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Hervorragende ärztliche Expertise für Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Gemeinsam gegen Darmkrebs. Im Rahmen einer Rezertifizierung hat die Deutsche Krebsgesellschaft dem Darmkrebszentrum am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr eine hervorragende ärztliche Expertise bescheinigt. Das bestätigt auch Patientin Jasmina Diaz Rodriguez, die sich darüber hinaus für die schnelle und persönliche Betreuung bedankt.

Erst kam die Flut, dann die erschütternde Diagnose: Nach einer Biopsie bestätigt sich für Jasmina Diaz Rodriguez der Verdacht auf Darmkrebs. Ein Schock für die junge Hauswirtschafterin aus Bad Münstereifel. Auf der Suche nach einem Spezialisten stößt sie auf das Darmkrebszentrum am Krankenhaus Maria Hilf in Bad Neuenahr. Überzeugt hat sie vor allem die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft. „In der Region zwischen Bonn, Trier und Koblenz ist unser Haus das einzige mit dieser Auszeichnung“, betonen die verantwortlichen Chefärzte Prof. Klaus Prenzel (Allgemein und Viszeralchirurgie) und Prof. Joerg Heller (Innere Medizin/Gastroenterologie).

Wie Jasmina Diaz Rodriguez erhalten jährlich rund 70.000 Menschen in Deutschland die Diagnose Darmkrebs. Damit ist das sogenannte kolorektale Karzinom die zweithäufigste Krebserkrankung hierzulande – sowohl bei Männern als auch bei Frauen. „Eine schnelle Diagnostik und Therapie ist für Betroffene äußerst wichtig“, sagt Prof. Prenzel. „Daher legen wir großen Wert darauf, dass niemand länger als eine Woche auf einen Termin warten muss.“ Das bestätigt auch Jasmina Diaz Rodriguez, die bereits einen Tag nach ihrer Diagnose beim Chefarzt in der Spezialsprechstunde sitzt.

Um ein möglichst optimales Behandlungskonzept zu entwickeln, tauscht sich Prof. Prenzel anschließend mit seinen Kolleg:innen aus. Immerhin gehört die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Haus zu den zentralen Säulen des Darmkrebszentrums. Wöchentlich findet eine gemeinsame Besprechung, das sogenannte Tumorboard, statt. „Hier diskutieren wir die Befunde und Krankengeschichten aller Patient:innen“, erklärt Prof. Heller. Neben den Fachabteilungen Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie und Radiologie gehören auch Psychoonkolog:innen, Sozialarbeiter:innen, Ernährungsberater:innen, Seelsorger:innen sowie onkologische Fachpflegekräfte zum Team. Darüber hinaus besteht ein enger Austausch mit den niedergelassenen Ärzt:innen. „Die unterschiedlichen Blickwinkel und Kompetenzen sind für den Behandlungserfolg von unschätzbarem Vorteil“, ist sich Prof. Heller sicher.

Erweist sich eine Operation als unumgänglich, führt das Ärzteteam den Eingriff in der Regel minimalinvasiv, zum Teil sogar endoskopisch – sprich ganz ohne Schnitte – durch. „Das ist für unsere Patient:innen wesentlich schonender“, sagt Prof. Prenzel. „Sie haben weniger Schmerzen und sind schneller wieder fit.“ Im OP kommt modernstes Equipment zum Einsatz. Darunter ein 3D-Operationsturm, der bei minimalinvasiven Eingriffen dreidimensionale und hochauflösende Bilder liefert. Mit seiner Hilfe wird auch Jasmina Diaz Rodriguez ein Teilstück ihres Darms entfernt – nur zwei Wochen nach der auffälligen Biopsie. Da sich bei der Operation zeigte, dass auch ihre Lymphknoten befallen sind, erhält sie aktuell eine Chemotherapie. Zusätzlich kommt sie zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen ins Krankenhaus. „Ich fühle mich hier im Darmzentrum sehr gut aufgehoben“, sagt sie und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

Prof. Prenzel und Prof. Heller freuen sich über das positive Feedback und möchten auch anderen Betroffenen Mut machen: „Dank moderner Therapiekonzepte können wir heute vielen Patient:innen helfen, ihre Darmkrebserkrankung zu überwinden und langfristig bei guter Lebensqualität gesund zu bleiben.“

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Die neue Taskforce „Innenstadt morgen“ in Aachen packt an

Aachen – Die Aachener Innenstadt befindet sich – wie die Innenstädte vieler anderer Großstädte – im Umbruch. Fortschreitende Digitalisierung, ein geändertes Konsum- und Freizeitverhalten und neue Anforderungen an öffentliche Räume werfen Fragen auf: In welche Richtung entwickelt sich der stationäre Handel? Welche Rollen übernehmen in Zukunft klassische Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen? Was macht ein attraktives und zukunftsgerechtes Leben in der City aus? Diese und viele weitere Fragen brennen den Menschen unter den Nägeln. Die Transformation der Innenstadt ist somit eine zentrale Herausforderung für Aachen. Das hob Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen im Rahmen eines Pressetermins am gestrigen Freitag 04. März hervor. Die Oberbürgermeisterin stellte die neu gegründete „Taskforce Innenstadtmorgen“ vor, die unmittelbar an das OBin-Büro angebunden ist, und vor kurzem ihre Arbeit aufgenommen hat.

Die Stadt geht neue Wege

Das Team, das aus Akteur*innen quer durch die Verwaltung besteht, richtet seinen Fokus 2022 auf die Großkölnstraße. Mit zügig sichtbaren Impulsen im öffentlichen Raum, mit Kultur- und Veranstaltungsangeboten und der Idee, die Menschen vor Ort zu aktivieren, möchte die Taskforce maßgeblich dazu beitragen, die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Großkölnstraße zu stärken. Dana Duikers, Fachbereichsleiterin Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung, die den Zukunftsprozess Innenstadt für das OBin-Büro steuert, erläutert dazu: „Wir haben mit der Taskforce Innenstadtmorgen ein spannendes Pilotmodell auf den Weg gebracht, das Verwaltung neu denkt und auch von der Politik sehr begrüßt wird. Die Taskforce arbeitet kreativ, unmittelbar und über klassische Verwaltungsstrukturen hinaus, geht Herausforderungen ganzheitlich an und möchte so konkret Zukunft gestalten. Die Begeisterung mit der alle Beteiligten diese neuen Wege gehen, freut uns sehr!“

