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Ernte 2023 – Durchschnittliche Getreideernte – örtlich katastrophal

Region/Koblenz/Mörschbach – Im Rahmen der jährlichen Erntepressekonferenz erläuterte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, ÖR Michael Horper, bei der Raiffeisen-Hunsrück-Handelsgesellschaft in Mörschbach die Erntesituation im nördlichen Rheinland-Pfalz. Bis Mitte Mai gab es reichlich Regen und das Getreide stand im Frühjahr weitgehend dicht und mastig auf den Feldern. Danach begann eine längere Trockenphase, die die Hoffnung auf eine insgesamt gute Getreideernte zunichtemachte.

Horper: „Die Landwirtschaft kommt mit den Widrigkeiten des Wetters klar, nicht aber mit unverständlichen politischen Entscheidungen. Ich werde weiter darum kämpfen, dass alle Bäuerinnen und Bauern ihre Kulturen schützen dürften. Ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Schutzgebieten jeglicher Art ist mit mir nicht zu machen.“ Weiter stellte er klar, dass auch die Naturwiederherstellungsrichtlinie der EU nicht zur Enteignung der Landwirte führen dürfe. Vielmehr sei die Landwirtschaft bereit intensiv für den Naturschutz zu arbeiten. Es sei vielmehr an der Zeit, dass die Flächenversiegelung, die Zerschneidung der Landschaften mit Verkehrsprojekten und das Ausbreiten von Steingärten und Rasenwüsten in den Hausgärten gestoppt werde.

Zur Ernte 2023 erklärte Horper: „Die Pflanzenbestände waren in den Trockenphasen ab Ende Mai aufgrund lokal sehr unterschiedlicher Niederschlagsereignisse nicht einheitlich gewesen. Also gibt es Regionen, die deutlich stärker unter Wassermangel gelitten haben als andere. Dies trifft vor allem für die Westeifel, den Hunsrück und das Nahegebiet zu.“ Auch die Wasserhaltefähigkeit der Böden sei ausschlaggebend für die Ertrags- und Qualitätsentwicklung. Regionen mit leichteren, d. h. sandigeren Böden, hätten deutlich unterdurchschnittliche Erntemengen eingefahren.

Die Wintergerste, die überwiegend als Futtergetreide und zum Teil als Braugerste genutzt werde, habe gute Erträge erzielt. Auch die Qualitäten seien insgesamt zufriedenstellend. Die Erzeugerpreise für Wintergerste lägen zur Zeit um 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau, das allerdings noch stärker von der Ukrainekrise geprägt gewesen sei als heute. Die Sommerbraugerste sei ein Sorgenkind der diesjährigen Ernte, betonte der Präsident, da gerade die spät ausgesäten Kulturen vom Frühjahrsregen nicht mehr profitiert hätten. Weniger Ähren tragende Halme und eine schlechte Kornausbildung seien die Folge. Das Ergebnis seien vereinzelte Totalausfälle und Erträge bis höchstens mageren fünf Tonnen pro Hektar.

Der Winterweizen sei weitgehend noch nicht geerntet, so Horper, es werde aber mit leicht unterdurchschnittlichen Erträgen gerechnet. Der Weizen profitiere noch von der Winterfeuchte. Die Sommertrockenheit führe aber auch bei sandigerem Untergrund zu einer schlechteren Kornausbildung. Erträge über sieben Tonnen pro Hektar seien daher voraussichtlich eher selten anzutreffen. Die Eiweißgehalte würden offensichtlich den Qualitätsnormen für Brotweizen entsprechen. Spitzenqualitäten seien in der Regel aber nicht zu erwarten. Die aktuellen Erzeugerpreise seien allenfalls zufriedenstellend, erklärte der Präsident.

„Auch die Rapsernte gibt keinen Anlass zur Freude. Die Erträge werden 2023 sehr unterschiedlich sein und sich zwischen 2 und 4 Tonnen pro Hektar bewegen.“ Hier gebe es einen merklichen Ertragsrückgang, der einerseits auf die Witterungsschwankungen und andererseits auf fehlende Pflanzenschutzmittel zurückzuführen sei. Rapserdfloh und Rapsglanzkäfer könnten nicht optimal bekämpft werden, sodass auch wirtschaftliche Schäden durch Schädlinge eingetreten seien. Die Erzeugerpreise lägen über 400 Euro die Tonne, was die geringeren Erträge wirtschaftlich teilweise kompensieren könne.

Problematisch entwickle sich aktuell die Situation in der Viehhaltung. Nach einem ersten akzeptablen guten Grünschnitt, seien danach keine weiteren ertragreichen Ernten mehr eingefahren worden. Den Betrieben fehle häufig der zweite und dritte Schnitt und somit über 40 Prozent des Gesamtjahresertrages des Grünlandes. Auch der Mais leide unter der aktuellen Trockenheit. Hoffnung mache allerdings der aktuelle Regen. Der Mais könne noch Vegetationsrückstände kompensieren. Eine weitere längere Trockenheitsphase wäre allerdings fatal, machte Horper deutlich.

