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Ein Hingucker in gelb – Das neue Spielzeitheft der Burgfestspiele Mayen ist da!

Mayen – Es ist ein Herzensprojekt des amtierenden Intendanten Alexander May: Das Spielzeitheft, das alle Stücke und alle Mitarbeitenden des Festspielsommers mit ausführlichen Infos vorstellt.

Seit Beginn seiner Intendanz kommt das Heft zu Beginn der Saison heraus und präsentiert auch immer das aktuelle Spielzeitmotto. In diesem Jahr leuchtet das Heft so hell, wie das Motto „Licht“ es verspricht. Und strahlend wird auch der Spielplan werden: Kultkomödien, die ans Herz gehen, ein emotionales Schauspiel über die Macht der Musik, ein weltbekanntes Familienstück, dazu wieder ein umfangreiches Exxtra-Programm – hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Los geht es am Wochenende 1./2. Juni mit dem großen Stadtfest „KulturGenuss“ und der Premiere von „Peterchens Mondfahrt“.

Tickets für die Produktionen der Burgfestspiele gibt es bei Reisebüro Bell Regional Touristikcenter in der Rosengasse 5, 56727 Mayen über die Ticket-Hotline: 02651/494942, per Mail an tickets@touristikcenter-mayen.de oder online auf der Seite der Burgfestspiele.

Mehr Informationen zum Programm der Burgfestspiele 2024 gibt es unter www.burgfestspiele-mayen.de.

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Lit.Eifel 2024 – Prof. Dr. Ewald Frie vor überausverkaufter Kulisse im Kommerner Burghof

Mechernich-Kommern – Als der Historiker Ewald Fried für seine hochgelobte Dissertation in Neuerer Geschichte ausgezeichnet wurde, waren seine Eltern noch dabei. „Allerdings passten sie nicht ganz in den hochoffiziellen Rahmen und wähnten sich wahrscheinlich auch selbst im falschen Film“.

Prof. Dr. Ewald Frie gab im Kommerner Burghof einen fakten- und humorvollen Einblick in das Leben auf dem elterlichen Bauernhof mit elf Geschwistern. Seine Zuhörer waren begeistert. Foto: Manfred Lang/pp/Agentur ProfiPress

Als Frie jetzt für seinen Bestseller „Ein Hof und elf Geschwister“ den Deutschen Sachbuchpreis 2023 verliehen bekam, waren die Eltern zwar nicht mehr dabei, aber eine ganze Reihe seiner Brüder und Schwestern, die auf dem elterlichen Bauernhof im Münsterland aufgewachsen waren.

Wie sie losjubelten, als der Bruder im Juni vergangenen Jahres in der Hamburger Elbphilharmonie als Preisträger verkündet wurde, erinnerte nach Fries eigener Schilderung eher an den Torjubel in der westfälischen Kreisliga als eine Veranstaltung der deutschen Hochkultur und kann auf Youtube dauerhaft eingesehen werden: „Die erste Minute nach Verkündigung des Preisträgers lohnt, danach beruhigt sich die Szene wieder…“

Auch im Kuhstall der Familie Weidenfeld war der Jubel groß, wo Frie am Freitag vor Pfingsten Kostproben aus seinem systematisch sezierten  erzählerischen Meisterwerk über die eigene Familie und die Entwicklung der Soziologie der Landwirtschaft vortrug. Hervorragend begleitet und moderierte wurde er dabei vor überausverkaufter Kulisse und stillecht im Burghof von der WDR-Journalistin Gisela Steinhauer („Sonntagsfragen“).

Bereits sein zweiter Bestseller

Nicht nur Erzähltes und Vorgelesenes, auch Ewald Fries herzliche Art und sein eher trockener Humor nahm das Publikum sofort für den 1962 als neuntes von elf Kindern in Nottuln geborenen Münsterländer ein. Dr. Heinrich Beyenburg-Weidenfeld, selbst Landwirt und Burghofbetreiber, begrüßte den in Tübingen lehrenden Universitätsprofessor und zweifachen Bestseller-Autor im Beisein auch von Mechernichs Stadtdezernent und Kämmerer Ralf Claßen. Bereits vor „Ein Hof und elf Geschwister“ hatte der Historiker mit „Die Geschichte der Welt“ die Bestsellerlisten gestürmt.

Den Dank an den umjubelten Autor, seine charmante Gesprächspartnerin und die Gastgeber Svenja und Heinrich Weidenfeld brachte wiederum die Lit.Eifel-Trägervereinsvorsitzende Margaretha Ritter zum Ausdruck. Sie bewarb die nächsten Höhepunkte des Nordeifeler Literaturreigens gleich mit, eine Lesung mit Franz Müntefering am Mittwoch, 3. Juli, („Unterwegs – Älterwerden in dieser Zeit“) um 19 Uhr im Jugendstilkraftwerk Heimbach und den „Club der toten Eifeldichter“ mit Katia Franke, Ralf Kramp und Manni Lang am Freitag, 21. Juni, um 19 Uhr in der Hellenthaler Grenzlandhalle.

Ewald Frie ging bei den Recherchen für sein Buch „Ein Hof und elf Geschwister“ ganz wissenschaftlich vor. Dazu interviewte er seine zehn Geschwister nach bestimmten Kriterien und rief die Erinnerungen in Einschätzungen der zwischen 1944 und 1969 Geborenen an das Leben auf dem Hof ab. Trotz der hohen Kinderzahl betrachtete sich jeder als etwas Besonderes, eben anders als die anderen.