Erste Verbesserungen im Umgang mit dem Leerstand hat die Taskforce bereits in der Großkölnstraße umgesetzt, so etwa das Graffiti-Kunstwerk im oberen Teil der Straße an der Ecke Mostardstraße oder die neue Vermietung von Ladenlokalen. Nun gilt es, gemeinsam mit den Eigentümer*innen, Gewerbetreibenden und Anwohnenden weitere Ideen zu entwickeln und in die Umsetzung zu bringen. Dabei spielen mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität und eine höhere Attraktivität für Jung und Alt sowie Kultur- und Veranstaltungsangebote eine entscheidende Rolle. Sibylle Keupen: „Wir schaffen kreativ, schnell und einfach neue Spiel- und Aufenthaltsorte mitten in der City, dort wollen wir Menschen zusammenbringen und so mehr Leben in eine zentrale Einkaufsstraße bringen, die diese Impulse sicher gut gebrauchen kann.“

Straßenkonferenz im März

Zum Auftakt laden die Oberbürgermeisterin und das Team der Taskforce Innenstadtmorgen am 8. März unter dem Motto „„Alle machen Großköln!“ zu einer – aus Pandemiegründen digital stattfindenden – Straßenkonferenz ein, die sich an die Akteur*innen vor Ort aus Einzelhandel, Eigentümerschaft, Gastro, Kultur, Hotellerie und Anwohnerschaft richtet. Dana Duikers erläutert: „Die Zukunft der Innenstadt braucht die Aachenerinnen und Aachener. Ziel der Straßenkonferenz ist es, gemeinsam eine Vision der Innenstadt von Morgen zu entwickeln, Ideen und Projekte ganz unkompliziert zu erproben und dabei die Menschen vor Ort eng einzubinden. Wir wollen mit möglichst vielen Leuten aus der Großkölnstraße in‘s Gespräch kommen: mit denen, die dort Eigentum besitzen, die dort arbeiten, die ehrenamtlich aktiv sind, mit Jung und Alt, mit Menschen mit und ohne Handicap und vielen mehr. Ziel ist es, hier neue nachhaltige Netzwerke zu knüpfen und gemeinsam die Zukunft der Straße zu gestalten.“ Im Optimalfall entsteht aus den in den kommenden Monaten von der Stadt angestoßenen Aktionen ein starkes Netzwerk Großkölnstraße, das langfristig fortbesteht.

Doch nicht nur weniger Leerstand, mehr Grün, mehr Spielmöglichkeiten und eine bessere Vernetzung stehen im Fokus. Auch im Kulturkalender der Stadt erhält die Großkölnstraße 2022 eine neue Bedeutung. So arbeitet der neue städtische Veranstaltungsmanager Rainer Beck mit seinem Team bereits daran, die „Großköln“ als Spielplatz in das Stadtglühen-Programm im Sommer mit aufzunehmen. Kleinere Theatervorstellungen und Konzerte seien bereits in Planung, so Beck. Weitere Streetart- und Streetculture-Aktionen sollen im Laufe des Jahres Akzente setzen. „Wir sind mit mehreren Künstlergruppen und Initiativen im Austausch“, berichten Dr. Daniela Karow-Kluge und Kai Hennes vom Citymanagement. Und auch die RWTH Aachen ist mit im Boot und plant im Großkölnstraßen-Umfeld Veranstaltungen.

Die Zukunft der Großkölnstraße

All diese Veranstaltungen, stadtgestalterischen Impulse und Aktionen werden letztlich dazu beitragen, davon sind Aachens Oberbürgermeisterin und die Taskforce-Mitglieder überzeugt, die wichtige Verbindungsmeile zwischen Markt und Hotmannspief zu aktivieren. Mehrere private Bauvorhaben und große Planungsprojekte im direkten Umfeld – nicht zuletzt die von Stadt und Politik angestoßene Entwicklung des Büchel – zeugen davon, dass in und rund um die Großkölnstraße einiges in Bewegung gerät. Sibylle Keupen verbindet den offiziellen Start der Taskforce und das darauf hoffentlich aufbauende Engagement vieler weiterer Menschen mit einem Wunsch: „Wie schön wäre es, wenn wir nach einem lebhaften Frühling und Sommer eine wahrhaft strahlende Großkölnstraße zum Ende des Jahres erleben dürfen. Um danach dann gleich die nächste Straße in der Innenstadt in den Blick zu nehmen“, wagte die Oberbürgermeisterin den Ausblick in eine mögliche Zukunft.

In diesem Jahr will die Taskforce so viel wie möglich in der Großkölnstraße anstoßen. In der Zeit – so das Ziel der Verantwortlichen – sind möglichst viele Partner*innen vor Ort mit an Bord. Dana Duikers: „Die Großkölnstraße ist somit unser wichtiger Auftaktort als Taskforce. Wir lernen hier alle gemeinsam sehr viel. Die Ideen, Aktionen und Projekte, die wir hier dann hoffentlich erfolgreich mit den Bürgerinnen und Bürgern etabliert haben, können wir künftig an anderer Stelle sicher wieder aufgreifen. Zudem lernen wir sehr genau, wie Innenstadt funktioniert und können dies dann gut auf andere Orte übertragen.“  

Kontakt zur Taskforce Innenstadtmorgen  

Das Team freut sich über Anregungen und Fragen zu den Aktivitäten in der Großkölnstraße. Einfach eine E-Mail an grosskoeln@mail.aachen.de schreiben!

Die Taskforce Innenstadtmorgen setzt sich zusammen aus: Dana Duikers (Leiterin Fachbereich Bürger*innendialog und Verwaltungsleitung / FB 01), Dr. Daniela Karow-Kluge, Kai Hennes (FB 01/ Citymanagement), Milan Anton (FB 01), Magdalena Keus (Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalisierung und Europa / FB 02), Susanne Aumann (Fachbereich Sicherheit und Ordnung / FB 32), Marius Otto (Fachbereich Wohnen und Soziales / FB 56), Jan Kemper und Tobias Larscheid (Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Mobilitätsinfrastruktur / FB 61), Rainer Beck (Kulturbetrieb), Heidemarie Ernst (Koordinationsstelle Bushof).

Die Taskforce Innenstadtmorgen im Internet: www.aachen.de/grosskoeln.

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Vertriebene aus der Ukraine können schnell und unbürokratisch Aufnahme und Unterstützung finden

Region/Mainz – Der Krieg in der Ukraine und das Leid vieler Menschen, die vor der Gewalt Wladimir Putins fliehen, hat auch Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz. Auf diese bereitet sich das Land vor. „Der Krieg führt zu einer sehr großen Zahl an Vertriebenen, die in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und damit auch in Deutschland und Rheinland-Pfalz schnell und möglichst unbürokratisch Aufnahme und Unterstützung finden müssen“, betonten Integrationsministerin Katharina Binz und Sozialminister Alexander Schweitzer am Dienstag in Mainz.