Der Obstbau profitiere von den Wurzeln der Obstbäume, die in tiefere Bodenschichten vordringen und somit Trockenphasen überstehen könnten. Ernteeinbußen seien daher beim Baumobst nicht zu verzeichnen. Zwar gebe es bei den Äpfeln aktuell kleinere Fruchtgrößen, die aber aufgrund der Ernte im Herbst noch durch Regen oder, wo möglich, durch Bewässerung, kompensiert werden könnten. Auch die Erdbeerbetriebe blickten auf eine zufriedenstellende Saison zurück, die durch einen späteren Saisonstart, daraus resultierende geringere Konkurrenz durch Importware und gute Erzeugerpreise gekennzeichnet gewesen sei, erklärte BWV-Präsident Horper. Ohnehin habe die Hitze in Südeuropa den Obstimport nach Deutschland deutlich verringert, was zu einer Entspannung auf dem deutschen Obstmarkt geführt habe.

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Forschung – Hohes Risiko für Kopfverletzungen bei E-Scooter-Unfällen 

Region/Stuttgart – Die Bedeutung von E-Scootern als Verkehrsmittel nimmt zu – und damit auch ihr Anteil an der Unfallstatistik. In Deutschland wurden im Jahr 2022 insgesamt 8.260 Unfälle mit Personenschaden durch die Polizei aufgenommen, an denen E Scooter beteiligt waren. Dabei kamen elf Menschen ums Leben, mehr als 1.200 wurden schwer verletzt. Besonders gefährdet ist bei E-Scooter-Unfällen der Kopf. Das ist das erste Ergebnis eines Forschungsprojekts mit der DEKRA Unfallforschung und zwei Hochschulen.

  • Simulationsmodell auf Basis von DEKRA Crashtest entwickelt
  • Kopfanprall am Boden nahezu in jedem Fall – mit oft schweren Folgen
  • Weitere Untersuchungen zum Effekt von Helmen noch in diesem Jahr

In dem gemeinsamen Projekt mit Forscherinnen und Forschern der Université Gustave Eiffel in Marseille (Frankreich) und der École de Technologie Supérieure in Montréal (Kanada) wurde ein Simulationsmodell entwickelt. „Im Zentrum des Projekts stand die Validierung dieses Modells auf Basis eines DEKRA Crashtests“, erklärt Andreas Schäuble, Biomechaniker in der DEKRA Unfallforschung. „Dabei fuhr ein E-Scooter gegen eine Bordsteinkante – ein häufiges Unfallszenario in der Realität. Nicht umsonst machen Alleinunfälle ohne Unfallgegner in der Statistik mehr als ein Drittel aller E-Scooter-Unfälle aus.“

Mit der Simulation wurden mehr als 160 einzelne Unfallszenarien untersucht, die sich unter anderem in der Ausgangsgeschwindigkeit, im Anprallwinkel an die Bordsteinkante und in der Größe der Person auf dem E-Scooter unterschieden. Ziel war es, mehr über die Aufprallkinematik zu erfahren – also darüber, was bei und nach einem Aufprall mit dem menschlichen Körper passiert. „Davon ausgehend lässt sich dann die Verletzungswahrscheinlichkeit beziffern“, erklärt der DEKRA Experte.

Erstes Ergebnis der Forschung: Bei Stürzen wie in den untersuchten Szenarien ist der Kopf besonders gefährdet – in nahezu allen Fällen kam es zum Aufprall des Kopfs auf dem Boden mit der Gefahr von Gehirnerschütterungen. 90 Prozent der Fälle zeigten das Risiko schwerer bis schwerster Kopfverletzungen. Dabei lagen die Anprallgeschwindigkeiten im Bereich der Prüfvorgaben von Fahrradhelmen. „Das spricht zunächst einmal dafür, dass ein gängiger Fahrradhelm in den allermeisten untersuchten Szenarien einen wirksamen Schutz für den Kopf bieten und die Verletzungen entweder verhindern oder abmildern könnte“, so Andreas Schäuble.

An dieser Stelle setzen die weiteren Forschungen jetzt an. Die drei beteiligten Institutionen haben eine Reihe weiterer Crashtests durchgeführt, um den Schutzeffekt von Fahrradhelmen zu untersuchen. Die Auswertungen dauern aktuell an und sollen noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Die aktuelle Forschungsarbeit ist online als „Open-Access“-Artikel hier zu finden: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4499244

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„Einfach nur Hammer“ – Kick-Off-Veranstaltung „Team Paris Rheinland-Pfalz“

Region/Koblenz/Mainz – Ganz schön sportlich ging es am Freitagabend bei der Kick-Off-Veranstaltung „Team Paris Rheinland-Pfalz“ im Koblenzer Fährhaus zu. Im sommerlichen Ambiente unter den mächtigen weißen Sonnensegeln auf der großzügigen Terrasse des modernen High-Tech-Hotels direkt an der Mosel kamen perspektivreiche Athlet*innen des Spitzensportförderprojektes der Sporthilfe Rheinland-Pfalz zusammen, um gemeinsam den Startschuss in Richtung Olympische und Paralympische Spiele 2024 in Paris zu geben.