Nur zwei von elf wollten Bauern werden, der älteste und der dritte, der schließlich den ehrbaren Beruf des Apothekers ergriff. Aber auch der Hoferbe musste im Sog des allgemeinen Niedergangs der bäuerlichen Familienbetriebe in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wirtschaftlich das Handtuch werfen. Ewald Frie konnte schon lesen und schreiben, ehe er in die Schule kam, mit landwirtschaftlichen Arbeiten tat er sich eher schwer: „Außerdem hatte ich vor Tieren Angst…“

Ruf der Bauern rauscht nach unten

Der Autor, ordentliches Mitglied in der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, studierte für sein Buch auch einschlägige Statistiken und Berichte aus Bauernkalendern, Magazinen und Jahrbüchern der relevanten Zeit. Einhergehend mit dem wirtschaftlichen Überlebenskampf auf dem elterlichen Hof stieß er bei seinen Recherchen auf den soziologischen Niedergang der Bauern: „Waren wir in den fünfziger Jahren noch hoch angesehene Leute, die eher unter sich, also unter Bauern blieben, so rauschte der Ruf der Landwirtschaft seither nach unten durch.“

Frie bedauert die Entwicklung nicht, er ist kein Nostalgiker, und seine Geschwister offenbar auch nicht, die allesamt von einem konservativen, aber toleranten Vater und einer für die Zeit extrem selbständigen und selbstsicheren intelligenten Mutter erzogen wurden. „Bildung und berufliches Fortkommen wurden uns wichtiger als melken und sensen zu können, was eine Generation zuvor noch elementare Fähigkeiten waren, die man aufzählte, um seine Lebenstauglichkeit zu unterstreichen“, so Frie.

„Mein Vater hatte ein Auge fürs Vieh und konnte die Zuchttauglichkeit eines Bullen einschätzen, er konnte Besen binden und Ferkel mit dem Taschenmesser kastrieren und das kommende Wetter am Zug der Wolken vorausahnen.“ Die handwerklichen und intellektuellen Fähigkeiten auf dem Bauernhof seien den Geschwistern aber keineswegs weggenommen worden: „Wir haben diese Dinge freiwillig aufgegeben, weil wir wussten, was danach kommt, wird besser sein“, konstatierte der Schriftsteller in Kommern: „Wir haben Freiheiten dafür bekommen.“

Das sei auch kein abgeschlossener Prozess: „Im Augenblick verlieren wir die Fähigkeit, Landkarten zu lesen und stattdessen GPS zu benutzen… und wir machen das gerne.“ Behalten hätten er und viele Geschwister die Religiosität des Elternhauses, die sich nicht nur im ausgeprägten kirchlichen Engagement der Mutter Bahn brach, sondern auch im traditionellen Gebetsalltag mit „endlosen Litaneien“ und dem Ausräuchern von Haus, Ställen und Scheunen zur Weihnachtszeit. „Trotzdem bin ich noch heute ein fast regelmäßiger Kirchgänger!“

Auch der Letzte bekommt Essen

Ewald Frie trug die eigentlich ernüchternde Faktenlage vom Niedergang der Landwirtschaft am Beispiel des eigenen Bauernhofes mit so viel Humor und Mutterwitz vor, dass sich das Publikum zeitweise vor Lachen krümmte. Da war vom „magischen Dreieck“ zwischen Jugendheim, Sportplatz und Pommesbude die Rede, vom Warmhalten des Mittagessens im 50 Grad warmen Backofen, weil die Geschwister zu unterschiedlichen Zeiten von ihren Schulen und Ausbildungsplätzen zurückkamen.

„Auch der letzte bekam noch was, fragte sich nur wieviel? Schmeckte das Essen nicht so gut, stieg die Großzügigkeit…“ Selbst eine Dose Tomatenfisch reichte für alle, „es war nur unsicher, wie viel Fisch beim letzten noch in der Sauce schwamm.“ Bei Familientreffen inspizierten die Onkeln nach dem Essen das Vieh und die Tanten den Gemüsegarten und das Eingemachte im Keller.

„Als Vaters Welt verging, hat er seiner zwölf Jahre jüngeren schönen und intelligenten Frau ihre Welt nicht geneidet“, so Frie: „Sie war den meisten anderen Bauern und ihren Frauen überlegen.“ Mit ihrer Hilfe sei es zu einer „Verschiebung unserer Religiosität gekommen“, weg von bedeutungslos gewordenen Riten und Gebräuchen, „hin zu Möglichkeiten einer persönlichen Gottesbegegnung“.

Auch wenn die Familie sparsam war, mit der Erlangung von Bildung wurde nicht gegeizt: „Unser Vater sagte immer, wir sollten Berufe ergreifen, bei denen wir im Warmen und Trockenen sitzen“. Bis auf die Jüngste (* 1969) wollte keine der Schwestern einen Bauern heiraten. Alle haben respektable Berufe ergriffen. Der Apotheker hatte zuerst auch Landwirtschaft studiert, ehe er merkte, dass er chancenlos gegen den ältesten Bruder war.

Der Vater war nicht nur ein erfolgreicher Viehzüchter, der seine Bullen (Name u.a. „Traktor“) zur Körung und erfolgreiche Kühe wie „Wolke 2“ zu Auktionen zwischen Nordseeküste und Alpenvorland brachte und gute Preise erzielte, er war auch ein begnadeter Doppelkopfspieler. Auch wenn die Familie im Übrigen zur Sparsamkeit angehalten wurde, spielte er grundsätzlich um Geld: „Sonst fehlt dem Spiel die Andacht…“, pflegte er zu sagen. Seine Kinder lernten so nebenbei, dass neben Religion und Bildung, Sparsamkeit und Teilen auch ein bißchen „Zocken“ zum Leben gehört…

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Nordeifel Tourismus, Kreis Euskirchen und VR-Bank Nordeifel fördern Mundarttheater, Eifeler Lieder und Musikklänge

Kall/Euskirchen – Die 2022 gestartete Kampagne „Mir kalle Platt“ ist nicht nur bei den alle zwei Jahre stattfindenden Festivals aktiv, sondern fördert das Mundartsprechen auch zwischendurch und dauerhaft. „Es ist nicht unser erstes Ziel, dass eine Reihe von Veranstaltungen alle zwei Jahre organisiert wird, sondern dass die Menschen wieder mehr Platt im Alltag sprechen“, so VR-Bank-Vorstandsvorsitzender Mark Heiter unlängst bei einer Planungskonferenz in Kall.

