnerisch. Damit wird die Genehmigungs-fähigkeit der Haushaltssatzung 2021 und damit die Handlungsfähigkeit der Stadt Schleiden abgesichert.

 Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden ist eine der größten Investitionsmaßnahmen der nächsten Jahre

In der Finanzplanung 2021 bis 2024 ist vor allen Dingen der Neubau bzw. die Wiederherstellung des Städtischen Johannes-Sturmius-Gymnasiums vorgesehen. Dennoch werden weitere größere Investitionsmaßnahmen, wie beispielsweise der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Herhahn, die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Digitalpakt Schulen, der Bau des Sportparks Schleiden und der Neubau der Brücke in Oberhausen eingeplant. Die Vorgaben des „alten Stadtrates“, wie das Investitionsprogramm für die freiwillige Feuerwehr (Brandschutzbedarfsplan) und das Fahrzeugkonzept für den Bauhof, wurden ebenfalls in den Haushaltsentwurf 2021 übernommen.

Über 40 Prozent der gesamten Erträge fließen in sogenannte „Umlageverbände“

Mit der Kreisumlage, die mit ca. 11,4 Millionen Euro kalkuliert wurde, leitet die Stadt Schleiden knapp 34 Prozent ihrer gesamten Erträge von rund 34,3 Millionen Euro an den Kreis Euskirchen weiter. Hinzu kommen weitere Umlagen an den Sonderschulzweckverband, den Musikschulzweckverband und den Wasserverband Eifel-Rur, so dass über 40 Prozent der gesamten Erträge an Kreis und Verbände fließen.

Der neu gewählte Stadtrat hat nun die Aufgabe, sich mit dem Haushaltsentwurf zu beschäftigen. Dazu stehen in der kommenden Woche u.a. Beratungen in einer Arbeitsgruppe an. Im weiteren Verlauf wird der Haushaltsentwurf 2021 in der kommenden Sitzungsfolge wieder auf der Tagesordnung stehen.

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Vereinte Nationen zeichnen Mechernicher Schule für ihr außergewöhnliches Engagement zur „Biologischen Vielfalt“ aus

Mechernich, 16.11.2020 – Es gibt sie, diese kleinen Oasen, wo die Natur noch Natur sein darf und sogar gemeinhin als Unkräuter diffamierte Pflanzen ungehindert sprießen dürfen. Die Rede ist vom Naturgarten des Mechernicher Gymnasiums Am Turmhof (GAT). Das mit großem Engagement geführte Projekt von den beiden GAT-Lehrerinnen Heidrun Schwarthoff und Maria Abschlag wurde jüngst von der UN-Dekade für Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

„Unser Ziel ist, möglichst viele und vor allem junge Menschen für den Schutz der Biodiversität, also den Artenreichtum von Tieren und Pflanzen zu begeistern“, erklärt Andreas Maikranz, der MINT-Koordinator der Schule, in dessen Bereich auch der Naturgarten und damit auch die nachhaltige und naturnahe Bildung am GAT fällt.

Fünf Bienenvölker hat das GAT im Garten. Die Schüler, die sich um die Insekten kümmern, erklärten, was sie schon über die fleißigen Bienen gelernt haben. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

In dem Garten, in den die Schüler sogar von manchen Klassenzimmern aus, einen direkten Blick hineinwerfen könne, sieht es tatsächlich ein bisschen wild aus. Das besagte (Un)-Kraut ist umgeben von blühenden Wiesenblumen und Wildstauden. Alte Apfelbaumsorten wachsen und gedeihen in direkter Nachbarschaft. Bienen summen zu später Herbststunde noch herum. Von dem Design eines englischen Rasens, von streng angelegten Beeten oder Ziersträuchern ist dieses Areal weit entfernt.

„Ein Garten muss nicht ordentlich sein“

Ganz bewusst, so Schwarthoff: „Wir wollten mit dem Projekt den Kindern zeigen, dass ein Garten nicht so ordentlich sein muss.“ Denn im GAT-Garten setzt man andere, wichtigere Prioritäten. „Mut zur Wildnis“, lautet das Credo, dass man sich als Nationalparkschule vom nahegelegenen Nationalpark Eifel zu Herzen genommen hat und umsetzt, damit sich möglichst viel Fauna und Flora angezogen und wohl fühlt.