Auch wenn die Zahl an zu erwartenden Vertriebenen aus der Ukraine schwer abzuschätzen sei, nehmen Fluchtbewegungen ins Bundesland bereits zu. Vertriebene aus der Ukraine machen sich auf den Weg zu Angehörigen in Rheinland-Pfalz, um Unterkunft in der Nähe von bekannten und geliebten Menschen zu finden. Gleichzeitig reisen freiwillige Helfer an die Grenze zur Ukraine, um Flüchtenden zu helfen, indem sie diese mit nach Deutschland nehmen und mit ihnen eine sichere Unterkunft suchen.

Aus der Ukraine Vertriebene können dabei schnelle Hilfen in Anspruch nehmen, betonte Sozialminister Alexander Schweitzer. „Kurzfristig sind hier sogenannte Überbrückungsleistungen der Sozialhilfeträger möglich. Dabei handelt es sich um Leistungen, mit denen schnell die ersten Bedarfe der vertriebenen Menschen abgedeckt werden können, also insbesondere Sozialhilfeleistungen für Ernährung, Unterkunft und medizinischer Versorgung“, sagte er. Die Unterstützungsleistung sei zunächst für alle hilfebedürftigen Personen nach dem Sozialgesetzbuch (Zwölftes Buch) möglich. Sie werde gewährt, soweit keine vorrangige Versorgung nach dem SGB II oder SGB XII erfolge. „Entscheidend ist aktuell, dass wir den Menschen aus der Ukraine Schutz bieten können, wenn sie diesen in Rheinland-Pfalz suchen“, sagte Sozialminister Schweitzer.

Dazu erklärte Integrationsministerin Katharina Binz: „Wir sind darauf vorbereitet, schaffen kurzfristig 4.000 zusätzliche Plätze in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes und stehen im Austausch mit den Kommunen, um die Aufnahmekapazitäten in einem koordinierten Verfahren weiter auszubauen.“

Katharina Binz betonte weiter: „Die Schutzsuchenden aus der Ukraine benötigen möglichst schnell einen gesicherten Aufenthaltsstatus, der ihnen Zugang zu Sozialleistungen und medizinischer Versorgung garantiert.“ Aktuell gilt, dass Menschen aus der Ukraine visumfrei für 90 Tage in die Bundesrepublik Deutschland einreisen können. Um einen längerfristigen Schutz und Zugang zu Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu erhalten, bleibt ihnen momentan nur der Weg über ein Asylverfahren. Hiermit ist auch die Unterbringung in einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes verbunden, was jedoch für diejenigen unattraktiv ist, die bereits bei Verwandten oder Freunden untergekommen sind.

Eine Lösung zeichnet sich gerade auf europäischer Ebene ab, erklärt Integrationsministerin Katharina Binz: „Wir gehen davon aus, dass am Donnerstag die Anwendung der Massenzustromrichtlinie auf europäischer Ebene beschlossen wird. Mit ihr bekämen die vertriebenen Menschen aus der Ukraine schnell einen sicheren Aufenthaltsstatus, Zugang zu Sozialleistungen und die Möglichkeit zu arbeiten.“ Dieser Status würde einen Aufenthalt von maximal drei Jahren ermöglichen.

„Bis diese europäische Regelung greift, benötigen die Menschen aber eine Übergangslösung, die ihnen Zugang zu Sozialleistungen und medizinischer Versorgung garantiert. Kurzfristige Überbrückungsleistungen der Sozialhilfeträger können dies leisten“, stellten Integrationsministerin Katharina Binz und Sozialminister Alexander Schweitzer abschließend fest.

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Ahrtal – „Wiederaufbau muss nachhaltig sein, damit Menschen eine Perspektive haben“

Ahrweiler – Klimaschutzministerin Katrin Eder überreichte gestern im Ahrtal Förderbescheide in Höhe von insgesamt 5,53 Millionen Euro. 2,5 Millionen davon gehen an den Wiederaufbau für die Wasserversorgung in den Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr an den Zweckverband Wasser Altenahr-Eifel, der dort auch für eine ganzheitliche, hochwasserresiliente Infrastrukturtrasse sorgt. Weitere 2,35 Mio. Euro gehen aus dem Wiederaufbaufonds an die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler für den Wiederaufbau der Wasserversorgung im Stadtgebiet; 680.000 Euro an die Bürgergenossenschaft EEGON, die sich um den Aufbau eines Nahwärmenetzes in Marienthal kümmert. Eder freut sich, ein positives Signal für den Wiederaufbau der Wasser- und Wärmeversorgung im Ahrtal setzen zu können: „Das Wiederherstellen von tauglicher Infrastruktur ist eine auf Jahre ausgelegte Mammutaufgabe, unser Ziel ist es, diese nachhaltig und soweit es geht hochwasserbeständig anzulegen, damit auch künftige Generationen hier im Ahrtal eine Heimat mit Perspektive haben.“

Ein nachhaltiger Wiederaufbau ziele für die Klimaschutzministerin in viele Richtungen: „Er zielt auf den bestmöglichen Schutz der Menschen vor künftigen Starkregenereignissen, auf eine hochwasserangepasste Bauweise, auf eine Gewässerentwicklung, die der Ahr den nötigen Raum gibt, auf eine nachhaltige Energieversorgung aus möglichst regenerativen Quellen, auf eine möglichst energieneutrale Abwasserbeseitigung mit höchster Reinigungsleistung sowie auf eine sichere und hochwertige Wasserversorgung. Ich freue mich, dass dafür alle an einem Strang ziehen und auch die Gemeinden hier gut zusammenarbeiten. Wo immer es geht, möchte ich daher auch Landrätin Cornelia Weigand meine Unterstützung zusagen.“ Gemeinsam mit Landrätin Weigand besuchte Klimaschutzministerin Eder am heutigen Donnerstag die verschiedenen Baustellen zur Wasser- und Wärmeversorgung, für welche sie Förderbescheide überreichte. Auch ein Rundgang durch das Dorf Marienthal stand auf ihrem Programm. Dabei führte sie Gespräche mit Bewohner:innenn, dem Fluthilfekoordinator, kommunalen Verantwortlichen sowie mit Vertreter:innen der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Landrätin Weigand dankt dem Land Rheinland-Pfalz für die weitreichenden finanziellen Unterstützungsleistungen: „Die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung und der Aufbau eines klimafreundlichen Nahwärmenetzes ist ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität und für den Wiederaufbau.“ Durch die Notwendigkeit des Wiederaufbaus sei es möglich, gemeinsam mit allen Akteuren moderne Projekte und Maßnahmen auf den Weg zu bringen. „Wir haben jetzt die einmalige Chance, zukunftsgerichtet und verantwortungsvoll zu handeln und eine ökologische und nachhaltige Entwicklung anzustoßen,“ so Weigand weiter.