Alle, die Platt als Umgangssprache bei ihren Veranstaltungen benutzen, sind eingeladen und werden mit Werbung unterstützt. Gedacht ist an die vielen Theaterensembles zwischen Venn und Ville, die ihre Stücke in Mundart aufführen, an Musikgruppen und Liedermacher, die sich bei ihren Songtexten des Nordeifeler Slangs bedienen, aber auch an Natur- und Bergwerksführer, die ihre Erklärungen auf Platt abgeben.

Nordeifel Tourismus-Geschäftsführer Patrick Schmidder: „Wenden Sie sich bei Interesse an die NeT-Geschäftsstelle, Nicole Habrich, Tel. (0 24 41)  99475-16, habrich@nordeifel-tourismus.de Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.“

Plakate und Karten gratis

Die VR-Bank Nordeifel unterstützt Mundart-Veranstaltungen aus ihrem Geschäftsgebiet mit Zuwendungen für Plakate und Eintrittskarten. Vereine oder sonstige Mundart-Veranstalter können sich direkt an die VR-Bank Nordeifel, Roland von Wersch, Tel. (0 24 45) 95 02 530, roland.von_wersch@vr-banknordeifel.de wenden.

Unterstützung seitens der Nordeifel Tourismus GmbH gibt es darüber hinaus bei allen Kommunikationsmaßnahmen. Den entsprechenden Veranstaltern wird die Verwendung des Logos „Mir kalle Platt“ in allen Print- und Online-Veröffentlichungen im Kontext mit ihrer Veranstaltung zugestanden. Patrick Schmidder: „Erhöhen Sie Ihre Reichweite, nutzen Sie die zusätzlichen Marketingmöglichkeiten und werden Sie Teil unseres Netzwerks!“

Die 2022 gestartete Kampagne der Nordeifel Tourismus GmbH (NeT) in Verbindung mit dem Kreis Euskirchen und der VR-Bank Nordeifel eG soll das Eifeler Platt wieder in den Fokus – auch jüngerer Zeitgenossen – stellen. „Wir wollen unseren Beitrag leisten, das Eifeler Platt zu pflegen und für zukünftige Generationen lebendig zu halten“, so Mark Heiter, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Nordeifel, die sich als „Hausbank der Region“ betrachtet: „Platt und Eifeler Lebensart sind genauso wie Solidarität Teile unserer genossenschaftlichen DNA“.

Homepage und Newsletter

Die ersten Veranstaltungen starteten 2022, die sich 2023 zu einem großen mehrwöchigen Festival auswuchsen. Patrick Schmidder: „Die Vorbereitungen auf das nächste Festival 2025 laufen bereits auf Hochtouren!“ Besonders liege den „Machern“ aber am Herzen, die vielen kleinen und größeren Veranstaltungen auf Platt, die es bereits in der Nordeifel gibt, einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Die Initiative „Mir kalle Platt“ solle zu einem „Markenartikel“ gemacht werden.

Als Präsentationsebenen bietet die Nordeifel Tourismus GmbH unter anderem ihre Homepage www.nordeifel-tourismus.de, ihren Veranstaltungskalender, Social Media und einen Newsletter mit rund 8.000 Abnehmern an.

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CHIO Aachen – Die „Silberne Kamera“ – Jetzt noch Bilder für den Fotografen-Preis einreichen

Aachen – Bei diesem Preis stehen diejenigen im Mittelpunkt, die sonst stets hinter der Kamera anzutreffen sind: Der renommierte Fotografen-Preis „Silberne Kamera“ wird während des Weltfests des Pferdesports, CHIO Aachen 2024, vergeben.

Der Preis für das beste internationale Pferdesportfoto des Jahres wird vom CHIO Aachen-Veranstalter Aachen-Laurensberger Rennverein e.V. ausgeschrieben. Die Aufnahmen mit Pferdesportmotiven aus aller Welt müssen ab dem 24. Mai 2023 entstanden sein. Einsendeschluss ist der 24. Mai 2024.

Neben dem Ehrenpreis „Silberne Kamera“ erhält der Sieger eine Prämie in Höhe von 2500 Euro. Der Zweitplatzierte erhält einen Geldpreis in Höhe von 1000 Euro, der Drittplatzierte darf sich über einen Geldpreis in Höhe von 500 Euro freuen.

Die Ausschreibung für den Medienpreis mit allen Details zur Teilnahme sowie einen Link zur Anmeldung finden Sie hier.

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Aachener Künstler*innen gestalten das Café Wunderkammer im Suermondt-Ludwig-Museum

Aachen – Das Café Wunderkammer im Suermondt-Ludwig-Museum soll zu einem neuen Ort der Begegnung werden – Durch die vielfältige Nutzung und die Möglichkeit der Vermietung soll das Café Wunderkammer zu einem neuen Ort der Begegnung werden und den Brückenschlag in die lokale Kulturszene schaffen.

