Stefan Becker (links) und Dekanat Jonas Weller (rechts) zusammen mit dem Präventionsteam. Foto: Simone Bastreri/Bistum Trier
Daun – Hinsehen statt wegschauen: So könnte das Motto des Schutzkonzepts des Pastoralen Raums Dauns zur Prävention sexualisierter Gewalt vereinfacht lauten. Das Ziel: die zugehörigen Pfarreien, Institutionen und Orte zu einem sicheren Raum für alle werden lassen, insbesondere für Kinder, Jugendliche und schutzbefohlene Erwachsene. Vorgestellt wurde das institutionelle Schutzkonzept am 15. Mai in Nerdlen vor rund 40 interessierten Haupt- und Ehrenamtlichen. Dazu eingeladen hatten Stefan Becker und Dekan Jonas Weller vom Leitungsteam des Pastoralen Raums.
Stefan Becker, als Gemeindereferent selbst 17 Jahre in der Jugendarbeit engagiert, stellte gleich zu Beginn klar, dass das nun geltende Schutzkonzept nicht in Stein gemeißelt sei, sondern stetig evaluiert und weiterentwickelt werde. Das 27 Seiten starke Heft im DinA5 Format, das bald auch online auf den Seiten des Pastoralen Raums und der Pfarreien abrufbar sein wird, umfasst Eckpunkte zu Beschwerde- und Beratungswegen, zur Personalauswahl und -fortbildung, zum Qualitätsmanagement oder zu Dienstanweisungen und hausinternen Regelungen. Hinzu kommen ein Verhaltenskodex, ein anschaulich aufbereiteter Interventionsplan und eine Selbstverpflichtungserklärung.
Achtsamer und wertschätzender Umgang
Becker griff einige Punkte des Verhaltenskodex heraus, der unter anderem Themen wie Nähe und Distanz, Beachtung der Intimsphäre, Sprache und Wortwahl, die Nutzung von Medien und sozialen Netzwerken oder auch angemessener Körperkontakt im Umgang mit Kindern und Jugendlichen benennt. Diese verknüpfte er mit konkreten Beispielen, denn das Konzept solle „praxisnah sein und nicht in einer Schublade verstauben“, wie er betonte. Dabei gelte es nicht, in kirchlichen Bereichen Mitarbeitende unter Generalverdacht zu stellen, sondern eine „Kultur der Achtsamkeit“ zu fördern, die auch den Hauptamtlichen mehr Sicherheit und Orientierung für ein korrektes Verhalten biete.
Ob Toben oder Fangenspielen im Zeltlager, ob Einzelgespräch mit einem Seelsorger beim Firmunterricht, ob Hilfestellung beim Ankleiden eines Messdieners oder das Fotografieren von Kindern bei einer Ferienfreizeit: All diese Situationen forderten einen achtsamen, wertschätzenden Umgang und das Bewusstsein, dass mit der Macht als Betreuungsperson oder Seelsorgende eine große Verantwortung einhergehe. Grundsätzlich gelte für alle in der Jugendarbeit Tätigen, dass sie alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen und eine Präventionsschulung absolvieren müssen.
Mit Transparenz Vertrauen zurückgewinnen
Pamela Diederichs von der Fachstelle Jugend Wittlich, die bei der Erstellung des Konzepts als pädagogische Fachreferentin mit Rat zur Seite gestanden hatte, skizzierte die Ausgangslage für das Konzept: Die Kirche befinde sich im Umbruch, neben gesellschaftlichen Veränderungen hätte vor allem die Aufdeckung sexueller Missbrauchstaten einen massiven Vertrauensverlust für die Kirche bedeutet. „Wenn wir eine diakonische, also nah bei den Menschen agierende Kirche sein wollen, erreichen wir das nur durch Transparenz und indem wir für die Leute ein sicheres Umfeld schaffen, in dem sie sich geborgen fühlen.“ Dieser Auftrag könne nur gelingen, wenn sich möglichst viele Menschen in den Gemeinden davon ansprechen lassen und Zivilcourage zeigten, um alte Machtstrukturen aufzubrechen.
Seinen besonders großen Dank richtete Dekan Jonas Weller an das „Präventionsteam“ von Ansprechpersonen aus allen Pfarreien, das sich ebenfalls vorstellte. Sechs Ehrenamtliche und die beiden Hauptamtlichen Stefan Becker vom Leitungsteam und Gemeindereferentin Martina Phlepsen werden künftig erreichbar sein, wenn es um das Thema sexualisierte Gewalt geht. „Mein großes Anliegen ist, an einem anderen Bild von Kirche mitzuwirken“, betonte Hannah Wirtz aus der Pfarrei Daun. Dazu treffe sich das Team regelmäßig, nehme an Fachtagungen und Schulungen zum Thema teil. Dekan Weller lobte die Bereitschaft, das Thema wachzuhalten und sich zu engagieren: Wir möchten zeigen, dass wir trotz aller Negativschlagzeilen intensiv daran am Arbeiten und auf einem guten Weg sind.“ Von den jüngeren Leuten im Publikum kam dann auch der Vorschlag, das Schutzkonzept nicht nur an die Mitarbeitenden zu verteilen, sondern auch an die Eltern und Großeltern derer, um die es gehe: „Ich finde, dass es professionell wirkt und Sicherheit gibt, wenn die Familie weiß, wo sie ihr Kind hingibt. Dass die Leute dort geschult sind und es einen Verhaltenskodex gibt. Damit darf man doch durchaus werben“, fand die 19-jährige Johanna Otten.
Das Schutzkonzept gibt es in den nächsten Tagen unter: www.pr-daun.de.
Doris Schröder (Sozialwerk Aachener Christen e.V.), Klara Geywitz (Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen) sowie Magdalena Keus (Stadt Aachen, Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa) bei der offiziellen Urkundenüberreichung für die Projektförderung in Berlin. (v.l.). Foto: BMWSB / Stefanie Loos
Aachen – Qualifizierungsangebot zur Installation von Photovoltaik-Anlagen erfolgreich gestartet – Um als Stadt nachhaltig klimaneutral zu werden, ist ein Ausbau der Photovoltaik-Anlagen auf den Aachener Dächern notwendig. Dies führt selbstverständlich auch zu einem höheren Bedarf an Monteur*innen in diesem Bereich. Diesen beiden Herausforderungen begegnet das Projekt „SolAixQ“ mit der Qualifizierung zum/r „Solarhelfer*in“.
Gemeinsam mit den Projektpartner*innen vom Sozialwerk Aachener Christen e.V. und der low-tec gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH sowie in enger Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Aachen, dem Jobcenter und der Fachinnung für Elektrotechnik der Kreishandwerkerschaft ist es der Stadt Aachen gelungen, ein wegweisendes und einmaliges Qualifizierungsangebot im Handwerk zu entwickeln. Insgesamt sollen innerhalb des Projektes bis Juni 2026 300 Menschen qualifiziert werden und im Handwerk eine nachhaltige Perspektive finden. „Wir bieten den Teilnehmenden mit dieser Qualifizierung eine Plattform für die Zukunft“, sagt Frank Denker, Projektleiter bei der low-tec gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft Düren mbH.
Das Qualifizierungsangebot richtet sich speziell an Langzeitarbeitslose und Geflüchtete. Durch eine sechsmonatige Schulung werden die Teilnehmenden fachtheoretisch und -praktisch, aber auch persönlich auf ihre zukünftige Tätigkeit vorbereitet. Praktika ermöglichen Einblicke in das Berufsfeld und die Möglichkeit, sich mit potenziellen Arbeitgeber*innen in der Region zu vernetzen. Damit ergibt sich die besondere Chance, unmittelbar eine Beschäftigung im Wachstumsmarkt der Photovoltaik-Anlagen-Installation zu finden. Die ersten Teilnehmenden sind begeistert: „Eine Qualifizierung, die mir die Möglichkeit gibt, ein einem zukunftsorientierten Job eine Anstellung zu finden“, so Tornike Zirkadze, einer Teilnehmenden.