4,85 Mio. für hochwassersichere Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung

Die dauerhafte Versorgung mit Trinkwasser zu sichern, gehört nicht nur nach der Flutkatastrophe, sondern auch angesichts des fortschreitenden Klimawandels zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Daseinsvorsorge. Das Klimaschutzministerium fördert daher den nachhaltigen Wiederaufbau der Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Gewässerinfrastruktur und Maßnahmen zum Hochwasserschutz aus dem Aufbauhilfefonds. Förderbescheide in Höhe von 4,85 Millionen überreichte Klimaschutzministerin Eder heute an den Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr und die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Denn durch die Flutkatastrophe wurden viele Leitungsnetze zur Wasserversorgung zerstört. Allein in den Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr waren dadurch 5.000 von 10.800 Haushalten von der Wasserversorgung abgeschnitten. Die Menschen wurden bislang nur über Provisorien versorgt.

Um die Wasserversorgung bei künftigen Starkregenereignissen sicherzustellen und Schäden zu vermeiden, wird mit dem Geld die Tallinie in eine neue Trasse gelegt. Auf der anderen Ahrseite, begleitend zur Bundesstraße, kann die Wasserleitung hochwassersicher neu verlegt werden. Die neue Leitung befindet sich stellenweise im Bau und die restlichen Abschnitte in Planung. Die neue Infrastrukturtrasse verläuft von Dorsel bis Marienthal, also rund 40 Kilometer lang entlang der Ahr.

Hochwassersichere Infrastrukturtrasse auch als Radweg nutzen

Rohre und Leitungen zu verlegen bedeutet immer einen Eingriff in die Natur, sowie hohe Kosten. Ziel ist es daher, eine Infrastrukturtrasse anzulegen, die zum einen hochwassersicher ist und zum anderen möglichst viele Leitungen zur Wasser-, Internet- und Energieversorgung beinhaltet: Um also möglichst viele Synergieeffekte zu erzielen, verlegt der Zweckverband neben der Wasserleitung auch Leerrohre für Steuerleitungen und Glasfaser sowie Gasleitungen zum Aufbau einer nachhaltigen Gas- und Energieversorgung mit grünen Gasen in dieser Trasse. An vielen Stellen werden außerdem noch Abwasserdruckleitungen für das Abwasserwerk der Verbandsgemeinde Altenahr mitverlegt. Später wird über diese Trasse ein Radweg angelegt. „So wird die Fläche optimal genutzt und indem, die Erde nicht mehrfach aufgerissen werden muss, sparen wir Kosten und schützen die Natur“, so Eder.

Bislang wurden die Schäden bzw. die Kosten für den Wiederaufbau auf rund 13,7 Millionen Euro geschätzt. Über das „Sonderförderprogramm Starkregen- und Hochwasserschäden“ des MKUEM hat der Zweckverband 2021 bereits einen Zuschuss in Höhe von1.300.000 Euro erhalten. Mit dem aktuellen Bescheid aus den Mitteln aus dem Sondervermögen „Wiederaufbau RLP 2021“ erhält der Wasserzweckverband als ersten Abschlag 2.500.000 Euro.

Verbindungsleitung zwischen Hochbehältern Tritschkopf und Silberberg wird neu gebaut

Einen weiteren Förderbescheid erhält die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler für eine neue Verbindungsleitung zwischen den Hochbehältern Tritschkopf und Silberberg. Durch die Zerstörung der Leitung zwischen den Hochbehältern konnte die Wasserversorgung im Bereich Silberberg nicht gewährleistet werden. Provisorisch wurde deswegen das Versorgungsgebiet Silberberg so verkleinert, dass es mit ausreichend Wasser aus dem Wasserwerk beliefert werden konnte. Das Versorgungsgebiet Tritschkopf wurde entsprechend vergrößert. Durch die Zonenverschiebung wurde die Versorgung instabil, da das Versorgungsnetz nicht für diese Mengen ausgelegt war.

Eine neue, hochwassersichere Verbindungsleitung soll nun auf circa 3,2 Kilometern zwischen den Hochbehältern Silberberg und Tritschkopf verlegt werden. Die bestehende Druckerhöhungsanlage liegt allerdings nicht mehr an der neuen Trasse. Deswegen wird ein neues Pumpwerk gebaut, um die Höhendifferenz zwischen den beiden Hochbehältern auszugleichen.

Die Kosten dafür liegen bei 2,35 Millionen Euro. Dieser Betrag wird mit dem aktuellen Förderbescheid über das Sondervermögen „Wiederaufbau RLP 2021“ finanziert.

Förderung von Nahwärmenetz: Marienthal will CO2-frei heizen

Klimaschutzministerin Katrin Eder überreicht außerdem einen Förderbescheid an die Bürgerenergiegenossenschaft EEGON aus REACT-EU Mitteln. Mit REACT-EU hat die Europäische Union eine Aufbauhilfe aufgelegt, mit der innerhalb bestehender Förderstrukturen Mittel für Investitionen, die zum Übergang zu einer digitalen und grünen Wirtschaft beitragen, schnell und kurzfristig bereitgestellt werden. Aus dieser Aufbauhilfe wird das Wärmenetz mit 680.000 Euro gefördert.

Die rund 100 Einwohner:innen in Marienthal wurden von der Flutkatastrophe besonders stark betroffen, fünf Menschen verloren in der Flutnacht ihr Leben, alle Häuser waren bis ins erste Stockwerk überflutet und sind mittlerweile bis auf die Wandsteine entkernt. Das bedeutet, dass auch die Heizungsanlagen zerstört wurden. Diese wurden meist mit Öl betrieben. Der Gemeinderat von Dernau hat sich daher für ein Nahwärmenetz ausgesprochen, das mit Pellets in Verbindung mit Solarenergie und Pufferung die Bürger:innen mit Wärme versorgen soll. Diese gestalten so den Wiederaufbau klimagerecht. Eine privatrechtliche Bürgerenergiegenossenschaft, EEGON, soll den Bau und Betrieb übernehmen. „Der Zusammenhalt im Dorf berührt mich sehr. Der Tatendrang und die Zuversicht der Menschen stecken an. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich ihr Vorhaben, nahezu CO2-frei zu heizen, unterstützen kann. Die Erzeugung von Wärme verursacht deutschlandweit etwa 40 Prozent der energiebedingten CO2-Emissionen. Dem setzen die Marienthaler etwas entgegen“, so Eder.