Unter den knapp 60 geladenen Gästen, darunter zahlreiche Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Politik, waren insgesamt 14 aktive Spitzensportler*innen aus sechs Sportarten. Talente, die von Olympia träumen. Aber auch gestandene Asse, die bereits Stammgast bei den Olympischen Spielen sind – und es nochmal wissen wollen. So wie Hindernisläuferin Gesa Krause von Silvesterlauf Trier, die sich nach der Geburt ihres Kindes aktuell im Aufbautraining befindet. „Es ist einfach schön, dass hier alle Sportler*innen ein Jahr vor Olympia noch einmal zusammenkommen“, sagte Krause. „Das ist dann auch schon Vorfreude und Motivation – damit man sich ranhält und weiter akribisch arbeitet.“ Oder der Speerwurf-Europameister und dreifache Deutsche Meister Julian Weber vom USC Mainz, der am Vormittag noch in der Heimat trainiert hatte. „Es ist wie Urlaub hier“, lächelte der Wahl-Berliner. „Es ist immer megaschön, hierher zu kommen und die Leute wieder zu sehen.“

Noch ist völlig offen, wer die rheinland-pfälzischen Farben in Paris vertreten werden. Wenn es richtig gut läuft, könnten 15 Sportler*innen oder mehr das Ticket lösen. „Nominierungstermin vom DOSB ist circa sechs Wochen vor Beginn der Spiele oder noch knapper“, weiß Anne Zabel, Geschäftsführerin der Sporthilfe RLP. Der einzige, der das Ticket schon sicher in der Tasche hat, ist Zehnkampf-Europameister Niklas Kaul. Der Saulheimer fehlte in Koblenz wegen universitärer Verpflichtungen. In Summe fördert die Sporthilfe RLP zurzeit 47 olympische, paralympische und deaflympische Sportler*innen. Pro Jahr stehen ihr dafür über das Landesglücksspielgesetz eine halbe Million Euro zur Verfügung. Die Gelder stammen von Lotto Rheinland-Pfalz. „Bis 2028 haben wir sie zugesichert bekommen“, freut sich Zabel. „Und von der GlücksSpirale erhalten wir weitere Mittel für die Förderung unserer Sportler*innen.“ Über die Olympiaprämien werde man im Sporthilfe-Vorstand noch entscheiden. Zuletzt betrug die Antrittsprämie 5.000 Euro, für Olympia-Gold gab es 15.000 Euro extra.

Außerdem freut sich die Sporthilfe RLP über ihre 13 Kurator*innen. Einer davon ist Oliver Krumholz, Geschäftsführer von Intersport Krumholz. Der übergab im Rahmen des Abends einen Scheck in Höhe von 3.600 Euro an die Stiftung. Das Ergebnis einer Spendenaktion. Bei der Feier zur Wiedereröffnung seines 2.200 Quadratmeter großen Sporthauses in Mülheim-Kärlich vor einigen Monaten hatte der Geschäftsmann anstelle von Geschenken zu Spenden für den Spitzensport in Rheinland-Pfalz aufgerufen.

LSB-Vizepräsidentin Monika Sauer verabschiedete in ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsrats der Sporthilfe RLP den früheren rheinland-pfälzischen Innenminister Karl Peter Bruch nach acht Jahren mit bewegenden Worten offiziell aus dem Stiftungsrat. „Sie sind ja nicht nur ein Ehrenpräsident, sondern jemand, der mit Herzblut hinter dem Behindertensport steht“, sprach Sauer den 76-Jährigen persönlich an. „Sie waren ein ganz exzellentes Stiftungsratsmitglied, haben immer gute Ideen eingebracht und dafür gesorgt dass der Behindertensport um keinen Preis der Welt zu kurz gekommen ist.“ Nachfolger von Bruch, der auch Ehrenpräsident des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Rheinland-Pfalz ist, wird der Landtagsabgeordnete Michael Hüttner aus Bingen. Hüttner hat auch Bruchs Nachfolge als BSV-Präsident angetreten. Offiziell verabschiedet aus dem Kreis der geförderten Athlet*innen wurden der studierte Wirtschaftsingenieur und Ruder-Olympiasieger Richard Schmidt (RV Treviris Trier), Para-Dressurreiterin Claudia Schmidt (IG Therapeutisches Reiten Rhein-Main) und die ganz in Pink aufgelaufene Judoka Martyna Trajdos (JC Zweibrücken), die ihre erfolgreiche Karriere inzwischen beendet haben, sowie Bahnradsprinter Timo Bichler (RV Dudenhofen), der sein Laufbahnende für den August angekündigt hat, „weil der Kopf nicht mehr zu hundert Prozent mitmacht“.

Das Ambiente an der Mosel lud zu Symbolkraft ein. Frei nach dem Motto „Alles im Fluss in Richtung Olympia“ schlug der gewitzte Sportexperte und top informierte SWR-Journalist Christian Döring als Moderator des Abends geschickt die Brücke von Olympia 2022 zu Olympia 2024. Sportstaatssekretärin Simone Schneider outete sich als „Olympia-Junkie“. Sie freue sich schon „wahnsinnig auf die Spiele – ich muss mal mit meinem Minister reden. ob ich dann zwei Wochen frei bekomme, um die Wettbewerbe auf dem Sofa vor dem Fernseher zu verfolgen“. Schneider wörtlich: „Wir finden das ganz klasse, was die Sporthilfe macht. Die Förderung, die der Landessportbund neu und gut aufgestellt, wollen wir vom Land unterstützen. Wir sind in einer guten Partnerschaft mit LSB und Sporthilfe – das sind die besten Voraussetzungen für Paris 2024.“ Das findet auch Prof. Mark Pfeiffer, LSB-Vizepräsident Leistungssport und Vorstandsmitglied der Sporthilfe. „Bei der individuellen Förderung leistet die Sporthilfe einen guten Beitrag – weil sie das Geld sozusagen bedingungslos zur Verfügung stellt, wenn eine gewisse Leistung erbracht wird.“

