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Solberger Bürgermeister Patrick Haas zum Scheitern des Grundschul-Lehramtsstudiums an der RWTH Aachen

Stolberg – Bürgermeister Patrick Haas äußert sich zur Absage der RWTH Aachen an die Einführung des Grundschullehramtsstudiums wie folgt: „Die Entscheidung der RWTH Aachen, das Grundschullehramtsstudium in Aachen nicht einzuführen, betrübt mich sehr. Die Ausbildung von Grundschullehrkräften in unserer Region sollte angesichts des jetzt schon riesigen Lehrermangels an unseren Grundschulen in der Landesregierung und auch an der RWTH absolute Priorität haben. Dass die Einführung des Studiums am Ende am Ende an vergleichsweise wenig Geld scheitert, ist völlig unverständlich, kurzsichtig und schadet der Bildung unserer Kinder.

RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger spricht öffentlich davon, dass die Universität in dieser Frage „Vernunft walten lassen“ müsse. Vernünftig wäre es jedoch gewesen, sich nicht selbst den Boden zu entziehen und dazu beizutragen, unsere Kinder so zu bilden, dass die RWTH auch in Zukunft noch gut vorausgebildete Studierende aus der Region Aachen erhält.

Es ist zweifellos sehr wichtig, dass die RWTH qualitativ hochwertige und mit Fördermitteln ausgestattete Studiengänge wie Maschinenbau oder Wirtschaftsingenieurwesen anbietet. Aber wer soll diese Studiengänge demnächst belegen, wenn wir die sehr schlechte Fachkräfteentwicklung an unseren Grundschulen in der Region einfach so weiterlaufen lassen? Am Ende sparen wir bei der Bildung unserer Kleinsten. Wir werden gegenüber den Regionen, in denen Grundschullehrkräfte ortsnah ausgebildet werden, noch weiter zurückfallen als wir es aktuell ohnehin schon sind. Das ist niemandem vernünftig zu erklären.

Besonders ärgert mich, dass wir in den vergangenen Jahren der Exzellenz-Universität RWTH Aachen aus der Region mehrfach und überparteilich Unterstützung angeboten haben. Ich habe selber Gespräche mit anderen Universitäten hinsichtlich möglicher Kooperationen geführt und sowohl der RWTH Aachen als auch der Landesregierung Hilfe bei der Suche nach Räumlichkeiten ggf. auch in Stolberg angeboten, letztmalig noch im März dieses Jahres. Auch die Stadt Aachen und die StädteRegion Aachen haben immer wieder Unterstützung angeboten. Stets wurde die Hilfe dankend abgelehnt, verbunden mit dem Versprechen, dass das Vorhaben auch alleine realisierbar sei. Die nun erfolgte Absage ist damit ein noch größerer Schlag ins Gesicht und bestätigt den Eindruck, dass RWTH und Land die Ausbildung von Grundschullehrkräften in unserer Region von Anfang an nicht wirklich umsetzen wollten. Diese Entscheidung darf nicht das letzte Wort sein.

Wir gehen in unseren Grundschulen schon jetzt mit großen Schritten darauf zu, dass die Mehrheit der dort tätigen Lehrkräfte Quereinsteiger sind. Wichtig ist mir die Feststellung, dass diese Quereinsteiger hervorragende Arbeit leisten und sehr wertvoll sind. Die Wahrheit ist aber auch, dass wir mit diesen engagierten Menschen nur ein kaputtes System am Laufen halten.“

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Mechernicher Badminton-Legende Michael Oversberg hat sein Racket an den Nagel gehängt

Mechernich-Lorbach – Lorbacher Dr. Michael Oversberg (81) brachte es vom Federball-Straßenspieler zum Europameister und World-Masters-Sieger – Eine Vitrine voller Pokale und Medaillen, in der auch der erste Federballschläger noch zu finden ist.

„Nein, ich spiele nicht nur, um fit zu bleiben, ich spiele um zu gewinnen“, sagt Dr. Michael Oversberg (81), pensionierter Sonderpädagoge und Schulleiter aus Lorbach. Und er fügt hinzu: „Das Gewinnen macht mir Spaß. Es ist die Bestätigung, dass ich immer noch gut bin, einer der schnellsten – besonders in meiner Altersklasse -, und dass sich der Trainingsaufwand gelohnt hat.“

Oversberg wurde als Deutscher in Breda in der Provinz Nord-Brabant geboren – die Mutter Holländerin, der Vater ein seit vielen Jahren in Breda lebender Deutscher. Nach dem Zweiten Weltkrieg durfte er als ehemaliger Wehrmachtsangehöriger nicht zurück in die Niederlande. Da zogen Mutter und Sohn 1950 nach Düren. „Dort lernte ich auf der Straße, Federball zu spielen“, erzählt Michael Oversberg dem Mechernicher „Bürgerbrief“.

