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Per Videokonferenz mit den Freunden aus Uherské Hradiště getroffen

Mayen, 17.11.2020 – Wegen der Corona-Pandemie ist in diesem Jahr nicht nur die Bürgerfahrt in die tschechische Partnerstadt ausgefallen, sondern alle gegenseitigen Besuche, die sonst in vielfältiger Weise und sehr gerne mit den Freunden stattfinden. Im Vorstand des Deutsch-Tschechischen Freundschaftskreises Mayen – Uherské Hradiště wurde daher vor einiger Zeit die Idee geboren, sich doch mal in einer Videokonferenz auszutauschen. Dies allein schon, um das Lächeln sowie die Stimmen der Freunde wieder einmal live zu erleben und wie sich zeigte, ist es mit den modernen Medien selbst für wenig Versierte gar kein Problem. Es entwickelte sich eine lockere Gesprächsrunde, bei der zahlreiche Informationen ausgetauscht und auch viel gelacht wurde.

Tschechien als einstiges europäisches Musterland sei durch die zweite Coronawelle schwer herausgefordert berichteten die Freunde und die Corona-Fallzahlen etwa zehnmal so hoch in ihrer Stadt wie in dem etwas kleineren Mayen. Glücklicherweise sei aktuell niemand infiziert vom dortigen Freundschaftskreis oder den auch hier gut bekannten Winzern. Heftig spekuliert wurde im Gespräch darüber, wann das nächste persönliche Treffen sattfinden kann.

Noch während des Austausch waren sich alle einig darüber, eine solche Konferenz auf jeden Fall zu wiederholen. Vereinbart wurde der 4. Dezember um 18.30 Uhr. Interessierte können sich an den Vorstand des Freundschaftskreises wenden und erhalten dann rechtzeitig vom Adminstrator den Einwahllink in die Konferenz. Alles was man zur Teilnahme braucht, ist außer guter Laune ein Computer mit Mikrofon und Kamera.

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Altes Passionskreuz in neuer Schönheit

Wachtberg-Ließem, 17.11.2020 – Das Passionskreuz an der Oberbachemer Straße in Ließem steht nach einer Auszeit wieder an seinem Platz. Es musste dringend restauriert werden. Schädlingsfraß und Feuchteeinwirkung hatten die Balken im Kreuzungsbereich stark geschädigt, so dass auch der geschnitzte Jesuskopf abgefallen war. Trotz enger Haushaltslage hat die Gemeinde Wachtberg schnell reagiert und das Kreuz von Restaurator Roland Gassert in Klein Villip renovieren lassen.

Bisher ist nicht bekannt, welcher Künstler dieses besonders schöne Kreuz gestaltet hat. Es lohnt sich, an dem Kreuz zu verweilen und sich die einzelnen Bilder zu den Leiden Christi auf dem Eichenkreuz anzuschauen. In der Kreuzmitte ist das sehr ausdrucksvolle Antlitz Christi und über der Holzüberdachung ist als Abschluss das Auge Gottes im Strahlenkranz dargestellt. Familie Knauf aus Ließem hat das Kreuz im ersten Weltkrieg gestiftet und 1915 außerhalb des Ortes am Feldrand aufgestellt. Auf der Rückseite steht die Bittschrift: „Jesus gib uns Frieden“. Die Familie Knauff hat in den Kriegsjahren ihren Besitz verkauft, ist nach Australien ausgewandert und hat das Kreuz zur Erinnerung der katholischen Kirchengemeinde überlassen. 1984 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Bei dem Bau der Umgehungsstraße 1987 bekam es in der Nähe der ursprünglichen Stelle den heutigen, angemessen gestalteten Platz.