Neben dem „Get Together“ der rheinland-pfälzischen Spitzensportfamilie mit langjährigen und treuen Partnern, Sponsoren, Förderern, Geldgebern und Funktionären des Sports in exklusiver Location mit hochklassiger Kulinarik standen bei dem ungezwungenen, lockeren und trotzdem intensiven Abend Logo-Präsentation und Design-Konzept des „Team Paris Rheinland-Pfalz“ im Mittelpunkt. Ziel war es, wieder ein starkes Logo zu entwickeln, das die rheinland-pfälzischen Athleten*innen auf ihrem Weg zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Paris begleitet – und die regionale Einheit des Sporthilfe „Team Paris Rheinland-Pfalz“ symbolisiert. Dieses Ziel ging voll auf. Wie Sporthilfe-Referentin Fabienne Knecht erläuterte, steckt hinter dem neuen Signet mehr als ein halbes Jahr Arbeit. „Das Logo greift gemeinsame Elemente aus dem Pariser Stadtwappen und dem rheinland-pfälzischen Landeswappen auf, die unsere Grafikerinnen zu einer aufstrebenden Linie kreiert haben. Es greift aber auch die Farben von LSB, Sporthilfe und Sportbünden und auch den olympischen Glanz auf, den unsere Athlet*innen hoffentlich von Paris wiederbringen.“

Das Logo kam überall gut an. „Ich bin begeistert“, schwärmte etwa Lotto-Geschäftsführer Jürgen Häfner. „Ein schöneres Logo hätte ich mir gar nicht vorstellen können.“ Kurator Ralph Anselmann vom Weingut Anselmann in Edesheim gefiel besonders auch „die Symmetrie sehr gut – das hat für mich etwas Positives“. Und Speerwurf-Champ Weber meinte: „Das Logo ist einfach nur Hammer. Sehr schön, dass die goldene Farbe mit drin ist.“ Hammer war auch, wie Julian Weber zu später Stunde noch zu den Jungs und Mädels der Tanzfabrik Mittelrhein um Headcoach Gabriel Hermes – dem Showact der Veranstaltung – gesellte und vor aller Augen eine ziemlich coole Hip-Hip-Einlage aufs Parkett legte. So hatte man den 28-Jährigen noch nie erlebt. Aber Weber ist zurzeit eben gut richtig gut drauf – und will in Paris 2024 nach den Sternen greifen…

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Gedenken Flutkatastrophe – Rheinland-Pfalz steht auch am 2. Jahrestag im Gedenken zusammen

Bad Neuenahr-Ahrweiler – „Vor zwei Jahren hat eine zerstörerische Flut das Ahrtal und Teile der Eifel fast völlig verwüstet. 136 Menschen hat sie das Leben gekostet, ein Mensch wird noch immer vermisst. Rheinland-Pfalz trauert um die Toten, fühlt mit den Angehörigen und steht an der Seite der Betroffenen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer am zweiten Jahrestag der Flutkatastrophe bei der Gedenkveranstaltung der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Kurpark Bad Neuenahr.

Gerade rund um den Jahrestag sei die Trauer und die ungebrochene Anteilnahme besonders stark. Das Anzünden von Kerzen, der Besuch von Gottesdiensten oder Gedenkveranstaltungen sendeten eine ganz wichtige Botschaft aus. „Alle Menschen, deren Leben durch die Flut einen tiefen Einschnitt erfahren hat, sollen wissen, dass wir an ihrer Seite bleiben. Niemand ist und wird vergessen. Wie so viele Menschen im ganzen Land erschüttern auch mich persönlich die Folgen der Katastrophe nach wie sehr. Umso mehr bin ich beeindruckt von dem immensen Willen der Menschen, die ihre Heimat Schritt für Schritt wiederaufbauen. Dieser Wille hat bereits viel bewegt. Kleine und große Lichtblicke sind nach zwei Jahren sichtbar“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

In jedem Projekt stecke sehr viel Anstrengung und manchmal auch Belastung. Und es gebe Betroffene, denen noch die Kraft fehle und die einfach noch nicht so weit seien. „Deswegen war es wichtig, dass wir die Antragsfrist verlängert haben. Genauso wichtig ist es, dass wir uns um die Menschen kümmern, die die Bilder der Flut nicht loslassen.“

Der Wiederaufbau sei und bleibe ein Regierungsschwerpunkt. Die Landesregierung setze zusammen mit den kommunalen Ebenen, den Bürgern und Bürgerinnen und den vielen ehrenamtlich Helfenden alles daran, dass der Wiederaufbau weiter gelinge und Neues entstehe. 24 Monate nach der Flut sei an vielen Stellen nach und nach ein neuer Alltag eingekehrt. „Belebte Wochenmärkte in der Region, die einladende Altstadt in Ahrweiler oder das wunderschöne Kurviertel in Bad Neuenahr zeugen von wiedergewonnener Lebensqualität“, so die Ministerpräsidentin. Auch die steigenden Touristenzahlen setzten ein Zeichen der Zuversicht. Nicht zuletzt würden über die vielen Infrastrukturprojekte wie Radwege oder Zugstrecken, Nahwärmenetze oder Glasfaserausbau wichtige Grundlagen für eine nachhaltige und zukunftsstarke Region geschaffen. Dazu gehöre auch, dass die Landesregierung in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen und dem Landkreis den Katastrophen- und Hochwasserschutz weiterentwickele. In Zukunft deutlich besser für eine Katastrophe gewappnet zu sein, sei das gemeinsame Ziel.