Mit 13, 14 Jahren bekam er seinen ersten Schläger. Im Mai 1957 gründete sich der 1. Badminton-Club Düren e.V.: „Schon im September wurde ich Mitglied, drei Monate später spielte ich mein erstes Turnier…“

Zwölf Punkte Vorsprung

„Ich hatte in Elmar Gerhards einen Super-Mentor. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich so weit gekommen bin“, erzählt der ehemalige Leiter der St.-Michael-Schule für Erziehungshilfe des Kreises Euskirchen in Strempt. Gerhards war zu der Zeit bester Spieler des Clubs und förderte seinen Badminton-Nachwuchs mit einer äußerst wirkungsvollen Taktik: „Beim Spiel um fünfzehn Punkte gab er mir anfangs zwölf Punkte Vorsprung, dann nach und nach immer weniger. Es hat zwei Jahre gedauert, bis ich ihn besiegt habe – danach hat er nie wieder gegen mich gewonnen.“

So erging es auch allen anderen Spielern des 1. BC Düren: 23 Jahre lang war und blieb der Eifeler, der bis zu dreimal die Woche zum Training und Spielen nach Düren fuhr, Vereinsmeister im Herreneinzel.

Wie stark der Jungspund Mitte der sechziger Jahre war, zeigt, dass er bei den clubinternen Handikap-Turnieren auch dann noch siegte, wenn er seinen Gegnern – auch denen aus seiner ersten Mannschaft – 14  Punkte vorgeben musste. Ein Satz ging zu der Zeit bis 15 Punkte. Oversberg war einfach nicht zu schlagen.

Auch heute noch fährt der Lorbacher zum Trainieren in die Rur-Metropole, auch wenn seine internationale Badminton-Karriere 2019 mit den Weltmeisterschaften im polnischen Kattowitz zu Ende ging. Dort holte Dr. Michael Oversberg mit seinem langjährigen Partner Heiner Hanrath aus Krefeld die Bronzemedaille.

Im gleichen Jahr wurde das Gespann Westdeutscher- und Deutscher Meister. „Nach 66 Jahren und unzähligen Erfolgen im Mannschaftssport, bei kleinen und großen Turnieren verabschiede ich mich vom Leistungssport“, sagt Oversberg: „Aber nicht aus eigenem Antrieb… Für Leute meines Alters werden eben keine offiziellen Turniere mehr angeboten.“

Europameister in Innsbruck

Sein erster Schläger aus den fünfziger Jahren liegt neben jenem Racket im Trophäenschrank, mit dem er Europameister- und Weltmeistertitel holte. 50 Medaillen entstammen alleine seinen Siegen und Platzierungen bei Westdeutschen Meisterschaften, 20mal Gold, 15mal Silber und 15mal Bronze.

Bei Deutschen Meisterschaften holte Dr. Michael Oversberg zehn erste, zweite und dritte Plätze. Die Zahl seiner Siege alleine, im Doppel vor allem mit Heinz Gehrke aus Bottrop, im Mixed unter anderem mit Ehefrau Brigitte Oversberg, einer gebürtigen Viersenerin, und in der Mannschaft bei Offenen Turnieren hat er nicht gezählt.

Mit seiner Frau gewann er dreimal das internationale Ehepaarturnier in Unkel am Rhein. Mit seiner Turnier-Mixed–Partnerin Elke Kregel aus Erftstadt  hat er rund ein Jahrzehnt lang kein einziges Spiel auf Landesebene verloren. Weitere 28 Platzierungen waren der Lohn für den nicht nur in seiner Altersklasse schnellsten Spieler bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften.

Seine größten Siege feierte der heute 81-Jährige bei den Westdeutschen Badminton-Meisterschaften 2015 in Solingen, wo er alle drei Titel gewann: im Herreneinzel, im Herrendoppel und im gemischten Doppel. Bei den Deutschen Meisterschaften 1992 in Neustadt an der Weinstraße wurde Oversberg Deutscher Meister im Herrendoppel, Vizemeister im Herreneinzel und kam im Mixed auf Rang drei. Bei den Europameisterschaften 1999 in Innsbruck wurde er nach Siegen bei den Westdeutschen und Deutschen Meisterschaften Sieger im Herrendoppel.

Bei den World Masters 2009 in Sydney gewann der Eifeler Badmintoncrack das Herrendoppel und wurde Vizemeister im Herreneinzel. Die World-Masters-Games sind eine internationale Sportveranstaltung ähnlich den Olympischen Spiele für Seniorensportler/innen. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Kattowitz errang Dr. Michael Oversberg zum Abschluss Bronze im Herrendoppel.

„Sport ist für mich Entspannung. Während meiner Berufstätigkeit war es die einzige Zeit, in der ich weder an die Schule, noch an irgendwelche anderen Dinge gedacht habe. Die volle Konzentration auf das Spiel ist pure Entlastung“, erklärte Oversberg im Interview.

Beste Mannschaft, die Düren hatte

Auch der feste Wille zum Sieg sei da kein Widerspruch zu, so der 81-Jährige: „Das schränkt meine entspannte Konzentration nicht ein, sondern ist ihr sogar noch förderlich.“ Es gehe ihm wirklich ums Gewinnen, nicht um Pokale und Medaillen, und Preisgeld hat er in all den Jahren nie bekommen – „bis auf zehn Euro in einem Ranglistenturnier“. Ideell haben ihm der Sport und das Gewinnen hingegen unvergessliche Gefühle und Erinnerungen verschafft, die er nicht missen möchte.