Ein weiterer elementarer Baustein des Projekts ist die Förderung der Unternehmen vor Ort. Primäres Ziel ist es, die Unternehmen, darunter kleine und mittelständische Unternehmen, Startups und das Handwerk, in den Fördergebieten Aachen-Nord und Aachen-Ost mit Blick auf die zentralen Herausforderungen wie den Fachkräftemangel, den Klimawandel und die Digitalisierung zu fördern, zu beraten und zu vernetzen.
Das Projekt wurde der Politik in verschiedenen städtischen Ausschüssen vorgestellt und wegen seines lösungsorientierten und praktikablen Ansatzes begrüßt. Auch auf der offiziellen Auftaktveranstaltung des Fördermittelgebers in Berlin am vergangenen Freitag (10. Mai) wurde das Projekt als innovativ gelobt. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie über den Europäischen Sozialfonds.
Das Team der Beratungsstelle Ahrweiler. Foto: Lebensberatungsstelle Ahrweiler
Ahrweiler – Seit über 50 Jahren ist die Beratungsstelle Ahrweiler für Menschen da und versteht sich als wichtigen Grundpfeiler in der psycho-sozialen Versorgung im Ahrtal. Die allgemeine Nachfrage nach psycho-sozialer Unterstützung war auch im Jahr 2023 sehr hoch und mit langen Warte- und Leidenszeiten verbunden. Obwohl auch in der Lebensberatungsstelle Ahrweiler die Nachfrage von Ratsuchenden sehr stark war, versuchte man, so schnell, gut und kompetent wie möglich Hilfen anzubieten. Das schreibt die Lebensberatungsstelle im Vorwort ihres kürzlich veröffentlichten Jahresberichts 2023. Zwar ließen die Auswirkungen von Corona im vergangenen Jahr spürbar nach, aber Kriege und Krisen in der Welt wirken sich auch hier aus. Und auch die Flut mit allen Folgen gehört zur Biografie der von ihr betroffenen Menschen. Immer noch gehe es darum, Erlebtes gemeinsam auszuhalten und mit der Zeit besser verarbeiten zu können. „Es wird nie mehr so wie früher, sondern es wird anders“, heißt es im Jahresbericht.
Seit nun über 50 Jahren bringt sich die Lebensberatung ein, ist für Menschen da und versteht sich als wichtigen Grundpfeiler in der psycho-sozialen Versorgung im Ahrtal. Oft sind die Beraterinnen und Berater erste Anlaufstellen für Ratsuchende und Institutionen, die Beratung und Begleitung und manchmal auch einen Wegweiser zur richtigen Anlaufstelle benötigen. Vernetzt in die psychosoziale Infrastruktur stimmt sich das Team mit den jeweils zuständigen Kooperationspartnern im Kreis ab, um für die Menschen das beste Angebot bereit zu halten.
830 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben im vergangenen Jahr Hilfe bei der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Ahrweiler gesucht; zusätzlich nahmen 1.035 Menschen an offenen Sprechstunden, Elternabenden und Weiterbildungen teil.
Die Gründe für die Kontaktaufnahme waren im vergangenen Jahr auch wieder vielfältig: Bei Kindern und Jugendlichen überwiegen laut Jahresstatistik Trennung und Umgangs- oder Sorgerechtsstreitigkeiten der Eltern, Erschöpfung und Ängste der jungen Hilfesuchenden sowie Mobbing und schulische oder berufliche Probleme. Erwachsene litten vor allem unter Kommunikationsproblemen, Erschöpfung und Überbelastung – auch durch kritische Lebensereignisse – sowie unter depressiven Verstimmungen und Depressionen.
Regelmäßige Angebote
Das Beraterteam um Leiter Christof Ewertz bietet regelmäßige Sprechstunden für Schülerinnen und Schüler und Eltern in verschiedenen Schulen im Ahrtal an.
Das Fluthilfeprojekt „Weiter geht‘s” richtet sich an Kinder und Jugendliche, die im Rahmen der Flutkatastrophe traumatische Erfahrungen gemacht haben, unterstützt sie, ihre Familien und soziale Systeme bei der Verarbeitung des Erlebten und hilft dabei, die Entstehung chronifizierter psychischer Erkrankungen zu vermeiden.
„Ich kann auch anders” heißt ein Selbstbehauptungs- und Selbstsicherheits-Training das seit 2017 zweimal jährlich für Kinder und Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren angeboten wird.
Auf www.ahrweiler.lebensberatung.infokönnen Betroffene zeit- und ortsungebunden das gesamtes Beratungsangebot über eine geschützte Mailverbindung erhalten. Auch Anmeldungen sind online möglich.
Die Lebensberatung hat ihren Sitz in der Altenbaustraße 2 in Bad Neuenahr-Ahrweiler und ist erreichbar unter Tel.: 02641-3222 oder per E-Mail an sekretariat.lb.ahrweiler@bistum-trier.de
Lebensberatung im Bistum Trier
Im Jahr 2023 hat das Bistum Trier 3,24 Mio. Euro für seine 20 Beratungsstellen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland aufgewendet. Hinzu kommen die Landes- und Kommunalzuschüsse von insgesamt rund 4,12 Mio. Euro. Die 20 Beratungsstellen erbrachten 10.094 Beratungsleistungen mit denen 21.514 Personen erreicht wurden. Damit werden für jede Person ca. 342 Euro Steuer- und Kirchensteuergelder eingesetzt.
Das Karlspreis-Direktorium und die Stadt Aachen ehren den Oberrabbiner als einen „herausragenden Repräsentanten des europäischen Judentums“ und gleichzeitig das jüdische Leben in Europa. Foto: Stadt Aachen / ANS Karlspreis
Aachen – „Ich bin mit Leib und Seele Europäer!“ – Das Karlspreis-Direktorium und die Stadt Aachen ehren den Oberrabbiner als einen „herausragenden Repräsentanten des europäischen Judentums“ und gleichzeitig das jüdische Leben in Europa. Pinchas Goldschmidt ist ein Mann, der andere Meinungen nicht bloß gelten lässt.
700 Gäste wohnen der Zeremonie im Krönungssaal des Aachener Rathauses bei, viele Besucher*innen jubeln dem neuen Karlspreisträger nach der feierlichen Zeremonie und seinem anschließenden Auftritt auf dem Katschhof zu. Foto: Stadt Aachen / ANS Karlspreis
Er schätzt und sucht sie, fordert aus Überzeugung den Diskurs. Gleichzeitig ist er ein Mann, der Klartext redet und dabei vehement für die Werte Europas eintritt, die er durch den wachsenden Antisemitismus gefährdet sieht. „Der Antisemitismus war nie tot; aber seit dem islamistischen Pogrom gegen Israel am 7. Oktober 2023 ist er in einer Art und Weise entfacht, die die Sicherheit und Freiheit jüdischen Lebens – gerade auch in Europa – ernsthaft bedroht.“ Für ihn ist klar: „Nur gemeinsam können wir die Werte der Einigkeit, der Freiheit, der Demokratie und der Menschlichkeit ehren – indem wir sie vertreten und verteidigen.“
Die Auszeichnung mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen, mit dem Pinchas Goldschmidt am gestrigen Himmelfahrtstag, 9. Mai, geehrt wurde, und mit ihm die jüdischen Gemeinschaften in Europa, begreift er als ein „Lichtfeuer der Hoffnung und Solidarität in herausfordernden Zeiten; gegen Intoleranz, Hetze und Hass – für Aufklärung und gegenseitiges Verständnis“. Bewegt und überwältigt erleben die rund 700 Gäste – darunter hochrangige Politiker, Ministerpräsidenten sowie ehemalige Karlspreisträger*innen – im Aachener Krönungssaal den Oberrabbiner und Präsidenten der Konferenz der europäischen Rabbiner (CER). Goldschmidt, der von sich selbst sagt: „Ich bin mit Leib und Seele Europäer!“, ist voller Demut und Dankbarkeit für die Auszeichnung, die er gleichzeitig als Verpflichtung versteht: Sowohl für sich selbst, seine Arbeit für europäische Werte, Dialog, Freiheit und Demokratie fortzusetzen, als eben auch dafür, gemeinsam für diese Werte einzustehen und zu kämpfen.