Im zukünftigen Café Wunderkammer im Suermondt-Ludwig-Museum hat die künstlerische Umgestaltung begonnen. Die ehemalige Bar Museo wird aktuell durch den städtischen Kulturbetrieb in Kooperation mit dem Spectrum / Rheinischen Verein für Katholische Arbeiterkolonien e.V. l neu eingerichtet. Angedacht im Café Wunderkammer ist eine Mehrfachnutzung für Künstlerworkshops, Schulklassenprogramme, Empfänge, Feiern, Veranstaltungen und Vermietungen. Aachener Künstler*innen werden den Raum in einem zweijährigen Turnus immer wieder neugestalten. Mit der Umgestaltung hat die Künstlerin Vera Sous im Frühjahr 2024 begonnen.

Ort der Begegnung und Kreativität

„Das Zusammenwirken der Akteur*innen ist in dieser Konstellation absolut einmalig. Das Projekt bietet die Chance, den Raum als Ort der Begegnung und Kreativität zu nutzen und gleichzeitig die Bestände des Museums neu zu erschließen. Der Begriff ‚Wunder‘ passt in vielerlei Hinsicht“, freut sich Heinrich Brötz, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Kultur. Gemeinsam mit Vertreter*innen des Kulturbetriebs und von Spectrum informierte er jetzt in einem Pressegespräch über den aktuellen Stand des Projekts.

Atelier eines alten Meisters

Künstlerin Vera Sous hat sich gemeinsam mit den Künstlerinnen der Frauenwerkstatt des Rheinischen Vereins dem Farbkonzept der Kutscheneinfahrt angenähert und sich von den Mustern der „Wunderkammer“ in der Dauerausstellung des Hauses inspirieren lassen. „Mit Stofftapeten schaffen wir es, die neue Architektur in die alte einzubinden. Theke und Schrank werden verkleidet, die Beleuchtung verändert. Alles soll an das Atelier eines alten Meisters erinnern. Besonders spannend ist es, bei den Stoffarbeiten und Bildteppichen mit vielen verschiedenen Nationalitäten zusammen zu arbeiten“, erklärt Vera Sous.

Angebote für Schulklassen

Die Projektteilnehmer*innen von Spectrum sind unter anderem langzeitarbeitslose Menschen, die in der Kunstwerkstatt eine neue Struktur erfahren und in den künstlerischen Projekten neue Talente entfalten können. „Dieser neue Raum ist nicht nur als Ort für einen Cafébetrieb konzipiert, sondern ermöglicht es zukünftig, in unmittelbarer Nähe zur Ausstellung auch Angebote für Schulklassen zu veranstalten. Einmal pro Woche soll hier der Kinder-Museumsclub ab Herbst stattfinden, ebenso planen wir Künstler*innen-Workshops und Ferienangebote“, erläutert Pia vom Dorp, die Leiterin des Museumsdiensts im Kulturbetrieb.

Brückenschlag in die lokale Kulturszene

Durch die vielfältige Nutzung und die Möglichkeit der Vermietung soll das Café Wunderkammer zu einem neuen Ort der Begegnung werden und einen Brückenschlag in die lokale Kulturszene schaffen, wie Irit Tirtey, Kaufmännische Geschäftsführerin des Kulturbetriebs betont: „Der Raum wird zu einem Treffpunkt für Jung und Alt und kann in Kombination mit einer Museumsführung zum Beispiel für Stehempfänge und kleinere Festlichkeiten gemietet werden“.

Bildungsmöglichkeiten und Vernetzung

„Nach zwei Jahren können wir diesen Raum mit neuen Aktivitäten öffnen und eine Vielfalt an Bildungsmöglichkeiten anbieten, was gut zu unserer Vernetzung innerhalb des Viertels mit der Nachbarschaft zum Kaiserplatz passt“, freut sich Till-Holger Borchert, Direktor des Suermondt-Ludwig-Museums. Das neue Gestaltungskonzept nimmt dabei sowohl Bezug auf die Historie des Hauses als auch auf die Tradition des Museums.

Als Vorläufer der heutigen modernen Museen entstanden im 16. Jahrhundert zahlreiche adelige Kunst- und Wunderkammern und später auch bürgerliche Sammlungen, die das Universum und seine Ordnung abbilden und erfassen sollten. Wundern und Staunen über diese besonderen Ausstellungsstücke kann man sich so zum Beispiel in der Bürgerlichen Kunstkammer des Museums.

Wundertüte mit kulturellen Überraschungen

Zur ersten Präsentation des „work in progres“ im Café Wunderkammer gab es als Dankeschön für alle Beteiligten eine Wundertüte mit kleinen kulturellen Überraschungen, die bald auch in Serie geht und demnächst vor Ort käuflich zu erwerben ist.

 

 

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Das Space im Ludwig Forum Aachen kann nach dreijähriger Sanierung wieder gemietet werden

Aachen – Das Space im Ludwig Forum Aachen ist nach über drei Jahren und umfangreichen Sanierungsmaßnahmen jetzt wieder im regulären Betrieb. Bereits seit Februar wird die beliebte Spielstätte an der Jülicher Straße vom städtischen Kulturbetrieb von neuem als moderne Kultur- und Veranstaltungslocation vermietet.

„Wir freuen uns sehr, dass wir den Aachenerinnen und Aachenern diese wunderbare Location wiedergeben können. Es war ein langer Weg, bis alle technischen Herausforderungen bewältigt waren“, betonte Kulturdezernent Heinrich Brötz im Pressegespräch.

Die erste Bauphase im Space fand von Januar 2021 bis Mai 2023 statt. Danach war das Space bis zum Dezember 2023 für diverse Veranstaltungen eingeschränkt spielbereit. In der zweiten Bauphase von Dezember 2023 bis Februar 2024 wurden die elektrischen Anlagen der Spielstätte erneuert und modernisiert. Daneben wurde der Parkettboden repariert und das Theater-Vorhangschienen-System erneuert.