Bis heute gehört ein Mannschaftsbild des 1. BC Düren mit ihm, Gerda Brüls, Charly Diemer, Luise und Elmar Gerhards sowie Peter Hoßdorf zu seinen liebsten Erinnerungsstücken: „Wir waren meines Wissens die erfolgreichste – nur aus Dürenern bestehende  – Mannschaft in der Vereinsgeschichte und spielten schon Anfang der sechziger Jahre in der zweithöchsten deutschen Spielklasse überhaupt, der Landesliga.“

Brigitte und Michael Oversberg haben 1974 in Lorbach neu gebaut. 29 Jahre lang war er Rektor der Schule für Erziehungshilfe des Kreises Euskirchen. Zwischenzeitlich trainierte er von Lorbach aus Badmintonmannschaften des TV Kall und des VfL Kommern.

Dort gab er auch sein Geheimrezept für das Gewinnen von Turnieren weiter: „Durch Zufall und Können… Man muss ein Turnier  „nur“ ein-, zweimal gewinnen, danach wird man auf Eins gesetzt und gewinnt weitere Turniere, weil man nun in der Regel zunächst schwächere Gegner zugelost bekommt.“

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„Hygo“ vergeben – Kreis Düren würdigt mit Wasserstoffpreis herausragende Persönlichkeiten

Düren – Der Kreis Düren hat zum dritten Mal den „Hygo“, den Wasserstoffpreis, vergeben. In den Kategorien „Young Researchers“, „Hydrogen Champion“ und „Start Up Innovation“ wurden drei hervorragende Preisträger ausgezeichnet, die als Vorbild in ihrer Branche das wichtige Zukunftsthema voranbringen. Bei der von Landrat Wolfgang Spelthahn moderierten Gala in der Kulturmuschel des Brückenkopf Parks Jülich wurden die Erfolge vor mehr 100 geladenen Gästen gewürdigt und gefeiert.

„Wir freuen uns sehr, mit unserem Preis das Thema Wasserstoff (H2) noch weiter ins Bewusstsein der Menschen zu rücken“, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. „Unser Kreis ist und bleibt Energiekreis. Die Gewinner zeigen, dass wir zuverlässig mit Wasserstoff in Richtung Zukunft steuern können und dass es funktioniert.

Eine Fachjury hat die Preisträger ausgewählt. Gewinner in der Kategorie „Young Researchers“, also junge Forschende, ist Marvin Schmidt. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Thermodynamik mobiler Energiewandlungssysteme an der RWTH Aachen. Für seine Masterarbeit entwickelte er einen digitalen Zwilling eines Brennstoffzellenfahrzeugs, um Alterungseffekte zu analysieren. Brennstoffzellen wandeln Wasserstoff um, sodass daraus Strom für den Antrieb von Fahrzeugen gewonnen werden kann. Seine Arbeit liefert wichtige Daten, um die Lebensdauer und Effizienz von Brennstoffzellen und somit auch von Wasserstofffahrzeugen zu verbessern. Ein wichtiger Beitrag für nachhaltige Mobilität. Die Laudatio hielt Dr. Stefan Sterlepper von der RWTH Aachen; er betonte die Notwendigkeit von Netzwerken für erfolgreiche Innovationen und wünschte sich eine „Koalition der Willigen“, um die Herausforderungen zu meistern.

Als „Start Up Innovation“ wurde der Gründer von „TLK Energy GmbH“, Manuel Gräber, ausgezeichnet. Er verbindet seine Leidenschaft für erneuerbare Energien mit einem fundierten Hintergrund in Maschinenbau. Das Unternehmen bietet maßgeschneiderte Lösungen an, die Kunden aus verschiedenen Branchen ermöglichen, ihren Energiebedarf effizient und umweltfreundlich zu decken. Mit einem hochqualifizierten Team von Simulationsspezialisten unterstützt TLK Energy Unternehmen aus Bereichen wie Kälte und Wärmepumpentechnik, Wasserstoffproduktion, Lebensmittelproduktion, Chemie und Automobilindustrie. Laudator Dennis Bauer (Neuman & Esser) bescheinigte dem Preisträger viel Leidenschaft und Unternehmergeist – hervorragende Eigenschaften für den H2-Preis des Kreises Düren.

Markus Schewitza, Geschäftsführer von Air Liquide Advanced Technologies GmbH, hat den Hygo als „Hydrogen Champion“, als etabliertes Unternehmen, bekommen. Sein Geschäftsführerkollege Oliver Meier hat den Preis stellvertretend gegengenommen. Markus Schewitza hat bei Air Liquide bedeutende Fortschritte in der Wasserstofftechnologie erzielt. Das Unternehmen betreibt im Rhein-Ruhr-Gebiet das größte Wasserstoffnetz in Deutschland. Die Pipeline erstreckt sich über 240 km und beliefert Großabnehmer in dieser Region.  „Ein Champion braucht Ziele, Ausdauer und ein gutes Lernverhalten“, sagte Tim Evison (Messer Group), der die Laudatio hielt. Ebenso gute Eigenschaften, um einen Kreis Dürener H2-Preis zu gewinnen.