Das GAT wurde jüngst von den Vereinten Nationen für seinen Naturgarten ausgezeichnet. Darüber freuen sich besonders: Micha Kreitz (Schulleiter), Andreas Maikranz (MINT-Koordinator) und Heidrun Schwarthoff (Leiterin des Naturgartens). Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress

„Wir lassen zum Beispiel in bestimmten Ecken Brennesseln und Disteln stehen, weil sie für verschiedene Insekten sehr wichtig sind“, erklärt Heidrun Schwarthoff und Maria Abschlag ergänzt: „Wir mähen die Wiese höchstens zweimal im Jahr, weil eine Mahd immer eine Katastrophe für den Insektenbestand ist.“ Außerdem bleibe immer ein Teil der Wiese stehen, damit die Insekten einen Rückzugsort haben. Verblühte Blumen bleiben im Winter stehen.

Lehrerinnen haben Imkerausbildung absolviert

Die AG, in der sich die Schüler um den Naturgarten kümmern, erfreut sich großer Beliebtheit. Aktuell zählen die Verantwortlichen rund 20 Kinder, die sich engagieren. Seit zwei Jahren kümmert sich die AG auch um Bienenvölker. Beide Lehrerinnen haben dazu eigens eine Imkerinnen-Ausbildung absolviert und hoffen, die Schüler für diese für das Ökosystem wichtigen Tiere zu begeistern.

Sie unterstützen das Projekt finanziell: Der GAT-Förderverein mit der Vorsitzenden Marion Berend (l.), sowie die Kreissparkasse Euskirchen hier mit Alexandra Neamtu. Foto: Kirsten Röder/pp/Agentur ProfiPress.

„Zusammen mit den Schülern ernten wir den Honig und pflegen die Bienen“, so Schwarthoff. In einem extra hergestellten Schaukasten können die Schüler die fleißigen Völker genau beobachten und auch, was die Königin so macht. Fünf Honig-Bienenvölker hat die Schule bereits. Doch auch die Wildbienen werden nicht vergessen, denn für sie haben die Schüler eine ganze Reihe Insektenhotels aufgestellt. Eine weitere Sandkiste bietet Heimat für Sandbienen.

Die vorhandene bunte Pflanzenvielfalt will man mit der Zeit noch weiter ausbauen. „Man muss auch Geduld haben, wenn man einen Naturgarten aufbauen will“, so Abschlag.

Jennifer Thelen von der biologischen Station lobt den Naturgarten am Rande der Verleihung der Auszeichnung als „sehr unterstützenswertes Projekt“. Es sei „unglaublich wichtig“, dass Lehrerinnen und Lehrer das Wissen an die Kinder weitergeben. Die Biologische Station hatte die Schule auch beraten bei der Auswahl alter Apfelbaumsorten und der Anlage einer Streuobstwiese.

Keine Eintagsfliege

Andreas Maikranz hob in seiner Ansprache aber auch hervor, wie wichtig ein solches Naturschutz-Engagement der Schule sei. Als Biologie-Lehrer habe er leider feststellen müssen, dass das Wissen über Tier und Pflanzenarten in den vergangenen Jahren enorm zurückgegangen sei, weil die Themen immer mehr von den Lehrplänen verschwinden. „Viele wissen gar nicht mehr wie der Baum heißt, der vor der Türe steht“, warnt er und fügt hinzu: „So soll unser Projekt vor allem dazu beitragen, dass dieses Wissen über die Biodiversität zunimmt – in allen Generationen.“ Die Auszeichnung freue ihn daher ganz besonders

Schulleiter Micha Kreitz verwies, dass der Naturgarten keine Eintagsfliege sei. „Nachhaltigkeit sollte eigentlich unser Jahresthema sein.“ Mit dem Franken-Gymnasium sei dazu bereits eine Kooperation vereinbart gewesen, die man dann Corona-bedingt habe absagen müssen. Außerdem bestehe schon lange eine enge Zusammenarbeit mit dem Kölner Zoo und dem Nationalpark Eifel, damit die Schüler in weiteren Projekten mehr über Artenvielfalt erfahren können.