„Nach der Sanierung macht das Space nun seinem Namen wieder alle Ehre und bietet Raum für eigene Veranstaltungen des Ludwig Forums Aachen, des Kulturbetriebs und nicht zuletzt für die unterschiedlichen Darbietungen der Freien Kulturszene“, freute sich Irit Tirtey, Kaufmännische Geschäftsleitung des Kulturbetriebs Aachen.

„Im Kellergeschoss der ehemaligen Schirmfabrik ging es zunächst lange um Ursachenforschung unter Leitung der städtischen Architektin Elke Grünefeld. Es stellte sich heraus, dass das Wasser eines Seitenarms der Pau, das unter dem Ludwig Forum fließt, durch die Verfugungen der Betonwände und des Bodens sickerte. Mehrfach musste die marode Bausubstanz daraufhin bis auf 1,5 Meter Höhe nachverdichtet werden“, schilderten Robert Schmidt und Stephan Vreydal vom städtischen Gebäudemanagement. Im letzten Schritt wurde der Boden durch eine 15 Zentimeter starke Schicht aus speziellem Gussasphalt erneuert. Das anthrazitfarbene Material eignet sich durch seine gute Wärmedämmung besonders für Tanzaufführungen wie zum Beispiel das Schrittmacher-Festival.

Insgesamt umfasst der Bühnenbereich aktuell insgesamt 225 Quadratmeter. Die ebenfalls erneuerte Tribüne bietet Platz für 199 Gäste. Das Publikum erwartet in der fensterlosen Veranstaltungsarena rundum beste Bedingungen: Auch die Belüftung und Klimatechnik wurden nämlich erheblich verbessert. Die Beleuchtungsanlage wurde sogar komplett modernisiert. Der Energiebedarf für Licht konnte damit um 75 Prozent verringert werden. Die Gesamtkosten der Maßnahme betrugen etwa 270.000 Euro.

Informationen zur Vermietung des Space gibt es im Internet unter

www.locations-aachen.de .

 

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„Ich schenk dir eine Geschichte“ – Rund 600 Buchgeschenke für Schulkinder in Euskirchen

Euskirchen – Welttag des Buches am 23. April 2024 – Überraschungspost von Deutsche Post und DHL Zustellkräften – Buchgeschenk für über 1,1 Mio. Kinder in Deutschland. Rund um den Welttag des Buches am 23. April bereiten sich deutschlandweit Buchhandlungen, Verlage, Schulen und Lesebegeisterte auf ein großes Lesefest vor. Mit vielfältigen Aktionen werden Leselust geweckt und Freude an Geschichten vermittelt.

„Ich schenk dir eine Geschichte“ – rund 600 Buchgeschenke für Schulkinder in Euskirchen

In Euskirchen beteiligen sich 15 Schulen an einer Buchgutscheinaktion anlässlich des Welttags des Buches. Rund 600 Schülerinnen und Schüler freuen sich über den von der Stiftung Lesen in Zusammenarbeit mit cbj Verlag, Deutsche Post DHL und Partnern herausgegebenen Comicroman „Mission Roboter – Ein spannender Fall für die Glücksagentur“ von Autorin Anke Girod und Illustrator Timo Grubing. Der altersgerechte Lesestoff wird mittels Buchgutscheinen an 4. und 5. Klässler verteilt. Die übliche Abholung erfolgt per Klassenbesuch in zuvor ausgewählten lokalen Buchhandlungen. Auch die Thalia Buchhandlung an der Neustraße 18-22 beteiligt sich an der Aktion. Bundesweit kommen über 1,1 Millionen Kinder in den Genuss, das Buch zu erhalten.

Ziel der Initiative ist es, Kinder jedes Jahr mit spannenden Geschichten, die ihre Interessen aufgreifen, für das Lesen zu begeistern und ihre Lesekompetenz zu stärken. Damit die Aktion auch in Klassen mit unterschiedlichen Leseniveaus gelingt, wurde eigens ein Comicroman entwickelt. Die Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ steht unter der Schirmherrschaft der Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder.

Zudem unterstützt Deutsche Post DHL die Förderung des Lesens durch sogenannte Sprach- und Lesepaten: Kolleginnen und Kollegen, die bundesweit ehrenamtlich im Einsatz sind. Außerdem überraschen zahlreiche Zustellerinnen und Zusteller von Deutsche Post und DHL ihre Kunden mit kostenlosen Büchern. Damit will das Unternehmen in verschiedensten Haushalten Lesefreude vermitteln und Menschen zum Lesen zu ermutigen. Darunter sind viele Bestseller, wie etwa „Die Entführung“ von John Grisham, „Am Meer“ von Elisabeth Strout oder von Jonas Jonasson „Drei fast geniale Freunde auf dem Weg zum Ende der Welt“.

„Lesen ist wichtig. Lesen hilft uns, die Welt zu verstehen. Lesen schärft den Blick für Fakten und „Fake“. Gute Lese- und Sprachfähigkeiten sind von zentraler Bedeutung für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und die Resilienz unserer Demokratie. Deshalb unterstützen wir als Unternehmen bewusst die Stiftung Lesen. Im Rahmen unseres Lese- und Sprachpaten-Programms engagieren sich viele Mitarbeitende bereits seit 2007 ehrenamtlich für Lese- und Sprachkompetenz von Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Blick auf die Integration von Geflüchteten,“ sagt Konzernpersonalvorstand Thomas Ogilvie, der zugleich auch Vorstandsmitglied der Stiftung Lesen ist.

Das diesjährige Welttagsbuch wurde erneut nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produziert. So können aus den recycelten Papierfasern neue Produkte entstehen, bis alle Bestandteile am Ende in den biologischen Kreislauf zurückfließen.