Für die Renovierung hat der Restaurator die Schadstellen am Kreuz ausgebessert, die alten Farb-und Firnisschichten entfernt und in Abstimmung mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege in mehreren Schichten helleres Tungöl-Firnis aufgetragen. Durch den mehrfachen Auftrag dringt dieses Naturöl tief ins Holz ein, erhöht die Witterungsbeständigkeit des über hundert Jahre alten Eichenkreuzes und bringt die natürliche Schönheit des Holzes besonders zur Geltung.  (Bertram Reuter)

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Impulse

Theaterverein „Einigkeit“ Wallenthal sagt die ganze Spielzeit ab – „Gesundes Wiedersehen 2021“

Kall-Wallenthal, 17.11.2020 – „Dörpstheater“ ist in der Eifel „schwer in“ – meist erfreuen die engagierten Ensembles wie das des Theatervereins „Einigkeit“ in Wallenthal ihr treues Stammpublikum mit herzerfrischenden Komödien. Vermutlich täte ein derber Schwank in diesen trüben Tagen vielen Gemütern gut, aber ausgerechnet die Pandemie ist auch Schuld daran, dass kein Theater gespielt werden darf.

In der Hoffnung auf ein besseres Jahr 2021 und eine erfreuliche Theatersaison nächsten Herbst und Winter kündigte Agnes Klinkhammer, die Schriftführerin des Wallenthaler Theatervereins, am Wochenende das „Aus“ für die aktuelle Spielzeit auf der Theaterbühne in der Wallenthaler Dorfhalle an.

Klinkhammer schreibt: „Wir kommen damit der Empfehlung für Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus nach. In der Hoffnung auf Veranstaltungen im nächsten Jahr wünschen wir allen Gesundheit und ein baldiges Wiedersehen.“

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Wirtschaft

Kostenlose Beratung zu Wirtschafts-förderung

Wittlich, 17.11.2020 – Am 26. November informiert die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) als Förderbank des Landes in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich online und kostenfrei zu ihren
Wirtschaftsförderprogrammen.

Das Angebot richtet sich an Existenzgründer, freiberuflich Tätige und Unternehmen im Landkreis Bernkastel-Wittlich, die sich über die Einbindung öffentlicher Mittel in Finanzierungen aller Art – von Gründungsvorhaben bis hin zu Wachstums- und Festigungsinvestitionen – beraten lassen wollen.

Aufgrund der derzeitigen Lage wird der Beratertag rein digital
stattfinden. Weitere Informationen erhalten Interessierte nach Anmeldung unter 06571 14-2494 oder
wirtschaftsfoerderung@bernkastel-wittlich.de.

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Kritische und politische Predigt Erik Pühringers zum Volkstrauertag

Mechernich, 17.11.2020 – „Kritisch, politisch, pointiert“, versprach der Mechernicher Pfarrer Erik Pühringer, werde auch seine Volkstrauertagansprache 2020 ausfallen. Nachdem er im vergangenen Jahr seiner Trauer darüber zum Ausdruck gebracht hatte, dass es nicht gelungen sei, die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) klein- und aus den Parlamenten rauszuhalten, setzte er in diesem Jahr noch einen drauf.

„Was haben wir gegen das Böse in der Welt getan, und was haben wir getan, um unserem Nächsten unsere Liebe zu zeigen?“ Pfarrer Erik Pühringer stellte am Volkstrauertag kritische Frage an sich an eine Menge anderer… Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Zum einen freue er sich, dass die AfD bei der Kommunalwahl im September von allen Stadt- und Gemeinderäten einschließlich Kreistag in der Stadt Mechernich am schlechtesten abgeschnitten hätte. Zum anderen sei er aber entsetzt darüber, wie eine andere ebenfalls politisch äußerst schwache Gruppierung im Mechernicher Stadtrat mit der Parole „Für uns Heimat“ und wahrheitswidrigen Behauptungen und Kampagnen auf Wählerfang gegangen sei.

„Deren Bürgermeisterkandidat hat in dieser unsäglichen Bleikampagne Behauptungen ohne einen Funken Wahrheitsgehalt aufgestellt – obwohl er bei der Informationsveranstaltung gewesen ist und hätte wissen müssen, dass sie so nicht stimmen.“

„Du hast es doch gewusst“, so Pühringer in seiner Volkstrauertagpredigt, in der er auch seiner Trauer über den Missbrauchsskandal und den Umgang seiner kirchlichen Vorgesetzten damit zum Ausdruck brachte. „Ihr habt es doch gewusst?!“, fragte der frühere Eifeldekan: „Oder habt Ihr gemeint, Ihr könnt einfach so tun, als sei nichts geschehen?!“