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Wachstum

Wärme aus der Tiefe – NRW fördert wichtige Vorerkundung für Geothermie-Projekt der Stadtwerke Aachen AG

Region/Düsseldorf/Aachen – Viele Regionen in Nordrhein-Westfalen bieten gute Voraussetzungen, um klimafreundliche Wärme aus der Tiefe zu gewinnen. Damit Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen diese nutzen können, hat das Land im April 2024 im Rahmen des „Masterplan Geothermie NRW“ umfangreiche Förderprogramme gestartet. Nun beginnt die Umsetzung: Die Stadtwerke Aachen AG (STAWAG) wird mittels seismischer Messungen detailliert die Potenziale der mitteltiefen und tiefen Geothermie im Raum Aachen für die Einbindung in die kommunale Wärmeversorgung untersuchen. Die NRW.BANK hat im vollständig digitalen Antragsprozess 810.000 Euro Landesmittel für die seismische Erkundung des Untergrunds bewilligt.

Die Vorerkundungen sind ein wichtiger Schritt bei der Aufstellung der kommunalen Wärmeplanung. Hierzu hat die Landesregierung kürzlich den Entwurf des Landeswärmeplanungsgesetzes vorgelegt, mit dem die Gemeinden im Land die Möglichkeit erhalten, ihre Wärmepläne eigenständig zu erstellen.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Die Stadtwerke Aachen gehen den nächsten Schritt, wollen den Schatz unter unseren Füßen heben und investieren in die Wärmewende. Ich freue mich, dass das Land dieses Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Masterplan Geothermie unterstützen kann. So bringen wir die Wärmewende in Nordrhein-Westfalen gemeinsam voran und legen die Grundlagen für eine bezahlbare erneuerbare Wärmeversorgung. Mit dem Masterplan Geothermie NRW haben wir als erstes Bundesland eine umfassende Strategie vorgelegt, um das enorme Potenzial der Erdwärme zügig und sicher zu erschließen – eine unerschöpfliche und klimaneutrale Energiequelle, die wir heute noch zu wenig nutzen. Bis 2045 wollen wir bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs klimaneutral mit Geothermie decken.“

Dr. Christian Becker, Vorstand der STAWAG: „Mit ehrgeizigen Zielen und konkreten Maßnahmen bringen wir seit Jahren die Energie- und Wärmewende voran. Dazu planen wir eine Umstellung der Fernwärme: Spätestens 2030 soll sie kohlefrei und möglichst klimafreundlich produziert werden. Wir setzen dabei auf einen Mix aus Wärmeauskopplungen, Groß-Wärmepumpen, effizienten Blockheizkraftwerken und Tiefengeothermie. Bereits heute nutzen wir die schon bei den Römern beliebten heißen Thermalquellen in Aachen für Raumwärme. Dank der Förderung des Landes Nordrhein-Westfalens können wir nun einen großen Schritt weitergehen und die Potenziale der Tiefengeothermie untersuchen lassen.“

Gabriela Pantring, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der NRW.BANK: „Kommunale Stadtwerke sind zentrale Akteure für das Gelingen der Klimawende. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Infrastrukturen aufzubauen, mit denen Nordrhein-Westfalen klimaneutral wird. Genau darum geht es bei dem Tiefengeothermie-Projekt der STAWAG in Aachen, das wir gemeinsam mit dem Land unterstützen und fördern. Hier wird eine klimaneutrale Energie- und Wärmequelle erschlossen und parallel entstehen sichere Arbeitsplätze. Anders gesagt: Hier wird Zukunft für NRW gestaltet.“

Die STAWAG hat bereits Vorarbeiten geleistet und will nun den Untergrund nordöstlich von Aachen Richtung Stolberg erkunden. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 1,6 Millionen Euro. Die Erkundung soll voraussichtlich im Herbst 2025 starten und eine Strecke von insgesamt 18 Kilometern umfassen.

Die seismischen Messungen funktionieren wie eine Ultraschall-Untersuchung und werden mit Hilfe von sogenannten Vibro-Trucks durchgeführt. Die Messfahrzeuge senden über Vibrationen Schallwellen in den Untergrund, die an den gesuchten Gesteinsformationen reflektiert werden. Die Reflektionen werden von Aufnahmegeräten erfasst und in ein Untergrund-Modell überführt. Dieses wird anschließend für die weitere Planung verwendet und erhöht die Sicherheit für eine erfolgreiche Bohrung. Dadurch werden Investitions- und Zeitpläne für die Erschließung der Geothermie kalkulierbar.

Hintergrund

Abhängig von der Tiefe gibt es für die Nutzung der Geothermie verschiedene Möglichkeiten. So kann die oberflächennahe Geothermie bis zu einer Tiefe von 400 Metern zur Versorgung von Einfamilienhäusern oder auch von Quartieren dienen – flächendeckend in ganz Nordrhein-Westfalen.

Weitere Optionen bieten die mitteltiefe Geothermie von 400 bis 1.500 Metern sowie die tiefe Geothermie ab 1.500 Metern. Hier wird das hydrothermale Verfahren angewendet, bei dem natürlich vorkommendes Tiefenwasser durch eine Förderbohrung an die Oberfläche gepumpt wird. Dort gibt das heiße Wasser seine Energie über Wärmetauscher an den Energieverbraucher ab – beispielsweise Industriebetriebe oder Gewächshäuser. Anschließend wird das Wasser über eine zweite Bohrung wieder in die Tiefe zurückgeleitet.