„Heute ist ein Tag, an dem der Blick zurück und der Blick nach vorne zusammentreffen. Unsere Gedanken sind bei den Verstorbenen und unser ganzes Mitgefühl gilt den Menschen, die ihre Liebsten verloren haben. Ich danke allen, die engagiert mitanpacken und andere ermutigen, weiterzumachen. Sie hier im Ahrtal zeigen, wieviel Menschenmögliches die Kraft der Vielen bewegt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

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Gefahrenkarten für Starkregen – Kreis Euskirchen geht voran

Euskirchen – Seit der Flut-Katastrophe vom Sommer 2021 sind die Menschen im Kreis Euskirchen sehr sensibel, wenn Unwetter und Starkregen angekündigt wird – wenn etwa der Deutsche Wetterdienst vor extremen Wassermengen warnt oder die WarnApps NINA und KATWARN Alarm schlagen. So wichtig diese Warnungen auch sind: Die konkrete Einschätzung fällt schwer. Was bedeutet es für mein Haus, wenn Starkregen von 40 Liter pro Stunde angekündigt wird? Ist mein Haus dann betroffen? Wird möglicherweise Wasser in den Keller laufen? Oder in die Garage?

Diese Fragen können nun mithilfe der neuen Starkregengefahrenkarten besser und genauer beantwortet werden. „Mit der Veröffentlichung ermöglichen wir den Bürgerinnen und Bürgern, das eigene Risiko fundiert einzuschätzen und schaffen so die Basis für Schutzmaßnahmen bei Starkregen“, sagte Landrat Markus Ramers bei der Vorstellung der digitalen Karten. „Die Karten an sich schützen zwar keine Menschen oder Gebäude, aber sie bilden eine wertvolle Grundlage für die Übersetzung der Warnmeldungen – und das sowohl für Privatpersonen wie auch für die Kommunen.“

Dargestellt werden drei Szenarien: Die erste Variante zeigt einen Starkregen, der statistisch betrachtet alle 100 Jahre wiederkehrt (41 bis 45 mm pro Stunde). Variante zwei präsentiert ein Szenario mit einer Regenmenge von 90 mm pro Stunde. Dabei handelt es sich um ein extremes Starkregenereignis. „Zusätzlich haben wir uns dafür entschieden, den Niederschlag aus Juli 2021 nachsimulieren zu lassen. Durch die Darstellung dieses Ereignisses erhoffen wir uns ein besseres Verständnis für die anderen beiden Szenarien“, sagt die Projektleiterin Sarah Nolting. Die Bürger und Bürgerinnen im Kreis hätten dieses Ereignis leider hautnah erleben müssen und so einen Anhaltspunkt für die anderen beiden Szenarien. „Denn uns ist besonders wichtig zu betonen, dass es neben extremen Ereignissen wie 2021 auch kleinere Starkregenereignisse gibt, gegen die man als Privatperson sinnvolle Maßnahmen zum Schutz ergreifen kann“, betont Sarah Nolting.
Die Karten liefern dazu zunächst eine grundlegende Information. Sollte das jeweilige Haus bzw. Grundstück bei Starkregen gefährdet sein, empfiehlt sich laut Frau Nolting zunächst die Beauftragung eines Gutachters, der konkrete Maßnahmen empfiehlt. Nach der Umsetzung könne man über das Hochwasserkompentenzcentrum (HKC) in Köln einen Hochwasserpass erstellen lassen, der bei vielen Versicherungen zu einer Beitragsreduzierung führt.

Neben dem Nutzen für die Bevölkerung profitieren auch die Kreiskommunen von den Karten, die von der Dr. Pecher AG erstellt worden sind. Die geplanten und dringend notwendigen Starkregenvorsorgemaßnahmen können in die Karten „eingebaut“ werden, so dass die Wirkung der Maßnahmen anschaulich ermittelt werden kann. Die Kosten-Nutzen-Analyse der Schutzmaßnahmen kann so fundiert durchgeführt werden.

Der Kreis Euskirchen hat die Starkregengefahrenkarten im Zuge einer unkomplizierten interkommunalen Zusammenarbeit für die elf Städte und Gemeinden im Kreisgebiet erstellen lassen. „Das ist ein gutes Beispiel für eine unkomplizierte interkommunale Zusammenarbeit“, freute sich Achim Blindert, der Allgemeine Vertreter des Landrats und Wiederaufbaukoordinator des Kreises. Er appellierte an das Land, Fördermöglichkeiten für die Starkregenvorsorge zu schaffen, sowohl für Private wie auch für Kommunen. „Leider gibt es das bisher noch nicht.“

Link zu den Starkregengefahrenkarten:
https://www.kreis-euskirchen.de/aktuelles/hochwasserportal/

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Stadt Schleiden setzt den Weg des stillen Erinnerns fort

Schleiden – Die Hochwasserkatastrophe vom 14. auf den 15. Juli jährt sich bereits zum zweiten Mal  – Am 14. Juli jährt sich die verheerende Hochwasserkatastrophe zum zweiten Mal. Die Wassermassen brachten Leid und Zerstörung in die Region und das Gebiet der Stadt Schleiden: Neun Menschen verloren allein im Stadtgebiet in den Fluten ihr Leben, hunderte wurden körperlich und seelisch verletzt. Rund 5.000 Bürgerinnen und Bürger in über 3.000 Haushalten waren allein im Gebiet der Stadt Schleiden direkt vom Hochwasser betroffen.