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Ministerpräsident Wüst beruft Ad-hoc-Beirat zu den Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine für das Land Nordrhein-Westfalen ein

Region/Düsseldorf – Ministerpräsident Wüst: Folgen für die Menschen und die Wirtschaft in unserem Land abfedern – Besonderer Fokus auf Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat einen Ad-hoc-Beirat der Landesregierung zu den Folgen der russischen Aggression gegen die Ukraine für das Land Nordrhein-Westfalen einberufen. Dabei geht es insbesondere um die Konsequenzen für die Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist nicht nur die Analyse der Folgen, sondern auch die Ermittlung daraus resultierender Handlungsbedarfe.

Mitglieder des Beirats sind führende Expertinnen und Experten im Bereich der Ökonomie – mit einem besonderen Fokus auf der Energiewirtschaft – sowie in der Sicherheitsforschung und der internationalen Politik.

Ministerpräsident Wüst: „Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine ist ein tiefer Einschnitt für ganz Europa und auch für unser Land. Wir stehen fest an der Seite der Ukraine und unterstützen die Sanktionen gegen Russland. Der Krieg und die Sanktionen werden auch Auswirkungen auf unsere Wirtschaft, Energieversorgung und Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen haben. Wir müssen daher alles tun, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Folgen für die Menschen, die Wirtschaft und Arbeitsplätze in unserem Land abzufedern. Dazu wird sich die Landesregierung mit hochrangigen Expertinnen und Experten austauschen.“

Der Beirat hat zum ersten Mal per Videokonferenz getagt.

Mitglieder des Beirats sind:

Marc Oliver Bettzüge

Direktor und Geschäftsführer des EWI, Lehrstuhlinhaber für Volkswirtschaftslehre, Energie und Nachhaltigkeit an der Universität zu Köln.

Stephan von Cramon-Taubadel

Professor für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung an der Georg-August-Universität Göttingen

Julia Friedlander

Direktorin der „Economic Statecraft Initiative“ des GeoEconomics Center am Atlantic Council, Washington D.C..Friedländer war Senior Policy Advisor for Europe in the Office of Terrorism and Financial Intelligence im U.S.-Finanzministerium (2015 bis 2017 und 2019 bis 2020), von 2017 bis 2019 Direktorin im U.S. Nationalen Sicherheitsrat für EU, Südeuropa und Wirtschaft.

Michael Hüther

Direktor des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln seit 2004. Ständiger Gast im Präsidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Vorsitzender des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung.

Christof Paar

Kryptograf, Inhaber des Lehrstuhls für „Eingebettete Sicherheit“ an der Fakultät für Computer-Wissenschaften der Ruhr-Universität Bochum. Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Sicherheit und Privatsphäre in Bochum.

Christoph M. Schmidt

Präsident des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen und zugleich Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik und Angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum. Von 2009 bis 2020 war Schmidt Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, von 2013 bis 2020 dessen Vorsitzender.

Kirsten Westphal

Mitglied im Vorstand der H2Global Stiftung, zudem Mitglied im Wasserstoffrat. Davor war Kirsten Westphal zwischen 2008 und 2021 für dieStiftung Wissenschaft und Politik (SWP) tätig. Dort leitete sie u.a. das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt „Geopolitics of Energy Transformation – Hydrogen“, dem sie jetzt als externe Beraterin zur Seite steht.

Christoph Heusgen

Zur Beratung der Landesregierung zu den genannten Fragen hat sich – trotz einer terminlichen Verhinderung bei der Sitzung des Beirats – auch der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Christoph Heusgen bereit erklärt. Er war von 2005 bis 2017 außen- und sicherheitspolitischer Berater im Bundeskanzleramt und im Anschluss bis 2021 Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Vereinten Nationen.

An den Beratungen nahmen auch der Chef der Staatskanzlei, der Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten sowie Internationales und Staatssekretäre des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie sowie des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales teil.

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Wir helfen unseren Nachbarn in der Ukraine – Bund und Länder bereiten sich auf Kriegsflüchtlinge vor

Region/Mainz/Berlin – Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte nach der Sitzung des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des Bundesrates, dass Bund und Länder angesichts des menschlichen Leids in der Ukraine, das durch den Angriffskrieg von Präsident Putin auf die Ukraine ausgelöst wurde, zusammenstehen und zusammenarbeiten.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Ministerpräsident Michael Kretschmer, hatte angesichts des Krieges in der Ukraine  Bundesaußenministerin Annalena Baerbock gebeten, die Mitglieder über die aktuelle Situation zu informieren.  „Die Lage für die Zivilbevölkerung spitzt sich weiter zu und wir müssen von einer großen Zahl von Kriegsflüchtlingen ausgehen. Bund, Länder und Kommunen haben bereits wichtige Vorbereitungen zur Aufnahme der Menschen in Not getroffen. Die große Hilfsbereitschaft der vielen Privatleute, die spenden und selbst Flüchtende aufnehmen, ist sehr groß“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach der ersten Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Bundesrats seit 2015.

Auch Hilfslieferungen in die Ukraine und an die EU-Außengrenze blieben wichtig. Hier habe Ministerin Baerbock zu einer Koordinierung der Spenden und Hilfslieferungen über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) im BMI aufgerufen, um koordinierte und zielgenaue Hilfe leisten und Bedarfe optimal bedienen zu können. „Privat organisierte Spenden bleiben wichtig, damit auch das ankommt, was gebraucht wird, ist diese Koordination wichtig“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Der Bund werde offene Fragen zur Flüchtlingsunterbringung schnell mit den Ländern klären. Die Kriegsflüchtlinge sollen im Einklang mit der sogenannten Massenzustromrichtlinie der EU einen einjährigen Aufenthalt gemäß des deutschen Aufenthaltsgesetzes erhalten. Dieses ermögliche einen Zugang zum Arbeitsmarkt, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Wir sind mit der Bundesregierung in Formaten wie diesem in einem ständigen Austausch, um schnell handlungsfähig zu sein, wenn sich die Lage in der Ukraine weiter verschärft.“

„Die Welt und die EU waren selten so geschlossen, wie in der einhelligen Antwort auf den russischen Angriffskrieg. Das ermöglicht es uns, die Herausforderungen gemeinsam und solidarisch mit unseren europäischen Partnern angehen zu können“, so die Ministerpräsidentin.