Der Flächenverbrauch und der Eingriff ins Erdreich sind dabei minimal, sodass Schäden am Grundwasser oder unerwünschte Erdbewegungen äußerst unwahrscheinlich sind. Nordrhein-Westfalen bietet nach jetzigem Stand beste Voraussetzungen für eine breite Nutzung der Geothermie. Die Erdwärme kann damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Wärmewende leisten. Weitere Informationen zum Masterplan Geothermie finden Sie hier.

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Schönste Bushaltestelle Euskirchens?

Euskirchen – Zunächst fällt die außergewöhnliche farbliche Abstimmung der Haltestelle zu den umgebenden Denkmälern auf. Noch mehr fällt aber das Innere der Haltestelle ins Auge: Denn hier findet sich ein gemeinschaftlich gestaltetes Bild der Kreuzweingartener Denkmäler. Große und kleine Besucherinnen und Besucher des Alten Brauhauses hatten am Tag des offenen Denkmals am 08.09.2024 die Möglichkeit, an dem Kunstwerk mitzuwirken und die aufgezeichneten Gebäude nach Lust und Laune zu colorieren. Insbesondere Kinder haben die Möglichkeit genutzt und sich in dem Kunstwerk verewigt.

Neben den denkmalgeschützten Fachwerkfassaden, sind die römische Wasserleitung und auch die zahlreichen Putz- und Bruchsteingemäuer skizziert: Auf einem Berg steht die Kirche Hl. Kreuz inmitten von Wölkchen, Haus Mallinckrodt wird von Bäumen und Herzen kreativ eingefasst und natürlich zeigt der schöne Bauerngarten des ehemaligen Capitelshof viele bunte Blumen. Zu allen Denkmälern gibt es eine Kurzinformation mit Datierung und Bauart.

Die Denkmäler Kreuzweingartens hatte die Architektin Corinna Relles, Untere Denkmalbehörde der Stadt Euskirchen, für den Bildaufbau in einer Gesamtkomposition festgelegt und dann die Gebäude als Skizzen vorgezeichnet. Somit hatten die Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit die Flächen farbig zu fassen oder eigene Kreationen wie Blumen zu malen. Jeder Künstler hat mit seinem Vornamen schließlich das Gemeinschaftswerk signiert. Auch Bürgermeister Reichelt hat künstlerisch mitgewirkt und seinen Namen hinterlassen.

Der Technische Beigeordnete Wolfgang Honecker wies schmunzelnd darauf hin, dass aber nur in diesem Kunstwerk die denkmalgeschützten Fassaden bunt gezeigt werden. In der Denkmalbehörde werde man sich weiterhin an Befund und Historie eines Denkmales orientieren, um das Kulturgut in seiner eigenen Farbpalette zu zeigen. „Dieses Kunstwerk ist ein schönes Projekt, um jungen Menschen alte Gemäuer nahe zu bringen“, so Wolfgang Honecker.

Anno Schichler-Koep und Uwe Brinkmann, beide Stadtverkehr Euskirchen SVE, zeigen sich begeistert von dem fröhlichen Gesamtwerk und freuen sich, dass zukünftig die Fahrgäste an einem besonderen Punkt ein- und aussteigen – das Warten auf den Bus könne nun auch als Geschichts- oder Kunststunde genutzt werden.

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„Clever mobil“ – Mobilitätswende nimmt in der Region Aachen weiter Fahrt auf

Aachen – Das Programm „clever mobil“ ist auch in der Städteregion erfolgreich: Das Netzwerk für betriebliches Mobilitätsmanagement umfasst mittlerweile 30 Unternehmen mit insgesamt über 30.000 Pendlerinnen und Pendlern. „Clever mobil“ ist ein gemeinsames Programm von Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen sowie Stadt, Städteregion Aachen, ASEAG und AVV mit dem Ziel, die betriebliche Mobilität in der Region nachhaltiger zu gestalten. Mit der Mitfahr-App goFLUX ist nun ein weiterer Mobilitätsdienstleister mit an Bord.

„Insbesondere der tägliche Weg zur Arbeit ist gut planbar und bietet sich damit für die Nutzung von Alternativen zum Pkw besonders an. Mich freut es sehr, dass nun auch Unternehmen und deren Mitarbeitende aus der Städteregion mit Engagement an der Mobilitätswende mitwirken“, sagt Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier.

„Mobilitätsmanagement kann keine Infrastruktur ersetzen: Die Sperrung der A544 stellt viele Unternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor enorme Herausforderungen. Unter anderem durch Maßnahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements ist der Verkehrskollaps ausgeblieben. Natürlich lassen sich mit den Maßnahmen nicht alle Verkehrsprobleme lösen, aber dennoch ist das Programm ‚clever mobil‘ heute wichtiger denn je und leistet eine enorme Unterstützung für betroffene Unternehmen“, analysiert Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen.

„Einen wichtigen Bestandteil der aktuell laufenden Mobilitätstestwochen im Rahmen von ‚clever mobil‘ stellt auch der ÖPNV dar. Seit der Einführung des Deutschland-Jobtickets im Mai 2023 können selbst Kleinstunternehmen Tickets erwerben und von den Vorteilen profitieren, da die Mindestmitarbeiterzahl von 15 Personen entfällt. Damit kommt das Deutschland-Jobticket allen Unternehmensgrößen zugute und leistet somit einen weiteren Beitrag zur Verkehrswende in Stadt und Städteregion Aachen“, erläutert Hans-Peter Geulen, Geschäftsführer des Aachener Verkehrsverbundes.