„Was habt Ihr mit Euren Talenten gemacht?“

Pühringer beließ es aber in seiner aufwühlenden Predigt nicht bei Vorwürfen gegen andere: „Auch ich muss mich fragen, was hast Du getan? Du weißt doch, Du hast den Auftrag »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst« Da kannst Du nicht einfach so tun, als ginge Dich das nichts an,,, So geht das nicht!“

Zum Schluss kam der Pfarrer von Mechernich auf seinen seit einem Jahr währenden Einsatz für Mittelmeerflüchtlinge zu sprechen: „Wir können uns nicht damit herausreden, wir hätten es nicht gewusst, dass da schon über 20.000 Menschen, Frauen und viele Kinder darunter, ertrunken sind…“ Das werde Gott uns nicht mehr abnehmen, wenn er Rechenschaft fordere eines Tages, was wir mit unseren von ihm verliehenen Talenten gemacht hätten.

„Das geht uns alle an! Wir haben es gewusst. Im Fernsehsessel zu sitzen und dem Elend in der Welt zuzuschauen, wird nicht reichen…“, so Pfarrer Erik Pühringer. Er forderte Engagement gegen Unrecht, Not und Weg-Gucken.

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Wirtschaft

Corona-Soforthilfe-Kredit für gemeinnützige Organisationen – Antragstellung noch bis Ende November möglich

Ahrweiler, 17.11.2020 – Noch bis zum 30. November können gemeinnützige Organisationen, Vereine und Unternehmen aus Rheinland-Pfalz einen Corona-Soforthilfe-Kredit über ihre Hausbank bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) beantragen. Darauf macht die Kreisverwaltung Ahrweiler aufmerksam.

Antragsberechtigt sind beispielsweise Sportvereine, Einrichtungen der Jugend- und Familienbildung, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Beratungsstellen gegen Gewalt und weitere gemeinnützige Einrichtungen unabhängig von Größe, Rechtsform und Trägerschaft.

Mit dem Kredit können Liquiditätsbedarfe infolge der Corona-Krise für Betriebsmittel und Investitionen sowie Gehälter, Löhne und Honorare für freie Mitarbeitende finanziert werden. Durch eine lange Kreditlaufzeit und tilgungsfreie Anfangsjahre bleibt die laufende Belastung für die Kreditnehmer überschaubar.

Weitere Informationen zum Programm unter www.isb.rlp.de .

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Wachstum

Landrat Dr. Saftig ist Ehrenamtlern und Behörden für schnelle Hilfe dankbar

Region/Kreis MYK, 16.11.2020 – Wie bereits zu Beginn des Jahres stellt die Corona-Pandemie das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz aktuell vor Herausforderungen, die nur mit einem hohen Personalaufkommen bewältigt werden können. Die Flut an Neuinfektionen und die damit verbundenen Kontaktnachverfolgungen sowie Fragen aus der Bevölkerung werden seit Kurzem daher mit tatkräftiger Unterstützung von außerhalb bearbeitet. „Wenn man Hilfe benötigt, ist es keine Schande danach zu fragen. Das haben wir getan und ich bin froh und dankbar, dass uns eine so große Unterstützung zuteilgeworden ist“, sagt Landrat Dr. Alexander Saftig.

Ob Mitarbeiter der Stadt Andernach in der Hotline oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, ob zivile Ehrenamtler oder Landes- und Bundesbedienstete – gemeinsam setzen sich alle dafür ein, den Folgen der Pandemie Herr zu werden. Foto: Kreisverwaltung MYK

Konkret gehen den Ärzten, Hygieneinspektoren von Gesundheitsamt sowie den zahlreichen für die Corona-Lage abgeordneten Mitarbeitern der Kreisverwaltung gut 40 externe Personen bei ihrer wichtigen Arbeit zur Hand. Neben ehrenamtlichen Bürgern, Mitarbeiten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) sowie der Städte und Verbandsgemeinden helfen auch Bundes- und Landesbedienstete sowie Soldaten der Bundeswehr im Kreishaus aus. Darüber hinaus sind weitere Bundeswehrsoldaten unterstützend in der Corona-Ambulanz in Mayen tätig.