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Wohnraumkarte unterstützt schnelle Unterbringung von Geflüchteten und ist ab heute 04. März aktiv geschaltet

Region/Düsseldorf – Der Krieg in der Ukraine bringt über die Menschen unendliches Leid. Die humanitäre Lage dort verschlimmert sich stündlich. Mehr als eine Million Menschen sollen bereits aus dem Land geflohen sein, überwiegend in die Nachbarstaaten Polen, Slowakei und Moldau. Mit weiteren Menschen, die vor dem Krieg Schutz – auch in Nordrhein-Westfalen – suchen, ist angesichts der weiteren Kampfhandlungen zu rechnen.

„Um Geflüchtete aus der Ukraine auf dem Wohnungsmarkt unterbringen zu können, wird die Landesregierung Nordrhein-Westfalen – auf Initiative des Verbandes der Wohnungswirtschaft (VdW) Rheinland Westfalen – und zusammen mit den Kommunalen Spitzenverbänden eine digitale ,Wohnraumkarte‘ aktivieren. Die Wohnraumkarte ist eine Online-Plattform, die Kommunen bei der Unterbringung von Geflüchteten unterstützt und zugleich eine schnelle Kontaktaufnahme zwischen den Kommunen sowie Wohnungsunternehmen und -genossenschaften ermöglicht“, erklärt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Über die Wohnraumkarte können Wohnungen an Kommunen vermittelt beziehungsweise vermietet werden. Die landesweite digitale Plattform verringert für alle Seiten den Verwaltungsaufwand und ermöglicht schnelle und zielgerichtete Hilfe vor Ort, denn vermietungsfähiger Wohnraum wird dort direkt aufgelistet.

 Die Wohnraumkarte wird für 480 Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften des Verbandes der Wohnungswirtschaft am Freitag, 4. März 2022 aktiv geschaltet, für Städte, Kreise und Gemeinden wird das Serviceangebot am Mittwoch, 9. März 2022, freigegeben.

Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen erläutert: „Den sozial verantwortlich handelnden Wohnungsunternehmen und -genossenschaften im VdW Rheinland Westfalen ist es ein Anliegen, den derzeit Flüchtenden ein sicheres Zuhause zu ermöglichen – trotz des teils knappen Angebots und der hohen Nachfrage in manchen Städten und Regionen des Landes Nordrhein-Westfalen. Insbesondere Vonovia, LEG, Vivawest und die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft unterstützen die gemeinsame Idee der Wohnraumkarte seit der ersten Stunde. Wir setzen uns dafür ein, dass viele weitere Verbandsmitglieder folgen.“

Die Hauptgeschäftsführer der kommunalen Spitzenverbände, Helmut Dedy (Städtetag NRW), Dr. Martin Klein (Landkreistag NRW) und Christof Sommer (Städte- und Gemeindebund NRW) erklären: „Die ,Wohnraumkarte’ kann den Kommunen ermöglichen, den Geflüchteten schnell und praxisnah zu helfen. Sie kann dazu beitragen, den Aufwand bei der Suche nach freiem Wohnraum zu verringern und den Städten, Kreisen und Gemeinden durch eine Gesamtsicht auf den Wohnungsmarkt ein gewisses Maß an Planbarkeit zu verschaffen. Die Kommunen sind für jede Unterstützung durch die Wohnungsunternehmen und -genossenschaften dankbar.“

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Ab Freitag 04. März – Nordrhein-Westfalen passt die Coronaschutz-Verordnung an

Region/Düsseldorf – Großer Schritt in Richtung Normalität. Ab Freitag 04. März: Gastronomie und Übernachtungsangebote auch für Nicht-Immunisierte mit gültigem Test / Öffnung von Clubs und Diskotheken / Mehr Zuschauer insbesondere bei Großveranstaltungen / Keine Zugangsbeschränkungen mehr für Kinder und Jugendliche.

Da die Inzidenzzahlen und die Zahl der Covid-Patientinnen und -patienten in den Krankenhäusern auch nach den ersten Öffnungsschritten zum 19. Februar weiter sinken, setzt die Landesregierung die von Bund und Ländern gemeinsam beschlossene weitere Öffnungsperspektive in einem zweiten Schritt um. Die Coronaschutzverordnung wird entsprechend angepasst. Die neuen Regelungen treten am Freitag, 4. März 2022, in Kraft. Nach einem ersten Schritt der verantwortungsvollen, achtsamen Öffnung folgen nun weitere Rücknahmen von Schutzmaßnahmen. Dabei fallen Zugangsbeschränkungen (3G, 2G, 2G-plus) für Kinder und Jugendliche ganz weg. Darüber hinaus gilt: Der Besuch gastronomischer Einrichtungen und die Inanspruchnahme von Übernachtungsangeboten sind nun auch nicht immunisierten Personen möglich, die einen gültigen negativen offiziellen Schnelltest vorweisen können. Gleiches gilt für den Besuch von Museen, Konzerten und weiteren Kultureinrichtungen sowie für die gemeinsame Sportausübung außen und innen. Clubs und Diskotheken können unter Einhaltung der 2G-plus Regelung mit aktuellem Schnellest wieder öffnen.

Basisschutz-Maßnahmen wie Maskenpflicht, Abstandsgebot und Hygieneregeln bleiben bestehen. Das Infektionsgeschehen soll auf diese Weise weiterhin so begrenzt werden, dass die Funktionsfähigkeit kritischer Infrastrukturbereiche und die medizinische Versorgungsstruktur nicht gefährdet werden.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: „Mit den Öffnungen, die uns die weiterhin positive Entwicklung gerade in unseren Krankenhäusern erlaubt, gehen wir einen großen Schritt in Richtung Normalität. Besonders wichtig ist mir, dass wir explizit festlegen, dass Kinder und Jugendliche, die in den letzten zwei Jahren besonders unter den Einschränkungen gelitten haben, von den Einschränkungen befreit sind und schon ab sofort wieder ohne Einschränkungen und Kontrollen am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben können. Aber auch für alle anderen braucht es für die Teilnahme an den meisten Angeboten nur noch einen Test. Damit können kulturelle, soziale, gesellschaftliche und sportliche Angebote wieder für die Zukunft planen.