Pinchas Goldschmidt: „Die Karlspreisträger 2024 leben in Angst!“
Bei der Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses betonte Goldschmidt, der gemeinsam mit seiner Frau Dara, seiner Mutter Elisabeth und weiteren Familienmitgliedern nach Aachen gekommen war, Antisemitismus müsse in all seinen Formen erkannt, benannt und bekämpft werden. Denn auch wenn es in der Begründung für die Preisverleihung unter anderem heiße, die Auszeichnung solle ein Signal setzen, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu Europa gehöre und in Europa kein Platz für Antisemitismus sein dürfe, so sagt Goldschmidt: „Das klingt märchenhaft. Leider ist das Gegenteil der Fall. Jüdische Menschen, die Karlspreisträger des Jahres 2024, sie leben in Angst, sie bangen um ihre Zukunft.“ Und er fordert: „Wir alle müssen dagegen aufstehen! Die jüdische Gemeinschaft kann es nicht. Und es ist auch nicht ihre Aufgabe. Es ist die Aufgabe ihrer Heimatländer und Heimatgesellschaften, sich gegen die Feinde der europäischen Werte zu erwehren! Wann, soll ‚nie wieder‘ sein, wenn nicht jetzt?“
Es ist eine offene und sehr persönliche Rede des Oberrabbiners, in der er Einblicke in sein Leben gewährt: Wie er nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Europa verließ, um Teil des Wiederaufbaus zu sein. Wie er nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine seine Gemeinde nach 33 Jahren wieder verlassen musste. Und wie er dennoch weiterhin die Hoffnung, den Mut und das Vertrauen in die Menschheit hat – „solange ich weiß, dass wir gemeinsam kämpfen“. Stehende Ovationen im Saal, langanhaltender Applaus.
Vizekanzler Dr. Robert Habeck: Jüdisches Leben macht Europa aus
Mit der diesjährigen Preisverleihung an Pinchas Goldschmidt setze das Karlspreisdirektorium ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus, sagte Vizekanzler Robert Habeck in seiner Laudatio und dafür, „dass jüdisches Denken und jüdisches Leben Europa reicher macht – ja ausmacht“. Dabei mahnt er gleichzeitig: „Wir müssten nicht betonen, dass für Antisemitismus in Europa kein Platz ist, wenn es ihn nicht geben würde. Und in diesen Jahren ausgeprägter denn seit langem.“ Menschen wie Rabbi Goldschmidt machten mit ihrem Wirken einen Unterschied, aus dem Habeck einen „Auftrag an uns alle“ ableitet: „Aufzustehen, wenn Menschen unterdrückt, Minderheiten bedroht oder Gewalt eingesetzt wird.“ Schließlich stellt Habeck die Frage nach dem Ziel eines vereinten Europas, um selbst die Antwort zu formulieren: „Dieses Ziel ist Frieden in Freiheit auf dem europäischen Kontinent. Für Freiheit muss man auch kämpfen wollen, aber wahre Freiheit ist eine in Frieden.“ Und darüber hinaus: „Die Finalität der europäischen Einigung wäre eine föderale europäische Republik‘. Eine ‚Einheit in Vielfalt’ in einer aus unterschiedlichen Kulturen und Sprachen, Nationen und geschichtlichen Bezügen gebildeten Union. In solch einer föderalen Union muss niemand Angst vor dem Verlust der je eigenen Geschichte und Kultur haben.“ Am Ende einer mit viel Beifall bedachten Rede betonte Habeck: „Das europäische Judentum ist nicht das zu Europa hinzugekommene, tolerant zu ertragende. Im Gegenteil. Es ist der europäischen Idee eingeschrieben, macht sie aus. Europa so verstanden, so gelesen, stiftet eine Verbundenheit ohne Ab-Stammeszugehörigkeit. In einem solchen Europa kann man sich niederlassen – endlich auch als Jüdin oder Jude. Zu Hause sein. Angekommen. Heimat Europa.“
Edi Rama, Ministerpräsident der Parlamentarischen Republik Albanien: Toleranz mit Respekt
„Welche Form kann Toleranz haben, in einer Zeit der steigenden Intoleranz?“, fragt Edi Rama, Ministerpräsident der Parlamentarischen Republik Albanien, in seiner Festrede und sieht Europa in einem Dilemma: „Denn Angst vor dem Bösen heißt auch, die Intoleranz zu fördern. Wir müssen uns gegen das Böse in der Welt wenden.“ Menschen wie Pinchas Goldschmidt seien Brückenbauer zur Menschlichkeit. Gespräche suchen, Konflikte mit Respekt lösen, sich selbst reflektieren, tolerant sein – das alles sei alternativlos, „auch wenn es bedeutet, dass wir hin und wieder unsere Komfortzone verlassen müssen. Wir müssen uns mit der Komplexität der Geschichte auseinandersetzen, damit die echten Waffen nie wiederkommen. Denn nur eine Form der Toleranz kann uns schützen: Das Vertrauen in die Menschlichkeit.“ Dabei blickt Rama auch auf die Geschichte seines eigenen Landes, in dem er seit Jahren Reformen vorantreibt, um eine spätere Mitgliedschaft in der EU zu ermöglichen. „Toleranz mit Respekt ist eine aktive Haltung.“
Es sind bewegende Zeiten, in denen der 65. Internationale Karlspreis zu Aachen in diesem Jahr verliehen worden ist. Antieuropäische und rechtspopulistische Kräfte verzeichnen Gewinne – in einigen Ländern mehr, in anderen weniger. Alte Machtbündnisse bröckeln, autokratische Systeme erstarken. Vor diesen Hintergrund erinnerte auch Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen in ihrer Rede an die „dunkelsten Kapitel unserer Geschichte“ und stellte heraus: „Wir unternehmen alles, um nie wieder in eine solche Barbarei zurückzufallen. Besonders hier in Aachen stehen wir heute, morgen und in Zukunft für unsere Werte ein. Wir gestalten die Demokratie selbst, beziehen Position. Wir stehen ein für eine Gesellschaft der Solidarität, der Vielfalt, des Zusammenhalts.“ So, wie auch Goldschmidt deutlich seine Stimme für Frieden und Gerechtigkeit erhebe und zeige, dass der Dialog der Schlüssel zum Frieden sei. „Seine unerschütterliche Haltung gegen den radikalen Extremismus und sein Einsatz für den interreligiösen Austausch sind für uns beispielhaft. Seine Vision von einem Europa und einer Welt, die von Verständnis, Respekt und Zusammenarbeit geprägt sind, ist eine, die uns alle verbindet.“ Und schließlich appellierte die Oberbürgermeisterin: „Jüdisches Leben ist ein selbstverständlicher Teil unserer europäischen Identität und wird es immer sein. Lassen Sie uns gemeinsam weiterhin für Frieden und Toleranz kämpfen, lassen Sie uns mehr miteinander reden und so mehr Brücken zwischen den Kulturen und Religionen bauen!“
Abschluss auf dem Katschhof Auf dem Katschhof erlebten im Anschluss an die Preisverleihung zahlreiche Besucher*innen den Karlspreisträger 2024 aus der Nähe – so wie auch schon am Abend zuvor beim Open-Air-Programm „Karlspreis LIVE“ auf der Katschhof-Bühne und nachmittags an der RWTH Aachen, wo der Oberrabbiner wegen seines sympathischen Auftritts und der spürbaren Freude am Diskurs mit den jungen Menschen beklatscht wurde. Bescheiden und doch mitreißend – so präsentierte sich Pinchas Goldschmidt in Aachen. Er nutzte jede Gelegenheit, um seine Botschaft zu platzieren: für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben der Gesellschaft und Religionen in Europa. Beispielhaft dafür war die diesjährige Karlspreisverleihung. Goldschmidt dankte den vielen Gästen für den Zuspruch, den er an all den Tagen rund um die Verleihung in der Kaiserstadt gespürt habe. Und so verabschiedet sich der überzeugte Europäer mit seiner Familie aus Aachen: bewegt, überwältigt, ermutigt und inspiriert aus dem Vermächtnis Karls des Großen.