Auch in der Corona-Ambulanz in Mayen (Foto mit Soldaten und Personen in Schutzkleidung unterstützen Soldaten der Bundeswehr die dortigen Ärzte und Mitarbeiter. Foto: Kreisverwaltung MYK

Im Kreishaus sind zahlreiche Büros, Sitzungssäle und weitere Räumlichkeiten für die vier im Corona-Einsatz befindlichen Teams umfunktioniert worden. Im Einzelnen kümmert sich das Team „Erstkontakt“, um die Kontaktaufnahme zu den auf das Coronavirus positiv getesteten Personen. Hier ist es wichtig, alle noch nicht bekannten persönlichen Daten der Personen sowie deren mögliche Kontaktpersonen zu ermitteln.

Das Team „K1“ kümmert sich daraufhin darum, alle bekannten Kontaktpersonen 1. Grades – also all jene, die mit einer Corona-positiven-Person in Kontakt waren – über diesen Umstand sowie falls notwendig über die nun in Kraft tretende Quarantäne zu informieren. Das Team „Sonderaufgaben“ beschäftigt sich mit Corona-Fällen und Folgemaßnahmen an Schulen und anderen Einrichtungen, wie zum Beispiel Seniorenheimen. Und die Mitarbeiter in der Corona-Hotline stehen den Bürgern als Ansprechpartner in allen Fragen rund Corona zur Seite.

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Stille Kranz-niederlegungen: Stilles Gedenken zum Volkstrauertag und zur Zerstörung Jülichs am 16. November 1944

Jülich, 16.11.2020 – Im Jahr 2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie und der zur Eindämmung des Infektionsgeschehens verordneten Maßnahmen vieles anders als sonst. Auch das gemeinsame November-Gedenken und Erinnern an die Geschehnisse unserer Vergangenheit kann nicht im gewohnten Umfang bei Zusammenkünften an unterschiedlichen Orten in unserer Stadt stattfinden.

Dies betrifft leider auch die in jedem Jahr stattfindenden Gedenkveranstaltungen zum Volkstrauertag und das gemeinsame Gedenken an die Zerstörung unserer Stadt am 16. November 1944. In diesem Jahr finden daher auf dem Ehrenfriedhof in Jülich, auf den Friedhöfen in den Ortsteilen und am Gedenkstein auf dem Schlossplatz stille Kranzniederlegungen statt.

Heute, am Vorabend des Volkstrauertages, habe ich mich mit einigen wenigen Vertretern auf dem Ehrenfriedhof in Jülich getroffen, um dort in stillem Gedenken die Kränze niederzulegen.

Ich begrüße Sie nun virtuell anlässlich des Volkstrauertags.

Dieser Tag der „nationalen Trauer“ ist den Opfern von Krieg und Gewalt gewidmet und zugleich der Mahnung zu Versöhnung, Verständigung und Frieden.

Wolfgang Schneiderhahn, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. lenkt in seinem diesjährigen Geleitwort den Blick auf den 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges:

„Ab dem 8. Mai 1945 schwiegen in Europa die Waffen, vier Monate später dann auch in Asien – endlich. Der Zweite Weltkrieg kostete zwischen 60 bis 70 Millionen Menschenleben, viele von ihnen erst in den letzten Kriegsmonaten.

Diese Toten der letzten Kriegstage wurden bei hastigen Rückzügen oder nach katastrophalen Bombardierungen oft nur notdürftig bestattet oder sie blieben in den Ruinen verschüttet. Noch heute werden sie gefunden, geborgen und auf Kriegsgräberstätten umgebettet. Noch heute bekommen ihre nunmehr selbst schon betagten Kinder und Enkelkinder Gewissheit über den Todesort ihrer Verwandten.

Von Berlin aus wurde dieser Vernichtungskrieg mit seinen beispiellosen Verbrechen gegen die Menschheit bereits lange vor 1939 geplant und ohne jede Rücksicht losgetreten. Und bis hierhin, gewissermaßen bis zum letzten Meter dieser schon weitgehend verwüsteten Hauptstadt, mussten die Alliierten in einem immensen Kraftakt die nationalsozialistische Aggression zurückschlagen.