Die UNESCO-Generalkonferenz hat 1995 den 23. April zum „Welttag des Buches und des Urheberrechts“ ausgerufen. Das Datum geht auf eine Tradition in Katalonien zurück: Zum Namenstag des Schutzheiligen St. Georg werden dort Rosen und Bücher verschenkt. Der 23. April ist zugleich der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes. Der Welttag des Buches wird heute in über 100 Ländern gefeiert, in Deutschland seit 1996. Von Anfang an haben die Stiftung Lesen und ihre Partner den Welttag des Buches maßgeblich mitgestaltet. So gibt es z.B. seit 1997 die Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“.

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Erhaltung eines alten Brauches – Das Kaller Maigeloog

Kall – Das Kaller Maigeloog pflegt mit dem Verkuppeln von Paaren eine über 100 Jahre alte Tradition – Die Listen werden im Saal Gier hinter verschlossener Tür zusammengestellt – Kiste Bier bewirkt Wunder, denn Bestechen ist erlaubt – Philipp Uhlemann ist „Hötjong“ – Umzug und Mai-Ball im Saal Gier.

Am Rand der Gemünder Straße lauschen die Kaller der Botschaft des Maigeloogs. Gespannt wartet man auf die Bekanntgabe des Königspaares. Foto: Reiner Züll

Wie alt der einzigartige Maibrauch in Kall wirklich ist, weiß keiner mehr zu sagen. Sicher aber ist, dass das Ausrufen der Maipaare, das darauffolgende Mai-Singen und der Umzug der Paare am Maifeiertag mit anschließendem Ball eine über 100jährige Tradition hat. Es ist das Maigeloog, das diesen alten Brauch seit Jahrzehnten aufrecht hält, und zum Beginn des Wonnemonats junge Frauen und Männer im wahrsten Sinne des Wortes als Maipaare „verkuppelt“.

Um die Maifeierlichkeiten vorzubereiten, treffen sich die Geloogsjungen seit Wochen hinter verschlossener Tür im Saal Gier. Bei diesen Treffen geht es nicht nur um den Programmablauf Feier am Maitag. Was die Mitglieder des Maigeloogs als geheime Kommandosache behandeln, ist die Liste der Maipaare, die die Junggesellen in ihren geheimen Sitzungen zusammenstellen, um sie am Vornachmittag des Maifeiertages öffentlich auszurufen. Dieses „Verkuppeln“ von Kaller Mädchen ab 16 Jahren und Kaller Jungen ab 18 Jahren zu Maipaaren ist das Besondere an dem über 100 Jahre alten Brauchs in Kall, der in dieser Form einzigartig in der Region ist.

Der Organisation der diesjährigen Maifeierlichkeiten voraus ging die Neuwahl des Geloogs-Vorstandes. Vorsitzender (Hötjong) ist Philipp Uhlemann, dem David Dietsch als Vize-Vorsitzender zur Seite steht. Als Beisitzer agieren Moritz Wirtz und Daniel Schade, Kassierer ist Marc Lange, zum Schriftführer wurde Jonas Dreßen gewählt.

Durch den Datenschutz ist das Ermitteln und traditionelle Verkuppeln der Maipaare schwerer geworden. Direkt nach Karneval beginnen die Junggesellen deshalb mit dem Recherchieren nach Jungen und Mädchen, die für die Zusammenstellung als Maipaare in Frage kommen. Im Schnitt sind es jedes Jahr rund 200 Paare, die auf die geheime Mailiste gebracht werden. Ebenso, bis zur letzten Sekunde, geheim gehalten werden auch die Namen des Maikönigspaares, das als letztes Paar vom Kaller Felsen an der Gemünder Straße ausgerufen wird.

Kaller Junggesellen, die mit einer besonders begehrten Herzdame ausgerufen werden wollen, haben nach der Einrichtung des Hauptquartiers des Geloogs auf dem Maiplatz am Hallenbad, noch die Gelegenheit, dem Geloog ihren Herzens-Wunsch vorzubringen. Die Spende einer Kiste Bier wirkt Wunder bei der Realisierung des Wunsches und der Änderung der Mailiste. Die Bestechlichkeit der Junggesellen hat schließlich eine genauso lange Tradition wie der Maibrauch selbst.

Jungen Frauen dagegen wird dieses Privileg des Bestechens nicht zugestanden, denn sie haben gar keine Möglichkeit, ihren Wunschprinzen mit Hilfe einer Kiste Bier oder einer Geldspende zu ergattern. Für sie gibt es erst gar keinen Zutritt zum Maiplatz, denn, so Hötjong Philipp Uhlemann: „Damenbesuch ist bis zum Beginn der eigentlichen Maifeierlichkeiten am Abend des 30. April absolut tabu“.

Viele Jugendliche opfern im Vorfeld der Maifeier ihren Urlaub für die Erhaltung des Kaller Maibrauches. Der Aufbau des Maiplatzes als Hauptquartier erfolgt in diesem Jahr am Mittwoch, 24. April, ab 9 Uhr morgens. Ab dann ist das Geloog bis zum Maifeiertag dort präsent, denn neben dem Abholen des Dorf-Maibaumes, dem Schlagen und Schmücken der Maibäume für die „Auserwählten“ der Geloogsjungen, gibt es viel zu tun.

Alle Kaller Jugendliche ab 16 Jahren sind herzlich zum Anpacken eingeladen, wenn am Samstag, 27. April, der Dorf-Maibaum mit aus dem Wald abgeholt wird. Treffen zum Abholen des Baumes ist um 14 Uhr am Maiplatz. Es werde wieder ein stattlicher Baum aufgestellt, verspricht Hötjong Philipp Uhlemann. Und der werde natürlich rund um die Uhr bewacht.