„Viele Bewohnerinnen und Bewohner pendeln täglich zwischen Aachen und der Region. Die Regiotram wird eine Lösung sein, um diese Wege umweltfreundlicher und weniger staubelastet zu befahren. Bis sie auf der Schiene ist, wird es aber noch dauern. Bis dahin gilt es, weitere Alternativen zum bestehenden ÖPNV-Angebot anzubieten. Fahrgemeinschaften sind eine effiziente Art, das Verkehrsaufkommen zu verringern. Deshalb fördern wir sie“, sagt Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen.

Im Rahmen der Testwochen in der Städteregion und der Stadt Aachen konnten und können Mitarbeitende von Unternehmen Mobilitätsguthaben in der movA-App testen. So können Mitarbeitende wählen, zum Beispiel das Deutschlandticket für den ÖPNV, Bikesharing oder Carsharing zu nutzen. „Wir sind mit hohem Engagement dabei, weitere maßgeschneiderte Mobilitätskonzepte für Unternehmen zu entwickeln, immer die Mitarbeitenden und deren Mobilität im Fokus“, bekräftigt Dr. Kathrin Driessen von der ASEAG.

Um die Unternehmen bestmöglich zu beraten und bei der Einführung von Maßnahmen des Mobilitätsmanagements zu unterstützen, bringt das Programmbüro „clever mobil“ Wohnstandort-Analysen der Mitarbeitenden auf den Weg und befragt sie zu ihrem Mobilitätsverhalten. Ziel ist es, aggregiert Pendlerbewegungen abzubilden und den Unternehmen Handlungsempfehlungen zu geben. „Es hat sich gezeigt, dass sich diese Analyse-Daten dazu eignen, sie in Managementberichte – wie etwa in einen Nachhaltigkeitsbericht, gewinnbringend einzubringen“, ergänzt Bayer.

Interessierte Unternehmen können sich der Initiative „clever mobil“ kostenfrei anschließen. Informationen und Ansprechpartner zum Programm gibt es online unter www.go-clever-mobil.de.

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Bundesweiter Warntag 2024 – Bereit für den Ernstfall – Heute um 11.00 Uhr heulen die Sirenen

Region/Düsseldorf – Am heutigen Donnerstag, 12. September 2024, proben Bund, Länder und Kommunen wieder für den Ernstfall. Um 11 Uhr heulen die Sirenen, Handys schlagen Alarm, aus dem Radio und Lautsprechern ertönen Ansagen, in Sozialen Medien und auf digitalen Anzeigetafeln erscheinen Meldungen. Ziel des Probealarms ist es, die Bevölkerung weiter zu sensibilisieren, die Warnprozesse zu optimieren und das Zusammenspiel sowie die Funktionalität der unterschiedlichen Warnmittel zu testen. Auch die Bevölkerung soll auf die unterschiedlichen Warnhinweise aufmerksam gemacht werden. Damit nimmt Nordrhein-Westfalen erneut am vierten bundesweiten Warntag teil.

Innenminister Herbert Reul: „Der Warntag ist der Check-up unserer Warnsysteme. Im Notfall müssen wir uns darauf verlassen können, dass jede Bürgerin und jeder Bürger erreicht wird. Mit dem Warntag stellen wir das ganze System einmal auf die Probe.“

Gegen 11 Uhr löst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) eine Probewarnung aus. Diese wird an alle angeschlossenen Warnmultiplikatoren, zum Beispiel Rundfunk- und Fernsehsender sowie App-Server geschickt. Die Warnmultiplikatoren versenden die Probewarnung an verschiedene Warnmittel, darunter Cell Broadcast, Warn-Apps wie die vom BBK betriebene Warn-App NINA, Radio und insgesamt davon circa 2.000 digitale Anzeigetafeln in Nordrhein-Westfalen. Diese transportieren die Warnung an die Bevölkerung.

Alle Kreise und Gemeinden, die am Warntag teilnehmen, entscheiden selbst, ob sie zeitgleich auch ihre verfügbaren kommunalen Warnmittel wie Sirenen und Lautsprecherwagen auslösen.

Gegen 11.45 Uhr erfolgt über die Warnmittel und Endgeräte eine bundesweite Entwarnung. Über Cell Broadcast wird aktuell noch keine Entwarnung versendet.

 

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Gemeinsames Ziel – Leben retten – Gemeinsame Blutspende-Aktion in Zülpich

Zülpich – Der Zülpicher Rettungsprodukte-Hersteller Vetter und das örtliche Rote Kreuz rufen gemeinsam zur Blutspende auf – Für die Spender wird am Dienstag, 1. Oktober, ab 15.30 Uhr im Forum der Römerstadt erneut ein reichhaltiges Buffet bereitgehalten – Am besten ist, wenn gar nichts passiert. Wenn es doch zum Unglück kommt, dann sind sie da. Die einen mit ihrer pneumatischen Rettungstechnik, die anderen mit Sanitätern, Ärzten, ehrenamtlichen Helfern. Da liegt es nahe, dass das Zülpicher Traditionsunternehmen Vetter und der römerstädtische DRK-Ortsverein erneut kooperieren und gemeinsam zur Blutspende aufrufen. Die findet statt am Dienstag, 1. Oktober, von 15.30 Uhr bis 20 Uhr im Forum Zülpich, Blayer Str. 20.