Bis zuallerletzt wurden Juden, Sinti und Roma oder Zwangsarbeiter auf Todesmärschen umgebracht, inhaftierte NS-Gegner, aber auch viele einfache Soldaten und Zivilisten wegen angeblicher „Wehrkraftzersetzung“ noch hingerichtet. Daher war das Kriegsende für die überlebenden NS-Verfolgten in einem existenziellen Sinne eine Befreiung. Nicht wenige waren in Deutschland trotz ihrer ungewissen Zukunft erleichtert über das Ende der furchtbaren Bombennächte und aussichtslosen Kämpfe.

So gewaltvoll dieser Krieg in Deutschland endete, war er doch die Folge eines erbarmungslosen Machtanspruchs, der von weiten Teilen zuvor bejubelt worden war. Und der noch viel größere Verheerung über den Kontinent gebracht hatte: in Rotterdam und Coventry, in Distomo, Fivizzano oder der Finnmark sowie am schlimmsten in Mittel- und Osteuropa.

Gerade in diesem Teil Europas bedeutete das Kriegsende kein sofortiges Ende der Gewalt. Flucht und Verfolgung trafen nun Deutsche ebenso wie viele andere Menschen in der Region. Ganze Landstriche blieben lange versehrt. Unter der europäischen Teilung im Kalten Krieg litten die Menschen in Mittel- und Osteuropa abermals besonders schwer.

Der 8. Mai 1945 war zugleich der Beginn eines Aufbruchs, wenn auch zaghaft und entbehrungsreich. So entwickelte sich in Westeuropa ein einmaliges Friedens-, Freiheits- und Wohlstandsmodell. Der Weg im Osten war steiniger, erst die weitgehend friedlichen Revolutionen von 1989 und die europäische Integration überwanden diese Trennung. Allerdings rissen nun lang unterdrückte historische Wunden wieder auf, es kam zu einem neuen alten Krieg auf dem Balkan. Seit 2014 findet ein Krieg – oftmals vergessen – mitten in Europa, in der Ukraine, statt.

Die Generation, die die ersten schweren Schritte zum europäischen Wiederaufbau gegangen ist, hat den Krieg noch in jungen Jahren erlebt. Angst vor Tod und Verfolgung, Zerstörung und Hunger, der Verlust von oft weit entfernt und einsam verstorbenen Angehörigen – das waren die Erfahrungen einer ganzen Generation.

Diese Menschen wissen, was Krieg, aber auch was Frieden und Freiheit bedeuten und wie Zusammenhalt durch Zeiten voller Not führt. Gerade in diesem Gedenkjahr zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, im Zeichen der Corona-Pandemie, sollten wir ihnen beistehen und zuhören, so gut es bei den notwendigen Beschränkungen geht. Ihre Erinnerungen an jüngere Generationen weiterzugeben, könnte nicht friedensstiftender sein und ist uns Auftrag an diesem Volkstrauertag und darüber hinaus.“

Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, diese Themen immer wieder öffentlich zu machen und diesen Dialog fortzuführen.

In diesem Corona-Jahr 2020 ist das gemeinsame Erinnern und Gedenken schwierig. Mit Ihrem Interesse und Ihrer Aufmerksamkeit, sind Sie dennoch Teil dieses Dialogs geworden. Sie gehören damit zu den Menschen, denen bewusst ist, dass die Erinnerung eine wichtige Voraussetzung für eine friedliche Gegenwart und Zukunft ist.

Dafür danke ich Ihnen herzlich!

Aufgrund der Corona-Pandemie erfolgte die stille Kranzniederlegung im kleinen Kreis am Samstag, 14.11.2020 um 16.00 Uhr auf dem Ehrenfriedhof Jülich.Teilnehmende u.a.:

Bürgermeister Axel Fuchs
Beigeordneter Martin Schulz
Pfarrer Konny Keutmann
Oberstleutnant Michael Kommoss, Bundeswehr
Harald Bleser, Sozialverband VdK

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Volkstrauertag Mechernich in reduzierter Form – Bundeswehr und Vereinskartell legten Kränze ohne Publikum und Musik nieder

Mechernich, 16.11.2020 – Eigentlich hätte in diesem, Jahr Norbert Arnold, der Geschäftsführer des Sozialwerks der Communio in Christo, die Ansprache zum Volkstrauertag in Mechernich halten sollen. Doch wegen des allgemeinen Corona-Lockdowns fielen die sonst gut besuchten Feierlichkeiten am Ehrenmal an der Alten Kirche dieses Jahr aus.