Mit der traditionellen Maimesse am Sonntagabend, 28. April, um 18 Uhr, in der Kaller Pfarrkirche „St. Nikolaus“ beginnt die heiße Phase der Maifeierlichkeiten. Das Ausrufen der 200 Maipaare und das Bekanntgeben des Königspaares vom Felsen an der Gemünder Straße beginnt am Dienstag, 30. April, um 14 Uhr. Viele Kaller werden sich an der Gemünder Straße versammeln, um das Ausrufen zu verfolgen, das von den Lautsprechern in den ganzen Ort hineingetragen wird. Während das Geloog hoch vom Felsen herunter die Zusammenstellung der Paare verkündet, findet unten an der Straße wieder eine große Verlosung von vielen tollen Preisen statt, die die Kaller Geschäftswelt dem Maigeloog gestiftet haben.

Nach dem Ausrufen der Paare teilt sich das Geloog in Gruppen auf, und die Junggesellen ziehen zum traditionellen Maisingen von Haus zu Haus. Bis spät in die Nacht ist das Lied „He komme die Kaller Knechte…“ in Kall zu hören, mit dem die Junggesellen um Spenden bitten. Am Abend treffen sich dann die Bevölkerung und die Vereine am Maiplatz zum gemütlichen Beisammensein am Lagerfeuer.

Höhepunkt der Maifeier ist der Umzug am Dienstag, 1. Mai, um 13 Uhr. Vom Feuerwehrgerätehaus aus wird der Maikönig in einer Kutsche zum Haus der Maikönigin gefahren, wo der Maikönig in der Morgendämmerung mit Hilfe der Geloogsjungen einen großen, bunt geschmückten Baum aufgestellt haben. Die Königskutsche wird von der Musikkapelle Kall und den tags zuvor ausgerufenen Maipaaren begleitet.  Am Haus der Maikönigin wird auch Bürgermeister Hermann-Josef Esser dem Königspaar seine Aufwartung machen und mit einem Blumenstrauß gratulieren.

Nach einem Umtrunk und einem Walzertanz des Königspaares auf der Straße startet der Festzug mit dem Königspaar in der Kutsche zum traditionellen Maiball (Eintritt frei) im Saal Gier. Das Geloog hofft, dass sich auch in diesem Jahr die Kaller Bevölkerung wieder rege an den Maifeierlichkeiten beteiligt. (Reiner Züll)

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Katschhof-Grabung – So entwickelte sich Aachen über die Römerstadt hin zur Pfalz und Mittelalterstadt

Aachen – Während einer zweiten Grabungsphase wurden weitere Gebäudereste aus der Merowinger- und aus der Römerzeit entdeckt. Anhand der neuesten Funde rücken insbesondere die historischen Entwicklungen der Plätze am Katschhof und Markt in den Fokus.

Im Rahmen von archäologischen Untersuchungen auf dem Katschhof sind bereits Ende vergangenen Jahres spannende Funde gemacht und öffentlich präsentiert worden. Nach einer Unterbrechung aufgrund des Weihnachtsmarktes und der Karnevalszeit konnten die Grabungen in den vergangenen Wochen wieder aufgenommen werden. Kurz vor dem Abschluss stellte Stadtarchäologe Andreas Schaub im Rahmen eines Pressetermins am Mittwoch (10. April) weitere interessante Erkenntnisse vor.

Mauerfundament aus dem 3. Jahrhundert

„Für den zweiten Abschnitt der Grabung war die Spannung groß, ob und in welcher Form sich Siedlungsspuren der vorkarolingischen Merowingerzeit nachweisen lassen und wie es sich mit dem Übergang und Anschluss an die römische Epoche genau verhalten würde“, erläuterte Schaub die Erwartungshaltung. Tatsächlich fanden die Geschichtsexperten um Schaub und den ehrenamtlichen Arbeitskreis Archäologie Aachen (AAA) Reste eines vor- oder frühkarolingischen Gebäudes und eine Weg- oder Hofschotterung des 6. Jahrhunderts. Diese stammt also aus der Merowingerzeit. Das Gebäude, dessen Entstehungszeit im 8. Jahrhundert liegen dürfte, war noch exakt nach den römischen Baufluchten ausgerichtet. Auf der Sohle des Eingriffs fand sich schließlich sogar ein römerzeitliches Mauerfundament des 3. Jahrhunderts, welches mindestens bis zum 6. Jahrhundert bestand.

„Insgesamt erbrachte die Grabung überraschende Neuerkenntnisse für das frühe Mittelalter. Von besonderer Bedeutung ist vor allem die nun erstmals auf gesicherter archäologischer Grundlage mögliche Rekonstruktion der städtebaulichen Entwicklung von der Römerstadt über die Pfalz bis hin zur mittelalterlichen Stadt mit seinen Platzanlagen am Katschhof und Markt“, zog Andreas Schaub eine positive Bilanz.

Im ersten Abschnitt wurden vor allem die mittelalterlichen Platz-Schichten des Katschhofs sowie ein bis dato unbekanntes Gebäude der karolingischen Pfalz untersucht. Prunkstück der ersten Grabungsphase im Herbst 2023 war ein Silberdenar Karls des Großen. Dieser war überhaupt erst die siebte Münze der gesamten Karolingerzeit aus dem Aachener Stadtgebiet.