Begründung des Karlspreisdirektoriums
In der Begründung des Direktoriums heißt es unter anderem: „Das Karlspreisdirektorium will mit dieser Auszeichnung das Signal setzen, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu Europa gehört und in Europa kein Platz für Antisemitismus sein darf. Jüdisches Leben ist ein wichtiger Teil der europäischen Geschichte und Gegenwart – jetzt und in Zukunft.“ Und: „Für das Direktorium der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen ist es ein wichtiges Anliegen darauf hinzuweisen, dass alle Menschen das Recht haben, in sicheren Grenzen und einer freien, friedlichen und demokratischen Gesellschaft zu leben.“ Das Direktorium würdigt Pinchas Goldschmidt als „herausragenden Repräsentanten des europäischen Judentums und das jüdische Leben in Europa, das unseren Kontinent seit Jahrhunderten bereichert und hier immer seinen Platz haben wird und muss“.
Zitate und Fakten in Kürze:
Die Preisträger: Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschaften in Europa sind am heutigen Donnerstag, 9. Mai, mit dem „Internationalen Karlspreis zu Aachen“ ausgezeichnet worden. Goldschmidt nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. „Die Auszeichnung ist eine Ermutigung in einer herausfordernden Zeit. Ich danke Ihnen für diesen Lichtblick.“ Das Karlspreisdirektorium mit seinem Vorsitzenden Dr. Jürgen Linden hebt in seiner Begründung besonders hervor, Goldschmidt erhalte die Auszeichnung „ in Würdigung seines herausragenden Wirkens für den Frieden, die Selbstbestimmung der Völker und die europäischen Werte, für Toleranz, Pluralismus und Verständigung, und in Anerkennung seines bedeutenden Engagements für den interreligiösen und interkulturellen Dialog“.
Goldschmidt‘s Botschaft: „Gemeinsam können wir die Werte der Einigkeit, der Freiheit, der Demokratie und der Menschlichkeit ehren – indem wir sie vertreten und verteidigen.“
Vizekanzler Dr. Robert Habeck: „Wer das europäische Judentum ehrt, kann über Antisemitismus nicht schweigen. Der Karlspreis ist ein Zeichen dafür, dass jüdisches Denken und jüdisches Leben Europa reicher macht – ja ausmacht.“
Edi Rama, Ministerpräsident der Parlamentarischen Republik Albanien:„Wir müssen uns mit der Komplexität der Geschichte auseinandersetzen, damit die echten Waffen nie wiederkommen. Denn nur eine Form der Toleranz kann uns schützen: Das Vertrauen in die Menschlichkeit.“
Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen: „Besonders hier in Aachen stehen wir heute, morgen und in Zukunft für unsere Werte ein. Wir gestalten die Demokratie selbst, beziehen Position. Wir stehen ein für eine Gesellschaft der Solidarität, der Vielfalt, des Zusammenhalts. Jüdisches Leben ist ein selbstverständlicher Teil unserer europäischen Identität und wird es immer sein. Lassen Sie uns gemeinsam weiterhin für Frieden und Toleranz kämpfen.“
Die Verleihung: Rund 700 Personen, darunter zahlreiche Ehrengäste, Mandatsträger*innen, Botschafter*innen sowie Vertreter*innen von Kirchen und Religionsgemeinschaften, haben an den Feierlichkeiten im Krönungssaal des Aachener Rathauses teilgenommen. Auf dem Ehrenpodium saßen, neben dem Karlspreisträger Pinchas Goldschmidt, Vizekanzler Dr. Robert Habeck, der albanische Ministerpräsident Edi Rama, die Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen Sibylle Keupen, der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden, Vertreter*innen der diesjährigen Jugendkarlspreisgewinner, die früheren Karlspreisträger*innen Dahlia Grybauskaite (2013), Patrick Cox (2004), Jean-Claude Trichet (2011) und Martin Schulz (2015) sowie die Preisträgerinnen des Jahres 2022 Veronica Tsepkalo, Swetlana Tichanowskaja und – in Vertretung ihrer inhaftierten Schwester Maria Kalesnikava – Tatsiana Khomich.
Weitere Gäste: Unter den Gästen der Karlspreisverleihung waren unter anderem Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes NRW, sowie die NRW-Minister*innen Mona Neubaur, Oliver Krischer, Herbert Reul und Nathanael Liminski sowie Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses (MdB). Auch Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, und Abraham Lehrer, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, nahmen als Ehrengäste an der Verleihung teil.
Das Programm: Die Karlspreisverleihung wurde musikalisch vom Sinfonieorchester Aachen unter Leitung des Generalmusikdirektors Christopher Ward begleitet. Als Sopranistin trat Sonja Gornik auf, die Werke des jüdischen Aachener Komponisten Leo Blech darbot. In Absprache mit dem Preisträger waren die Kinderlieder „Ein kleines Lied“, „Veilchen“ und „Wie ist doch die Erde so schön“ ausgewählt worden.
Das mediale Interesse: Mehr als 70 Medienvertreter*innen haben sich für die Karlspreisverleihung 2024 akkreditiert, um darüber zu berichten, darunter Teams von ARD und ZDF, WDR, der Deutschen Welle sowie von Albania Public TV, FAZ und der Süddeutschen Zeitung, jüdisch-israelischer Medien sowie verschiedener in- und ausländischer Wort- und Bild-Agenturen. Die Live-TV-Übertragung wurde im WDR Fernsehen gesendet und ist dort noch abrufbar.
Informationen zum internationalen Karlspreis zu Aachen:
Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Seit 1950 wird er an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschaften in Europa sind die 65. Träger des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Sie folgen auf den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, und das ukrainische Volk, die 2023 mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden sind. Zu den früheren Preisträger*innen in Aachen gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), der spanische König Juan Carlos I. (1982), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Papst Franziskus (2016), Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (2018), António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen (2019) sowie die belarussischen Bürgerrechtlerinnen Maria Kalesnikava, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo (2022).
Im Rahmen der feierlichen Zeremonie im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses wird neben einer Urkunde auch eine Medaille verliehen, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für die jeweiligen Preisträger*innen zeigt.