„Die Geschehnisse der Hochwasserkatastrophe haben bei vielen Menschen in unserer Region Trauer und oft auch Traumata ausgelöst. Zur Bewältigung dieser gehören zum einen die individuelle Aufarbeitung, aber auch die Frage, wie wir als Gesellschaft damit umgehen wollen“, erklärt Bürgermeister Ingo Pfennings. „Daher hat der „Runde Tisch Gedenken“, der sich auch mit der Ausgestaltung des ersten Jahrestages sowie der Frage, wie das dauerhafte Erinnern im Stadtgebiet organisiert werden kann, beschäftigt hat, auch die Ausgestaltung des zweiten Jahrestages festgelegt.“

Der 14. Juli wird erneut unter dem Titel „Tag des stillen Erinnerns“ stehen. Die Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an diesem Tag innezuhalten und sich auf ihre Weise an die Geschehnisse zu erinnern: „Jeder trauert unterschiedlich, geht anders mit Verlusten, Ängsten und traumatischen Erlebnissen um, und braucht seinen individuellen Zeitraum für die Verarbeitung des Erlebten“, so Pfennings. Es wird daher tagsüber keine zentral organisierte Veranstaltung geben, um den Betroffenen den Raum bieten, sich auf ihre Weise und zu dem für sie richtigen Zeitpunkt zu erinnern – allein, mit der Familie oder Freunden.

Um 20:30 Uhr laden die beiden Pfarrer, Philip Cuck und Erik Schumacher, Menschen aller Glaubensrichtungen in die katholische Kirche in Olef zum gemeinsamen Gebet und Erinnern ein. Ursprünglich war eine Zusammenkunft in der evangelischen Kirche in Schleiden geplant, dieser Treffpunkt fällt jedoch aufgrund von Schimmelspuren in der Luft aktuell leider aus. Parallel dazu gibt es eine Zusammenkunft in Gemünd vor dem ehemaligen OSE-Gebäude. Zum Abschluss des Tages des stillen Erinnerns läuten die Kirchenglocken im Stadtgebiet ab 20:50 Uhr. „Wir rufen dazu auf, dass die Bürgerinnen und Bürger während des Glockenläutens innehalten, alle Aktivitäten zur Ruhe kommen lassen und sich an die tragischen Geschehnissen vor einem Jahr in Stille erinnern“, so Bürgermeister Pfennings. Am 14. Juli 2021 hatte er gegen 21:00 Uhr die Alarmierung der Bevölkerung durch die Katastrophensirenen sowie die Evakuierungsmaßnahmen in Oberhausen und Gemünd angeordnet.

 

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Zweiter Jahrestag der Flut-Katastrophe – Caritas bleibt an der Seite der Betroffenen

Region/Trier – Zum zweiten Jahrestag der Flut-Katastrophe in Rheinland-Pfalz am 14./15. Juli 2021 macht die Caritas deutlich, dass die Unterstützung für die Menschen noch lange weitergehen wird. „Unsere Fluthilfe hat den Krisenmodus jetzt hinter sich gelassen. Die Hilfeangebote sollen auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten werden, denn Fluthilfe ist kein Sprint, sondern ein Marathon“, so der Vorsitzende des Diözesan-Caritasverbandes, Benedikt Welter. Konkret sind die aus Spendenmitteln finanzierten Hilfeangebote und sozialen Projekte der Fluthilfe bis Ende 2026 vorgesehen. Neben den finanziellen Hilfen beim Wiederaufbau unterstützt die Caritas die Menschen vor allem durch psychosoziale Angebote.

Insgesamt waren zum Stichtag 30. Juni 2023 aus Spendenmitteln 2,6 Millionen Euro für finanzielle Einzelfallhilfen an über 3700 Haushalte in den Flutgebieten verausgabt. Weitere ca. 2,6 Millionen Euro wurden bis dahin u.a. für psychosoziale Beratungsdienste oder Sozialraumarbeit aufgewendet. Die Caritasverbände in den betroffenen Gebieten bieten teilweise auch eine Baufachberatung an, die beim Wiederaufbau unterstützt. Rund 10 000 Menschen haben bereits an besonderen sozialen Projekten für Flutbetroffene teilgenommen.

Es wurden weitere Spenden in Höhe von 2,2 Millionen Euro von Caritas und Bistum Trier gesammelt. Daraus wurden bisher rund 106 500 Euro an Pfarreien und -gemeinschaften zur Förderung von Begegnung und Gemeinschaft ausgezahlt. Weiterhin wurden rund 215 300 Euro bewilligt, um soziale Projekte und Hilfeangebote zu fördern. Noch bis zum Ende des Jahres 2023 können Projekte eingereicht werden.

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Apell zum Verzicht – Keine Wasserentnahme aus Fließgewässern

Region/Mayen-Koblenz – Untere Wasserbehörde des Landkreises Mayen-Koblenz appelliert an Verantwortungsbewusstsein der Bürger. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und des derzeitigen Niedrigwassers appelliert die Untere Wasserbehörde des Landkreises Mayen-Koblenz an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger, auf Wasserentnahmen aus Bächen und Flüssen zu verzichten. „Es besteht aktuell die Gefahr, dass die Tier- und Pflanzenwelt in den Gewässern durch die Entnahme von Wasser nachhaltig gestört wird.“, sagt Tanja Stromberg aus dem Kreishaus.