„Wir wollen den Menschen helfen“, fasst Manuel Schmeichel das gemeinsame Engagement zusammen. Der Auszubildende im Marketing ist auf Seiten des Rettungsprodukte-Herstellers verantwortlich für die Organisation der Blutspende-Aktion. Gemeinsam mit Karina Wendler aus dem Produktmanagement und Personalleiterin Maren Stübiger möchte er möglichst viele Menschen mobilisieren, Blut zu spenden.

„Wir stellen Produkte her, die Menschenleben retten, und mit einer Blutspende werden ebenfalls Menschenleben gerettet – das passt einfach bestens zusammen“, betont Manuel Schmeichel. Genauso sieht es Thomas Heinen. „Wir sind sehr froh über diese Kooperation, denn es wird immer schwieriger, die Menschen für die Blutspende zu mobilisieren“, sagt der Zülpicher DRK-Gemeinschaftsleiter. Ein Anreiz bietet regelmäßig das reichhaltige Buffet, an dem sich die Blutspender nach dem Aderlass stärken können. Die Firma Vetter unterstützt auch hier mit einer Spende.

Online Termin reservieren

Schließlich werden Blutkonserven händeringend gebraucht. Gerade erst läuft das Sommerloch so langsam aus, so dass die DRK-Verantwortlichen darauf hoffen, mit der gemeinsamen Aktion wieder Schwung für die zweite Jahreshälfte aufnehmen zu können. „Die Menschen machen sich wenig Gedanken darüber, wo überall Blutkonserven benötigt werden“, betont Thomas Heinen. Erst, wenn geplante Operationen verschoben werden müssen, weil das Blut fehlt, oder, wenn die Blutspende in der Krebstherapie benötigt wird, werden viele Menschen wach.

Manuel Schmeichel bringt es auf den Punkt. „Wenn wir selbst in Not sind, wollen wir schließlich auch, dass uns geholfen wird“, sagt der Auszubildende, der mit dem Vetter-Team kräftig die Werbetrommel rühren möchte. Und nicht nur das. Von den rund 130 Kolleginnen und Kollegen am Zülpicher Standort werden sicherlich wieder einige selbst am Dienstag, 1. Oktober, ab 15.30 Uhr ins Forum Zülpich kommen, ihr lebensrettendes Blut zu spenden, nachdem sie am Morgen noch lebensrettende Produkte hergestellt haben.

Wer es den Vetter-Mitarbeitern gleichtun möchte, ist gut beraten, sich über www.blutspende.de einen Termin zu reservieren. So lassen sich Wartezeiten bestens verkürzen. Spendenwillige müssen mindestens 18 Jahre alt und gesund sein. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht mehr. Zudem braucht es ein Körpergewicht zwischen 50 und maximal 160 Kilogramm. Vor der Spende sollte ausreichend gegessen und mindestens 1,5 Liter (Wasser, Tees, Fruchtsäfte) getrunken werden. Auf keinen Fall nüchtern zur Blutspende kommen. Alle Spender müssen immer ein gültiges und amtliches Personaldokument mit Lichtbild (Personalausweis, Reisepass oder Führerschein) vorweisen können.

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Menschen im Ahrtal warten oft viele Monate auf Geld der ISB

Ahrweiler – Die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil macht sich Sorgen um den Fortgang beim privaten Wiederaufbau im Ahrtal. Die Anträge auf Förderung aus dem Wiederaufbaufonds sind bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) angesiedelt. „Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger haben sich mit ihren Problemen an mich gewandt,“ so die Parlamentarierin „und fast immer führen Verzögerungen bei der Bearbeitung, Zusatzprüfungen und technische Probleme dazu, dass die Leute auf das Geld zum Start der Maßnahmen oder zum Weiterbau warten. Wir reden hier von Monaten bis zu teilweise einem Jahr.“ Heil betont dabei, dass sie viele Einzeleingaben mit der Bitte um Prüfung bei der Spitze der ISB vorbringt und dabei auch immer auf ein offenes Ohr und eine schnelle Rückmeldung rechnen kann.

Um den Anforderungen der Mittelgeber (Bund und Länder) gerecht zu werden, verlangt die ISB ab bestimmten Wertgrenzen Prüfgutachten, mit denen die Gutachten der Bauherren, selbst nach Bewilligung der Mittel, nochmals bewertet werden. Eine solche Zweitbewertung kostet naturgemäß viel Zeit. Hier sieht Heil das Land Rheinland-Pfalz in der Pflicht, eine Vereinfachung der Abläufe mit dem Bund zu vereinbaren. Hinzu kommen EDV-Probleme, die etwa um den letzten Jahreswechsel herum viele Monate Zeit bei der Antragsbearbeitung gekostet haben. Ein Paradebeispiel mangelnder Abstimmung ist auch die Inanspruchnahme von Fördermitteln des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für moderne energetische Maßnahmen. Die Kombination mit Mitteln der Widderaufbauhilfe kann in bestimmten Fällen zu einer Schlechterstellung führen. Hier muss dringend nachgearbeitet werden.