Innenminister Michael Ebling und Landrätin des Landkreises Vulkaneifel, Julia Gieseking. Foto: Innenministerium RLP
Daun/Mainz – RLP Innenminister Michael Ebling hat der Landrätin des Landkreises Vulkaneifel, Julia Gieseking, einen Bescheid aus dem Programm „Partnerschaft zur Entschuldung der Kommunen in Rheinland-Pfalz (PEK-RP)“ überreicht. Damit übernimmt das Land rund 9,94 Millionen Euro der Schulden des Kreises.
„Mit dem Entschuldungsprogramm unterstützen wir als Land über 500 teilnehmende Kommunen durch die Übernahme von Altschulden und entlasten diese im Umfang von insgesamt drei Milliarden Euro. Alleine den Landkreis Vulkaneifel entlasten wir von fast zehn Millionen Euro seiner Schulden“, sagte Innenminister Michael Ebling bei der Bescheidübergabe.
„Ich bin froh und dankbar, dass die Landesregierung Kredite des Landkreises Vulkaneifel in Höhe von fast 10 Millionen Euro übernimmt. Dies ist ein wichtiger Baustein zur Konsolidierung unseres Haushalts“, so Landrätin Julia Gieseking.
Insgesamt haben 491 Ortsgemeinden, sechs Verbandsgemeinden, fünf verbandsfreie Gemeinden, neun Landkreise und acht kreisfreie Städte ein Angebot zur Teilnahme am Entschuldungsprogramm erhalten. Nach dem im Gesetz festgelegten Entschuldungstarif ergibt sich ein Entschuldungsvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro. Das Land stockt diesen Betrag um rund 300 Millionen Euro auf.
„Das Entschuldungsprogramm stellt einen Meilenstein dar. Durch die Übernahme der Altschulden entlasten wir die stark durch Liquiditätskredite belasteten Kommunen wirksam und geben ihnen eine klare Zukunftsperspektive“, so der Minister.
Neben dem Programm zur Entschuldung der Kommunen unterstützt das Land die Kommunen in diesem Jahr mit einer halben Milliarde Euro zusätzlich. Im Kommunalen Investitionspakt Klimaschutz und Innovation, kurz KIPKI, stellt das Land 250 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 267 Millionen Euro stellt das Land für die Unterbringung von Geflüchteten bereit.
Sie informierten unter anderem über den aktuellen Stand der Vorbereitungen, die
Gästeliste, Details der Verleihungszeremonie sowie über die Sicherheitsvorkehrungen der 2024er-Karlspreisverleihung: (v.l.n.r.) Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlpreisdirektoriums, Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, die städtische Protokollchefin Claudia Wellen-Spix, Armin Bergstein, Leiter des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, Rüdiger Fink, Leiter der Polizeiinspektion 1, sowie Bernd Vincken von der Karlspreisstiftung. Foto: Stadt Aachen / Jane Kaimer
Aachen – Vizekanzler Robert Habeck und der albanische Ministerpräsident Edi Rama halten die Festreden beim Festakt. Sprecher beim Vorabend-Dinner ist Margaritis Schinas, Vize-Präsident der Europäischen Kommission. Nur wenige Tage vor der Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen an Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschaften in Europa haben am gestrigen Vormittag, 6. Mai Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und Dr. Jürgen Linden als Vorsitzender des Karlpreisdirektoriums Einzelheiten zur Preisverleihung bekannt gegeben. Demnach werden am Himmelfahrtstag, Donnerstag, 9. Mai, rund 700 Personen an den Feierlichkeiten im Krönungssaal teilnehmen. Vizekanzler Robert Habeck und der albanische Ministerpräsident Edi Rama halten Ansprachen mit einer Würdigung des Preisträgers. Ebenfalls zu Gast in Aachen wird Margaritis Schinas, Vize-Präsident der Europäischen Kommission, sein; er ist gleichzeitig Sprecher beim Vorabend-Dinner in der Aula Carolina.
Jüdisches Leben gehört selbstverständlich zu Europa
Das Karlspreisdirektorium ehrt Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt und gemeinsam mit ihm die jüdischen Gemeinschaften in Europa mit der Verleihung des Karlspreises 2023 „in Würdigung seines herausragenden Wirkens für den Frieden, die Selbstbestimmung der Völker und die europäischen Werte, für Toleranz, Pluralismus und Verständigung, und in Anerkennung seines bedeutenden Engagements für den interreligiösen und interkulturellen Dialog. Das Karlspreisdirektorium will mit dieser Auszeichnung das Signal setzen, dass jüdisches Leben selbstverständlich zu Europa gehört und in Europa kein Platz für Antisemitismus sein darf.“
Der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums Dr. Jürgen Linden betonte im Pressegespräch, dass die Karlspreis-Vorbereitungen inzwischen weitgehend abgeschlossen seien und man sich am Donnerstag auf einen vollbesetzten Krönungssaal freuen dürfe. „Das zeigt, dass die geladenen Gäste und die Bürger*innen im Krönungssaal hinter der Botschaft des aktuellen Karlspreises stehen, den Kampf gegen den Antisemitismus unterstützen und gleichzeitig darauf hinweisen, dass jüdisches Leben seit Jahrhunderten eine Bereicherung in Europa ist.“
Viele Ehrengäste haben ihr Kommen zugesagt
Unter den Gästen der Karlspreisverleihung befinden sich die ehemaligen Karlspreisträger*innen Veronica Tsepkalo, Svetlana Tichanowskaja und Tatsiana Khomich in Vertretung ihrer Schwester Maria Kalesnikava sowie Martin Schulz, Dalia Grybauskaite, Pat Cox, und Jean-Claude Trichet. In Aachen werden zur Karlspreisverleihung ebenfalls Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes NRW, sowie die NRW-Minister*innen Mona Neubaur, Oliver Krischer, Herbert Reul und Nathanael Liminski sowie Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses (MdB), erwartet. Auch Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, und Abraham Lehrer, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sind Ehrengäste der Karlspreisverleihung. Zahlreiche andere Mandatstragende, Botschafter, Generalkonsule, Vertretungen von Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie der Partnerstädte Aachens haben bisher ihr Kommen zugesagt.
Verleihung des Europäischen Karlspreises für die Jugend
Am Dienstag vor der Karlspreisverleihung, 7. Mai, wird der Europäische Karlspreis für die Jugend verliehen. An dem hierzu ausgeschriebenen Wettbewerb haben sich wieder Hunderte junger Menschen aus den Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit sehr unterschiedlichen und vielfältigen Projekten beworben, die zur europäischen Verständigung beitragen, die Entwicklung einer gemeinsamen Identität fördern und beispielgebend für das gelebte Europa sind. In diesem Jahr haben Jugendliche aus Europa rekordverdächtige 516 Projekte angemeldet. „Ich habe die tolle Stimmung vom vergangenen Jahr noch in bester Erinnerung und freue mich auf diese lebendigen, begeisterten und begeisternden jungen Menschen, die Europa bereichern und die es so dringend braucht“, sagte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Die Repräsentant*innen der nationalen Gewinnerprojekte aus 29 Mitgliedstaaten befinden sich aktuell zu einem viertägigen Aufenthalt in Aachen.
Karlspreis-Europa-Forum
Am Mittwoch, 8. Mai, findet traditionell das Karlspreis-Europa-Forum statt – auch 2024 im „Das Liebig“; diesmal unter dem Motto „Weichenstellungen für Europa“. Im unmittelbaren Vorfeld der Karlspreisverleihung finden sich hier europäische Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medien, Kultur und Gesellschaft zu einer Perspektivkonferenz zusammen und diskutieren über drängende Herausforderungen, die europäischen Strategien für den Frieden im Nahen Osten und die Erwartungen an eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit.