Die Grabung auf dem Katschhof hat somit zahlreiche neue Erkenntnisse gebracht, die für die städtebauliche Entwicklung Aachens bedeutsam sind:

  • Die römische Vermessung und Parzellierung wurde im frühen Mittelalter bis zum Ausbau der Pfalz beibehalten. Mindestens bis zum 6. Jahrhundert wurde die römische Bausubstanz genutzt, danach wurde in alter Ausrichtung neu gebaut. Daraus ergibt sich für die Archäologie die Frage: Ist das der Beginn der Pfalz von Pippin?
  • Im späten 8. oder frühen 9. Jahrhundert wurde im Kerngebiet der Pfalz die Ausrichtung auf Nord-Süd bzw. Ost-West geändert. In der Osthälfte der Kernpfalz entstehen dabei drei reich ausgestattete Großbauten in leichter Abweichung der Bauflucht auf Nordnordost-Südsüdwest.
  • In der Zeit um 1100 wurden diese drei Gebäude ganz oder teilweise niedergelegt und es entsteht erst jetzt der Platz, den wir heute Katschhof nennen.
  • Zur gleichen Zeit wird auch das römische Castrum abgebrochen, welches den Markthügel umschlossen hatte – dort entsteht dann als zweite große Platzfläche der Markt.

Es muss nun in Fachkreisen neu darüber nachgedacht werden, wer für diese massiven städtebaulichen Veränderungen verantwortlich war: Noch der Kaiser, der seine Pfalz neu ordnet, oder sind es bereits erste Hinweise auf eine Übernahme des Pfalzbereichs durch die sich entwickelnde Stadt? So oder so ist klar: Für Archäologen und Geschichtsexperten bleibt Aachen ein spannendes Forschungsfeld

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Nachdem ein 120 Jahre alter und kranker Baum gefällt werden musste, da die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war, rückten 2023 die Archäologen auf dem Katschof – nahe des Durchgangs zur Krämerstraße – an. Mit der zweiten Grabungsphase in diesem Frühjahr enden die archäologischen Untersuchungen auf dem Katschhof, sodass ein neuer Baum an der Stelle gepflanzt werden kann und das grüne Katschhof-Ensemble wieder vervollständigt.

Weitere Informationen zur Archäologie in Aachen generell und zu den Funden auf dem Katschhof: www.zeitreise.ac.

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Das „Laacher Forum“ stellt sich neu auf

Ahrweiler/Mayen/Maria Laach – Kreissparkassen Ahrweiler und Mayen unterstützen ab sofort das breite kulturelle Angebot – Gemeinsam stark für die Kultur in der Region – Seit fast drei Jahrzehnten prägt die Veranstaltungsreihe „Laacher Forum – Treffpunkt Kultur“, organisiert von der Buch- und Kunsthandlung Maria Laach, das Kulturleben in der Region und zieht auch Besucherinnen und Besucher aus einem größeren Umkreis an.

Pro Jahr finden ca. 12 Veranstaltungen zu aktuellen Büchern und Themen statt, die sich im weitesten Sinne mit dem Thema „Lebensgestaltung und Werteorientierung“ befassen. So waren bereits prominente Gäste wie Manfred Lütz, Eckhard von Hirschhausen, Wolfgang Bosbach oder Bärbel Schäfer zu Gast, einige bereits als „Wiederholungstäter“.

Unter dem unkonventionellen Titel „Mucke, Mord und munt´re Männer“ veranstaltet das Laacher Forum bereits im dritten Jahr einen kriminell-spannenden Abend umrahmt von Live-Musik. Das Besondere: Alle Künstler kommen aus der Region Mayen/Eifel.

Zudem wird es in diesem Jahr eine Lesung in der Klostergärtnerei geben, wo Katrin de Vries sich dem Thema Gartengestaltung widmen wird. Im Juni steht die Sommerlesenacht an, hier kann bis in die Nacht hinein in der Buch- und Kunsthandlung in ruhiger Atmosphäre gestöbert werden.

„Um dieses Kulturangebot für die Region auch weiterhin erhalten zu können, braucht es starke Partner. Umso mehr freut es uns, dass wir mit den beiden Kreissparkassen Ahrweiler und Mayen verlässliche und erfahrene Partner aus der Region gefunden haben, die sich bereits um das kulturelle Angebot in unserer Region verdient gemacht haben“, so Johanna Schnorr, Betriebsleiterin der Buch- und Kunsthandlung.

„Als Kreissparkassen machen wir für die Menschen in unserer Region vieles möglich, ob im Sport, gesellschaftlichen Engagement oder der Kultur“, betont Karl-Josef Esch, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Mayen, „Der Laacher See ist für viele Menschen in der Region ein ganz besonderes Naherholungsgebiet, das Kloster seit jeher ein Ort des geistlichen Lebens, wo Tradition und Moderne eng miteinander verwoben sind. Wir freuen uns, das „Laacher Forum“ als Sponsoren unterstützen zu können und sind sicher, dass Maria Laach auch weiterhin ein Besuchermagnet sein wird und viele interessante Persönlichkeiten und Autoren die Menschen hier inspirieren werden.“

So sieht es auch Dieter Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ahrweiler: „Die Sparkassen sind seit Jahren der größte nichtstaatliche Förderer von Kunst und Kultur in Deutschland. Die Unterstützung der Veranstaltungsreihe Laacher Forum liegt uns sehr am Herzen, weil sie namhafte Referenten in die Region bringt und der heimischen Bevölkerung ein interessantes Angebot bereitgestellt wird.“

Gemeinsam werde man sich für die Kultur in der Region einsetzten und den Gästen ein abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot anbieten, dass verschiedene Altersgruppen und Interessen anspricht und sich mit aktuellen Themen unserer Zeit befasst.

Die nächste Veranstaltung findet statt am 16. Mai. Hier stellt Schulleiterin und Digital-Experten Silke Müller ihr neues Buch „Wer schützt unsere Kinder“ vor, dass sich mit den Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf junge Menschen befasst. Der Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt beträgt 18 Euro. Tickets und das komplette Programm sind unter laacherforum.de zu finden.