Zum Schutz der Gewässer bittet die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz um folgende Verhaltensweisen:

Bis auf Weiteres ist kein Wasser aus oberirdischen Gewässern wie Bäche, Gräben, Flüsse, Teiche und Seen zu entnehmen. Dies gilt insbesondere auch für Anlieger von Grundstücken, die an diesen Gewässern gelegen sind. Hiervon ausgenommen ist das Tränken von Vieh sowie das Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen bei ausreichender Wasserführung. Das Aufstauen oder Anlegen von Vertiefungen ist nicht erlaubt, ebenfalls nicht der Gebrauch von Pumpen. Aktuell bestehende Benutzungsrechte (Erlaubnisse, Bewilligungen, alte Rechte) sind hiervon nicht betroffen. Es wird jedoch dringend auf die Beachtung der im jeweiligen Bescheid genannten Einschränkungen oder Verbote der Entnahme von Wasser bei niedrigen Wasserständen hingewiesen.

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Digitales Finanzamt in NRW – papierlos, schnell und überall

Region/Düsseldorf – Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuerbescheide jetzt rein digital empfangen – Die Digitalisierung in der Finanzverwaltung für Nordrhein-Westfalen schreitet weiter voran: Ab sofort können Gewerbesteuermess- und -Zerlegungsbescheide sowie Körperschaftsteuerbescheide direkt in ELSTER zugestellt werden – papierlos, schnell und überall.

Nach den Einkommensteuerbescheiden können ab sofort auch die Gewerbesteuermessbescheide, Gewerbesteuer-Zerlegungsbescheide und die Körperschaftsteuerbescheide vollständig digital in ELSTER zugestellt werden. Diese Neuerung ist die nächste Stufe der Umstellung auf die digitale Übermittlung offizieller Schreiben aus der Finanzverwaltung. Damit ist Nordrhein-Westfalen das erste Land, dass die erweiterte digitale Bekanntgabe für die Gewerbesteuer und Körperschaftsteuerbescheide anbietet.

„Die Digitalisierung ist ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens und hilft dabei, notwendige Erledigungen einfacher, schneller und komfortabler zu machen – für Menschen wie für Unternehmen. Mit der digitalen Zustellung der Bescheide bei Gewerbe- und Körperschaftsteuer geht Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zu einer digitalen Steuerverwaltung weiter voran und trägt maßgeblich dazu bei, ELSTER zu einem echten Online-Finanzamt auszubauen“, erklärt Minister der Finanzen Dr. Marcus Optendrenk.

Der digitale Bescheid kann so vom Unternehmen direkt elektronisch abgelegt oder weiterverarbeitet werden. Um Unternehmen in ihren Abläufen zu stärken und auch langfristig an Nordrhein-Westfalen zu binden, ist der Bürokratieabbau ein wichtiges Instrument gegen die Abwanderung von Unternehmen ins Ausland. Durch diese auch ökologisch sinnvolle Vereinfachung stärkt die Finanzverwaltung den Bürokratieabbau und die Unternehmerfreundlichkeit im Umgang mit dem Finanzamt.

Der Weg von der Abgabe der Gewerbe- und Körperschaftsteuererklärung bis zum Erhalt des Steuerbescheids vom Finanzamt ist damit komplett digital möglich. Ab dem Veranlagungszeitraum 2022 kann bei der elektronischen Abgabe der Gewerbesteuererklärung zudem die digitale Bekanntgabe des kommunalen Gewerbesteuerbescheids beantragt werden. Den digitalen Bescheid-Service für die kommunale Gewerbesteuer wollen viele Kommunen bis zum Jahresende für Unternehmerinnen und Unternehmer anbieten.

Die Finanzverwaltung für Nordrhein-Westfalen hat ihren digitalen Bürgerservice über das ELSTER-Portal in den vergangenen Jahren deutlich verstärkt. Bereits heute können Steuererklärungen und -anmeldungen online eingereicht werden. Bei der Einkommensteuererklärung werden 37 Mitteilungsarten elektronisch übermittelt und automatisch in ELSTER übertragen – darunter etwa Mitteilungen über Rentenbezug oder die Krankenversicherung.

Die Voraussetzung, um die digitale Bekanntgabe in Anspruch zu nehmen, ist die vorherige elektronische Einwilligung im Online-Portal „Mein ELSTER“ oder im Rahmen einer erteilten Vollmacht an eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater – diese bleibt bis zum Widerruf grundsätzlich für alle Steuerarten gültig, kann aber selbstverständlich jederzeit nachträglich geändert werden.

 

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Gemeinsamer Einsatz für Betroffene der Flut im Ahrtal

Ahrtal – Unterschiedliche Hilfsorganisationen sind noch immer im Ahrtal unterwegs. Dabei sind sie keine Konkurrentinnen, sondern arbeiten eng zusammen. Unmittelbar nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 haben sich verschiedene Hilfsorganisationen im Ahrtal vernetzt, um gemeinsam die jeweils beste Unterstützung für Betroffene möglich zu machen. „Wir arbeiten seitdem eng zusammen, vermitteln die Menschen bei Bedarf weiter und nutzen Synergieeffekte, um jedem Einzelnen optimal helfen zu können“, sagt Stephan Zöllner vom RegionalTeam Ahrtal der Diakonie Katastrophenhilfe Rheinland-Westfalen-Lippe (DKH RWL). „Manche vermuten, dass wir Konkurrenten sind, aber das Gegenteil ist richtig“, ergänzt Christiane Böttcher von der Flutkoordinationsstelle der Caritas in Ahrweiler.