Was nicht bedeutete, dass 2020 nicht der Kriegs- und Gewaltopfer am Bleiberg gedacht worden wäre. Dirk Hagenbach, Oberstleutnant und neuer Standortältester der Bundeswehr in Mechernich, teilte dem Mechernicher Vereinskartellvorsitzenden Marcel Hembach wenige Tage vorher mit, dass er und Standortfeldwebel Rainer Paulsen in aller Stille Kränze für die Kriegs- und Naziterroropfer auf dem Soldatenfriedhof Oberreifferscheid und am Ehrenmal in Mechernich niederlegen wollten.

Dirk Hagenbach und Rainer Paulsen grüßten an der Stelle, an der sonst die Bergkapelle das Lied vom Guten Kameraden und die Nationalhymne intoniert, militärisch. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

„Das haben wir zum Anlass genommen, ebenfalls mit ganz kleinem Personal mitzumachen und ebenfalls einen Kranz für unsere in Krieg und Diktatur umgekommenen Mitbürger niederzulegen“, erklärten Marcel Hembach und sein Stellvertreter Wolfgang Weilerswist dem Mechernicher „Bürgerbrief“.

Kurze berührende Zeremonie

Am Sonntagvormittag um 10.20 Uhr kam es dann am Ehrenmal an der Alten Kirche zu einer kurzen berührenden Zeremonie, in deren Verlauf zunächst Marcel Hembach in Feuerwehruniform und Ex-Offizier Wolfgang Weilerswist im Dress des Mechernicher Vereinskartells einen Kranz aufstellten und dann die Bundeswehrangehörigen Dirk Hagenbach und Rainer Paulsen. Der Oberstleutnant und der Stabsfeldwebel grüßten an der Stelle, an der sonst die Bergkapelle das Lied vom Guten Kameraden und die Nationalhymne intoniert, militärisch.

Im anschließenden Sonntagsgottesdienst der katholischen Zentrumspfarrei St. Johannes Baptist predigte Pfarrer Erik Pühringer, man könne und werde den Volkstrauertag nicht im Wortsinn wegen Corona „ausfallen“ lassen. Er forderte die Gottesdienstbesucher auf, irgendwann am Volkstrauertag oder in der kommenden Woche von sich aus und allein die Gedenkstätten zu besuchen und der Toten von Krieg, Gewalt und Terror zu gedenken.

Er selbst beschäftigte sich in einer kritischen und politischen Predigt mit den aktuellen Verhältnissen in Stadt und Land – und zog einmal mehr gegen die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) zu Felde, in deren doppelbödigen Auftreten er Parallelen zu den frühen Nazis in der Weimarer Republik zu erkennen glaubt.

„Erst schüren sie mit einfachen und simplen Parolen Unruhe, um sich dann selbst als Ordnungsmacht aufzuspielen,“ sagte Pastor. Er freue sich, dass die AfD bei der Kommunalwahl am 13. September nirgendwo im Kreisgebiet so schlecht abgeschnitten habe wie in Mechernich.

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Schweigeminute in Mayen zur Reichspogromnacht am 09. November

Mayen, 16.11.2020 – Ein Datum und ein Ereignis, die heute noch untrennbar miteinander verbunden sind: Die Nacht vom 09. auf den 10. November 1938 hat als „Reichspogromnacht“ in der ganzen Welt traurige Berühmtheit erlangt. Gewalt gegen jüdische Mitbürger und deren Hab und Gut waren nur der Anfang für eine Verfolgung von Menschen, die auch im Rückblick nach weit über 50 Jahren noch unerklärlich erscheint. Gemeinsam mit Frau Kashdan, Vorstandsmitglied der Jüdischen Kultusgemeinde Koblenz, hielt Oberbürgermeister Dirk Meid eine Scheigeminute am Denkmal für jüdische Mitbürger in der Bürresheimer Straße ab.

„Trotz der Corona-Pandemie gibt es Geschehnisse, die einfach nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Hierzu gehört für mich die Reichspogromnacht, die als äußerst negativer Meilenstein in die deutsche Geschichte eingegangen ist“, so Oberbürgermeister Dirk Meid.