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Hochwald-Wasser für die Börde? Info-Veranstaltung für Landwirte: Wassermanagement für die Zülpicher Börde

Euskirchen, 16.11.2020 – Mit 1700 Sonnenstunden ist Zülpich ganz weit vorne in ganz Deutschland. Die fruchtbaren Böden machen die Bördelandschaft zu einem äußerst ertragreichen Anbaugebiet für die Landwirtschaft. Allerdings ist die im Lee der Nordeifel liegende Region auch sehr niederschlagsarm. Aufgrund des Klimawandels und der heißen und trockenen Sommer hat sich die jährliche Regenmenge sogar zuletzt noch weiter verringert. Die Landwirte sehen diese Entwicklung mit großer Sorge, da die Bewässerung der riesigen Felder zunehmend schwieriger wird.

Aus diesem Anlass hat der Kreis Euskirchen jetzt in Zusammenarbeit mit der Kreisbauernschaft zu einer Info-Veranstaltung für die Landwirte aus der Zülpicher Börde ins Kreishaus eingeladen. Für den Kreis steht fest: „Es ist wichtig, dass durch ein gezieltes Wassermanagement unter Einbindung aller Akteure frühzeitig eine Strategie erarbeitet wird, um zum einen die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln zu sichern und zum anderen einer steigenden Wassernutzungskonkurrenz entgegen zu wirken“, so Achim Blindert, zuständiger Geschäftsbereichsleiter der Kreisverwaltung.

Nach Angaben des Erftverbandes ist die Grundwassermenge in der südlichen Rur-Scholle natürlich begrenzt. Auf der Basis seiner geologisch-hydrogeologischen Daten steht der Verband für Beratungen zur Verfügung, falls ein Brunnen gebohrt werden sollte. Die Landwirtschaftskammer informierte die Teilnehmenden über Fördermöglichkeiten zu Bewässerungsnetzen. Da der Kreis Euskirchen eine negative Wasserbilanz in der Vegetationszeit aufweise, sei diese Förderung durchaus möglich. Voraussetzung sei aber der Zusammenschluss der Landwirte zu einem Wasser-/ Beregnungsverband, der dazu beitragen könne, dass eine flächendeckende Versorgung mit Wasser möglich ist.

Einen Beitrag dazu könnte auch die gerade im Bau befindliche Molkerei in Mechernich-Obergartzem leisten, wie Thorsten Oberschmidt, Geschäftsführer der Hochland Foods GmbH, sagte. Er erklärte, dass nach der Inbetriebnahme des Werks eine gereinigte Abwassermenge von bis zu 2500 m³ pro Tag zur Verfügung steht, die zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen dienen könnte. Er betonte, dass Hochwald sich als eine landwirtschaftliche Genossenschaft der Landwirtschaft verpflichtet und verbunden fühlt und die regionale Wertschöpfung sichern möchte. Das natürliche Wasserangebot könnte somit durch das gereinigte Abwasser der Molkerei ergänzt werden, denn der öffentlichen Trinkwasserversorgung sei grundsätzlich Vorrang vor anderen Nutzungen einzuräumen. In dieser Hinsicht könnte der Kreis Euskirchen eine Vorreiterrolle einnehmen und die regionalen Wertschöpfungsketten durch die Etablierung einer Kreislaufwirtschaft stärken.

Der Kreis wird weiter über die Möglichkeiten einer Verbandsgründung informieren. Dazu Achim Blindert: „Eine Kooperation der Betriebe kann zu einer nachhaltigen Verteilung des Wasserangebotes führen und somit die Existenz der Betriebe auch in möglicherweise folgenden Dürrejahren sichern.“

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Abhol- und Lieferdienste auf „leckerMYK“ Online-Plattform zeigt gastronomische Angebote

Region/Kreis MYK, 16.11.2020 – Zu normalen Zeiten laden in Mayen-Koblenz zahlreiche Restaurants und Wirtshäuser zu feiner und regionaler Küche, vom Döppekooche bis hin zum Flammkuchen, ein. Damit die Gäste auch während der Corona-bedingten Einschränkungen nicht auf ihre Lieblingsspeise verzichten müssen, bieten viele Gastronomen im Landkreis Mayen-Koblenz einen Abhol- und Lieferdienst an. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein (WFG) hat gemeinsam mit der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (REMET) auf der Seite „leckerMYK“ Gastgeber mit einem solchen Angebot zusammengestellt.