Zur Wahrheit gehört aber auch: So wie die Beschränkungen für Ungeimpfte jetzt als letztes fallen, werden sie als erstes wiedereingeführt werden müssen, falls sich das Infektionsgeschehen wieder kritisch entwickeln sollte. Um in dieser ohnehin schwierigen Zeit zumindest vor weiteren Coronaeinschränkungen im nächsten Winter sicher zu sein, bleibt es daher von zentraler Bedeutung: Lassen Sie sich impfen!“

Die wichtigsten Anpassungen im Überblick

Zugang zu Gastronomie, Kultureinrichtungen und Sport für nicht immunisierte Personen mit gültigem negativen Testnachweis

Gastronomische Einrichtungen und touristische Übernachtungs-angebote können mit Inkrafttreten dieser Verordnung auch von nicht immunisierten Personen in Anspruch genommen werden, sofern sie einen gültigen Negativtest vorweisen können (3G). Auch Kulturein-richtungen wie Museen, Ausstellungen, Konzerte und sonstige Kultur-veranstaltungen können getestete Menschen ohne Immunisierung besuchen. Gleiches gilt für die Sportausübung im öffentlichen Raum (innen und außen) und den Besuch von Sportveranstaltungen als Zuschauende. Die Kapazitätsgrenzen werden dabei zum Teil deutlich nach oben geschoben.

Grundsätzlich ist damit bis auf wenige Angebote mit besonders hohen Infektionsrisiken (Volksfeste, Großveranstaltungen, Veranstaltungen mit Tanz, Diskotheken, Bordelle etc.) künftig alles unter 3G zulässig.

Öffnung von Clubs und Diskotheken unter 2G-plus

Für Volksfeste und vergleichbare Freizeitveranstaltungen sowie private Feiern mit Tanz wie Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern gilt weiterhin die 2G-plus-Regel. Das bedeutet: Teilnehmen dürfen nur immunisierte Personen, die zusätzlich über einen aktuellen Test oder eine Auffrischungsimpfung verfügen. Auch Clubs, Diskotheken und vergleichbare Einrichtungen dürfen ab dem 4. März wieder öffnen. Ihr Besuch ist jedoch aufgrund der erhöhten Übertragungsrisiken nur immunisierten Personen möglich, die zusätzlich über einen negativen Testnachweis verfügen. Die zusätzliche Testpflicht gilt hier auch für Menschen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben oder einen frischen Genesenenstatus haben. Eine Maskenpflicht besteht nicht.

Höhere Zuschauerkapazitäten für Veranstaltungen

Kleinere Veranstaltungen (d.h. solche bis 1.000 Zuschauer) sind unter 3G-Bedingungen künftig mit mehr Besuchern möglich. Bis zu 500 teilnehmenden Personen gelten keine Kapazitätsbeschränkungen, oberhalb einer absoluten Zahl von 500 gleichzeitig anwesenden oder teilnehmenden Personen darf die zusätzliche Auslastung bei höchstens 60 Prozent der über 500 Personen hinausgehenden regulären Höchstkapazität liegen. Insgesamt sind dabei höchstens 1.000 gleichzeitig anwesende Zuschauende, Besucherinnen und Besucher oder Teilnehmende zulässig. Wird 2G-plus gewährleistet, entfällt (vergleichbar mit Diskotheken etc.) bis zu einer Teilnehmerzahl von 1.000 Personen auch die Maskenpflicht.

Bei Großveranstaltungen (ab 1.000 Personen) können unter den weiterhin geltenden Bedingungen von 2G-plus und zusätzlicher Maskenpflicht künftig in Innenräumen 60 Prozent der jeweiligen Höchstkapazität genutzt werden. Die Personengrenze von 6.000 Personen darf jedoch nicht überschritten werden. Im Freien können maximal 75 Prozent der Kapazitäten bei einer Höchstgrenze von 25.000 Zuschauern belegt werden. Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den relativen und absoluten Obergrenzen festlegen, wenn durch entsprechende Konzepte Abläufe sowie An- und Abreise infektiologisch vertretbar gestaltet werden können. Diese erhöhten Personenzahlen gelten wegen des erhöhten Infektionsrisikos nicht für Clubs, Diskotheken und Veranstaltungen mit Tanz.

Keine Zugangsbeschränkungen mehr für Kinder und Jugendliche

Die Zugangsbeschränkungen 2G-plus und 3G gelten ab sofort nicht mehr für Kinder- und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre. Ihnen ist also ab sofort eine Teilnahme an allen Veranstaltungen und Angeboten ohne Nachweispflichten möglich, solange dies im Rahmen der maximalen Teilnehmerzahl zulässig ist.

Die Landesregierung wird im Einklang mit den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz und unter Berücksichtigung möglicher Änderungen des Infektionsschutzgesetzes prüfen, welche Basisschutzmaßnahmen über den 19. März hinaus bestehen bleiben sollen.

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Ministerpräsident Wüst – Der Westen steht geschlossen gegen die skrupellosen Aggressionen des Putin-Russlands zusammen

Region/Düsseldorf – Ministerpräsident Wüst tauscht sich mit der Botschafterin des Vereinigten Königreichs, Jill Gallard, zu aktuellen Ereignissen aus. Ministerpräsident Hendrik Wüst hat sich am heutigen Mittwoch, 2. März 2022, mit der Botschafterin des Vereinigten Königreichs, Jill Gallard, in einer digitalen Videokonferenz ausgetauscht. Im gemeinsamen Gespräch ging es um die Stärkung der Beziehung zwischen Nordrhein-Westfalen und Großbritannien, insbesondere im Bereich der Energieversorgung sowie um den Umgang mit der aktuellen Situation in der Ukraine. An der Konferenz nahm darüber hinaus der britische Generalkonsul in Düsseldorf, Rafe Courage, teil.

Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Nordrhein-Westfalen und das Vereinigte Königreich wissen aus der eigenen Vergangenheit, dass ein gutes Fundament gemeinschaftlicher Zusammenarbeit und ehrlicher Partnerschaft nur auf freiheitlich-demokratischen und friedliebenden Werten aufbauen kann. Die brutale Militärgewalt Russlands in der Ukraine erstickt jeden Versuch einer diplomatischen Lösung für die Menschen in der Ukraine. Der Westen steht geschlossen gegen die skrupellosen Aggressionen des Putin-Russlands zusammen.“

Nordrhein-Westfalen pflegt seit vielen Jahren enge Beziehungen zu Großbritannien. Erst in der vergangenen Woche wurde eine Absichtserklärung zwischen Nordrhein-Westfalen und dem Vereinigten Königreich mit dem Ziel unterzeichnet, konkrete Maßnahmen und Projekte zur Stärkung der gemeinsamen Beziehungen zu verabreden. Seit 2019 arbeiten Nordrhein-Westfalen und das Vereinigte Königreich im Bereich der Energiewende im Rahmen der Kooperationsvereinbarung „Technology Collaboration Dialogue“ eng zusammen. Ministerpräsident Wüst und Botschafterin Gallard tauschten sich über mögliche klimaschützende Maßnahmen im Bereich der Energieversorgung aus.