Mechthild Heil fordert alle Verantwortlichen auf, für eine deutliche Beschleunigung der Antragsverfahren und damit der Auszahlung von Geldern an die privaten Bauherren Sorge zu tragen. „Es kann nicht sein, dass ausgerechnet nach der verheerenden Flut im Ahrtal der typisch deutsche Bürokratismus fröhliche Urstände feiert“, so das Mitglied des Bauausschusses im Deutschen Bundestag. „Es braucht mehr Vertrauen des Staates in seine Bürger. Das gilt auch für die beauftragten Bausach­verständigen und Architekten, die für die Qualität ihrer Dienstleitungen ohnehin haften müssen. Auch wenn Zusatzprüfungen für erforderlich gehalten werden, sollten unter diesem Vorbehalt zügig Abschlagszahlungen geleistet werden, damit die Menschen beim Bau vorankommen. Für kaum jemanden ist es möglich, angesichts stark gestiegener Zinsen die Zwischen­finanzierung hoher fünfstelliger Summen über ihre Bank zu organisieren.“

 

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Weitblick

Bühne unter Sternen – Tausende begeisterte Besucherinnen und Besucher strömten an vier Tagen auf die Burg Nideggen

Düren – Die Bühne unter Sternen unter der Schirmherrschaft von Landrat Wolfgang Spelthahn ist zu Ende. Anna R, The BossHoss und Ronan Keating sowie das Familienfest des Kreises Düren mit Guildo Horn begeisterten tausende Besucher. „Die ‚Bühne unter Sternen‘ hat wieder das gehalten, was sie verspricht.

Wir haben tolle Künstlerinnen und Künstler erleben dürfen, die gemeinsam mit dem wunderbaren Publikum Abende gefeiert haben, die wir noch lange in Erinnerung behalten werden“, sagt Schirmherr Landrat Wolfgang Spelthahn. „Wir sind stolz auf unser Festival, das so vielen Menschen so viel Freude bereitet. Es wird bereits an dem Programm für kommendes Jahr geschraubt.“ Im nächsten Jahr verwandelt sich die Burg Nideggen ab Freitag, 5. September 2025, wieder in ein Open-Air-Festival.

Anna R. machte in diesem Jahr am Freitag, 6. September, den Auftakt. Die Co-Liederschreiberin von Rosenstolz hat ihr Solo-Debütalbum „König:in“ mitgebracht und der Abend wurde dem Titel gerecht! Es war im wahrsten Sinne eine „Bühne unter Sternen“, denn der Nachthimmel ließ einen fast wolkenlosen Blick auf die funkelnden Himmelskörper zu, während unten auf Burg Nideggen Anna R. mit ihrer ausdrucksstarken und wunderbaren Stimme das Festival eröffnete.

An Tag zwei feierten The BossHoss ihr großes Abschlusskonzert im Rahmen ihrer Jubiläumstour. Die Burg Nideggen hätte fast über Nacht wieder aufgebaut werden müssen, denn The BossHoss haben musikalisch alles abgerissen und abgefeiert, was ging. The BossHoss haben Feuer mit nach Nideggen gebracht und spielten Country-Rock vom Feinsten. Zwischendurch ergänzten noch Stage Diving von einem oberkörperfreien Alec Völker, von rechts nach links hüpfende Fans und ein ohne Pause springendes Publikum einen der energiereichsten Abende in der Geschichte der „Bühne unter Sternen“.

Den Familien gehörte die Burg an Tag drei. Beim großen Familienfest des Kreises Düren kamen rund 5000 Menschen im Laufe des Tages zu Besuch, um das vom Burgenmuseum ausgerichtete Programm zu feiern. Sie tauchten ein in die Welt des Mittelalters mit Gauklern, Zauberern, Bastelaktionen, Seifenblasen oder Feuerjongleuren. Auch das Jugend- und das Generationenamt des Kreises Düren stellen sich vor und sorgten für lange Schlangen am Glücksrad. Am Abend lud Guildo Horn zum großen Mitsingkonzert ein und feuerte eine große, unterhaltsame Karaoke-Show mit Hits aus allen Jahrzehnten ab.

Das Festival-Finale gehörte am Montag, 9. September, dem Iren Ronan Keating. Die rund 2400 Fans feierten ausgelassen und sorgten für eine unvergleichliche Stimmung in historischer Kulisse.

Ronan Keating verzauberte mit Songs wie „No Matter What“, „Pictures Of You“ und „When You Say Nothing At All“. Seine einzigartige Stimme, die ihn schon zu Boyzone-Zeiten auszeichnete, strahlte über die gesamte Burg. Das Publikum dankte ihm mit Schunkeln, Mitsingen und Schwärmen.

Alle Künstlerinnen und Künstler trugen sich auf Einladung von Landrat Wolfgang Spelthahn in das Goldene Buch des Kreises Düren ein. „Ich danke allen, die dieses Fest zu etwas so Besonderem gemacht haben und mit uns gefeiert haben“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Ein großer Dank ging auch an die Sponsoren Sparkasse Düren, Rurtalbahn, Rurtalbus, F&S Solar und Stadtwerke Düren, ohne die das Festival nicht möglich gewesen wäre.