So lassen sich die kulinarischen Anbieter schnell auf einen Blick, sortiert nach Ortsgemeinden und Städten, entdecken.  Die Anbieter sind zu finden unter  www.wfg-myk.de/leckerMYK oder www.remet.de. Wenn Betriebe mit einem Abhol-Service noch nicht auf den Seiten gelistet sind können sie sich per E-Mail an corona@remet.de wenden und in der Übersicht aufgenommen werden.

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Plädoyer für Weltoffenheit und Toleranz – Stilles Pogromgedenken in Kall

Kall, 16.11.2020  – Vor zwei Jahren, zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome in Deutschland, versprachen Kalls Bürgermeister Hermann-Josef Esser und die Politik geschlossen, dass man nun jedes Jahr am 9. November wieder öffentliche Gedenkveranstaltungen abhalten wolle. Wegen der Corona-Pandemie musste man von diesem Plan diesmal etwas abweichen. Dennoch fand ein stilles Gedenken statt.

Hermann-Josef Esser mahnte in seiner Ansprache am Synagogen-Gedenkstein „Im Sträßchen“ darauf, dass es auch heute noch Angriffe gegen jüdische Menschen und Einrichtung gebe. Die meisten entstammten „eindeutig nationalistischen oder rechtsradikalen Kreisen innerhalb Deutschlands“, allen voran der Angriff auf die Synagoge in Halle am 9. Oktober 2019, den Esser als „jüngsten Tiefpunkt in einer endlosen Reihe von Anschlägen“ bezeichnet und dem seitdem acht weitere gemeldete antisemitische Angriffe in Deutschland folgten.

Beim stillen Gedenken war Esser jedoch nicht alleine. Auch seine beiden frisch gewählten Stellvertreter Steffi Hübner und Stefan Kupp, der zugleich Ortsvorsteher ist, Wehrleiter Harald Heinen, Ekkehard Fiebrich als Vertreter des Arbeitskreises Stolpersteine sowie Luise Binger und Wolfram Königsfeld, die einen Hoffnungspsalm aus Israel vortrugen, kamen am Synagogengedenkstein gegenüber der VR-Bank Nordeifel zusammen, wo Esser ein Gesteck niederlegte. Die Omas gegen rechts hatten im Vorfeld die im Jahr 2012 verlegten 23 Stolpersteine poliert, Walli Forner verteilte am Nachmittag Blumen und Kerzen an diesen Stellen in Kall.

In seiner Ansprache plädierte Bürgermeister Esser dafür, sich weiterhin für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft einzusetzen. In Kall seien Verwaltung, Rat und er selbst, aber auch die Zivilgesellschaft gefordert. „Ich bin zuversichtlich, dass es uns weiter gelingen wird, positive Zeichen zu setzen“, sagte Esser. Hoffnung auf eine weltweite Abkehr von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und der Ausgrenzung von Minderheiten setzt Esser in die Wahl von Joe Biden als US-Präsident.

Ekkehard Fiebrich erklärte noch einmal die Hintergründe der Stolpersteinverlegung in Kall. 2011 hatte sich der Arbeitskreis gegründet. Wichtig war den Mitstreitern stets die Billigung auch von jüdischer Seite. „Die jüdische Gemeinschaft war dafür. Auch das Einverständnis der jeweiligen Grundstückseigentümer und der Hausbewohner haben wir eingeholt“, so Fiebrich. Die Recherche, wo Juden gelebt hatten, habe einst ein Jahr gedauert. „Alle Fakten mussten gesichert sein.“

Alle 23 Steine wurden am 31. August 2012 vom Künstler Gunter Demnig an den acht entsprechenden Standorten verlegt. „Die Bevölkerung und auch die Schulen haben das damals sehr mitgetragen“, sagt Fiebrich, der es nach wie vor für sehr wertvoll erachtet, dass junge Menschen dieses Gedenken ebenfalls aufrechterhalten.

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Spende für weggebrochene Einnahmen – Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG unterstützt die SG Alfbachtal mit 1.500 Euro

Daun/Ellscheid, 16.11.2020 – Die Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG hat die SG Alfbachtal mit einer Spende in Höhe von 1.500 Euro unterstützt. Die Spielgemeinschaft, zu der die Vereine Gillenfeld, Strohn, Ellscheid, Steiningen und Udler gehören, nutzt das Geld, um Einnahmen, die aufgrund der Corona-Pandemie weggebrochen sind, zu kompensieren und den Spielbetrieb in der laufenden Saison aufrechtzuerhalten.