„Bereits seit September 2021 treffen wir uns regelmäßig alle sechs bis acht Wochen, um gemeinsame Absprachen zu treffen, uns auszutauschen und gegenseitig Tipps zu geben und das bestmögliche für die Betroffenen zu erreichen“, berichtet Böttcher- Bei diesen Treffen geht es etwa um allgemeine Themen wie Datenschutz und Öffentlichkeitsarbeit, den Umgang mit Versicherungen oder aktuelle Informationen der Landesregierung. Oder sie überlegen, welche Aktionen sie künftig gemeinsam planen und umsetzen können.

Weiterhin aufsuchende Hilfe im Flutgebiet

An diesem Nachmittag ist die Caritas Gastgeberin des Treffens von Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Arbeiterwohlfahrt (AWO), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), DKH RWL) Hospizverein Rhein-Ahr, Johanniter und Malteser Fluthilfe – Region Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland. Thema unter anderem: „Wie können wir noch mehr Betroffene erreichen, um sie sowohl finanziell beim Wiederaufbau als auch seelisch mit psychosozialen Angeboten bestmöglich zu unterstützen?” Eine wesentliche Rolle spielt dabei die aufsuchende Hilfe, betonen die Teilnehmenden. „Mit Flyern und Infoständen allein ist es längst nicht getan. Vielmehr sind wir alle regelmäßig im Tal unterwegs, klingeln bei den Menschen und sprechen sie gezielt an“, erklärt Anke Sattler von der Malteser Fluthilfe. „Unser gemeinsames Ziel ist, dass wir so viele Betroffene wie möglich erreichen und sie beraten oder dorthin vermitteln, wo sie die optimale Unterstützung finden.“ Das kann beispielsweise auch eine Schuldnerberatungs­stelle sein, die an diesem Nachmittag durch Michal-Patrigk Kalinowski vom Diakonischen Werk des evangelischen Kirchenkreises Koblenz vertreten ist. „Unsere Arbeit greift an vielen Stellen ineinander und ergänzt sich“, sagt der Sozialarbeiter, der seit der Flut in der Außenstelle der Schuldnerberatung in Bad-Neuenahr-Ahrweiler beschäftigt ist.

Spendenmittel unterstützen beim Wiederaufbau

Auch fast zwei Jahre nach der Flut, so die Erfahrung aller Beteiligten des Treffens, gibt es in der weitläufigen Region noch immer Menschen, die die umfassenden Förderangebo­te der verschiedenen Hilfsorganisationen nicht kennen. „Viele wissen etwa nicht, dass wir Spendengelder vermitteln und damit beim Finanzieren des Eigenanteils von 20 Prozent beim Wiederaufbau einer Immobilie unterstützen können und dass Betroffene bei mehreren Hilfsorganisationen parallel finanzielle Unterstützung zu unterschiedlichen Finanzhilfeverfahren beantragen können.“

Andere haben sich mit ihren Sorgen und Erinnerungen an die Katastrophe komplett zurückgezogen. „Sie sind traumatisiert, haben noch nicht wieder ins Leben zurückgefunden und sind nicht in der Lage, Anträge auszufüllen, Gutachten zu organisieren und sich um den Wiederaufbau ihres Hauses zu kümmern“, berichtet Sabine Israel von der Johanniter Fluthilfe im Ahrtal. „Wir treffen beispielsweise Menschen, die 20 Monate lang ihre Kontoauszüge nicht angeschaut haben, weil ihnen dafür die Kraft fehlt“, ergänzt Anke Sattler. In ihren Beratungsgesprächen und bei unterschiedlichen psychosozialen Angeboten nehmen sich die Mitarbeitenden der Fluthilfeteams ausreichend Zeit für die Betroffenen.

„Insgesamt sind die Fälle mittlerweile komplexer und die Situation der Betroffenen ist schwieriger geworden“, fasst Jeannette Hess von der Hochwasserhilfe der Arbeiterwohlfahrt die aktuellen Beobachtungen der Fluthelferinnen und Fluthelfer zusammen. „Wir müssen die Menschen deshalb noch stärker an die Hand nehmen und eng begleiten. Dass wir untereinander so gut vernetzt sind, hilft uns dabei sehr.“

In ihrer täglichen Arbeit haben die Fluthilfeteams auch die Betroffenen im Blick, die die Fördermöglichkeiten zwar kennen, aber aus unterschiedlichsten Gründen keine Unterstützung annehmen möchten. „Manche waren bislang noch nie auf Spendengelder angewiesen und schämen sich regelrecht, ein öffentliches Infotreffen aufzusuchen“, beschreibt Armeen Kolians, Leiter Hochwas­serhilfe ASB, die Situation. „Und andere reden ihre Probleme klein und sagen, dass andere die Unterstützung noch nötiger hätten.“ Auch diese Menschen möchten die Fluthilfeteams im Ahrtal noch unbedingt erreichen. ( Eberhard Thomas Müller/Caritas Ahrweiler )