Das Besuchsprogramm des Karlspreis-Vortags
Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt nimmt am kommenden Mittwochnachmittag kurz am Karlspreis-Europa-Forum teil. Vorher besucht er um 14.15 Uhr die RWTH Aachen und wird dort in der Aula des Hauptgebäudes am Templergraben vor Studierenden sprechen und den Dialog suchen. Vorbereitet von Studierenden des Projekts Leonardo und begleitet vom jüdischen DJ und Künstler Nikolay Karabinovych verspricht der Besuch eine besondere Begegnung. Gegen 17.30 Uhr besichtigt Pinchas Goldschmidt gemeinsam mit seiner Ehefrau Dara den Aachener Dom, wo Dompropst Rolf-Peter Cremer ihn an der Wolfstür empfangen wird.
Karlpreis LIVE auf dem Katschhof
Gegen 19.30 Uhr ist der designierte Karlspreisträger zu Gast beim „Karlspreis LIVE“ auf dem Katschhof. Auf der dortigen Bühne führt Medienhaus-Chefredakteur Thomas Thelen ein Interview mit Pinchas Goldschmidt und stellt ihn sowie die anwesenden Jugendkarlspreisträger*innen der Aachener Bevölkerung vor. Das kulturelle Programm auf dem Katschhof beginnt um 15 Uhr. Zu hören sind die fünfköpfige Bluesband aus dem hiesigen Grenzgebiet „Bluesaders“ und die Aachener Band „Sin Fronteras“, die einen tanzbaren Mix aus Ska, Reggae und Latino auf die Bühne bringt.
Karlspreis Live: Das Fest
Am Himmelfahrtstag starten die Aktivitäten auf dem Katschhof um 12.55 Uhr mit einer musikalischen Begrüßung des Karlspreisträgers durch den Chor „Carmina Mundi“ auf der Katschhofbühne sowie einem gemeinsamen Gesang aller versammelten Menschen. Pinchas Goldschmidt, das Direktorium und die Ehrengäste werden gegen 13 Uhr zu kurzen Statements erwartet. Dabei sprechen nach aktuellem Stand neben dem Karlspreisträger auch verschiedene Ehrengäste.
Das Medieninteresse ist groß
Das Medieninteresse an der diesjährigen Verleihung ist groß. Drei Tage vor der Karlspreisverleihung verzeichnet der städtische Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing über 70 Akkreditierungsanfragen – darunter Teams von ARD und ZDF, des Belgischen Rundfunks, der Deutschen Welle und von Albania Public TV, von FAZ und der Süddeutschen Zeitung, jüdisch-israelischer Medien sowie verschiedener in- und ausländischer Wort- und Bild-Agenturen. Die Karlspreis-Verleihung wird am Himmelfahrtstag live im WDR-Fernsehen von 11.15 bis 12.45 Uhr ausgestrahlt.
Fahrzeugflotte
Seit vielen Jahren stellt die Mercedes-Benz Niederlassung Aachen einen Teil der Fahrzeugflotte für die Ehrengäste der Karlspreisverleihung. Aktuell besteht die Flotte aus Elektro- und Hybridfahrzeugen verschiedener Baureihen, die rund um die Preisverleihung im Einsatz sind, sagte im Vorfeld der Verleihung Matthias Hindemith, Vertriebsdirektor Pkw Rheinland bei Mercedes-Benz. Fahrzeuge aus dem Bereich des EU-Parlaments ergänzen die Flotte.
Koscheres Menü aus Brüssel
Die Gäste beim Vorabend-Dinner in der Aula Carolina können sich auf ein koscheres Angebot von Artischocke und Sellerie Mille Feuille mit Trüffel, auf ein Irisches Rib-Eye Steak sowie Tatar von der Victoria-Ananas mit Eistee
Orangen-Tuile und ein Zitronen-Sorbet freuen. Zu diesem Menu gehört auch eine vegetarische Variante. Für das Catering zeichnet The Food & the art aus Brüssel in Kooperation mit DORN – Catering und Events verantwortlich. Das Abendessen wird musikalisch von der Harfenistin Swantje Janne Wittenhagen, einer Preisträgerin und Stipendiatin der Deutschen Stiftung Musikleben, begleitet.
Sicherheitszonen
Am 8. und 9. Mai kommt es vor allem in der Innenstadt zu verschiedenen temporären Straßensperrungen und Halteverbotszonen. Am 8. Mai wird zunächst im Bereich der oberen Pontstraße eine Sicherheitszone eingerichtet, die am 9. Mai um den Bereich Katschhof und Markt erweitert wird. Zudem muss im Bereich der Augustinergasse mit Einschränkungen gerechnet werden. Die Stadt Aachen und die Polizei Aachen bitten darum, am Christi Himmelfahrtstag keine Fahrräder im Bereich rund um das Rathaus abzustellen. Alle Fahrräder, die sich am Morgen des 9. Mai bis 5 Uhr noch im Sicherheitsbereich befinden, werden entfernt. Eine Liste der betroffenen Straßen ist unter www.aachen.de/karlspreis zu finden.
Region/Mainz – „Mit der ‚Partnerschaft zur Entschuldung der Kommunen‘, kurz PEK-RP genannt, vollzieht die Landesregierung einen historischen Schuldenschnitt. Das Land nimmt den Kommunen drei Milliarden Euro, also über die Hälfte ihrer relevanten Liquiditätsschulden ab, und entlastet sie damit zugleich vom Zinsrisiko. Das Land wird die übernommenen Liquiditätskredite aus dem Landeshaushalt tilgen und zeigt damit, dass die Solidarität zwischen Land und Kommunen tragender Gedanke des Programms ist“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der ersten Übergabe des Bewilligungsbescheides an den Oberbürgermeister der Stadt Trier, Wolfram Leibe.
Die Übernahme der Altschulden werde der Stadt Trier wie auch den weiteren über 500 teilnehmenden Kommunen für die Zukunft immens helfen und Möglichkeiten im Haushalt schaffen, auch mit den aktuellen Herausforderungen umzugehen. Mit Blick auf die steigenden Zinsen sei es der Landesregierung wichtig, das Entschuldungsprogramm sehr schnell umzusetzen. „Wir haben das Programm in enger Abstimmung mit unseren kommunalen Partnern gestaltet. Für den konstruktiven Dialog bin ich sehr dankbar. Das Land unterstützt beim Prozess der Entschuldung, und die Kommunen verpflichten sich, ein erneutes Aufwachsen der Liquiditätskredite zu verhindern. Flankiert vom neuen Kommunalen Finanzausgleich (KFA) und dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) legen wir damit die Basis für einen fiskalischen Neuanfang der Kommunen in Rheinland-Pfalz“, so die Ministerpräsidentin.
„Das Land übernimmt mit dem Programm, das gemeinsam von den koalitionstragenden Fraktionen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP sowie CDU und FWG in der Landesverfassung verankert wurde, über die Hälfte der kommunalen Liquiditätskredite und entlastet Landkreise, Verbandsgemeinden, Städte und Gemeinden sowohl von den entsprechenden Tilgungsverpflichtungen als auch von den Zinszahlungen. Insgesamt profitieren mehr als 500 Kommunen in Rheinland-Pfalz von der mittel- und langfristigen Entlastung, die deutlich über das Entschuldungsvolumen von drei Milliarden Euro hinausgeht, wenn die Zinsentlastung mitberücksichtigt wird“, erläuterte Finanzministerin Doris Ahnen.