Die SG Alfbachtal I spielt in der Rheinlandliga, der höchsten Spielklasse innerhalb des Fußballverband Rheinland. Die 2. Mannschaft der SG spielt in der B-Klasse auf Kreisliga-Ebene. Übergeben wurde der symbolische Spendenscheck von Thomas Klassmann, Direktor des Regionalmarktes Eifel bei der Volksbank RheinAhrEifel, an Günter Scheppe, Vorstand der SG Alfbachtal.

Über die Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG

Die Bürgerstiftung hat die Volksbank RheinAhrEifel 2009 gegründet und bündelt darin ihre zahlreichen wohltätigen Aktivitäten im Rahmen ihres Engagements für die Region Rhein-Ahr-Eifel-Mosel. Gefördert werden Projekte von gemeinnützigen Vereinen, Institutionen und Initiativen unter anderem in den Bereichen Wissenschaft und Forschung, Bildung und Erziehung, Sport, Kunst und Kultur, Naturschutz, Landschafts- und Heimatpflege, Jugendpflege und Jugendfürsorge, Öffentliches Gesundheits- und Wohlfahrtswesen. Die Stiftung wurde von der Volksbank RheinAhrEifel eG mit einem Stiftungskapital in Höhe von 3 Millionen Euro ausgestattet. Das Stiftungskapital ist werterhaltend angelegt und erbringt jährlich Erträge, aus denen der Stiftungszweck verfolgt wird. 2019 hat die Bürgerstiftung 429 Projekte mit insgesamt rund 219.000 Euro unterstützt.

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Kostenloser Gastroservice auf der Internetseite der Stadt Eschweiler

Eschweiler, 16.11.2020 – Ab sofort bietet die Stadt Eschweiler unter https://www.eschweiler.de/gastroservice/ Gastronomen die Möglichkeit, während der Corona-bedingten Schließung auf ihr Abhol- und Lieferangebot hinzuweisen. Dieser Eintrag ist ein kostenloser Service der Stadt Eschweiler.

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Geschichts-unterricht in Kleinstgruppen am Gedenkstein der jüdischen Kultusgemeinde für Mechernicher Konfirmanden

Mechernich, 16.11.2020 – Der offizielle Gedenkgang zur Reichspogromnacht durch Mechernich, der nun bereits seit zwei Jahrzehnten guter Brauch ist, wurde 2020 pandemiebedingt abgesagt. Gleichwohl gedachten Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde Roggendorf in Kleinstgruppen mit größtmöglichem Abstand der früheren jüdischen Mitbürger von Mechernich und ihrer Vertreibung und Ermordung durch die Nationalsozialisten.

„Shalom ist hebräisch und heißt Frieden“, erklärte Pfarrerin Susanne Salentin den angehenden als erwachsen geltenden Gemeindemitgliedern das erste hebräische Wort auf der Gedenktafel in der Rathergasse/Ecke Turmhofstraße, dort, wo die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde Mechernich vor dem 10. November 1938 gestanden haben soll.

Rassismus greift wieder Raum

„Sie erklärte es 30mal“, schreibt Gabriele Bolender in einem Bericht an den Mechernicher „Bürgerbrief“: „Einzeln oder in Kleinstgruppen, maximal zu dritt, erschienen die Jugendlichen zeitversetzt, um die allwöchentliche Konfirmationsstunde an diesem 10. November dem Gedenken zu widmen.“

Warum soll uns das heute noch interessieren? Bolender: „Immer wieder und einzeln zu wiederholen, dass Rassismus und Verfolgung heute zunehmend in der Gesellschaft Raum greifen und dieses Gedenken alle stärken soll, Stellung zu beziehen und keine Ungerechtigkeiten, auch nicht im Kleinen, zu dulden.“

Mit zunehmender Dunkelheit wurde das Anzünden der Kerzen besinnlicher und auch Blumen wurden von den Jugendlichen abgelegt, die vereinzelt von ihren Eltern begleitet wurden. Gabriele Bolender: „Beruhigend, dass es auch in Corona-Zeiten kreative Ideen gibt, Gedenken zu ermöglichen und politische Bildung und christliche Werte zu vermitteln.“