Der Ministerpräsident dazu: „Uns verbindet mit dem Vereinigten Königreich ein besonderes Band, nicht zuletzt aufgrund unserer Geschichte. 76 Jahre ‚Freundship‘ haben uns zu starken wirtschaftlichen Partnern in Europa gemacht. Heute können wir uns gemeinsam unserer Verantwortung für Versorgungssicherheit und Klimaschutz stellen und gemeinsam Lösungen in der Energiepolitik vorantreiben. Junge Menschen wollen wir darüber hinaus durch unbürokratische Maßnahmen und finanzielle Unterstützung im Bereich der Schüler- und Studierendenaustausche grenzüberschreitend fördern.“

Jill Gallard ist die erste Frau, die das Vereinigte Königreich als Botschafterin nach Berlin entsendet. 2021 reiste sie bereits drei Mal nach Nordrhein-Westfalen.

Hintergrund Nordrhein-Westfalen und das Vereinigte Königreich

Großbritannien und Nordrhein-Westfalen arbeiten seit vielen Jahren eng wirtschaftlich zusammen. In keinem anderen Bundesland leben so viele Menschen aus dem Vereinigten Königreich –  fast 21.000 Bürgerinnen und Bürger. Nordrhein-Westfalen hat von allen Bundesländern mit rund 20 Milliarden Euro den größten Anteil am deutsch-britischen Außenhandel, mehr als 1400 der 19.000 ausländischen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen kommen aus Großbritannien. Es gibt mehr als 130 Städtepartnerschaften und -freundschaften.

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Großeinsatz fürs Rote Kreuz Euskirchen – Unterstützung für humanitäre Hilfe wird gebraucht

Euskirchen/Kiew – Das Rote Kreuz schickt heute einen Hilfstransport mit mehreren Lkw ins polnische Lublin. Von dort aus können die Nothilfegüter sowohl zur Versorgung der Bevölkerung in die Ukraine geliefert, als auch zugunsten von Menschen auf der Flucht verteilt werden. Das berichtet Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker in einer aktuellen Pressemitteilung.

Neben viele anderen hätten auch das Italienische Rote Kreuz und der Türkische Rote Halbmond Konvois mit Hilfsgütern auf den Weg gebracht. Die Transporte dienten der Verstärkung der Versorgungslinien für die vom bewaffneten Konflikt betroffene Zivilbevölkerung in der Ukraine sowie für Geflüchtete in Polen und den Nachbarländern.

Das Deutsche Rote Kreuz bereite sich auch in der Bundesrepublik auf umfassende Hilfsmaßnahmen für die betroffene Bevölkerung sowie für Menschen auf der Flucht vor, um Leben zu schützen und Menschen in Not zu versorgen. Bereits seit Beginn des Konflikts im Jahr 2014 verstärkte das DRK die langjährige Zusammenarbeit mit dem Ukrainischen Roten Kreuz. Seit 2017 unterstützt das Rote Kreuz besonders bedürftige Menschen in der Ostukraine mit monatlichen Bargeldhilfen.

Bankverbindung nutzen

Rolf Klöcker: „Die Betroffenheit angesichts der entsetzlichen Ereignisse in der Ukraine ist auch in der deutschen Bevölkerung groß und der Wunsch, den betroffenen Menschen Unterstützung zu bieten, ebenso.“ Das Rote Kreuz bitte um Spenden für die Menschen in der Ukraine unter dem Stichwort „Nothilfe Ukraine“ an IBAN: DE 63 37 020 500 000 50 23 307, BIC: BF SW DE 33 XXX

Rotkreuz-Kreisgeschäftsführer Rolf Klöcker weist ausdrücklich darauf hin, dass unkoordinierte Sachspenden zu einem Infarkt lebenswichtiger Versorgungslinien führen und bittet daher darum, von sicherlich gut gemeinten, aber nicht abgestimmten Lieferungen abzusehen: „Diese füllen Lagerhäuser, binden Transport- und Sortierkapazitäten, helfen aber leider nicht, sondern behindern die humanitäre Arbeit vor Ort! Das Ukrainische sowie das Polnische Rote Kreuz haben bereits darauf hingewiesen, dass keine Kapazitäten zur Annahme nicht angeforderter Hilfslieferungen und Unterstützungsangebote bestehen.“

„Wir haben im Rahmen der Fluthilfe im vergangenen Jahr die Erfahrung gemacht, dass uns überwältigende Mengen an Sachspenden an die Grenzen der Leistungsfähigkeit bringen und personelle, logistische und finanzielle Ressourcen in unverhältnismäßiger Weise beanspruchen“, erklärte Rolf Klöcker vor Pressevertretern.

Geldspenden schnell und sicher

„Geldspenden sind gegenüber Sachspenden eine deutlich effektivere Art der Hilfe. Der große Vorteil von Geldspenden ist, dass man damit die Möglichkeit hat, die Verwendung der Mittel flexibel sich ändernden Verhältnissen und einer sich ändernden Bedarfslage in den betroffenen Gebieten anzupassen“, so Klöcker, der nicht nur Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes ist, sondern auch Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Mechernich.

Das Rote Kreuz bietet in Euskirchen neben dem Beratungsangebot des Teams Migration / Integration einen regelmäßigen Austausch für Betroffene des Ukraine-Krieges, der ab sofort immer freitags von 15 bis 17 Uhr im Café Henry in der Kommerner Straße 39 stattfindet und von zwei Beratern/innen begleitet wird. Es steht bei Bedarf zudem eine erfahrene Therapeutin und Supervisorin zur Verfügung. Um vorherige Anmeldung wird gebeten bei Guranda Nass, Tel. (0160) 528 51 75, gnass@drk-eu.de

DRK-Suchdienst bereit

Vom DRK-Suchdienst und von der Suchdienst-Beratungsstelle werden Suchanfragen entgegengenommen, auch wenn momentan keine aktive Suche in der Ukraine möglich ist. Kontakt: Janine Frackmann, 02251 – 79 11 95 02, jfrackmann@drk-eu.de.