Konkret übernimmt das Land von der Stadt Trier Kassenkredite in Höhe von 266,1 Millionen Euro, das sind zwei Drittel des anrechnungsfähigen Betrags. „Wir haben aus eigener Kraft zwischen 2017 und 2022 schon an die 40 Millionen Euro Liquiditätskredite zurückgezahlt, aus dem Haushaltsjahr 2023 werden wir noch rund 35 Millionen Euro Liquiditätskredite tilgen. Zusammen mit den jetzt vom Land Rheinland-Pfalz übernommenen Krediten werden dann 70 Prozent weniger Liquiditätskredite in unseren Haushaltsbüchern stehen. Das ist für uns ein riesiger Sprung nach vorne. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt damit um mehr als 35 Prozent, statt Zinsen für Geld zu zahlen, das wir uns leihen mussten, weil die Ausgaben die Einnahmen überstiegen, haben wir dann Luft, um in Projekte zu investieren, die einen dauerhaften Mehrwert für die Menschen in Trier schaffen“, sagte der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe.
Feiern 10 Jahre Telenotarzt (v.l.n.r): Andreas Bierfert (Leiter des Fachbereichs Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Aachen ), Prof. Dr. Stefan Beckers (ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Aachen) sowie Dr. Markus Kremer (städtischer Beigeordneter für Personal, Feuerwehr und Sport). Foto: Stadt Aachen/Lena Hoof
Aachen – Ein Jahrzehnt nach der Einführung des innovativen Systems in Aachen ziehen die Verantwortlichen eine rundum positive Bilanz. Seitdem gab es über 45.000 Einsätze. Menschen in Not profitieren: Sie können schneller behandelt werden. Von Aachen aus startete das System, das gemeinsam mit der Uniklinik und dem Unternehmen Umlaut entwickelt worden ist, seinen Siegeszug. Mittlerweile ist die Etablierung des Telenotarztes in 15 von 16 Bundesländern auf dem Weg.
Von jeher gilt: Im Notfall kommt es auf jede Sekunde an. Das wissen Prof. Dr. Stefan Beckers und seine vielen Kolleg*innen im städtischen Rettungsdient nur zu gut. Der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Aachen war von Beginn an im Boot, als vor zehn Jahren – genau am 1. April 2014 – der Telenotarzt in Aachen an den Start ging. Wiederum knapp zehn Jahre zuvor hatte Prof. Dr. Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Uniklinikum Aachen (UKA), die Idee und setzte diese zusammen mit verschiedenen Instituten der RWTH in geförderten wissenschaftlichen Pilotprojekten um. Mit dem Telenotarzt betrat man nicht nur im Westzipfel der Republik, sondern sogar weltweit Neuland. Schnell wurde nach der Einführung in den Alltag der Notfallversorgung in der Stadt Aachen allen klar: Der Telenotarzt ist ein Erfolgsmodell! Und so wundert es nicht, dass die Verantwortlichen von Stadt und Uniklinik nach einem Jahrzehnt praktiziertem Telenotarzt eine rundum positive Bilanz ziehen.
„Der Telenotarzt rettet Leben.“
Seit den Anfangstagen viel passiert. Das Aachener Telenotarztmodell ist längst deutschlandweit gefragt. Mittlerweile ist eine Etablierung in 15 von 16 Bundesländern auf dem Weg. In Aachen blicken die Expert*innen auf inzwischen über 45.000 Einsätze seit 2014 zurück. „Der Telenotarzt wurde hier bei uns in Aachen sehr schnell angenommen. Eine anfängliche Skepsis, die es sowohl bei Patienten wie auch bei den Einsatzkräften im Rettungswesen durchaus gab, ist längst verflogen und einer tiefen Überzeugung gewichen. Nämlich der, dass der Telenotarzt das bestehende Rettungssystem perfekt ergänzt und insgesamt zukunftsfähig macht“, sagte Beckers beim Pressetermin anlässlich des Jubiläums am Montag, 29. April, gemeinsam mit Dr. Markus Kremer (städtischer Beigeordneter für Personal, Feuerwehr und Sport) sowie Andreas Bierfert (Leiter des Fachbereichs Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Aachen ) Für Feuerwehr-Dezernent Kremer ist der zehnte Geburtstag ein ausgezeichneter Moment, um die Erfolgsstory made in Aachen zu würdigen: „Damals haben Menschen mit Innovationsgeist und großer Praxiserfahrung gemeinsam die richtigen Entscheidungen getroffen. Heute wissen wir: Der Telenotarzt hilft dabei, Menschen schnell, effizient und höchstprofessionell zu helfen. Er rettet Leben. Wir sind stolz darauf, dass wir auf diesem Feld Pionierarbeit leisten durften, von dem heute viele Menschen im ganzen Land profitieren.“
So funktioniert der Telenotarzt
Doch zurück zum Anfang: Es kommt zum Notfall. Im Optimalfall wählt jemand direkt die 112, ruft klassisch einen „Krankenwagen“. Wenige Minuten später rückt der RTW – wie der Rettungswagen in Fachkreisen abgekürzt wird – an. Welche Verletzungen oder akuten Erkrankungen liegen beim Patienten vor? Welche direkte Diagnose führt zur bestmöglichen Behandlung? In Sekundenschnelle müssen überlebenswichtige Fragen beantwortet werden. Die Besatzung des Rettungswagens kann im Stadtgebiet Aachen jederzeit einen hochqualifizierten Telenotarzt beziehungsweise eine Telenotärztin zur Einsatzunterstützung konsultieren. Denn über modernste Telekommunikations- und Diagnosetechnik kann der Notarzt aus der Zentrale heraus den Einsatz des Rettungsdienst-Teams vor Ort begleiten. Die Vorteile liegen auf der Hand: „Wenn wir das System nicht hätten, müssten wir weitere Notarzt-Fahrzeuge in Dienst nehmen und dann logischerweise auch den zusätzlichen Notarzt bezahlen“, erläutert Andreas Bierfert. Das ausgeklügelte System hilft also nicht nur dabei, die Kosten für notfallmedizinische Einsätze im Rahmen zu halten, es hilft auch dabei, die Expertise vor Ort für Patient*innen zu erhöhen – und das unmittelbar. Denn es verstreichen keine wertvollen Sekunden, bis der ansonsten erst zusätzlich herbeigerufene Notarzt eingetroffen ist. Sollte die physische Anwesenheit eines Notarztes trotzdem erforderlich sein, ist dies natürlich auch weiterhin möglich, betont Stefan Beckers.
Prof. Dr. Rolf Rossaint Direktor der Klinik der Anästhesiologie, Uniklinik Aachen, sieht ebenfalls viele Vorteile für die Krankenhäuser durch die Erstversorgung der Patient*innen durch Telenotärzt*innen: „Auch die Kliniken profitieren davon – sei es durch die Vermeidung unnötiger Einweisungen oder auch durch adäquate Erstversorgung der Notfallpatienten noch vor Aufnahme in der Klinik.“
Fachleute informieren sich in Aachen
Anlässlich des Jubiläums fand jüngst ein Online-Symposium statt, in dessen Rahmen sich 250 Fachleute aus der ganzen Republik zum Thema austauschten und künftige Entwicklungspotenziale erörterten. Unterdessen etablieren immer mehr Kommunen und Landkreise das Telenotarzt-Modell. Das im Jahr 2019 gegründete Aachener Institut für Rettungsmedizin und zivile Sicherheit (ARS) unterstützt viele Kommunen im Land bei der Einführung des Systems, nachdem das NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Februar 2020 verkündet hatte, Telenotarzt-Systeme in ganz Nordrhein-Westfalen zu etablieren. Geplant sind am Ende elf Telenotarztstandorte.
An folgenden Standorten sind bereits Telenotarzt-Zentralen in Betrieb: Aachen, Berlin, Bielefeld, Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis), Gießen, Goslar, Greifswald, Ludwigshafen, Marburg.
Folgenden Standorte stehen kurz vor Aufnahme des Betriebs:
Im April 2014 ging das System – entwickelt von P3 telehealthcare (heute Umlaut GmbH) in Kooperation mit der Uniklinik und Instituten der RWTH Aachen – an den Start. Das System hat sich seitdem bewährt. Eine weitere Besonderheit: Der Telenotarzt, der in der Leitstelle an der Stolberger Straße in Aachen sitzt, kann sich über Bildschirme sogar um mehrere Einsätze nahezu parallel kümmern. Das angestrebte Ziel geht auf: Ärzte können gezielter eingesetzt werden, die direkte Versorgung wird verbessert und gleichzeitig können die Kosten besser im Rahmen gehalten werden.
23 erfolgreiche, starke Frauen haben Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich (li.) und Christian Vogeler (Mi.), Autor, in ihrem neuen Buch „Die Essenz des Erfolgs“ porträtiert. Dr. Mara Harvey ( Re.), Chief Executive Officer (CEO) VP Bank (Schweiz) AG und Head Region Europa.
Satzvey/Euskirchen/Köln – Neuer Text- und Bildband von Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich und Christian Vogeler auf Burg Satzvey vorgestellt – 23 beeindruckende Porträts erfolgreicher Frauen – Buchpräsentation und Podiumsdiskussion am 23. April 2024 mit Kooperationspartnerin VP Bank.
„Mutig sein und für sich selbst einstehen“, so lautet die Botschaft von Isabel Apiarius-Hanstein, geschäftsführende Gesellschafterin Kunsthaus Lempertz KG, anlässlich der Buchpräsentation von „Die Essenz des Erfolgs“ auf Burg Satzvey. Sie ist eine von 23 erfolgreichen Frauen aus Nordrhein-Westfalen, die von Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich, Herausgeberin und Autorin, sowie Christian Vogeler, Autor, in ihrem neuen Buch porträtiert wurden. Der von Susanne und Mike Göhre reich bebilderte Band wurde am 23. April 2024 auf Burg Satzvey bei Euskirchen erstmals vorgestellt. Dr. Mara Harvey, Chief Executive Officer (CEO) VP Bank (Schweiz) AG und Head Region Europa, diskutierte als Kooperationspartnerin im Podium gemeinsam mit Jeannette Gräfin Beissel vor etwa 120 geladenen Gästen aus Wirtschaft und Gesellschaft über den beruflichen Erfolg, weibliche Rollenvorbilder, Finanzplanung für Frauen sowie die Finanz-Erziehung von Kindern, insbesondere Mädchen, im digitalen Zeitalter.
„Männer werden gefragt: Wann geht dein Businessplan auf? Frauen werden gefragt: Was ist, wenn dein Plan nicht aufgeht? Wir müssen andere Fragen stellen!“, so Dr. Harveys leidenschaftlicher Appell während des kurzweiligen Vortrags über die immer noch anzutreffenden Vorurteile gegenüber Frauen sowie die finanzielle Kluft zwischen den Geschlechtern bei Lohn, Vermögen und Altersversorgung.
Judith Dobner, Counterpart Group GmbH, die als Kölner Powerfrau im umkämpften Werbemarkt für eine traditionsreiche Kölschmarke ein völlig neues Image kreierte, betont: „Man soll immer an sich glauben und niemals darüber nachdenken, dass ein Mann etwas kann, was man selbst nicht kann. Frauen können alles genauso gut wie Männer.“
Die Lebensgeschichten erfolgreicher Frauen
In ihrem neuen Buch „Die Essenz des Erfolgs“ gehen Jeannette Gräfin Beissel von Gymnich und Christian Vogeler den Lebensgeschichten erfolgreicher Frauen nach. Ob Unternehmerin, Künstlerin, Politikerin, Mode-Designerin oder Galeristin: Wie bewältigen diese Frauen Krisen, wie vereinbaren sie Familie und Beruf, wie motivieren sie ihre Mitarbeiter und auch sich selbst?
„Wir wünschen uns, dass etwas von der Persönlichkeit dieser Frauen ausstrahlt auf die Leser des Buchs und diese vielleicht dazu inspiriert, ihre eigenen Träume zu verwirklichen und ihre Visionen zu leben“, so die Autoren. „Die Essenz des Erfolgs“ ist der vierte Band über erfolgreiche, starke Frauen in NRW, der von Gräfin Beissel mit Christian Vogeler als Autor herausgegeben wurde, und erschien Ende 2023 bei JGB edition noblesse.
Man will, man darf, man kann!
„Junge Frauen brauchen Vorbilder“, ist Dr. Mara Harvey überzeugt. „Ich selbst hatte keine und hätte nie gedacht, einmal CEO einer Bank zu sein.“ Daraus resultiert auch ihr Credo: „Der wahre Erfolg liegt nicht nur im Erreichen unsere Ziele, sondern auch darin, anderen auf ihrem Weg zum Erfolg zu helfen.“
Jeannette Gräfin Beissel möchte Mut machen: „Alle Frauen im Buch haben Herausforderungen angenommen und nicht aufgegeben. Sie sind Mutmacher und Vorbilder: ‚Wenn sie es schafft‘, so die Message an die Leserin, ‚schaffe ich es auch.“ „Man will, man darf, man kann!“, bestätigt auch Marion Barth-Madaus, Beraterin und Geschäftsführerin MB Network Köln, überaus treffend.
Female Finance Community
Da Frauen auch auf ihrem finanziellen Weg vor besonderen Herausforderungen stehen, bietet die Female Finance Community der VP Bank maßgeschneiderte Beratung und Unterstützung an, die auf die individuellen Bedürfnisse und Ziele von Frauen zugeschnitten sind. „Man muss Türen öffnen, damit kommende Generationen hindurchgehen können“, so Dr. Harvey. https://www.vpbank.com/de/femalefinance
Region/Koblenz/Hallschlag/Gerolstein – Die SGD Nord prüft Antrag auf Errichtung und Betrieb von vier Windkraftanlagen bei Hallschlag in der Eifel – Die „C & C Eifel Windenergie GmbH & Co. KG“ plant den Bau und den Betrieb von vier Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Ortsgemeinde Hallschlag in der Verbandsgemeinde Gerolstein. Zu diesem Zweck hat sie bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung für das Vorhaben beantragt. Die Windkraftanlagen im geplanten „Windpark Steinert“ sollen eine Nabenhöhe von rund 166 Metern sowie eine Gesamtleistung von circa 22.240 Kilowattstunden aufweisen.
Die SGD Nord ist seit Juni 2023 für die immissionsschutzrechtliche Genehmigung von Windenergieanlagen im nördlichen Rheinland-Pfalz zuständig. Dabei verfolgt sie das Ziel, Anträge möglichst schnell und kompetent zu bearbeiten, um den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern. Die Unterlagen und bisher vorliegenden Stellungnahmen zum geplanten „Windpark Steinert“ sind vom 29. April bis zum 28. Mai 2024 bei folgenden Stellen öffentlich einsehbar: Bei der SGD Nord, Kurfürstenstraße 12-14, 56068 Koblenz; bei der Verbandsgemeindeverwaltung Gerolstein, Kyllweg 1, 54568 Gerolstein; sowie im Internet. Den vollständigen Bekanntmachungstext und den Link zum Download der Antragsunterlagen finden Sie auf der Homepage der SGD Nord.
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